[KuK] Verbrennungsmotor

Gestern auf dem radelnden Weg zur Arbeit staunte ich zunächst nicht schlecht – eine definitiv sehr unsportlich gekleidete Dame folgte mir auf dem Rad, drängte in meinen Windschatten, dann zog sie vorbei… und dann realisierte ich: „Oh, Ebike!“

Nicht, dass ich hier Konkurrenz betreibe. Ich bin nicht besonders schnell und das weiß ich auch. Aber an der Stelle konnte ich einigermaßen einschätzen, dass diese Person wohl normal langsamer fahren würde als ich – und war sehr beruhigt, dass ich nicht völlig falsch gelegen hatte, da es sich halt tatsächlich um ein Ebike handelte.

Heute dann rief mir ein Ebike-Fahrer zu, als ich ihn überholte: „Bei dem Wind und ohne Rucksack!“ So stark fand ich den Gegenwind gar nicht – und ich war nur mit ca. 22 km/h unterwegs, das konnte ich auch schon schneller. Aber durch Akten für’s Homeoffice morgen und durch das Schloss war der Rucksack schwer – und durch die Packung Klopapier darin zusätzlich sperrig.

Im Endeffekt fahre ich ja nicht ohne Motor. Ich habe einen Verbrennungsmotor, nur dass der eben Glykogen und Fettsäuren verbrennt – also Kohlenhydrate und langkettige, organische Säuren, und keine Kohlenwasserstoffe. Ein hoch auf den Bio-Verbrennungsmotor Muskel!

[KuK] Wege

Heute waren wir beim Versuch, ein Rezept für ein Sanitätshaus einzulösen, in Rastatt. Leider war aufgrund geänderter Öffnungszeiten diese Aktion nicht von Erfolg gekrönt, aber dennoch gab’s dadurch eine nette Radlerei an der Murg.

Zwei Räder, der Murgdamm und die Murg selbst.

Auch wenn ein naturbelassener Fluss sicherlich ökologisch sinnvoller wäre, hat die Murg mit dem Murgdamm etwas sehr Ästhetisches, zumindest in meinen Augen.

[KuK] Trompoet

Nachdem ich heute statt Lauftreff eine Runde allein durch die Gegend gerannt bin, gingen mein Mann und ich vorhin noch eine Runde an der frischen Luft spazieren.

Auf dem Rückweg hörten wir aus einem der Häuser oberhalb des „Bruchs“ (1) eine Trompete. Ein Mensch spielte dort die „Ode an die Freude“, während wir die Hangstraße, unterhalb des Bruchs entlanggingen. Als er fertig war, applaudierten wir und ein Paar, das über die Wiese rüber im Garten stand und ebenfalls zugehört hatte.

Das fand ich richtig schön!

(1) Der „Bruch“ ist natürlich nicht der Grabenbruch des Oberrheingrabens, sondern die Kante der Hardt, also der grobkörnigen „Geröllhalde“ der Flüsse und Bäche aus dem Schwarzwald. Am Bruch endet diese Geröllaufschüttung und es geht ein paar Meter abwärts in die feinkörnigen Sedimente des Rheins, der seine grobkörnige Fracht schon viel weiter oben, vor dem Bodensee, abgelagert hat.

[KuK] Krisengespräche

Heute auf dem Heimweg vom Supermarkt. Ich war zu Fuß dorthin gegangen und hatte in meinem Beutel vom Köhlbrandbrückenlauf einigen Teenachschub – und eine Packung Toilettenpapier unter dem Arm.

„Oh, haben Sie Toilettenpapier bekommen?“

Das fragte mich eine Dame, deren Kind gerade den Ball an ihr vorbeigeschossen hatte – und ich spielte ihn ihr zurück, damit sie nicht so weit laufen musste. Dann redeten wir kurz darüber, dass der Edeka Toilettenpapier nun nur noch in kleinen Mengen (eine oder zwei Packen pro Kunde, so ganz klar war das nicht) abgibt.

Die Krise ist mehr durch das Hamstern der Leute als durch die Einschnitte per Anordnungen oder Allgemeinverfügungen in meinem Leben angekommen.

Die Corona…

…ist in der Wortbedeutung ein Kranz. Das Wort bezeichnet unter anderem die äußerste, sehr heiße, aber dünne „Atmosphäre“ der Sonne. Sie liegt oberhalb der Chromosphäre und besteht aus Millionen grad heißem, ionisertem Material, einem Plasma. Sie ist mit bloßem Auge nur bei totalen Sonnenfinsternissen zu sehen, wenn die Chromosphäre vom Mond abgedeckt wird.

Ebenfalls den Begriff Corona – Kranz – im Namen tragen die Koronargefäße, also die Herzkranzgefäße. Patienten, wie zum Beispiel mein Großonkel vor vielen Jahren, die mit dem Risiko von Herzinfarkten leben oder gar Herzinfarkte überlebt haben, bekommen in aller Regel den Rat, Sport zu treiben. Mein Großonkel sprach damals immer von seiner Koronar-Sport-Gruppe.

Ich muss zur Zeit – auch wenn ich gerade erkältet bin und das mit etwas mehr Vorsicht als sonst angegangen bin, um niemanden anzustecken – echt höllisch aufpassen, dass ich nicht Assoziationssprüche mit den vielen Bedeutungen mache, die das lateinische Wort für „Kranz“ in unserem Sprachgebrauch hat.