Uff …

Heute Abend habe ich eine Sache das erste Mal gemacht. Nun nichts übermäßig Krasses oder unglaublich Neues – aber eben doch:

Als ich vor einiger Zeit mit meinen Kollegen, die auch Laufen und auch erwogen hatten, beim Campus Run teilzunehmen, über das Training sprach, kamen mehrere Dinge zur Sprache. Einer der Kollegen ist bei einer freiwilligen Feuerwehr, sehr fit, sehr sportlich. Er ist der Typus, den meine Mutter (damals bezogen auf meinen Vater und den Ehemann einer ihrer ehemaligen Studienkolleginnen) als den „verbissen asketischen“ Ausdruck charakterisierte. Als ich mit der Ansage daherkam, ich wolle die 12km in einer Stunde laufen, meinte er: 4:30/km seien schon drin. Das ist nochmal sechs Minuten schneller auf die 12km. Es entstand so ein kleines Gespräch über Training und Trainingsmethoden – eben so ein „verbissen asketisches“ Gespräch, im Duktus meiner Mutter. Unter anderem ging es dabei um die Geschwindigkeit, die ich noch zu gewinnen habe, bevor ich das 12km/h-Ziel erreicht habe. Eines der Mittel der Wahl – wissen ja die meisten Läufer unter uns – ist das hochintensive Intervalltraining. Bei mir gab es bisher meist 5-7 schnelle Phasen von je 500 Metern. Mein Kollege meinte, so richtig ziehen würden sich die schnellen Phasen erst, wenn man 1000m schnell liefe, bevor es eine Pause gäbe. Heute habe ich – da es in den Plan passte – mal damit gespielt. Ich habe mich also ein bisschen warm gemacht und bin dann sechs Kilometer gelaufen, in denen vier schnelle Phasen à 1000m mit einer gefühlt „volle-Pulle“-Leistung vorkamen. Danach war der Tank leer und ich habe ernsthaft erwogen, das Auslaufen durch ein Ausgehen zu ersetzen – also gar nicht mehr zu Laufen als „Absacker“, sondern nur noch zu gehen. So weit bin ich dann doch nicht gegangen …

Aber ich sage ganz klar: Ja. Die 1000m langen schnellen Phasen ziehen sich. Am Schluss wünscht man sich nur noch die Pause! Da ist noch einiges drin, bis ich diese Trainingsform beherrsche – es kommt wirklich auf die Länge der schnellen Phasen an. Klar, weiß man, aber es zu spüren, ist nochmal beeindruckender. Wenn allerdings alles so klappt und ich den gesetzten Trainingsreiz von meinem Körper umsetzen lassen kann, bin ich den 12km/h beim Campus Run erheblich nähergerückt.

Nebenbei: Ich habe mal irgendwo gelesen, beim Intervalltraining hießen die langsamen Phasen „Intervalle“. Das mag wohl aus dem Englischen kommen, wo dann das Wort Intervall im Sinne des Trainings mit „Pause“ konnotiert ist. Ich für meinen Teil betrachte es aus der Begrifflichtkeit der Mathematik. Ein Intervall ist eine zusammenhängende Teilmenge einer geordneten Trägermenge. Das gilt damit für die schnellen wie die langsamen Phasen. Auch wenn der aus dem Englischen kommende Sprachgebrauch für das Intervalltraining wohl die langsamen Phasen als Intervalle bezeichnet, gibt’s für mich „von der Mathematik her denkende Person“ eben gültige Begriffe von schnellen und langsamen Intervallen auf meiner Gesamtstrecke, der Trägermenge.

Genug der Besserwisserei, nun geht es auf’s Sofa, Beine hochlegen und das Intervalltraining in die Muskeln hineinregenerieren. Na hoffentlich!

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Öl ins Feuer

Ich habe mich neulich schon über den Verkehrs-Brennpunkt: Pforzheim Ost ausgelassen. An diesem Brennpunkt stockt’s im Moment weiterhin heftig, auch wenn ich das wegen der Baustellen am Stuttgarter Kreuz und im Bereich Rastatt/Ettlingen im Moment nicht so sehr wahrnehme – es geht manchmal im Rauschen unter.

