Was macht das mit Dir?

Diese Frage bekommt man oft gestellt. Sie trendet sozusagen. Ich bin nicht sicher, ob ich diese Frage in dieser Form mir selbst stellen möchte – aber vom Sinn her schon. Ich versuch’s mal.

  • Corona-Krise, Klima-Krise, ganz persönliche Krankheits-Krise – was fühle ich dabei?
    Einerseits fühle ich mich hilflos. Ich bin auf andere angewiesen und lerne, dass die anderen nicht immer die Entscheidungen treffen, die ich für richtig halte – und dass genau das meinem Wohl, meiner Wahrnehmung des Allgemeinwohls und nicht zuletzt deren eigenem Wohl nicht zuträglich ist.
  • Corona-Krise, Klima-Krise, ganz persönliche Krankheits-Krise – was folgere ich daraus?
    Auch wenn die anderen vielleicht anderer Ansicht sind, was getan werden muss, auch wenn die anderen vielleicht anderes tun – ich muss das tun, was für mich und aus meiner Sicht heraus für die anderen, vielleicht die Welt am besten ist. Konkret: Ich möchte weniger Auto fahren, ultimativ das Auto ganz abschaffen. Mehr Rad fahren, mehr laufen, den ÖPNV und Fernverkehr nutzen – als Verkehrsmittel und für mich selbst, weil es mir gut tut – Bewegung auf dem Rad und beim Lauf, Zeit zum denken, rumspinnen, kommunizieren in der Bahn, statt stur auf die Straße zu starren. Ich möchte mehr Zeit für mich haben, weniger arbeiten, mehr schlafen, mehr auch mal in die Sauna gehen oder einfach auf dem Sofa liegen.
  • Corona-Krise, Klima-Krise, ganz persönliche Krankheits-Krise – und was mache ich daraus?
    Gelaufen bin ich ja schon, das Auto-Pendeln zur Arbeit habe ich 2018 eingestellt, damals zugunsten des ÖPNV. Ich habe das Fahrradfahren wieder angefangen, nach 20 Jahren Angst wegen eines Unfalls. Ich nutze die Krankheits-Krise, um im Hinblick auf persönliche Prioritäten und Leistungsfähigkeit umzudenken, Krankheit nicht als Stigma, sondern als Warnzeichen zu begreifen – und als Chance, aus akutem Anlass die Work-Life-Balance neu zu verhandeln, ebenso die Mental-Load-Self-Balance neu zu justieren.

Vielleicht versuche ich sogar, künftig dieses „Was macht das mit Dir?“ für mich persönlich in die Fragen „Wie fühle ich mich dabei?“, „Was folgere ich daraus?“ und „Was mache ich daraus?“ aufzusplitten. Mit etwas Glück werde ich sogar, wenn ich den Drang spüre, jemanden zu fragen, was „das“ mit ihm oder ihr „mache“, stattdessen die drei genannten Fragen sequentiell zu stellen.

Und am Ende kann ich sagen: Das macht das mit mir, dass man mich fragt, was das mit mir macht.

Vielleicht verwende ich auch künftig noch öfter die Konjunktion „Und“ als Satz-Eröffnung in der bewusst ironisierten Form und nicht mehr so oft einfach so.

Auszug aus einem Rant auf Facebook

Am vergangenen Wochenende war in Berlin der 100-Meilen-Mauerlauf. Ich bezog mich auf diesen Lauf, als ich in einer Gruppe dort meinen Sonntagslauf postete – denn mit 160 Kilometern konnte ich nicht aufwarten. In einem Kommentar wurde daraufhin angemerkt, dass ich nicht mit dem Mauerlauf aufwarten könne, sei auch gut so – denn Laufveranstaltungen seien Viren-Spreader-Events. So weit, so gut.

Ich antwortete, dass ich nicht ganz auf Laufveranstaltungen verzichte – denn ich möchte ja beim Baden-Marathon meine Halbmarathon-Zeit verbessern und, sofern alles halbwegs bleibt, beim Köhlbrandbrückenlauf mitlaufen. Beide Veranstaltungen haben Hygiene-Konzepte: Wie weit sie auf Masken und Tests setzen, weiß ich noch nicht, aber Abstand zur Reduktion des Ansteckungsrisikos wird durch gestaffelten Start in Kleingruppe hergestellt. Als Geimpfte komme ich zudem mit geringerem Risiko dort hin. Daraufhin wurde ich belehrt, dass Masken und Impfung keinen vollständigen Schutz bilden… Da ich all das erläuterte, als ich meine beiden Anmeldungen zu diesen Läufen benannte, fühlte ich mich von dieser Belehrung schon ein wenig angegangen. Daraufhin formulierte ich folgende Antwort, die ich so auch hier teilen möchte:

Schutzkonzepte und auch die Impfung sind keine völligen Verhinderer des Weitertragens des Virus‘ – sie verringern das Risiko aber dennoch. Das Schwarz-Weiß-Denken stört mich in der Pandemie: Was nicht zu 100% schützt, ist für die einen fruchtlos und darf daher keine Treffen und Veranstaltungen ermöglichen, für die anderen ist’s unnötig und man sollte es daher nicht brauchen und trotzdem Normalität haben. Die Wahrheit liegt zwischen den beiden Polen. Ich betrachte die Impfung und das Schutzkonzept nicht als 100%-Schutz, bin aber auch in der Vergangenheit trotz potentiell ansteckender, noch symptomloser Grippe-Patienten ganz ohne Schutzmaßnahmen in Massenstarts in Winterlaufserien gestanden. Das Denken „100%-Schutz oder alle bleiben daheim“ gegen „gibt keinen 100%-Schutz, daher bleibt keiner daheim“ ist eines der Probleme unserer Zeit. Denn gegen die meisten Gefahren gibt es keinen 100%-Schutz. Aber das heißt nicht, dass Schutzmaßnahmen sinnlos sind – in die öffnende wie auch die schließende Richtung nicht. Geimpft sein und im Startblock Abstand halten und Maske tragen – und die Maske an den Arm packen, wenn sich‘s auf der Strecke verläuft, schützt mich nicht zu 100%, sondern vielleicht zusammengenommen zu 80% vor Infektion, zu 85% davor, dass ich’s weitertrage und zu 98% vor einem schweren Verlauf (keine Garantie für die Werte), das heißt für mich aber weder zwingend, dass ich diese Maßnahmen fruchtlos nenne, noch dass ich wirklich alles lassen muss. Ich versuche das differenziert zu sehen.

Meine Antwort auf Facebook

Am Ende des Tages glaube ich auch, dass wir über dieses Schwarz-Weiß-Denken dem Virus Vorschub leisten. Denn wenn ich, die ich eigentlich schon eine differenzierte Sichtweise zum Ausdruck gehabt zu haben glaubte, mich dann von einer Belehrung, alle Veranstaltungen seien schlimm, angegangen fühle, wie mag es dann Leuten gehen, die schon länger und mit mehr psychischem Druck zurück zu Veranstaltungen möchten? Sicher gibt’s Leute, die nicht abwägen, sondern einfach losschlagen. Aber ich denke, die große Mehrheit hat ein ausgebildetes Risiko-Bewusstsein und wägt ab, wird aber mit generellen Totschlagargumenten „nur Lockdown“ mit dem mitschwingenden Bass „für immer“ angegangen – und das schürt Trotz, der gegebenenfalls kein guter Berater ist.

Nutzlast

Wenn ich zur Arbeit fahre… dann ist meine Idee eigentlich, 60-65 Kilogramm Mensch, 2-3 Kilogramm Kleidung und (bei Homeoffice-Office-Hybridlösungen) noch 2-4 Kilogramm Arbeitsmittel zu transportieren. Auf Dienstreisen kommt gegebenenfalls noch persönliche Schutzausrüstung, vielleicht Wechselkleidung oder anderes Gepäck hinzu. Unser Toyota Aygo wiegt zwischen 800 und 900 Kilogramm. Mein rotes Stahl-Fahrrad wiegt mit allem drum und dran (Gepäcktaschen, Zeugs) ca. 20 Kilogramm, wenn es hoch kommt.

Da ich mich in meiner Kindheit und Jugend gerne und fasziniert mit Raumfahrt befasst habe und auch mal Astronautin werden wollte, im Endeffekt dann aber in der Physik gelandet bin, kenne ich natürlich den Begriff der Nutzlast. Den kennen auch z.B. Spediteure – die würden nicht auf die Idee kommen, den Lastwagen größer und breiter zu machen, ohne den tatsächlich genutzten und benötigten Laderaum zu vergrößern. Denn jede Masse, die ich von A nach B bewegen muss, die aber kein Geld bringt, verteuert den Transport und macht den Spediteur am Ende weniger konkurrenzfähig.

Zurück zu mir: Wenn ich grob überschlagen 80 Kilogramm Mensch und Zubehör aus der Gemeinde Bietigheim (Wohnort) ca. 20 Kilometer weit in die Großstadt Karlsruhe (Arbeitsort) bewege und dafür ein 20 Kilogramm schweres Gefährt benutze, kann ich eigentlich jede beliebige Energiequelle einsetzen, denn ich bewege ja nur ungefähr 100 Kilogramm, von denen 80% Nutzlast sind. Würde ich stattdessen mit dem Auto fahren, wären es 80 Kilogramm Nutzlast und 800 Kilogramm Gefährt… weniger als 10% der bewegten Masse sind Nutzlast. Wenn ich das mit Muskelkraft machen soll, beschwere ich mich natürlich… das geht nicht! Also würde ich dafür fossile Energieträger oder Elektrizität oder Wasserstoff oder hastenichtgesehen was für einen Energieträger benutzen… Würde ich dagegen elektrisch mit der Straßenbahn fahren, wäre es zwar nicht mein Fahrzeug, aber immer noch SEHR viel mehr Fahrzeug als Nutzlast.

