Nur mal so am Rande…

In den letzten Wochen habe ich über soziale Medien öfter Berichte von Radfahrern gelesen, denen bei Forderungen nach geteerter Radinfrastruktur vorgeworfen wurde, sie führen ja nur aus Freizeitgründen. Auto-Infrastruktur diene ja Arbeitswegen… deswegen reicht Schotter und festgefahrene Erde für Radwege, Straßen (bei uns selbst die zum Paddelverein am Altrhein im Naturschutzgebiet!) sind dagegen stets geteert und glatt.

Nur mal angerissen: Als Radfahrer oder Radfahrerin ist man auch mit Schutzblechen dem von den Rädern aufgewirbelten Teil des Belags, insbesondere, wenn er angeweicht ist, deutlich direkter ausgesetzt als in einer Blechdose. Auf zwei Rädern spielt Rutschigkeit durch angeweichte Erde oder durch Schotter eine wesentlichere Rolle für die Stabilität der Fahrt als auf vier Rädern. Den höheren Rollwiderstand durch unebenen Untergrund gleicht man auf dem Rad durch Muskelkraft (oder ggf. ein wenig E-Unterstützung) aus, man spürt also direkt in der erforderlichen Anstrengung die Wege-Qualität.

Spielt ja in der Freizeit alles keine Rolle (echt nicht?). Ich würde allerdings unterstellen, dass ich nicht die einzige Person bin, deren Fahrradnutzung so aussieht:

Gefahrene Rad-Kilometer 2022 bis zum aktuellen Tag, eingestuft nach Anlass der Fahrt.

It’s always ashame, it’s just ashame, that’s all

Das Thema „Plagiate bei Doktorarbeiten von Politikern“ ist ein Dauerbrenner. Kaum kommt irgendwer aus den noch unbekannten Tiefen irgendeiner Partei an ein Amt, springen die Plagiatsjäger auf die Dissertation und finden Plagiate.

Mein erster Reflex ist stets zu fragen: „Boah, hab‘ ich in meiner Diss alles so weit kenntlich gemacht, was ich benutzt habe? Jede Annahme, jede Formel… Moment. Formel. Was war das eigentlich für eine Dissertation, die sie da auf Plagiate gescannt haben?“ Dann gucke ich nach. In der Regel sind es dann Arbeiten aus den „textlastigen“ Wissenschaften… Politikwissenschaft, Jura… und ich denke mir dann so: „Okay. In dem Bereich ist auch jedes Wort, jeder Satz, jede Folge von Sätzen in den Details ihrer Formulierung wichtig und die Menge an von diesen Wissenschaften fest belegten Worten, die Menge an Satzstrukturen ist zwar viel größer als bei Formeln, am Ende aber doch begrenzt. Ist was anderes als bei Natur- und Ingenieurwissenschaften…“

Schließlich folgt dann die Frage: Wenn diese Arbeiten bei der Erlangung des Doktortitels nicht auf diese Weise geprüft werden, wenn diese Arbeiten erst wichtig genug werden, sie in nickeliger Weise auf möglicherweise auch zufällig gleiche Formulierung zu prüfen wie in anderen Artikeln, was ist ein solcher Doktortitel dann überhaupt wert, eben auch BEVOR die Person, die ihn führt, in die Öffentlichkeit tretende Politikerin oder in die Öffentlichkeit tretender Politiker wird? Sind nicht Menschen, die nah an Recht, Gesetz oder an Ideen und Konzepte in Sprache ausdrückenden Texten denken, arbeiten und formulieren, daran gewöhnt, den als wahr geltenden Text zu nutzen? Wenn ich die Formulierung „die Mittel vorhanden und die Maßnahmen getroffen, damit nach Stand von Wissenschaft und Technik die Schutzvorschriften eingehalten werden“ verwende, dann entspricht diese – mehr oder minder wörtlich – der entsprechenden Regel im Strahlenschutzgesetz. Da wird dann erst im Begründungsteil auf § 13 Absatz 1 Nummer 6a StrlSchG verwiesen… und vielleicht habe ich diesen Satz hier auch auswendig nicht völlig exakt zitiert, weil noch irgendwo ein „erforderlich“ oder „notwendig“ dazwischen steht.

Und so stehe ich da und kann an diesem Spiel kaum etwas finden, das irgendeinem der Beteiligten schmeichelt: Politiker promovieren oder schreiben ein Buch in einem Bereich, der ihrer politischen Tätigkeit naheliegt, nur um ein Buch oder einen Doktortitel präsentieren zu können. Ashame, Teil 1. Es wird geprüft, ob das so passt und keine Ideen oder wirklich orginäre Formulierungen genutzt wurden, ohne es zu kennzeichnen – aber offenbar nicht genug. Ashame, Teil 2. Kein supernickeliger Plagiatsjäger schert sich drum. Ashame, Teil 3. Dann kommt der oder die Politiker/in in ein Amt und plötzlich interessiert sich der supernickeliger Plagiatsjäger dafür, findet was, das mehr oder minder der guten wissenschaftlichen Praxis zuwiderläuft, und plötzlich ist der Skandal da – die Uni hat nicht genau genug geschaut, der Politiker – ob nun bewusst oder unbewusst – für ein vermeintlich karriereanschiebendes Dokument mehr übernommen als gekennzeichnet und der Plagiatsjäger erst auf potentiellen Ruhm und Öffentlichkeitswirksamkeit hin beschlossen, die Arbeit oder das Buch auf gute wissenschaftliche Praxis zu durchleuchten. Ein Riesenskandal ist da, der Politiker das Amt kostet, arbeitsintensive Übergänge in Parteizentralen oder Ministerien erzeugt, in denen diese ihren eigentlichen Aufgaben nicht nachkommen können, und es ist mal wieder von wirklich wichtigen Themen abgelenkt.