Gestern allerdings nicht. Das lag aber nicht am Umfang des Staus, der war eher moderat. So gut durchgekommen sind allerdings nicht alle, ich war gestern auf der Heimfahrt spät dran und da hatten sich über 25 Minuten Verzögerung schon zu den üblichen rund 10 Minuten abgebaut. Warum also ging der Brennpunkt gestern nicht im durchaus erklecklichen Rauschen unter?

Ganz einfach: Am Montag brach sich der Verkehr nicht in erster Linie an der Verengung auf zwei Spuren vor der Raststätte Pforzheim, auch nicht am in der Senke gelegenen, sehr kurzen Beschleunigungsstreifen der Anschlussstelle Pforzheim Ost. Nein, der Verkehr brach sich an den Wiederauffahrern vom Rasthof Pforzheim. Warum das, fragen nun Kenner der Stelle. Der Beschleunigungsstreifen ist abschüssig, lang genug und der Verehr auf der rechten Spur ist auf 100km/h begrenzt. DAS sollte das geringste Problem sein. Tja, wenn es da nicht ein Problem gegeben hätte. Eine Panne, fragt Ihr? Ein Unfall?

Nein. Der Beschleunigungsstreifen war massiv verkürzt, da vier LKW – wohl, weil sie nach Stau Pause machen mussten – auf dem Beschleunigungsstreifen parkten. Es war den Einfädlern vom Rasthof völlig unmöglich, auch nur vage genug zu beschleunigen, um in den Verkehr einzufädeln, da mehr als die Hälfte des Streifens von LKW blockiert wurden. Diese LKW ersetzen einen Regelverstoß – nicht Pause machen – durch einen anderen: Auf dem Beschleunigungsstreifen parken. Ganz unabhängig von der zu geringen Verfügbarkeit von Ruheplätzen für den ausufernden Fernlast-Verkehr auf der Straße, den ich durchaus einsehe: Wie kann das sein? Wird dieses Verhalten toleriert? Oder wird es einfach nur nicht überprüft? Denn so gesehen legen die LKW, die auf dem Beschleunigungsstreifen parken, durch die resultierende Verkehrsbehinderung die Basis für ein weiteres Stauen, das wieder den Rastplatz überfüllt … und wieder LKW „zwingt“, illegal und ÜBERAUS stark verkehrsbehindernd auf den Zufahrten, Verzögerungs- und Beschleunigungsstreifen der Raststätten und Parkplätze zu halten und somit neue stauerzeugende Behinderungen zu bilden …

An dieser Stelle steigt mein Kopf leider noch nicht ganz aus. Offenbar wird die nach dem Vergehen durch den Fahrtenschreiber nachweisbar nicht gemachte Pause so viel effizienter geahndet als das durchaus recht stark geahndete Erzeugen von Behinderungen und Gefährdungen in der akuten Situation, dass das Verhalten der Brummis rational ist, um Strafen in einer nicht ohne Vergehen zu meisternden Situation zu minimieren. Jetzt kommt die Stelle, an der mein Kopf fragt: Wieso wird akute Verkehrsbehinderung und Gefährdung so wenig bemerkt?

Guckt der Staat weg, weil er seinen Ausbaustau kennt und dahingehend weiß, dass die Brummis keine andere Wahl haben? Wird dann abgewogen, dass man halt mit weniger Leuten und weniger Ärger die mangelnden Pausen nachweisen kann und sich nicht um zeitnahen Ausbau der Parkplätze kümmern muss? Wäre eine Erhöhung der LKW-Maut und daraus finanzierter Ausbau des Netzes auf den – dann durch finanziellen Eingriff reduzierten Bedarf – nicht sinnvoller und konsistenter mit den erklärten ökonomischen und ökologischen Zielen der Regierung? Am Ende noch kombiniert mit Alternativen, die entweder schneller und flexibler oder kostengünstiger sind – doppelten Anreiz verlange ich ja gar nicht …

Fragen über Fragen. Keine Antworten.

