Hier steppt die Beere

Mein Frühstück besteht seit geraumer Zeit aus Magerquark, Haferkleie und Beeren – meistens Heidelbeeren. Nun im Herbst wird das ein bisschen schwierig mit den Heidelbeeren, zumindest reisen die, die man nun bekommt, einen weiten Weg – und sind entsprechend teuer und wenig ressourcenschonend. Ich habe mir dennoch welche geleistet – daneben standen aber Schälchen mit etwas, das ich schon lange probieren wollte: Cranberries. Und zwar nicht die getrockneten, sondern frische!

Dass man die Cranberry nicht in großer Menge roh verzehren soll, weiß ich. Eine halbe Handvoll habe ich mir heute morgen dennoch in mein Müsli gepackt, dazu mit ein bisschen Haferdrink die Kleie ein wenig eingeweicht – und heraus kam das hier:

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Sieht lecker aus? War es auch! Nun gucken wir mal, ob es mir auch so gut tut, wie ich das nach früheren Experimenten mit ein wenig Cranberry in meinem Leben vorstelle.

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Härtetest

Ich laufe erst seit diesem Jahr wieder „so richtig“. Das muss ich immer bedenken – zwar hatte ich 2014 ein richtig gutes Jahr oder zumindest ein richtig gutes erstes Halbjahr, aber 2015 und 2016 waren aus verschiedenen Gründen nicht so gut. Vorher habe ich nicht getrackt, glaube aber, dass ich in den früheren Jahren weniger gelaufen bin als 2014.

Nun war 2017 schon bisher ein grandioses Jahr: Drei Wettkämpfe, nach zuvor bestenfalls einem. Über tausend gelaufene Kilometer bis Oktober, kein „üblicher Juli-Dip“, in dem meine Laufleistung krankheits- oder motivationsbedingt einbrach. Dann war da die sehr motivierende Erfahrung, beim Halbmarathon meine angestrebte Zeit um mehr als eine Viertelstunde zu unterbieten. Alles ganz großartig – und für einen leicht beeindruckbaren Geist wie mich ein Punkt, an dem man übermütig werden könnte.

Der Härtetest und gewissermaßen auch das Wieder-Erden kommt zur Zeit. Erwähnt hatte ich ja schon, dass ich derzeit die Kilometerfresser-Challenge des rennwerks mitmache – eigentlich heißt der Wettbewerb KM-Fress-Wettbewerb, wieso bei mir im Kopf der Begriff „Challenge“ dafür verankert ist, kann ich so genau gar nicht sagen. Die Regeln sind denkbar einfach: Laufe in zwei Wochen so viele Kilometer wie möglich und weise sie per Screenshot der Laufapp oder Foto von Laufuhr/Laufband-Display nach. Gib dem rennwerk zwei Bilder, eins für die erste Woche, eins für die zweite. Die mit den jeweils zehn meisten Likes für die Bilder bekommen 50, 45, … 5km gut geschrieben. So weit, so einfach. Nun habe ich natürlich begeistert mitgemacht – oder eher: Mache noch mit. Bis Sonntag, den 22.10. läuft das Ganze noch. Ich bin in dieser Zeit – glaube ich – meine bisher kilometerreichste Woche mit fast 100km gelaufen, außerdem bin ich – in dem Falle sicher – meinen bisher längsten Lauf überhaupt gelaufen. In der ersten Woche des Wettbewerbs bin ich also durchaus über mich hinausgewachsen. Was stand am Ende der Woche in der Liste? Platz 17 von 46 mit den Bonuskilometern aus Likes (ohne von den Preisen ausgeschlossene Mitarbeiter des rennwerks), Platz 18 in der reinen Kilometerwertung, in der die Rennwerker mit drin sind. Nicht schlecht, das WEISS ich – obere Hälfte, zweites Fünftel. Denn wie gesagt: 2015 und 2016 lief nicht viel, erst 2017 ging es wieder so richtig ab. Gegenüber denen, die schon Marathon gelaufen sind, die schon viele, viele Jahre in Folge immer wieder viele Kilometer runterreißen, kann ich im direkten Vergleich ohne Berücksichtigung der Vorgeschichte nicht bestehen. Ich glaube, ich darf dennoch etwas enttäuscht sein, da die Gedanken und Emotionen ja frei sind.

