Die Saisonplanung hat begonnen

Gerade erst habe ich die Saison 2019 für beendet erklärt, da beginne ich schon mit der Planung der Saison 2020. Wie schon geschrieben beginnt die Laufsaison 2020 für mich am dritten Advent, also am 15.12.2019. Die Winterlaufserie in Rheinzabern mit 10, 15 und 20 Kilometern ist der Auftakt.

Danach ist im Moment noch einiges ungewiss. Natürlich möchte ich wieder 4-6 Läufe des nunmehr zweiten Regio Cups Karlsruhe absolvieren. Das setzt schon ein paar Fixpunkte im Kalender. Ebenso sind der Köhlbrandbrückenlauf und der Badenmarathon gesetzt. Für beide habe ich mir Freistarts erlaufen, Platz 2 beim Köhlbrandbrückenlauf für ersteren, Regio-Cup-Teilnahme für letzteren. Damit stehen schon neun bis elf Veranstaltungen fest. Vermutlich kommt noch Staffel oder Halbmarathon in Freiburg dazu, anvisiert ist zudem der Volkslauf in Bliedersdorf, wo gute Freunde von mir wohnen. Auch die Badische Meile will ich gerne wieder laufen. Wenn das alles ohne Terminkollisionen läuft, ist es schon ein ziemlich straffes Programm. Nicht ganz so krass wie dieses Jahr, freilich, aber da poppen dann sicher wieder solche Aktionen wie der Altstadtlauf in Ettlingen, der Speckkälblelauf in Würmersheim und der Stadtwerkelauf in Karlsruhe auf.

Über Mangel an Auswahl kann ich mich also nicht beklagen. Dass ich den Mannheimer Dämmermarathon und den Hella Hamburg Halbmarathon gedanklich schon gestrichen habe, kann man vernünftig nennen – oder als einen Tropfen auf den heißen Stein empfinden.

Mal sehen, was draus wird, wenn ich das alles in den Kalender eintrage. Es wird auch eine Übung in Priorisierung und dem Einpassen erforderlicher Ruhe- und Wiederaufbauphasen in die Pläne. Ich bin gespannt!

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Die Fahrtunterbrechung

Wenn man in der Stadt arbeitet und in der Peripherie wohnt, hat man oft den Komfort, dass wichtige „lokale“ Dinge im Ort erledigt werden können – zum Beispiel sitzt mein Hausarzt bei mir im Ort, ebenso gibt es Bäcker, Metzger und Supermarkt vor Ort. Auch ein Café, sogar mit Rösterei, haben wir hier. Andere, zentralere Services kann ich in der Stadt abrufen, vor oder nach der Arbeit, manchmal auch in der Mittagspause: Laufladen, Asia-Laden, Elektronik-Markt …

Wenn es aber an spezialisierte Ärzte geht – in meinem Falle: Frauenärztin und Gastro-Enterologin – ist das nicht mehr so einfach. Insbesondere meine Gynäkologin möchte ich nicht in Karlsruhe haben, das ist mir zu weit. Da bin ich nämlich einmal im Vierteljahr. Im Ort selbst gibt’s aber keinen Frauenarzt – meine Ärztin hat ihre Praxis eine Station vor daheim. Das bedingt dann immer eine Fahrtunterbrechung. Da ich nie so genau weiß, wie lange es mit Rezept oder Untersuchung dauert, kann ich das schlecht in den 20-40-Minuten-Rhythmus der Bahnen von Karlsruhe nach Hause einbauen, zumindest nicht in vorhersagbarer Weise. Wenn’s gut läuft, laufe ich einfach von dort heim, das erfordert aber Organisation. Besonders kompliziert wird’s, wenn ich von der Arbeit zur Gynäkologin und danach zum Fitnessstudio will.

Gestern habe ich mich da von meinem Mann bei der Praxis mit dem Auto abholen lassen und danach sind wir gemeinsam mit dem Auto zum Studio und wieder heim gefahren. Außerhalb der Stadt ist das Auto manchmal doch ein erheblicher Vorteil. Täglich in die Stadt fahren will ich aber partout nicht mehr.

[KuK] Sub-40 Sub-40

Den kleinen Gag konnte ich mir nicht verkneifen. Ich wollte die 40 Minuten auf 10 Kilometer noch vor meinem 40. Geburtstag unterbieten.

Ich habe es auch geschafft, beim Hardtwaldlauf.