Wann, ja wann kommt uns denn mal der Gedanke, dass der Doktortitel nicht zum besseren Menschen macht, sondern nur qualifiziert, wissenschaftlich zu arbeiten, Politik aber nicht kritische Wahrheitsfindung, sondern zeitkritische Konsensfindung ist?

Hilft es, nachzugeben?

Das Erschreckendste an dem, was gerade passiert, ist für mich:

Man kann natürlich glauben, dass es wegen des nicht wie vorgesehen laufenden Kriegs in der Ukraine ist, das Putin zur Drohung mit Atomwaffen greift. Man kann behaupten, dass es an unseren Sanktionen hängt.

Aber das ist aus meiner Sicht Quatsch. Wir haben durch unsere Reaktion, die Ukraine hat durch ihren mächtigen Widerstand nur die Zeit, bis Putin zu diesem Mittel greift, reduziert. Irgendwann, und nicht zu weit weg, wäre der Punkt gekommen, wo er auch für uns vitalere Dinge bedroht hätte, einen NATO-, EU- oder beides Staat angegriffen hätte. Polen hat Angst, die Türkei hat Drohnen an die Ukraine geliefert, Ungarn hat sich vor Deutschland für den SWIFT-Ausschluss ausgesprochen.

Warum sind „Autokratenmachos“ früher auf diesen Zug aufgesprungen, Putin wenigstens mit schmerzhaften Sanktionen wie den SWIFT-Ausschluss in der Ukraine aufzuhalten zu versuchen und nicht auf den nächsten Schlag zu warten? Ganz einfach: Sie WISSEN, dass er nicht anders kann, als den nächsten Schlag zu starten, das ist Autokratenlogik. Und auch wenn sie in unseren Augen nach seiner Schablone handeln, ob es nun die Zementierung der Machtposition von Herrn Erdogan ist, oder was PiS in Polen und Herr Orban in Ungarn tut, sie wissen ganz genau, dass im Zweifel Putin keinen Anführer neben sich dulden kann, will und wird, wenn er weiter geht.

Und deswegen wäre beschwichtigen und hoffen, dass er nicht weiter geht, Hinauszögern und Erhöhen des Preises von etwas, das zu verhindern nicht in unserer Macht liegt.

[KuK] Es macht mich sprachlos…

…in wie viele Scherben der Traum von einer friedlichen Welt, den ich in meinen Teenager-Jahren mit so vielen zusammen geträumt habe, nach dem Ende des kalten Krieges, zerbrochen ist.

Es fühlt sich nach einem ähnlichen Bruch an wie damals 9/11. Die Konsequenzen sind unübersehbar. Nicht nur, dass ein rücksichtsloser, illiberaler Aggressor ein zweites Mal unwidersprochen, und dieses Mal mit einem offenen Angriffskrieg, loszieht, Menschen umbringt und Gebiete erobert, um den Menschen dort seine Vorstellung vom Leben aufzuzwingen, nein, mehr noch: Grenzen, die kriegerisch zu verschieben man hinter sich zu lassen geglaubt hatte, werden kriegerisch verschoben – nach einem ersten überraschenden Coup nun ganz offen und im festen Vertrauen, dass sich niemand ihm entgegenstellen wird.

Und das macht mir Sorge, nicht nur Sorge, sondern Angst.

Die Frage ist nämlich ganz klar, wo das endet, in Sachen Annexionsambition und auch in Sachen Eskalation, sowohl räumlich als auch qualitativ.

Sagte ich schon Angst?

[KuK] Irritiert…

…bin ich gerade von einem scheinbaren Konflikt.

Auf der einen Seite ist da der echte Konflikt um Gas, möglichen Überfall und eine weitere Grenzverschiebung, die man eigentlich im Nachkriegseuropa nicht mehr für möglich hielt. Das macht mir Sorge und Angst – es geht dabei natürlich um Russland.

Auf der anderen Seite sind da derzeit ein Haufen junge Eiskunstläuferinnen, deren verschiedene Stile, deren Technik und deren Auftreten meine Freude am Zuschauen beim Eiskunstlaufen wieder entfacht haben. Eine Reihe dieser jungen Damen sind Russinnen – in erster Linie Kamila Valieva und Elizaveta Tuktamysheva (wobei letztere nicht zur EM fuhr und wohl auch auf den Winterspielen nicht mitkommen wird).

