Wettkampf-Albtraum

Heute Nacht habe ich geträumt – und mich beim Aufwachen daran erinnert. Es war ein furchtbarer Traum … und ich hatte beim Aufwachen Kopfschmerzen. Wie ich mit den Kopfschmerzen fertig werde, weiß ich noch nicht – später als normal gehe ich deswegen auf jeden Fall zur Arbeit, aber wenn sie nicht besser oder sogar noch schlimmer werden, dann könnte es auch sein, dass ich wie schon einmal wieder umzudrehen habe. Ich möchte mich nicht wieder gegen den Laternenpfahl an der Werderstraße erbrechen, nachdem ich fluchtartig die Bahn verlassen habe …

Aber zum Traum, den ich hier eigentlich beschreiben will. Dann hab‘ ich ihn von der Seele und vielleicht wird dann auch der Kopf besser. Jedenfalls war ich auf Wettkampf, einem Marathon. Gefühlt war es der Baden-Marathon, die Startnummern hatten aber das Himmelblau des Marathons in Mannheim. Ob ich den Start geträumt habe, weiß ich nicht – kann sein, ich erinnere mich nicht mehr. Allerdings gab es erstmal eine Runde in Messehallen – was ich so auf keinem meiner Läufe bisher erlebt habe. Vor allem war’s nicht nur eine Runde, sondern zwei, die zweite etwas kürzer. Die Läufer bekamen erklärungslos ein Blatt Papier in Prospekthülle in die Hand gedrückt, am Ende der ersten Runde. Erst viel später, kurz vor dem Aufwachen, wurde mir klar, dass darauf „5km“ durchgestrichen und „3km“ nicht durchgestrichen abgedruckt war und das den Streckenposten anzeigen sollte, dass man bereits die zweite, kürzere Runde durch die Hallen lief. Danach ging es nach draußen – und dort begann das Chaos. Nur kleine, blaue Kreuze auf dem Boden zeigten an, wo es hingehen sollte, Streckenposten gab’s, aber die sagten keinen Ton. Ich lief dauernd in die Irre. Gefühlt zwei Stunden verbrachte ich mit immer mal eine Strecke gerade, dann falsch abbiegen, teils in der falschen Richtung unterwegs sein … niemand sagte, wo ich hin müsse, einmal wurde ich um eine Ecke geleitet und stand dann vor einer Wand, links von mir eine Mauer, rechts ein LKW, und musste umdrehen. Einmal war ich in falscher Richtung unterwegs, realisierte erst zu spät, viel zu spät, dass mir Läufer des viel später gestarteten 10km-Laufs entgegenkamen. Die sagten nix, wussten auch nicht, dass auf ihrer Strecke eigentlich kein Gegenverkehr geplant war und ich falsch war –

Dann wachte ich auf, mit dem Gefühl, schon mehr als 25 Kilometer gelaufen zu sein, aber dennoch noch nicht einmal mit dem ersten Halbmarathon des Marathons durch zu sein. Ich weiß nicht, ob der Schrecken dieses Traums nachvollziehbar ist. Für mich war er intensiv in diesem Traum … zumal ich schnell und gut drauf war, aber dauernd in die Irre lief, und das, obwohl ich in einer Form für eine Bestleistung zu sein schien. Sehr heftig fühlte sich das an!

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[KuK] April

Bietigheim, 24.04., ca. 18:05

Gestern wollte ich noch mit meinem Mann laufen gehen … aber das fiel flach, denn auf dem Weg von der Bahn nach Hause zog mir das oben fotografierte entgegen … ich musste tatsächlich laufen, um vor dem Regen nach Hause zu kommen. Windig war’s auch ganz schön.

Heute früh blinzelt mich der blaue Himmel an, als frage er: „War was?“

Ein seltsames Gefühl

Beim Lauf in Neureut vor zehn Tagen war es kalt und grau. Über die Karwoche wurde es bis Ostern schlagartig frühsommerlich. Zugleich fiel ich von topfit und voll im Training in eine Erkältung, die zwar schnell abklang, aber nichtsdestotrotz total gegenläufig zum Wetter erschien.

