[KuK] Eine tolle Nummer

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Die 662 passte perfekt zu meinem Trikot beim Campus Run gestern. Warum das?

Nun. 662 Kiloelektronvolt ist die (auf ganze keV gerundete) Gamma-Energie von Cäsium-137, einer Art Standard-Nuklid. Cäsium-137 wird zum Beispiel als Spaltprodukt in Kernkraftwerken frei und ist mit 30 Jahren Halbwertszeit auch das Nuklid, das man in Europa noch an vielen Stellen in kleinen Mengen als Überrest des Unfalls von Tschernobyl vorfindet. Auf Cäsium-137 werden auch Messgeräte genormt, weil es ziemlich mittig in den Energien von Gamma-Strahlung liegt, die üblicherweise gemessen wird.

Da passte die – mir zufällig zugeordnete – Startnummer 662 echt gut!

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Campus Run re-iterated

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Der dritte Campus Run der Universität Stuttgart hat am heutigen Donnerstag stattgefunden. Ich war bisher jedes Mal dabei – ich bin wohl die einzige Läuferin, die auf dem Campus Run der Uni Stuttgart bereits VIER Mal angekommen ist. Denn im ersten Jahr, als der Sechser und der Zwölfer nicht parallel liefen, bin ich bei beiden gestartet.

Aber zum aktuellen Jahr: Es ging über eine sehr angenehme Strecke, dieses Mal am MPI in den Allmandring, hinter der Bioverfahrenstechnik vorbei, über die berüchtigte „Wackel-Brücke“ nahe des Internationalen Zentrums der Uni Stuttgart, durch das NWZ (Naturwissenschaftliches Zentrum), an der Keltenschanze vorbei in den Wald und über den Weg hinter der MPA und dem DLR-Gebäude durch die Wohnheime zurück. Für die Zwölfer – angeboten waren zwölf und sechs Kilometer – ging es über zwei Runden, aber das war voll in Ordnung, der Kurs war sehr abwechslungsreich. Absoluter Pluspunkt war, dass wir dieses Mal keine Treppe auf der Strecke hatten, das machte es viel angenehmer.

Nach drei Teilnahmen am „Zwölfer“ des Campus Runs (2014, 2017 und 2018) habe ich auch endlich geschafft, das „Projekt 59:59“ auf der geplanten Veranstaltung zu schaffen. Mit einer Netto-Zeit von 52:38 gewann ich meine Altersgruppe, lag insgesamt auf Platz 4 bei den Damen und trug zudem den berüchtigten „Propeller“, also das Symbol für Radioaktivität für das Team „Fast Neutrons“ über den Campus. Leider war es ein „One Woman“-Team, weil die anderen, die ich angefragt hatte, aus verschiedenen Gründen nicht konnten. Ich schreibe natürlich nicht, dass sie gekniffen haben … würde ich nie machen.

Man merkt dem Campus Run an, dass er nicht nur größer, sondern auch professioneller und organisierter wird, dabei aber immer noch die sympathisch-hochengagierte Note des Hochschulsport-Teams, vor allem von Melanie Haag behalten hat, die zwar nicht die Moderation übernimmt, aber immer ein paar Worte sagt und sich über Resonanz freut.

Ein paar Impressionen hat mein Anfeuer-Team aus meinem Mann und meinem Ko-Autor Manuel auch mitgebracht:

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Zieleinlauf – sprintest Du noch oder fliegst Du schon?
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Ich glaube, es war doch kein Fliegen.
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Nach dem Fliegen kommt das Siegen. Zumindest in der Altersklasse.

Insbesondere lustig war dann auch, dass ich eigentlich nur zum Abholen von Post zu meinem alten Institut lief und dort mitten im Sommerfest landete – und dann fuhr Ko-Autor Manuel meinen Mann und mich, beide per Bahn angereist, noch nach Hause.

Schleifendurchlauf

Am Donnerstag findet der Campus Run 2018 der Universität Stuttgart statt. Ich werde dort sein, von einer Reise in meinem neuen Job aus Heidelberg direkt nach Stuttgart fahren und teilnehmen.