Auf der einen Seite bin ich ich. Dass ich Deutsche bin, bestimmt nicht, was ich für Ansichten habe. Gegebenenfalls habe ich auf Dinge, für die man Deutschland im Ausland (berechtigt oder nicht) verurteilt, keinen Einfluss, bin eventuell dagegen, selbst wenn ich es nicht laut gesagt habe. Auf der anderen Seite würde ich glaube ich mit anderen Augen auf die Performances der jungen Damen schauen, mit getrübter Begeisterung, wenn sie sich in einer Weise äußern würden, wie das vor einigen Jahren von einer russische Stabhochspringerin durch die Presse ging.

Aber am Ende des Tages hoffe ich, dass mir Menschen aus anderen Ländern (egal, ob Prominente wie Sportler oder „ganz Normale“) nicht per se deswegen suspekt sind, weil das Land eine Politik oder Strategie pflegt, die mir nicht gefällt oder mich besorgt. Und so werde ich wahrscheinlich doch mindestens in der Wiederholung die Kurzprogramme und Küren der Winterspiele anschauen, nicht nur wegen der Russinnen, sicher auch wegen all der anderen (insbesondere auf Hanyu Yuzuru freue ich mich), aber eben auch.

Und derweil hoffe ich, dass der durchaus reale Konflikt, der die eine Seite meines inneren Konflikts um diese scheinbar widerstreitenden Einstellungen bildet, nicht eskaliert.

Was ist ein Radweg?

Während der Pandemie waren sie in aller Munde: Pop-Up-Radwege, meistens mit schönen Bildern von gelber Farbe auf Straßen. Der Individualverkehr wurde zur Minimierung von Ansteckungsrisiken (oder weil man keine Maske tragen wollte) reaktiviert, statt den ÖPNV zu benutzen, und zum Glück sind nicht alle auf das Auto umgestiegen und zum Glück wurde auch das Radfahren dahingehend gut gefördert.

Aber wer auf solch improvisierten „Schutzstreifen“ radelt, erkennt oft eines: Die meistens Straßen sind rein vom Baulichen her für Autos gemacht – eines je Richtung oder zwei nebeneinander je Richtung. An diese Vorgabe sind auch die Breiten angepasst und so ist der Schutzstreifen nur eine Spielfeldmarkierung, deren Nicht-Überfahrung man nicht einfordern kann. Warum nicht? Erstens rein aus Gründen der Physik. Wenn eine Fahrbahn für zwei Autos, eines in die eine, eines in die andere Richtung gemacht ist, und man nimmt an beiden Seiten 150 Zentimeter für einen nicht überfahrbaren Schutzstreifen weg, dann muss man de facto eine Einbahnstraße draus machen. Und schon 150 Zentimeter Schutzstreifen sind eigentlich zu wenig, denn für sichere Überholvorgänge sollen 150 Zentimeter Abstand eingehalten werden. Auf der rechten Radwegbegrenzung zu fahren ist allerdings schwer, denn meistens ist rechts der Begrenzung irgendwas, parkende Autos zum Beispiel – und mein Lenker ist ja auch nicht null Zentimeter breit. Das gilt aber auch nur, wenn man Glück hat, denn so ein bisschen in den Radweg (bzw. Schutzstreifen) reinparken kann durchaus passieren, schließlich wird so gut wie nirgends Parkverbot neu ausgerufen, wo ein Schutzstreifen eingerichtet wird – man nimmt’s vom fließenden Verkehr, aber auch Parkplätze am Rand der Straße, nun durch den Schutzstreifen abgetrennt, sind selten auf moderne Riesenautos abgestimmt. Der Raum zwischen den Häusern wird nicht weiter, bloß weil man nun doppelt so große Autos hat wie früher und zudem noch zwei Radschutzstreifen hineinzwängen soll…

Kurzum: Das mit den Schutzstreifen ist so eine Sache. Es ist gut gemeint und geht in eine richtige Richtung, aber WENN es funktionieren soll, müsste man an vielen Stellen sowohl dem fließenden als auch dem stehenden Verkehr weit mehr und weit besser baulich unterstützt Raum wegnehmen. Das wird schwer, denn in dem Maße, wie die Infrastruktur sich auf ausschließlich das Auto konzentriert hat, in den vergangenen Jahrzehnten, haben sich die Menschen zunehmend auf das Auto eingeschossen und sind daher darauf angewiesen.

Kurzum: Ich bin in vielen Fällen nicht bereit, das Label „Radweg“ für Schutzstreifen als gerechtfertigt zu akzeptieren. Denn auch wenn de jure der Schutzstreifen nicht befahren werden darf und viele Anlässe, es doch zu tun, rechtlich nicht standhalten, wird de facto der Schutzstreifen recht oft vom vier- oder mehrrädrigen, motorisierten Verkehr verletzt, und das nicht unbedingt mit Rücksicht auf den Radverkehr. Die Autos sind mit der Zeit immer größer geworden, die Straßen nicht breiter geworden, der Verkehr immer mehr und die Ablenkungen in der Fahrerkabine auch.

