Ganz schön blöd…

Gestern Nacht wachte ich aus einem Traum auf. Es war kein Albtraum, kein Problem – nein, es war etwas Schönes. Es ging um Jenny Korrenburr, die schwierige Heldin, über die ich in „Am Rand des Strömungsabrisses“ geschrieben habe. Sie beschäftigt mich auch weiter, in vielerlei Hinsicht, und vielleicht wird irgendwann doch ein zweiter Teil kommen, in dem ich vieles besser machen möchte als im ersten.

Aber irgendwie war ich nach diesem Traum wach, durstig und hungrig. Ich stand also auf, mir kamen ein paar Gedanken, und die wollte ich mit meinen Notizen zu Jenny abgleichen. Ich machte also die Datei mit den gesammelten Notizen auf, begann zu lesen… und da gab es viel Fliegerei, einige neue Gestalten, die im Buch noch nicht aufgetreten sind, eine Hochzeit, Wiedersehens-Beschreibungen. Ich fand mich wohlig umarmt von dem, was ich geschrieben hatte. Klar, dass ich wieder ins Bett musste, aber ich wusste, ohne ein wenig quergelesen zu haben, würde ich nicht mehr schlafen können. Ein wenig, so zehn Minuten, oder so. Ich scrollte ein bisschen…

Es waren mehr als 75 Minuten, bis ich wieder im Bett war. Es ging nicht anders, ich weiß, dass ich nicht wieder hätte schlafen können. Entsprechend fertig war ich heute den ganzen Tag über und bin nun auf dem Sprung ins Bett. Jenny wird mich dort hin begleiten, in Gedanken, aber um vielleicht nicht wieder allzuviel eigenes Geschriebenes nachlesen zu müssen, habe ich den für mich nächsten Clancy auf dem Ebook-Reader und werde den heute anfangen, bevor ich wegdämmere.

Ganz schön blöd, wenn Geschichten einen so einnehmen.

Fik…

Ich gebe zu, das ist so ein Beitrag, bei dem die Überschrift fehlleitend ist. Ich weiß sehr wohl, dass das „Four-Letter-Word“, das man hier angedeutet sehen könnte, ein „c“ enthält.

Eigentlich will ich nämlich auch auf etwas anderes hinaus. Ich habe eben beim Verfassen des neuesten Beitrags beim Howard-Goldstein-Vortex auch die Index-Seite auf dem Geschichten-Blog aktualisiert. Nicht nur für die neueste Folge, nämlich Folge 2.7: Folgen, sondern auch für die Folgen 2.5 und 2.6 fehlten noch die Links. Den Index habe ich damals erstellt, damit der neue Leser sich die Folgen in der richtigen Reihenfolge durchlesen kann – in der Blogstruktur wird ja immer die neueste Folge oben angezeigt.

Bei dieser Gelegenheit habe ich den Index auch nochmal auf meiner Facebook-Wall gepostet – auch wenn ich es sehr schwierig finde, meine eigenen Schreibereien immer wieder anzupreisen, kann’s ja doch sein, dass irgendwem gefällt, was ich da „verbreche“ – und es wäre ja doof, wenn irgendwer unheimlichen Spaß hätte, aber es nicht findet, weil ich mich dafür geniere. Natürlich musste ich den Beitrag auf meiner Facebook-Timeline nochmal korrigieren – denn ich hatte zuerst den Cast gepostet, statt der Index-Seite. Das habe ich zum Anlass genommen, auch noch einmal die „About„-Seite anzugucken. Gleich im ersten Satz sprang mich etwas an…

Dort stand nämlich:

Die vorliegende Seite erzählt die fiktive Geschichte der Milliardärswitwe Esther Goldstein-Howard, Teilerbin des milliardenschweren Vermögens von Charles B. Howard und seines in Oakland/CA ansässigen Chemie-Unternehmens Howard Industries Ltd.

Vorherige Version des ersten Absatzes auf der „About“-Seite des Howard-Goldstein-Vortex-Blog

Wie soll ich sagen: Nach ein paar Gedanken darüber hatte ich mal nachgelesen, wie die Begriffe fiktiv und fiktional gegeneinander abgegrenzt sind. Dabei stellte ich fest: Fiktiv ist die Geschichte nicht. Sie existiert ja wirklich! Die Gestalten sind fiktiv, aber die Geschichte selbst ist fiktional!