Aber vermutlich darf ich als Langstrecken-Auto-Pendlerin solche Fragen nicht stellen, da ich zu den „Bösen“ gehöre, die den Bedarf hochschrauben.

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Inspiration und Mut

Wo ist das Problem damit, Dinge nach außen zu tragen, die einem viel bedeuten?

Die Antwort auf diese Frage ist verhältnismäßig einfach: Alle können es sehen, lesen, hören – und darüber urteilen. Sie können einem sagen, was daran schlecht ist, wie man es umgesetzt hat. Viel schlimmer noch, etwas nach außen zu tragen, was einem viel bedeutet, und dann kommt eine Resonanz, dass diese Geschichte, diese Vorstellung peinlich, seltsam oder anderweitig nicht akzeptabel sei … das tut dann weh.

Aber ich habe ein Buch geschrieben, ich habe mich also damit befasst oder auch mich damit befassen müssen. Nun schwirren, wie ich vielleicht schon das eine oder andere Mal zum Ausdruck gebracht habe, noch viel mehr Ideen in meinem Kopf herum: Ideen zu Figuren, Geschichten, Orten … Welten. Eine davon habe ich in den letzten Tagen zwei Menschen erläutert, zwei Freundinnen erläutert, die vorher noch nicht so viel davon wussten. Beide waren fasziniert, begeistert und eine davon meinte, ich solle doch DARÜBER ein Buch schreiben.

Konkret geht es dabei um eine Vorstellung, die in meinem Kopf, in meinen Gedanken, unter dem Label „Der Park“ firmiert. Was also ist nun „der Park“? Kurz gesagt: Ein abgegrenztes, nicht gerade kleines Areal, in dem die Regeln des Zusammenlebens ein bisschen anders sind als überall drum herum. Natürlich ist der Park selbst fiktiv – die Idee kam mir damals, als ich ein paar meiner „nicht eingeordneten Vorstellungen“ beheimaten wollte und kurz vorher den Film „The Village“ gesehen hatte. Ganz so strikt wie jenes wiederauferstandene Gründerväter-Dorf in „The Village“ ist der Park nicht von der realen, normalen Welt abgegrenzt, und erst recht ist er nicht so thematisch korrekt. Aber sehr ernst nehmen die Initiatoren, Gründer und Bewohner des Parks das Projekt auch. Überaus ernst sogar! In diesem Szenario einer zwar mit der normalen Welt verbundenen, aber nach anderen Regeln laufenden, kleinen Welt habe ich etliche Geschichten angesiedelt, die ich auch in wundervollen interaktiven Spielen – Rollenspielen – mit den Charakteren besonders eines Freundes angereichert habe.

Nun raten mir Freunde – unter anderem auch derjenige, der recht tief mit in den Park einsteigen durfte – ein Buch aus den Geschichten im Park zu machen. Vielleicht auch mehrere. Auch mein Eindruck ist es, dass die Geschichte gut ankommt, etwas originales ist, interessante Charaktere mit einem spannenden Plot verbindet.

Das einzige Problem (neben der Zeit, die man natürlich für ein solches Projekt braucht) ist nun: Viele der Gestalten im Park sind unheimlich nahe an mir dran, verkörpern sehr direkt und explizit Eigenschaften, Persönlichkeitsteile, Ereignisse und Geschichten, die zu mir gehören. Ich würde sogar noch weiter gehen: Das sind Dinge, die „Ich“ sind. Aber ich glaube, ich werde es dennoch oder vielleicht gerade deswegen tun – mindestens die erste, kurze, recht kompakte Geschichte im Park in ein kleines Büchlein packen und schauen, was passiert.