Ein Radweg, der diesen Begriff auch verdient, sollte baulich getrennt sein, bevorzugt auch bei Vorfahrt und Ampelschaltungen der Autostraße nicht nachgeordnet, sondern gleichgestellt. Das in engen Städten und Dörfern unterzubringen, ist schwer, wenn man dem Autoverkehr nichts wegnehmen will. Ich persönlich bin ja der Auffassung, dass die flächendeckende Abschaffung kostenlosen Parkraums im öffentlichen Raum (auch für Anwohner) etliche Flächen und Möglichkeiten freigeben würde, aber das ist natürlich überaus unpopulär.

Die Utopie, wegen mangelnden Platzes die meisten Straßen in der Stadt zu Einbahnstraßen mit einseitigem Parkverbot zu machen, den freiwerdenden Platz in baulich getrennte Radwege für beide Richtungen zu verlangen, wird es wohl nicht geben. Es leben zu viele Menschen in der Stadt, die nach jahrzehntelanger Gewöhnung, dass man ein Auto bräuchte, auf selbiges nicht verzichten können, aber auch keinen eigenen Stellplatz im privaten Raum dafür haben. Das nimmt der Idee von Radwegen statt Platz für Autoverkehr (stehend oder bewegt) ein bisschen den Wind aus den Segeln.

Außerhalb der Stadt hätte man allerdings viele Möglichkeiten. Dass diese oft an langwierigen Planungsprozessen scheitern, ist jedoch auch Fakt. Genauso ist es gar kein Problem, für die breiter werdenden Autos die bodenversiegelnde Straße etwas zu verbreitern – bei Radwegen wird Bodenversiegelung gefühlt weit öfter angeführt. So sind viele Radwege unbefestigt – Schotter oder festgefahrene Erde, auch bei den „Radnetz“-Schildern oder ausgewiesenen Radwegen. Warum bei Rollsplitt explizite Warnzeichen für Autos nötig sind, genauso bei Straßenschäden, aber sich keiner bequemt, den Radfahrern einen Hinweis zu geben, dass dort mit reibungsarmen schmalen Reifen nicht oder quasi nicht durchkommt, verstehe ich nicht. Auf dem Rad falle ich leichter mal wegen Rutschen auf Schotter oder Dreck um als ein Auto.

Aus meiner Sicht ist ein für Radfahren, wie es in einer wirklich effizienten und der Verkehrswende zuträglichen Nutzung des Rads als Verkehrsmittel funktionieren muss(inclusive halbwegs sauberem Ankommen, so dass man ohne umziehen absteigen und Termine wahrnehmen kann), ein Radweg nur dann ein Radweg, wenn er pro Richtung mindestens einen Meter Breite aufweist, die halbwegs sauber gehalten und glatt asphaltiert oder betoniert oder zumindest mit glatten Knochen- oder anderweitigen Steinen ausgelegt ist. Alles andere ist dann eher „für den Spaß“, und damit lockt man keinen Pendler aus dem Auto – denn wenn ich auf Schotter langsam fahren muss, durch nasses Laub auf der Straße beim Ankommen aussehe wie Sau und zudem an jeder Ampel länger warte als die Autos aus den meisten Richtungen, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn das Rad nicht konkurrenzfähig ist.

Wille zur Nutzung eines Verkehrsmittels generiert man nicht nur, aber AUCH aus der Bereitstellung anständiger und dem Zweck als Verkehrsmittel angemessener Infrastruktur.

Gleiches Recht für alle?

Als Verkehrsteilnehmerin habe ich gelernt, dass ich dem Verkehr und meiner Umgebung Aufmerksamkeit zu schenken habe. Das gilt insbesondere bei höherer Geschwindigkeit, also zum Beispiel beim Laufen und erst recht beim Fahrrad- oder Autofahren.

Zwar nicht als Teil des Verkehrs, aber eben doch bei möglicher Kollision mit oder Behinderung von anderen verbieten Laufwettkämpfe, mit Kopfhörern unterwegs zu sein. Freilich gibt es inzwischen In-Ear-Kopfhörer, die zwischen völlig durchlässig für äußere Geräuschen und komplettem Noise-Cancelling umgeschaltet werden können, aber ich halte das Verbot dennoch für sinnvoll. Auch auf Straßen und Wegen bleibe ich – laufend oder gehend – lieber mit meiner Umgebung in akustischem Kontakt. In Musik oder Hörspiel direkt auf den Ohren möchte ich mich nur dann verlieren, wenn ich irgendwo sitze oder stehe – in der Bahn, irgendwo auf einer Bank… und sicher nicht im Sattel oder am Lenkrad.

Was mich allerdings ebenso, vielleicht noch augenfälliger und noch mehr nervt, ist die visuelle Abkopplung vom Verkehr ringsum. Das habe ich selbst im Gehen selten gemacht, auf dem Fahrrad oder am Lenkrad finde ich es unverantwortlich. Wenn mir freihändig und schlangenlinig jemand auf schmalem Radweg entgegenkommt und nur Blick für sein Handy in der Hand hat, dann habe ich immer ein mulmiges Gefühl. Das ist ähnlich wie beim Handy am Steuer eines Autos…

Und so denke ich, dass wir die Handy- und Kopfhörer-Nutzung in selbstgesteuerter, selbst verantworteter Bewegung lassen sollten. Am Steuer von Autos, auf dem Rad und auch zu Fuß. Letzteres kostet mich sicher Disziplin, wenn ich mit gutem Beispiel vorangehen will, aber ich denke, es ist RICHTIG.