In diesem Falle ist die Enttäuschung aber ein Ansporn. Mit verkürzter Pendelstrecke im kommenden Jahr, mit der Absicht im kommenden Jahr Halbmarathon und Marathon zu laufen, werde ich kommendes Jahr – vorausgesetzt, das alles klappt – eine ganze Menge mehr Kilometer „fressen“ als dieses Jahr. Außerdem werde ich meine Kondition besser über den Winter bekommen, als das die vergangenen Jahre der Fall war – nicht nur, weil ich noch NIE vor dem Jahr 2017 von März bis Oktober durchgängig konsequent gelaufen bin, sondern auch, weil wir ein Laufband anschaffen. Somit kommen auch in der kalten Jahreszeit, die meinen mimosenhaften Atemwegen das Laufen vergällt, Trainingskilometer zusammen – dann halt Indoor. Wenn mein Mann das Wort „Laufband“ in die Runde wirft, stürze ich mich drauf wie eine Katze auf das Spielzeug und bekomme das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht.

Jedenfalls bekomme ich diesen Oktober Kilometer zusammen, wie ich das niemals erwartet hätte. Tatsächlich ist der Oktober 2017 schon jetzt, wo er gerade erst etwas mehr als halb vorbei ist, mein fünftstärkster aufgezeichneter Laufmonat. Juli, August und September diesen Jahres sowie der Mai 2016 liegen noch davor, aber wenn die Tages-Kilometer-Leistung im Oktober in etwa so bleibt wie im Mittel der ersten Hälfte, dann sind auch die 206km aus dem August am Wackeln. Selbst wenn ich noch einige Plätze im KM-Fress-Wettbewerb verlieren sollte, hat diese Challenge mindestens eine Sache getan: Mich nochmal dazu gebracht, das vermeintliche Limit herauszufordern und damit die Grundlage zu legen, noch ein bisschen besser zu werden. Immer getreu dem Albumtitel des unfreiwilligen „Best Of“, da einzigen Albums der „4 Non Blondes“:

Bigger, Better, Faster, More!

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Zeitverlust

Stau kostet Zeit. Das ist allgemein bekannt. Es gibt die eine oder andere Stauursache, die unter „höhere Gewalt“ einzustufen ist. Kommt einem die Sonne direkt über den Berg entgegen, muss man langsam machen. Da hilft keine Sonnenblende und auch die Sonnenbrille bringt nicht viel. Engpässe und Beschädigungen der Fahrbahn – und die Baustellen zur Behebung beider – sind ebenso unvermeidlich. Dann gibt’s da den einen oder anderen Punkt, der vielleicht vermeidbar wäre …

Okay. Ich gebe es zu. Es gibt den einen oder anderen Punkt, bei dem ich DURCHDREHEN könnte, weil ich WEISS, dass diese Stauursachen vermeidbar wären. Aber detailliert nachweisen kann man es dem jeweiligen Verursacher nicht. Dazu zählen opportunistisch-toxisches Lückenspringen, Sabotieren des Reißverschluss-Verfahrens, unvernünftiges Pochen auf das Rechtsfahrgebot, wie auch eklatantes Verletzen desselben.

