[KuK] „Mein lieber [Gott], sind Sie schnell!“

Das Obige – unter im Süddeutschen durchaus üblicher Weglassung des Wortes „Gott“ – sagte eben ein Radfahrer zu mir. Woher er das wusste? Nun, er hat es gesehen.

Von meiner letzten Trainingsrunde vor dem Halbmarathon am Samstag war ich bereits fast wieder zuhause, insgesamt waren es knapp zwölf Kilometer. Es fühlte sich alles gut an, also ließ ich es laufen – und ich war bereits etwa achthundert Meter vor Zuhause, als von rechts aus dem Waldweg besagter Radfahrer auf die Straße am Waldrand einbog und seinen Fahrweg neben mir einschwenkte. Allerdings waren wir nur ein paar Sekunden gleichauf, dann hielt er nicht mehr mit. Ich lag bei so um die vier Minuten pro Kilometer, also 15 Stundenkilometern. Die hielt ich bis zuhause durch, ich hatte mir ja bewusst eine Steigerung gegönnt, weil es so angenehm war, am warmen Abend zu laufen. Als ich dann meine Uhr auf Pause stellte, die Aktivität beendete und mich anschickte, meinen Schlüssel herauszuholen, fuhr der Radfahrer an mir vorbei.

„Mei lieber, sin‘ sie schnell!“

Hmm. Ja. Scheint so.

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[KuK] Lautmalerei

Braucht’s dafür viele weitere Worte?

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Falls es weitere Worte braucht: Das ist eine Lautmalerei. Der Großbuchstabe ist das griechische Phi. Versieht man es mit einem Index, so wird das in den meisten mit mathematischer Symbolik arbeitenden Wissenschaften „Symbol-kurze-Pause-Index“ ausgesprochen, hier also: Phi’zeug. Das klingt dann wie Viehzeug. Mit einer kleinen Pause drin.

Und nein, das ist nicht witzig … zumindest für diejenigen nicht, die sich jetzt nicht auf dem Boden kugeln.

Wie eine Katze

Unser Haus ist seit Mitte der Woche eingerüstet – wir bekommen ein neues Dach und außerdem wird die Fassade gemacht, das wird allerdings hausintern gemacht. Das Gerüst diente unserer Nachbarskatze schon fleißig als Laufsteg, um vor dem Fenster im Wohnzimmer umherzustolzieren. Mein Mann fand es sehr lustig, sie dabei zu fotografieren – ich war leider nicht da, als die Katze vor dem Fenster stolzierte.

Außerdem kann unsere Nachbarskatze über den kleinen Tisch mit Drucker und einem Haufen Krimskrams durch das Fenster ins Wohnzimmer einsteigen, ohne auch nur ein Teil zu berühren oder umzuwerfen – was auch gut so ist, wenn sie meine Diana-von-Themyscira-Statue umwürfe, gäb’s aber sowas von Ärger für das Tier!

Heute nach dem Laufen stieg ich auf das Gerüst. Mein Mann war noch am Lüften, also standen die Fenster im Wohnzimmer offen. Ich tappte über das Gerüst zum Wohnzimmerfenster und dann starrte mein Mann mich erwartungsvoll an. Er warte darauf, ob ich auch vom Fensterbrett ins Wohnzimmer springen könne, ohne etwas umzuwerfen. Tja, und tatsächlich konnte ich herunterspringen, ohne etwas umzuwerfen. Ein Leckerli habe ich aber nicht bekommen …

Maunz.

[KuK] Mumien überall!

Zur Zeit kommt bei uns eine spezielle Richtung von „Horror“ an vielen Stellen zusammen. Mumien!

Wir lesen gerade den dritten Teil von Tanya Huffs Reihe über Vicki Nelson und den Vampir Henry Fitzroy, und da geht es deutlich absehbar um eine Mumie, die in Toronto wieder erwacht. Die Folge von „Voyage to the Bottom of the Sea“, die mein Mann gerade eingelegt hat, heißt „The Mummy“ – und im Moment liegt, unter anderem wegen des Blogbeitrags zu Mumien bei Fantastische Antike das Buch „Mumien: Die Wiedergeburt“ auf meinem Schreibtisch.

Kommt vieles zusammen. Sogar unsere unsichtbaren, außerirdischen Mauzen albträumen von Mumien – während die beiden Arzt-Katzen gelegentlich, wenn es uns nicht gut geht, uns bandagieren, um uns zu helfen, und im nächsten Moment panisch von Mumien mauzen.