Infrastruktur

Ich habe schonmal als Selbstbezeichnung den Begriff „Infrastruktur-Nerd“ verwendet. Vor vielen Jahren, als ich über eine Online-Textrollenspiel-Community und später ein (etwas abseitiges) Sammelkartenspiel deutschlandweit Freunde und Bekannte fand, vor sozialen Medien (bzw. als ein soziales Medium noch ein Internetforum oder ein IRC-Chat war), begann ich nach den Besuchen bei diesen Freunden aufzuzeichnen, welche Autobahnen ich dabei befuhr. Wir fuhren nie allein irgendwohin – damals nicht wirklich aus ökologischen Motiven, sondern vor allem aus ökonomischen Aspekten. Durch fünf geteilte Fahrtkosten waren weit einfacher zu tragen als die volle Summe. So kam meine Autobahnsammlung zusammen.

Für die abgefahrenen Formen von Autobahnkreuzen in Cities: Skylines konnte ich mich immer begeistern, später dann auch für kreative Strukturen des ÖPNV auf Schiene, Einschienen-Hochbahn und dergleichen sowie für die Frachtbahnen, für die ich ausgeklügelte Netze mit Einbahn-Gleisen, Rundkursen, Trennung interner von Import-/Export-Netzen usw. noch immer am kreieren bin. Dann kamen die Fuß- und Radwege auch in dem Spiel… und zunehmend auch die Radwege in der Realität, seit ich 2019 das Radfahren wieder anfing. Und so habe ich einen Wandel durchgemacht: Interesse für das Autobahnnetz, da ich es benutzte, in den Nuller-Jahren und den frühen 2010ern, dann zunehmend Interesse für den ÖPNV, aus ökonomischen, ökologischen und (mental) gesundheitlichen Gründen – und seit 2019 exzessiv Rad-Infrastruktur. Ähnlich wie die Excel-Tabelle, in der ich über meine Nutzung der deutschen Autobahnen buchführte, nutze ich nun die Heatmaps bei Strava.

Meine Strava-Heatmap NUR mit dem Rad, seit März 2020 geführt.

Wenn ich mir meine Heatmap auf Strava nur für’s Radfahren für die Jahre 2020 und 2021 anschaue, fällt fast alles in die Karlsruher Region. Es gibt noch einen Mini-Cluster an der Nordsee, das war Urlaub. Ansonsten sind’s die Landkreise Rastatt, Karlsruhe und Calw, dazu die Stadtkreise Karlsruhe und eventuell mal gestreift Baden-Baden sowie eine Fahrt durch das nördliche Elsass. Es sind drin: Pendeln zur Arbeit, Dienstreisen, Besuche bei und Treffen mit Freunden, Transfer zum Sport und Einkaufen. Natürlich ist auch Training aus Spaß an der Freude oder um besser zu werden dabei, aber alle signifikant aus dem inneren Cluster herausragenden Tracks betreffen Besuche bei Freunden (zweimal Hügelsheim, ganz im Süden, dazu die Schleife über Busenbach im Osten), Treffen mit Freunden (Bruchsal, im Nordosten – mit ein bisschen Spazierfahrten, um zu früh angekommene Zeit zu vertrödeln), Dienstreisen (Waghäusel im Norden, Bad Herrenalb im Südosten, Pfinztal und Durlach im Osten, KIT Campus Nord knapp oberhalb der Bildmitte) und Anfahrten zur Nebentätigkeit (auch KIT Campus Nord).

Man sieht der Strava-Heatmap also vor allem an, welche Strecken ich wirklich brauche, da ich bislang die „Joyrides“ für Training eher in meiner eigenen „Hood“ oder auf Strecken absolviert habe, die ich auch sonst als „Radverkehr“ benutze. Wenn man mich fragt, ob das (Renn-)Rad für mich vor allem Verkehrsmittel oder Sportgerät ist, dann ist der Instinkt freilich, von einem Sportgerät zu sprechen, in der Realität hat das Fahrrad für mich aber sehr, sehr große Bedeutung als Verkehrsmittel.

…und daraus resultieren Erkenntnisse. Wer das Fahrrad stark als Verkehrsmittel auch auf längeren Strecken einsetzt, lernt die Bedeutung von Infrastruktur kennen, die mit dem Auto ganz selbstverständlich ist: Guter Belag macht das Fahren angenehmer, leichter und schneller. Gerade Wege mit wenigen Kreuzungen und halbwegs vorteilhafter Schaltung von Ampeln verringert Warte- und Anfahr-Zeiten, bei letzteren auch den nötigen Kraftaufwand. Insbesondere bei Fahrten, die „jeder normale Mensch“ mit dem Auto mit eingebautem Navi machen würde, ist auch eine anständige Beschilderung guter Wege eine gute Sache – denn ich habe zwar die Möglichkeit, mit meinem Garmin Edge 830 zu navigieren, aber Hand auf’s Herz: Ich möchte auch mal nach Schildern fahren können und dabei nicht unbedingt auf Umwege oder schlechte Wege geleitet werden. Wie gesagt: halbwegs anständiger Asphalt, mindestens jedoch befestigter Belag, der sich bei Regen nicht in glitschigen Matsch verwandelt oder als Kiesbelag beim Bremsen oder Kurven Fahren zu steinewerfendem Rutschen führt, eine gute Beschilderung und halbwegs passable Ampelschaltungen sind beim Autofahren so selbstverständlich, dass jeder sich aufregt, wenn er zweimal denselben Verkehrsstrom fließen und stoppen sieht, während er wartet.