Sub-40 Sub-40 eben. Gerne auch Sub-40 hoch 2. Freilich ist Sub-40 Super-40 die größere Leistung, also unter 40 Minuten auf 10 Kilometer mit mehr als 40 Jahren. Aber es noch vor dem 40. das erste Mal zu schaffen, das war ein zeitbegrenztes Ziel.

Gewonnene Schuhe

Meine neuen Trail-Sauconys stehen auf meinen alten, ziemlich am Ende ihres Lebenszyklus befindlichen Saucony RideIso.

Beim Regio Cup gab es für mich einen Schuhgutschein – ein kostenloses Paar Saucony Laufschuhe. Eigentlich wollte ich die Saucony RideIso ersatzlos streichen, aber in den letzten Wochen, vor allem nach dem Marathon, kam ich davon ab. Zudem hatte ich mich bei der Wanderung im Murgtal aus Mangel an Profil unter meinen Schuhen mal auf den Hintern gesetzt.

Also ging ich sofort drauf ein, als Petar vom Rennwerk mir statt des Ersatzes der alten RideIso durch neue RideIso die oben gezeigten, wasserfesten, trail-profilierten Schuhe hinstellte. Sobald die alten Sauconys „fertig“ sind, werden dann wohl im Winter gerne die neuen Trail-Schuhe benutzt. Beim Probelaufen auf einem vom eigenen Laufen gesteuerten Laufband beim Rennwerk und einem Spaziergang durch den Schlossgarten danach fühlten sich die neuen Schuhe schon angenehmer an als die alten – es könnte doch etwas werden – oder bleiben, mit mir und Saucony. Die gezeigten Peregrine 8 Ice jedenfalls mag ich gerne! Das ändert nichts an meiner gestählten Liebe zu den Altra Escalante und der neuen Liebe zu den Mizuno WaveShadows sowie meiner innigen Beziehung zu meinen FiveFingers … aber … wie gesagt: Es könnte auch etwas bleiben mit mir und Saucony, so wie sich das anfühlt. Nur die Kinvara 9, die waren ein tolles Experiment, aber die WaveShadows sind mir lieber.

Was wäre gewesen, wenn…

Der Regio Cup hat mich ja schon ganz schön beschäftigt. Vor dem Hardtwaldlauf habe ich Szenarien durchgespielt, gerechnet und geschaut. Ich wollte nicht allzu enttäuscht sein, wenn meine Führung nicht zu einem Sieg würde, also habe ich mir überlegt, was hätte sein können.

Die Ausgangsposition war: 1948 Punkte hatte ich aus vier Wertungsläufen, 1929 hatte Christine Holdermann ebenfalls aus vier Wertungsläufen. Emma Simpson-Dore lag bei 1457 Punkten aus drei Wertungsläufen. Christine Holdermanns schlechterer Zehner waren 472 Punkte, also Potential, sich um 28 Punkte zu verbessern. Bei mir waren’s nur 12 Punkte, der schlechtere Zehner hatte mir 488 Punkte gebracht. Folgende Szenarien wären also möglich gewesen:

  • Emma oder Christine (oder beide) erreichen nach Altersbereinigung Zeiten, die mehr als 1,25% schneller als meine altersbereinigte Zeit sind. Dann hätten sie drei Punkte mehr als ich erzielt und mich an Punkten überholt. Voraussetzung hierfür wäre gewesen, dass keine andere Frau (altersbereinigt) mehr als 3,75% schneller ist als die beiden – denn 491 Punkte hätten beide mindestens gebraucht, um mich zu überholen.
  • Ich trete nicht an oder bin so langsam, dass das obige Szenario eintritt, aber eine schnellere Frau ist dabei und setzt dadurch Emmas und Christines Punkte unter 491 – damit wären meine schon sicheren Punkte aufgewertet worden.
  • Ich bin aus eigener Kraft schnell genug, um weniger als drei Punkte auf Emma und Christine zu verlieren – und gewinne aus eigener Kraft.
  • Das vierte – und wahrgewordene Szenario ist eine Kombination aus dem zweiten und dem dritten – ich hätte es auch aus eigener Kraft geschafft, aber eine sehr schnelle Frau stellt sicher, dass ich auch dann gewonnen hätte, wenn ich nicht so schnell gewesen wäre.

