[KuK] Bastelprojekt – getting started

Ich habe endlich den nächsten Schritt getan. Mechanisches Schaltwerk und mechanischer Umwerfer sind demontiert, den Lenker habe ich auch vermessen.

Nächster Schritt dürfte sein, den Lenker zu demontieren, danach Züge durch den Rahmen durch Kabel durch den Rahmen ersetzen. Später geht’s dann an’s Tauschen der Bremszüge, Montage des neuen Lenkers, des Di2-Schaltwerks, des Di2-Umwerfers und der Di2-STIs.

Inspiration

Vor 10 Monaten schafften wir unser Auto ab. Wir konnten das tun, weil wir vor ca. 22 Monaten einen Cargo-Trailer für unserer Fahrräder gekauft hatten. Der Greyhound, wie ich den Qeedo-Cargo-Trailer gerne nenne, hat uns ermöglicht, ohne das Auto auch mal zwei Getränkekisten mit dem Rad zu kaufen, eine Matratzenabdeckung für’s Wasserbett von Karlsruhe nach Hause zu befördern oder Abfälle zur Entsorgungsanlage zu bringen.

Natürlich sind wir nicht die ersten, die ihr Leben durch einen Cargo-Trailer verändern, und bestimmt auch nicht die letzten. Ich habe nun darüber bei jemandem gelesen, der mich zwecks Ersatz seines alten Cargo-Trailers nach den Eigenschaften meines Exemplars befragte. Derjenige ist Jon Worth und er macht das schon seit 2009!

Gibt einige Dinge, die man sich da noch abschauen kann, glaube ich.

Noch ’ne Entwicklung

Auf dem Rennrad geht’s leichter als auf dem Tourenrad und ein Hänger dran macht das Radfahren noch etwas schwerer. Binsenweisheit? Ja sicher, aber… kann’s nicht auch an etwas anderem liegen?

Dieser Gedanke ließ mir keine Ruhe. Nach überstandenem Corona, nach Trainingsausfall durch Fingerbruch und all dem ging es im Herbst 2022 bei mir endlich wieder bergauf, was körperliche Form anging. Laufen funktionierte wieder, Radfahren machte Spaß. Bestzeiten kamen rum, ein neuer persönlicher Rekord auf den Fünfer im November. Nun messe ich seit einiger Zeit meine Form durch einen selbst erdachten Formschätzer, genau genommen: Durch selbst erdachte Formschätzer für’s Laufen, Radfahren und Schwimmen. Die Formschätzer nennen sich PRAPP, PRAGQ und PRASPP. Hinter diesen kryptischen Abkürzungen verbirgt sich eigentlich keine Magie. Angefangen hat alles mit der Erkenntnis, dass die Pace (Läufer-Geschwindigkeit, in Minuten pro Kilometer, niedrigerer Wert ist schneller) mal den Puls in Schläge pro Minute Schläge pro Kilometer ergab. Das PPP war geboren – das Puls-Pace-Produkt.

Die Werte waren unhandlich, beim Laufen legt man kraft-ineffizienter Strecke zurück als auf dem Rad und nochmal schwerer geht’s im Wasser. Außerdem erwies sich das PPP als nicht unabhängig von meinem Tempo – je schneller ich lief, um so günstiger erschien es. Also dachte ich ein bisschen nach und kam auf die Idee, dass es vielleicht die zusätzlichen Herzschläge über den Ruhepuls hinaus waren, die „pro Strecke“ für jede Sportart konstant bzw. nur von der Effizienz meiner Bewegung und der Größe meines Herzen abhängig sind.

Geboren waren

  • das Puls-Reserve-Ausnutzungs-Pace-Produkt (PRAPP, in zusätzlichen Schlägen pro 100m),
  • der Puls-Reserve-Ausnutzungs-Geschwindigkeits-Quotient (PRAGQ, in zusätzlichen Schlägen pro 200m) und
  • das Puls-Reserve-Ausnutzungs-Schwimm-Pace-Produkt (PRASPP, in zusätzlichen Schlägen pro 25m).

