[KuK] Seminar

Der Seminarraum des ILBP im Detail. Stühle aus Brick, round mit Flossen und Sitzen, Tische aus Panels und Slope Curved, das Pult aus Brackets und Slope Round… und der Bildschirm aus großen, schwarzen Tiles.

…irgendwie liegt mir auf der Zunge: Nothing fancy, but who cares? Detail-Renderbild aus dem Entwurf des ILBP-Gebäudes auf Wunsch eines geschätzten Lesers!

Wo die Betreiber von LAToyA arbeiten…

Der Lego-Teilchenbeschleuniger „LAToyA“ bekommt ja gerade sein Upgrade auf die beiden gegenläufig betriebenen Ringe, dazu werden die zwei bestehenden Experimente erweitert und drei neue aufgebaut… da stellt sich natürlich die Frage, wo all die Leute, die den Beschleuniger betreiben, all die Daten aufnehmen und auswerten sowie den Strahlen- und Arbeitsschutz an der Anlage überwachen, diesen Aufgaben nachkommen. Klar, alle haben den Kontrollraum im Zentrum der Anlage gesehen, aber da hält man keine Besprechungen ab, Vorlesungen oder Vorträge hält man dort auch nicht – und im Inneren der Anlage sitzt man auch nicht mit einer Tasse Kaffee am Kontrollpult und schreibt statistische Datenanalyse der in „PASTA CoDe“ gefundenen Teilchenjets. Dafür braucht es andere Räumlichkeiten. So ganz nebenbei kann es in so einer Beschleunigeranlage natürlich Aktivierung von Bauteilen und sogar der Luft geben, am Transmutations-Forschungsreaktor „FaNTASy“ sind auch anderweitige Kontaminationen möglich. Deswegen braucht es auch einen Übergang von den nicht dem Strahlenschutz unterworfenen Büro-Arbeitsplätzen mit Hand-Fuß-Monitor, Messgeräten, für alle Fälle einer Dekontaminationsdusche…

Genau dieses Gebäude habe ich mal vorab entworfen. Ob und wenn ja, wann dieses Gebäude dann aufgebaut und an den Beschleuniger angebaut wird, steht bisher noch in den Sternen. Aber toll fände ich es schon!

Frontansicht des Instituts für Lego-Beschleuniger-Physik ILBP. Die grauen Segmente deuten die Wand der Beschleunigerhalle an, durch die der Bürokomplex gewissermaßen hindurchragt.

Mit dem Grünfläche vor den Räumen des ILBP (Institut für Lego-Beschleuniger-Physik) bin ich noch nicht zufrieden – irgendwie ist es gar nicht einfach, die richtigen Lego-Pflanzen zusammenzustellen. Es gibt zu viele Möglichkeiten und dann doch wieder bei manchen der richtig schönen Pflanzen keine zusammenpassende Farbauswahl. Also hab‘ ich die drei verworfenen Versuche der Begrünung erstmal weggelassen.

Ein wenig habe ich in den Büros im EG der Büroräume auch den individuellen Charakter, den Büros oft haben, berücksichtigt – der stellvertretende Betriebsleiter und Strahlenschutzbeauftragte sitzt in dem Büro mit dem grauen Ecksofa vorne links im Bild, das Büro mit dem Einsame-Insel-Wandbild gehört einer der Physikerinnen aus dem Betriebsteam. Bei den Messgeräten habe ich mich an mehreren handelsüblichen Messgeräten orientiert, wie ich sie aus meinen verschiedenen Arbeitsstellen im Strahlenschutz gut kenne. Natürlich soll das keine Werbung sein, aber meine persönliche Wahl würde auf die dargestellten Messgeräte fallen: das orange „Bügeleisen“, der Kontaminationsmonitor LB124Szint, und der „Backstein“ AD/6, eigentlich ganz schwarz – aber die Bedienfelder mit dem Strahlungsanzeigefeld gibt’s von Lego nicht in schwarz.

Im OG liegen dann die Kaffeeküche, das Büro der Institutsleiterin mit Konferenztisch und der Seminarraum für Vorträge. Besonders stolz bin ich auf das Wandbild des Beschleunigers mit allen Experimenten in Miniaturversion. Nur bei PaTSy musste ich aus Platz- und Detailgradgründen ein paar Abstriche machen.