Das Gefühl dabei auszudrücken, ist nicht so einfach. Andererseits vielleicht doch: Es gibt da im Titel „Standing“ meiner Lieblingsband VNV Nation eine Zeile, die (ein wenig auf meine Situation gemünzt und vielleicht auch ein ganz kleines Bisschen aus dem Zusammenhang):

„I bear my heart for all to see.“
VNV Nation – Standing

Ja. Das tu‘ ich. Und seit ich gelernt habe, das mit meinem Gefühlen und Gedanken zu tun, so ab Mitte 20 für mehr und mehr Bereiche meines Lebens, geht es mir besser als früher. Wahrscheinlich sollte ich nicht zweifeln an dem Weg, den Park mit all seinen Gestalten öffentlich zu machen. Denn wie diese Zeile so viel in mir berührt, hat genau das zu tun mir so viel mehr Lebensqualität gebracht, auch wenn die damit erzeugte Haut dünner und verletzlicher ist als der dicke Panzer von vorher.

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Durchhängen

Was tut man, wenn die Woche gar nichts hergegeben hat?

Man legt sich auf die erste Gelegenheit einer Art von Liege, am Rhein, und schaut, dass es besser wird. Dieser Baum, geglättet und entfärbt vom Wasser des Rhein, entblößt vom hitze- und trockenheitsbedingten Tiefstand des Flusses, war diese erste Gelegenheit. Der eine oder andere hat die müde Bloggerin auf dem drachenkopfförmigen Holzstück auch gleich fotografiert … und so liege ich da und erhole mich in eine bessere, neue Woche hinein.

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Wenn es einfach nicht geht …

Vergangene Woche war eine regelrecht verlorene Woche für mich. Das ist um so schlimmer, da ich viel zu tun hatte und manche Dinge einfach nicht getan werden konnten – an vielen Stellen.

Es ist seltsam, das so offen zu schreiben, aber manchmal ist es einfach so: Es ist nicht unbedingt die Hitze. Es ist irgendwie die Gesamtheit der Dinge, und plötzlich, nach einem verlängerten Wochenende, das man eigentlich als eine Erholung designt und umgesetzt hatte, schlägt es zu: Man schläft schlecht, denkt über Dinge nach, über die man nicht nachdenken muss und nicht sollte, kann sie aber nicht wegschieben. So sehr man es trainiert hat, manchmal geht es einfach nicht. Dann kommt es, dass man nicht so gut schläft. In einer Woche, in der nicht all zu viele Dinge miteinander kollidieren, kann man das noch irgendwie auf die Reihe bekommen, den Schlaf nachholen, irgendwas absagen. Aber wenn auch das nicht geht, auch das den Geist zurückholende Laufen aussetzen muss, weil der enorme Verkehr auf der baustellenverseuchten Pendelstrecke einfach die Zeitslots dafür raubt, dann kann es eskalieren. Plötzlich fehlt noch eine Nacht, dann kommt der brüllende Kopfschmerz, und plötzlich sagt der Körper, ohne jegliche Widerworte zuzulassen: „Stopp!“

Das hat die Stille hier, aber noch viel mehr „Ausfälle“ im Rest meines Lebens am Ende der vergangenen Woche ausgelöst. Ich hatte drei schlafmangelbehaftete Tage sehr viel zu tun, dann hatte ich zwei Tage Kopfschmerzen, Schwindel und schmerzbedingte Übelkeit. Da vergeht einem nicht nur die Lust zu bloggen, sondern man hat auch keine Zeit und keine Kraft – und für andere Dinge fehlen auch Lust, Zeit und Kraft. Vermutlich muss man das dann einfach akzeptieren, sich der Kopfschmerzen wegen krankmelden und im Bett liegen, bis es besser ist. Genau das habe ich getan – verbunden damit, noch zwei, drei Albträume zu haben – einmal mischte sich das Bild der beiden Stoff-Mäuse und des Stoff-Tigers, die in unserem Ehebett sitzen, mit den Erinnerungen an die Medienberichte vom Brand des Grenfell-Towers, das andere Mal versuchte ich verzweifelt, nur mit dünner Frischhaltefolie bespannte Holzfenster unserer Wohnung, die noch dazu seltsam nach außen gedreht waren, gegen ein Gewitter mit Tornado zuzuhalten. Besten Dank auch, Unterbewusstsein, Botschaft verstanden: Die beiden Kopfschmerztage und das damit verbundene im Dunkeln liegen und nichts tun waren also nötig.