Beim Radfahren sind wir davon weit entfernt. Ich fahre mit meinem Alltagsrenner (nicht GANZ schmale Reifen, Schutzbleche, natürlich voll beleuchtet) öfter mal einem Radwegsschild nach und lande nach 100 Metern Asphalt oder Beton auf Kies oder gar festgefahrener Erde. Radwegsschilder für Fernziele führen allzugerne mal auf Wege, die als „Fußweg, Radfahrer erlaubt“ beschildert sind, neben Straßen, auf denen es keinen Schutzstreifen gibt – auf beidem darf man fahren, auf beidem ist man Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse. An vielen Kreuzungen kriegt man als Radfahrer Rot, weil die Rechtsabbieger grün bekommen – ist ja kein relevanter Verkehrsteilnehmer da, der da rüber will – und schaut zu, wie die Ampel über den Geradaus-Auto-Weg rot, grün, wieder rot wird. Wenn ich nach den Schildern gehe (und nicht mit Erfahrung und Neugier suche), finde ich MEHR Wege über die A5 und den Gleisstrang Ettlingen-Karlsruhe, die „Auto-only“ sind (teils sogar wirklich straff „Auto-only“ wie die B462 bei Rastatt Nord), als es welche für Radler und Fußgänger gibt. Freilich, Feldwegtunnels oder asphaltierte Brücken, zu denen matschige Waldwege als Zubringer führen, die gibt’s. Aber zu vielen davon führt kein Radwegschild und wetterunabhängig sicher auf den Zubringern flott fahren ist auch nicht.

Ich möchte es nicht kleinreden, dass an vielen Stellen Radwege hoher Qualität gebaut werden, dass Schilder für Rad-Fernziele aus dem Boden sprießen und „Radnetz“-Aufdrucke auf den Straßen erscheinen, so dass man zumindest nominell nicht nur geduldet, sondern berechtigt auf der Straße fährt. Dennoch ist ein zwei Lenkerbreiten breiter Radweg, ein Schotterweg, ein Waldweg, ein Fußweg mit geduldeten Radfahrern sicher nicht das, wo wir hin wollen, wenn wir ein schnelles und effizientes Radnetz haben wollen, das einem ergänzt durch den ÖPNV unter vernünftiger Menge zusätzlichen Zeitaufwands erlaubt, das Auto für alle alltäglichen Wege auch außerhalb der Stadt stehen zu lassen oder abzuschaffen.

Daher möchte ich klar machen: Ein 1,20 Meter breiter Asphaltweg, der von Fußgängern und Radlern gemeinsam benutzt werden soll, ist im Verhältnis zur vierstreifigen Bundesstraße 20 Meter weiter ein Schlag ins Gesicht des Verkehrsmittels Fahrrad. Kies- und Waldwege als reguläre, von Beschilderung referenzierte Fernradwege sind vielleicht für nette Trekking-Touren eine Option, aber mit Verkehrswende hat das so viel zu tun wie ein Sessellift.

Dass man glatte, befestigte Radwege braucht, um mit Taschen oder Kindern hoch am Rahmen oder einem Lasten-, Kinder- oder Hunde-Radanhänger immer noch zuverlässig fahren zu können, dass man auch ohne Navi nach Schildern einen komfortablen und schnellen Weg auch auf längeren Strecken finden können muss, damit das Rad ein ernsthaftes Verkehrsmittel sein kann, ist an vielen Stellen noch nicht angekommen.

Wir sind ein Autoland, können uns das aber längerfristig einfach nicht mehr in der aktuellen Form leisten – und wenn wir nicht begreifen, dass zur Verkehrswende zum Fahrrad als VERKEHRSMITTEL hin nicht nur Rahmen, Laufräder, Ketten, Ritzel und Kettenblätter, nicht nur Beleuchtung gehören, sondern auch schnell und sicher befahrbare Wege, zuverlässige Beschilderung und ausreichende Trennung vom Fußgängerverkehr, wird es ein hartes Erwachen werden, wenn wir irgendwann merken, dass Elektrifizieren der Autos nicht ausreicht und man einfach nicht überall hin Schienen bauen kann.

Analogien

Es ist schwer, ein bestimmtes Thema zur Zeit zu umgehen. Bis zu einem gewissen Grad geht mir das natürlich auf die Nerven wie jedem. Es gibt allerdings so ein paar Dinge, die mir immer wieder auffallen und zu denen ich Ansichten habe, aber auch neue Gedanken entwickle.