Ganz gleich waren die Werte nicht, aber alle bewegten sich bei halbwegs guter Form im Bereich zwischen 40 und 50 und waren von Trainingsgeschwindigkeit weitgehend unabhängig. Teils kann ich mit einer Erhöhung des PRAPP oder PRAGQ sogar Infektionen vor Ausbruch feststellen… meist bewegen sich die beiden Schätzer für Radform und Laufform halbwegs parallel, höchstens ein bisschen zeitversetzt… bis zum November 2022.

Das ließ mir keine Ruhe, denn PRAPP und PRAGQ funktionieren so gut, dass ich die undurchsichtigen Berechnungen meiner Garmin-Uhr und deren VO2max guten Gewissens in den Wind schlug. Grob proportional zu PRAPP und PRACQ bewegten sich die Werte für Laufen und Radfahren zwar, aber nicht SO zuverlässig wie meine eigenen Werte für mich. Und nun sagten mir Garmin Fénix und Garmin Edge ansteigende Form auf dem Rad, sinkende Form beim Laufen voraus, während ich super Zeiten lief, gut Rad fuhr, der PRACQ fast auf Krankheit hindeutete und das PRAPP ansteigende Form verhieß… WHAT?

Zurück zum Anfang. Ich entwickelte eine Hypothese: War vielleicht der zunehmende Umstieg vom Rennrad auf das schwerere, geometrisch-aerodynamisch ungünstigere Alltagsrad wegen des schlechteren Wetters der Grund? Das war nur ein Gefühl, aber es war eine plausible Vermutung. Hätte aber auch anders sein können… ich wollte es genauer wissen. Ein Diagramm habe ich noch nicht, aber zumindest Zahlen:

Der PRAGQ auf dem Alltagsrad (Trek) ist fast stets drei bis fünf Schläge pro 200 Meter höher als auf dem Rennrad (Izalco), ein bisschen weniger signifikant (wegen der geringen Zeiten) ist noch düsterer, wenn der Hänger dran hängt. Der PRAGQ hat – wie das PRAPP – den Vorteil, dass diese Schätzer „end-to-end“ messen, Herzschläge zu Vortrieb. Damit entsteht auch ein Nachteil – denn insbesondere beim Fahrrad ist „end-to-end“ nicht nur die Effizienz der „Mensch-Maschine“, also Herz, Lunge, Muskeln, sondern auch das Fahrrad. Und da ist natürlich das Alltagsrad dem Rennrad unterlegen.

Eine Binsenweisheit, ich weiß. Aber ich bin Wissenschaftlerin. Ich akzeptiere eine Binsenweisheit nur als Wahrheit, wenn ich sie nachweisen kann.

Wahrscheinlich ist das aber nicht die effizienteste Art und Weise, den Unterschied in Gewicht und Luftwiderstand zwischen Alltags- und Rennrad zu messen.

Entwicklung

Eins vorweg! Wir sprechen hier nicht über die Mumien-Begräbnisriten Tolkien‘scher Baummenschen.

Seit ich im Juli und August mit zuerst Covid-19 und dann gebrochenem Finger auf der Nase lag, hat sich in meiner Sport-Dokumentation einiges getan. Nach der Borreliose im Herbst 2021 hatte ich sinnvolle Kräftigung, Stretching, meditativ-entspannend-kräftigende Dinge wie Yoga und autogenes Training sowie Balance-(Board)-Training eher quick‘n‘dirty eingebaut. Als ich dann etwas mehr Zeit zum Nachdenken hatte, weil Radfahren mit Schiene nicht und Laufen nur eingeschränkt ging, evaluierte ich die Quick‘n‘Dirtiness der Implementierung vieler Dinge und war bestürzt.