Nun werde ich diese Nacht hoffentlich wieder gut schlafen, auch ansonsten geht es mir besser. All die nachzuholenden Dinge sind natürlich noch nachzuholen – aber wenn ich nun schaffe, mich entsprechend durch den Verkehr zu wühlen, dass zumindest alle zwei Tage eine kurzer Lauf drin ist, wird es nicht wieder vorkommen.

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Drehwurm

Was macht denn „The Highway Tales“ auf dem Arbeitsweg am Bulacher Kreuz (L605 verknotet mit K9657 „Südtangente“)?

Äh. Google Maps hat noch immer nicht verstanden, dass die Anschlussstelle Karlsruhe Süd gesperrt ist, zumindest aus Richtung Süden auf die B3 und in Richtung Norden von der B3. Daher leitet es mich noch immer in den Stau auf der B3 zwischen Anschlussstelle Karlsuhe Süd und Anschlussstelle Ettlingen, da auf dem Teilstück auf der A5 fast nichts mehr los ist – der Rückstau der Baustelle und die Probleme in der Verengung auf zwei Fahrstreifen ab Anschlussstelle Rastatt Nord Richtung Frankfurt ist da längst abgehandelt. Als mir klar wurde, dass ich laut Routenplan in Karlsruhe Süd auf die A5 sollte, bin ich dann doch lieber auf den Zubringer gefahren, also auf die L605 Richtung Karlsruhe, um dann über die Südtangente zur Anschlussstelle Karlsruhe Mitte und dann über das Karlsruher Dreieck …

Lange Rede, kurzer Sinn:
Ich bin von hinten durch die Brust ins Auge auf die A8 Richtung Stuttgart gefahren – und diese Methode führt über das Bulacher Kreuz.

Nun ist aber auch am Bulacher Kreuz gerade eine Überleitung in Bau. Welche, fragt Ihr? Nun ja, wenn ich die von der L605 Richtung Norden auf die Südtangente Richtung Ost brauche, welche wird dann gerade in Bau sein? Na? Genau. Die Überleitung von der L605 Richtung Norden auf die Südtangente Richtung Osten. Allerdings kommt mir hier zupass, dass das Bulacher Kreuz zwar eine Landes- und eine Kreisstraße miteinander verknotet, aber eben doch als die beliebteste (süd?-)deutsche Autobahnkreuzform realisiert ist: Das Kleeblatt. Das Kleeblatt hat nämlich den Vorteil, dass man auf einem Kleeblatt drehen kann – die Geschwindigkeiten und der Platzbedarf sind nicht optimal, aber die Redundanz der Wege.

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Hier sehr Ihr als blaue Linie mit Pfeil drauf, wie ich fahren wollte. Die rote Schraffur deutet an, welche Überleitung gesperrt ist.

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Und hier seht Ihr als rote Linie mit Pfeilen drauf, wie ich dann tatsächlich gefahren bin. Erstmal an meiner (gesperrten) Überleitung vorbei, dann rechts ab auf die Überleitung Richtung Landau. Wie das bei einer planfreien Kreuzung so ist, dreht man dabei nicht 90° nach links, wenn man von Nordrichtung auf Westrichtung umschwenkt, sondern 270° nach rechts. Dann ging’s auf der Südtangente unter der L605 durch, zurück hoch auf die L605 Richtung Süden (wieder 270° nach rechts statt 90° nach links), über die Südtangente drüber, von der L605 Richtung Süden runter auf die Südtangente Richtung Osten (270° nach rechts, Ihr wisst schon … ) und dann unter der L605 durch.

