[KuK] Eloquenz und Eleganz

Eloquenz.

Mein Mann hat eben Bilder auf seinem Handy angeschaut.

Es waren einige Bilder dabei, die er von mir gemacht hat, und es waren auch ein paar dabei, die meine schillernde Persönlichkeit, die Brillanz und das Strahlen meines Geistes und die geschmeidige Gewandtheit meiner Physis in adäquater Weise zur Geltung bringen.

Die Erkenntnis, welch ephemeres Wesen hier schreibt, konnte ich Euch in meiner maßlosen Eitelkeit nicht vorenthalten.

Und so erschauert unter meiner Eloquenz (siehe Bild oben) und Eleganz (siehe Bild rechts).

Eleganz.

Spiel-„Zeug“

Über viele Jahre hinweg war Fantasy- und Horror-Rollenspiel meine mit Abstand bedeutendste Freizeitbeschäftigung. Inzwischen sind Sport und andere Dinge wichtig geworden, und die Zeit, sich regelmäßig mit einer Gruppe zu treffen, ist bei mir ebenso wie bei den Kandidaten für Mitspieler sehr begrenzt. Nur das alldonnerstägliche Chat-RPG-Solo mit meinem Nenn-Bruder besteht weiterhin.

Aber es wäre falsch zu sagen, dass ich keine Rollenspielerin mehr bin. Etwas so Prägendes, das mich so viel beschäftigt hat und aus dem ich immer noch so viele Geschichten in meinem Kopf und in Dokumenten auf meinem Rechner habe, bleibt ein Teil von mir, auch wenn ich nicht mehr allzuviel aktiv spiele. Zwar kaufe ich in der Regel keine neuen Regelwerke mehr, sondern befasse mich mit dem, was schon da ist – an Geschichten und Regelwerken. Aber dann wies mich eben mein Donnerstags-Spielpartner auf etwas hin, um das ich nicht herum kam.

Als niedlicher und kindertauglicher Spin-Off von „Das Schwarze Auge“ (DSA) gibt es nämlich nun „Die Schwarze Katze“. Es geht dabei um die „Erwachten“, einige Hundert Katzen in der aventurischen Hafenstadt Havena, die sich ihrer selbst bewusst sind und ihre ganz eigene Gesellschaft neben der menschlichen aufgebaut haben. Nicht alle Katzen in Havena sind „erwacht“, und dass sie erwacht sind, liegt wohl an einem magischen Ereignis. Auch zeigen die Erwachten den Menschen nicht, dass sie auch aufrecht gehen können, Kleidung besitzen und ihre eigenen Abenteuer erleben, Intrigen spinnen und Vergnügungen nachgehen. Viel mehr weiß ich noch nicht, aber ich kam wirklich nicht daran vorbei.

Bis jetzt habe ich mich mit dem Vorwort des Grundregelwerks auseinandergesetzt und schonmal reingelesen. Schön finde ich, dass sich das Regelwerk auch an Eltern und Lehrkräfte wendet, das Spiel also klar gedacht ist, dass Erwachsene es für Kinder leiten. Ein paar Erweiterungshefte gibt’s, und eine Auswahl davon habe ich mit bestellt.

Zwar sagt bereits das Vorwort, dass die Wechselwirkung mit Aventurien, der Welt des „großen“ DSA, meist eine Einbahnstraße sei – Entwicklungen in der Welt der Menschen haben Auswirkungen auf das Leben der erwachten Katzen, nicht aber umgekehrt. Ich für mich selbst schließe aber nicht aus, sollte ich mal wieder DSA leiten, dass die erwachten Katzen eine Rolle spielen, vielleicht sogar, dass meine Spielerhelden von einem der „Putzer“-Kommandos der Erwachten behelligt werden, um sicherzustellen, dass die von den Helden entdeckten, sprechenden, bekleideten und aufrecht gehenden „Erwachten“ nicht von den Spielerhelden als magische Geschöpfe identifiziert und „verpetzt“ werden.