Manchmal … kommt alles zusammen. Aber da bin ich nicht böse drum. Die Albträume wegen Mumien sind bei mir selbst zum Glück in meiner Kindheit zurückgeblieben.

Der unvergessliche Blick des Kochs

Am heutigen Karfreitag lud mein Vater in das Restaurant ein, das zu dem Campingplatz gehört, auf dem er wohnt. Das hat sich so eingeschliffen: Da die meisten Familien – so auch die Familien des Manns meiner Schwester als auch die meines Mannes tendenziell zu Ostern eher am Ostersonntag oder Ostermontag was gemeinsam machen, ist der Karfreitag meistens frei. Also konkurriert da niemand miteinander und deswegen funktioniert es super so.

Zum Essen dabei waren der Vater meines Schwagers, ein mit meinem Vater befreundetes Paar, mein Vater, meine Schwester mit Mann und mein Mann und ich. Eine nette kleine Achter-Runde, in der fleißig über alles mögliche geredet wurde. Nun haben wir Schmidts – also mein Vater, meine Schwester und ich – durchaus den Ruf, ein wenig verfressen zu sein. Bei mir hat das etwas nachgelassen – eigentlich – aber durch die massive Lauferei der letzten Wochen ist eben doch wieder Hunger da. Es fing ganz harmlos an.

Erster Gang: Fischplatte. Es gab Octopus, Dorade, Krabbe … und dazu Rosmarin-Kartoffeln. Es war keine kleine Portion, aber nun kein Riesending – dafür unglaublich lecker. Der Koch freute sich, dass mein Vater, meine Schwester und ich (sowie noch einige der anderen) den Fisch bestellten, er bediente selbst. Im Interesse, meine Colitis Ulcerosa nicht anzustupsen, bat ich um „kein Knoblauch, aus gesundheitlichen Gründen“, was auch sofort erfüllt wurde. Der Koch achtete beim Auftragen peinlich darauf, dass seine Bediener mir den richtigen Teller hinstellten. Super war’s, aber mir knurrte noch immer der Magen. Bei bereits jetzt 45 gelaufenen Kilometern diese Woche und einigen Mittagspausen mit Spaziergang, Kaffee und Getränk, aber ohne Essen kein Wunder.

Zweiter Gang: Spaghetti mit Garnelen. Dabei waren auch angeröstete Cherry-Tomaten und leckere Kräuter, wieder wurde peinlich darauf geachtet, das ich den richtigen Teller bekam. Beim zweiten Gang machten schon die ersten nicht mehr mit – genau genommen waren nur noch mein Vater, meine Schwester und ich dabei. Der Koch sah davon ab, den anderen Nachspeise anzubieten, da wir ja noch Hauptspeisen am Essen waren. Reichlich und unheimlich lecker war’s! Aber … naja … wie soll ich sagen …

Dritter Gang: Tagliatelle mit Steinpilzen. Dem Koch entgleisten die Gesichtszüge, als ich bestellte – und meine Schwester mitzog. Eine 1,64-Frau von 56kg (meine Schwester) und eine 1,74-Frau von 65kg (meine Wenigkeit) bestellten das dritte Hauptgericht in Folge. Die anderen bestellten dann ihren Nachtisch – Panna Cotta. Boah, waren die Tagliatelle gut, die Steinpilze waren der Hammer und die sahnige Sauce war schön leicht. Ich bin nicht der große Fan italienischer Hartkäse, aber da war er richtig schön in die Komposition eingebaut, es war richtig, richtig gut. Der Koch grinste, als er die Teller brachte. Er hatte mehr Nudeln darin aufgehäuft als bei den Spaghetti mit Garnelen. Und dann guckte er ziemlich kariert, als er wieder zwei restlos leere Teller abräumen durfte, fragte, ob es schmecke. Ich antwortete – wahrheitsgemäß – mit einem nachdrücklich-begeisterten „Oh ja!“ – und bestellte Panna Cotta. Das brachte ihn dann nicht noch mal aus der Fassung.

Als mein Vater ihm anschließend auf der Toilette begegnete, muss er wohl gemeint haben, er finde es großartig, wie seine Familie essen könne. Aber es war auch super-lecker!

Das Gesicht des Kochs, als ich meinen leeren Teller der Spaghetti mit Garnelen zurückgab und postwendend mein drittes Hauptgericht bestellte, werde ich aber so schnell nicht vergessen.