Das Ganze ist modular aufgebaut: Die abgerundeten Scheiben kann man mit Hilfe von Jumper-Plates und Technic-Pins abnehmen, das Dach, das OG und das EG sind ebenfalls mit Jumper-Plates und aufeinander passenden Strukturen auseinandernehmbar.

Um – abschließend – eine Vorstellung zu vermitteln, wie der Bürokomplex mit dem Beschleuniger zusammenhängt, habe ich das Ganze zusammengesetzt und das Ringsegment mit dem Überweg über den Ring, USSyRI und den Büro gerendert. Daneben stehen dann noch die Messgeräte als Einzelbilder.

Außer Betrieb für Erweiterung!

Der Lego Assembled Toy Accelerator „LAToyA“ ist derzeit wegen Bauarbeiten zur Erweiterung außer Betrieb. Aktuell wurde die Baustelle eingerichtet, der Vorbeschleuniger für das Upgrade demontiert. So langsam trudeln auch die Lieferungen der Bauteile ein – die allermeisten Bauteile, die ich für die gegenläufige Erweiterung und die Experimente verwenden werde, sind gebrauchte Lego-Teile, die ich über Bricklink beziehe. Kaum eines der Teile kommt „neu“ ins Haus, zumal die gebrauchten genauso gut und zudem günstiger sind. Allerdings ist durch die Menge ungewöhnlicher Teile notwendig, von mehreren Verkäufern Teile zu beziehen.

Was mich ein bisschen verblüfft hat, war die Tatsache, dass an einen blauen Technic-Stein, 1×2 Noppen, normale Höhe, aber zwei Löchern statt nur einem für Achsen oder Pins, nur äußerst schwer heranzukommen war. Auch 1×1-Steine in durchsichtigem Rot sind derzeit in Deutschland entweder nur in kleinen Mengen bei unterschiedlichen Shops oder ziemlich teuer zu bekommen. So werden es doch ein paar mehr Sendungen, als ich mir das eigentlich gewünscht hätte. Aber es kommt zusammen – die ersten Pakete sind angekommen, auf Vollständigkeit geprüft, die Verkäufer haben ihr positives Feedback bekommen und nun harre ich der restlichen Sendungen.

Die Baustelle – Teile für die Experimente und Erweiterungen stapeln sich bereits, aber da kommt noch eine Menge mehr. Im Vordergrund der bereits zusammengebaute Transmutations-Forschungsreaktor FaNTASy und das Betriebsbuch.

Bis jetzt lief die Teilebeschaffung sehr gut – Fehler gab’s so gut wie keine in den Sendungen, die Verkäufer haben schnell versandt. Als Unterlage der Baustelle fungiert bereits jetzt die blaue Acrylglasplatte, die ich für den Beschleuniger beschafft habe – denn: Als ich mein geplantes Projekt im Programm Studio mal vermaß, musste ich feststellen, dass es 120 Zentimeter breit und über einen Meter lang ist! Unser Tisch misst aber nur 95 Zentimeter in der Breite. Also musste ich aufstocken.

In Zahlen: Der fertige Beschleuniger mit allen Experimenten wird 120 Zentimeter breit, 105 Zentimeter lang und 25 Zentimeter hoch sein. Das Gewicht liegt nach der Prognose von Studio bei etwa sechs Kilogramm, es sind zwischen 5000 und 6000 Teile, die in der Maschine stecken. Verbaut sind dann zwei 9V-Motoren, eine normale und eine regelbare Akku-Box, mehr als 100 Bauteile von STAX für Beleuchtung und andere Gimmicks. Vom 1×1 Plates und 1×1 Tiles bis hin zu 16×8 Plates und den großen 6×6 Panels als Scheiben sind diverse Größen dabei.

Auch wenn ich als Kind mit umfangreich zusammengeworfenen Lego-Space-Sets aus klassischen Serien, den beiden Blacktron- und den beiden ersten Space-Police-Generationen sowie M-Tron und der ersten Monorail aus den Achtzigern in der Mitte meines Zimmers auf 6×3 Grundplatten viel gebaut habe, bin ich fest davon überzeugt, dass LAToyA CoRE mit seinen fünf Experimenten und drei Service-Einrichtungen das größte Lego-Projekt ist, mit dem ich mich jemals befasst habe.

