Sichtliche Veränderung

Im letzten Spätsommer und Herbst ging es mir ja nicht so gut – ein entscheidender Teil des Problems waren ja Doppelbilder, aus deren Diagnose auch die Dringlichkeit, mehr zu untersuchen und zu behandeln, und dann die Lösung erwuchs. Schon damals war klar, dass ich nicht nur vorübergehend schielte, sondern eventuell auch die Stärke meiner Brille nicht mehr ganz angemessen war. Aber während klar war, dass da was zu tun sein würde, war eben noch nicht klar, ob zusätzlich noch ein Prismenschliff erforderlich sein würde. Das zumindest blieb mir erspart – meine Augenmuskeln funktionieren wieder normal, ich schiele nicht mehr und sehe somit auch nicht mehr doppelt.

Also war nun das andere Problem anzugehen – meine stärker gewordene Kurzsichtigkeit, ganz nebenbei ist meine alte Brille auch schon ziemlich mitgenommen: Teile der Entspiegelung sind abgewetzt, die Bügel sind nicht mehr schön und auch die Nasenpads rutschen mir gerne mal runter. Zudem sind die Gläser eher klein, zusammen mit dem Runterrutschen des Nasenpads ging ein ziemliches Fenster für Insekten, Staub und Regen beim Laufen und Radfahren auf, außerdem sah ich beim sportlich auf dem Rad sitzen – vor allem in Aero-Haltung und am Unterlenker – größtenteils unscharf über die Gläser hinweg. Alles nicht so optimal…

Also gab es eine neue Brille: neues, leichteres Gestell mit größeren Gläsern und UV-Schutz in richtiger Stärke… freilich ordentlich teuer, aber besser, als das Bild der Welt mit Tabasco zu schärfen allemal:

Aber diese neue Brille ist, obschon leicht, groß, mit Titanflex-Gestell auch robust, noch nicht optimal beim Radfahren und Laufen am Tag. Bei Dunkelheit radle und laufe ich hinreichend selten, dass es diese neue Alltagsbrille auch dafür tut, aber… das Anschauen der Tour de France mit den vielen Radlern und Radlerinnen mit tollen Radbrillen hat das Bedürfnis nach einer Sportbrille mit Stärke geweckt. Eigentlich hatte ich schonmal nach sowas geschaut und war ob des Preises zurückgeschreckt. Aber bei Nachfrage beim Optiker ergab sich eine Option, die günstiger als erwartet (freilich immer noch ein Haufen Geld) und auch optisch ziemlich cool war und ist. Auf dem Rad kann ich diese wegen des Kleinfingerbruchs noch nicht präsentieren, aber zumindest ein bisschen einen Eindruck vermitteln:

Diese sichtliche Veränderung blogtechnisch zu verarbeiten war mir ein Anliegen, obschon ich dank langer Übung im Zehnfingertippen im „Adler-Suchsystem“ Praxis verloren habe und das Tippen dieses Textes echt eine frustrierend langsame Angelegenheit war. Dass ich wegen der Schiene nicht nur ob mangelnder Fähigkeit bzw. Erlaubnis, Rad und Auto zu fahren, als arbeitsunfähig gelte, sondern auch am PC erschreckend eingeschränkt bin, war mir zuvor schon bewusst, aber nun noch mehr… zumal mit Blick auf die Tastatur tippen und dabei alle verfügbaren Hände nutzen auch noch das Telefonieren und zeitgleich elektronisch Dinge nachgucken bis zur Unmöglichkeit verlangsamt.

Also freue ich mich nun auf den Zeitpunkt, zu dem ich mit neuer Brille wieder Radfahren kann und darf sowie mit neuer Brille wieder am PC arbeiten und spielen kann, darf und muss.

[KuK] Next Percent und Sprüche

Neben der Montage von elektronischer Schaltung (Shimano Ultegra Di2 R8050 2×11) habe ich im Moment noch ein bisschen am Cockpit des Rennrads optimiert.

Neues Setup des Rennrad-Cockpits.