Und dann gibt es da die Dinge, die man eindeutig sehen und nachweisen kann. Mangelnder Abstand. Übertretene Geschwindigkeitslimits. Unfallverursachen durch nicht aufpassen, durch zu dicht auffahren, Vorfahrt missachten … Unfallursachen und Vorstufen zu Unfallursachen, die eindeutig nachweisbar sind. Meist achten die Leute vor allem in der stressigen Stoßzeit, wenn jeder zur Arbeit will oder jeder nach Hause will, aber es nicht vorangeht, besonders wenig auf das Vermeiden von solchen Dingen – und legen Wert auf (vermeintlich) schnelleres Vorankommen. Geht’s schief, kommen Unfallteilnehmer – ob Verursacher oder Opfer – nicht mehr voran. Aber auch für all diejenigen, die dahinter im Stau stehen, ergeben sich teils enorme Verzögerungen. Eigentlich ein Grund, zu Stoßzeiten besonders vorsichtig zu fahren? Die Realität auf der Autobahn ist eine andere.

Dadurch kam mir am Freitag im Stau eine Idee. Man schätze anhand des gemeldeten Staus nach einem Unfall ab, wie viele Autofahrer wie viel Zeit verloren haben. Diese Zeit in Stunden multipliziere man mit dem Stundenlohn des schuldhaften Unfallverursachers – und rechne dann meinetwegen 10% oder sogar noch weniger. Die Summe dürfte enorm sein … wäre aber aus meiner Sicht als Strafe nach Unfallverursachung in Anlehnung an den verursachten (hier „volkswirtschaftlichen“) Schaden sicher ein Anreiz, gerade zu besonders verkehrsintensiven Zeiten besonders vorsichtig und rücksichtsvoll zu fahren.

Natürlich gäb’s in der Implementierung eines solchen Verfahrens einen Haufen Schwierigkeiten. Müsste man alles lösen. Aber vielleicht hilft allein das drüber Nachdenken, dass so etwas vielleicht gerechtfertigt wäre, ein klein bisschen nach. Denn Hand auf’s Herz: Neben dem direkten Unfallschaden, den ich ganz und gar nicht herunterspielen will, ist doch der Lebenszeitverlust für all die anderen auch ein ganz wesentlicher Kollateralschaden von Unfällen, der Stoßzeit-Unfällen eigentlich mehr Schadensgewicht gibt als anderen.

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The Voyage to the Bottom of the Sea

Kennt das hier jemand? Es ist eine Serie – sie stammt aus dem zeitlichen Umfeld von „Batman“ mit Adam West und „Star Trek – The Original Series“, war sogar noch etwas früher. Die erste Staffel ist Schwarz-Weiß, der Kino-mehroderminder-Pilot dreht sich um einen „brennenden“ Van-Allen-Gürtel, der die Erde ausdörrt – was sich die Drehbuchautoren in den Sechzigern halt so vorgestellt haben.

Mein Mann und ich schauen gerade diese Serie, die im deutschen Fernsehen unter dem Titel „Mission Seaview“ ausgestrahlt wurde. Ich habe einige Folgen damals zusammen mit meinem Großvater angeschaut, als meine Schwester und ich zum Kabelfernsehen schauen noch zu meinen Großeltern pilgerten. Damals fand ich es großartig und damals lief es auch in deutscher Synchro. Auf DVD war’s nur in Englisch mit englischen Untertiteln zu haben. Glücklicherweise ist das Englisch wesentlich verständlicher artikuliert als zum Beispiel der Slang des Polizei-Captains in der dritten Staffel von Nick Knight. Da hatten wir dann echt aufgegeben.

Die Themen wurden zunächst einmal ein bisschen weniger abgedreht, im Verhältnis zum Pilotfilm. In den ersten vier Folgen haben wir seemonsterzüchtende Genetiker, die eigentlich die Welt ernähren wollten, Verrückte, die die Welt vom Meer aus beherrschen wollten und eine geothermisch geheizte Tropen-Enklave in der Antarktis gesehen, die ziemlich Jules-Verne-mäßig wirkte. Der Trash insgesamt hielt sich auch in Grenzen und die Charaktere – naja, vor allem Captain Lee Crane und Admiral Harriman Nelson, machen auch eine ganz gute Figur. Ich bin gespannt, was ich nach vier Staffeln und 110 Episoden dazu sagen werde – aber bis dahin ist es noch eine Weile.