Tatsächlich sah es nun so aus:

  • Melina Wolf in 36:50 (Altersbereinigt: 36:50) – 500 Punkte
  • Sophia Kaiser in 38:18 (Altersbereinigt: 38:18) – 490 Punkte
  • Talianna Schmidt in 39:58 (Altersbereinigt: 38:46) – 487 Punkte
  • Emma Simpson-Dore in 38:28 (Altersbereinigt: 39:28) – 483 Punkte
  • Christine Holdermann 45:33 (Altersbereinigt: 40:10) – 478 Punkte

Der Einfachheit halber habe ich für das Regio Cup Ergebnis nicht relevante Läuferinnen ausgelassen. Man sieht also: Ich hab’s geschafft. Hätte ich es aber auch geschafft, wenn Melina und auch Sophia nicht dabei gewesen wären? Die kurze Antwort hierauf ist: Ja! Da ich in der altersbereinigten Liste Dritte wurde und deren „Reihung“ sich auch ohne Melina und Sophia nicht verändert hätte, hätte ich 500 Punkte bekommen. Die hypothetische Liste ohne Sophia und Melina hätte so ausgesehen:

  • Talianna Schmidt in 39:58 (Altersbereinigt: 38:46) – 500 hypothetische Punkte
  • Emma Simpson-Dore in 38:28 (Altersbereinigt: 39:28) – 495,5 hypothetische Punkte
  • Christine Holdermann 45:33 (Altersbereinigt: 40:10) – 491 hypothetische Punkte

Ich hätte also die Punktewertung auch aus eigener Kraft gewonnen! Wem das nun alles „spanisch“ vorkommt, dem möchte ich noch eine Sache an die Hand geben, die mich auch etwas stolz macht: Nimmt man die vier schnellsten (nicht altersbereinigten) Zeiten im Regio Cup von Emma und mir zusammen, kommt Emma auf eine Zeitsumme von 3:53:00 und ich auf eine Zeitsumme von 3:51:25. Für Christine Holdermann habe ich das nicht ausgerechnet, aber ihre Zeitsumme dürfte deutlich höher liegen. Im „Fernduell“ Halbmarathon in Philippsburg (Emma) gegen Halbmarathon in Hambrücken (Talianna) habe ich fast 3:30 Vorsprung gehabt in der Zeitsumme, so dass meine Zeitsumme kleiner bleibt, obwohl ich im direkten Vergleich der unbereinigten Zeit gegen Emma in Rüppurr, Neureut und im Hardtwald jeweils verloren habe – aber halt nur einmal 50 und zweimal 30 Sekunden.

Man kann’s auch zerrechnen, nicht wahr?

Regio Cup Finale: Der Hardtwaldlauf in Karlsruhe

Am heutigen Vormittag fand der finale Lauf des ersten Regio Cups Karlsruhe statt: Der Hardtwaldlauf. Zehn Kilometer war der Wertungslauf lang, dazu wurden fünf Kilometer und Kinderläufe über Distanzen im Bereich einiger hundert Meter angeboten. Für mich war natürlich klar, ich würde den Zehner laufen. Zwar hatte ich meine vier Wertungsläufe beim Regio Cup schon zusammen, aber den schlechteren Zehner mit 488 Punkten ein bisschen verbessern, das wäre schon schön gewesen. Je nach den Leistungen der Konkurrenz hätte es auch nötig sein können, um meine Führung in einen Sieg zu verwandeln. Das war die Ausgangssituation.

Ich hatte mir also drei Ziele definiert: Podium beim Hardtwaldlauf (1), neues Personal Best auf 10km mit unter 40:00 (2) und Sieg beim Regio Cup (3). Zwei meiner Anfeuerer, die schon in Philippsburg und beim Köhlbrandbrückenlauf dabei waren, waren extra für den Hardtwaldlauf angereist, so fuhren wir zu viert nach Karlsruhe, parkten gegenüber dem Wildparkstadion auf dem Birkenparkplatz und beschafften meine Startnummer. Ich hatte die Nummer 2 bekommen! Nun galt es noch zu checken, wer so alles laufen würde. Zu den Voranmeldungen, die man zuvor im Internet nachlesen konnte, kamen tatsächlich noch einige Leute. Waren in der Voranmeldeliste nur drei Namen von der LG Region Karlsruhe vertreten, so sah man doch zu viele rote Jacken … und siehe da: Melina Wolf war da, ebenso Sophia Kaiser, Emma Simpson-Dore, Johanna Flacke, Sarah Hettich – alles Leute, die ich auf verschiedenen Strecken schon als sehr schnell erlebt hatte. Ich ging einfach mal hin und erfuhr, dass Melina und Sophia, genau wie Emma und ich, den Zehner laufen würden. Im Grunde war an dieser Stelle klar, dass meine in früheren Läufen erlaufenen Punkte für den Regio Cup wertvoller wurden – durch die superschnelle Melina würde es für die anderen nicht viele Regio-Cup-Punkte zu holen geben.