Bei der Bestandsaufnahme wurde mir klar, dass ich die Zuordnung von Werten von Aktivitäten zu Sportart und Monat auf drei verschiedene Arten machte, ohne ersichtlichen Grund. Die Werte „gleicher Art“ waren beim Radfahren, Schwimmen und Laufen auf drei unterschiedliche Weisen sortiert. Dazu wollte ich meine Krankzeiten erfassen und damit meine Jahres-Kilometer- und Jahres-Zeitziele abstufen, also ein neues Feature einbauen. Das erforderte Planung, um all die „hab‘n neuen Wert, fummel‘n mal rein“-Aktionen auszubügeln. Damals etablierte ich eine neue Herangehensweise an Wartung und Erweiterung meiner Sport-Tagebuch-Datei.

Ich spaltete mich auf in:

  • Nutzsie: Talianna, die Sport treibt und ihren Sport dokumentiert, Leistungsschätzer und Trainingsplanfortschritt ablesen will, aber nicht an den Formeln herumschreibt.
  • Wissenschaftlsie: Talianna, die sich Leistungsschätzer überlegt, Theorie zu Sport liest, Modelle erstellt und Ideen hat.
  • Plansie: Talianna, die die Befürfnisse der Nutzsie und die Ideen der Wissenschaftlsie in konkrete Features und Strukturen übersetzt, die in der Sport-Tagebuch-Excel-Datei vorkommen bzw. die die Datei kann.
  • Umsetzsie: Talianna, die den Kram in Excel hackt.

Natürlich gibt es Interfaces zwischen den vier Flavours meinerselbst. Erfahrungen von Nutzsie und Ideen von Wissenschaftlsie (jeweils in Gedanken oder auf Fresszetteln) konkretisiert Plansie, meist strukturiert in Überschriften und Bullets auf kariertem Papier. Umsetzsie baut das dann in die Datei ein, ggf. mit Rückmeldung an Plansie, was nicht oder nur anders oder anders leichter geht.

Für die ganz große Modifikation war diese Herangehensweise unerlässlich. Aber ich hätte fast wetten können, dass ich‘s wieder quick‘n‘dirty mache, wenn‘s kleine Ergänzungen sind.

Wette verloren! Inzwischen arbeite ich Überarbeitungen der Sport-Excel für meinen Ehewolf ähnlich ab, nur dass da ein Nutzer dran hängt und keine Nutzsie. Für meine eigenen Weiterentwicklungen und Wartungen gehe ich zumindest jetzt zum Jahreswechsel wieder genauso vor. Das Bild oben zeigt Plansies Vorgehen.

Yay!

Sportlicher Rückblick: 2022

Das abgelaufene Jahr ist… auch wieder ambivalent. Ich springe mal ein bisschen zurück: 2021 passierte in Sachen Wettkämpfen fast gar nichts. Tief in den Maßnahmen zur Begrenzung der Pandemie gab’s einfach kaum Möglichkeiten, sich auf Wettkämpfen zu beteiligen. Ich war nicht schlecht drauf, lief im zweiten Teil des halbvirtuellen „GemeinsamRun“ des Baden-Marathons nur knapp am Personal Best im Halbmarathon vorbei – knapp langsamer als 1:28 gegenüber 1:27:02, meinem aus 2019 stammenden Personal Best im Halbmarathon. Im August ging’s dann bergab, mehr als ein Vierteljahr kostete mich eine spät erkannte Borreliose. Entsprechend hoch setzte ich die Erwartungen an 2022 als Verbesserung gegenüber 2021.

