[KuK] Daran kam ich nicht vorbei

Ein Notizbuch, das unser Max hier in der Hand hält.

Ich war eigentlich nur in der Mittagspause, und da fiel mir in einem Shop von „Elbenwald“ dieses Notizbuch ins Auge. Da wir im Moment die zweite Matt-Smith-Staffel von Dr. Who sehen, in der ein solches Notizbuch exzessiv vorkommt, kam ich nicht umhin …

Für Notizbücher gilt aufgrund all dessen, was man darin notiert, wirklich: Von innen größer als von außen!

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„Anybody Out There“ von Ben Miller

Auf den Blogbeitrag von Fiktion fetzt zum oben genannten Buch hin habe ich mir Ben Millers Buch über die Suche nach außerirdischem Leben gekauft und bin dann eine Weile nicht zum Lesen gekommen. Inzwischen jedoch habe ich es gelesen – und ich bin begeistert.

Ben Miller entführt auf sehr unterhaltsame Weise in die Suche nach außerirdischem Leben – aber er wird dabei auch sehr grundsätzlich. Nach der Einführung über UFO-Sichtungen und SETI spannt er den Bogen anhand der Drake-Formel vom unglaublich fein abgestimmten Universum in Sachen Physik, das optimale Bedingungen für das Entstehen von Leben bietet, über die Chemie und Biochemie, bis schließlich zu uns und all dem anderen Leben auf der Erde, das nun einmal unsere einzige Referenzgruppe ist. Anhand derer erläutert er, was wir von außerirdischem Leben zu erwarten haben und was nicht – und endet genau dort, wo er in SciFi abgleiten würde, wenn er den erwartungsvoll guckenden Leser befriedigen wollte.

Für mich als Physikerin mit Interesse für Biologie war einiges nur Wiederholung, daher kann ich nicht beurteilen, wie verständlich er bei den Details in seinen Fußnoten ist – im Text selbst jedoch bleibt er in einem Bereich, den zu lesen sehr angenehm ist, selbst wenn man Vorkenntnisse ausblendet. Letztlich kommt dabei auch der Humor nicht zu kurz – Überschriften aus Liedtiteln (wie auch der Buchtitel aus einem Shakespeare’s-Sister-Song) und gelegentliches ironisierendes Abstandnehmen inklusive.

Am Ende wollte ich lesen, dass wir bereits einen Kontakt gefunden haben und er nicht ist, wie eines der Beispiele, aber eben doch aus den Methoden, die zur Vermutung der Gestalt und Kommunikationsfähigkeit außerirdischen Lebens Ben Miller über das Buch hin etabliert hat. Natürlich kommt es nicht dazu – diese Sensation wäre mit aller Hoffnung und Panik, die so etwas auslöst, den Medien nicht entgangen. Wer eine Räuberpistole über UFOs erwartet, wird enttäuscht, auch wenn auch von UFO-Sichtungen die Rede ist. Viel wichtiger und das Buch dominierend ist aber die auf Verständlichkeit herunter gebrochene wissenschaftliche Annäherung an außerirdisches Leben, die zum Beispiel das SETI-Projekt beherrscht – auch wenn ich persönlich in zweierlei Hinsicht STI – the Search for Terrestrian Intelligence – fast spannender fände. Die eine bringt auch Ben Miller auf, denn auch auf unserer Erde ist noch so manches, (vergleichsweise) nah mit uns verwandtes Leben intelligent und nicht so bekannt, wie es sein könnte – zum anderen frage ich mich manchmal, ob wir selbst so schlau sind, auch wenn wir Speicherung von Information außerhalb unserer Gene, Ackerbau, Sprache und Gesellschaft entwickelt haben.

Aber ich gleite ab – das hier sollte eigentlich eine eindeutige Leseempfehlung sein.

Gelesen: A Higher Loyalty

Das letzte Buch, das ich gelesen habe, war „A Higher Loyalty“ von James Comey. James Comey kennt man aus den Nachrichten: Es war der ehemalige Direktor des FBI, der mit drei öffentlichen Statements zum Verlauf der Ermittlungen über die Verwendung eines privaten Mailservers für geheime Informationen in Hillary Clintons Zeit als Außenministerin während der letzten US-Präsidentschaftswahl auffiel und später von Donald Trump gefeuert wurde.