Ich habe also 810° nach rechts gedreht, um an drei Stellen jeweils 90° nach links zu drehen, statt an einer Stelle 90° nach rechts zu drehen …

Ein Hoch auf planfreie Kreuzungen in Kleeblatt-Bauweise!

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Auto- und Technikmuseum Sinsheim

Ich bin in der Nähe von Heilbronn aufgewachsen, und als Kind war ich mit meinen Eltern und Großeltern recht häufig im Auto&Technik-Museum in Sinsheim. Besonders fasziniert hat mich damals „The Blue Flame“, vor der Ihr mich auf dem Titelbild dieses Beitrages sehen könnt. Dieses Fahrzeug – raketengetrieben, übrigens – hat einen Geschwindigkeitsrekord auf dem Salzsee in Utah aufgestellt, der aber längst wieder eingestellt wurde. Wie ich als Kind dieses schnittige Fahrzeug bewundert habe – ich konnte stundenlang dort stehen und es anschauen.

Natürlich gibt es dort auch noch viel, viel mehr. Aus der Militär- und Cadillac-Halle habe ich keine Bilder mitgebracht, auch wenn ich am rätseln war, welches der Fahrzeuge Nick Knights „Auto mit dem größten Kofferraum überhaupt“ am nächsten kam. Aber untenstehend habe ich dann doch ein paar Bilder aus und über der anderen Halle eingefügt:

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Ein Fiat-Erzeugnis, aber keines zum Fahren. Das konkrete Exemplar gehörte über Jahre zur deutschen Luftwaffe. Mir persönlich imponieren vor allem die schnittigen Formen und die Ansaugung unter dem Cockpit.

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Die DeHavilland Venom imponiert durch einen Gabelschwanz analog zur Lockheed P-38 „Lightning“, einer ungewöhnlichen Form, die ich aber auch überaus schnittig finde. Der Verwendungszweck der beiden Flugzeuge sollte klar – und nicht erwünscht sein, aber die Formen sind wirklich schnittig!

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Was Ihr hier seht, ist keine Lokomotive, sondern ein Schiffsdiesel mit hunderten Litern Hubraum. Beeindruckende Maschine, ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es klingt, wenn das Ding neben einem läuft!

Dazu kommen nun die Highlights: Die Tupolew Tu-144, die sowjetische Antwort auf die Concorde. Ein Exemplar dieser Passagiermaschine steht – neben oder eher vor der Concorde auf dem Dach der einen Halle. Zu sehen unter diesem Absatz sind ein Blick ins Cockpit und ein Blick auf die Triebwerksauslässe:

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Sehr deutlich zu sehen – finde ich – ist das enorm flache Profil der Flügel. Das ist nötig, um den geringen Luftwiderstand für den Überschallflug zu erreichen und die Aerodynamik auch bei hoher Geschwindigkeit für einen Flug herzustellen. Problem dabei ist natürlich, dass die Maschinen recht hohe Startgeschwindigkeiten haben müssen und außerdem hohe Anstellwinkel beim Start brauchen. Daher stehen die obige Tu-144 wie auch die Concorde mit steil erhobenen Nasen auf dem Dach des Museums. Unten nun die Concorde, mit Cockpit und Triebwerksauslässe:

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Da ich mit Staunen und Gucken beschäftig war, habe ich nicht viele Bilder geschossen – für meine Verhältnisse eine Menge, aber insgesamt doch eher wenige. Es war wundervoll nostalgisch, zugleich auch neu und interessant, all die Dinge, von denen ich viele von früher kannte, mit neuen, erwachsenen, weitergebildeten Augen zu sehen. In der Concorde ergab sich auch gleich noch eine Debatte mit einem anderen Besucher über Strahlenbelastung in der Höhe, die recht schnell, von meiner Schwester mit Grinsen kommentiert, in Richtung Teilchenphysik und Neutrinos abglitt – und NEIN, ich war nicht diejenige, die da hin steuerte!

Zu guter letzt nochmal die glückliche Bloggerin (oder Blogsie) vor „The Blue Flame“, was Ihr auch schon als Titelbild gesehen haben könntet:

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