[KuK] Kommunikation

Eine Läuferin. Eine Kreuzung. Ein Auto.

Situation eins: Die Läuferin läuft die Straße entlang, auf dem Gehweg. Ein Auto kommt entgegen, blinkt rechts und würde somit den Weg der Läuferin kreuzen. Die Läuferin ist weiß gekleidet, also deutlich sichtbar. Sie hätte Vorrang – das Auto biegt ja ab. Das Auto wird nicht langsamer – die Läuferin macht langsam und schaut – das Fahrzeug wird langsamer. Die Läuferin beschleunigt wieder – das Fahrzeug auch. Die Läuferin weicht aus, das Auto fährt weiterhin rechts blinkend am Abzweig vorbei … Die Läuferin brüllt (natürlich sinnlos, das Auto ist schon weiter): „WAS SOLL DAS?!“

Situation zwei: Die Läuferin läuft eine andere, schmalere, ruhigere Straße entlang. Ein Auto kommt entgegen, fährt auf die Kreuzung zu. Wenn es links abbiegen würde, würde es den Weg der Läuferin kreuzen. Die Läuferin macht etwas langsam – und das Auto blinkt weiterhin nicht. Die Läuferin überquert die Kreuzung und das Fahrzeug biegt links ab, weiter ohne zu blinken und rein von Tempo und Verhalten, als habe es die Läuferin nicht bemerkt.

Hey, Ihr habt EINEN Job beim Blinken: Wenn Ihr abbiegt, in diese Richtung blinken. Wenn Ihr nicht abbiegt, nicht blinken. Ich fand das nicht so schwer, als ich noch mehr Auto gefahren bin. Aber vielleicht unterliege ich einer Selbsttäuschung.

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Es geht wieder los …

… die gelben Balken in meinem Laufdiagramm wachsen wieder. Das Wetter wird nun langsam hinreichend unbeständig und kühl, dass das heimische Laufband eine echte Alternative ist. In meinen Diagrammen erscheint das Laufen im Freien als blauer, das Laufen auf dem Laufband als gelber Balken. Heute habe ich wieder mal 4,24 Kilometer auf dem Laufband verbracht. 25 Minuten vor dem Duschen, bevor es heute Abend mit der S-Bahn nach Karlsruhe auf eine Geburtstagsfeier geht.

Mir ist das Laufen draußen lieber – ganz klar. Aber halt nicht bei jedem Wetter und zu jeder Gelegenheit. Ich bin auch schon bei Regen gelaufen, auch bei Kälte und auch bei starkem Wind. Werde ich im Winter auch wieder machen, da bin ich sicher. Es ist eine schöne Sache, eine Alternative zu haben – drinnen, warm, mit dem Mann neben sich sitzend, der einem über den Lärm des Laufbands hinweg Perry Rhodan vorliest.

Was Reisen mit mir anstellt

Am Wochenende war ich für ein Konzert und einen Besuch bei lieben Freunden mit der Bahn in Hamburg. Heute früh fühle ich mich sehr erholt – und als mir klar wurde, dass ich den frühen Zug heute nicht schaffe, habe ich es nicht nur einfach hingenommen, sondern die Zeit genutzt, um meine Tragetasche, in der ich viel Zeug zur Arbeit und zurück schleppe, in meinen Rucksack umgepackt.

Ich habe eine Weile versucht, den ganzen Ballast aus eReader, Powerbank, Sportsachen, Block für Notizen und so weiter zu reduzieren. Aber das habe ich nicht geschafft. Wenn es also nicht ohne das geht, habe ich doch lieber den Rucksack auf den Schultern und kann zur Not mal auf die Bahn rennen. Die Alternative wäre ein Korb – zum Rennen unpraktisch, aber stylischer als die Tragetasche. Ich will jetzt nicht sagen, dass eine Tragetasche (für mich) gar nicht ginge – aber glücklich war ich mit „kein Korb, aber dennoch nicht renntauglich“ schon seit geraumer Zeit nicht mehr wirklich.

Vernünftig sein ist doof

Heute wollte ich eigentlich auf den Hockenheimring-Lauf gehen – oder eher dort antreten. Leider war heute früh beim Aufstehen mein Mann, der mich begleiten wollte, mit Kopfschmerzen geschlagen und klagte über Halsschmerzen – ich selbst hatte eine laufende Nase. Das letzte Mal, als ich nach krankem Mann und mit ganz leichten Anzeichen einer Erkältung auf einen Wettkampf ging, wurde daraus eine vierzehntägige Trainingspause.

