Sashiiiimi!

Beim japanisch Essen bestellte ich mir Sashimi. Wir hatten gerade eine Nerd-Gruppe zusammen und so entstand die Vorstellung… ich reiße das mal an:

Jeder kennt wohl die kleinen, mit Kapuzenmänteln bekleideten Jawas aus Star Wars, deren Augen gelb leuchten. In einer Szene brüllen die Jawas in Erstaunen „Udinni“, oft und gerne als Ausruf „Houdiiiini!“ interpretiert. Und nun…

Stellen mein Mann, mein Nennbruder und dessen Vater sich mich in einem Jawa-Kostüm vor, mit Stäbchen in der Hand und dem Ausruf: „Sashiiimi!“

Und wisst Ihr was? Ich MAG die Vorstellung. Ich brülle jetzt schon den halben Abend immer wieder begeistert und in Imitation der Jawas „Sashiiiimi!“ durch die Gegend!

Logik

Mir drängt sich derzeit eine Frage auf. Irgendwie habe ich schon öfter darüber nachgedacht, aber bin nicht bis zu den Schlussfolgerungen durchgedrungen. Es geht dabei um Zeitspannen im Winter und Frühjahr, die sich immer mal wiederholen. Aus der einen wird ein großes Ding gemacht – obwohl sie nur ausdrückt, dass wir beinahe einen Zustand erreicht haben, der für einige Zeit anhält, eben nur „fast“. Aus der Zeit, in der der Zustand erreicht ist, machen wir keine große Sache – somit beweist mir das, dass der Weg das Ziel ist.

Die Rede ist natürlich von der N-Zeit. Diese erstreckt sich über 40 Tage nach dem ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond.

Ihr habt noch nie von der N-Zeit gehört? Genau mein Punkt! Wir machen keine große Sache draus. Nur die Vorfreude, die zelebrieren wir, denn sie ist in aller Munde. Die Fast-N-Zeit kommt jedes Jahr wieder über viele Lippen, während die N-Zeit still genossen wird.

Wie ein bunter Hund

Heute wurde ich im Supermarkt von einer Angestellten des Marktes angesprochen. Sie sehe mich öfters laufen, auf dem Weg in Richtung des Nachbardorfes. Sie bat darum, eine Frage stellen zu dürfen – und ich hatte nichts dagegen. Sie wollte wissen, ob das nur eine Laufleidenschaft sei oder ob ich Marathon oder sowas liefe. Ich musste unter meiner Maske grinsen, denn auf Fragen nach dem Schema „entweder-oder“ gibt es in meinem Freundeskreis nur eine Antwort: „Ja!“

Hier trifft das natürlich auch zu. Das sagte ich ihr auch. Nach dem salopp dahingeworfenen „Ja!“ schritt ich zur Erklärung, dass es beides sei. Es ist ja wirklich eine Laufleidenschaft, aber Marathon bin ich auch schon gelaufen – und genau das sagte ich ihr auch.

Sie meinte dann, einfach so rüberwinken sei ja komisch, und ich wüsste dann auch nicht, wer es sei. Wenn mir aber künftig auf dem Weg zum Nachbarort jemand aus dem Auto zuwinke, sei sie das vielleicht. Sie äußerte dann noch ihre Bewunderung für meine Disziplin und den Sport im Allgemeinen. Ich muss gestehen, ich fand das einerseits ein wenig lustig – aber andererseits hat es mich auch wirklich gefreut.

Ich sehe mich zwar als Katze – aber bekannt bin ich eher wie ein bunter Hund, wie es scheint.

Dekadenz

Ich habe lange das richtige Wort dafür gesucht, was meine neueste Idee eigentlich ist, also welches Attribut man diesem „Streich“ zuordnen sollte. „Seltsam“, das war ein heißer Kandidat, „nerdig“ und „speziell“ waren auch am Start. Aber eine Freundin gab mir einen Hinweis – als ich ihr erzählte, was ich getan habe, nannte sie es „dekadent“. Ich bin bereit, willens und gerade dabei, mich dieser Einschätzung völlig anzuschließen.

Warum kauft man sich einen elektronischen Bilderrahmen? Es gibt viele Antworten, die meisten haben mit schönen Urlaubsfotos in Massen, mit riesigen digitalisierten Bibliotheken von Bildern, mit… Schönem, mit der auf Flash-Speicher gebannten Darstellung der Welt in Pixeln zu tun. Mein Grund war ein etwas anderer…

Ich stolpere immer wieder über schöne Bilder, wie zum Beispiel das „Spacekätzle“, das in einem Twittermeme als verwechslungsgefährdet mit Käs’spätzle klassifiziert wurde. Aber ich verlege mich auf Ausreden. Schöne Bilder anzuzeigen, das war nicht die Idee. Mit wechselnden Bildern hat das Ganze schon zu tun, aber nicht mit dem Meme oder Bild oder der niedlichen Fotomontage, die in meinem Kopf gerade in Mode ist. Nein, die Bilder, die unabhängig vom Rechner darzustellen ich mit dem kleinen Bildschirm im Rahmen beabsichtigte, beabsichtige und es auch tue, wechseln täglich und stellen auch die Realität dar – aber nicht Pixel für Pixel abfotografiert, sondern in Zahlen und Diagrammen umgesetzt: Meine Sport-Statistik. Und so werden auf meinem kleinen Bilderrahmen hier im Wechsel dargestellt:

  • Durchaus das Spacekätzle, weil ich gerade drauf abfahre, vor allem aber
  • meine Zielerreichungstabelle, tagesaktuell für das aktuelle Jahr,
  • mein Kilometerstand mit dem Rad, zu Fuß und insgesamt um die Welt und zum Mond sowie
  • meine neue Streak-Tabelle, in der die Länge der Phase dargestellt ist, in der ich jeden Tag mindestens eine Meile gelaufen, zwei Meilen geradelt und fünf Minuten mit Dehnübungen beschäftigt gewesen bin.

…und ich liebe es!