Nun steht auf der „About“-Seite:

Die vorliegende Seite erzählt die fiktionale Geschichte der Milliardärswitwe Esther Goldstein-Howard, Teilerbin des milliardenschweren Vermögens von Charles B. Howard und seines in Oakland/CA ansässigen Chemie-Unternehmens Howard Industries Ltd.

Aktuelle Version des ersten Absatzes auf der „About“-Seite des Howard-Goldstein-Vortex-Blog

Nun kann einem der Gedanke kommen, dass sicherlich in dem von mir zwar geschriebenen und dreimal (beim Schreiben, beim nochmal drüberlesen, beim posten) gelesenen Text andere, schwerwiegendere Schnitzer drin sein könnten. Aber hey, man schraubt an den Stellschrauben, an denen man sich gerade die Knie angeschlagen hat.

Inspiriert

Manchmal ist mir nicht ganz klar, wie es dazu kommt, dass ich neue Ideen gewinne. Auch dieses Mal bin ich nicht sicher, wo die Sache genau her kommt.

Tatsache ist allerdings, dass ich aus irgendeinem Grund auf die Insel Formentera kam, auf der ich als Kind mit Eltern und Großeltern mehrfach im Urlaub war. Es gibt ein Bild von einem verträumt mit einem aufblasbaren Segelboot-Spielzeug im Pool des Club La Mola, ich erinnere mich an die Agaven am Weg von unserer Ferienwohnung hinunter zum Strand, an die Wanderung mit meinen Großeltern hinauf auf den felsigen Teil der Insel, „La Mola“, bis zum Leuchtturm – und dass ich, das größere der beiden Enkelkinder, meinen Großvater auf sein Bier begleitete, ein Stück vom Strand weg in ein Café – er bekam ein Pils, ich eine Fanta, und er erzählte mir meist etwas phantasievolles mit mir als Hauptfigur. Lange ist es her – spätestens seit 1988 waren wir nicht mehr dort im Urlaub, sondern stattdessen in Ungarn am Plattensee. Der erschien mit dann immer ganz schrecklich, weil das Meerwasser um die Balearen herrlich klar und blau war, während das Wasser des Plattensees dagegen schlammig erschien – und der Sand war graubraun, nicht gelb.

Nun hatte ich den Ostteil der Insel, La Mola, als hoch und irgendwie unzugänglich in Erinnerung. Was genau an Komponenten in die Idee noch hineinkam, kann ich nicht genau sagen – in jedem Falle entstand vor meinem inneren Auge eine Insel ganz ähnlich wie Formentera, nur dass eben der felsige Teil mit einer antiken oder klassizistisch anmutenden Festung bebaut war, mit Säulenhallen von Tempeln und Diskussionsforen, mit einer Agora… und dann entstanden vor meinem inneren Auge romantisiert antik aussehende Menschen, die diese Festung bewohnen, sie als Hort ihrer elitären Ideen beanspruchten und dabei verborgene, moderne Technik nutzen. Als ich das meinem Nennbruder (einem sehr guten Freund, der mich als seine Schwester bezeichnet und den ich als meinen Bruder bezeichne) davon erzählte, inspirierte es ihn auch, er schuf um meine Idee herum eine phantastische, aus Ozeanen und wenigen Inseln bestehende Welt, die eine kriegerische Apokalypse ihrer Bewohner hinter sich hat, mit nuklearer Verseuchung, schiefgegangenen Tiefengeothermie-Bohrungen in der Tiefsee, abschmelzenden Polkappen, Mutationen der Bewohner durch Strahlung…

Und prompt kamen auch mir neue Ideen. So entstanden die „Goldenen, die blau schimmern“. Es sind die Bewohner jener Festung, die sich lange zuvor auf eine einsame Insel im schon damals größten Ozean der Welt flüchteten. Freilich gibt’s dort nach Krieg und Meeresspiegelanstieg viele so große Ozeane, aber meine kleine Volksgruppe hatte sich schon vor all diesen furchtbaren Entwicklungen auf ihre Insel zurückgezogen. Sie pflegten einen bigotten Technik-Skeptizismus, da sie einerseits Technik misstrauten und geißelten, sich einen antiken Anstrich gaben, aber andererseits nicht zögerten, moderne Technik zu nutzen. So bemühten sie sich, Verschmutzung und Kontamination neutralisierende Algen zu züchten, um ihr Inselparadies gegen die Ausflüsse der imperialistischen Hochzivilisation um sich herum zu schützen, gaben sich als isolationistische Pazifisten…

