[KuK] Läuft wieder – SOS-Intervalle

…mit ein paar Extras.

Mein Training heute.

Geplanter Teil:

  • Warm Up
  • Lauf-ABC
  • 3x400m @ 3:50/km [200m] (Morse-S, dreimal kurz), danach 400m Trab
  • 3x1200m @ 4:15/km [200m] (Morse-O, dreimal lang), danach 400m Trab
  • 3x400m @ 3:50/km [200m] (Morse-S, dreimal kurz), danach 1000m Trab

Mein Laufpartner war da leider immer noch nicht da, denn er hatte eine sehr lange Konferenz auf der Arbeit. Ich dachte mir, jetzt läufst Du noch ein paar Meter und dann gehst Du heim, wenn er nicht noch kommt.

  • 3x200m @ 3:20/km [200m], Eintreffen des Laufpartners, 1200m Trab
  • 1x400m @ 3:55/km mit dem Laufpartner, Feststellen, dass mein Training für diesen Tag durch ist, denn die 3:55/km mitzugehen war echt anstrengend, nach der Vorgeschichte, 250m Austrudeln
  • Tochter des Laufpartners (mit dabei, um Sprinttraining für’s Sportstudium zu machen) im Gehen über Auslandssemester, Retro-Rennrad und Studium interviewen, vom Laufpartner verabschieden
  • Locker nach Hause laufen

Das war SCHÖN! Und es hat gut funktioniert!

[KuK] Aktuelles

Meine ganzen Diagramme in Sachen Sport sind ja oft Mittelungen über ganze Monate. Aber eine Übersicht über das, was in der laufenden Woche – oder sieben Tage als gleitendes Fenster – gegangen ist, fand ich auch ganz nett. Und nach ersten Experimenten habe ich es nun nicht nur für Ausdauer-Aktivitäten, die ich ja schonmal gezeigt hatte, sondern auch für den Beweglichkeits-Teil hinbekommen. Nur für das Eigengewichts-Training und die Stabis habe ich noch keine gute Idee gehabt.

Ist jetzt eigentlich nicht zum dauernd raushauen, sondern für die eigene Übersicht.

[KuK] Slippery when wet

Nein, es geht nicht um das legendäre dritte Album von Bon Jovi – von dem es immerhin vier Tracks auf die Best Of „Cross Road“ geschafft haben.

Es geht leider um Abschnitte unserer neuen Bahn. Der Großteil der neuen Tartanbahn im Ort ist dunkelrot bis braun und ganz gut belaufbar, auch wenn es nass und kalt ist. In der (vom 100-Meter-Start aus gesehen) zweiten, dritten und vierten Ecke sind jedoch hellrote Abschnitte eingelassen, die bei heutigen Bedingungen – SEHR nass und ziemlich kalt – ganz schön rutschig wurden.

Ich hoffe, das gibt sich mit der Zeit! Für die heutige Leistung bei Intervallen ging es, aber wenn ich mal richtig, richtig an die Grenze gehe – bzw. wieder etwas fitter und schneller bin, könnte das schon anspruchsvoll werden bei Nässe und Temperaturen nicht weit über dem Gefrierpunkt, wie heute eben.

[KuK] Transparenz

Ausschnitt aus dem Stryd Powercenter.

Ich habe gerade großen Spaß am Detailgrad und der Transparenz, die das „Powercenter“ meines neuesten Lauf-Sensor-Spielzeugs, das Stryd Footpod ausstrahlt. In die Berechnung der Leistung selbst und in die Bestimmung der „Critical Power“ sowie des Running Stress Score muss ich nochmal ein bisschen einsteigen, aber wie daraus abgeleitete, trainingssteuernde oder die Leistung bewertende Größen werden, ist überaus transparent dargestellt.

Daraus kann ich zum Beispiel auch Unsicherheiten identifizieren… an Silvester bin ich mit meinem Stryd einen überaus druckvollen Fünfer gelaufen, den sieht man als 20 Minuten langes Plateau in der Leistungskurve im Bild oben. Da die „Ermüdungsbeständigkeit“ bei Stryd als Zeit, die man über 88% der „Critical Power“ laufen kann, definiert wird, ist offenkundig, warum ich in allen Leistungswerten überdurchschnittlich (rechts im Bild) zu sein scheine, nur in der Ermüdungsbeständigkeit nicht: Ich bin den Fünfer mit 100% der von Stryd berechneten Critical Power gerannt – und habe im Moment noch keinen schnellen Zehner auf dem Konto, sondern langsame Trainingsläufe im längeren Bereich.

