Pendelfrust

Heute macht‘s mal wieder keinen Spaß. Der Campus Nord des KIT, wo ich heute war, ist recht weit draußen – auf der anderen Seite von Karlsruhe wie Zuhause. Somit darf ich zweimal umsteigen – Bus 195 bis Leopoldstraße, S1/S11 bis Albtalbahnhof, S7/S8 bis nach Hause. Wären die 195 und die S1/S11 besser aufeinander abgestimmt und würde der 195er öfter fahren, wäre das kein Problem.

Aber so nervt die Warterei an diversen Haltestellen einfach … vermutlich muss ich aber auch einfach nur besser planen.

Warten an der Leopoldstraße in Leopoldshafen.
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Herbst

Ich will es nicht wahrhaben. Ich will keinen Herbst. Ich will im Sommer bleiben!

Doch es ist nicht zu leugnen: Morgens ist’s kühl, allmählich fast kalt, am Sonntag gab’s die volle Abwechslung. Trübe und trocken, Trübe mit Nieselregen, Trübe mit Regen wie aus Eimern, dazwischen Trübe mit Regen wie Bindfäden. Grau ist es auch heute morgen noch, die Bäume werfen erste Blätter ab. Ist es nicht eigentlich fast noch August?

Ich möchte nicht dem Sommer hinterherlamentieren, aber ich mag‘s lieber brütend heiß als gemäßigt und feucht. Freilich gehört der Herbst zum gemäßigten Jahreszeitenreigen dazu, ohne ihn geht’s nicht. Ich möchte nicht das Unausweichliche beweinen. Wie Agent Smith zu Neo sagt: „Hören Sie das, Mr. Anderson? Es ist der Klang des Unvermeidlichen!“, so möchte ich auf meinem Namen beharren, hochspringen und den Herbst und den Winter an mir vorbeirauschen lassen wie die U-Bahn.

Aber der Herbst ist da. Vermutlich wird es einfacher, wenn ich mich an den Mix aus Altweibersommer und Trübe gewöhnt habe. Es sind ja nur ein paar Monate, in denen auch die Sauna wieder viel attraktiver wird, in denen mein Geburtstag kommt, in denen aus Herbst und Winter die Welt zum Frühling und Sommer, zu meinen geliebten warmen Jahreszeiten wieder neu entsteht. Das macht es dann schon wieder leichter, mit dem Grau vor dem Fenster der gelben S-Bahn zu leben.

Heimweg – Pendellust

In Sportsachen in der Bahn.

Heute ging’s nach der Arbeit mit der Bahn nach Hause – aber nicht ganz! Das Wochenende beginnt gut, wenn man eine Runde läuft. Also stieg ich in Sportsachen und mit dem Trailrunning-Rucksack auf den Schultern in die Stadtbahn und ließ mich von der Philipp-Reis-Straße über den Albtalbahnhof bis nach Bietig- … HALT! Nein, bereits am Albtalbahnhof ließ ich meine vívosport nach GPS-Empfang suchen, an der Haltestelle Durmersheim Nord stieg ich aus der Bahn und rannte durch Durmersheim, dann bis an den Federbach und entlang des Federbachs, teils auf den ersten paar hundert Metern des Würmersheimer Speckkälblelaufs, in Richtung des heimischen Bietigheim.

Daheim zeigte der Kilometerzähler fünf Kilometer an. Nach den Zehn in der Mittagspause war mir das nicht genug, also warf ich den Rucksack daheim ab und drehte noch eine Runde über Ötigheim und an der Bahn entlang – in falscher Richtung, freilich, also Richtung Norden. Schließlich kam ich glücklich daheim an. Das Wochenende hatte schon mit dem Laufen begonnen.

Das ist das Herrliche am Bahnfahren: Man kann aussteigen, wo man will, muss sich nicht darum kümmern, dass das Auto noch nach Hause muss. Wenn man entsprechend angezogen ist, kann man dann eine beliebige Strecke zu Fuß zurücklegen – und wenn’s nicht hinhaut, steigt man halt nochmal in die Bahn. Ich liebe es, per ÖPNV und Laufschuhen zu pendeln!

[KuK] Plötzlicher Stopp

Gerade auf freier Strecke zwischen Durmersheim Nord und dem Bahnhof Forchheim – die S8 bremst wie verrückt, bleibt stehen. Anderthalb Minuten steht sie, dann geht’s weiter.

Vermutlich ein Signal auf Stopp. Es scheint jedenfalls nichts passiert zu sein.

Das passiert tatsächlich selten genug, um ein Kurz und Krass wert zu sein. Ich bin mit meiner Stadtbahn echt verwöhnt.

[KuK] In Bau

Fortschritte beim Bau des Gleisvierecks am Rüppurrer Tor.

