Glück gehabt!

Heute morgen war ich wirklich spät dran für den Zug um 7:29 nach Karlsruhe. Es wurde … sportlich, ich war bereits teils am Laufen.

Da hielt ein Auto neben mir, die Nachbarin fuhr das Fenster runter: „Zum Bahnhof?“ Ich stieg ein und muss sagen – wäre das nicht passiert, ich hätte den Zug nicht bekommen, denn er war pünktlich.

So saß ich mit dem Nachbarn, den sie zum Bahnhof gebracht hatte, bis zum Albtalbahnhof gemeinsam in der Bahn. Er musste zum Zahnarzt in die Stadt und kann gerade wegen einer Entzündung im Knie nicht Auto fahren.

Unverhofft kommt oft!

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Wenn sie nur nicht so oft spät oder gar nicht käme …

Am vergangenen Freitag war ich mit der Bahn in Stuttgart. Ich besuchte die Promotion eines Ex-Kollegen, bei meinem früheren Arbeitgeber.

Nachdem ich während meiner Zeit in Stuttgart an der Uni stets mit dem Auto hinfuhr, probierte ich es nun mit der Bahn. Hin war das auch eine wundervolle Sache, aber rückwärts schlug mal wieder etwas zu, das ich in letzter Zeit beim Bahnfahren allzu häufig erlebt habe. Der IC, mit dem ich fahren wollte, der auch bei meiner Fahrtplanung auf dem Online-Interface der Bahn stand, fuhr nicht. Er fiel einfach aus.

Stattdessen gab es dann einen IRE, der Umleitung fuhr, auf dem Umleitungsplan mit einer Ankunft um 0:20 in Karlsruhe ausgewiesen war, tatsächlich aber um 0:20 erst planmäßig in Karlsruhe-Durlach hielt. Meine S8 von Karlsruhe nach Hause wäre um 0:21 am Karlsruher Hauptbahnhof gefahren – denkbar knapp, ich weiß, aber eigentlich wollte ich ja mit einem IC fahren, mit dem es dicke gereicht hätte. Tja. So reichte es nicht. Und zwar mit Nachdruck, denn natürlich kam mein Zug nach (laut Ansage des Zugführers planmäßigem) Halt um 0:20 in Karlsruhe-Durlach weit nach der Abfahrt meiner S-Bahn in Karlsruhe an. Also hätte ich eine Stunde in Karlsruhe warten müssen – ich nahm dann stattdessen die S81 nach Muggensturm und mein Mann holte mich dort ab.

Irritierenderweise gibt’s beim Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) immer mal kleine Verspätungen – fünf, zehn, auch mal fünfzehn Minuten. Ungeplante Ausfälle oder lange Verspätungen hatte ich aber bisher selten, ich glaube erst einmal in meiner Zeit, die ich nun in der Stadt arbeite. Wenn ich Deutsche Bahn fahre, hakt’s häufiger, und dann meist gleich richtig heftig. Von Hamburg heim ’ne Stunde, von Stuttgart heim ein Ausfall mit falschem (oder zumindest sehr widersprüchlichem) Umleitungsplan eines umgeleiteten IRE – solche Dinge. Ich fahre sehr gerne Bahn, das ist einfach angenehm: lesen, am Rechner schreiben, dösen, alles möglich, das am Steuer nicht möglich ist. Aber zuverlässig ist die Deutsche Bahn derzeit nicht in der Form, wie ich mir das wünschen und bei den Preisen auch verlangen würde – trotz BahnCard50.

Ich will nicht unfair sein: Meine ICE-Fahrt von Karlsruhe nach Mannheim und zurück vergangene Woche Donnerstag lief ganz planmäßig. Auch die Hinfahrt nach Stuttgart vergangene Woche Freitag und die Hinfahrt nach Hamburg im Juli liefen planmäßig. Anfang September nach Hannover und auch zurück gab’s allerdings Verspätungen von je fast einer Stunde, von Hamburg zurück im Juli war mit fast einer Stunde Verspätung behaftet und auch von Stuttgart heim am Freitag war von einem Zugausfall geprägt. Die Bilanz ist erschreckend schlecht für die Bahn, auch wenn das nun natürlich nur eine kleine Stichprobe ist.

Da frage ich mich ehrlich gesagt manchmal, wie wir das realisieren sollen, das Auto weniger zu benutzen. Freilich, da gibt’s auch Verspätungen durch Staus, billiger ist es auch nicht, aber flexibler in den Zeiten und flexibler in der Reaktion auf Störungen. Die Bahn muss durch Zuverlässigkeit punkten, vielleicht auch noch dadurch, selbst bei tatsächlichem Vorhalten eines fahrbaren Untersatzes (also unter Vernachlässigung von sowieso anfallenden Auto-Kosten) günstiger zu sein als das Auto. Ich rede da nicht über „nur Sprit“, aber selbst bei Berücksichtigung der Abnutzung fragt man sich manchmal, ob’s so viel günstiger ist als ein halbwegs flottes Bahnticket.

