Der Glastisch

In unserem Wohnzimmer steht vor dem Sofa ein Glastisch. Immer wieder verstecken sich unsere 25 unsichtbaren Mauzen unter dem Glastisch und sind der festen Überzeugung, dass man sie nicht sieht – sie verstecken sich ja unter dem Glastisch.

Die Nachbarskatze tut das auch gelegentlich, um sich dem Hinauskomplimentiertwerden zu widersetzen. Ob die Katze davon ausgeht, unter dem Glastisch nicht gesehen zu werden oder ob sie sich dessen bewusst ist, dass sie sich damit dem Zugriff entzieht, kann ich nicht beurteilen.

Ich jedenfalls habe mir heute den Kopf am Glastisch angestoßen, während ich mich für Crunches auf dem Boden zurechtlegen wollte, um während der Übung ein Video auf dem Bildschirm des Rechners meines Mannes zu sehen. Das lag nicht daran, dass der Tisch aus Glas und daher unsichtbar wäre. Es lag auch nicht daran, dass der Tisch undurchsichtig wäre – was er nicht ist. Es lag daran, dass ich hinten keine Augen habe.

Am Ende sind es doch die banalen Gründe, auch wenn es ein wirklich smarter Move ist, sich unter dem Glastisch zu verstecken.

[KuK] Lustiger Verschreiber und Poller

Das hat zwar gar nichts miteinander zu tun, aber beides spukt mir im Kopf herum:

Ich habe gestern einer Freundin, die wissen wollte, was es zu essen gab, folgendes geschrieben:

„Es gab Schnitzel mit Pfeffersoße, Salat und Bratkartoffeln, so richtig lecker mit Spiegel und Zweck.“

Meine Message an eine Freundin

Beim Spaziergang am Rhein empfand ich es als zwingend nötig, einen Poller zu fotografieren… seltsam, was mein Geist für Blüten treibt.

Foto vom Spaziergang am Rhein.

Wer herausfindet, ob es einen Zusammenhang gibt und wenn ja, welchen, darf mir das gerne in einem Kommentar mitteilen. Ich weiß nämlich selbst nicht genau, warum ich beide Ereignisse als einander zugehörig empfinde, aber es ist so.

[KuK] Im Wasser ist sie schnell

Heute auf unserem Wasserbett…
Auf dem Kissen: Die kleine Maus. Vor dem Kissen v.l.n.r. Rocky, Kitty, Glitzi und Indiana Maus. Am Beginn der Strecke links unten: Fritjof. Mitten im Wettrennen: Schildi und der kleine ICE. Am Ziel: Xue.

Wenn man mal nicht auf Arbeit ist, sondern im Homeoffice, bekommt man manchmal Dinge mit… Da Schildi, die Schildkröte, stets betont, dass sie im Wasser schneller ist als an Land, und der kleine ICE auf Schienen schneller als sonst irgendwo, haben die beiden ein Wettrennen gestartet – auf unserem Bett. Der Vorteil lag natürlich bei Schildi: Wir haben keinen Lattenrost, den man als Schienen interpretieren könnte, sondern ein Wasserbett. Ich platzte mitten in die Entscheidung, als ich nochmal ins Schlafzimmer schaute… es ging Kopf an Kopf aus!

Kopf an Kopf – spannendes Finale!

Am Ende fehlten dem kleinen ICE die Schienen und das Wasser – nun, das Wasserbett, war Schildis Vorteil. Die kleine Schildkröte tröstete den kleinen ICE aber, nachdem sie gewonnen hatte. Das Grüppchen feiert das tolle Rennen noch immer.

Konsequenz ist, was man draus macht…

Eine Folge aus der Serie „CKB – Corona-Krisen-Blog“. Mal sehen, ob’s eine Serie wird!

Heute morgen, als ich mit dem Fahrrad durch das kühle, aber sonnige Karlsruhe sprintete, sah ich an der Karlstraße eine Herren. Er stand in der Straße, die zum Ludwigsplatz führt, und mir fielen seine blauen Nitrilhandschuhe zu ganz normalen Straßenklamotten auf. Mundschutz trug er keinen.

Exkurs: Nach allem, was ich gehört und gelesen habe, verbreitet sich das neuartige Corona-Virus, so wie Erkältungen und die Grippe, vor allem über Tröpfcheninfektion. Schmierinfektion ist theoretisch möglich, aber selten bis nicht nachgewiesen, während die Tröpfcheninfektion allerorten ist. Handschuhe nutzen also gegen den der beiden Hauptverbreitungswege von Infektionen, der beim aktuell grassierenden Sars-CoV-2 ohnehin die kleinere Rolle spielt. Die ganzen (Privat-)Leute mit Einweghandschuhen und ohne Mundschutz im Supermarkt und in der Stadt regen mich also ein bisschen auf. Hab‘ ich den Mist auf den Mund- oder Nasenschleimhäuten, bringt auch Abwaschen nix mehr, angedockt haben die Rezeptoren schon. Hab ich den Mist auf den Händen, kann ich ihn auch einfach Waschen und mit Seife die Lipidhülle mit den Andockstellen zerstören – und produziere nicht dauernd zusätzlichen Kunststoffmüll an Handschuhen. Immer vorausgesetzt, ich fasse mir nicht – mit oder ohne Handschuhe ins Gesicht.