Da ich mit dem Sattel nicht mehr viel weiter hoch komme, ohne Reibungsprobleme zu bekommen, musste der Lenker runter. Also habe ich den Vorbau umgedreht. Außerdem habe ich von einem seitlich des Vorbaus um den Lenker geklemmten Halter für meinen Radcomputer eine Halterung umgestellt, die vorne an die Vorbauklemme geschraubt wird. Nun ist in Planung, diese Halterung noch durch eine aerodynamischere und leichtere in die Vorbauklemme integrierte Halterung zu ersetzen.

Selbstverständlich muss ich irgendwie aushalten, dass auch andere ungewollte Doppeldeutigkeiten mit Sprüchen ausschlachten. Ich bin ja schließlich auch oft dabei, Doppeldeutigkeiten mit Sprüchen auszuschlachten. Also habe ich mich heldenhaft den Assoziationen gestellt und vielleicht ein kleines bisschen mit Blick an mir runter mitgewitzelt.

Wehe den anderen, wenn es irgendwann um Kettenglieder geht!

[KuK] Gesamtbild

Ich hab‘ seit einiger Zeit gemerkt, dass meine Schuhliste lang wird. Aus technischen Gründen (Eingabe-Kontrolle über „Liste“ in der „Sportgerät“-Spalte) müssen die aktiv belaufenen Schuhe in derselben Spalte wie die Fahrräder und Inline-Skates stehen. Daher habe ich die ganzen inaktiven Schuhe in eine gesonderte Tabelle ausgegliedert, die aktiven auch dort eingetragen. Über ein Feld, in dem „aktiv“ und „inaktiv“ eingetragen werden kann, werden die Schuhe aus der Gesamtliste, sofern sie aktiv sind, in die Liste der aktiven Sportgeräte übertragen.

Daraus resultiert ein neues Diagramm… Schuhnutzung gesamt (seit 2019, denn vorher habe ich meine Läufe nicht schuh-scharf in die Liste eingetragen). Hier nun das neue Kuchendiagramm:

Nutzung meiner Schuhe – inclusive inaktive, seit 2019, also „gesamt“ (erfasst nach Schuhen sind 12.679 von 17.216 Gesamtkilometern seit 2017).

Dass ich zuvor ein Paar Asics (Modell nicht mehr klar), auch schon FiveFingers V-Run und ein paar Mizuno WaveRiders verschlissen habe und auch die Altra Escalante und Saucony Ride Iso schon vor Erfassung hier belaufen wurden, kann ich denke ich verschmerzen. Der Großteil ist drin. Die aktuelle Schuhnutzung sieht aber etwas anders aus:

Schuhnutzung dieses Jahr, nur Laufen, bis 29.07.2022 erfasst.

Auffällig finde ich, dass die Nutzung von Trailschuhen (Saucony Peregrine, Altra Lone Peak, FiveFingers Trek Ascent) zugenommen hat. Der FiveFingers-Anteil hält sich konstant, bei den Escalantes gehe ich zunehmend zur leichteren Racer-Version über. Mal sehen, wie das alles weiter geht.

Verrückte Ideen

Manchmal kommen mir ganz verrückte Ideen. Diese Einfälle haben manchmal mit Fehlern oder Fehleinschätzungen zu tun, oft sind es Gedanken oder Pläne, die so eigentlich nicht vorgesehen sind.

Bei Worten tue ich das sehr oft und ballere es dann auch gleich raus. Wortspiele sind mein Ding, das Zusammenbringen von Worten, die so nicht passen, kontext-konträres Verwenden von Worten mit Doppelbedeutungen, ähnlich klingende Worte gegeneinander Ausspielen… ja, das ist mein Ding.

In anderen Bereichen bin ich etwas vorsichtiger. Derzeit trage ich aber eine Idee mit mir herum, die sicherlich Kopfschütteln verursachen wird – und das kam so: Ich habe fälschlicherweise Schalt-/Bremsgriff-Kombinationen für „Bar-Ends“ an Zeitfahrlenkern gekauft, wo ich eigentlich nur Schalter für die Zeitfahraufsätze wollte. Für das Rennrad ist auch völlig klar, dass die Schalt-/Bremsgriff-Kombinationen unnötig, zu schwer und falsch für die Enden der Aufsätze sind.