So viel vorweg: Es war besser. Keine drei Monate krank und zwei Monate am Rekonvaleszenz-Zeit, aber eben doch kein voll gesundes Jahr. Ein paar Mal Kopfschmerzen, eine Erkältung – und Covid-19 im Juli, ein gebrochener Finger durch einen Sturz beim Trail-Ablaufen im August sowie Zahnschmerzen mit gezogenem Backenzahn im September. Am Ende waren es 47 Kranktage dieses Jahr, wobei da nicht nur die Tage, an denen ich auf der Arbeit fehlte, sondern auch die, die ich außerhalb der Arbeit krank war, eingerechnet sind. Egal, es sind jedenfalls zu viele. Einzig der Fingerbruch könnte unnötig genannt werden, aber der Übermut beim Trailablaufen ist damit auch gedämpft. Für den Rest… tja, kann ich nicht so viel oder mache ich schon was dagegen. Dennoch war das Jahr sportlich erfolgreich – dazu aber später. Erstmal…

Radfahren

Ich beginne mal mit dem Radfahren. Ich sage gerne, dass Radfahren für mich mehr Verkehrsmittel als Sport ist. Im Verhältnis zum Laufen ist das definitiv richtig, aber für viele Menschen ist das, was ich auf dem Rad tue, dennoch Sport. Da ich im August aber die Neuorientierung meiner Sport-Dokumentation geplant habe (als ich nichts tippen konnte, da die linke Hand völlig stillgelegt war) und im Herbst die entsprechende Modifikation umgesetzt habe, kann ich nun nach Anlass und Trainingsform aufschlüsseln:

Fast drei Viertel der 7150 Radkilometer habe ich auf dem Arbeitsweg oder auf Fahrten zu Dienstreisen verbracht, dazu kamen noch rund acht Prozent an „Besorgungen“, also Einkaufen und dergleichen. Somit habe ich viel Zeit auf dem Rad als Verkehrsmittel verbracht und somit kein strukturiertes Training durchgeführt – irgendwo zwischen wenigen Tempo-Fahrten, die aber in erster Linie aus Eile geboren waren, Grundlagentraining und aktiver Regeneration, nur ein paar lange Touren waren dabei, wobei mehr als 50 Kilometer für mich als lang gelten. Im Sommer und bis tief in den Herbst hinein ging es lange gut, mit dem Rennrad zu pendeln, so dass fast die Hälfte meiner Strecken trotz fast gänzlichem Ausfall von Anfang Juli bis Ende August fast die Hälfte mit dem Rennrad bewältigt wurde. Das MTB und der Heimtrainer hatten nur sehr geringe Anteile.

Der Großteil der Radkilometer waren im Januar, März, Mai, Juni und November zu verzeichnen. Urlaub an Orten ohne Fahrrad begrenzte das Radfahren im April und Dezember, Krankheit kostete den Februar, den Juli und den August. Zu erwähnen wäre, dass ich alles mit Cleats gefahren bin, fast ausschließlich das SPD-System. Seit Dezember probiere ich auf dem Heimtrainer „Oracle“ mit SPD-SL herum, vielleicht kommen 2023 auch Kilometer mit SPD-SL auf der Rolle oder gar Outdoor dazu.

Die harten Zahlen: 7150 Kilometer mit 19.170 Höhenmetern in rund 320 Stunden, insgesamt 374 Fahrten.

Laufen

Laufen ist und bleibt mein Hauptsport. Eigentlich könnte ich auch die Wettkämpfe hier abrechnen, denn ich habe ausschließlich Lauf-Wettkämpfe bestritten, nichtmal die beiden Turmberg-Bergsprints von 2021 habe ich 2022 wiederholt. Aber die Wettkämpfe schiebe ich mal ganz nach hinten. Auch beim Laufen gibt’s natürlich ein Gesamtfazit und eine Verteilung auf die Monate…

