[KuK] Lageenergiemaximum

Ein Fadenpendel verwandelt Lageenergie (potentielle Energie) in Bewegungsenergie (kinetische Energie), während es vom Loslasspunkt zum tiefsten Punkt schwingt. Danach wird bis zum Umkehrpunkt wieder kinetische in potentielle Energie verwandelt.

Hier also der Loslasspunkt meiner Pendelei:

Sogar mit Beweis, dass die Sonne klein gegenüber der Entfernung Erde-Sonne ist, sowie dass ich groß gegen Quanteneffekte bin: nämlich meinem Schatten auf den Gleisen.

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Von mir aus …

Heute fährt meine Bahn ganz normal. Dennoch sitze ich gerade nach knapp acht Kilometern Lauf in der S2. Ganz von mir aus!

Warum ich das mache? Die Bedingungen sind heute toll. Sonnig, blauer Himmel, 18 Grad Celsius. Auch wenn ich die Hitze mag, gegen so schönes Laufwetter werde ich mich nicht wehren. Auch wenn ich bei Hitze weniger langsamer werde als andere, bei Temperaturen um die 15-20 Kelvin unterhalb meiner Körpertemperatur bin auch ich schneller als im Wüsten- oder Dschungelklima.

Am Ende des Laufs sah ich an der Merkurstraße, dass meine S2 vier Minuten vor mir war. Also beschleunigte ich für den Kilometer bis zur Römerstraße von 5:40/km auf 4:35/km und rief noch etwas Tempo ab. Aus purer Lust an der Bewegung! Eben ganz von mir aus.

Einen Monat …

… ist nun für mich das Bahnpendeln angesagt. Einen vollen Montag (und ein paar Tage mehr) fahre ich nicht mehr mit dem Auto zur Arbeit. Mit etwas Verspätung habe ich letzte Woche auch meinen Eintrag in The Highway Tales Themselves angepasst. Das Auto, das ich privat fahre, hat sich nicht geändert, aber ich fahre es nun höchstens mal am Wochenende zum Einkaufen oder so. Wobei: Die vergangenen beiden Wochenenden war es auch für eine Fahrt nach Karlsruhe mit meinem Mann, zum Heimspiel der KIT SC Engineers am Start, da die Bahnen zwar fuhren, aber bei uns nicht hielten.

Ich habe mit dem Projekt LazAr auch eine Woche überstanden, in der die Bahnen bei uns nicht hielten und ich somit „etwas“ weiter laufen musste, um zur Bahn nach Karlsruhe zu kommen. Einen Monat ohne tägliches Autofahren, das macht etwas mit mir. Ich kann noch nicht genau sagen, was es genau mit mir macht, aber es macht definitiv etwas mit mir. Ich bin gelassener geworden dadurch. Wenn ich mich ans Steuer setze, ist das nicht mehr ein „Muss“, sondern ein „Ich habe die Freiheit dazu, auch so von A nach B zu kommen.“ Freilich, es verändert auch die Haltung zum Warten. Warten gehört beim Bahnfahren dazu, auch beim Autofahren im Stau. Aber es sind unterschiedliche Qualitäten des Wartens. Stehe ich an der Haltestelle an der Bahn, so warte ich vielleicht nicht weniger verärgert, wenn die Bahn spät dran ist oder gar ausfällt, aber ich warte, ohne dass ich im Auto eingesperrt bin. Freilich warte ich auch an einem Ort, den ich weniger kontrollieren kann.

Zugleich, und das wird mir gerade erst so richtig bewusst, ist das Warten auf die Bahn eines, das sich von der „Schuldfrage“ her anders anfühlt. Im Auto bin ich sehr selbstbestimmt, wo ich entlang fahre. Mit modernen Mitteln der Routenplanung bekomme ich immer wieder Hinweise, wie es schneller geht oder schneller gegangen wäre. Wenn ich im Stau stehe, so sind all die modernen Gimmicks, die mir helfen, Staus zu umgehen, eine riesige Hilfe, zugleich suggerieren sie aber auch, dass ich selbst daran schuld bin, wenn ich doch im Stau stehe. Ich bekomme ja angezeigt, dass ich irgendwie anders hätte fahren können und es da vielleicht schneller gegangen wäre. Wenn ich mit dem Auto zu spät komme, hätte ich früher losfahren können, anders fahren, anders planen. Denn der Plan steht ja nie so richtig. Fahre ich mit der Bahn, gibt es einen Plan, gibt es ein „so wird es sein“. Wenn das nicht eintritt, und ich deswegen zu spät bin, fühlt sich das später Kommen ehrlich gesagt weniger „verschuldet“ an. Das ist ein angenehmes Gefühl.