Da ist das Impfen. Viele Menschen misstrauen insbesondere der Impfung gegen Sars-CoV-2, und ganz besonders den mRNA-Impfstoffen, weit mehr als sie die Krankheit fürchten. Das ist mir unverständlich, denn bei der Impfung wurde bewusst ein Stoff entwickelt, der dem Körper so wenig wie möglich antut, aber dennoch das Immunsystem auf das Virus vorbereitet. Man hat die Vektor- und mRNA-Impfstoffe getestet – und zwar darauf, ob sie dem Körper das antun, was das Virus ihm antut (was sie nicht sollen und nicht oder zumindest extrem viel seltener als das Virus tun) und darauf, ob sie dem Körper anderes antun (was sie ebenfalls nicht sollen und nur extrem selten doch tun). Deswegen verstehe ich das Misstrauen gegen die Impfung nur sehr bedingt. Mir hat auch jemand im Zusammenhang mit dem Impfen erzählt, Impfungen für Erwachsene seien ja auf jeden Fall zu befürworten, aber ob man einem sich entwickelnden Immunsystem das antun solle, da sei er skeptisch. Außerdem habe ich nach dem zuvor diffusen Verdacht inzwischen einige Bestätigungen aus meinem Umfeld, dass Leute sich und ihre Kinder teils bewusst mit dem Virus infizieren, weil sie dem Virus mehr trauen als der Impfung.

Es gibt hier ein gefährliches Missverständnis, das ich schon lange beobachte. Was „natürlich“ ist, wie eben Sars-CoV-2, das von einem Tier in natürlicher Virus-Evolution auf einen Menschen übergesprungen ist, wird für per se gut gehalten, während künstliche, menschgemachte Dinge per se als ungesund oder schlecht angesehen werden – wie eben die Impfung. Natürlich sind industriell gefertigte Lebensmittel nicht der Weisheit letzter Schluss, die Überlegenheit frischer Lebensmittel aber unreflektiert auf andere Bereiche zu übertragen, ist ein gefährliches Unterfangen. Da wäre die laktosefreie Milch, auf der ein „ohne Gentechnik“ Label pappte. Habe ich zum Glück lange nicht mehr gesehen, denn es ist eine glatte Lüge! Wo sollte denn die Lactase, das Enzym, das den Lactose-Intoleranten fehlt, sonst herkommen? Sicher wurden keine Baby-Tiere ihrer Lactose entmolken, das wäre nicht nur grausam, sondern auch unwirtschaftlich teuer. Nein, man baut die Sequenz, mit deren Hilfe die Zellen Lactase herstellen, in Mikroorganismen ein – in deren DNA. Die transkribieren das dann in mRNA und daraus wird dann von der Zelle mit Hilfe von tRNA Lactase aufgebaut. Aber das nur als Nebenschauplatz…

Ich sehe an vielen Stellen, dass „Natürliches“ als gut, „Künstliches“ als schlecht angesehen wird. Menschen gehen in Radonstollen, wegen der natürlichen Heilkraft, aber bei künstlicher Radioaktivität geht gar nichts mehr. Mir wurde ernsthaft schon geantwortet, als ich auf gelöstes Radon aus dem Wasser, das beim Duschen freigesetzt wird, oder die Strahlung aus Granit verwies, das sei doch nicht schlimm, sei doch natürlich – aber jedes Mikrosievert Dosis aus Kernkraftwerken ist zu viel. Dabei ist die Einheit Sievert genau auf die „gleiche Schädigung“ geeicht, man nennt die zugehörige Größe auch „Äquivalentdosis“, weil sie ein Strahlenschaden-Risiko aus verschiedenen Strahlungsarten oder Strahlenquellen zahlenmäßig gleich abbilden soll. Oder anders – von natürlicher, frisch vom Melken kommender Milch wurde mir aufgrund der Menge an Fett darin schlecht – und wie kann ich keinen Knoblauch vertragen, wie kann Knoblauch meine chronisch entzündliche Darmerkrankung antriggern, ist doch ganz natürlich…

Ich möchte gar nicht in Abrede stellen, dass der Mensch auch viel Murks und Müll produziert und in die Gegend kippt. Aber wenn ich in der Apotheke jemanden „was gegen Erkältung“ anfragen höre und dann werden zwei Mittel vorgestellt, eines „pflanzlich“, das andere „Chemie“, und ich weiß doch, dass weitgehend das gleiche drin – einmal synthetisch hergestellt, das andere Mal von einer Pflanze synthetisiert, aber genau derselbe Stoff, dann geht mir das Messer in der Tasche auf. Und genau an dieser Stelle greift’s wieder ein. Wenn Sars-CoV-2 aus purem Eigennutz, um sich zu vervielfältigen und biologisch erfolgreich zu sein, seine ssRNA in eine menschliche Zelle einbringt, woraufhin daraus mRNA entsteht, mit der als Bauplan die tRNA Sars-CoV-2-Viren herstellt, dann ist das natürlich und gut und tötet Menschen, je nach Altersgruppe, im Prozentbereich der Erkrankungen. Wenn ich mir aber menschgemachte mRNA spritzen lasse, die nur das Spike-Protein von Sars-CoV-2 von der Zelle bauen lässt, worauf hin das Immunsystem lernt, dass dieses Spike-Protein böse ist und Abwehr dagegen aufstellt, dann ist das schlimm, weil künstlich, dem ist zu misstrauen, weil’s Menschen gemacht haben, die die Krankheit bekämpfen wollen – und natürlich ist es gelogen, dass wir hier bei schweren Nebenwirkungen eher über einstellige Fallzahlen pro 100.000 oder gar Million sprechen, weil es ist ja künstlich und böse. Und von diesen einstelligen Fallzahlen pro Hunderttausend sterben nicht zehn Menschen pro Fall (dann wären wir nämlich bei den 2 Promille Covid-Sterblichkeit in der Altersgruppe von 40-49, wie ich sie vorhin für Deutschland gelesen habe), sondern nichtmal EINER pro Fall, da die meisten möglicherweise mit Spikevax zusammenhängenden Herzmuskelentzündungen nicht zum Tod führten…