Gerade fahre ich wieder zur Arbeit, nach einem Tag krank, Osterfeiertagen und einem Tag Urlaub. Meine Nase markiert „Allergie“, ein allergisches Schniefen kam direkt in der Erkältung schon auf. Es fühlt sich an, als wäre alles durcheinander gewirbelt. Dennoch haben mich die paar Tage ordentlich „herausgenommen“ und mir Zeit für Kreatives gegeben. Ich habe wieder in Minecraft gebaut, seit langem mal wieder, und ich habe den Howard-Goldstein-Vortex auf den Weg gebracht. Nun komme ich mir vor, als seien seit dem Lauf in Neureut, seit dem letzten Mal arbeiten, Wochen vergangen – und nicht nur ein paar Tage.

Zeit ist oft so subjektiv!

Und so beginnt es …

Ich liebe ja das dramatische „Und so beginnt es!“ von Botschafter Kosh auf Babylon 5. Ob ich eine große Geschichte erzählen werde, sei dahingestellt, aber jedenfalls beginnt nun, was ich lange geplant habe.

Ich habe ein Blog eingerichtet, um die langsam wachsende Geschichte einer meiner Phantasie-Figuren zu veröffentlichen: The Howard Goldstein Vortex. Seit heute ist es online, auch der erste Beitrag steht schon. Es hat mich lange gekostet, mich im Hintergrund zu organisieren, den Boden für die Veröffentlichung des „Vortex“ bzw. von „HGV“, wie ich die Geschichte intern nenne, in meinem Geist zu bereiten. Aber nun ist es so weit.

Geplant ist, erst einmal jede Woche einen Schnipsel, oder eher eine Episode online gehen zu lassen. Damit komme ich erstmal bis in den Sommer, ohne weiterschreiben zu müssen – wobei ich bis dahin eigentlich noch mehr Story zum veröffentlichen haben möchte. Der Anfang ist gemacht. Ich hoffe, es gefällt irgendwem und ich bleibe dabei. Erstmal ist, wie gesagt, der Anfang gemacht. „Und so beginnt es…“

Erstmals

Ich finde es immer toll, wenn ich etwas „erstmals“, also zum ersten Mal mache. Meistens finde ich es dann besonders toll, wenn es etwas Gutes ist – ist ja klar. Aber auch eine nicht so gute Sache das erste Mal zu machen, ist gut, denn das nennt man Erfahrung.

Dieses Mal war es aber etwas Gutes, wenn auch verhältnismäßig Banales. Wie ich – glaube ich – schon einmal geschrieben habe, bin ich (im Verhältnis) Dorfkind. Wo ich aufgewachsen bin, in Bad Wimpfen, lebten damals 6500 Menschen. Klar, Bad Wimpfen ist eine Stadt, hat Stadtrecht und ist sehr stolz darauf. Selbstverständlich kenne ich auch Dorf im eigentlichen Sinne, oder eher „wie Dorf bei mir konnotiert ist“: Tischendorf bei Triptis, ein kleines Dorf in Thüringen, in dem Verwandte meiner Mutter leben, war für meine Schwester und mich in unserer Kindheit „Urlaub auf dem Bauernhof“. Meine Eltern und Großeltern mütterlicherseits besuchten die Verwandten, auch vor der „Wende“ schon. Nie werde ich die Bilder meiner kleinen Schwester vergessen, die noch Kindergartenkind gewesen sein muss, damals – sie wollte unbedingt die Schweine mit füttern, vor denen ich große Angst hatte. Meine Schwester war immer die Mutigere von uns. Sie stand also in rosa Nachthemd und rosa Gummistiefeln mit dem Cousin meiner Mutter im Schweinestall und fütterte begeistert die Schweine, während ich unter meiner Allergie gegen Milbenkot in dem uralten Bauernhaus litt wie ein Schwein. Das war dann so richtig „Dorf“.