Am Ende des Tages sprechen wir sehr viel darüber, wo wir die Energie herbekommen, um Zeug… also Nutzlast von A nach B zu bewegen. Wenn wir aber ökonomisch (in Energieverbrauch) denken, dann sollten wir – wie der Spediteur – auch darüber nachdenken, wie schwer unser Gefährt im Verhältnis zur Nutzlast ist.

Nun bin ich geneigt, mal ein paar ketzerische Überschlagsrechnungen aufzustellen:

  1. Wenn ich für die Bewegung von 80 Kilogramm Nutzlast über zweimal 20 Kilometer ca. 1000 kCal für Hin- und Rückfahrt zur Arbeit verbrauche, dann habe ich ca. 1,16 kWh verbraucht. Bei fünf Litern pro 100 Kilometern Benzin und ca. 8,5 kWh pro Liter Benzin hätte ich auf denselben 40 Kilometern grob überschlagen 17 kWh verbraucht. Bezogen auf die Nutzlast habe ich also mehr als 90% des Energieverbrauchs eingespart – der zudem vollständig aus regenerativen Energiequellen (Biomasse) stammt, der Energieträger höchstens in Kunststoff verpackt war. Zudem wird ein Gutteil der Energieerzeugungssysteme mit regenerativen Ressourcen repariert – nämlich Proteinen für Muskelaufbau.
  2. Für die genannten zwei Liter Benzin zahle ich ca. drei Euro. Natürlich stufe ich mich höherwertig ein als das Auto, aber wenn ich mir überlege, was 1000 kCal zu Futtern kostet und was dementsprechend die 14600 kCal, die an Energiegehalt zwei Litern Benzin entsprechen, zu futtern kosten würde, kann man schon ins Grübeln kommen, ob fossile Energie nicht zu billig ist. Denn Kraft und Energie zu sparen, die ich höchstselbst meinen Muskeln aufbringen muss, ist jedem einsichtig. Ein nicht elektrisch unterstütztes Fahrrad, das man regelmäßig benutzt, wird niemand in der doppelten oder dreifachen Größe und Masse kaufen, die er braucht. Also ist Energie für’s Auto zu billig, um entsprechend wehzutun und einen geld-ökonomisch so zu motivieren wie körperkraft-ökonomisch Energieeffizienz beim Rad motiviert wird.

Da kommt dann schon die Frage auf: setzen wir die richtige Priorität, wenn wir einen SUV brauchen, um veganes, lokal produziertes Essen bei fünf verschiedenen Hofläden in 20 Kilometer Umkreis zu kaufen, oder sind wir mit Einkauf beim Supermarkt, nicht völligem Fleischverzicht, aber allen Wegen mit dem Rad und ggf. dem Radanhänger auch ganz gut dabei?

Ein Gedanke…

…setzt sich langsam in meinem Kopf fest.

Denn: Seit April diesen Jahres fahren mein Mann und ich für alle regelmäßigen, alltäglichen Tätigkeiten kein Auto mehr. Wofür haben wir das Auto seit dem benutzt?

  • Sperrige, größere Abfälle zur Deponie bringen
  • Urlaubsfahrt

Eine kurze Aufzählung? Ja, sonderlich lang ist sie nicht. Bevor wir den Fahrradanhänger hatten, gab es noch regelmäßig Fahrten zum Einkaufen, dazu ein paar wenige Fahrten bei schlechtem Wetter zu Vorträgen, aber das würde ich sicher auch mit dem Fahrrad machen, wenn kein Auto da wäre, oder halt mit ÖPNV-Fahrrad-Hybrid-Lösungen.

Dann habe ich mir überlegt, dass ich für unser Auto einen ganzen Batzen Geld an Versicherung, einen (deutlich kleineren, da kleiner Motor) Batzen Geld an Steuer unabhängig von allen Aktionen zahle, dazu Wartungskosten – und das, ohne dass das Ding bewegt wird. Dann kommen noch Spritkosten dazu und auch vom Rumstehen wird das Gefährt nicht besser, auch wenn die anderen, bei regelmäßiger Bewegung anfallenden Verschleißeffekte am Ende teurer sind.

So ganz langsam stellt sich dann die Frage, ob es nicht nur ökologisch sinnvoll und platzsparender, sondern auch ökonomisch sinnvoll wäre, für die wenigen verbleibenden Fahrten auf ein flexibles Modell aus Mietwagen, Carsharing und Taxi zu setzen. Denn ganz offen: Sogar Taxifahren kann man für den Mindestsatz Haftpflichtversicherung eine Menge, und dann ist noch keine Spritersparnis eingerechnet.

Freilich ist das Ganze noch nicht spruchreif, aber ich muss gestehen, dass vom ersten Mal laut und in Beisein anderer diese Idee formulieren bis zu einem recht konkreten Planen des „Wie“ statt nur des „Ob“ verblüffend wenig Zeit verging. Der Boden ist also bereitet. Mal sehen, wie sich der Gedanke weiter entwickelt.