Das gefällt mir total. Wenn ich nun auch noch die Bestimmung der Critical Power, die Leistungsbestimmung durch den Sensor und den Running Stress Score etwas besser verstehe, ist das ein voll transparentes Steuerungssystem, während bei anderen Trainingssteuerungen (z.B. an meiner Garmin-Uhr) versteckte und überaus intransparente Algorithmen dahinterstehen. Die liefern teils plausible Ergebnisse, aber dort, wo sie es nicht tun, ist das völlig unvorhersehbar, weil nicht klar ist, welche Annahmen genau drin stecken.

[KuK] Neues Diagramm – WIP

Mein neues Diagramm: Eine Übersicht über die Kilometer der vergangenen Woche (gleitendes Fenster).

Als „Abfallprodukt“ meiner Überwachung des Streak-Running anhand meiner Trainingstagebuch-Excel-Datei ist nun etwas Neues entstanden: Eine Übersicht über die Aktivität der jeweils letzten sieben Tage.

Da es Rechenarbeit kostet, wenn Excel 2700 Zeilen auf ein Datum durchsuchen und dann alles, was unter diesem Datum erscheint, abhängig von der Aktivität summieren soll, möchte ich das Excel pro Aktivitätsart nur einmal machen lassen. Da ich aber für meine Streak-Überwachung die Entscheidung, ob und wenn ja, wie lange der Streak gestern war und dasselbe nochmal für heute brauche, habe ich Excel die Tageskilometer für jeden Tag aufsummieren lassen – muss ich ja eh, da ich keine while-Schleife habe – und dann anhand dieses Werts mit WENN-Funktion die Streaks berechnen lassen. Da kam mir die Idee, die letzte Woche zu zeigen…

Für Cardio-Aktivitäten, die sich in Kilometern bemessen lassen (Laufen, Radfahren, Schwimmen, Inline-Skaten und Gehen/Wandern/Sonstwas – outdoor wie indoor) habe ich schon eine geeignete Darstellung gefunden. Wie und ob ich Zeit bei Dehnen, auf dem Balance-Board und beim Yoga sowie Kraft-/Stabi-Training (ein Tag zählt für mich als Trainingstag, wenn ich mindestens zwei Übungsarten absolviert habe) in ein Diagramm kriege oder da zwei draus machen muss, weiß ich noch nicht. Aber erstmal gibt’s diesen ersten Erfolg hier!

Aufholjagd, die heiße Phase

In meinem Trainingstagebuch findet derzeit die heiße Phase eines harten Wettkampfes statt. Wie Ihr wisst, führe ich über mein Laufen, Radeln, Schwimmen, Skaten, Gehen, aber auch meine Eigengewichts-Kraftübungen, Stabilisationsübungen, das Dehnen, Zeit auf dem Balanceboard und mittlerweile auch Yoga Buch. Insbesondere das Dehnen, bei dem ich mir mindestens 45 Minuten in der Woche und jeden Tag mindestens fünf Minuten verordnet habe, aber auch Yin Yoga, das mir beim Runterkommen und auch bei Vorbeugung gegen Rückenvorfälle wie im September hilft, stehen zur Zeit im Fokus. Aber das ist etwas, das mir gut tut, kein Wettbewerb. Die Mindestzeiten, und dass ich sie als „Streak“ mit mindestens fünf Minuten am Tag und einer Vorgabe von 39 Stunden im Jahr (also 0,75 Stunden pro Woche) protokolliere und diese Statistik sehr motivierend finde, sind eher ein Nebenschauplatz. Das große Duell findet woanders statt…