Um ehrlich zu sein: Im Moment finde ich den Trash-Faktor bei „The Voyage to the Bottom of the Sea“ deutlich geringer als bei den „Dr. Who“-Folgen des sechsten Doctors. Zwei Jahrzehnte liegen zwischen beiden Serien und in meinen Augen macht die ältere Serie eine bessere Figur. Den sechsten Doctor schauen wir im Moment im Trek Monday, Voyage to the Bottom of the Sea beim Ehe-Abendessen und wochenendlichen Ehe-Frühstück – daher habe ich in mehr oder minder Parallelität den direkten Vergleich.

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„Kein Kommentar“

 

Manchmal fragt einen jemand etwas, und man denkt sich so: „Mein Gegenüber kennt die Antwort, die ich auf diese Frage geben würde. Meine Antwort ist zynisch und arrogant. Vielleicht bin ich ja nicht mal sicher, ob ich auch recht habe.“ Da antwortet man dann ausweichend – oder gar nicht. Es wäre aber unglaublich verlockend, in solchen Situationen einfach mal die Diva raushängen zu lassen:

Talianna setzt eine große, dunkle Sonnenbrille auf und hält ihre Hand, die in einem schwarzen Samthandschuh steckt, mit gespreizten Fingern halb vor die aufdringliche Kamera des Fragers, um möglichst viel von der Linse zu verdecken. Die andere, ebenfalls behandschuhte Hand öffnet einen schwarzen Fächer und verwehrt so der Kamera den Blick auf den Ausschnitt ihres Kleides. Die Krempe des Huts verdeckt noch ein bisschen mehr vom Gesicht, während sie in Richtung ihrer Agentin gestikuliert. Diese erklärt: „Meine Klientin wird ihre Frage nicht beantworten, verehrte Pressevertreter.“ Und dann wirft Talianna der versammelten Meute noch einen vielsagenden Blick durch die Sonnenbrillengläser zu, dreht sich elegant herum und rauscht ab.
A „The Highway Tales“ Phantasy

Ah, wie gut diese Vorstellung tut! Meist ist’s gut so, dass man dem Zynismus und der Arroganz nicht so viel Luft gibt. Wie häufig hat man doch mit aus Zynismus und Arroganz kommenden Antworten unrecht. Aber hey – die Gedanken sind frei. Und was dann tatsächlich passiert, ob man einen Kassandraruf tätigt oder glücklich ist, Unrecht zu haben und doch alles funktioniert, steht eh wieder auf einem anderen Blatt.

 

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Tief im Westen

Ein Gänsehaut-Moment. Warum es damals die Live-Version von „Tief im Westen“ oder auch „Bochum“ von Herbert Grönemeyer in meine Sammlung geschafft hat, weiß ich gar nicht mehr genau. Jedenfalls ist es eine Version, die sehr, sehr „live“ ist. Als am Achtziger-Tag auf SWR3 irgendein Grönemeyer-Song im Radio lief, bekam ich Lust auf dieses kaum vier Minuten lange Stückchen „Grönemeyer live“.

Ich kann’s gar nicht genau sagen, warum es so ist. Ich komme nicht aus dem Ruhrpott, in Bochum habe ich zwar Freunde, aber im Grunde genommen keine Beziehung zu der Stadt. Nicht, dass ich den Ruhrpott nicht mögen würde – im Gegenteil! Ich fühle mich dort, ebenso wie im Hamburger Raum, von Menschen, Landschaft und auch Bebauung immer sehr wohl, obwohl meine (durchaus als solche geliebte) Heimat im südwestdeutschen Raum liegt. Der Südwestdeutsche an sich, gleich ob Schwabe oder Badener, ist ja durchaus in seiner klischeehaften Mentalität vom Ruhrpottler verschieden. Dennoch …