Eine Frage…

Radwege sollen schön sein, durch die Natur führen, dort geht dann natürlich keine Bodenversiegelung und die Radwege sind eher geschottert.

In der Konsequenz kann man darauf nicht gut mit schmalen, leichtgängigen Reifen und nicht schnell fahren. Man kommt langsamer voran, muss mehr Kraft für dasselbe Tempo aufwenden, braucht eine Federung, wird eher dreckig als auf Asphalt. Man braucht also eine Dusche und eine Umkleide, um nach dem Radtransfer zur Arbeit, zur Dienstreise, zum Kunden wieder „seriös“ auszusehen. Zu zeigen, dass man das Klima schont, indem man per Rad kommt, ist also unseriös.

Was sagt das über die Idee aus, eine Verkehrswende auch außerhalb der Stadt über Fahrradfahren voranzutreiben? Was sagt das über das Fahrrad als Verkehrsmittel statt als Sportgerät oder Freizeitgefährt aus?

Fehlerkultur, Wandel und Klima

Derzeit kocht’s mal wieder. Das erste Mal wird diskutiert, ob nach einer Bundestagswahl die neue Person im Kanzleramt kein Parteibuch von Union oder SPD hat, gefühlt war auch das Klima – trotz Pandemie! – nie so präsent in einem Wahljahr. Zugleich bekommt man um die Ohren geschlagen, was das mit dem Klimawandel eigentlich solle, so windig, kalt und regnerisch sei das Frühjahr schon lange nicht mehr gewesen. In mir regt sich Widerspruch, weil die geringere Stabilität der Westwindlagen und ein eventuelles grönland-schmelze-bedingtes Zusammenbrechen des Golfstroms Klimawandelfolgen sind, aber eben genau nicht Europa zum Hitzeofen machen, unsere Lebensgrundlage aber dennoch gefährden. 

Ich will die großen Zusammenhänge allerdings eigentlich gar nicht diskutieren, sondern auf etwas anderes hinaus: Auf den Verkehr und was man machen kann. Freilich kann man nun eine Verzichts-Debatte aufmachen: Zuerst einmal stellen wir fest, was alles viele Ressourcen verbraucht und viel CO2 in die Atmosphäre bläst. Dann finden wir raus: Das betrifft ja alle Lebensbereiche! Uff, das geht mal gar nicht. Also lassen wir’s sein, weil ganz richtig können wir es ja nicht machen und dann macht das Leben auch keinen Spaß mehr. 

Aber das ist genau die Fehlerkultur, die Menschen dazu bringt, Fehler lieber zu verschweigen, als sie anzuführen, eine Verbesserung zu starten und weiter zu machen. Natürlich können wir nicht so einfach von „Täglich Autopendeln, Flug nach Berlin, Klimaanlage und jeden Tag günstiges Fleisch auf dem Teller“ auf – naja, auf das umschalten, was wir machen sollten, wenn acht oder neun Milliarden Menschen auf dem Planeten leben sollen, ohne ihn zu zerstören. Viele Dinge sind eingefahren und man muss Stück für Stück ändern – aber dafür muss man etwas ändern, irgendwo anfangen, und nicht ächzend aufgeben, weil es zu viel ringsum ist. 

Analog zu Michael Jacksons Song beginne ich mit der Frau im Spiegel: Ja, mir schmeckt, als Luxusgut, weiterhin das Rindersteak auf dem Teller. Mir würde es sehr schwer fallen, darauf völlig zu verzichten. Aber geflogen bin ich zum Beispiel seit etlichen Jahren nicht mehr, obwohl ich wohl zu der Einkommensgruppe gehöre, die sich das nicht nur leisten kann, sondern auch oft leistet. Kurzstreckenflüge lehne ich sowieso ab – aber noch nicht mal aus prinzipiellen Überlegungen, sondern weil ich es unglaublich unbequem finde, meine Reisezeit zu „zerreißen“: Fahre ich mit der Bahn, habe ich bei gut abgestimmtem Reiseplan ÖPNV-Zubringer zum nächsten Fernbahnhof, Fernzug, ÖPNV-Zubringer zum Ziel. Meine ruhige Reisezeit ist zweimal durch Transfer und Warten unterbrochen. Beim Fliegen fahre ich erstmal zum nächsten Flughafen, dort warte ich ggf. auf das Abgeben des Gepäcks (Check-In geht ja elektronisch), dann warte ich auf das Boarding, dann sitze ich für ein paar Minuten im Flugzeug, renne wieder auf mein Gepäck… und die Flughäfen liegen weiter weg von Start und Ziel als die Fernbahnhöfe. Das, was eine Bahn-Fernreise länger dauert als ein Flug, kommt an Qualität der Reisezeit, weil nicht zerrissen, Toilette verfügbar, keine Gurte… direkt wieder rein. Aber wir wissen ja aus der aktuellen Debatte, dass ich hier Augenwischerei betreibe: Kurzstreckenflüge sind nicht DER brennend-riesige Punkt in unserer Klimabilanz, während man beim Fleischkonsum schon mehr Stellschrauben hat – nicht zuletzt kommt dann noch der Stromverbrauch dazu, da ich ja durchaus gerne mal am Rechner spiele. 