Aber ich hatte Analogien versprochen. Wem die obige Analogie zur Strahlung nicht genug war, und die mit der Gentechnik auch nicht akzeptiert hat, für den habe ich noch eine: Laufen. Damit kenne ich mich ein bisschen aus. Dennoch wird mir immer wieder erklärt, von allen Seiten, ich müsse vor dem Wettkampf, dieser enormen Belastung, dafür trainieren. Ich müsse die stark belastenden Training wie zum Beispiel Intervalle nicht so oft tun. Mein Körper vertrage es nicht, wenn er sofort oder dauernd mit maximaler Belastung klarkommen müsse… Seltsamerweise empfiehlt man auch Kindern nicht, ohne zu üben sportliche Wettkämpfe einzugehen, sondern vor einem Lauf- oder Turnwettkampf erstmal die Bewegungen, die Belastung der Muskeln, die Beweglichkeit zu trainieren, bevor man sie auf der Bühne oder im Wettkampf unter dem Druck von Publikum und Siegeswillen auf die Probe stellt. Warum sollte das beim Immunsystem anders sein? Soll denn das Immunsystem an ernsten Krankheiten mit möglichen Spätfolgen lernen, wie es die Erreger bekämpft? Das wäre so, als solle ein Sportler – egal welchen Alters – im Marathon-Wettkampf lernen, wie man sich die Kraft für 42,195 Kilometer einteilt, und nicht auf langen, langsamen Läufen in der Vorbereitung. Ach und zum Thema Vermeidung statt Training – was man nicht trainiert, gilt einer biologischen Lebensform als unnötige Energieverschwendung. Durch Schonen wird man beim Laufen nicht schneller, und auch das Immunsystem wird nicht besser, wenn es nichts zu tun hat. Im Gegenteil, der Körper schickt das Immunsystem dann in den Energiesparmodus.

Da stellt sich mir die Frage: Ist die Erkrankung an Masern, Windpocken, Sars-CoV-2 denn tolles Training, wenn der Körper gleich im Wettstreit zu einem von der Evolution auf Erfolg getrimmten Virus zu treten hat? Ist das nicht eher wie „Wettkampf ohne adäquates Training vorher“? Sollten wir nicht schauen, dass wir erstmal an zahnlosen Raubtieren, wie Vektor-, Tot- oder mRNA-Impfstoffen üben, oder an langen Läufen ohne Konkurrenz, die uns hinter sich lässt?

Tja. Vermutlich bin ich allmählich wütend, weil ich den ganzen Bullshit auch ohne Analogien als Kot männlicher Rinder erkenne, UND mir dazu noch Analogien einfallen, es aber dennoch nichts bringt. Wenn wir „natürlich“ leben würden, wäre unsere Lebenserwartung erheblich kleiner. Viele Krankheiten, deren Wahrscheinlichkeit durch unseren industriellen, rotes-Fleisch-lastigen, ungesunden Lebensstil wahrscheinlicher werden, würden wir ohne Impfungen, ohne Lebensmittel und Arzneimittel aus der Biochemie gar nicht erleben, weil wir vorher elend an dem Zeug verrecken würden, an dem unsere Vorfahren in ihren 30ern verreckt sind. Impfen, Antibiotika, Schmerzmittel… das ist alles biotechnisches, teils gentechnisches „Teufelszeug“, ohne das wir vermutlich nicht lange genug leben würden, um Verschwörungstheorien in die Absichten und Ziele hinter all diesen Mitteln hinein zu phantasieren.

Ja. Ich bin nicht nur vermutlich wütend. Ich BIN wütend. Weil unsere Politiker beschwichtigen und glauben, man müsse wissenschaftsfeindliche Wähler berücksichtigen, die auf von Quantenmechanik und Relativitätstheorie möglich gemachten Mini-Computern bei von Gentechnik lactose-frei gemachter Milch in ihrem hochnottechnisch entkoffeinierten Kaffee vom natürlichen Leben und der bösen Absicht hinter der Wissenschaft fabulieren und gedeckt von der Meinungs- und Versammlungsfreiheit skandieren, dass wir eine Meinungs- und Versammlungsfreiheits-freie Diktatur hätten.

Jetzt höre ich aber auf. Mir reicht’s selbst, wie wütend und zugleich erwachsen ich klinge. Ich gehe mal mit meinem Lego-Teilchenbeschleuniger spielen.

gezeichnet
Der innere Babysitter