Den Mizuno WaveShadow habe ich im Dezember ausgesondert, da ich mit der Zehenbox nicht mehr klar komme. Deutlich zu sehen ist, dass ich viel Lauftraining als dezidiertes Training betrieben habe – und Wettkämpfe gelaufen bin, einige davon aber nicht „als Wettkampf“, sondern nur als langen Trainingslauf. Das erklärt dann die 42 Kilometer Unterschied zwischen Anlass Wettkampf und Trainingsform Wettkampf. Schnelle Trainingsformen machen nur ein Fünftel der Gesamtkilometer aus, und insbesondere in den Intervallen sind teils auch die langsamen Pausen sowie die Warm-Ups und Cool-Downs dabei. Sprich: Die Idee, 80% lockeres Training zu laufen, habe ich umgesetzt. Bei der Schuhwahl ersetzt zunehmend der leichtere, direktere Escalante Racer den Escalante bei mir, der Anteil von FiveFingers ist sehr gestiegen, und dazu kamen noch der Spike-Schuh Nike Zoom Rival und der Wettkampfschuh Altra Vanish Carbon dazu.

Natürlich hatten die Erkältung im Februar, Corona im Juli und der Fingerbruch im August sowie das Winterwetter im Dezember auch einen Einfluss auf die Laufleistung, entsprechend sehen wir weitgehend dieselben starken und schwachen Monate wie auf dem Rad. Der eine Unterschied ist das Trainingslager im April, während der Marathon-Vorbereitung. Alleine 180 der 530 Kilometer im April bin ich in Apulien gelaufen, aber auch ansonsten ging im April die Laufleistung durch die Decke – Marathon-Vorbereitung eben.

In insgesamt 304 Läufen habe ich im Jahr 2022 3220 Kilometer mit 14630 Höhenmetern in knapp 317 Stunden erzielt.

Gesamt und Sonstiges

Schwimmen kam durch Krankheit und Verletzung in der Sommer-Saison etwas kurz, geskatet bin ich dieses Jahr gar nicht. Aber Yoga, Dehnen, Balance-Board und Krafttraining für Stabilität habe ich 2022 sehr viel systematischer etabliert als die Jahre zuvor…

Insgesamt habe ich damit die Grundlage gelegt, gesünder und schneller zu laufen, habe mich wieder weiter von ganz großer Diversität des Sports entfernt (Schwimmen und Skaten kamen echt zu kurz, im Sonstigen war auch nur Spazieren drin) und habe durchaus eine Menge Training auch mit alltäglichen Anlässen verbinden können. Von den Bereichen her bin ich in einem gesunden Verhältnis der Trainingsformen.

Wettkämpfe

Es gab dieses Jahr trotz der umfangreichen Krankheiten auch mehrere persönliche Bestleistung, darunter auch auf ein paar echte Highlights:

  • Im März lief ich neue persönliche Bestzeit auf 15 Kilometer beim Rißnertlauf (1:02:30, zuvor PB 1:04:18)
  • Bei der Badischen Meile im Juni verbesserte ich meine bisherige Bestleistung auf dieser Distanz mit Carbon-Schuhen um über anderthalb Minuten (34:21 statt 36:04)
  • Der Dämmer-Marathon in Mannheim ist definitiv mein Highlight 2022 – mit einem dritten Platz und 3:09:56 erreichte ich eine Verbesserung von über acht Minuten auf der Marathon-Strecke und stand neben Merle Brunnée auf dem Podium!
  • Bei der Bergdorfmeile siegte ich – in Abwesenheit von Emma Simpson-Dore – überraschend auf der bergigen Version der Badischen Meile und gewann somit die Kombi-Wertung aus beiden Wettkämpfen.
  • Nach der Corona- und Verletzungspause lief ich beim Herbstlauf des TGÖ in Ötigheim neues Personal Best auf fünf Kilometer (19:09 statt 19:16).
  • Zum Jahresabschluss kam dann noch die neue Auflage der Winterlaufserie, wo ich trotz eigentlich nicht so praller Motivation bewies, dass unter 40 auf den Zehner noch immer drin ist, auch unter widrigen Bedingungen.