Wo ich aber wirklich sagen kann: „Ich hab‘ was geändert! Ich habe was gemacht!“, das ist beim täglichen Verkehr. Pendeln zur Arbeit, Einkaufen, Freunde Besuchen… von 2011 bis 2017 bin ich mit dem Auto von nahe Karlsruhe nach Stuttgart gependelt. 170 Kilometer am Tag, zwar mit einem kleinen Auto, aber nichtsdestotrotz mit einem Auto. Ich habe 800 Kilogramm Fahrzeug bewegt, um 60-75 Kilogramm Person (gelegentlich eine weitere Person) und vielleicht zwei, drei Kilogramm „Nutzlast“ zu befördern. Über zwei Wechsel zu näheren Arbeitsstätten, Experimenten mit Laufen zur Arbeit, ÖPNV und mittlerweile dem Fahrrad bin ich auf den Punkt gekommen, dass ich 63 Kilogramm Person plus drei bis zehn Kilogramm Nutzlast (Notebook, Wechselklamotten, Papiere) mit dem 13 Kilogramm schweren „Red Flash“ befördere und dafür keine fossilen Brennstoffe, sondern pflanzlich und ggf. tierisch aufgebaute Kalorien verbrenne. Mittlerweile habe ich auch das Einkaufen, das Besuchen von Freunden und die Transfers zum Training so ersetzt. 

Freilich: Es ist eventuell nicht genug. Es gibt Dinge zu optimieren – große Dinge, wie das Ersetzen von Auto- oder ÖPNV-Fahrten mit dem Fahrrad, kleinere Dinge wie die Reduktion des Energieverbrauchs durch effizientere Beleuchtung z.B. durch LED. Es gibt viele Baustellen, vor denen ich noch etwas ratlos stehe: Heizen mit Öl durch Heizen mit ebenfalls fossilem Gas zu ersetzen? Oder mit Strom, der eventuell auch durch fossile Energieträger erzeugt wird? Durch Biomasse, wo wir beim Hochskalieren auf „alle Menschen“ allmählich auch an die Grenzen stoßen werden? Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem. Das heißt aber nicht, dass ich es bei anderen Sachen gleich lassen kann. Dort, wo was geht, kann ich was tun, dort, wo noch nichts geht, halte ich still und gucke mal, ob mir oder wemanders was einfällt. 

Deswegen geht es nicht um Symbole. Es geht auch nicht drum, dass alles schlecht ist und wir dran scheitern und es gleich lassen können. Es geht drum, da was zu tun, da was zu verbessern, wo es geht, und das andere eben zu lassen, bis da was geht. 

Das gilt übrigens nicht nur für Klimaschutz, Plastik und dergleichen. Es gilt für alles. Bloß weil ein guter, großer Schritt unbequem oder gar unmöglich ist, all die kleinen, vielleicht gar nicht so schlimmen Schritte zu lassen, weil es sich ja doch nicht lohnt und danach immer noch schlecht ist, führt uns nirgendwohin. Und gerade fällt mir endlich ein, wie die Melodie trotzdem passt: 

I’m starting with the girl in the mirror.
I’m asking her to change her way.
And no message could have been any clearer.
If you want to make the world a better place.
Take a look at yourself, and then make a change.

Wettstreit der Verbrenner

Es gibt – im Zuge des Klimaschutzes und des damit verbundenen Aufstiegs des E-Autos – derzeit viele Diskussionen, ob Elektromobilität oder „der Verbrenner“ das Mittel der Wahl seien. Das bezieht sich dann auf die Autos, und man kann ja mit dem Materialaufwand für Akkus (insbesondere die Herstellung bestimmter Metalle, die für Akkus gebraucht werden, und deren Lebensdauer) gewisse Punkte ins Feld führen, dazu noch die Erzeugung des Stroms. Grundsätzlich sind aber nicht alle Verbrenner schlecht.

Die „Verbrenner“, die in meinem Alltag zum Einsatz kommen oder kommen können, habe ich nun mal in Beziehung zu setzen begonnen. Die Elektromobilität kommt bei mir bisher nur in Form von ÖPNV und öffentlichem Fernverkehr zum Einsatz, daher ist es tatsächlich ein Wettstreit der Verbrenner, wenn ich meinen Individualverkehr nach Strecke aufführe. Zur Personenbeförderung sind bei mir derzeit im Einsatz:

  • Toyota Aygo der zweiten Generation, Verbrenner fossiler, eher kurzkettiger Kohlenwasserstoffe mit gewissem Anteil regenerativer Alkohole (derzeit eher unter 5% als unter 10%)
  • Für kurze (schwer erfassbar) und längere Strecken „Schusters Rappen“, also Gehen und Laufen. Da ich teils auf Laufschuhen ins Büro gependelt bin und auch schonmal mit Rucksack zum Einkaufen zum Bäcker gerannt bin, möchte ich den „Glykogen- und Lipid-Verbrenner ohne Räder/Rollen“ nicht von den Verkehrsmitteln ausnehmen, auch wenn der Großteil der erfassten Laufstrecken doch eher in Training und/oder vergnügliches, freizeitliches „Spazierenlaufen“ fällt.
  • Bisher eher nicht als Verkehrsmittel genutzt kommt noch das Inline-Skaten dazu. Aber Freunde von mir skaten durchaus ins Büro, und wenn ich mal mehr Praxis und weniger Homeoffice habe, werde ich diese Option sicher nicht ausschließen. Schneller und dabei weniger schweißtreibend als das Laufen ist es allemal, und damit effizienteres Pendeln.
  • Definitiv stark als Verkehrsmittel genutzt tritt derzeit das Radfahren auf. Auch hier haben wir – wie beim Laufen und Skaten – einen Glykogen- und Lipidverbrenner vorliegen, der aber regenerativ betrieben wird, denn sobald organische Verbindungen als „fossil“ gelten dürfen, bin ich ziemlich sicher, dass ich sie nicht mehr essen oder trinken mag.
  • Der Vollständigkeit halber aufgeführt sei hier das Schwimmen.

Über die unteren vier – Laufen, Radfahren, Skaten und Schwimmen – führe ich ja schon länger Buch. Da nun aber bei mir erstens das Radfahren zunehmend kurze Auto-Strecken ersetzt, selbst wenn viel Last zu befördern ist, und ich zweitens durchaus mit dem Gedanken kokettiere, beim „Stadtradeln“ mal als Stadtradeln-Star mitzumachen zu versuchen, habe ich beschlossen, auch Auto-Kilometer zu dokumentieren und in der Liste aufzuführen. Das tue ich nicht rückwirkend, sondern erst ab Mai 2021, also ab dem laufenden Monat. Einerseits habe ich schon mehrfach im Kopf den Vergleich angestellt, wie sich per Muskelkraft zurückgelegte Strecken zu den mit dem Auto abgespulten Kilometern monats- und jahresweise bei mir verhalten, andererseits hilft’s mir natürlich, abzuschätzen, wie viel Umstellung es erfordern würde, wenn das Auto nicht mehr als eigenes Auto jederzeit auf dem Hof stünde – entweder, weil’s kaputt wäre, oder weil wir nur noch über Carsharing eine Verfügbarkeit des Autos für uns gewährleisten würden. Das ist jeweils rein hypothetisch gesprochen, denn unser kleiner Aygo funktioniert, hat immer noch unter 110.000 Kilometer auf dem Buckel und eine Abschaffung ist auch nicht in Planung. Natürlich nutzt die Statistik, wie oft und über welche Strecken das Auto genutzt wurde, auch bei der Abschätzung, ob und wenn ja, was für ein neues Auto angeschafft werden sollte, wenn der Aygo dann doch mal den Geist aufgibt.

Und somit habe ich nun die Möglichkeit, den „Wettstreit der Verbrenner (im Individualverkehr)“ in meinem Leben aufzumachen:

Das neue Gesamtkilometer-Diagramm ab Mai 2021. Stand der Monate vor Mai ohne Erfassung von Autofahrten, Stand der Erfassung im Mai: 05.05.2021, 6:00.

Bis jetzt ist nur in der Legende das Auto dazugekommen. Monate, in denen eine „0“ an Autokilometer zusammenkommt, erfasse ich für das Diagramm mit einem „#NV“, was in Excel dem Fehler „no value“ entspricht. In den Diagrammen erscheint dann kein Punkt. Natürlich geht das Auto nicht in die Kilometersumme „Cardio Gesamt“ ein, sondern steht als Gegenstück dazu mit drin. Da ich die Erfassung von Autofahrten erst ab Mai 2021 beginne und rückwirkende Schätzungen sicherlich sehr ungenau wären, und wir im Mai noch gar nicht Auto gefahren sind, gibt’s bisher keine Punkte in Braun, sondern nur den Legendeneintrag.

Ich bin sehr gespannt, ob ich die Disziplin habe, tatsächlich quasi ein Fahrtenbuch draus zu machen und somit eine Datenbasis zu legen, die auch die Entscheidung beim nächsten Auto fundierter machen wird. Wenn nämlich nur sehr wenige, lange Fahrten auftreten, ist eventuell die Mietwagen-Lösung gangbar. Sind’s einige kurze und weniger lange, dann könnte neben dem Rad eine Carsharing- und Mietwagen-Lösung her, sind es etwas mehr kurze, ist vielleicht ein E-Auto eine Idee. Nur bei eher mehr, eher langen Fahrten müsste man wohl, wenn die technische Entwicklung der tatsächlich verfügbaren Fahrzeuge und der Ladeinfrastruktur dann nicht wesentlich vorangekommen sein sollte, wieder einen eigenen Verbrenner in Erwägung ziehen.

