Ruhetag

Ich bin zur Zeit ein bisschen unvernünftig. In meinem Kopf spielen Marathon-Training und das Jahresziel von 3650 Kilometern gegeneinander und schaukeln sich auf, so dass ich häufiger laufen gehe, als ich es für eines der beiden Ziele tun würde.

Wie bei vielem, das man gerne tut, ist’s manchmal schwierig, sich dann die vernünftigen Ruhezeiten zu gönnen. Natürlich war mir halbwegs bewusst, dass nach fast 40 Kilometern am vergangenen Sonntag und jeweils zehn am Montag, Dienstag und Donnerstag sowie jeweils zwanzig am Mittwoch und Freitag ein Ruhetag angezeigt ist. Allerdings lockte es auch, schon 150 bis 160 Kilometer auf das Kilometerkonto gespult zu haben, um vor dem Marathon schön Tapering machen zu können, ohne ins Hintertreffen zu kommen. Denn: Eigentlich möchte ich einen Puffer für die kalten, ungemütlichen Monate des vierten Quartals haben und eben dennoch das „10 pro Tag“-Ziel von 3650 Kilometern erreichen. Aber heute morgen setzte dann die Vernunft ein. Als der Wecker um acht klingelte und ich schon aufstehen wollte, um ab neun für 21 Kilometer steigernde Intervalle die wohl freie Bahn zu nutzen, dachte ich: „Uff!“, schaltete den Wecker aus und schlief weiter bis um zehn.

Und somit sitze ich nun hier, habe einen Spaziergang von knapp 5000 Schritten zum Bäcker hinter mir, wo mein Mann und ich dann frühstückten, werde mich nach dem Schreiben dieses Beitrages wohl noch ein wenig auf dem Sofa oder im Bett ausstrecken. Später geht’s ein bisschen auf die Faszienrolle, aber viel mehr als das, einkaufen und Essen kochen ist heute nicht mehr angesagt. Der Ruhetag wird mir gut tun, da bin ich sicher. Kommende Woche wird’s wohl dank einer Schulung am Mittwoch einen weiteren Lauf-Ruhetag geben, bevor es dann am Donnerstag zum Stadtwerkelauf auf die 10,25-Kilometer-Strecke an der Alb geht. Somit sind nach dem heutigen Samstag der kommende Mittwoch und eventuell der kommende Freitag schon als weitere Ruhetage vorgeplant.

Eigentlich WEISS ich ja, dass Ruhetage wichtig sind – für die Regeneration, für die Superkompensation. Aber die Kombination der Freude am Laufen und des Sogs von Wettkampf- und Kilometerzielen lässt einen manchmal echt unvernünftig werden. Zum Glück kann ich mich dann auch einfach mal rumdrehen und weiterschlafen. Denn mittlerweile bin ich – auch durch das Lauftraining – so weit, dass ein Ruhetag nicht sofort Kopfschmerzen bedeutet, wie das noch 2016 der Fall war.

9 Kommentare zu „Ruhetag

  1. Sehr gut!
    Ich stelle mir manchmal vor, wie in meinem Körper beim Ruhen alle Reparaturarbeiten auf Hochtouren laufen(!), ich quasi ein Level höher geschaltet werde, haha. Dafür muss man still halten. Ja ja, der Flow … oh-oh … ich musste heute uuuunbedingt meine neuen Schuhe ausführen. So viel zum Tuning. 🙄

      1. Das sind Trailrunner von Salomon. Die sind für mich ein guter Kompromiss, da sie gleichzeitig zum Weitwandern (ausreichend Dämpfung -> viel Asphalt beim Megamarsch) und zum Laufen im Gelände geeignet sind. Bei aller Griffigkeit ist die Sohle noch flexibel. Wenn ich im Odenwald oder Taunus unterwegs bin, nehme ich einen kurzen Anstieg gerne mal im Trab. 😉 Vor allem, wenn der Rucksack inzwischen leichter geworden ist.
        Auch gibt der Schuh eine gute Führung für den Fuß, was mich beim reinen Laufen stören würde, doch beim Weitwandern zeigen sich die positiven Effekte: Die Füße sind nicht so schnell ermüdet, und regnerieren anschließend deutlich schneller. Allerdings muss ich sagen, dass sich meine Füße in den vergangenen Monaten spürbar entwickelt haben, sie kräftiger geworden sind. Leider sind sie dadurch eine halbe Schuhgröße gewachsen. Okay, an sich nicht schlimm, aber da stehen jetzt einige Schuhe, die ich gerne mal wieder anziehen würde … 🤔😃

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