Fazit

Mit über 3200 Kilometern Laufen und über 7100 Kilometern Radfahren, neuen Bestzeiten und gesünderem Aufbau aus weniger harten Trainingsformen, mehr Beweglichkeits- und Krafttraining und einem insgesamt sinnvollerem Aufbau habe ich wohl viel dafür getan, dass 2023 ein weniger krankes, weniger verletztes und vielleicht mit neuen Bestzeiten gekröntes Jahr werden kann. 2022 muss ich daher, trotz der Erfolge und der Reduktion der Krankzeit, als Übergang betrachten, denn beides soll bzw. muss noch besser werden.

Stay tuned for more of the Good and hopeful less of the Bad.

Frankensteins Cockpit

Erstmal ist es nur eine Demo, wie es aussehen wird. Die Funktionalität ist noch nicht drin. Eine Felgenbremse habe ich schon, um sie zu montieren, muss aber noch genau gucken, wie ich das mache – und das Y-Kabel kaufe ich dann auch schonmal, damit ich, sobald ich den Red Flash auf Di2 umrüste, nur noch dranstecken muss. Aber der Reihe nach.

Ich habe ja im Moment noch das Projekt in der Pipeline, meinen grünen Renner, den „Green Scooter Killer“, auf Ultegra Di2 umzurüsten. Das wird auch passieren, im Sommer kam mir Krankheit und im Herbst Stress dazwischen, aber inzwischen muss ich tatsächlich nur noch montieren. Die elektronischen Komponenten sind zusammengesteckt, nur die Kabelführung durch den Rahmen und die Montage von Schaltwerk, Umwerfer und neuen Bremszugführungen am neuen Lenker steht noch aus. Das passiert hoffentlich im Urlaub zwischen den Jahren.

Ich hatte mich an einer Stelle verkauft – nämlich Bar-End-STIs für Zeitfahrlenker gekauft. Diese habe ich aber nicht zurückgegeben, sondern für ein etwas… ein sehr verrücktes Projekt behalten. Mein Alltagsrad fahre ich ja auch mit Zeitfahrextensions, wie man oben sieht. Da der Stahlrahmen eh schwer ist, kommt’s bei der Maschine auf zwei, drei Gramm nicht an. Also entstand die Idee, für den Alltagsrenner, bei dem ich schonmal auf einem nicht so breiten Radweg gerne auf den Extensions liege, auch in Aero-Haltung bremsfähig zu sein. Weird, ich weiß. Um mich davon zu überzeugen, dass ich das Cockpit auch so mögen werde, wie es dann sein wird, habe ich nun probehalber die eigentlich für die Bar-Ends gedachten STIs mal in den Extensions montiert. Auf ein paar Probefahrten werde ich testen, wie gut die Schalter auf der Innenseite und die Bremshebel in Aero-Position erreichbar und bedienbar sind.

Natürlich hat das Bestücken des „Green Scooter Killer“ Priorität. Aber ich verfolge auch die verrückte Idee am „Red Flash“ weiter und da weiß ich halt noch nicht, wie die Ergonomie ist, und genau das wird getestet. Wenn das gut funktioniert, spiele ich mal mit der Verkabelung (nur das Y-Kabel erstmal) rum und lege einen Bremszug rein, montiere die Felgenbremse dazu.

Auch wenn es noch nicht funktioniert, wird es mir einen Heidenspaß machen, mit so einem „WTF-Lenker“ herumzufahren!

[KuK] Ausreden

Ein Wintermorgen. Der Schnee ist weg, es bläst zumindest für die Oberrheinebene ganz schön. Ich beschließe, auf das Wegbringen von Elektroschrott mit dem Hänger heute noch zu verzichten, aber eine Fahrt ist obligatorisch: Fisch kaufen für Morgen. Also auf nach Osten…

Nun mögt Ihr sagen, dass wo ich schon in der Mongolei war, ich das Transcontinental Race auch hätte zu Ende fahren können. Aber ich musste den Fisch nach Hause bringen…

Koalition?