Aber der Freak und Nerd in mir imaginiert nun Frankensteins Fahrrad. Beim Alltagsrad, dem stählernen „Red Flash“ kommt’s auf ein paar Gramm nicht an, allerdings fahre ich den oft in Umgebungen, wo ich oft bremsen muss. Nun kam mir die verrückte Idee, statt die Bar-End-STIs zurückzugeben, einfach zu den vom Rennlenker bedienten Scheibenbremsen noch Felgenbremsen, die aus Aero-Haltung bedient werden, dran zu bauen. Denn auf die Aero-Extensions als angenehme dritte Griffposition will ich auch am Alltagsrad nicht verzichten…

Mal sehen, ob ich noch mich überzeugende Gründe finde, warum das nicht geht oder warum ich es nicht machen sollte. „Das macht man nicht!“ ist nämlich kein valides Argument.

[KuK] Unmerklich

Ohne dass ich es recht gemerkt habe, haben sich meine Augen verschlechtert, um fast eine Dioptrie bin ich kurzsichtiger geworden. Eine neue Brille ist bestellt. Es ist verblüffend, dass ich das gar nicht gemerkt habe. Von einer neuen Brille mit nunmehr passenden und etwas größeren Gläsern, dazu einem leichteren Gestell und noch dazu als Extra einer ausgewiesenen Radfahr-Brille verspreche ich mir mehr Wohlbefinden…

DIY-Di2-Iteration (2)

Oh wow. Das hätte ich nicht gedacht, dass schon tags drauf ein neuer Iterationsschritt kommt. Aber zum Glück war noch nichts aufgebaut und nichts geliefert.

Gegenüber dem vorigen Schritt hat sich zumindest in den unteren Regionen nichts geändert. Für die Verbindung von Akku, Schaltwerk, Umwerfer und dem Kabel durch das Unterrohr war und ist weiterhin eine interne Verteilerbox mit vier Di2-Kabelanschlüssen nötig, und das Zeug habe ich nachgekauft. Aber dann brachte mich eine Freundin, mit der ich mich öfter über Rennrad-Aspekte austausche, auf einen anderen Punkt: Meine Zeitfahrextensions. Die habe ich zwar in der Verschaltung schon berücksichtigt – natürlich! Denn dass ich von denen aus schalten kann, war ja (neben der Aufzeichnung von Schaltvorgängen und Übersetzung) ein wichtiges Kriterium, sich für Di2 zu entscheiden.

Nicht falsch verstehen: Ich bin mit den Extensions glücklich wie in einem Traum, die Griffposition oben an der Querstange habe ich auch vor den Extensions nicht genutzt, weil ich auf den Schaltgriffen oder am Unterlenker greife – dort habe ich Kontrolle. Wenn ich „wie mit einem normalen Fahrrad“ fahren wollen würde, bräuchte ich erstens für mein Sicherheitsgefühl Bremsen an der Querstange und zweitens würde ich dann einen Tourenlenker mit längerer Querstange als nur 42 Zentimeter fahren. Das zusätzliche Gewicht der beiden Klemmen, der Auflageschalen und der Carbon-Griffstangen nehme ich gerne in Kauf, denn die Aero-Position macht mich nicht nur in Abfahrt und vor allem auf der Ebene schneller und energiesparender, sondern bietet auch Entlastung für die Schultern, durch andere Position als am Ober- oder Unterlenker.

Aber es gibt eventuell Situationen, in denen die Extensions unerwünscht sind. Bei Rennen zum Beispiel wären sie wegen Verletzungsgefahr eventuell nicht erlaubt, insbesondere sofern Windschattenfahren erlaubt ist. Ich fahre zwar keine solchen Rennen – beim Turmbergrennen zum Beispiel durfte ich die Extensions drauf lassen. Aber vielleicht ist das ja auch ein „Ich fahre NOCH keine solchen Rennen“. Entsprechend habe ich mit all dem, was ich nun über Di2 weiß, nachzudenken angefangen. Bevor mir Schaltpläne und Ideen noch eine Nacht schlechten Schlaf bescheren, habe ich dann gestern Abend direkt vermessen, geplant und gesichtet, was noch fehlt. Somit kam dann eine externe Verteilerbox dazu.

Ruanjik gibt seine Expertenmeinung zum Schaltplan ab. Es klingt wie ein Heulen. Ein zustimmendes Heulen.

Zur Veranschaulichung habe ich mal ein Bild gezeichnet – vereinfacht, natürlich.