Und selbst wenn’s nicht zum Spielen kommt, ist schon die Lektüre eine herrliche Sache – Rollenspiel und Katzen, genau meins.

Druckwasserreaktor

Nachdem ich Anfang der Woche meine (erste) neue Kaffeemühle bekam und gestern die neue Kaffeemaschine, die ich dann direkt aufbaute, konnte ich heute schon ein bisschen testen. Zudem kam heute die zweite Mühle und der zweite Siebhalter mit den zwei Ausläufen für zwei Tassen.

Finaler Aufbau.

Einerseits stellte ich fest, dass bei der „Baronessa“ Siebeinsätze nicht nur für eine und für zwei Tassen (aber nur ein Siebhalter, der mit einem Auslauf) dabei war, sondern eben auch zwei verschiedene Siebeinsätze für jede Größe: je ein einwandiger und ein doppelwandiger. Das Handbuch erklärte, dass die doppelwandigen Einsätze deutlich leichter zu handhaben seien. Trotz meiner Sorge gestern versuchte ich mich gleich mal an den einwandigen, den „richtigen“ Einsätzen. Im ersten Anlauf war die Mahlung noch etwas zu grob und der Anpressdruck beim „Tampering“ des Pulvers zu gering – resultierend in zu geringem Druck beim Brühen und damit verbunden einem Unterbrühen. Die zweite Tasse war dann fast schon gut – danach kamen aber zwei, bei denen ich überkompensiert hatte: Zu fein gemahlen und zu stark angedrückt.

Inzwischen habe ich den Bogen einigermaßen raus, die zweite Mühle aufgestellt und über die fünf Tassen, die ich in meinen heutigen Versuchen bereitet habe, eindeutig festgestellt, dass die Maschine nicht nur klasse aussieht, sondern auch hervorragenden Espresso macht. Ich hole viel mehr vom Aroma der Bohnen heraus, würzig, mit leicht schokoladigem Nachgeschmack bei meiner Lieblingsbohne. Die andere Bohnensorte, auf dem Bild in der rechten der beiden Mühlen, werde ich morgen mal antesten.

Nun ist der Aufbau, in dem ich die beiden Mühlen neben der Maschine aufgestellt habe, nicht nur praktisch, sondern auch eine Anspielung. Mit der Maschine in der Mitte (Druck, Hitze…) und den Mühlen daneben sieht das Ganze ein bisschen aus wie ein Druckwasserreaktor mit Reaktordruckbehälter in der Mitte und Dampferzeugern daneben – auch wenn die Dampferzeuger über den Druckbehälter hinausragen und die Funktionen natürlich andere sind. Aber wo die Analogie in Funktion und Optik zu wünschen übrig lässt, ist zumindest Hitze und Druck in der Mitte etwas, das beiden gemein ist – nur dass bei der Baronessa der Druck bis 16 bar und die Temperatur bis 88° bis 96° Celsius beträgt, während der Druckwasserreaktor mit 160 bar und bis 330° Celsius aufwartet – gleich ist aber, dass das Wasser unter Druck steht und flüssig bleibt. Wer’s genauer wissen will, kann den Druckwasserreaktor ja z.B. auf Wikipedia nachgucken.

Mit leichter Sorge

Meine neue Espresso-Maschine – eine Graef Baronessa.

Kennt Ihr das? Ihr habt Euch einen Wunsch erfüllt, etwas Neues besorgt, das schon lange auf Eurer Agenda stand. Nun ist es da und aufgestellt – und irgendwie steht man davor und fragt sich: Kann ich überhaupt damit umgehen?

Bisher hatte ich eine recht günstige Espresso-Maschine, simpel und mit wenigen Einstellmöglichkeiten, ein eher kleines Gerät von De Longhi. Schon seit längerer Zeit stand auf meiner Agenda, für die zwei verschiedenen Sorten Espresso-Bohnen, die ich immer vorrätig habe, auch zwei Mühlen zu haben, so dass ich nicht jeweils bei Bohnenwechsel einen Übergang habe, beide direkt nacheinander ohne Mischen brühen und vergleichen kann. Ich kaufte mir eine Kaffeemühle, und zwar die, die Ihr halb verdeckt hinter der Baronessa seht. Daneben sah die alte Kaffeemaschine und die alte Kaffeemühle so klein – ja, fast schäbig aus, dass ich Nägel mit Köpfen machen wollte.