In zunehmendem Maße bastle ich an meinen Rädern. Während das große Projekt immer noch an der Frage „Kann ich nochmal outdoor Rennrad fahren, dieses Jahr? Lohnt es sich schon, das Rennrad zu putzen und indoor auf die Rolle zu stellen, um dabei auch gleich Di2 zu montieren?“ verzögert wird, kommen andere doch voran, zumindest in ersten Schritten.

Neben der Idee, sich insbesondere für den Alltagsrenner „Red Flash“ einen zweiten Laufradsatz zu beschaffen und Spike-Reifen darauf zu montieren (Ideenphase, Fragestellung: „Kriege ich es hin, eine für meine Bremssättel passende Scheibe selbst zu montieren?“), und der konkreten Planung für den Austausch des Innenlagers am Alltagsrad „Red Flash“ (Bei Austausch des nur noch unzuverlässig funktionierenden Stages Powermeter L durch ein neues entdeckte ich, dass das Innenlager nicht mehr gut ist, Neues und Werkzeug dafür sind bestellt) geht gerade ein anderes in erste Testphasen.

Da komme ich dann auch zur Überschrift… einer meiner Laufkumpels amüsiert sich regelmäßig über die Gespräche zwischen mir und dem anderen Laufkumpel des Sonntags-Dreiergespanns über Cleats am Fahrrad. Er hatte nämlich erst gedacht, wir reden über Politik. Shimano Pedaling Dynamics und die Sozialdemokratische Partei Deutschlands teilen die Abkürzung, und beide Abkürzungen werden weit häufiger in ihrem jeweiligen Zusammenhang benutzt als die Langversion.

Nun habe ich – nicht im Outdoor-Bereich, sondern erstmal auf dem Ergometer montiert, um nicht umzufallen – einen ersten Versuch einer Koalition probiert, um vielleicht eine Alternative zur SPD-Alleinregierung im Outdoor-Bereich zu etablieren. Am Heimtrainer (und wohl künftig bei Indoor-Fahrten auf der Rolle am „Green Scooter Killer“) habe ich mich an SPD-SL versucht. Das politisch… Herstellerlager bleibt weiterhin Shimano, ich habe mich also nicht an Look Kéo herangewagt, aber zumindest ein zartes Pflänzchen eines Versuchs einer für mich neuen Version der Bindung von Fuß an Fahrrad ist in der Mache.

Unsere Radfahrmaskottchen Lyn X. van Rad und Ruanjik sind sehr begeistert, im Team Schmuse-Spitzohren sind Holger und ich also künftig wohl die einzigen, die keine Rennradcleats fahren. Ich bin auch begeistert, habe aber durchaus auch Bedenken…

Allererstes, ganz frühes Fazit:

  • Der Kontakt zum Pedal, die Dynamik, Kontrolle, Sicherheit ist total klasse, ich hätte fast hammergeil geschrieben, aber das ist nicht der Duktus dieses Blogs. Huch, nun steht’s doch da!
  • Die Platten stehen unpraktisch aus den Schuhen raus, damit Gehen ist schwierig, auch mit den Cleat-Abdeckungen aus Gummi, die ich dazu geholt habe.
  • Abnutzung der Kunststoffcleats und damit die Gefahr, dass sie sich nicht mehr einklicken lassen, ist sehr real, insbesondere da ich an GANZ engen Radwegkurven (zum Beispiel beim Hochfahren auf den Radweg außerhalb der Schallschutzwand der A5-Brücke über die Straße nach Mörsch in Ettlingen) noch manchmal kurz ausklicke und abstütze. Im Normalgebrauch muss ich auch nach Absteigen vom Rad noch etwas Gehen… Arbeitsweg mit SPD-SL könnte also problematisch sein. Vielleicht finde ich dafür Lösungen und Ideen, in der Zukunft.
  • Das Ausklicken ist auch auf leichtester Auslösestufe deutlich schwerer als bei SPD, aber ob das wirklich ein Gegenargument bezüglich Fahrten zur Arbeit ist, weiß ich noch nicht – ich hatte anfangs auch Zweifel, ob ich SPD gehandelt bekomme, dahingehend.