Zurück zu dem Herrn in der Karlstraße. Ich sah recht schnell, warum er keinen Mundschutz trug. Denn er fasste sich ins Gesicht. Die behandschuhten Greiferchen schön an die Lippen. Was nützen Handschuhe dann?

Natürlich hatte der Herr einen guten, wichtigen Grund, sich ins Gesicht zu fassen, mit seinen Nitrilhandschuhen, nämlich etwas anderes, das er mit seiner Lunge ganz ohne Corona-Virus anstellt – die Kippe zwischen den blauen Fingern.

Ich seh‘ es genau!
Die Hände sind blau!
– River Tam / Firefly

[KuK] Verbrennungsmotor

Gestern auf dem radelnden Weg zur Arbeit staunte ich zunächst nicht schlecht – eine definitiv sehr unsportlich gekleidete Dame folgte mir auf dem Rad, drängte in meinen Windschatten, dann zog sie vorbei… und dann realisierte ich: „Oh, Ebike!“

Nicht, dass ich hier Konkurrenz betreibe. Ich bin nicht besonders schnell und das weiß ich auch. Aber an der Stelle konnte ich einigermaßen einschätzen, dass diese Person wohl normal langsamer fahren würde als ich – und war sehr beruhigt, dass ich nicht völlig falsch gelegen hatte, da es sich halt tatsächlich um ein Ebike handelte.

Heute dann rief mir ein Ebike-Fahrer zu, als ich ihn überholte: „Bei dem Wind und ohne Rucksack!“ So stark fand ich den Gegenwind gar nicht – und ich war nur mit ca. 22 km/h unterwegs, das konnte ich auch schon schneller. Aber durch Akten für’s Homeoffice morgen und durch das Schloss war der Rucksack schwer – und durch die Packung Klopapier darin zusätzlich sperrig.

Im Endeffekt fahre ich ja nicht ohne Motor. Ich habe einen Verbrennungsmotor, nur dass der eben Glykogen und Fettsäuren verbrennt – also Kohlenhydrate und langkettige, organische Säuren, und keine Kohlenwasserstoffe. Ein hoch auf den Bio-Verbrennungsmotor Muskel!

Gemischte Quellen

Heute hatte ich ein paar Termine am Campus Nord des Karlsruher Instituts für Technologie. Früher (innerhalb meiner „Beziehung“ zu diesem Ort) hieß der Campus Nord „Forschungszentrum Karlsruhe“, noch früher, außerhalb meiner Zeit, die ich dort oder in Beziehung zu dort verbracht habe, Kernforschungszentrum Karlsruhe. Meine Vermieterin zu Studienzeiten fragte mich immer, wenn ich dorthin aufbrach, ob ich „in den Reaktor“ führe.

Während meines Termines lernte ich eine Reihe neuer Leute kennen, mit denen ich inzwischen beruflich zu tun habe. Allerdings durfte ich feststellen, dass ich auf Campus Nord heute Leute aus diversen Phasen bzw. Aspekten meines Lebens getroffen habe – zwei Personen, mit denen ich in meinem derzeitigen Hauptamt zu tun habe, eine Person, mit der ich in meiner derzeitigen Nebentätigkeit kennengelernt habe. Etliche Leute aus meiner Promotionszeit. Eine Freundin, die ich von außerhalb der Uni bei meinem Trek Monday kenne. Einen Dozenten, der in meiner Zeit in Stuttgart öfter mit Studentengruppen zum Praktikum kam, das ich dort leitete. Wenn ich es darauf angelegt hätte, wäre da vermutlich auch noch eine Person dabei gewesen, mit der ich beruflich zu tun habe, die ich aber zwischen meiner Zeit an der Uni in Stuttgart und meiner jetzigen Tätigkeit erstmals traf.

Ich finde schon ein bisschen krass, auf wie vielen Wegen ich Leute auf KIT Campus Nord kenne und dass ich von allen welche am heutigen Tag dort getroffen habe. Der Gedanke hat mich ein bisschen davon abgelenkt, wie nass ich heute beim Heimradeln wurde – 33,2 Kilometer bin ich gefahren, danach lief mir das Wasser aus den Schuhen.

Mag sein, dass der Gedanke unspektakulär war, aber ich fand ihn irgendwie krass.