Es hat begonnen…

Heute kam es, das erste von etlichen. Am Sonntag habe ich mit der Bestellung begonnen. Sieben Bestellungen auf der Plattform Bricklink für gebrauchte und neue Lego-Einzelteile sind gerade am Laufen, also sechs weitere Pakete unterwegs oder beim Versender in Vorbereitung. Vier weitere werde ich starten, wenn ich mehr als nur die eine, die heute kam, empfangen, geprüft und abgeschlossen habe.

Es sind die Teile für LAToyA CoRE, für den Lego Assembled Toy Accelerator in seiner Counter-Rotating Extension. Nicht nur wird der Speicherring etwas vergrößert, nein, es wird auch ein weiterer, innerer Ring für Lego-Bälle in gegenläufigem Umlauf ergänzt. Und das ist noch nicht alles! Denn die bestehenden Experimentier-Einrichtungen werden auf die Gegebenheiten des Doppelrings mit Collider-Funktion erweitert, zugleich auch ansonsten verbessert – und es kommen drei brandneue Experimentier-Einrichtungen dazu, etliche Stabilisierungen und außerdem noch eine Zugangsbrücke.

Bald kann ich das Ganze zusammenbauen. Ich bin gespannt, ob das alles so funktionieren wird!

Fortschritte

Meine Karte der Nebelsteine – aktueller Stand. Auf der Hauptinsel sind sechs Höhenstufenfarben vollständig ausgemalt. Eine kleine Nebeninsel ist angerissen.

Wie schon beschrieben, zeichne ich gerade eine Karte einer Insel auf einer Phantasiewelt. Meine Inspiration für die Nebelsteine habe ich ja schon im früher in diesem Absatz verlinkten ersten Post zu meinem Relax-Projekt benannt. Eigentlich wollte ich heute in die Sauna gehen, wo das Bild hängt, das mich zu den Nebelsteinen inspiriert hat – aber ich habe es dann doch gelassen, weil ich auf jeden Fall Teile der 15 Kilometer von Hin- und Rückweg Fahrrad dafür hätte fahren müssen – auch zurück. Das wollte ich mir nicht antun, habe den Saunagang also auf die Zeit verlegt, wenn unsere S-Bahn wieder fährt und ich nicht mindestens von Rastatt nach Hause radeln oder gehen müsste. Schienenersatzverkehr vermeide ich, wenn ich Rad fahren kann.

Stattdessen habe ich heute früh meinen Augen eine Pause von den Abbildungsfehlern der Prismenfolie gegönnt. Auf die Nähe brauche ich weder meine Brille noch die Prismenfolie, da ich dort weder unscharf noch doppelt sehe. Also räumte ich die Tastatur zur Seite, nahm Buntstifte und meine Karte zur Hand und malte weiter aus. Als ich die Karte heute früh zur Hand nahm, war keine der neun bisher verwendeten Farben auf der und um die Hauptinsel vollständig ausgemalt, nun sind es die unteren sechs Land-Höhenstufen. Ob ich wie eine Geographin gewählt habe, weiß ich nicht, aber mir gefällt die Reihenfolge und erscheint mir auch schlüssig. Vorhanden sind nun noch zwei Brauntöne, Grau und Weiß – ganz reichen wird das aber bei der Nebelspitze nicht ganz, da eine eng um den Gipfel der Nebelspitze gezogene Höhenlinie dann Weiß von Weiß trennen wird. Die Nebelspitze ist der höchste Punkt des linken Meteoritentrümmers in der rechten Dreiergruppe. Mal sehen, wie ich das löse.