Ich meinte aber eigentlich, dass ich „Dorfkind“ im Sinne von „Mobilität“ bin. „Auf dem Dorf“ war das Auto die einzige Möglichkeit, in die Stadt zu kommen. Zu Verwandten fuhr man mit dem Auto, später, mit Führerschein, zur Tanzschule oder in die Disco oder zur ersten Liebe. Heute fährt eine S-Bahn des HNV und der AVG nach Wimpfen, aber damals noch nicht. Heute wohne ich in einem „Dorf“, das in erster Linie zum gemeinsamen Speckgürtel von Rastatt und Karlsruhe gehört, das ebenfalls von der Straßenbahn bedient wird.

Was wir heute das erste Mal gemacht haben: Wir haben meine Schwiegereltern, einen Ort und zwei S-Bahn-Stationen weiter, mit der Bahn besucht. Wir sind nicht mit dem Auto gefahren, auch nicht mit dem Fahrrad, was ich sowieso nicht (mehr) gerne tue, sondern wir gingen gemeinsam zum Bahnhof, mein Mann und ich, fuhren auf mein Monatsticket mit der Feiertags-Mitnahme-Regelung zwei Stationen Richtung Karlsruhe, stiegen aus und gingen weiter zu seinen Eltern. Dort gab’s Essen, Kaffee und Kuchen, danach ging es mit der Bahn zurück nach Hause. Das Ganze ist ein Modell für die Zukunft. Klar, man könnte ganz leicht mit dem Auto dort hin, es wäre auch schneller. Für einen Spaziergang wär’s weit, knappe sechs Kilometer hin und wieder zurück. Zum Essen und vom Kaffee heim zu laufen, das ist auch schon nicht ganz so prall – und Fahrrad fahre ich nicht gerne. Aber mit der Bahn und ein bisschen Spazierengehen, das passt.

Eigentlich wundert mich, dass wir das das erste Mal gemacht haben, heute. Bestimmt aber nicht das letzte Mal.

Being sick in the fast lane

… analog zu „Life in the fast lane“ habe ich nun eine Erkältung auf der Überholspur absolviert. Natürlich gibt es nach richtig heftig gelaufenen Wettkämpfen das berüchtigte „Open Window“ für Infekte, das mich dieses Mal auch erwischte. Aber Sport macht einen auch resistenter gegen Infekte. Natürlich fühlen sich, wenn man die Verbindung zwischen dem „Open Window“ und einem Infekt ziehen kann, die Nicht-Sportler bestätigt. Andererseits habe ich dieses Jahr trotz Grippewelle und ständiger Fahrt in der Infekt-Weiterverbreitungs-Brutstätte (genannt: Öffentliche Verkehrsmittel) jetzt erst die erste Erkältung gehabt. Die Ansage, Sport sei ungesund, wird von einer Erkältung nach extremer Leistung im Wettkampf nicht untermauert. Im Gegenteil! Trotz bereits vier Wettkämpfen dieses Jahr, Angehustet- und Angeniestwerden in der S-Bahn und viel Sport im Freien war ich erst einmal krank.

Und diese eine Erkältung war auch noch eine leichte und schnelle. Zwei Tage schleimig-ekliger Rachen, ein Tag Husten und ein Tag Kopfschmerzen wegen Laufabstinenz. Wobei … Kopfschmerzen wegen Laufabstinenz greift zu kurz. Ich hätte den Kopfschmerzen sicher etwas entgegensetzen können, wenn ich nicht erkältungsbedingt auf das Laufen hätte verzichten müssen, aber wegen der Laufabstinenz hatte ich keine Kopfschmerzen. Heute bereits sagen mein Ruhepuls, die Herzfrequenz-Variabilität und vor allem auch das allgemeine Gefühl bereits wieder „gesund“. Allerdings halte ich mich heute noch mit dem Laufen zurück. Morgen früh schau ich mal, wie es mir geht – große Belastungen werde ich aber sicher nicht fahren, selbst wenn ich zum Lauftreff gehe.

Ausdauertraining hat den Ruf, resistenter gegen Infekte zu machen, und dafür zu sorgen, dass Infekte weniger starke Symptome entwickeln. Zumindest die aktuelle Stichprobe bestätigt das.