Der Start beim Hardtwaldlauf. (Foto: Norbert Raufer)

Nach netten Gesprächen mit vielen Leuten aus meinem Umfeld und von der LSG Karlsruhe und der LG Region Karlsruhe ging es dann an den Start. Auf den ersten anderthalb Kilometern hielt ich mich an Melina und Sophia, im festen Wissen, da früher oder später abreißen lassen zu müssen. Aber es ging ganz gut. Das war schon ziemlich ermutigend! Doch dann wurde es etwas zäher, ich verlor ein bisschen an Boden auf die beiden, dann war Emma neben mir. Ich ließ sie allerdings wieder hinter mir, zuversichtlich, einen 3:55er-Schnitt durchlaufen zu können.

Hier sah noch alles gut aus. (Foto: Norbert Raufer)

Vielleicht hätte ich das auch tun können! Aber bei 5,5 Kilometern setzten Bauchschmerzen ein! Ich vermute in der Retrospektive, die verzögernde Wirkung der Haferkleie des Frühstücks am Samstag zusammen mit dem reichlichen Sushi-Carboloading am Samstagabend machten meinem Bauch schwer. Ich hatte zu beißen, körperlich, aber auch mental. Vermutlich hat mich der Bauch so fünf Sekunden pro Kilometer gekostet, die daraus resultierende Unlust eher sowas wie zehn Sekunden, zumindest fühlte es sich so an. Um die Markierung „acht Kilometer“ herum zog Emma an mir vorbei, erwartungsgemäß in dieser Situation. Wäre ich fit gewesen, wäre das vielleicht später gekommen – und wahrscheinlich hätte ich dann dranbleiben können. So verlor ich langsam, aber sicher Meter um Meter auf Emma und raffte nochmal alle Kraft zusammen, mich auf die letzten anderthalb Kilometer zu pushen. Die „Sub-40“ sah ich längst schwinden, das Podium war weg, aber wenigstens der Regio Cup …

Bauchweh! Ich leide … im Hintergrund läuft leichtfüßig Emma Simpson-Dore an, mich zu überholen. (Foto: Norbert Raufer)

Dann bog ich auf die Zielgerade. Petar vom Rennwerk und Nobse von den Sport Löwen brüllten mir Kraft zu, die Bruttozeitanzeige war noch von Bäumen verdeckt – dann kam sie in Sicht. Die Zehnerstelle bei den Minuten war eine 3! Dann die Einer, eine 9 – und die Sekunden: Weniger als 50! Ich streckte mich – Sub-40 war in Reichweite! Mein Mann, meine beiden Besucher aus Unkel bei Bonn, zwei liebe Freunde vom Trek Monday, alle waren da! Ich rannte unter dem Zielbogen durch, wurde beruhigt, ich sei durch, ich müsse nicht mehr weiterlaufen … die Startnummer wurde mit dem Barcode abgescant. Ich fiel auf die Bierbank hinter dem Ziel und realisierte irgendwann, dass ich vor lauter Aufregung auf der Zielgeraden die Bauchschmerzen vergessen hatte und sie nun weg waren. Überall waren liebe Leute – meine Anfeuer-Fans, Mitläufer, Bekannte! Ein paar Minuten war ich noch in der Schwebe, dann war klar: 39:58 war meine Zielzeit. Sieben Sekunden besser als in Neureut, neues Personal Best, unter 40 Minuten!

Die letzten Meter! Zielgerade! (Foto: Holger Stahlmann)

Unter dem Strich war es dann: Vierte beim Hardtwaldlauf insgesamt, beste Seniorin (nicht nur in der Altersklasse W40, sondern insgesamt Beste über 30 Jahren), 39:58 und den 1. Regio Cup Karlsruhe mit acht Punkten Vorsprung vor Emma Simpson-Dore gewonnen.

Eine glückliche Siegerin – erster Regio Cup Karlsruhe, das Podium hinter weiteren aus den ersten zehn. (Foto: Norbert Raufer)

Blanker Wahnsinn, diese Saison – mit dem Hardtwaldlauf habe ich auf allen Strecken, die ich dieses Jahr mehr als einmal gelaufen bin, mein jeweiliges Personal Best zweimal verbessert. Die Saison 2019 ist damit um. Nun wird die Planung für die Saison 2020 beginnen.

Preise und Urkunden. Die neuen Sauconys habe ich mir direkt am verkaufsoffenen Sonntag in Karlsruhe von meinem Regio-Cup-Sieggutschein beim Rennwerk geholt. (Foto: Talianna Schmidt)