Ich steige zur Zeit nicht an meiner eigentlichen Haltestelle aus – sondern eine weiter südlich. Das ist so, weil meine Bahn – und viele andere – Umleitung fahren. Das wiederum liegt daran, dass die Kriegsstraße, Durchgang der B10 durch Karlsruhe, in den Untergrund „tiefergelegt“ wird.

Die Fortschritte des Neubaus der Schienen über den entstehenden Tunnel habe ich gestern morgen fotografiert.

Das Gleis von der rechten, unteren Bildecke in Richtung der Straße links oben gab es früher schon, es war aber komplett abgerissen für den Tunnelbau. Das Gleis in Richtung der rechten, oberen Bildecke gab’s auch früher schon, auch dieses wurde für die Baustelle weggerissen und wird nun neu gebaut. Dort hinter den Bäumen ist übrigens die Grabkapelle zu sehen – der Turm hinter den Bäumen.

Ganz neu ist das Gleis in Richtung linke, untere Bildecke. Dort war früher innerstädtische, vierstreifig-baulich getrennte Bundesstraße, nun ist dort Baustelle, bald soll dort Straßenbahngleis, wenig Straße und Grünes sein – die Autos fahren dann im Untergrund.

Musik richtet‘s

Heute morgen war echt nicht mein Tag. Massive Unlust auf die Dienstreise nach Hannover paarte sich mit Resten der gestrigen Verspannung und leichten Schmerzen in der Ferse – nichts, das nicht mit Erholung gelöst werden könnte. Aber es war ein bis fast zum trotzig heulenden „Will nicht!“ mit Aufstampfen gehender Komplex aus Missstimmung und Müdigkeit.

Dann hörte ich Musik …

Es gab diverse Musik, die als Soundtrack zum Rollenspiel fungierte: Whitney Houston mit One Moment in Time und Wanna dance with somebody, Smokie mit Surfin‘, Loreen mit Euphoria und einiges mehr … alles aus dem Umfeld des ShadowRun-Eiskunstlauf-Spiels. Den Abschluss machte „You raise me up“, was mich tooootal flashte, mit Grinsen und Tränen.

Und nun ist alles wieder gut.

Vierer oder Zweier?

Jeden Morgen und auch jeden Nachmittag bin ich wieder fasziniert vom Verhalten der Fahrgäste beim KVV im Mittelteil des Zuges. Per se würde ich eigentlich davon ausgehen, dass ein „Vierer“, also zwei Bänke aus zwei Sitzen, die einander gegenüberstehen, die bevorzugte Sitzgelegenheit auch für einzelne Passagiere sind, um die Fahrt zu verbringen. Lustigerweise habe ich selbst eine gewisse Hemmung, mit einen „Vierer“ zu nehmen. Oft hätte ich aber gar keine andere Wahl, selbst wenn ich diese Hemmung nicht zu überwinden trachten würde: Die Vierer im Mittelteil des Zuges werden zumeist als letztes besetzt, alle anderen Bänke sind meist vorher besetzt.

Natürlich kann es sein, dass ich mir das einbilde, glaube ich aber eher nicht. Vielleicht liegt es daran, dass die Leute morgens in der Bahn oder abends auf dem Heimweg gerne ihre Ruhe haben. Sie möchten sich vielleicht mit maximal einem Zeitgenossen auseinandersetzen, der redet, telefoniert oder einfach nur präsent ist. Ich selbst habe noch einen weiteren Grund, die „Vierer“ eher nicht zu benutzen: Wenn ich auf einer Bank, bei der mir die Rückenlehne der Bank eins weiter vorne vor den Füßen steht, meinen Rucksack vor meine Beine stelle, stört er niemanden – außer vielleicht mich. Im Vierer kommt er mit den Beinen des Gegenüber ins Gehege, wenn sich dort jemand hinsetzt.

Aber bei den anderen Leuten glaube ich nicht an dieses Argument, denn sehr viele sitzen neben ihren Taschen oder Rucksäcken und verteidigen mit ihren Gepäckstücken selbst im vollen Zug oft einen Sitz gegen im Zug stehende Menschen. Andere haben gar keine großen Taschen oder Rucksäcke dabei. Daran kann’s also eigentlich nicht liegen.

Nun, ich werde wohl dennoch weiterhin gerne auch die „Vierer“ nehmen. Mit dem Rucksack auf dem Schoß und dem E-Reader oben auf dem Rucksack kann man auch gut lesen und sich gegebenenfalls abschotten. Das Lächeln, wenn ich dann meinen Rucksack aus dem Fußbereich auf den Schoß nehme, damit jemand sich setzen kann, ist ehrlich gesagt auch etwas, das ich zu schätzen gelernt habe.