[KuK] Ulna – die Zeitschrift für die Orthopädin

Wenn man auf die Schnelle medizinische Bezeichnungen von Knochen googlet, funktioniert das beim Schienbein (Tibia), dem Wadenbein (Fibula) und eventuell auch noch bei der Speiche (Radius) ganz gut. Die Ergebnisse für die Elle haben auf den ersten paar Ergebnissen so richtig gar nichts mit Knochen zu tun.

So entstand in meinem Kopf der Wortwitz:

„Ulna – die Zeitschrift für die Orthopädin“

Albern? Aber ja!

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Der entstressende Fatalismus des Bahnpendlers

Flexibilität ist eine tolle Sache, Navigation auch. Aber jederzeit mit dem Auto eine potentiell schnellere Route nehmen zu können und von der Navigation zu hören, dass eine andere schneller gewesen wäre, macht mir Stress. Ich bin dann selbst dafür verantwortlich, dass ich zu spät bin, weil ich ja Störungen vorhersehen und umfahren hätte können …

Ist vielleicht albern und unnötig, aber ich reagiere unwillkürlich so.

Wenn ich dagegen die Bahn verpasse, bin ich zwar auch selbst dafür verantwortlich, aber rudere nicht wild, etwas schneller die verlorene Zeit aufzuholen – weil es absolut nichts bringt. Der Fahrplan steht, Verzögerungen und Ausfälle liegen außerhalb dessen, was ich beeinflussen kann. Es ist dann so, ich akzeptiere es und nehme die nächste Bahn.

Vielleicht bin ich – trotz der sieben Jahre 85km-Auto-Pendelstrecke – einfach nicht für’s Autofahren gemacht. Nicht, weil ich schlecht Auto fahren würde. Sondern weil mir die Gelassenheit fehlt, zu akzeptieren, dass die Grenze zwischen beeinflussbaren Verzögerungen und solchen, die einfach gegeben sind, für den Autofahrer fließend sind.

Saisonplanung

Es fühlt sich etwas komisch an, eine Saisonplanung zu machen, für die Lauferei. Das habe ich bisher noch nicht gemacht. Am Sonntag auf dem 15er der Winterlaufserie in Rheinzabern habe ich aber einen Laufkalender mitgenommen. Mittlerweile bin ich mit dem Textmarker und ein paar Fetzen eines Post-It durch gegangen und habe mal markiert …

Gewissermaßen die Saisonplanung.

Mein Mann wies mich darauf hin, dass noch drei Läufe fehlen – der Stadtwerkelauf der Stadtwerke Karlsruhe, der Campus Run der Uni Stuttgart und der Speckkälblelauf in Würmersheim. Irgendwie schon krass, wenn man sich das so anschaut …

Entwirrungsversuch

Nachdem ich offenbar am Montag ein wenig die Menschen verwirrt habe, versuch‘ ich’s jetzt zu entwirren und aufzurollen. Es ist leider so, dass die Dinge oft sehr kompliziert sind, wenn wir uns und unsere Prioritäten auf die Reihe bekommen wollen. Ich sehne mich danach, einfache Kriterien oder Bilder zu haben, an denen ich mich orientieren kann. Das Leben drum herum bleibt komplex genug und das sollte man über die einfachen Grundsätze nicht vergessen.

Um es mathematisch auszudrücken: Meine Vorliebe für den Satz aus Star Trek Generations, die ich am Montag ausgeführt habe, drückt ein Ordnungsprinzip aus.

[1] „If something’s important [3], you’ll make the time [2].“

Das ist ganz simpel. Aber was vielleicht nicht ganz klar ist: Bloß, weil etwas (für mich) wichtig ist, entsteht daraus nicht mehr Zeit. Der Begriff „Time“ bzw. „Zeit“ steht in meinen Gedanken nicht nur für Jahre, Tage, Stunden, Minuten, Sekunden – sondern auch für Kraft. Diesen Aspekt kann man in der Löffeltheorie darstellen. Grundsätzlich gilt für den Aspekt „Zeit“ die Nebenbedingung

[2] Zeit und (psychische wie physische) Kraft (in der Löffeltheorie als Löffel dargestellt) sind begrenzt. Wenn die „Löffel“ leer sind, macht man nichts mehr (oder nur auf Kosten des Löffelvorrats des nächsten, übernächsten oder aller folgenden Tage), wie wichtig es auch sein mag.

Dann ist da noch das „important“, der Begriff der Wichtigkeit. Das sind die Prioritäten. Da steckt auch ein Haufen Komplexität drin. Man kann das aber runterbrechen auf eine ganz einfache zweite Nebenbedingung:

[3] Wie „wichtig“ etwas ist, stellt meine persönliche Prioritätenliste dar. Da geht ein: Was brauche ich und wie wichtig ist es mir? Was ist notwendig zu tun für das, was ich brauche? Was brauchen Leute um mich herum und wie wichtig ist es mir, dass ICH ihnen das gebe? Kann es vielleicht jemand anders machen und wie wichtig ist es mir, den anderen zu entlasten?