Die Läuferin und die Radfahrerin

Die Läuferin Talianna gibt es schon eine Weile. Mit ungefähr 25 Jahren, in der Endphase des Diplomstudiums Physik, habe ich mit dem Laufen angefangen. Damals geschah das auf Rat meiner Ärztin. Das Laufen hat mir geholfen, mich zu fokussieren, Stress abzubauen, Kopfschmerzen vorzubeugen. Es blieb aber eine sporadische Sache, auch wenn ich in dieser Zeit meinen ersten Wettkampf, 5,5 Kilometer beim Karlsruher B2Run, mitgelaufen bin. Dann kam eine Phase, in der ich wegen des Pendelns nach Stuttgart und vor allem der Colitis ulcerosa nicht gut laufen konnte – das Pendeln ließ wenig Zeit und die Krankheit bedingte Probleme mit der Kondition, mit Blutverlust und dann durch die Behandlung die Vorgabe, nicht in die Sonne zu gehen. Alles blöd für die Läuferin. Und so wurde ich zur wiedergeborenen Läuferin: Ende meines 37. Lebensjahres war ich dicker geworden, außerdem war das Immunsuppressivum, das ich gegen die Colitis ulcerosa bekam, nun in anderer Darreichungsform verschrieben worden – und durch Missverständnisse zwischen Arzt und mir sowie das höhere Gewicht nahm ich das Zeug plötzlich in einer Dosierung unterhalb der Wirkschwelle, die in Masse des Wirkstoffs pro Kilogramm Körpergewicht des Patienten angegeben wird. Ich hatte vom Beginn der Behandlung 10 bis 15 Kilogramm zugenommen und nahm durch das Missverständnis mit dem Arzt nur noch zwei Drittel der vorherigen Dosis. Indes, es geschah… nichts. Ich war unterhalb der Wirkschwelle, aber blieb in Remission. Daraufhin vereinbarte ich mit meinen Ärzten, dieses Medikament auszuschleichen. Ich blieb weiterhin symptomfrei und begann, wieder zu laufen. Das war März 2017… die Wiedergeburt von mir als Läuferin. Seit dem verging nicht ein Monat ohne Laufen. November und Dezember 2017 waren noch eher schwach – unter 100 Kilometer – aber danach lagen nur der März 2020 verletzungs- und die Monate September und Oktober 2021 unter 100 Laufkilometern.

Von ihrer Wiedergeburt im März 2017 bis zum heutigen Tag hat die Läuferin 15.412 Kilometer zurückgelegt, mehr als ein Drittel des Äquatorumfangs der Erde.

Die Radfahrerin Talianna gibt es allerdings sogar noch länger. Irgendwann um das Jahr 1993 wurde meinem Vater eine Fehlstellung des Knies diagnostiziert, er hatte Schmerzen und konnte nicht mehr laufen, nicht mal mehr gehen, ohne dass es wehtat. Krankengymnastik war für ihn sehr schwer in seinem Arbeitsalltag unterzubringen, also fragte er, was er selbst tun könne. Die Antwort war einfach – und bringt mich heute auf den Gedanken, dass es wohl damals die Adduktoren waren, die zu schwach waren und sein Knie krumm zogen. Er sollte Radfahren. Mehr als mir lieb ist, habe ich etwas von meinem Vater geerbt, und das ist Konsequenz bis zum geht-nicht-mehr in solchen Sachen: „Ich soll radfahren?“, fragte mein Papa damals. Also fuhr er Rad – JEDEN Tag von zuhause zur Arbeit und zurück, irgendwas zwischen 10 und 15 Kilometer je Richtung, bei jedem Wetter. „Bisschen gibt’s nicht!“, das sagte er. Da Radfahren auf Rennrädern schneller, leichter und besser geht, kam nach dem ersten Trekkingrad ein Rennrad – und meine Schwester und ich bekamen auch welche. Ich fuhr damals mit meinem Vater oft Touren, einmal fuhren wir sogar gemeinsam das Scheuerbergrennen, ein Bergzeitfahren nahe Heilbronn, als Wettkampf. 1997 verunglückte ich auf dem Weg zu einem Treffen mit meinem Vater auf halbem Weg zu seiner Arbeitsstätte. Ein Geländewagen erwischte mich, als ich ihm auf einem Feldweg, sicht- und hörgehindert durch ein Maisfeld und Wind auf der Ecke, die Vorfahrt nahm. Der knöcherne Bandabriss heilte, die Angst auf dem Fahrrad nicht, die wurde immer größer. Das neue Peugeot-Rennrad mit Shimano-Ultegra-Schaltung, nun mit Schalthebeln am Lenker, nicht mehr am Unterrohr, es wurde fast nicht benutzt. Über 20 Jahre ließ ich es, sah zu, wie mein Mann mit Pedelec und „normalem“ Fahrrad seinen Arbeitsweg zu bestreiten begann und kein Auto mehr brauchte. Dann schenkte mir mein Schwiegervater sein altes Mountainbike und Radfahrerin Talianna wurde wiedergeboren. Am 01.12.2019 saß ich das erste Mal seit über 20 Jahren wieder auf einem Fahrradsattel, unsicher und wackelig. Bereits im Januar 2020 fuhr ich mit dem Rad zur Arbeit, 20 Kilometer hin, 20 zurück. Im Juni 2020 gab’s zusätzlich zum MTB ein Rennrad, den „Green Scooter Killer“, seit Januar 2021 nenne ich mit dem „Alltags-Renner“, „Randonneur-Bike“ oder einfach „Red Flash“, wie ich die Maschine nenne, das dritte Fahrrad mein eigen. 14760 Kilometer habe ich seit dem auf dem Rad zurückgelegt, gut 4200 davon auf dem „Red Flash“, mehr als 6600 auf dem „Green Scooter Killer“, mehr als 2800 auf dem Mountainbike und fast 900 auf unserem Heimtrainer.