Das ist das erste Mal, dass ich zwei Jahre in Folge am selben Wettkampf teilnehme und dabei auch noch in Form bin. Zweimal in Folge, dazwischen keine Probleme mit der Colitis ulcerosa, munter weiter trainiert … seit dem letzten Campus Run bin ich über 2000 Kilometer gelaufen, habe nur in einem Monat weniger als 50 Kilometer zurückgelegt. Es ist das erste Mal, dass ich so konsequent durchgängig trainiert habe – ich wollte es UND der Körper ließ es zu.

Letztes Jahr begann die für mich furiose Laufsaison mit dem Campus Run. Dieses Jahr habe ich schon einen Halbmarathon und zwei Wettkämpfe über knapp zehn Kilometer absolviert. Die Schleife ist einmal durchlaufen. Nun folgen Wiederholungen. So weit war ich in Sachen laufen noch nie.

Tiere am Weg

… ich möchte gerade nicht über das Thema schreiben, das meine Überschrift vielleicht impliziert. Es geht nicht um Tiere am Wegesrand, die überfahren wurden. Das macht mich immer fertig, wenn ich das sehe, zumal ich bisher auf wohl über einer Million Kilometern Autofahren hinbekommen habe, nur die Fliegen und anderen Insekten, die mit meiner Windschutzscheibe kollidiert sind, auf dem Gewissen zu haben.

Worüber ich eigentlich schreiben will, sind zwei Tier-Begegnungen auf meinem heutigen Lauf. Die erste war eine eher schwierige. Ein Raubvogel, dessen genaue Spezies ich aber nicht zuordnen kann, kreiste über mir, flog immer wieder Scheinangriffe. Tatsächlich angegriffen hat er mich nicht, aber die Drohung stand im Raum. Das Ganze fand an einer Ecke des Waldes auf der Hardt statt und den Geräuschen nach verteidigte der Vogel sein Nest gegen die fiese Bedrohung durch eine Läuferin. Ungefähr 60 Meter Radius um den lautesten Punkt der Küken, also wohl direkt unter dem Nest, war der erwachsene Vogel am Scheinangriffe fliegen, einmal sogar recht fies und knapp von hinten. Ich hatte durchaus Respekt vor dem Tier, denn eine Freundin von mir ist schon öfter von Vögeln angegriffen worden, auf ihren Läufen. Ich glaube, ich muss mal schauen, ob ich künftig eine Route finde, die nicht so nah an dem Nest vorbeiführt.

Die zweite Begegnung war eher süß, auch wenn sie mich Überwindung gekostet hat. Ein Herr war auf dem Feldweg zwei Kilometer nach meiner Vogel-Begegnung mit seinem Hund unterwegs – hellbraun war das Tier, glattes Fell. Rein von der Optik her würde ich auf einen Labrador Retriever getippt, aber ich habe keine Ahnung von Hunden. Ich gestehe, in aller Regel mag ich fremde Hunde auch nicht. Es kostet mich Überwindung, sie kennen zu lernen und zu mögen. Die Hunde meiner Freunde akzeptiere ich und mittlerweile kenne ich sie auch alle so lange, dass ich sie mag – aber fremde Hunde sind ganz schwierig für mich. Aber ich überwand mich, stellte meine Tracking-Uhr auf Pause und lächelte dem mir schwanzwedelnd entgegenrennenden kleinen Racker zu, ging in die Hocke und kraulte ihn. Der Besitzer freute sich, keine feindselige Joggerin vor sich zu haben. War sogar ganz nett – lustigerweise bellte mich dann auf dem Heimweg durchs’s Dorf keiner der drei Hunde an, die mich normalerweise immer verbellen – die lagen alle ganz friedlich in ihren Höfen.

Vor Regen und Pause …

Da ich heute mitten am Tag das erneute Aufkommen der übermotivierten Talgdrüse entfernt bekomme und danach erstmal keinen Sport machen darf, habe ich mir heute Urlaub genommen. Unterzeit hätte ich eh gemacht, auch die vertraglich vereinbarte Präsenzzeit auf der Arbeit nicht voll einhalten können. Da lag es nahe, an einem solchen Urlaubstag ein bisschen Sport zu machen.