Am Ende des Tages wird damit in meiner Interpretation aus

[2] und [3] in [1]:

[4] Am Ende von Zeit und Kraft („Löffeln“) sollte das, was ich getan habe, in meiner Priorisierung wichtiger gewesen sein als das, für das die Löffel nicht gereicht haben.

Ist das Gebot aus [4] nicht erfüllt, muss ich mich fragen: war das, was ich getan habe, aber „nicht so wichtig“ war, vielleicht eben doch so wichtig? Aus der Frage heraus analysiere ich mein Prioritätensystem. Denn am Begrenztsein der Zeit kann ich nichts ändern, an der Tatsache, dass ich Dinge eher tue, die mir in diesem Moment wichtig („nötig“, „unausweichlich“, „muss ich doch“) erscheinen, kann ich ebenfalls nichts ändern.

Aber ich kann – und muss ständig – überdenken, ob meine Prioritäten (für MICH) richtig sind, wenn ständig was hinten runterfällt, das mir wichtig ist. Dass das mit den Prioritäten die eigentliche Crux ist, weiß ich, aber das ist ja der eigentliche, zentrale Punkt: Ich habe nicht „keine Zeit“. Mir sind nur andere Dinge wichtiger. Wenn das nicht gut ist, muss ich erstmal meine Prioritäten analysieren und als Startpunkt annehmen, dann kann ich über Änderungen der Prioritäten und ihre Konsequenzen nachdenken.

Bedingung [4] ist halt sperrig und setzt immer noch viel voraus, um sie zu verstehen. Deswegen lasse ich in meinem Kopf lieber [1] als Mantra laufen, wenn’s nicht läuft. Die Komplexität kommt eh über den Begriff „important“ und das Beschränktsein der zur Verfügung stehenden Zeit und Kraft.

[KuK] Block-Leidenschaft

Unsere kleine Lego-Minecraft-Landschaft.
Und dasselbe nochmal – von etwas „tiefer“.

Nach den Geschenken zum Geburtstag schickten uns als „Revanche“ für mein „Schnellziehen“ beim gemeinsamen Essen gehen gute Freunde, die mir auch schon die Lego Minecraft Crafting Box 2.0 geschenkt hatten, auch noch die Hühnerfarm aus der Serie – das Farmhaus kaufte ich mir selbst – und nun habe ich das Ganze zu einer Landschaft arrangiert.

Ist ganz hübsch geworden, finde ich!

[KuK] Wortfindungsprobleme

In meinem Kopf vermischen sich zwei Worte immer wieder. Ich kann sie bildlich klar auseinander halten. Aber wenn ich das eine sagen will, liegt mir immer das andere auf der Zunge. Es geht um „Kofferraum“ und „Rucksack“. Beides ist hinten, beides dient bei Bewegung von A nach B als Aufbewahrung von Gepäck, nur kann man Rucksäcke in den Kofferraum packen, den Kofferraum in einen Rucksack zu packen, wäre etwas anspruchsvoller.

Ich weiß seit langem, dass ich dieses Verwechslungsproblem habe. Aber ich muss es immer wieder bewusst vermeiden. So ähnlich wie ich, seit das das erste Mal passiert ist, immer wieder dazu neige, beim Metzger gehacktes Misch zu bestellen.

Mittlerweile tut aber der Rucksack beim Bahnpendeln für mich das, was zuvor der Kofferraum beim Autopendeln für mich tat. Insofern … nur sind die Wortfindungsprobleme tatsächlich älter als dieser Umstand.

Wirres zum Thema Prioritäten

Da ich zur Zeit eine ganze Menge und durchaus auch mit (für mein Gefühl) sehr passablen Erfolgen die Lauferei betreibe, erzähle ich gerne davon. Oftmals begegnet mir im Kontext dieses „Angebens“ seitens meines Gegenübers eine Art Rechtfertigung. Oftmals hat diese Rechtfertigung, selbst nicht so viel Sport zu betreiben, mit dem Satz „Ich sollte auch mal…“ oder „Ich sollte auch mal wieder…“ zu tun. Fast stets ist die Argumentation, warum’s doch nicht passiert: Keine Zeit.

Ich für meinen Teil habe darauf eine Antwort, die ich meistens in diesen Gesprächen eben NICHT gebe, da sie meistens missverstanden wird. Ich kann das einfach illustrieren über ein Zitat, das ich gerne bemühe:

Kirk, Scott und Chekov begegnen auf der Brücke der Enterprise-B der Steuerfrau des brandneuen Schiffes, Demora Sulu, der Tochter von Hikaru Sulu. Nachdem sie sich über einige nostalgische Gedanken ausgetauscht haben, fragt Kirk Scotty: „Sulu. When did he find the time to have family?“ Scott antwortet ihm: „Well like you always say, if something’s important, you’ll make the time.”