Als dann die Katastrophe kam, waren sie unbedeutende Spinner, von denen keiner glaubte, dass sie ihre Inseln vor dem Untergang durch das Abschmelzen der Polkappen bewahren könnten und die keiner wichtig genug nahm, um ihnen Bomben auf den Kopf zu werfen. Viele flohen von den damals noch deutlich größeren Inseln, aus Angst vor dem Meeresspiegelanstieg. Doch sie harrten aus. Goldene und bronzene Rüstungen sowie die bläulichen Sekrete ihrer Algen, die sie zum Abhalten der Verschmutzung kreiert und auf den Riffen um ihre Insel angesiedelt hatten, legten den Grundstein für ihr Selbstverständnis als die „Goldenen, die blau schimmern“. Um sie herum ging die Welt unter, durch extreme Bedingungen wurde die Tektonik so durcheinandergebracht, dass Festländer versanken – und die höchsten Gipfel des Inselparadieses der „Goldenen“ erhalten blieben. Wenige Flüchtlinge kamen auf die Inseln, die fernab der meisten Zerstörung, Verschmutzung und Kontamination lagen. Die „Goldenen“ ließen sie ein, auf die Inseln, nicht jedoch in ihre Festung. Arrogant erhoben sie sich, die die Katastrophe vorhergesehen hatten, mit Pazifismus und Kassandrarufen dagegen geredet hatten, über all die anderen Opfer der Katastrophe. Sie glauben, geblieben zu sein, wer sie waren.

So stehen nun die „Goldenen, die blau schimmern“ als vermeintlich einzig übrige „unmutierte Menschen“ in ihrer Inselfestung, um sie herum ist eine chaotische, gefährliche, unzivilisierte Welt neu entstanden. Paranoid wachen die „Goldenen“ über ihre sichere Position, lassen sich von denen um sich herum, die die Hochzivilisation vergessen haben, mit leichtem Selbstekel als Götter verehren, bemühen sich um die Reinigung der Welt. Aber natürlich können sie ihre Privilegien als Besitzer einer Festung und eines Inselparadieses nicht ablegen – schließlich brauchen sie dies, um die Welt zu reinigen, und so erheben sie sich in Sendungsbewusstsein über alle anderen. Obwohl sie sich einbilden, sich nicht verändert zu haben, hat ihre Bemühung, die mutagenen Effekte von Umweltgiften abzuwehren und rückgängig zu machen, eine Überkompensation bewirkt. Zur Perfektion züchten sie sich selbst, mit Gentechnik und Medizin, schimmern selbst allmählich golden…

Ich bin sehr gespannt, wie sich diese Phantasiewelt weiter entwickeln wird, welche weiteren Orte hinzukommen werden (ein paar gibt es schon) und welche Persönlichkeiten und Gestalten ich in die multiplen Konflikte in Leben und Gesellschaft der „Goldenen, die blau schimmern“ noch hineinschreiben werde. Ich liebe es, wenn die Inspiration sprüht, so albern die Ergebnisse auch nach außen hin anmuten mögen. Was ich beschrieben habe, ist mehr oder minder der Stand des „Inspirationsausbruchs“ zwischen Freitagabend (erste Idee) und dem gestrigen Abend. Vermutlich habe ich diese Nacht schon wieder neue Gestalten, Ideen und Konzepte dazugeträumt.

Warum ich schreibe

Was ist es, das mich dazu bringt, Geschichten zu erfinden und aufzuschreiben? Was bringt mich dazu, sie auch öffentlich zu machen wie „Am Rand des Strömungsabrisses“ und den „Howard-Goldstein-Vortex“? Die Aussicht auf großen Erfolg ist es nicht, der Erfolg und Zuspruch selbst ist es auch nicht, auch wenn der Zuspruch einiger gut tut – ebenso, wie insbesondere harsche und ganz besonders natürlich berechtigte Kritik schmerzt.