Nun steht hier die Baroness in meiner Küche, aufgebaut, ausgespült, einmal aufgeheizt und Wasser durchgelassen habe ich. Für einen Espresso war’s mir nun doch zu spät heute. Das Handbuch habe ich zumindest schonmal gelesen, was Einstellmöglichkeiten und Bedienung angeht. Sicher werde ich noch das eine oder andere Mal nachlesen müssen, aber jetzt heißt es erstmal:

Learning by doing.

Etwas unbedingt gewollt zu haben und nun noch nicht zu wissen, wie gut ich damit klar komme, oder eher zu wissen, dass ich es erst lernen muss, erfüllt mich immer mit leichter Sorge. Daher auch der Titel dieses Beitrags.

[KuK] Grundloser Schreck

Heute war ich im Homeoffice. Mein Mann hat – für seine Arbeitszeiten recht spät – versucht, mich anzurufen. Das macht er stets, wenn er sich zum Heimfahren anschickt und ich daheim bin. Umgekehrt rufe ich meist an, wenn ich im Büro Richtung Feierabend losradle. Ich dachte mir nichts dabei – abnehmen konnte ich nicht, war gerade in einem dienstlichen Telefonat.

Dann rief er nochmal an. Ich realisierte das erst später, denn als er es versuchte, war ich kurz auf der Toilette. Es war schon mehr als anderthalb Stunden nach seinem üblichen Heimfahren. Ich versuchte, zurück zu rufen… nichts. Klingelte, aber er nahm nicht ab.

Mein Kopf zeichnete Schreckensszenarien – Unfall und er versuchte mich anzurufen, oder schlimmer noch: Unfall und jemand versuchte, mit seinem Handy bei ihm zuhause anzurufen, weil ihm was passiert sei… Panik!

Aber dann rief er munter „Hallo!“ zum Fenster rein, als er sein Rad über den Hof zur Garage fuhr. Er war spät von der Arbeit losgekommen und wollte mir sagen, dass er noch beim Radhändler vorbeiginge. Dann rief er nochmal an, dass er nun vom Radhändler Richtung zuhause aufbräche. Alles gut also! Weil alles gut war, hatte er auch nicht auf‘s Band gesprochen.

Es war also nur meine Phantasie, die mir Angst und dann den herrlichen Moment bescherte, ihn in meine Arme zu schließen!

Sporty Spice

Eine Freundin und eine Kollegin bezeichnen mich – unabhängig voneinander – als Rennmaus. Ein wenig befremdlich war das anfangs schon, denn wenn ich mich mit einem Tier identifiziere, ist es eher eine Katze. Nun, die Rennmaus bin ich also. Anhand meiner Laufleistungen dieses Jahr meinte eine andere Freundin, ich mutierte von der Rennmaus zum Road Runner.

Miep-Miep!

Nun fügt sich für jemand anderen wohl die Kombination aus dem Rennrad, mit dem ich stets zur Arbeit radle und das ich aus Sorge, dass der Carbon-Rahmen im engen Fahrradkeller unsachgemäß behandelt wird, mit hoch ins Büro trage, meiner Lauferei und meinem Kleidungsstil zu einem anderen Spitznamen zusammen. Mit Rennrad, Lauferei und dem Hineinkombinieren von Sportkleidung in meine Alltagskleidung beschwöre ich das wohl herauf.

Und so bin ich bei unserer Juristin nun „Sporty Spice“. In den Neunzigern konnte ich zwar eigentlich mehr mit Mel B anfangen, so in Sachen „mit welchem Spice Girl identifizierst du dich?“. Inzwischen aber muss ich sagen, dass mit dem Einfluss, den Sport auf meinen Lebensstil hat, Sporty Spice mein Ding ist – wenn auch nicht unbedingt genau in der Form wie bei Melanie Chisholm. Einen Flicflac – nee, kriege ich nicht hin, ich bin eher die Ausdauersportlerin – auch wenn ich zumindest die kleidungstechnische Eleganz der eleganteren Sportarten auf mich anwenden kann, so bin ich doch beim Ballett, Eiskunstlaufen und Turnen nur Zuschauerin.