Das Buch setzt allerdings deutlich früher ein. Comey berichtet über seine Zeit als Jugendlicher, seine Prägung durch Ereignisse in dieser Zeit und wie es ihn dazu drängte, Anwalt zu werden. Viele der Weggefährten, über die er schreibt, haben im Laufe der Zeit eine Bedeutung gewonnen – oder bei seinen Begegnungen bereits Bedeutungen gehabt. Darunter sind drei Präsidenten der USA: George W. Bush, unter dem Comey Deputy Attorney General, mehr oder minder schlecht übersetzt stellvertretender Justizminister der USA war, Barack Obama, der Comey zum FBI-Direktor und Nachfolger von Robert Mueller machte, sowie Donald Trump, der Comey als FBI-Direktor vor Ablauf seiner zehnjährigen Amtszeit entließ. Noch etwas früher angesetzt: Comey arbeitete im Büro von Rudolph Giuliani, bevor dieser Bürgermeister von New York und später Anwalt von Donald Trump wurde – denn Giuliani war zu Beginn von Comeys Karriere US Attorney für Manhattan und Comey arbeitet bei ihm.

Manches davon wusste ich, einiges habe ich erst aus dem Buch erfahren. Neben dem Nachzeichnen seiner Karriere hebt Comey aber auf etwas ab, das ihm zumindest nach der Art, wie das Buch verfasst ist, sehr bedeutend erscheint. Schon der Untertitel spricht von „Truth, Lies and Leadership“. Comey erklärt sein Verständnis einer moralischen, ethischen Führung, von „ethical leadership“. Das Buch ist also mehr als eine Biographie oder ein Nachzeichnen seiner Karriere – und auch mehr als eine Abrechnung mit Donald Trump, auch wenn es im vorletzten Kapitel Züge derselben trägt.

Mich haben Comeys Ideen zu Moral, zu ethischer Führung und zu dem, was man machen darf und soll und was nicht, durchaus beeindruckt. Sicher, als Autor, der über sich selbst schreibt, ist das auch sein Ziel. Dennoch untermauert er viele seiner Ideen von dem, was er „to do the right thing“ nennt, mit Erfahrungen als Opfer und Täter von Mobbing in der Schule, dem Umgang seiner Frau und seiner selbst mit dem Tod ihres neugeborenen Sohns, einem Erlebnis mit einem gesuchten Verbrecher in seiner Kindheit in New Jersey und einigem mehr. Zudem stellt er Führung von „ethical leaders“ der Führung in Mafia-Clans gegenüber, die durch bedingungslose Loyalität und Lügen führen, in denen Hierarchie absolut ist und der Boss in seiner Position bestärkt werden will und werden muss. Insbesondere Barack Obama stellt er an dieser Stelle als jemanden dar, der Ratschläge annimmt, der andere Sichtweisen hören will – im Gegensatz vor allem zu Donald Trump, nach Comeys Darstellung, aber auch im Gegensatz zu George W. Bush, dem er in merklicher Sympathie zugetan ist.

Comeys Darstellung deckt sich an vielen Stellen mit dem, wie man in Europa oder in Deutschland, als Leserin liberaler bis linker Medien, die Ereignisse gesehen hat, beschreibt teils ein wenig tiefer. Außerdem beobachtet Comey sehr genau, er stellt immer wieder Eigenheiten in Habitus, Gestik und Mimik insbesondere der drei genannten Präsidenten dar und zieht daraus seine Schlüsse. Auch Obama, der als Demokrat den Republikaner Comey als FBI-Direktor berief und für den er voll des Lobes ist, kommt nicht ganz ohne Kritik weg – Comey analysiert aus seiner Perspektive auf eine Meeting eine gewisse Hybris Obamas beim Thema des Verstehens komplexer Zusammenhänge. Freilich sind die gelegentlichen Gehässigkeiten Bushs und auch das Umgeben mit Beratern, die – aus Comeys Sicht – moralisch fragwürdig agieren, durchaus ebenfalls nicht so wild wie das, was man in Comeys Bericht über seine Interaktionen mit Trump schreibt, aber Obama kommt doch am besten weg.

Interessant fand ich auch Comeys Analyse im letzten Abschnitt, Epilog genannt. Hier deutet er die Trump-Ära als eine Chance. Er ist zwar tief besorgt über die Schäden, die Trumps Präsidentschaft Comeys Ansicht nach anrichtet, aber er sieht auch die Chance darin, dass ein Präsident nach Trump ethische Führung, eine Bindung an die Wahrheit und ein aus der Idee von „checks and balances“ resultierendes Agieren in einer Stärke zu betonen haben wird, wie das seit Watergate nicht mehr der Fall war. Darin sieht er auch die Chance, dass der Kongress mächtiger wird und die monolithische Stellung des Präsidenten weiter eingeschränkt wird, eine Comeys Ansicht nach eindeutig gute Entwicklung.