Zu meinem Geburtstag habe ich ein Buch über „Ikigai“ bekommen, eine wohl verhältnismäßig wissenschaftliche Annäherung an einen Begriff, den ganz genau zu definieren schwer fällt. Ich werde mich nun nicht in die Nesseln setzen und mich an einer Definition versuchen. Was ich aus dem Buch allerdings mitgenommen habe ist, dass das Schreiben für mich etwas erfüllt, was Ken Mogi als eine Quelle von Ikigai, als sinnstiftend und Lebensfreude generierend definiert: Ich tue es um seiner selbst willen, nicht, um zu gefallen. Ich gehe darin auf, verliere den Wunsch, meinen Namen irgendwo unbedingt stehen zu haben, in der Freude am Erschaffen von Charakteren, Bedingungen, Beziehungen, Handlungen. Meist fange ich klein an mit ein paar Gestalten und deren Lebenswegen.

Ich lese gerne, was ich so geschrieben habe – nicht nur das, das ich öffentlich gemacht habe. Die für mich selbst geschriebene Geschichte um eine Gruppe von Nerds und Außenseitern, die Modell-U-Boote bauen und das teils für Spiele, teils auch für Naturbeobachtung und irgendwann auch für wissenschaftliche Projekte verfolgen, habe ich vor kurzem mal wieder gelesen und mich daran erfreut. Geschichten, die Fanfics im Bereich von Star Trek oder anderen Welten sein könnten, oder die Komödien und Dramas über andere, oft eher ganz normale, fiktive Personen mit meist einem kleinen oder größeren „Twist“ in Persönlichkeit oder Leben, ich denke sie mir aus, erfreue mich, sie wieder zu durchdenken, schreibe sie auf, lese sie nach langer Zeit wieder. Ein breiter Schatz von Geschichten, die ich immer wieder gerne lese und durchdenke, manchmal Freunden erzähle, hat sich so gebildet. Daraus schöpfe ich zum Beispiel beim „Howard-Goldstein-Vortex“, die Gestalten der „Esther Goldstein-Howard“ und ihres Bruders „Eli Goldstein“ entstammten ursprünglich einem Lamento, wo meine Motivation geblieben sei – sie liege in Waikiki Beach am Strand und lasse sich von einem muskulösen, braungebrannten Mann den Rücken eincremen, schrieb ich damals einer Freundin. Aus meiner Motivation, die im schwarzen Bikini am Strand liegt, wurde dann die lustige Milliardärswitwe, hinter der aber noch viel mehr steckt – der Widerspruch einer Pazifistin auf der einen und einer durchaus militanten Umweltschützerin auf der anderen Seite, und noch mehr.

So etwas zu basteln, meinen flüchtigen Traumbildern und Visualisierungen ein Leben, einen Namen, weitere Aufgaben, Hintergründe, Motivationen zu geben, das erfüllt mich mit Freude und gibt mir Kraft. Es hat mich über das Autopendeln nach Stuttgart – sieben Jahre lang! – gerettet. Gelegentlich sind die Geschichten die, die mir einzuschlafen helfen, manchmal sind’s auch die, die mich wach halten. Auf jeden Fall sind sie nicht wegzudenken. Wenn ich den Howard-Goldstein-Vortex und Am Rand des Strömungsabrisses (sowie in unbestimmter Zukunft vielleicht ein Sequel) schreibe und anderen zugänglich mache, so tue ich das vor allem, weil diese Geschichten wichtig für mich sind. Ken Mogis Definition von Ikigai anhand dessen, was Hobby-Manga-Zeichner in Japan an- und auf eine Messe treibt, darin habe ich mich mit meinen Geschichten wieder gefunden.

Ich tue das nicht für Euch. Aber ich freue mich, wenn ich es mit Euch und zu Eurer Freude tun kann. Wenn das, was ich schreibe, nicht gefällt – ist es immer noch Teil meines Lebens. Wenn ich nicht gerade ganz schlimm drauf bin, weiß ich, dass mir das reicht und alles andere Bonus ist.

Leidenschaft

Mein Referat am Regierungspräsidium wird über die nächsten Jahre hinweg nicht nur ausgeschiedene Mitarbeiter ersetzen, sondern einige neue einstellen. Das hängt damit zusammen, dass durch die neuen, EU-weiten Vorgaben für die Strahlenschutzgesetzgebung von 2013 das Ende 2018 in Kraft getretene Strahlenschutzgesetz der Bundesrepublik Deutschland neue Aufgaben für uns Strahlenschützer auf Behördenseite vorsieht.