Also neben der Rennmaus nun auch Sporty Spice.

Find ich gut!

Ziele

Inspiriert von diesem Beitrag auf laufzeile.de habe ich mich mal mit Zielen beschäftigt. Denn ein Ziel kann so vieles sein… 

Ich habe mich dann gedanklich mal darauf eingelassen, was ein Ziel überhaupt ist, und bin dabei auf den Punkt gekommen, dass Ziele verschiedenen Kategorien angehören, die man als solche benennen kann. Diese können dann helfen zu verstehen, wie man das Ziel angehen sollte. Folgende Aspekte sind mir dabei eingefallen: 

  1. Motivation:
    Der Fokus liegt hierbei darauf, warum ich etwas tue und warum ich etwas erreichen will bzw. was ich damit genau erreichen will. Beim Laufen gibt es da eine Menge verschiedene Möglichkeiten. 

    1.a. Gesundheits-Aspekte: Ich möchte verhindern, dass ich krank werde, und mich so über das Laufen fithalten. Vielleicht möchte ich auch ganz konkret meinen Rücken entspannen, um weniger Kopfschmerzen zu haben, oder Stress (und damit Stresshormone) abbauen, um meine chronisch entzündliche Darmerkrankung in den Griff zu kriegen. Das waren nun von meiner Situation inspirierte Ziele. Bei anderen geht’s vielleicht darum, Fettpolster abzubauen, um einen niedrigeren Cholesterinspiegel zu haben, Herzerkrankungen vorzubeugen, Gelenke wieder beweglich zu bekommen… 

    1.b. Andere Selbstverbesserungs-Aspekte: Ich möchte schlanker oder hübscher aussehen und laufe daher, um Fett zu verbrennen oder einen knackigeren Hintern zu bekommen (auch wenn da Krafttraining sicher besser geeignet ist), oder ich möchte den antrainierten Muskel-Sixpack am Bauch von seiner Unterhaut-Fettgewebe-Polsterverpackung befreien (wofür Laufen wieder ganz gut funktioniert). Eventuell möchte ich auch den Alltag besser bewältigen und mir dafür Kondition anlaufen – vielleicht auch besser schlafen. 

    1.c. Wettkampf-Aspekte: Ich möchte eine gewisse Strecke laufen können, oder eine gewisse Strecke schneller als eine bestimmte Zeit bewältigen. Eventuell möchte ich auch Siege erlaufen oder einen bestimmten Konkurrenten schlagen. Mir persönlich sind die Wettrennen gegen mich und meine Ziele wie auch die Vorbereitung darauf sympathischer und letztlich haben sie mich über die Zeit auch mehr motiviert. Wer genau auch beim nächsten Wettlauf sein wird und ob man dann dort siegen kann oder nicht, hängt ja auch vom anderen ab. 

    1.d. Freude am Laufen: Spricht wohl für sich selbst, ist aber auch die Erreichung in sich selbst.