Das klingt nun schon fast nach einem „ganzheitlichen persönlichen Verkehrskonzept“. Oh weh!

Es ist kein Spaß

Ich habe mich lange darum gedrückt, aber es ist nun so weit. Es ist einfach kein Spaß mehr.

Im vergangenen Frühjahr, fast noch im Winter, feierte ich noch Fasching. Am Wochenende zwischen „schmutzigem Donnerstag“ oder Weiberfastnacht und Aschermittwoch lief ich auf zwei Umzügen mit. Parallel hörte man immer mehr vom neuen Corona-Virus Sars-CoV-2 und dessen Ausbreitung. Der Umzug, an dem ich theoretisch am Tulpendienstag mitgelaufen wäre, fiel dann wegen Witterung und wohl auch Sorgen in Sachen des Virus und wegen eines Vorfalls mit einem Auto, das in Hessen in einen Umzug hineingerast war, sowieso aus. Ein wenig ein mulmiges Gefühl war schon da.

Das ist ein Jahr her, ein paar Tage mehr, ein paar Tage weniger. Wir hatten Ungewissheit und Lockdown im Frühjahr ’20, Absage aller Laufveranstaltungen, stückweise, dann zunehmend en bloc, über das Jahr 2020, schließlich schleichenden Anstieg nach dem Sommer und Explosion im Herbst, erneuten Lockdown, verlängerten Lockdown, fulminant schnelle und (trotz der momentanen Diskussionen um den Impfstoff von AstraZeneca) dafür verdammt gute Impfstoffentwicklung, dann aber ein Desaster bei der Beschaffung, zumindest in Europa. Nun steuern wir mit langsamen Impfungen und schnellen Lockerungen auf eine dritte Welle mit erneut härterem Lockdown zu.

Ja, ich beklage, dass im Management dieser Krise vieles komisch und schlecht und falsch lief. Anfangs wusste man es nicht besser, später agierten Politik und Verwaltungen an neuralgischen Punkten teils überaus schwierig. Auch ich habe keine Lust mehr auf Lockdown. Aber mir geht es auf den Nerv, dass ein paar (wenige), aber (sehr) laute Leute den Eindruck erwecken, eine Mehrheit glaube nicht an Existenz und Gefahr dieses Virus und seiner Mutationen, lehne vernünftige Eindämmungsmaßnahmen ab und sei gegen die Impfungen.

Wir erleben eine Situation, die schwer fassbar ist. Ich habe vielleicht den Vorteil, dass ich als Kind noch die Auswirkungen von Tschernobyl mitbekommen habe. Auch hier war etwas Unsichtbares, Gefährliches im Spiel, dessen Auswirkungen und Verbreitung man noch nicht genau verstand. Radioaktivität und ein Virus mögen sehr unterschiedlich funktionieren, aber sie sind gleichermaßen außerhalb dessen, was die Instinkte von Menschen handhaben können. Harmlos erscheinende Erde ist kontaminiert, symptomlose Menschen sind ansteckend. Ob und wie man geschädigt wird, merkt man erst mit Verzögerung. Es gibt keine sensorische Wahrnehmung für die Gefahr und kein direktes Feedback, dass der Schaden bereits angerichtet ist. Das ist naturgemäß schwer fassbar.

Dennoch ist klar, dass Covid-19 mit schweren Verläufen und langwierigen Folgen nicht nur alte Menschen trifft, genau wie die Radioaktivität aus Tschernobyl nicht nur ein Ostblock-Problem war. Ebenso ist klar, dass man selbst bei symptomlosen oder symptomarmen Verläufen bereits vor Beginn der Symptome ansteckend ist. Dazu kommt das exponentielle Wachstum, insbesondere bei Versagen lokaler Eindämmung. Diese drei Faktoren zusammengenommen sind der Grund für die Lockdowns.

Am Ende des Tages schockiert, deprimiert und ermüdet mich das Leugnen einer pandemischen, gefährlichen Situation und die Unterwanderung der Eindämmungsmaßnahmen ebenso wie das Versagen der Politik in der rechtzeitigen Installation wirksamer Eindämmungsmaßnahmen und auch derer hinreichender Erklärung. Ich bin diese Pandemie nicht annähernd so leid wie das offenkundige Versagen vieler Menschen – Corona-Leugner und Maßnahmen-Brecher ebenso wie Politiker – in der Reaktion auf die nunmehr schon lange nicht mehr SO fremde und neue Situation.

Sowas wie „Plogging“

Bereits vorvorgestern habe ich mich ja über das ganze Glas auf den Rad- und Fußwegen echauffiert. Das ist nicht weniger geworden, also das Echauffieren. Am gestrigen Tag jedoch gab es erstens die Erkenntnis, dass ein halber Flaschenboden einfach so auf dem Radweg herumliegt – und ich verlor bei einem Experiment meinen Running Dynamics Pod auf dem Radweg von Bietigheim nach Elchesheim, da ich am Skate damit Schrittzahl messen wollte, das Ding aber abfiel. Nach der „ALB“, also der „Active Lunch Break“ mit Skaten, war also nicht nur der geplante Duathlon angesagt, sondern auch die Suche nach dem RD Pod.