Vielleicht ist Euch auch die Beschriftung „Neylsteyner (Nebelsteine)“ aufgefallen. Bis zu einem gewissen Grad versuche ich, für die Nebelsteine und die Welt, in der sie eingebettet sind, bestimmte Klänge (mit realen Sprachen als Inspirationsquellen) in Orts- und Personennamen für bestimmte Sprachen stehen zu lassen – natürlich nicht akkurat, sondern nur dem Klang nach, es sind ja fiktive Sprachen. Wenn ich mir Gespräche auf dieser Welt vorstelle, modelliere ich die verwendete Sprache meist mit Deutsch, seltener mit Englisch, aber in den Namen kommt dann doch die Unterschiedlichkeit der Nationen zum Ausdruck. Für die Völker und Religionsgruppen, in deren spiritueller und kultureller Welt die Nebelsteine eine wichtige Rolle spielt, ist die Bezeichnung „Neylsteyner“ allerdings auch ein feststehender Begriff, für den die Übersetzung in deren modernen Wortschatz oder eine andere Sprache nur unzureichend wiedergibt, was mit „Neylsteyner“ gemeint sein soll. Für ein bisschen mehr Hintergrund zu dem, was ich mir für die Nebelsteine ausgedacht habe, verweise ich auf den Kommentar zum oben verlinkten Beitrag.

[KuK] Eine Einschätzung

Natürlich rede ich weiterhin mit Freunden, wenn ich krank bin – sofern ich nicht wirklich nur mit Schmerzen im Bett liege, gibt es ja noch das Telefon und Messenger und Email…

Aber meine Freunde bemerken natürlich, wie sich ändert, wie ich kommuniziere, wenn es mir nicht gut geht. Daher zitiere ich nun hier die Einschätzung einer Freundin, bei der ich einen Heureka-Moment hatte:

Was mir gefällt ist, dass aus Deinen Nachrichten wieder mehr Interesse an diversen Themen herausspricht. Das habe ich einige Wochen sehr vermisst bei Dir.

Eine meiner Freundinnen über einen Messenger.

Rückblickend: Ja, genau. Ich habe vor Schmerz, Kranksein, Doppelbildern an vielen meiner sonst stets vorhandenen Themenkomplexe das Interesse verloren. Ich hatte einfach nicht die Kraft dafür. Das kommt wieder – und für mich ist das vielleicht das deutlichste Zeichen, dass es dieses Mal nachhaltig besser werden dürfte.

Relax-Projekt

Ich habe für mich selbst wiederentdeckt, dass das Zeichnen von Phantasie-Karten mich beruhigt und mir hilft, mit Stress, Krankheit und Problemen umzugehen. Inspiriert von einem Bild in der lokalen Saunalandschaft (von dem ich aus offensichtlichen Gründen kein Handyfoto gemacht habe und das mir leider auch nicht im Internet über den Weg lief) entstand in meinem Kopf eine Insel, genannt die „Nebelsteine“.

Auf dem Bild dargestellt sind einige schwarze Steine verschiedener Form, die aus einer Nebelschicht herausragen. Wahrscheinlich ist das Bild in Schwarz-Weiß fotografiert, aber das kann ich nicht sicher sagen – es ist möglich, dass die Szenerie einfach nicht farbig ist.

In meinem Kopf wurden daraus große Bruchstücke eines Meteoriten, der einen Planeten gestreift hat und dabei zerbrochen ist. Einige erzeugten ein Impakt-Ereignis, andere prallten im flachen Winkel zurück in den Weltraum – und ein paar blieben nach einer Roll- und Schlitterfahrt über Wasser und Land, der Eintauchwinkel zu flach für einen richtigen Einschlag, immer wieder abprallend, mit Schmelzkrusten bedeckt, auf der Oberfläche des Planeten liegen. Dort verhinderten sie dann durch Abdeckung die Erosion der darunter liegenden Kalk- und Sandsteinschichten. Als später der Meeresspiegel stieg, blieb eine bizarr geformte Insel zurück: Brocken von schwarzem Gestein, riesig groß, steil, kantig, über sanft erodierten Kegelformen, teils von Fließwasser, Eis und Brandung überformt. Und hier ist der aktuelle Zwischenstand:

Meine Karte der „Nebelsteine“, eigene Zeichnung. Schwarz die Küstenlinie, grau die Höhenlinien. Bis 600 Meter über dem Meer sind die Höhenstufen in nach oben heller werdenden Grüntönen schraffiert, bis 600 Meter Tiefe unter dem Meeresspiegel in Blau bis Lila. Weiter oben möchte ich mit gelblich-Beige, dann Braun und schließlich Grau und Weiß für die Höhenstufen arbeiten.

