[KuK] Grundloser Schreck

Heute war ich im Homeoffice. Mein Mann hat – für seine Arbeitszeiten recht spät – versucht, mich anzurufen. Das macht er stets, wenn er sich zum Heimfahren anschickt und ich daheim bin. Umgekehrt rufe ich meist an, wenn ich im Büro Richtung Feierabend losradle. Ich dachte mir nichts dabei – abnehmen konnte ich nicht, war gerade in einem dienstlichen Telefonat.

Dann rief er nochmal an. Ich realisierte das erst später, denn als er es versuchte, war ich kurz auf der Toilette. Es war schon mehr als anderthalb Stunden nach seinem üblichen Heimfahren. Ich versuchte, zurück zu rufen… nichts. Klingelte, aber er nahm nicht ab.

Mein Kopf zeichnete Schreckensszenarien – Unfall und er versuchte mich anzurufen, oder schlimmer noch: Unfall und jemand versuchte, mit seinem Handy bei ihm zuhause anzurufen, weil ihm was passiert sei… Panik!

Aber dann rief er munter „Hallo!“ zum Fenster rein, als er sein Rad über den Hof zur Garage fuhr. Er war spät von der Arbeit losgekommen und wollte mir sagen, dass er noch beim Radhändler vorbeiginge. Dann rief er nochmal an, dass er nun vom Radhändler Richtung zuhause aufbräche. Alles gut also! Weil alles gut war, hatte er auch nicht auf‘s Band gesprochen.

Es war also nur meine Phantasie, die mir Angst und dann den herrlichen Moment bescherte, ihn in meine Arme zu schließen!

[KuK] Sportziel-Armaturenbrett

Ich zeige ja öfter mal all meine Statistik im Sport, Diagramme noch und nöcher… und so weiter. Aber ich habe festgestellt, dass mir etwas eigentlich ganz simples immer fehlte: Eine Art Armaturenbrett der Zielerreichung. Natürlich ist das in Sachen „Trainingsplan für Tempo“ recht schwierig, da das eine komplexe Kontrolle ist. Das bastle ich mir vielleicht auch irgendwann. Für den Moment aber reichte es mir, eine Anzeige zu generieren, wie weit ich in meinen jeweiligen Gesamt-Kilometer- und Gesamt-Zeit-Zielen fortgeschritten bin.

Mein Zielerreichungs-Armaturenbrett.

Automatisch wählt Excel aus meinen gesammelten Daten die es jeweils aktuellen Jahres aus. Dann bestimmt es, wie weit das aktuelle Jahr am jeweils heutigen Tage fortgeschritten ist. Dann werden die Anteile an den gesetzten Zielen, die ich schon erreicht habe, berechnet und mit dem Fortschritt des Jahres in Relation gesetzt. Bin ich vor meinem Plan, wird’s grün hinterlegt, bin ich dahinter, sieht’s rot aus. Blau heißt, dass ich kein Ziel definiert habe und orange, dass ich exakt im Plan bin. Dazu sagt mir die Datei, wie viel ich pro Tag, Woche und Monat jeweils noch erreichen muss, um das Ziel am Jahresende erfüllt zu haben.

[KuK] Verbrannte Erde – Erster Versuch

Heute wollte ich „Verbrannte Erde“ beim Laufen spielen. Das bedeutet, dass ich keine Strecke zweimal, aber möglichst weit durch meinen Heimatort laufen wollte. Leider habe ich aus Gedankenlosigkeit zweimal gefoult:

Mein erster Versuch „Verbrannte Erde“.

Bei Foul 1 habe ich einfach nicht daran gedacht, dass ich den mit der türkisen „1“ markierten Weg schon gelaufen bin, eigentlich wollte ich die türkis markierte Alternativstrecke laufen. Bei Foul 2 bin ich zu spät abgebogen, das war dann die Sackgasse statt des Weges um die Turnhalle.

Im Süden lässt sich vielleicht noch ein bisschen was rausholen, im Westen des Dorfes ist es schwierig. Aber wenn ich das Industriegebiet im Osten mitnehme, komme ich wahrscheinlich auf 20 Kilometer. Das obige Muster mit den zwei Fouls waren 14,46.

[KuK] Prioritäten

Als wir gestern zum Supermarkt gingen, um den Wocheneinkauf zu machen, waren die Regale mit Toilettenpapier schon wieder fast leer, die günstigeren Sorten waren ganz geplündert. Wir waren zwei Stunden früher als normal im Markt, mindestens seit Donnerstag hängt im Edeka wieder das Schild aus, dass von bestimmten Artikeln pro Einkauf nur eine Packung ausgegeben wird. Und dennoch…

Gleichzeitig sieht man viele Leute, die ihre nun einmal im Rahmen der AHA-Regeln verpflichtende Maske nur über den Mund tragen und die Nase oben raushängen lassen. Wenn ich auf dem Bürgersteig vor Nagelstudio, Bar und Supermarkt, wo auch der Aufgang zu unserem Büro liegt, meinen Buff über Mund und Nase hochziehe, wenn ich mit dem Rad oder laufend um die Ecke komme, werde ich teils komisch angeschaut – und dort ist es wirklich eng.