Da ich ohnehin den Blick auf dem Boden hatte, nahm ich noch eine Tüte mit, um Glas aufzusammeln… und musste am Ende feststellen, dass die mitgenommene Tüte zu klein war. Gefunden habe ich das hier, alles auf oder unmittelbar neben dem Weg:

Plogging-Ausbeute auf 2,5km Radweg, Fokus war eigentlich, den rechts neben dem Papier legende RD Pod, so dass ich bestimmt nicht alles Glas gefunden habe.

Am Ende war die Aktivität, die ich dann durchführte, nicht von schlechten Eltern:

Eigentlich bin ich ja nicht unbedingt ein Ploggerin, wie man das Aufsammeln (plocka, schwedisch für „aufsammeln“) und Laufen (Jogging( neuerdings bezeichnet. Wenn ich was aufhebe, dann eher beim spazieren Gehen, denn ich laufe ja durchaus ambitionierte Trainings. Aber so lief es doch ganz gut und fügte sich zusammen.

Für 2,5 Kilometer Radweg mit Fokus auf der Suche nach dem RD Pod stellt die Menge an gefundenem Glas (restlichen Müll habe ich liegen lassen, meine Intention war der Schutz von Kinderhänden, Hundepfoten und Fahrradreifen) den Menschen, die Radweg und Straße benutzen, ein verheerendes Zeugnis aus, da ich sicher nicht alles gefunden habe…

Überall glitzert’s

Nein, ich meine nicht das Reifglitzern, weil wir auch in der Rheinebene nachts wieder Frost haben. Das finde ich eigentlich ganz nett, zumal man sich doch inzwischen recht sicher sein kann, dass es eher nicht mit Straßenglätte verbunden ist – nur die Pfützen sind morgens teils gefroren, aber die kann man mit dem Rad dann ja umgehen.

Aber die Eigenschaft als Radfahrerin gehört zu den Dingen, die mich hier über das Glitzern, das ich meine, ungehalten sein lassen. Es geht um das leidige Thema Glasscherben, das ich ja schon das eine oder andere Mal hier hatte.

An einem eher vom Dorf entfernten Vereinsheim: Glitzern von Glasscherben in der Wiese, manchmal auch auf dem Geteerten. In der Umgebung der Glascontainer, zur Zeit vor allem in der Wiese und im Bereich der dreckigen Rinne zwischen Straße und Wiese: unendlich viele Glasscherben glitzern einen an, auch einige auf dem Weg. Unterhalb des Friedhofs im Ort: Glasscherben, teils auf dem Weg. Ein halber Flaschenboden fiel mir auch schon auf. Manchmal hebe ich was davon auf und schleppe es zum nächsten Abfalleimer oder so. Eine Tüte mitzunehmen, um das Zeug einzusacken und daheim selbst zu entsorgen, daran denke ich leider nicht ganz so oft. Aber um ehrlich zu sein kapituliere ich inzwischen auch vor der schieren Menge: Es ist so unheimlich viel!

Glasscherben in Wiesen und auf Wegen sind nicht nur für Radfahrer ein Reifentod, sondern auch eine Gefährdung von Tieren – nicht nur Wildtieren, die nachts dort vielleicht lang laufen, sondern eben auch Hunden, die dort Spazieren geführt werden. Auch die Kinder, die fallen und sich auf ihren Händen abstützen. Von der absurden Idee, im Sommer mal barfuß durch die Gegend zu laufen, möchte ich gar nicht reden.

Mir ist nicht klar, was das soll. Klar, es kann schonmal in der Gegend des Glascontainers eine Flasche aus Versehen so runterfallen. Das zumindest notdürftig wegräumen wäre anständig, aber naja, was soll’s. Das liefert mir aber keine Erklärung für die schiere Menge an Scherben und die große Vielfalt von Orten, wo Scherben in Massen auf Wegen, in Wiesen, sonstwo herumliegen. Hängt’s vielleicht am Feiern draußen, weil man in Corona-Zeiten nicht im Innenraum miteinander feiern möchte, sondern zur Vermeidung von Ansteckung lieber im Freien einen gemeinsamen Platz sucht? Andererseits würde man doch in der Regel auch nicht all die Bierflaschen, die man bei einer Vor-Corona-Party zuhause oder im Garten geleert hat, einfach so zerschlagen! Oder treffen die Leute den Glascontainer nicht mehr? Fällt’s mir, da ich nun Rad fahre und mir Gedanken um die Integrität meiner Reifen mache, mehr auf, oder ist das tatsächlich eine neue Qualität?

Fragen über Fragen. Am Ende bleibt’s dabei: Leute, schmeißt doch Euer Glas nicht einfach in die Landschaft! Zerschlagt’s nicht! Lasst die Glasflaschen nicht rumliegen, wo das nächste Auto oder der nächste Traktor drüberfährt und es in tausend Stücke zersplittern lässt!