    Dieser ganze Block 1 bildet Ziele orientiert an der dahinterstehenden Motivation ab. Da wir für vieles erstmal die Motivation, gegebenenfalls (insbesondere im wettkampforientierten Bereich) sogar eine Menge Hingabe brauchen, ist die Frage, warum wir uns ein Ziel setzen, durchaus eine bedeutende. Insbesondere bei ambitionierten Zielen kann es eine Menge Hingabe sein, die gefordert ist…
  2. Ambition:
    Wie schwierig ist das Ziel zu erreichen? Das hängt natürlich auch von der Ausgangsposition ab. Sehr schwer zu erreichende Ziele brauchen eine stärkere Motivation, mehr Hingabe, als einfach zu erreichende. Oftmals ist es hilfreich, ein realistisches Ziel zu formulieren – was ich ganz einfach erreiche, ist eigentlich kaum ein Ziel, das mir Fokus und Richtung gibt, was unmöglich zu erreichen erscheint, demotiviert mich eher. Ein Weg, den ich für mich als überaus sinnvoll und hilfreich erlebt habe, ist es, Ziele abzustufen. Man kennt das zum Beispiel vom Crowdfunding: Es gibt das Mindestziel und Stretch-Goals, eventuell sehr verschiedene Stretch-Goals. Das Konzept ist auf vieles anwendbar: Laufe ich, um abzunehmen, so kann ich mir als Mindestziel definieren, die über den Grundumsatz hinaus vertilgten Kalorien per Ausdauersport wieder rauszuhauen, als Soll, ein bestimmtes Kaloriendefizit für den Tag zu bestimmen und als Stretch-Goal ein höheres Defizit ansetzen. Auch beim Erreichen von bestimmten Wettkampfzeiten kann ich mir Stufen definieren: „Mindestens will ich die 44 Minuten unterbieten – unter 42 Minuten beim Zehner-Wettkampf wären das Soll, wenn’s gar unter 41 geht, dann muss das aber gefeiert werden!“ Gerade diese Ambitionsabstufung hat mir oft sehr geholfen, nicht ganz den Fokus zu verlieren, wenn es mal nicht so lief. 
  3. Dimension:
    Wie groß ist das Ziel eigentlich? Es kann ein kurzfristiges Ziel sein – eine gewisse Zahl von Kilometern in der Woche oder gar nur am Tag. Dann kann es ein mehrwöchiger Trainingsplan sein, eine Anzahl von Intervalltrainings in einem gewissen Zeitraum, so und so viele Kilometer im Jahr – oder gar ein langfristiges Ziel wie einen Ultramarathon oder beispielsweise den Marathon unter drei Stunden zu laufen.

Die Motivation gibt mir oft die Idee, wie ich andere Ziele organisiere. Geht es mir um die Regelmäßigkeit beim Laufen, um als Basisziel regelmäßig unterwegs zu sein und damit – „Soll“ – meine Kopfschmerzen vorbeugend einzudämmen, und als „Stretch-Goal“ akut bei Ansätzen zu Verspannung morgens nicht liegen zu bleiben, sondern aufzustehen und den beginnenden Schmerz wegzulaufen? Da geht es nicht um die großen Bögen. Hier wähle ich einen Bottom-Up-Ansatz: Jeden Tag ein bisschen laufen, und wenn’s nur ein bisschen ist. Kein komplexes Ding. Das große Ziel fügt sich aus vielen, kleine, gleichartigen Zielen zusammen.

Geht es mir um den Marathon in drei Stunden, dann werde ich mir einen Plan schreiben. Das Ziel erfordert, Stück für Stück aufzubauen – mein großes Ziel wird zerlegt in eine Steigerung, bestehend aus mittelfristigen Wochen- oder Vierwochenzielen, die wiederum aus kleinen Stücken bestehen, also Top-Down.

Egal wie, es hilft auf jeden Fall, sich klar zu machen, warum man etwas will – dann kann man es besser in Ziele, Teilziele, Mindest-, Teil- und Vollerfolgsanforderungen zerlegen und so über Klärung von Motivation und Ambition mit der Berücksichtigung des Realismus mittels angemessenem Verfahren (meist Top-Down oder Bottom-Up) sein großes Ziel in viele Kleine zerlegen (Trainingsplan) oder das große Ziel aus dem immer wiederholten kleinen (Gewohnheit) aufbauen. Und vielleicht, vielleicht, greift ja auch beides plötzlich mit Synergie ineinander!

Die Welle reiten

Es waren nun ein paar sehr stressige Tage, in denen ich nicht die Muße zum posten hatte. Aber nun bin ich wieder da und hoffe, zu bleiben.