Aus der Klopapier-Horterei und gleichzeitig nur sehr eingeschränktem Verschärfen der eigenen Vorsicht angesichts der wirklich explodierenden Zahlen lässt sich eigentlich nur ein Schluss ziehen:

Nicht allzu wenigen Menschen ist ihr Arsch wichtiger als ihre Gesundheit.

Provokante Äußerung von Talianna Schmidt

[KuK] Freiheit

Es ist für mich ein Stück Freiheit, mit dem Rad oder zu Fuß zur Arbeit und zurück fahren beziehungsweise laufen zu können. Die Parkplatzsuche entfällt, auch die starren Zeiten der Bahnen sind keine Vorgabe mehr für mich.

Aber in den Zeiten der Pandemie gibt es noch einen Vorteil: Wenn ich durch den Wald, über den freien Radweg radle oder laufe, bewege ich mich an der frischen Luft und muss – anders als in der Bahn – keine Maske tragen. Freilich habe ich meinen Buff um den Hals und ziehe ihn als Maske hoch, wenn ich über den engen, belebten Bürgersteig gehe oder mein Rad darüber schiebe, bei uns vor dem Büro. Dort ist ein Nagelstudio, ein Edeka, eine Bar: Stets High Life und Konfetti, wie meine Mama zu sagen pflegte. Da und im Treppenhaus, auch auf dem Flur im Büro, ist’s Pflicht und angesichts der derzeitigen Explosion der Zahlen auch einsichtig. Dann aber, raus aus dem Trubel, laufend oder auf dem Rad, da kann ich die Maske weglassen.

Das lerne ich gerade sehr zu schätzen, wo in jeder Besprechung nach Vorgabe des Arbeitgebers Masken zu tragen sind, wo wir heute zu einem Außendienst fuhren – mit dem Auto. Anderthalb Stunden Maske, kurvige Strecke im Schwarzwald… trotz Corona nötig, nicht einfach nur so. Aber halt durchaus etwas, das mir klar gemacht hat, wie ungewohnt die Maske ist und wie sehr sie mich, die ich sie nicht gewöhnt bin, sonst alltägliche Dinge beschwerlicher finden lässt.

Laufen und Radeln stellt da eine Freiheit dar. Eine sehr große sogar!

[KuK] Matsch und Schlaglöcher

Heute war ich beim KIT – es gab mehrere Anlässe und ich war auch noch aus weiteren Gründen in Leopoldshafen. Das ist ungefähr halb so weit nördlich von Karlsruhe wie ich südwestlich der Stadt wohne. Sprich: Ich bin morgens 30 Kilometer nach Nord-Nordost geradelt, habe dort einige Dinge getan – beruflich und in Nebentätigkeit – und wollte dann zurück. Indes, es hatte geregnet, regnete teils noch immer.

Da ich eh schon nass war und langsam wieder trocknete, kam es eh nicht drauf an, also radelte ich einen Umweg nach Hause – am Adenauerring nach Osten und dann Richtung Ettlingen. Einmal mehr durfte ich feststellen, dass Rennräder nicht berücksichtigt werden, wenn Radwege ausgewiesen werden. Ein ganzes Stück der Strecke durch den Oberwald zwischen Durlach, Rüppurr und Ettlingen ist unbefestigt, nur teils geschottert – und bei Regen matschig wie ein Sumpf. Der ganze Schmodder hing dann an meinem Rennrad, meinem Hintern, dem Boden meines Rucksacks.

Daheim angekommen, habe ich erstmal das Rennrad ein bisschen gesäubert, dann meinen Rucksack unten ein bisschen geputzt – und schließlich habe ich ein bisschen des Drecks an meiner Hose abgeschüttelt, indem ich noch neun Kilometer durch die Gegend rannte. Auf asphaltierten Radwegen geht es halbwegs, aber wo’s unbefestigt ist, braucht man definitiv ein Schutzblech oder eine hohe Waschmaschinen-Nutzungs-Frequenz. Ich entscheide mich im Moment noch für letzteres, verschwitzen tue ich die Sachen eh.

Ein bisschen schade finde ich allerdings schon, dass auf Radwegen Schotter-Bereiche oder Bereiche mit schlicht unterirdischer Asphalt-Qualität nicht ansatzweise ausgewiesen werden, wie das für die Autos passiert. Autos sind nämlich robuster gegen Dreck, Unebenheiten und Vibrationen als die meisten Räder. Das gilt nicht für Mountainbikes – aber ich fahre ja nicht Radwege, um ein Mountainbike zu brauchen. Freilich, ich verallgemeinere – mein Matsch-Problem ist ein Rennrad-Luxusproblem. Das mit der Qualität der Wege allerdings betrifft auch Citybikes und andere…