Also schrieb ich dem Bekannten, der mich über seinen Facebook-Status mit der Idee des Hochenheimring-Laufs angefixt hatte, in seinen Status eine Entschuldigung, dass wir nicht kämen, und wir legten uns wieder ins Bett. Inzwischen ist uns beiden besser und ich finde es super-ärgerlich, nicht angetreten zu sein. Andererseits wäre die Erkältung, die ich mir letztes Mal eingefangen hatte, der Killer für den Spaß am Konzert morgen Abend in Hamburg gewesen.

So oder so – ich habe vernünftig gehandelt, finde es aber doof, dass ich nicht angetreten bin. Vernünftig sein ist – vernünftig. Aber doof.

Nämlich!

[KuK] Gute Idee, schlechte Idee

Gestern hatte ich eine gute Idee: ich habe das Post-It auf dem Display meines Laufbands entfernt. Darauf stand: „Lauffläche ölen!“ Genau das habe ich getan, damit das Band wieder gut über die Fläche flutscht.

Gestern hatte ich aber auch eine schlechte Idee: testen, wie es sich barfuß auf dem Laufband läuft. Resultat ist eine Blase auf dem linken großen Zeh.

Ganz unabhängig davon sind sich allerdings auch mein Laufband und meine Garmin vívosport über die zurückgelegte Strecke auf dem Laufband uneinig. Aber das ist eine andere Geschichte.

Kids

Heute beim Laufen gab’s zwei Momente mit Jugendlichen, bei denen ich dachte: „Oh herrje, werde ich alt, dass ich sowas bemerke und mich drüber aufrege? Vernünftig?“

Erster Vorfall: Bei unserem Edeka im Dorf gibt’s eine Straßenbrücke über die Bahnlinie. Unter der Straße, neben der Bahn, führt ein Rad- und Fußweg entlang, mit dem man in das Viertel Richtung Bahnhof kommt, ohne eine Straße queren zu müssen. Das ist super-angenehm, da entlang zu laufen. So kann man auch herrlich die eher engen Bürgersteige an der „Hauptstraße“ vermeiden, die eher inzwischen verkehrsberuhigte Lebensader des Dorfes ist. Der Radweg neben der Bahn, unter der Brücke, ist unbeleuchtet – und gerne sitzen mal Gruppen von Jugendlichen oben auf der gemauerten Schräge, auf die die Träger für den Brückentisch aufgesetzt sind. Oft treiben sie sich auch so in dieser Gegend herum. Als ich heute aus dem Hellen ins Dunkle unter der Brücke joggte, brüllte es plötzlich: „Vorsicht!“ Ich erschrak, bekam aber erst zwei Meter vor dem mitten auf dem dunklen Weg herumliegenden Fahrrad mit, WARUM eigentlich Vorsicht geboten war. Da lagen noch zwei weitere Fahrräder, die zu zwei weiteren Jungs gehörten – alle drei Jungs standen auf der anderen Seite der Brücke, alle drei Fahrräder lagen auf dem dunklen Weg. Sowas wie ordentliches Abstellen von Fahrrädern und Ständer scheint außer Mode zu sein …

Zweiter Vorfall: Zurück in unserer Straße, auf den letzten Metern nach Hause stand eine Gruppe Mädchen zwischen zwei Autos vor einem Wiesengrundstück und blödelte herum. Ich grüßte halblaut, wurde aber eventuell nicht gehört – vielleicht auch doch. Jedenfalls rief dann eines der Mädchen „Guten Tag!“ und ich wiederholte mein „Guten Abend!“ lauter, das ich bereits zuvor in Richtung der Gruppe geworfen hatte. Eine andere fuhr die eine an: „Das heißt guten Abend, du Mongo.“ Äh. Ja. Ich nehm‘ gerne ein „Guten Abend“, ein „Guten Tag“ nehme ich auch, aber sich für’s vermeintlich inkorrekte Grüßen gegenseitig zu beschimpfen, und das mit Worten, die ich als respektlos gegenüber Personen mit Down-Syndrom empfinde, ist – speziell.

Aber wenn ich hier seufze: „Oh Tempora! Oh Mores!“, dann fühle ich mich wie eine Erwachsene – was ich sonst eigentlich gar nicht tue.

Tun oder Nicht(s)tun

Diese Frage habe ich die letzten drei Wochen über krankheitsbedingt oft mit letzterem beantwortet.

Aber das endet. Hier und jetzt – und eigentlich schon am Dienstag. Dienstag war Referatslauftreff, Mittwoch Regierungspräsidiumslauftreff, gestern habe ich Stabilitätsübungen gemacht und heute renne ich nach Hause.

Das Nichtstun endet. Hier und jetzt. Und hier und jetzt fing schon am Dienstag an.