Was man nicht im Kopf hat…

…hat man in den Beinen, sagt man so schön.

Das habe ich mir gestern mal wieder eindrucksvoll bewiesen. Das kam so: Nach der Arbeit beschloss ich, noch kurz einkaufen zu gehen. Ich brauchte Tee, hatte Lust auf irgendwas zu naschen und mein Mann brauchte Duschgel. Also schnappte ich mir eine meiner Ortlieb Backroller Taschen, zog Radklamotten und meine Klickschuhe an, klickte die Tasche an den Gepäckträger und meine Schuhe an die Pedale des „Red Flash“ und fuhr los. Es war zwar windig und kalt, aber sonnig und somit hatte ich Lust zu fahren. Nach einem „kleinen“ Umweg über Würmersheim, Au am Rhein, Elchesheim und Ötigheim landete ich bei unserem Edeka im Dorf. Eigentlich hatte ich auch schon überlegt, beim Edeka in Elchesheim zu halten und einzukaufen, aber irgendwie wollte ich da noch weiter fahren.

Ich hielt also an, lehnte mein Fahrrad an die wundervollen „Bügel“ aus Stahlrohr, die zwar irgendwie nach „Eingangsbereich Stadion“ aussehen, aber viel besser als konventionelle Radständer für meine ständerlosen Rennräder geeignet sind, holte das Kabelschloss aus der Tasche, schloss mein Rad an und ging einkaufen. Voll bepackt mit Cashew-Mus, Salty-Caramel-Brotaufstrich, vier Packungen Tee, Duschgel, einer Packung Knabberzeug und zwei Puddings stand ich an der Kasse, packte all das Zeug auf’s Band, fischte nach dem Ziplock-Beutel, in dem ich ein paar Geldscheine, Ausweis, Führerschein, Nahverkehrs-Monatskarte und Bankkarte wasserfest und platzsparend in der Trikottasche mitführen kann. Meine Hände stießen zuerst auf den Schlüssel, ich stutzte, holte den Schlüssel raus…

„Ich Horntier!“, brach es aus mir heraus! An dem Karabinerhaken, den ich als Schlüsselbund benutze, hing (wegen Homeoffice) natürlich NICHT mein Chip für die Arbeit. Ebenfalls NICHT dran hing mein Katzen-Optik-Flaschenöffner, vorhanden war mein Hausschlüssel, der Briefkastenschlüssel… aber genau: Ebenfalls nicht am Haken hing der Ring mit den drei Schlüsseln für die zwei Kabel- und das eine Kettenschloss. Mein Rad war also am Supermarkt zuverlässig angeschlossen.

Ich spazierte also auf Klickschuhen mit meinem Einkauf nach Hause, deponierte den Einkauf in der Küche, holte meine Schlüssel und tappte zurück zum Supermarkt. Aber danach fuhr ich trotz kalten Windes noch ein klein wenig durch die Gegend und kam so auf 40 Kilometer Strecke nebst eines kleinen, unfreiwilligen Spazierganges, der mich danken ließ, dass ich SPD-Klickpedale fahre. Auf Rennrad-Klickschuhen zweimal 1500 Meter gehen wäre sicher noch etwas lästiger gewesen.

Mein Kopf – funktioniert seltsam

Heute morgen hat wohl das ankommende Schnee-Feld meine Wetterfühligkeit angetriggert. Ich merkte gegen 7:00, dass ich Kopfschmerzen bekommen würde. Gegen die Spannung im Rücken zog ich auf’s Sofa, überstreckte den Nacken und dehnte im Wechsel dazu die Nackensehnen und Nackenmuskeln. So konnte ich genug Entspannung erzeugen, dass ich mit einem Halbmarathon im Schnee die Sache unter Kontrolle bekam.

Dann futterten mein Mann und ich gemeinsam – ich hatte zum Frühstück Maultaschen mit Eiern, Speck und Schinken gebraten. Dabei schauten wir das, was wir nun als neue „Frühstücks-Serie“ auserkoren haben. Mein Mann hat diese Serie als Kind in Form von Hörspielen gehört, ich habe sie teils an der Seite meines Opas im Privatfernsehen gesehen, denn meine Großeltern hatten viele Jahre vor meinen Eltern Kabelfernsehen… es dreht sich um „Knight Rider“. Ein schwarzer TransAm mit rotem LED-Lauflicht unter der Haube und einem leicht beleidigten Computer namens K.I.T.T., dazu David Hasselhoff als Michael Knight…

Als mein Mann dann meinte: „Jetzt fängt K.I.T.T. gleich an zu sprechen!“, antwortete ich: „Und was sagt er?“ Mein Mann so: „???“ – darauf ich: „Guten Morgen, Dave!“

Seit dem weiß ich, dass ich eine LED-Wandlampe im HAL-9000-Design haben möchte…

Der Lauf-AKW und mein „Dagegen“

Wenn Leute von ihren Läufen schreiben, steht da oft sowas wie „RDL“, „LDL“, „ADL“, „TDL“ oder „HIIT“. Ich weiß inzwischen freilich so halbwegs, was das bedeuten soll – muss aber eingestehen, dass die Abkürzung aus dem Trainingsplan, nach dem der Läufer oder die Läuferin läuft, für mich eigentlich nicht unbedingt aussagekräftig ist. Tatsächlich ist mir bei all den Dauerläufen „irgendwas-DL“ meist nicht ganz klar, welcher Pulsbereich gemeint ist – und in dem Falle kann die Person gerne auch die Abkürzung weglassen.