Wenn man sich insbesondere bei „Grönemeyer-Live“-Aufnahmen, all diese Atmosphäre, den sympathischen Grönemeyer auf der Bühne, all das vorstellt – dann ist das Wahnsinn. Gänsehaut. Heimat und Hexenkessel; nicht glorifiziert, zumindest nicht für etwas golden Angepinseltes, sondern für’s echt, hässlich, verbaut Sein geliebt und vielleicht doch ein bisschen gerade dafür bejubelt. Eine Art von Heimat, in der der Staub, der Taubendreck auf der Jacke, das Mitgehen in diesem etwas rauen Gefühl des herzlichen Verbundenseins alle gleich macht und zusammenbringt. Ich kann mit rein, in dieses Gefühl, allein, wenn ich Grönemeyer die Zeile „Tief im Westen – wo die Sonne verstaubt!“ jubeln höre. Ist „Jubel“ das richtige Wort? Ja, ich denke schon – vielleicht nicht im Sinne eines Gewinner-Jubelns, aber in Form des Herausrufens eines positiven Verbundenheitsgefühls. Am Ende der Aufnahme ruft Grönemeyer in den Jubel der Fans hinein: „Bangemachen gilt nicht!“ und wenn man die Aufnahme auf Schleife setzt, ist es schwer zu sagen – eigentlich gar nicht – ob das der Auftakt zu „Tief im Westen“ ist oder die Überleitung zum nächsten Lied. In meinem Kopf entstehen da Bilder und Gedanken. Der Welt, in der Am Rand des Strömungsabrisses spielt, habe ich schon lange eine Art „Ruhrpott“ gegeben, aber gestern, beim Hören der Aufnahme, haben sich diese Gedanken verfestigt. Da jubelte eine Tethys-Variante von Grönemeyer auf seine Heimatstadt – in natürlich etwas angepassten, aber letztlich ähnlich liebevoll-despektierlichen Beschreibungen wie Grönemeyer. Auf einem großen Festival, das fast schon am Rand der Stadt stattfindet, die im Sinne des Textes von „Tief im Westen“ Düsseldorf entsprechen soll.

Ja, das ist ein großes Gefühl. Eine Einigkeit über das Schicksal, in das man hineingeworfen ist – der Ort, an dem die Sonne verstaubt, der vor Arbeit ganz grau ist. Wo es egal ist, wer man ist, so lange das Herz zählt – grau macht der Staub sie eh alle, und es sind sie, die nur aus Gier handeln, die vielleicht ein bisschen als Feindbild zählen.

Ob das nun gut und richtig ist, moralisch gesehen, weiß ich nicht. Aber ich bin tief drinnen in dem Gefühl, das mir „Tief im Westen“ vermittelt. Wohlig eingepackt in die Gewissheit, dass das eine Art von Heimat ist. Egal, ob es nun Bochum im wörtlichen oder in einem übertragenen Sinne ist.

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Das Recht auf Spurwechsel

Dieses Recht auf einen Spurwechsel – vor allem nach links, auf eine schnellere Spur, deren Tempo man noch nicht mitgehen kann – scheint ein tief im deutschen Autofahrer verankertes Recht zu sein. Manchmal gewinne ich den Eindruck, dass ich eine der wenigen, wenn nicht gar die einzige bin, die noch 200 Meter mehr hinter einem LKW herzuckelt. Ich weiß, dass mein Aygolein nicht die Kraft hat, auf die Schnelle mal von 85km/h auf 120km/h in die Lücke auf der mittleren Spur zu beschleunigen. Diese Kraft haben oft auch stärker motorisierte Fahrzeuge nicht, weil sich solche Szenen bevorzugt dort abspielen, wo die LKW langsamer werden – am Berg. Da ist bei schweren, stark motorisierten Gefährten auch nicht mit einem Schnippen die Beschleunigung da, dass es einen in die Sitze presst.

Und so stelle ich immer wieder fest, dass ein Recht auf den Spurwechsel zu bestehen scheint – die Leute verhalten sich so. Manchmal ist das super-ätzend. Oft genug brandgefährlich.

Denn eigentlich gibt es KEIN Recht auf Spurwechsel. Und das ist auch gut so.

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