Und genau da kommt das Rennen ins Spiel: Nur noch 650 Kilometer beträgt der Rückstand der Radlerin auf die Läuferin. Da ich meist etwa zehn Kilometer pro Tag laufe und 20 pro Tag radle, wird wohl Ende März die Radlerin die Läuferin einholen, sich vielleicht ein paar Tage direkt mit ihr duellieren, und dann für immer davonziehen. Man könnte sagen, für mich ist das ein kosmisches Ereignis.

Gesamtstrecke verglichen mit dem Erdumfang und der Strecke zum Mond, links und unten. In der Mitte und rechts das spannende Rennen… nur noch etwas weniger als 2% des Erdumfangs trennen die Radlerin vom Einholen der Läuferin.

Wie ein bunter Hund

Heute wurde ich im Supermarkt von einer Angestellten des Marktes angesprochen. Sie sehe mich öfters laufen, auf dem Weg in Richtung des Nachbardorfes. Sie bat darum, eine Frage stellen zu dürfen – und ich hatte nichts dagegen. Sie wollte wissen, ob das nur eine Laufleidenschaft sei oder ob ich Marathon oder sowas liefe. Ich musste unter meiner Maske grinsen, denn auf Fragen nach dem Schema „entweder-oder“ gibt es in meinem Freundeskreis nur eine Antwort: „Ja!“

Hier trifft das natürlich auch zu. Das sagte ich ihr auch. Nach dem salopp dahingeworfenen „Ja!“ schritt ich zur Erklärung, dass es beides sei. Es ist ja wirklich eine Laufleidenschaft, aber Marathon bin ich auch schon gelaufen – und genau das sagte ich ihr auch.

Sie meinte dann, einfach so rüberwinken sei ja komisch, und ich wüsste dann auch nicht, wer es sei. Wenn mir aber künftig auf dem Weg zum Nachbarort jemand aus dem Auto zuwinke, sei sie das vielleicht. Sie äußerte dann noch ihre Bewunderung für meine Disziplin und den Sport im Allgemeinen. Ich muss gestehen, ich fand das einerseits ein wenig lustig – aber andererseits hat es mich auch wirklich gefreut.

Ich sehe mich zwar als Katze – aber bekannt bin ich eher wie ein bunter Hund, wie es scheint.

Dekadenz

Ich habe lange das richtige Wort dafür gesucht, was meine neueste Idee eigentlich ist, also welches Attribut man diesem „Streich“ zuordnen sollte. „Seltsam“, das war ein heißer Kandidat, „nerdig“ und „speziell“ waren auch am Start. Aber eine Freundin gab mir einen Hinweis – als ich ihr erzählte, was ich getan habe, nannte sie es „dekadent“. Ich bin bereit, willens und gerade dabei, mich dieser Einschätzung völlig anzuschließen.