Noch immer fahre ich gerne Bahn. Ich frage nur: darf in einem Land, das sich eine Energiewende auf die Fahnen schreibt, eine Alternative zum fast rein auf fossilen Brennstoffen fundierten Individualverkehr sich solche Schnitzer leisten? Finde ich eigentlich nicht – und sei’s nur aus egoistischer Bequemlichkeit. Weil ich nämlich WIRKLICH lieber Bahn fahre als Auto.

Bahnpendler-Schreck und doch nicht

Heute morgen machte ich in der Bahn autogenes Training. Inmitten von Menschen ist das schwerer als allein, aber es geht. Ich brauchte und brauche die Erholung heute. Ehe ich mich versah, klappte es doch, mein Geist schaltete um und –

Ich bekam den Halt am Albtalbahnhof noch mit, dann schlief ich ein. Etwas erschrocken, vor allem aber mich angenehm fühlend, wachte ich wieder auf. Der Blick nach draußen war aber von der Sorge geprägt, bereits im Depot in der Tullastraße zu stehen, somit meine Station verpasst zu haben.

Aber wir standen noch am Albtalbahnhof, wohl fünf Minuten lang. Fünf sehr angenehme Minuten allerdings!

[KuK] Überraschungsmusik

Heute morgen nahm ich mir die Zeit für einen Espresso am Bahnhof – schon wieder! Der kurze Aufenthalt war aber geplant – ich habe keinen Zug verpasst. Dass ich spät dran war, steht auf einem anderen Blatt, aber da ich eh spät war, visierte ich einen realistischerweise zu erreichenden Zug an.

Und was klang aus dem Telefon des Cafés, als ich meinen Espresso zahlte? Die ersten Töne der ersten Szene am See!

Welcher ersten Szene am See, fragt Ihr? Natürlich Tschaikowskis Schwanensee! Da wurde aus einem (zwar exzellenten, aber eben doch nur einem) Espresso ein ätherischer Genuss!

Knapp oder optimiert?

Da ich zur Zeit fast immer einen kleinen Sprint einlege, wenn ich zur Bahn gehe, frage ich mich gerade:

Gehe ich immer knapper los? Oder kann ich nur besser einschätzen, wie lange ich zur Haltestelle brauche und traue der Sache doch noch nicht so ganz?

Heute früh hatte ich so etwa 90 Sekunden, bis die Bahn einfuhr, nach 12 Minuten Weg von zuhause. Eben waren’s etwa genauso viel nach 9 Minuten vom Büro, mit zwei optimal laufenden Straßenquerungen. Irgendwie kommt mir das zu knapp vor, auch wenn es beide Male gereicht hat. Da meine Wartezeiten an der Bahn konstant gesunken sind, aber immer auch mal was unvorhersehbares passieren kann, stellt sich die Frage: wann verpasse ich mal die Bahn?

Naja, aber vermutlich optimiere ich einfach nur meinen Arbeitsweg. Das ist ja nichts Schlechtes, so lange immer noch ein Puffer gegen das Verpassen der Bahn bleibt. Ich sollte wohl meine Ankunft am Bahnsteig nicht asymptotisch gegen die Abfahrtszeiten gehen lassen, sondern sie lieber ebenfalls asymptotisch an eine Zeit 60 Sekunden vor der Abfahrt annähern. Klingt nach einem Plan, finde ich.

In der Bahn telefonieren …

… mag ich nicht gerne. Freilich, in den Karlsruher S-Bahnen, gerade innerhalb der Stadt, ist das Netzwerk kein Problem. Daran liegt es aber nicht.

Ich beziehe mich auch nicht auf andere, die telefonieren und deren Gespräche ich mitbekomme, weil sie oft weit lauter telefonieren, als sie sich unterhalten würden.

Nein, ich selbst mag nicht mehr als das Nötigste mit einer Bahn voll Leuten als Zuhörer am Telefon besprechen. Nicht so sehr, weil ich Geheimnisse hätte – aber es ist irgendwie blöd, so viele Zuhörer zu haben, wenn ich meinen Mann wie immer als den Wolf bezeichne und er mich als die Mau. Beim Anmaunzen durch das Telefon und das Gespräch mit einem Schmatzer beenden brauche ich auch keine Zuhörer. Tue ich also Dinge, die mir peinlich sind, am Telefon? Nein – nicht generell. Aber vielleicht schon peinlich vor einer Bahn voll Fremder.