  • Rechts oben seht Ihr die Anordnung, wie ich im Bereich des Tretlagers die Verbindungen ziehen will: Eine Verteilerbox mit vier Anschlüssen verbindet direkte Kabel zum Akku (durch das Sitzrohr), zum Schaltwerk (durch die Kettenstrebe) und zum Umwerfer (im unteren Bereich des Sitzrohrs). Der vierten Anschluss des internen Verteilers führt durch das Unterrohr zum Lenker.
  • Links oben ist der Lenker ohne Extensions mit Schaltern dargestellt. Blau ist das, was immer verkabelt sein wird. Von der Verteilerbox (Junction A), in der Kontrolllampen, Schalter, Kommandozentrale des Systems und Anschluss für das Lade- und Datenverbindungskabel liegen, führt ein Y-Kabel (Junction B) teils durch den Lenker, teils unter dem Lenkerband zu den kombinierten Schalt-Bremsgriffen („STI“). Der Einfachheit halber habe ich nur einen davon gezeichnet. Ein zweites Kabel führt teils durch, teils entlang des Lenkers zum Vorbau. Dort wird – in Pink – die Wireless Unit benutzt, um das Kabel durch das Unterrohr mit den Bedien- und Kontrollelementen im Lenker zu verbinden.
  • Links unten dann die Konstruktion mit den Extensions. Statt der Wireless Unit hängt eine (externe) Verteilerbuchse mit vier Anschlüssen unter dem Vorbau bzw. an der Befestigungsklemme der Extensions (dann kann wird die Box automatisch mit weggemacht, wenn man die Anordnung ändert – die ist zwar leicht, aber ohne Extensions unnötig). Die Schalter in den Extensions (Pink, nur einmal dargestellt) werden über Kabel von der Verteilerbuchse durch die Rohre der Extensions verbunden. Eines der beiden Kabel wird etwas kürzer gewählt und die Wireless Unit wird noch dazwischen gehängt.

Somit werden, wenn ich die Extensions doch mal abbauen will oder muss, die Kabel von der Verteilerbox abgezogen und die Wireless Unit aus dem Verbindungskabel zu den Schaltern in den Extensions gelöst. Statt der Box verbindet dann wieder die Wireless Unit Lenker und Kabel ins Unterrohr. Die Kabel in den Extensions und auch die Schalter verbleiben genau, wie sie sind und können später wieder dran gebaut werden. Wahrscheinlich muss ich dann nochmal mit der eTube-Software ran, aber zumindest muss ich für den Wechsel weder den Rahmen aufschrauben noch irgendwelche grundsätzlich komplizierten Dinge tun.

Nachtrag: Das Expertenteam aus Ruanjik, Xue und Rocky hat mir bei Schaltplänen assistiert. Rennlenker mit Schalt-/Bremshebeln und Kontrollmodul „Junction A“ sowie dem unter dem rechten Lenkerband hervor geführten Anschlusskabel betrachte ich als eine Einheit. Den Rahmen mit Akku, Umwerfer, Schaltwerk, Verbindungsmodul und dem durch das Unterrohr geführten, am Steuerrohr herauskommenden Kabeln betrachte ich als eine weitere Einheit. Die dritte integrierte Einheit bilden die Extensions (mit der externen Verteilerbox an der Klemme). Abmontieren der Extensions zieht also Lösen der oberen beiden Steckverbindungen an der externen Verteilerbox und der Steckverbindungen an der Wireless Unit nach sich – und das Unterrohr-Kabel (Anschluss in den Rahmen) sowie das Kabel vom Lenker werden mit der Wireless Unit wieder verbunden.

Ich hatte darüber nachgedacht, das erst im nächsten Wartungsumbau zu machen, aber da Di2 als wartungsarm gilt und man ja bei Änderungen gleich wieder neu das Lenkerband wickeln muss, ggf. neues Lenkerband braucht, mache ich gleich Nägel mit Köpfen.