Warum kauft man sich einen elektronischen Bilderrahmen? Es gibt viele Antworten, die meisten haben mit schönen Urlaubsfotos in Massen, mit riesigen digitalisierten Bibliotheken von Bildern, mit… Schönem, mit der auf Flash-Speicher gebannten Darstellung der Welt in Pixeln zu tun. Mein Grund war ein etwas anderer…

Ich stolpere immer wieder über schöne Bilder, wie zum Beispiel das „Spacekätzle“, das in einem Twittermeme als verwechslungsgefährdet mit Käs’spätzle klassifiziert wurde. Aber ich verlege mich auf Ausreden. Schöne Bilder anzuzeigen, das war nicht die Idee. Mit wechselnden Bildern hat das Ganze schon zu tun, aber nicht mit dem Meme oder Bild oder der niedlichen Fotomontage, die in meinem Kopf gerade in Mode ist. Nein, die Bilder, die unabhängig vom Rechner darzustellen ich mit dem kleinen Bildschirm im Rahmen beabsichtigte, beabsichtige und es auch tue, wechseln täglich und stellen auch die Realität dar – aber nicht Pixel für Pixel abfotografiert, sondern in Zahlen und Diagrammen umgesetzt: Meine Sport-Statistik. Und so werden auf meinem kleinen Bilderrahmen hier im Wechsel dargestellt:

  • Durchaus das Spacekätzle, weil ich gerade drauf abfahre, vor allem aber
  • meine Zielerreichungstabelle, tagesaktuell für das aktuelle Jahr,
  • mein Kilometerstand mit dem Rad, zu Fuß und insgesamt um die Welt und zum Mond sowie
  • meine neue Streak-Tabelle, in der die Länge der Phase dargestellt ist, in der ich jeden Tag mindestens eine Meile gelaufen, zwei Meilen geradelt und fünf Minuten mit Dehnübungen beschäftigt gewesen bin.

…und ich liebe es!

[KuK] Streak

Bisher habe ich mich um Streakrunning nicht gekümmert, aber da in einer Laufgruppe gerade eine Challenge besteht, zu der auch Streakrunning gehört…

Ein Streak nach den Regeln ist nur dann ein Streak, wenn man jeden Tag eine „statute mile“, also knapp 1,61 Kilometer läuft. Ich habe mir daher eine „Streakmessung“ in meine Sportdatei eingebaut, gleich noch eigene Bedingungen für einen Radfahrstreak und einen Dehnungs-Zeit-Streak ergänzt. Ist eher Spielerei, aber das mit den minimal fünf Minuten Dehnen jeden Tag ist durchaus Motivation für etwas, das mein Osteopath ohnehin empfohlen hat. Ob der Streak beim Laufen oder Radfahren das Ende der Challenge Ende Januar überlebt, weiß ich noch nicht – aber der Dehn-Zeit-Streak soll fortgeführt werden!

Sportliche Jahresbilanz

Am Silvesterabend 2020 nahm ich an, dass ich 2021 wieder reguläre Wettkämpfe laufen würde, dass ich schneller werden würde und diverse andere Dinge. Indes, es kam anders. 2021 war einerseits durch eine noch weitaus ödere Landschaft in Sachen „Wettkämpfe“ als 2020, was aber eben auch der neuen Wellen und der mangelnden Grundimmunität der Bevölkerung geschuldet war. Vielleicht wird’s 2022 besser, aber ich will mich da mal nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Andererseits hat 2021 einen großen, krankheitsbedingten Einbruch meiner sportlichen Leistung gebracht: Ende August kam zweimal fiebrige Schwäche, dann mörderische Rückenschmerzen aufgrund einer Blockade im Brustwirbelbereich, allerdings nicht Bandscheiben, sondern die Gelenke zu den Rippen hin. Drei Wochen lang schlief ich fast nicht und kuschelte mich höchstens mal schmerzarm in der warmen Badewanne an meine Frottier-Stoff-Badetigerin. Dann gab’s auch noch Doppelbilder! Ob das alles an zu viel hoher Intensität im Sommer, an zu viel psychischem Stress durch Arbeit, Homeoffice und so weiter oder an meinem recht krassen Kollisionserlebnis mit einer Wespe lag, ich weiß es nicht. Mit der Wespe kollidierte ich im Hochsommer – ich fuhr ca. 35 km/h beim Test meiner neuen Leistungsmesserkurbel rechts am Rennrad, die Wespe kam mir mit 10 km/h entgegen – und kollidierte (ohne zu Stechen) mit meinem Gaumen, prallte ab, verendete in meinem Speichel auf meinem Schenkel. Vielleicht hat auch eine Borrelien-Infektion, von der ich nicht weiß, wo sie herkam, eine Rolle gespielt. Jedenfalls ging Ende drittes, Anfang viertes Quartal 2021 recht wenig…