In den letzten Tagen habe ich es auch geschafft, vor die Welle zu kommen. Die Welle, fragt Ihr? Welche Welle? Genau das hat jedenfalls mein Mann gefragt, als ich ihm gestern sagte, dass ich an diesem Wochenende „vor die Welle“ kommen wollte. Bevor Ihr jetzt irgendwas denkt – nein, es hat nichts mit Infektionswellen zu tun.

Ich setze mir ja üblicherweise Jahresziele an Kilometern beim Laufen und nun auch beim Radfahren. Diese Jahresziele kann man dann durch 365 oder in Schaltjahren durch 366 teilen und bekommt das, was man am Tag laufen, radfahren oder was auch immer muss, um das Ziel bei gleichmäßiger Lauf-, Rad- oder anderer Leistung jeden Tag zu erreichen. Den Fortschritt dieses gleichmäßig durch das Jahr genau die Kilometer fressenden Pacers stelle ich mir als eine Welle vor. Man kann vor dieser Welle bleiben, sie reiten oder hinter ihr sein. Bei den Radkilometern kam ich schon recht früh im Jahr vor die Welle, da ich mir mein Ziel auf dem Level des Radelns im Juni setzte – August, September und auch Oktober brachten aber viel mehr Radkilometer. Beim Laufen kann ich mich eigentlich ganz gut einschätzen, aber die Verletzung im April, die mich auch im Mai noch viel Lauferei kostete, selbst im Juni noch nicht wieder voll laufen ließ, hatte ich dabei nicht auf dem Schirm. Zehn Kilometer pro Tag wollte ich laufen, mit 300 im Januar, 300 im Februar und 400 im März war ich gut auf Kurs, ritt knapp vor der Schaumkrone auf der Welle. Dann schlug mich die Verletzung vom Brett, spätestens Mitte April überholte mich die Welle und ich habe seitdem versucht, wieder auf den Berg hoch zu paddeln.

Meinen Stand habe ich mit meinem Jahresziel-Armaturenbrett dargestellt. Das Radziel, Gesamtkilometer, alles im grünen Bereich, überall war ich vor der Welle. Beim Laufen aber nicht, und das ist ja eigentlich mein Hauptsport. Am gestrigen Samstag lief ich morgens einen Halbmarathon, abends nochmal vierzehn Kilometer, weil ich spürte, mein Rücken brauchte das – und heute nochmal im reduzierten Lauftreff einen Dreißiger… und siehe da:

Sportziel-Armaturenbrett. Vor der Welle!

20,45 Kilometer Vorsprung habe ich mir heute erlaufen, ich kann mir somit leisten, den schaumkronenbewehrten Kamm der Welle morgen ein wenig aufholen zu lassen. Das fühlt sich verdammt gut an!

Ich hab’s erst hinterher gemerkt…

Gestern überlegte ich mir aus Albernheit ein kleines wortspielerisches Multiple-Choice-Witzchen. Ich bastelte es zusammen, postete s wo, bekam Feedback. Heute habe ich es den Kollegen ausgedruckt und erweitert zur Ermunterung in die Fächer gelegt: in dieser durchaus etwas düsteren Zeit – Herbst, November, Terror, Corona… US-Wahl…

Ich führe es hier einfach mal vor:

Wo eine Planierraupe ist, ist später… (zutreffendes bitte ankreuzen)
[ ] immer noch eine Planierraupe.
[ ] keine Planierraupe mehr.
[ ] eine verpackte Planierraupe mit einer Unterschrift von Christo drauf.
[ ] ein Planierschmetterling.
[ ] eine Planierpuppe.
[ ] ein Flachwitz.

Natürlich IST das Ganze ein Flachwitz. Deswegen hatte ich diese Option eingebracht. Dass „flach“ und „Planierraupe“ gut zusammenpassen, das kam mir erst heute im Laufe des Tages, als sich die Leute auch über genau diese Option – den Flachwitz – köstlich amüsierten.

Aber ich geb’s ehrlich zu: Alle anderen Wortspiele und Flachwitze waren beabsichtigt. Das mit dem planierten Flachwitz nicht, ich hab’s selbst erst hinterher geschnallt.