Dieser Abkürzungswahn („AKW“) ist nicht schlimm. Schließlich muss ich ja nicht lesen, wenn die Leute auf Facebook oder Strava ihre Läufe dergleichen benennen, sondern kann mich einfach über den geposteten Lauf freuen und ein motivierendes „Like“ dort lassen. Dennoch finde ich es irgendwie irritierend und es ist nicht meine Sprache, wenn jemand (ich oder weranders) eine für andere nicht aussagekräftige Abkürzung über die Trainingsart in einen Post reinpackt, der merklich eher zum Vorzeigen oder Motivation Abholen gedacht ist denn als Trainingstagebuch. Da passt dann ein Bild oder ein ausgeschriebenes Adjektiv in meinen Augen viel besser. Aber das bin nur ich…

Da ich aber für mich schon eine nicht ganz unwichtige Person bin, habe ich mir nun vorgenommen, die Abkürzungsgeschichte ein bisschen auf die Schippe zu nehmen. Ich bin noch nicht sicher, ob ich es den ganzen Dezember durchhalten werde, aber der Plan ist, die eigenen Läufe und Radfahrten mit ein wenig lustigen Abkürzungen zu belegen, die direkt danach erklärt werden. Ich habe bereits die folgenden:

  • LIAR – Low Intensity Athletic Recovery,
  • MIRidT – Medium Intensity Run in the Dark,
  • BAT – Band Aktivität auf Tempo und
  • NaDA – Nachmittags-Dunkelheits-Ausfahrt.

Ich bin mal gespannt, was mir über den Dezember noch so alles einfällt. Einen ADL („Ausdauerlauf“ – für mich ist ADL eher die Allianz Deutscher Länder, der Nachfolgestaat der Bundesrepublik Deutschland im Rollenspiel „ShadowRun“), LDL („Langsamer Dauerlauf“, war das nicht eher eine Cholesterinart) oder ein HIIT („Highly Intensive Intervalled Training“, von mir ganz schnöde als „Intervalltraining“ referenziert) werde ich sicher nicht so benennen – fände ich nun nicht so den HIT, wo ich dann doch erstmal in den Trainingsplänen nachlesen müsste, was verschiedene Trainingsplan-Schreiber unter der jeweiligen Bezeichnung (und Abkürzung) verstehen.

Vielleicht will ich ja auch einfach nur auf Krampf anders sein, nicht?

[KuK] Eloquenz und Eleganz

Eloquenz.

Mein Mann hat eben Bilder auf seinem Handy angeschaut.

Es waren einige Bilder dabei, die er von mir gemacht hat, und es waren auch ein paar dabei, die meine schillernde Persönlichkeit, die Brillanz und das Strahlen meines Geistes und die geschmeidige Gewandtheit meiner Physis in adäquater Weise zur Geltung bringen.

Die Erkenntnis, welch ephemeres Wesen hier schreibt, konnte ich Euch in meiner maßlosen Eitelkeit nicht vorenthalten.

Und so erschauert unter meiner Eloquenz (siehe Bild oben) und Eleganz (siehe Bild rechts).

Eleganz.

Ich hab’s erst hinterher gemerkt…

Gestern überlegte ich mir aus Albernheit ein kleines wortspielerisches Multiple-Choice-Witzchen. Ich bastelte es zusammen, postete s wo, bekam Feedback. Heute habe ich es den Kollegen ausgedruckt und erweitert zur Ermunterung in die Fächer gelegt: in dieser durchaus etwas düsteren Zeit – Herbst, November, Terror, Corona… US-Wahl…

Ich führe es hier einfach mal vor:

Wo eine Planierraupe ist, ist später… (zutreffendes bitte ankreuzen)
[ ] immer noch eine Planierraupe.
[ ] keine Planierraupe mehr.
[ ] eine verpackte Planierraupe mit einer Unterschrift von Christo drauf.
[ ] ein Planierschmetterling.
[ ] eine Planierpuppe.
[ ] ein Flachwitz.

Natürlich IST das Ganze ein Flachwitz. Deswegen hatte ich diese Option eingebracht. Dass „flach“ und „Planierraupe“ gut zusammenpassen, das kam mir erst heute im Laufe des Tages, als sich die Leute auch über genau diese Option – den Flachwitz – köstlich amüsierten.

Aber ich geb’s ehrlich zu: Alle anderen Wortspiele und Flachwitze waren beabsichtigt. Das mit dem planierten Flachwitz nicht, ich hab’s selbst erst hinterher geschnallt.

[KuK] Verbrannte Erde – Erster Versuch

Heute wollte ich „Verbrannte Erde“ beim Laufen spielen. Das bedeutet, dass ich keine Strecke zweimal, aber möglichst weit durch meinen Heimatort laufen wollte. Leider habe ich aus Gedankenlosigkeit zweimal gefoult:

Mein erster Versuch „Verbrannte Erde“.

Bei Foul 1 habe ich einfach nicht daran gedacht, dass ich den mit der türkisen „1“ markierten Weg schon gelaufen bin, eigentlich wollte ich die türkis markierte Alternativstrecke laufen. Bei Foul 2 bin ich zu spät abgebogen, das war dann die Sackgasse statt des Weges um die Turnhalle.

Im Süden lässt sich vielleicht noch ein bisschen was rausholen, im Westen des Dorfes ist es schwierig. Aber wenn ich das Industriegebiet im Osten mitnehme, komme ich wahrscheinlich auf 20 Kilometer. Das obige Muster mit den zwei Fouls waren 14,46.