Fühlt sich nun jemand angegriffen, weil er oder sie aufgrund von Kindern, Familie und Job nicht einfach die Zeit für einen Luxus wie Laufen freischaufeln kann? Ja? Genau deswegen antworte ich auf „Ich habe keine Zeit dafür“ in aller Regel nicht mit diesem Zitat. Das Problem ist nicht das Zitat. Das Zitat an sich ist wahr und weise. Denn für das, was wichtig ist, finden wir die Zeit. Die Frage ist nur: Was ist uns wichtig? Wer definiert das – und was von den Definitionen, die nicht von uns stammen, akzeptieren wir oder machen es uns gar zueigen?

Dass die Menge an Zeit, die uns zur Verfügung steht, begrenzt ist – insgesamt und jeden Tag gleichermaßen – ist ein Fakt. Was wir mit diesem wertvollen, begrenzten Gut anfangen, ist zunächst einmal unsere Sache. 

Es ist leicht, das „Aber“, das ich in dem hier begonnenen Absatz anreiße, zu ignorieren, wenn man niemanden hat, der von einem abhängig ist. Deswegen füge ich es ein. Natürlich ist unsere Verantwortung für unsere Mitmenschen, insbesondere für jene, die von uns abhängig sind, ein ganz entscheidender Faktor dafür, ob etwas „wichtig“ ist. Wir dürfen nicht vergessen, dass „wichtig“ auch in unserer von Individualismus als Wert geprägten Gesellschaft nicht allein „was ist uns nur aus uns selbst heraus wichtig“ bedeutet. Wir können das auch nicht ignorieren. Es gibt das, was uns aus uns selbst heraus wichtig ist. Es gibt das, was uns aus unserem Verantwortungsgefühl für andere wichtig ist. Es gibt auch das, was uns aufgrund dessen, dass andere, deren Meinung wir achten, Wert darauf legen, wichtig ist. Wenn wir all diese Rahmenbedingungen einbeziehen, bleibt oft wenig Zeit übrig. Das, wofür wir uns verantwortlich fühlen und der essentielle Selbsterhalt sind kaum verhandelbar. Wenn uns nach diesen beiden Punkten schon die Zeit ausgeht, geht’s an die Grundsätze, wo wir uns vielleicht für Dinge verantwortlich fühlen, die andere machen sollten. Gerade bei der Verantwortung für Kinder oder pflegebedürftige Erwachsene ist das ganz schwierig. Das nachzuvollziehen ist für mich manchmal schwer, da ich keine Kinder habe, dennoch habe ich volles Verständnis dafür, dass man damit hadert. Bei mehreren, die sich eine Verantwortung dieser Art teilen, wird’s erst recht komplex, denn hier spielt bei nicht verhandelbar zu erfüllenden Aufgaben noch die nach den Bedürfnissen richtige Verteilung eine Rolle. Weil das schwierig ist, werfe ich ungern Leuten dieses „If something’s important, you’ll make the time!“ entgegen, da es ohne die Ansage, wie viel eigentlich in dem kleinen Wort „important“, „wichtig“ drinsteckt, der Komplexität nicht gerecht wird.

Wenn allerdings nach diesem Punkt noch Zeitkontingente übrig sind, ist die Frage verhältnismäßig leicht: Ist die mündige Person, die nicht auf meine Zeit angewiesen ist, in sich selbst und ihrem Anliegen für mich wichtig genug, um meine eigenen Anliegen hintenanzustellen? An dieser Stelle gilt es, die selbst entschiedene Prioritätsliste zu akzeptieren – oder sie zu ändern. Vor sich selbst und anderen zu rechtfertigen, dass man ja die Erwartungen von Person X erfüllen muss und deswegen nicht zum Sport gehen kann, obwohl man das gerne möchte, führt nirgendwo hin. Entweder ist mir das Erfüllen der Erwartungen von Person X wichtiger, oder ich sollte es ändern.

Oft habe ich den Eindruck, dass Menschen allzu leicht die Erwartungen mündiger Personen X als „Verantwortung“ übernehmen. Die eigentliche Kunst an der ganzen Sache ist, festzulegen, was unverhandelbar wichtig aus Verantwortung für Schutzbedürftige resultiert. Das ist nämlich die Stellschraube, an der man hinterfragen kann, in wie weit „If something’s important, you’ll make the time“ es sich zu einfach macht – und in wie weit der Mensch, der keine Zeit hat, es sich zu schwer macht. Ich habe dafür natürlich keine Lösung, ich bewundere das Problem. Wobei – für mich selbst verhandle ich die Antwort ständig neu, und immer bewusster. Die Antwort besteht nämlich nicht über die gesamte Zeit, die wir leben, sondern verändert sich mit Umständen und Lebensalter.