Welche Rolle für dieses Gefühl der Aspekt spielt, dass man energie- und ressourcenschonender unterwegs ist mit dem ÖPNV, kann ich nicht sagen. Aber da ich ja das Auto als Transportmittel der Bahn sogar während der Woche Bahnausfall im Rahmen des Projekts „LazAr“ stehenlassen habe, und sich das gut anfühlte, ist es sicher auch ein Aspekt, der sicher mit dem oben beschriebenen „Es gibt einen Plan, und wenn der nicht eingehalten wird, bin ich nicht schuld“ synergiert.

Komische Sache, das Erleben und Fühlen der verschiedenen Arten des Pendelns.

Projekt LazAr statt SEV- 90%

… nun auch mit richtig berechneten Prozenten. Warum auch immer, wenn ich Anteile eines Projektes berechne, das über eine volle Woche läuft und dabei auf Arbeitshin- und rückweg Aktionen beinhaltet, teile ich einmal zu oft durch zwei. Als hätte die Arbeitswoche zehn Arbeitstage – bloß nicht!

Jedenfalls sitze ich gerade wieder in der S2 nach Karlsruhe, habe 10 Läufe diese Woche und 76km hinter mir. Zusammen mit den 30km vom vergangenen Sonntag über 100km in sechs Tagen. Das ist ganz schön viel, finde ich. Am Samstag werde ich meinen Beinen etwas Erholung gönnen und erst am Sonntag wieder trainieren.

Heute Abend ist die LazAr-Projektwoche vorerst abgeschlossen. Ich bin gespannt, was mein Körper daraus macht, und auch ein wenig froh, dass ich kommende Woche wieder die S-Bahn im Ort zur Verfügung haben werde. Ich habe doch gemerkt, dass es auch bei meinem Trainingsstand eine ganz schöne Belastung ist, jeden Tag zweimal mindestens sechs Kilometer zu laufen. Real waren’s oft eher sieben bis acht, einmal über zehn, am Mittwoch war noch der Lauftreff zusätzlich dabei. Klar, das hätte ich auch einsparen können, aber am Ende der Woche wären auch zehn Läufe mit insgesamt 65km viel gewesen.

Dennoch: LazAr statt SEV war ein voller Erfolg, würde ich sagen!

Zeit – Zug – Dehnung

Wahrscheinlich haben sich heute ein paar Fahrgäste der S2 über mich gewundert.

Meine Beine zeigen mir derzeit, dass 30km am Sonntag und bis jetzt 59km in acht Einheiten diese Woche viel sind. Sprich: es zieht an der einen oder anderen Stelle. Als Vorfuß-Läuferin beanspruche ich die Wadenmuskulatur ordentlich, und wenn die sich verkürzt, reizt sie ihre Ansatzpunkte am Schienbein. Das will ich natürlich vermeiden, daher finde ich Stretching-Faulchen gerade dazu, doch endlich regelmäßiger zu dehnen.

Heute früh allerdings stand die S2 bereits an der Merkurstraße in Mörsch, als ich herankam. Also zog ich an zum Sprint, erreicht die Bahn und zog, meist eine Hand an Haltegriffen, zumindest vier Stretchingübungen durch, bis wir die erste vier Stationen hinter uns gebracht hatten.

Ich habe die irritierten Blicke nicht gesehen, nur erahnt. Mir scheint, dass der Hybride aus Laufen und S-Bahn auf dem Weg zur Arbeit vielen fremd ist. Aber ich frage mich: „Wieso sollte ich das nicht machen?“ 20km zur Arbeit und zurück, also 40km am Tag, sind mir fünf Tage in Folge einfach zu weit. Das Fahrrad hätte eventuell auch was, aber seit meinem Unfall vor über 20 Jahren sträubt sich etwas in mir, Fahrrad zu fahren. Muss ich ja auch nicht, ich kann ja laufen!