In meiner Vorstellung stellt diese Insel ein Heiligtum mehrerer Ausprägungen einer von nordischer Mythologie inspirierten Religion dar. In Höhlen unter dem Meteoritengestein des „Großen Nebelsteins“ (oben rechts, schon teils mit den grünen Schraffuren der unteren Höhenstufen umgeben) liegt eine Art Kloster oder Tempel, in dem einige Menschen leben – und sich gegenseitig immer wieder die Geschichten von den Göttern erzählen. Sie halten in mündlicher Überlieferung die Mythologie fest und beschäftigen sich damit, was die unterschiedlichen Interpretationen des Pantheons trennt und – weit wichtiger – verbindet.

Angesiedelt sind die Nebelsteine in einem kühlen bis kalten Meer, hunderte Kilometer von der nächsten Küste entfernt und fast stets von einer Nebelschicht umgeben, über die nur die schwarzen Meteoritenfelsen hinausragen, nicht aber das Gestein, auf dem sie aufliegen.

Die mystische Bedeutung der „Nebelsteine“ wird davon verstärkt, dass in vielen der an den dort mündlich erhaltenen Pantheon glaubenden Gemeinden Bilder existieren, die Luftbildern der „Nebelsteine“ nicht nur ähneln. Die aus drei verschiedenen Perspektiven bekannten, detailliert gezeichneten Darstellungen erlaubten Mathematikern, die Form der Nebelsteine zu rekonstruieren, bevor das erste Mal jemand über die Nebelsteine flog und Luftbilder von ihnen machte.

Es ist fast, vielleicht nicht nur fast meditativ, daran weiter zu zeichnen.

Was macht das mit Dir?

Diese Frage bekommt man oft gestellt. Sie trendet sozusagen. Ich bin nicht sicher, ob ich diese Frage in dieser Form mir selbst stellen möchte – aber vom Sinn her schon. Ich versuch’s mal.

  • Corona-Krise, Klima-Krise, ganz persönliche Krankheits-Krise – was fühle ich dabei?
    Einerseits fühle ich mich hilflos. Ich bin auf andere angewiesen und lerne, dass die anderen nicht immer die Entscheidungen treffen, die ich für richtig halte – und dass genau das meinem Wohl, meiner Wahrnehmung des Allgemeinwohls und nicht zuletzt deren eigenem Wohl nicht zuträglich ist.
  • Corona-Krise, Klima-Krise, ganz persönliche Krankheits-Krise – was folgere ich daraus?
    Auch wenn die anderen vielleicht anderer Ansicht sind, was getan werden muss, auch wenn die anderen vielleicht anderes tun – ich muss das tun, was für mich und aus meiner Sicht heraus für die anderen, vielleicht die Welt am besten ist. Konkret: Ich möchte weniger Auto fahren, ultimativ das Auto ganz abschaffen. Mehr Rad fahren, mehr laufen, den ÖPNV und Fernverkehr nutzen – als Verkehrsmittel und für mich selbst, weil es mir gut tut – Bewegung auf dem Rad und beim Lauf, Zeit zum denken, rumspinnen, kommunizieren in der Bahn, statt stur auf die Straße zu starren. Ich möchte mehr Zeit für mich haben, weniger arbeiten, mehr schlafen, mehr auch mal in die Sauna gehen oder einfach auf dem Sofa liegen.
  • Corona-Krise, Klima-Krise, ganz persönliche Krankheits-Krise – und was mache ich daraus?
    Gelaufen bin ich ja schon, das Auto-Pendeln zur Arbeit habe ich 2018 eingestellt, damals zugunsten des ÖPNV. Ich habe das Fahrradfahren wieder angefangen, nach 20 Jahren Angst wegen eines Unfalls. Ich nutze die Krankheits-Krise, um im Hinblick auf persönliche Prioritäten und Leistungsfähigkeit umzudenken, Krankheit nicht als Stigma, sondern als Warnzeichen zu begreifen – und als Chance, aus akutem Anlass die Work-Life-Balance neu zu verhandeln, ebenso die Mental-Load-Self-Balance neu zu justieren.