DIY-Di2-Iteration (1)

Seit geraumer Zeit plane ich, mein Rennrad mit einer elektronischen Schaltung zu bestücken. Das hat mehrere Vorzüge:

  1. Umwerfer und Schaltwerk kommunizieren, so dass die angetasteten Kompensations-Schaltvorgänge, an die man manuell bei mechanischer Schaltung immer denken muss, wegfallen. Schaltet man so, dass die Kette „über Kreuz“ vom großen Zahnkranz auf das größte Ritzel geht, oder umgekehrt vom kleinen Zahnkranz auf das kleinste Ritzel, so bewegt sich der Umwerfer automatisch ein bisschen nach innen bzw. außen, so dass nix schleift.
  2. Es gibt „Schaltlogiken“. Schalte ich am Rennrad, so benehme ich mich meist wie alle anderen: Ich bleibe auf dem selben Zahnkranz und reguliere die Übersetzung über die Ritzel der Kassette. Wechsle ich den Zahnkranz, schalte ich auf der Kassette manuell ein bis drei Ritzel gegen. Letzteres kann Shimano Di2 mit der „Semi-Synchroshift“-Schaltlogik automatisch für mich machen – ich wechsle den Zahnkranz und meine Schaltung wechselt hinten Ritzel, so dass ich nicht gegen eine Wand oder völlig ins Leere trete. Mit „Synchroshift“ kann ich sogar dafür sorgen, dass ich trotz Schaltwerk und Umwerfer nur noch mit einer Taste hoch- und einer anderen runterschalte. Automatisch wählt das System dann den nächstleichteren oder nächstschwereren Gang – 52×11, 52×13, 52×15, 36×11, 52×17 zum Beispiel. Ob ich das im Alltag haben will, weiß ich noch nicht – ich bin skeptisch, aber ich lese überall, dass Leute auch zweifelten, es probierten und dann nur noch Synchroshift fahren wollten.
  3. Elektronische Schaltung, hier Shimano Di2, unterstützt mehrere Schalter, um Gänge zu wechseln. Da ich – für mich und meine Anwendung optimiert – ein Fahrrad mit Rennlenker und Zeitfahr-Extensions benutze, hat das für mich viel Charme. Denn gerade in Aero-Position möchte man optimale Trittfrequenz treten, und dafür muss man eben manchmal schalten, aber umgreifen will ich eigentlich nicht müssen.
  4. So richtig cool wird das Ganze aber erst durch meinen Datenfimmel, denn ich kann Schaltvorgänge aufzeichnen und danach dann auswerten, welche Übersetzungen ich gefahren bin, wie oft ich geschaltet habe und so weiter.

So viel zum Grundsatz…

In der praktischen Umsetzung habe ich nun einige Kabel gekauft, nachdem ich nach Anleitung meinen Rahmen vermessen habe. Kabeltüllen habe ich auch, dazu Schalt-Bremshebel-Kombinationen, die Verteiler- und Steuerbox sowie Schaltwerk und Umwerfer. Ein ziemlicher Haufen an Komponenten liegt nun hier und wartet, verbaut zu werden. Aber noch geht das nicht, denn wenn man dann die Sachen vor sich liegen hat, mit den echten Kabeln an den Rahmen geht, sich die Griffe anschaut… dann ist es manchmal eben diese Sache mit Theorie und Praxis, wenn man etwas selbst macht.

  • Mir ist völlig entgangen, dass ich noch eine Verteilerbox für die „unteren“ Komponenten, also Akku in der Sattelstütze, Schaltwerk und Umwerfer brauche. Vielleicht hätte ich das über die vielen Anschlüsse am Akku regeln können, aber das Problem war dann tatsächlich, dass dafür dann meine Kabel zu kurz gewesen wären.
  • Dass beim Akku für Montage in der Sattelstütze die Halterung für in der Sattelstütze nicht dabei war (weil Sattelstützen ja auch unterschiedliche Durchmesser haben und somit oft eine unpassende dabei wäre, wenn’s inclusive wäre), ist mir auch entgangen.
  • Außerdem hatte ich zwei, drei Kabelschleifen nicht beachtet, so dass ich zwei Kabel etwas zu kurz gekauft hatte.
  • Der vielleicht ärgerlichste Part ist, dass ich die Schalter zum Schalten am Zeitfahraufsatz nun… nicht falsch bestellt habe. Das, was ich gekauft habe, ist montierbar an der Stelle, ist kompatibel mit dem restlichen System – aber es sind auch mechanische Bremsgriffe dran. Das würde gehen, in meinen Augen auch cool aussehen, aber es wäre Gewicht ohne Funktion. Ausgelacht werden will ich dafür auch nicht – naja, vielleicht würde ich es riskieren, aber nicht am Rennrad, wo ich um jedes Gramm kämpfe. Was mir nämlich entgangen war: Für frühere elektronische Schaltungen der Ultegra-Gruppe gab es Zweiknopf-Schalter für die Enden des Aufsatzes, die sind aber nicht mit der modernen Generation des elektronischen Schaltens kompatibel. Ultegra-Schalter für die Enden des Zeitfahraufsatzes gibt es in der modernen Version nicht, und ich hatte mich verkauft, indem ich die Schalt-Bremsgriffe für den „Unterlenker“ eines Zeitfahrlenkers genommen hätte.
    Des Rätsels Lösung: die relativ kleinen, kompakten, wenig Material beinhaltenden Schalter für das Ende der Zeitfahrlenkers gibt’s in der Shimano Ultegra Di2 R8050 Gruppe gar nicht, aber die aus der Shimano Dura Ace Di2 R9150 Gruppe sind kompatibel und nicht so viel teurer.