Sicherlich muss man beachten, dass Comey aus einer Perspektive heraus schreibt. Möglicherweise sollte man auch überlegen, was er damit bezweckt, seine Moral- und Führungsvorstellungen so auszubreiten. Aber selbst unter Abzug der Perspektive und unter der Prämisse, dass Comeys „höhere Loyalität“ tatsächlich Land, Wahrheit und Moral gehört, und nicht nur sich selbst, muss ich sagen, hat er mich überzeugt – davon, dass es mindestens in etwa so war, wie er es beschrieben hat. Aber auch davon, dass die Ideen eines unabhängigen FBI, einer Beschränkung der Macht des Präsidenten, eine Trennung von politischen und nicht-politischen Staatsorganisationen und ein Führungsstil, wie er ihn als „ethical leadership“ definiert, ein Gut an sich sind.

Ich würde das Buch zu lesen empfehlen – sicherlich nicht, wenn man ganz leichte Lektüre haben will oder wenn man nicht über aktuelles Weltgeschehen lesen möchte. Sollte man aber einen Einblick und zugleich ein Buch über Führung lesen wollen, kriegt’s von mir ein Label „empfehlenswert“.

Phantastik-Pedanterie

Für die Welt Tethys, auf der eine Menge meiner Phantasie spielt, habe ich schon Landkarten gezeichnet, Firmen entworfen und einiges mehr. Hier ist nun zu sehen, wie ich ein Schema der Entwicklung der Strömungen spiritueller und körperlicher Praktiken einer dortigen Kultur angesichts neuer Gedanken erweitere.

Vielleicht ist das „Übertreiben“, aber mir bereitet es Freude.

[KuK] Mumien überall!

Zur Zeit kommt bei uns eine spezielle Richtung von „Horror“ an vielen Stellen zusammen. Mumien!

Wir lesen gerade den dritten Teil von Tanya Huffs Reihe über Vicki Nelson und den Vampir Henry Fitzroy, und da geht es deutlich absehbar um eine Mumie, die in Toronto wieder erwacht. Die Folge von „Voyage to the Bottom of the Sea“, die mein Mann gerade eingelegt hat, heißt „The Mummy“ – und im Moment liegt, unter anderem wegen des Blogbeitrags zu Mumien bei Fantastische Antike das Buch „Mumien: Die Wiedergeburt“ auf meinem Schreibtisch.

Kommt vieles zusammen. Sogar unsere unsichtbaren, außerirdischen Mauzen albträumen von Mumien – während die beiden Arzt-Katzen gelegentlich, wenn es uns nicht gut geht, uns bandagieren, um uns zu helfen, und im nächsten Moment panisch von Mumien mauzen.

Manchmal … kommt alles zusammen. Aber da bin ich nicht böse drum. Die Albträume wegen Mumien sind bei mir selbst zum Glück in meiner Kindheit zurückgeblieben.

Phantasie

Phantasie ist meiner Ansicht nach die großartigste Art und Weise, sich zu unterhalten.

Natürlich können Serien, Filme, Bücher, Comics und dergleichen die Phantasie inspirieren. Aber letztlich sind das Produkte der Phantasie. Diese fiktiven Geschichten bestehen aus Phantasie.

Ich bin sehr, sehr froh, dass mein Phantasie sich nicht an bestehende Geschichten fesselt, sondern frei fliegt und eigene Geschichten zu schaffen vermag. Würde ich die oben genannten Darreichungsformen von fiktiven Geschichten verlieren, würde ich viel verlieren. Würde ich aber meine Phantasie, meine eigenen Geschichten verlieren – ich ich wäre verloren.
Facebookpost von Talianna Schmidt vom 07.09.2012

An diesen Post von vor fünf Jahren erinnerte mich Facebook heute. Das ist noch immer wahr und ich habe es unbearbeitet hier zitiert. Es passte recht gut, da genau heute – aus mir nicht genau erfindlichen Gründen – in meinem Kopf eine alte Phantasie-Geschichte wieder hochkam: „Sternenbrennen“, eine in fünf Teilen strukturierte Science-Fiction-Geschichte, die zu Beginn der Besiedelung der näheren Umgebung unserer Sonne innerhalb der Milchstraße durch die Menschheit spielt. Hauptfiguren dabei sind Anna van Staal, von ihrer Tante in einer Pontonstadt über dem vom angestiegenen Meeresspiegel überfluteten niederländischen Leiden in prekären Verhältnissen aufgezogen, und Valérie Marreau, Tochter privilegierter Kolonisten auf dem dritten Planeten von Epsilon Eridani. Spannend, wie alles irgendwann wiederkommt.