Aber dennoch habe ich meine (abgespeckten) Ziele erreicht: Über 10.000 Kilometer, genau 10.108, habe ich 2021 erradelt, erlaufen, erskatet und erschwommen. Damit bin ich meinem Ziel, dem Mond, um ein Vierzigstel näher gekommen:

Mit 42 Jahren habe ich nunmehr 7,8% der Strecke zum Mond laufender, radelnder, skatender und schwimmender Weise erreicht. 168 Kilometer bin ich über den exakten 7,8% der Strecke zum Mond. Um die Erde bin ich damit zu drei Vierteln rum, mit dem Radfahren allein zu 36% und dem Laufen allein zu 38%.

Noch hat das radfahrende Ich das laufende Ich nicht eingeholt – wäre die Krankheit nicht dazwischen gekommen, wäre das vermutlich schon passiert.

Seit Mai 2021 zeichne ich auch auf, wie viel ich im Auto sitze. Nur im September 2021 habe ich mehr Kilometer mit dem Auto als mit Muskelkraft zurückgelegt, beides hing an der Krankheit: Fahrt zu Ärzten und ins Krankenhaus ließ mich im Auto sitzen, die Krankheit hinderte mich an Sport. Das einzige, was ich im September viel gemacht habe, war Spazierengehen. Nun, Ende des Jahres, hat sich die Sportzeit wieder aufgebaut.

Rein von der Zeit her dominiert inzwischen das Radfahren, aber das ist auch kein Wunder: Das Rad ist ein wichtiges Verkehrsmittel geworden. Der zweitgrößte Anteil ist – und bleibt – aber das Laufen. Was ich für mich selbst gelernt habe: Der Anteil an niedriger und mäßiger Intensität ist gut so, als ich ihn im Sommer massiv hochgeschraubt hatte (auch, weil meine Uhr das zum besser Werden empfahl), wurde ich später krank. Also sollte ich mehr als 80% meiner Sportzeit im regenerativen oder unteren Grundlagenbereich verbringen. Das ist eindeutig eine Lektion dieses Jahres.

Laufen

Ganz besonders beim Laufen sieht man den Einbruch durch die Krankheit deutlich. War der Mai noch einer meiner stärksten Laufmonate überhaupt – über 400 Kilometer! – so brach Ende August die Leistung ein. Nun läuft’s langsam wieder. Ein anderes Highlight 2021 war das Berglaufen. Im Frühling begannen meine Laufpartner und ich, jeden Mittwoch den Mahlberg zu erklimmen. Im Urlaub im Juli am Mittelrhein schoss ich durch immer wieder die steilen Hänge hoch- und runtertrailen den Vogel ab: über 4.000 Höhenmeter in einem Monat! Für mich exorbitant! Die Krankheitspause sieht man natürlich auch in den Höhenmetern.

2021 ist in Sachen Material geprägt von einer zunehmenden Fokussierung auf die Schuhe, die mir gut tun: Zero-Drop-Schuhe von Altra (Wettkampfschuh Altra Escalante Racer, Alltagstrainingsschuh Altra Escalante, Trailschuh Altra Lone Peak 5), Vibram FiveFingers (Alltagstrainingsschuh Vibram FiveFinger V-Run, Trailschuh Vibram FiveFinger Trek Ascent). Der Mizuno WaveShadow bleibt erstmal im Programm, die restlichen Schuhe hier im Kuchendiagramm sind inzwischen ausgesondert. Als Lektion aus dem vergangenen Jahr werde ich die Intervall- und Tempokilometer wohl anteilig runterschrauben, um mehr auf das zu achten, das mir wirklich gut tut.

Dass ich das Jahr noch mit einem Bahn-Fünfer in 19:42 abgeschlossen habe und an Pfingsten in einem virtuellen Halbmarathon-Wettkampf nur eine Minute unter Bestzeit gelaufen bin, macht mir Hoffnung, dass einiges gehen wird.