Somit sind nun zwei längere Kabel, die Verteilerbox, der Akku-Halter und die richtigen Schalter auf dem Weg. Ich hoffe, ich brauche beim Material nicht noch eine Iteration für mein Do-it-yourself Digital Integrated Intelligence (DIY Di2) Projekt.

[KuK] Schussel-Sicherung

Seit einiger Zeit habe ich mit mehreren Aspekten der Apple Airtags herumgespielt. Um meine Räder nach Diebstählen wieder auffindbar zu machen, taugen die Dinger sicher nur bedingt – freilich: man kann sie als verloren melden, dann wird angezeigt, wo sie sind. Aber mittlerweile sind natürlich auch Diebe darauf gepolt, und insofern ist der Nutzen eingeschränkt, wenn auch sicher nicht Null. Ich bin ja auch eine Person, die auch Maßnahmen, die ein paar Prozent bringen, für sinnvoll hält – absolute Sicherheit mit einer Maßnahme gibt’s eh nicht.

Einen anderen Aspekt der Nützlichkeit von Airtags durfte ich gestern erleben. Wir waren zu Fuß beim Supermarkt, ich packte unsere Einkäufe ein, während mein Mann noch Brot in der Bäckerei holte. Dabei habe ich wohl meinen Schlüssel auf dem Bord liegen gelassen, im Supermarkt, wo ich unser Zeug zum Verpacken in den Rucksack ausgebreitet hatte. Zwei- oder dreihundert Meter vom Supermarkt weg meldete sich mein Handy. „Tallys Schlüssel wurde zurückgelassen!“ Also drehte ich um und siehe da, ich fand den Schlüssel prompt wieder, auch ohne ihn Pingen zu lassen. Ohne das Airtag am Schlüssel hätte ich es wohl erst daheim gemerkt, vielleicht nicht einmal da, weil mein Mann ja auch einen Schlüssel dabei hatte. So konnte ich sofort gegensteuern und habe mir eine ganze Weile aufgeregte Unsicherheit erspart.

[KuK] Heulboje

Auf meinen drei-Minuten-Versuch von einigen Schwimmstößen im Rhein habe ich – wohl auch teils in Missverstehen, wie weit ich im Fluss war, einiges an warnender Resonanz bekommen. Das ich kaum mehr als zehn Schwimmstöße am Stück gemacht habe, bevor ich wieder die Beine zum Boden gebracht habe und stand, ändert nichts daran, dass es gefährlich ist, in einem Fließgewässer mit Schiffsverkehr zu schwimmen und dass man das nur mit Aufsicht und Boje tun sollte. Dahingehend habe ich mir – für’s Schwimmen in stehendem Freiwasser – nun eine Boje besorgt. Diese kann blinken, heulen kann sie aber nur mit Zusatzausstattung:

Boje mit akustischem Warnsystem. Der Vollmond, der für die Aktivierung des akustischen Warnsystems benötigt wird, ist nicht dabei, den muss man selbst mitbringen.

Freiwasserschwimmen wird zwar weiterhin nicht der Löwenanteil meiner Schwimmaktivitäten sein, und erst recht nicht der Löwenanteil meines Sports, aber richtig und sicher ausgerüstet zu sein ist auf jeden Fall eine gute Sache.