Ein bisschen …

Jedenfalls wusste ich, dass für den Tag Regen angesagt war, so ab zehn, später sollte es gewittrig werden. Also stand ich mit meinem Mann auf, trank meinen Tee und ging dann laufen, als er auch aus dem Haus ging. Zwischendrin regnete es mal ein wenig, auch ein wenig stärker, aber nicht so, dass ich versucht gewesen wäre, meinen Lauf abzubrechen. Es lief einfach, nicht schnell, aber beständig. Immer vorwärts, einen Schritt vor den anderen, Belastung im angenehmen Bereich … bei den Schwiegereltern vorbei und auf die Wege zwischen Karlsruhe, Rheinstetten, Ettlingen, Malsch und Durmersheim. Ehe ich mich versah, war ich in Bruchhausen, überquerte nach etwas mehr als 14 Kilometern B3 und A5. Die Fußgänger- und Radlerbrücke etwas weiter südlich über die B3, die ich schon immer mal überqueren wollte, nahm ich dann gleich mit, lief zunächst neben der B3 nach Süden, um dann wieder in mein Revier abzubiegen.

Am Ende der Laufes standen nun 32,8 Kilometer auf der Uhr – mein längster Lauf bisher. Nur die letzten zwei, drei Kilometer fühlten sich ziemlich anstrengend an, ich habe also nach meinem 30er vor zwei Wochen offenbar das Limit ein wenig hinausgeschoben. Dieses Mal waren es auch 149 Herzschläge in der Minute, näher an meinem erklärten Ziel der über Herzfrequenz gemessenen Belastung. Nun geht’s demnächst zum Arzt – und in der Zwangspause darf mein Körper schauen, was er aus der Botschaft des heutigen langen Laufes macht. Ich bin gespannt!

Direkt, nachdem ich nach Hause kam, regnete es dann doch etwas stärker.

Angekündigter Entzug

Zur Zeit ist das Laufen sehr wichtig für mich – sieht man denke ich auch an den Blogbeiträgen. Ab morgen Abend steht allerdings eine Zwangspause an. Das kommt so: Im März wurde neben meinem rechten Unterlid eine etwas übermotivierte Talgdrüse mitsamt ihrer Produkte entfernt, die da schon seit fast einem Jahr daran arbeitete. Das Ding ist harmlos, auch wenn Dinge, die auf „-om“ enden und in Latein beschrieben werden, wenn sie rausgeschnitten werden, natürlich reflexartige ungute Gefühle auslösen. Aber es ist einfach nur eine übermotivierte Talgdrüse ohne Ambition, etwas anderes zu sein.

Nur leider war eben die in einer tiefen Hautschicht sitzende Ansammlung von Produkten dieser Talgdrüse schon recht dick geworden, und somit war das natürlich ein bisschen schwierig für den Operateur, auch die Ursache vollständig zu entfernen – bei der Nachuntersuchung am Donnerstag kam raus, dass ein neuer Talgsee in meiner Unterhaut wächst, bislang aber nur ganz klein ist. Morgen Nachmittag wird dieser nun mitsamt der Ursache entfernt, wieder wird die Untersuchung des entfernten Gewebes eine Ansammlung von lateinischen Bezeichnungen sein, die Angstreflexe auslösen, sich bei näherer Betrachtung aber als völlig harmlos herausstellen werden.

Allein: Danach werde ich eine Woche keinen Sport machen dürfen. Der Arzt meinte auf die Frage, wie lange ich auf Sport verzichten müsse, reflexhaft: „Zwei Wochen – ach, Sie sind ja so eine Sportliche, auf Marathon trainieren Sie, nicht? Dann eine Woche!“ Ich hatte gar nichts gesagt, vermutlich nur irgendwie zwischen flehentlich und verärgert geschaut. Seit März habe ich keine volle Woche mehr ohne Sport in meinem Kalender, und vorher muss ich wohl bis ins alte Jahr zurückgehen … in mir stieg erst einmal Panik auf. Wie jetzt, nicht laufen? Echt nicht? Eine ganze Woche lang?

Das klingt süchtig. Andererseits: die Laufpause ist nicht meine Entscheidung, und wenn ich aus eigener Entscheidung vorübergehend auf etwas verzichte, ist das viel leichter als fremdbestimmter Verzicht. Jedenfalls werde ich morgen noch einmal laufen und dann schauen, ob’s mit der diesmal kleineren Schwellung, dem diesmal kürzeren Schnitt genauso schnell oder gar schneller als beim letzten Mal wieder geht.