Nun gilt es, die neuen Mitarbeiter möglichst schnell und möglichst gut auf einen Stand zu bringen, dass sie mehr Arbeitskraft bringen als sie kosten. Für neue Mitarbeiter ist es – überall – ganz normal, dass sie erstmal mit dem speziellen Thema von Unternehmen, Institut oder Behörde vertraut gemacht werden müssen und dann auch die etablierten Prozesse lernen müssen. Das bindet erfahrene Mitarbeiter zur Einarbeitung und in der Zeit nehmen die „Neuen“ den Erfahrenen noch nicht viel Arbeit ab. Ganz normal also…

Wenn die Leute reintröpfeln, verteilt man sie halt, sie arbeiten mal mit dem einen, dann mit dem anderen, an deren jeweiligen Prozessen und man kombiniert Bearbeitung von Fällen und Einarbeitung neuer Mitarbeiter. Wenn der Zuwachs allerdings in der Größenordnung der bisherigen Gesamtstärke liegt, wird das schwierig. Einer am Rechner und den Akten, vier bis sieben im Stuhlhalbkreis um ihn rum, das funktioniert nicht. Also müssen Teile des Ganzen eben doch im Frontalunterricht für die ganze Gruppe gemacht werden – und da es landesweit so sein wird, kann man das bündeln: Es werden also neue Gesichter aus vier Regierungsbezirken Vorträge erfahrener Mitarbeiter zu hören haben und so schultert jede Gruppe nur ein Viertel der Vorträge.

Und genau da kann ich einer Leidenschaft frönen, die ich schon ein wenig vermisse. Im Moment kann ich sie sonst nur in Nebentätigkeit ausleben – das Vortrag- bzw. Vorlesung Halten. Ich weiß nicht, ob ich besonders gut darin bin, aber die Resonanz war zumeist in Ordnung bis gut – und Spaß macht es mir auch. Ich habe sieben Jahre lang an der Uni jedes Semester zwei bis drei Doppelstunden Vorlesung gehalten und das Äquivalent von ein bis zwei Doppelstunden Praktikum betreut. Das gehörte zu meinen liebsten Jobs an der Uni!

Da es allmählich dringend wird, habe ich heute im Home-Office (Corona-bedingt sollen wir zur Zeit einmal die Woche Homeoffice machen) einen Vortrag designed und mir Vorgedanken über einen zweiten gemacht. Dabei habe ich gemerkt, wie viel Spaß mir das eigentlich macht! Ich habe meinem Mann – der von Strahlenschutz nur so viel Ahnung hat, wie ich es eben immer erzähle, aber weder in dem Bereich arbeitet noch Vorbildung dazu hat – den Vortrag einmal in abgespeckter Form gehalten, um zu prüfen, ob das so verständlich ist. Schließlich ist mir sehr bewusst, dass im Zuge von Kernkraftwerksrückbau und Bedarf an Strahlenschützern in der Medizin die Behörden im Moment nicht der attraktivste Arbeitgeber bei recht kleinem Arbeitsmarkt an Strahlenschützern sind. Mir werden also wohl bei diesem Vortrag einige Leute entgegenblicken, die aufgeschlossen, aber im Strahlenschutz durch von die vorher absolvierten Module unseres Ausbildungsprogramms bewandert sind.

Spannend wird das werden, da bin ich sicher. Es war auch super-interessant, einen Vortrag „from scratch“, also von einer leeren PowerPoint-Präsentation an zu bauen und sich ohne Vorlage zu überlegen: Was muss rein? Wie baue ich das auf? Wie erkaufe ich mir mit Auflockerungen die Aufmerksamkeit für die trockenere Passagen? Nun bin ich sehr gespannt, ob ich morgen eine Rückmeldung von den Kollegen dazu bekommen kann – und wie diese ausfallen wird.

Jetzt geht es endlich wieder los…

…sagte C3PO in einem Star-Wars-Trailer. Ich hätte ja zu gerne geschrieben, dass dies in doppelter Hinsicht der Fall sei.

Aber mit dem Laufen ging es heute zwar besser, aber ich wollte nichts wieder kaputt machen. Als ich merkte, dass es eben immer noch ein bisschen in der rechten Wade, auf der Außenseite, am Ziehen ist, wenn ich richtig laufe, habe ich es gelassen. Beim Auf-der-Stelle laufen ging’s schon wieder, daher bin ich zuversichtlich, dass ich morgen oder am Sonntag wieder auf die Strecke kann. Ich verlege mich nun erstmal auf’s Dehnen und Übungen im „auf der Stelle laufen“.