Vielleicht versuche ich sogar, künftig dieses „Was macht das mit Dir?“ für mich persönlich in die Fragen „Wie fühle ich mich dabei?“, „Was folgere ich daraus?“ und „Was mache ich daraus?“ aufzusplitten. Mit etwas Glück werde ich sogar, wenn ich den Drang spüre, jemanden zu fragen, was „das“ mit ihm oder ihr „mache“, stattdessen die drei genannten Fragen sequentiell zu stellen.

Und am Ende kann ich sagen: Das macht das mit mir, dass man mich fragt, was das mit mir macht.

Vielleicht verwende ich auch künftig noch öfter die Konjunktion „Und“ als Satz-Eröffnung in der bewusst ironisierten Form und nicht mehr so oft einfach so.

Raustasten aus der Krise

Wie gestern geschrieben, ist die Behandlung der nunmehr schon eine Weile andauernden Krise meiner Gesundheit in eine neue Phase getreten. Nun merke ich langsam, was ich alles gerne wieder machen möchte – und beginne es teils einfach. Manches ist schwer…

Ganz einfach ist es, das Dehnen zu etablieren, das mir der Physiotherapeut/Osteopath empfohlen hat: Zusätzlich zur Wade, dem Hüftbeuger und dem Quadriceps kommt nun eine Übung für die Lendenwirbelsäule hinzu, die ich in deutlich tiefer in meiner Komfortzone schon aus dem Yin-Yoga kenne – die Drehung im unteren Rücken, nun aber verstärkt mit dem Fuß auf dem Knie und der Hand am anderen Knie. Außerdem ist da noch eine Übung zur Mobilisierung des oberen Rückens – mit einer Stange über der Schulter und dann kontrollierte Drehungen, stück für Stück von oben runter die Wirbel nach rechts und links drehen. Das macht anschließend ein Super-Gefühl und ich habe beide neuen Übungen nun in eine mit neuem Leben erfüllte Dehn-Routine eingebaut.

Ebenfalls nicht besonders schwer ist es, wieder Rad zu fahren und zu laufen. Freilich, ich laufe langsamer, deutlich langsamer als zuvor, und auch langsamer als ich zuvor mit der schonenden Herzfrequenz, mit der ich jetzt laufe, gelaufen bin. Das Rad führt mich zu Ärzten und Behandlern und zum einkaufen, manchmal mit Umwegen aus purer Freude, dass es wieder geht. Auch die Sicherheit, mit Cleats zu fahren, ist wieder da – anfänglich hatte ich Probleme mit der leichten Vergrößerung der Prismenfolie auf meiner Brille, die gegen die Doppelbilder hilft (die Folie), aber die Welt krumm erscheinen lässt (die Vergrößerung auf nur einer Seite), das schlug auf die Balance und da wollte ich lieber nicht am Pedal einrasten. Aber nun ist die Sicherheit wieder da.

Wo ich gemerkt habe, wie viel mich die zwei Wochen relatives Stillhalten, gefolgt von sechs Wochen totalem Stillhalten gekostet haben, war das Eigengewichtstraining. Die Kniebeugen, die Crunches gingen ganz gut, aber schon bei der ersten Liegestütze war ich am unteren Umkehrpunkt kurz vor dem Zusammenbruch. Nun ja, auch das wird wieder kommen, und die Arme habe ich auch weniger wieder auf Kurs gebracht als die Beine.

Und so laufe ich inzwischen wieder ein wenig, merke aber noch, dass Trainingsrückstand und Restkrankheit nerven, fahre Fahrrad unter ebensolchen Bedingungen – die Arme haben mehr verloren als die Beine. An das provisorische „neue Sehen“ mit allen Nachteilen der Prismenfolie, aber ohne Doppelbilder, gewöhne ich mich langsam, aber wie’s beim wieder Arbeiten, acht Stunden vor dem Rechner bei konzentrierten Tätigkeiten sein wird, steht auf einem anderen Blatt.

Aber es geht aufwärts.