Radfahren ist – weit mehr als Laufen – eine Materialschlacht, würden böse Zungen wohl behaupten. Für meine Bastel- und Optimierwut ist es ein Fest!

[KuK] Schleife

Es hört nicht auf. Wartung am Rad läuft immer weiter.

Am Dienstag ist mein Powermeter L am Red Flash den Gang alles Endlichen gegangen. Heute habe ich ein neues Powermeter L montiert. Dabei fiel mir auf, dass das Innenlager des Flash wohl platt ist. Außerdem habe ich den Dicht-Einschrauber der Hollowtech-II-Kurbel geschrottet, zum Glück hatte ich noch Ersatz.

Also noch fehlendes Werkzeug und neues Innenlager bestellt…

Es ist aber kein Kreis. Man wächst mit jedem Wartungszyklus, bei dem man was lernt, vielleicht was kaputt macht, und kann danach mehr. Mehr, bei dem man wieder noch mehr lernen wird!

Sport-Fazit November

Im November standen zumindest zwei Dinge an, die wirklich bemerkenswert sind: Der gesamt- und der radkilometerreichste Monat des aktuellen Jahres – und der erste Wettkampf der neuen Saison. Für mich findet der Saisonübergang beim Laufen immer von Oktober auf November statt – quasi nach Köhlbrandbrückenlauf, Hardtwaldlauf und/oder Oberwaldlauf, die ich dieses Jahr aber alle nicht gelaufen bin. Der erste der neuen Saison ist dann Anfang November der Herbstlauf in Ötigheim – und den BIN ich gelaufen. Aber erstmal der Überblick:

An Sport-Zeit war der November vom Radfahren dominiert, und das Radfahren vom Arbeitsweg. Ich hatte eine Woche Fortbildung am KIT Campus Nord, und allein in dieser Woche kamen rund 15 Stunden auf dem Rad zusammen. Der größte Teil meines Sports fand im Grundlagenbereich statt – mehr noch als sonst – durch die viele Radlerei und auch die im neuen Trainingsplan einsetzenden langen Läufe. Die zeigen sich im „Lang“-Segment der Trainingsformen. Wenn’s deutlich über die 30 Kilometer geht (diesen Monat waren es 26, 28, 30), wird das noch ein bisschen mehr.

Deutlich zu sehen – über 100 Kilometer mehr als im Juni, der der bisher kilometerstärkste Monat dieses Jahr war. Das lag aber nur am Radfahren – beim Laufen war’s mit 326 Kilometern eher ganz normal.

In Sachen Schuhe zeigt sich, dass ich gerade viel FiveFingers laufe – ungefähr die Hälfte meiner Kilometer im November. Außerdem trainiere ich wieder auf Carbon, um im Mai beim Dämmermarathon auf Carbon laufen zu können. Da will ich hin, die Schuhe will ich optimal nutzen und es nicht bereuen. Der hohe Anteil langer Läufe ist auch zu sehen – und dann eben noch die fünf Kilometer Wettkampf in Ötigheim mit neuem Personal Best von 19:09.

Angesichts des Wetters dominierte beim Radfahren der wetterfestere Red Flash, aber für November ist das Viertel an Kilometern auf dem Green Scooter Killer immer noch bemerkenswert. Dass die meisten Kilometer auf dem Rad auf dem Weg zur Arbeit passierten, sei es auf Dienstreise oder zum Büro, sagte ich ja schon weiter oben.

Und dann ist da noch was… ich bin in meinen Trainingsplan für Mannheim eingestiegen. Eine Intervall-Einheit musste ich wegen Erschöpfung auslassen, aber ansonsten läuft’s. Es sind noch nicht alle Details des Plans für die Vorbereitungsphasen 2 und 3 ausgefüllt, aber der erste Teil steht und läuft seit 31.10.:

Stay tuned!