Aber ich hatte von „doppelter Hinsicht“ geschrieben. In EINER Hinsicht, wie oben geschrieben, geht es noch nicht wieder los, auch wenn ich sehnsüchtig darauf warte. In einer anderen Hinsicht geht es allerdings wieder los! Ich hatte zwar eigentlich angesagt, dass es im Februar oder März weitergehen sollte, nun wurde es April… aber nun ist sie raus, die erste Folge der zweiten Staffel des Howard-Goldstein-Vortex‘! Ich habe am Ende der ersten Staffel meine „Helden“ in den Roaring Forties der Südhalbkugel zurückgelassen, wo einer ihrer Anschläge ungute Konsequenzen nach sich zog. Nun steigen wir dort wieder ein. Wer die bisherigen Folgen in der richtigen Reihenfolge lesen möchte, kann sie im Index aufgereiht vorfinden. An einer Ebook-Version der ersten Staffel bin ich dran, habe es aber noch nicht umgesetzt – auch das kommt!

…und auch das Laufen kommt wieder, da bin ich mir sicher.

Das Finale entwickelt sich

Gestern Abend ging die vorletzte Folge des Finales der ersten Staffel Howard-Goldstein-Vortex online. Breitseiten heißt das Ding – und es geht darin ganz schön rund. Eine Auseinandersetzung um das Erbe von Charles B. Howard nimmt – durch neue Hinweise – eine neue Wendung, und auch im Antarktischen Ozean wird’s richtig kritisch.

Ich habe nochmal reingelesen, nachdem das Ganze heute veröffentlicht wurde, und freute mich darüber. Langsam bin ich auch – da ich durch meine Erkältung ein bisschen im Hintertreffen mit dem Vorschreiben bin – am Festlegen, dass die zweite Staffel erst Anfang März beginnt und ich mir den Februar zum Atemholen und Vorschreiben nehmen werde. Zwischendurch werde ich mich dann noch um eine ePub-Version der ersten Staffel und einen Download-Ort dafür kümmern.

Es fühlt sich sehr spannend an, den Howard-Goldstein-Vortex, der mir sehr lange im Kopf herumspukte, online und ans Licht zu bringen – selbst wenn es nur wenige Leute interessieren sollte, was ich mir da ausgedacht habe. Eventuell ist der Howard-Goldstein-Vortex auch ein Modell, künftige Geschichten zur Verfügung zu stellen…

Wir werden sehen. Ideen habe ich noch eine Menge, es fehlt eher die Zeit, sie in lesbarer Form aufzubereiten.

Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not

Diesen Satz habe ich aus der Feder von David Gerrold gelesen, dessen Roman „Sternenjagd“ großen Eindruck auf mich gemacht hat. Er schrieb in dem Text, den ich gelesen habe, wie lange er die Geschichte von „Sternenjagd“ schon hin und her wälzte, bis sie es schließlich in ein Buch schaffte.

Ich muss gestehen, so richtig viel weiß ich nicht mehr, was genau in „Sternenjagd“ ablief. Es war eine düstere Atmosphäre – zwei fast gleich schnelle Kreuzer folgten einander, um sich gegenseitig zu zerstören. Auf dem Schiff, auf dem das Buch spielt, gibt es noch dazu Spannungen zwischen dem erfahrenen, etwas dickfelligen Kapitän und dem ersten Offizier, einem aufstrebenden Karriere-Offizier. Großen Eindruck hat es aber auf mich gemacht, dieses Buch, weil es eine ganz eigene, düstere Kriegsatmosphäre aufbaute, die weder das unsichere Lauern des U-Boot-Szenarios noch die Action eines Luftkampfes implementiert. Ob eine See-Schiff-Verfolgung so spannend und düster sein kann, weiß ich nicht – aber es ist der einzige Raum, der weit genug ist, in dem zugleich die Geschwindigkeiten ähnlich genug sind, um die Verfolgung so nervenzerreissend in die Länge zu ziehen…

Allerdings ging’s mir gar nicht um Sternenjagd selbst. Es ging mir darum, dass ich noch krank bin. Ich hätte vermutlich versuchen können, zu schreiben. Vermutlich wäre noch weniger etwas „Gescheites“ dabei herausgekommen, als das sonst der Fall ist. Aber ich habe in der Zeit gespart, daher hatte ich in der Not. Und so ist Folge 1.38 des Howard-Goldstein-Vortex heute online gegangen. Freilich hätte ich gerne noch einmal RICHTIG konzentriert drüberlesen wollen – aber das war durch die „Rüsselpest“ nicht drin.