Radfahren

Radfahren ist ein toller Sport. Aber Radfahren ist auch ein tolles Verkehrsmittel – und als beides hat es sich nun in meinem Alltag festgesetzt. Mit Radanhänger und Allags-Rennrad (robuster Stahlrahmen, breitere Reifen als am Renner, Gepäckträger, Gepäcktaschen und Schutzbleche) sind nicht nur Pendelstrecken, sondern auch Besorgungen inzwischen generell mit dem Rad zu erledigen. Das Auto bleibt stehen – und wird zunehmend obsolet.

Eine wichtige Entwicklung für mich im Jahr 2021 waren Klickpedale. Im Frühjahr habe ich mich, kurz nach dem Kauf des Alltagsrennrades, zuerst auf dem Rennrad, dann auf dem Alltagsrenner dran gewöhnt. Inzwischen fahre ich nur noch mit Klicks und finde die Kraftübertragung, aber auch die Kontrolle, die man damit über das Rad gewinnt, ganz großartig. 2021 war aber noch in anderer Hinsicht ein material-intensives Radfahrjahr: Ich habe auch Leistungsmesser-Kurbeln gekauft. Zuerst gab es im Frühjahr linke Kurbeln für Alltags- und Sport-Rennrad, im Sommer dann noch eine rechte Kurbel für den Sport-Renner.

Ab Mai war eine Leistungsmessung da, krankheitsbedingt brach sie im September ein und regeneriert sich nun erst. Deutlich ist aber auch zu sehen, wie es mit der Tretleistung auf dem Rad nach der Krankheit wieder steil bergauf ging. Zu den Quantilen: Ein Achtel meiner Fahrten lagen in ihrer Durchschnittsleistung zwischen der blauen Linie und dem gestrichelten Maximum. Das zweitstärkste Achtel der Fahrten liegt zwischen grüner und blauer Linie, die gelbe Linie trennt die tretleistungstarke von der tretleistungsschwachen Hälfte. Über Kilometer sagt das nichts aus.

Der Einbruch meiner Radfahrleistung wegen der Krankheit ist deutlich, auch fahre ich danach noch langsamer als davor. Aber es wird! Ein großes Highlight waren die jeweils über 100 Kilometer maximale Tourlänge in Juni und August!

Was sonst so war

Ich habe das Schwimmen angefangen und das Skaten fortgeführt. Beides blieb eher klein, aber vielleicht bringt 2022 mehr Lust auf Technikerwerb und damit mehr Skate-Möglichkeiten sowie mehr offene Schwimmbäder. Eventuell, wer weiß, lerne ich 2022 sogar Kraulen!

Mit dem Balance-Board am Stehschreibtisch auf der Arbeit habe ich weiter gemacht – das ist super! Eigengewichts-Krafttraining läuft weiter, nun fokussierter auf Vorbeugung von Problemen mit der Wirbelsäule, Dehnen möchte ich mehr fokussieren und Yoga sowie autogenes Training will ich mit motivierenden Zeitvorgaben ebenfalls mehr in meinen Alltag einbauen – auch das Vorbeugen gegen einen Rückfall der Krankheit.

Die Highlights und das Fazit

Highlights 2021 waren

  • Erstmals über 50 Kilometer Laufen am 05.02.2021
  • Halbmarathon in 1:28:13 beim GemeinsamRun: Lauf durch den Hardtwald am 25.05.2021
  • Erstmals über 100 Kilometer Radfahren am 03.06.2021
  • Zweitmalig über 100 Kilometer Radfahren am 05.08.2021
  • Fünf Kilometer in 0:19:42 auf der Bahn am 31.12.2021

Und am Ende des Tages – Jahres – sollte ich mich mehr auf die langen, niedrigen Intensitäten fokussieren, mich nicht von der Forderung meiner Uhr nach mehr hoch aerober und anaerober Intensität ins Bockshorn jagen lassen. Die Krankheit hat mich gelehrt, mehr auf die Grundlage zu achten und dazu mehr Beweglichkeit, Dehnen, Yoga und dergleichen einzubauen. Das möchte ich tun. Denn am Ende des Tages reicht ein hochintensives Training in der Woche lässig aus – aber Regeneration und niedrig angesetztes Ausdauertraining vertrage ich auch in großen Mengen.

Kommt gut nach 2022, bleibt gesund und macht mehr von dem, was Euch gut tut, und weniger von dem, was Ihr angeblich tun sollt.