Wenn die S-Bahn einfährt…

…ist plötzlich Bewegung auf dem Bahnsteig. Das irritiert mich schon eine Weile, obwohl ich es selbst auch mache. Allerdings verstehe ich nicht, warum ich es tue, daher wird die Irritation eher größer.

Aber was meine ich eigentlich genau? Das ist soweit ganz einfach. Meist warten ja bereits einige Leute auf dem Bahnsteig, wenn die Bahn kommt. All diese Leute gehen dann los, wenn die Bahn einfährt – aber BEVOR sie gestoppt hat, also bevor klar ist, wo sie genau halten wird. Die Bewegung der Leute geht auch in der Regel nur minimal auf die Bahn zu, sondern meist deutlich mehr als einen Türenabstand längs des Bahnsteigs. Wohlgemerkt weiterhin, bevor genau klar ist, wo die Bahn hält, zumindest nicht klarer als ohnehin schon.

Bei Zügen aus mehreren, nicht begehbar verbundenen Garnituren verstehe ich gut, warum man in einem bestimmten davon sitzen möchte. Meine S7/S8 zum Beispiel fährt morgens mit drei Fahrzeugen nach Karlsruhe, der hinterste Wagen wird im Albtalbahnhof abgehängt. Wer, wie ich, tiefer in die Stadt will, muss am Albtalbahnhof umsteigen, und innerhalb des Zuges unter aussteigen Fahrzeug wechseln ist doof. Dass man nicht immer daran denkt, sich gleich richtig zu positionieren, oder noch gar nicht weiß, wie der Zug aussehen wird, verstehe ich. Aber wenn zuverlässig ein Fahrzeug kommt, da auch der Bahnsteig gar nicht lang genug für mehr wäre, man überall in denselben Fahrgastraum einsteigen könnte, aber plötzlich, wenn der Zug kommt, sich hektisch nochmal umpositioniert, ist das irgendwie unnötig. Erst recht, wenn in der Feinabstimmung die (nunmehr) nächste Tür doch wieder drei, vier Meter weg ist.

Heute lief eine Frau auf dem Bahnsteig von vier Meter „hinter“ mir in Zug-Koordinaten vor auf ungefähr acht Meter vor mir – musste nochmal zwei Meter weiter gehen zur Tür des stehenden Zuges und ging im Zug so weit hinter, dass sie zwei Sitze vor mir letztlich ankam …

… und sowas habe ich auch schon gemacht und mich gefragt, was zum Henker das soll.

LazAr statt SEV – 15%

Ich mache diese Woche „Lauf zur Arbeit (LazAr) statt Schienenersatzverkehr (SEV)“. Wie schon geschrieben ist meine S7/S8 gerade gemein zu mir – sie fährt vom Albtalbahnhof nach Rastatt und auch in Gegenrichtung, aber sie hält nicht dazwischen. Eigentlich wollte ich deswegen zum Gewerbegebiet auf dem Silberstreifen mit dem Auto fahren und von dort zur Arbeit fahren. Ich bekam aber den Tipp, dass ich ja auch nach Rheinstetten laufen und von da mit der S2 fahren könne.

Genau das habe ich eben das zweite Mal gemacht – heute erwischte ich die S2 nicht so treffsicher wie gestern – gestern lief ich 35 Minuten zur Bahn und wartete an der Merkurstraße nur eine gute halbe Minute. Aber heute sagte ich mir dann: „Super! Die S2 hält eh an jedem Laternenmast. Ich lauf‘ mal da entlang.“ Mein Vorsprung vor der Bahn betrug fünf Minuten und schrumpfte über sechs Stationen hinweg auf eine Minute – am Rösslebrunnen stieg ich dann ein.

Der morgendliche Lauf zur Bahn ist allerdings zur Zeit um Welten angenehmer als der Lauf von der Bahn nach Hause. Selbst für mich hitzeliebende Läuferin ist der Nachmittag derzeit echt anstrengend warm zum Laufen.

Somit bin ich mit meiner Woche LazAr statt SEV nun bei zweimal hin (6,5km am Montag, 8,3km heute) und einmal zurück – da bin ich an einem zweigleisigen Wartepunkt ausgestiegen und wurde bis zur Merkurstraße nicht von der Bahn überholt, lief somit 7,2km. Drei von zehn Läufen zur Bahn zur Arbeit bzw. retour, 15%. Bis jetzt alles super!