So ganz nebenbei: Bis Folge 1.40 und damit das Ende von Staffel 1 sind schon alle vorgeplant. Spare in der Zeit, wie gesagt.

Alte Geschichten

…kommen bei mir immer mal wieder hoch. Alte Geschichten?

Ja. Alte Geschichten. Immer wieder denke ich mir Dinge aus. Gestalten, Figuren, Landkarten, Welten… Weltumspannende Epen und ganz kleine Geschichtchen. Manchmal vergesse ich sie bald wieder, manchmal bleiben sie lange in meinem Kopf. Aber eines ist sicher: Irgendwann sind sie mal weitgehend aus meinem Kopf raus.

Doch sie kommen alle wieder. Immer! Es dauert manchmal recht lange, aber sie kommen wieder. So war das mit dem Howard-Goldstein-Vortex, so war’s auch mit Jenny Korrenburr, der Heldin von „Am Rand des Strömungsabrisses“. Jenny wird auch wieder kommen, im Moment ist sie aber in meinem Kopf nicht so präsent. Aber es ist auch mit anderen Geschichten so. Zum Beispiel habe ich vor langer Zeit eine Geschichte geschrieben, über einen Schutzengel, der einen Ritter-König auf dem Feldzug gegen die Monster der Berge begleitete, beschützte und von einem Schamanen seiner Flügel beraubt wurde… und dann, der Unschuld der weißen Flügel beraubt, furchtbare Rache nahm. Inzwischen ist ein ganzes Epos darum entstanden, das ich danach für viele Jahre vergessen hatte. Und nun kommt es wieder. All diese Geschichten kommen wieder, verändern sich dann etwas, weil ich mich verändere. Ob sie besser werden, weiß ich nicht. Vielschichtiger auf jeden Fall.

Meine Phantasie funktioniert so. Immer wieder werden die Geschichten wiedergekäut, verändert, um Nuancen erweitert, Dinge geändert, entfernt und neu gefasst. So auch der gefallene Engel aus jener kaum eine A4-Seite langen Geschichte. Inzwischen sind’s über dreihundert Jahre eines ganz klein begonnenen und dann größer gewordenen Reiches, einer Erlösung und daraus gegründeten Religion. Diese Geschichte habe ich dann als teils aus realen Ereignissen erstandenen Mythos in die Welt eingebaut, in der ich „Am Rand des Strömungsabrisses“ angesiedelt habe. Die Geschichte funktioniert als Fantasy-Epos genau wie als Gründungsgeschichte einer Religion, mal mit echten übernatürlichen Wesen, mal mit Ereignissen, die den Mythos aufbauen, aber ganz irdisch oder eher eher tethysisch sind. Heute Nacht werde ich bestimmt davon träumen – da freue ich mich drauf.

Pläne – Howard-Goldstein-Vortex Ebook

Mein aktuelles Schreib-Projekt, der Howard-Goldstein-Vortex, wächst und wächst. Nun ist es für mich sehr schön, das Projekt episodenweise, eine jede Woche, zu veröffentlichen. Durch die Blog-Form freilich hilft zwar der Index, Stück für Stück zu navigieren, aber im Blog selbst stehen die Episoden in umgekehrter Reihenfolge.

Nun kam mir vor einiger Zeit die Idee, mit Abschluss der ersten Staffel und dem Übergang zur neuen, zweiten Staffel die bisherigen Folgen zu einem Ebook-Format zusammenzukompilieren und als Download anzubieten. Dann kann man’s lässig auf dem Ebook-Reader in richtiger Reihenfolge lesen. Freilich dauert es noch eine Weile, vermutlich bis in den Januar, bis Staffel 1 vollständig ist. Aber die Idee reift schon eine Weile und so dachte ich, ich schreibe sie hier mal auf.

Dann werde ich die bestehenden Episoden zusammennehmen, noch einmal auf Fehler gegenlesen, den Cast als weiteres Kapitel dazunehmen und dann alles in ePub-Format bringen. Ob ich das Ganze dann hier auf der Veröffentlichungen-Seite und/oder auf dem Howard-Goldstein-Vortex zum Download anbieten kann, muss ich schauen. Oder eher: WIE ich es technisch mache, muss ich schauen, DASS ich es tun werde, steht fest.