[KuK] Transparenz

Ausschnitt aus dem Stryd Powercenter.

Ich habe gerade großen Spaß am Detailgrad und der Transparenz, die das „Powercenter“ meines neuesten Lauf-Sensor-Spielzeugs, das Stryd Footpod ausstrahlt. In die Berechnung der Leistung selbst und in die Bestimmung der „Critical Power“ sowie des Running Stress Score muss ich nochmal ein bisschen einsteigen, aber wie daraus abgeleitete, trainingssteuernde oder die Leistung bewertende Größen werden, ist überaus transparent dargestellt.

Daraus kann ich zum Beispiel auch Unsicherheiten identifizieren… an Silvester bin ich mit meinem Stryd einen überaus druckvollen Fünfer gelaufen, den sieht man als 20 Minuten langes Plateau in der Leistungskurve im Bild oben. Da die „Ermüdungsbeständigkeit“ bei Stryd als Zeit, die man über 88% der „Critical Power“ laufen kann, definiert wird, ist offenkundig, warum ich in allen Leistungswerten überdurchschnittlich (rechts im Bild) zu sein scheine, nur in der Ermüdungsbeständigkeit nicht: Ich bin den Fünfer mit 100% der von Stryd berechneten Critical Power gerannt – und habe im Moment noch keinen schnellen Zehner auf dem Konto, sondern langsame Trainingsläufe im längeren Bereich.

Das gefällt mir total. Wenn ich nun auch noch die Bestimmung der Critical Power, die Leistungsbestimmung durch den Sensor und den Running Stress Score etwas besser verstehe, ist das ein voll transparentes Steuerungssystem, während bei anderen Trainingssteuerungen (z.B. an meiner Garmin-Uhr) versteckte und überaus intransparente Algorithmen dahinterstehen. Die liefern teils plausible Ergebnisse, aber dort, wo sie es nicht tun, ist das völlig unvorhersehbar, weil nicht klar ist, welche Annahmen genau drin stecken.

Dekadenz

Ich habe lange das richtige Wort dafür gesucht, was meine neueste Idee eigentlich ist, also welches Attribut man diesem „Streich“ zuordnen sollte. „Seltsam“, das war ein heißer Kandidat, „nerdig“ und „speziell“ waren auch am Start. Aber eine Freundin gab mir einen Hinweis – als ich ihr erzählte, was ich getan habe, nannte sie es „dekadent“. Ich bin bereit, willens und gerade dabei, mich dieser Einschätzung völlig anzuschließen.

Warum kauft man sich einen elektronischen Bilderrahmen? Es gibt viele Antworten, die meisten haben mit schönen Urlaubsfotos in Massen, mit riesigen digitalisierten Bibliotheken von Bildern, mit… Schönem, mit der auf Flash-Speicher gebannten Darstellung der Welt in Pixeln zu tun. Mein Grund war ein etwas anderer…

Ich stolpere immer wieder über schöne Bilder, wie zum Beispiel das „Spacekätzle“, das in einem Twittermeme als verwechslungsgefährdet mit Käs’spätzle klassifiziert wurde. Aber ich verlege mich auf Ausreden. Schöne Bilder anzuzeigen, das war nicht die Idee. Mit wechselnden Bildern hat das Ganze schon zu tun, aber nicht mit dem Meme oder Bild oder der niedlichen Fotomontage, die in meinem Kopf gerade in Mode ist. Nein, die Bilder, die unabhängig vom Rechner darzustellen ich mit dem kleinen Bildschirm im Rahmen beabsichtigte, beabsichtige und es auch tue, wechseln täglich und stellen auch die Realität dar – aber nicht Pixel für Pixel abfotografiert, sondern in Zahlen und Diagrammen umgesetzt: Meine Sport-Statistik. Und so werden auf meinem kleinen Bilderrahmen hier im Wechsel dargestellt:

  • Durchaus das Spacekätzle, weil ich gerade drauf abfahre, vor allem aber
  • meine Zielerreichungstabelle, tagesaktuell für das aktuelle Jahr,
  • mein Kilometerstand mit dem Rad, zu Fuß und insgesamt um die Welt und zum Mond sowie
  • meine neue Streak-Tabelle, in der die Länge der Phase dargestellt ist, in der ich jeden Tag mindestens eine Meile gelaufen, zwei Meilen geradelt und fünf Minuten mit Dehnübungen beschäftigt gewesen bin.

…und ich liebe es!

[KuK] Wiederverwertung

Inzwischen habe ich auch für mein Alltagsrad einen Selle-Italia-Sattel mit Längskuhle gekauft und auch montiert. Ein in der Mitte flacher oder gar hochgewölbter Sattel sorgt bei mir für eine unangenehme Reibungsstelle. Nun wollte ich dem Plüschwolf meines Ehemanns den Sattel vom Alltagsrad als Sitzplatz verehren…

Indes, das klappte nicht. Das billige Ding wolle er nicht, sagte er, und legte ganz charmant den Kopf schräg. Gegen diese Charme-Offensive hatte ich natürlich keine Chance und nun sitzt das liebe Tierchen auf dem Prologo-Sattel vom Carbon-Rennrad, den ich ja zuerst gegen das Selle-Italia-Teil ausgetauscht hatte.

Und er meint, er fühlt sich richtig SCHNELL auf dem Teil! Außerdem findet er gut, dass er nicht mehr mit den Pfoten in das Loch in der Mitte des Selle-Italia-Modells hineintritt – sonst hätte er wahrscheinlich den tollen neuen Selle-Italia-Sattel gefordert.

Stryd-Spielereien

Ich habe mir ja selbst zum Geburtstag einen Stryd Footpod Laufsensor geschenkt. Den habe ich inzwischen ein paar Mal ausgeführt – viermal auf Läufe und einmal zwecks Rumprobieren auf einen Spaziergang. Einmal war’s eine erste Annäherung an die ganzen Metriken, dann ein testweiser Lauf den Berg hoch. Auf FiveFingers gab es dann irgendwelche Verbindungsprobleme, so dass ich die Stryd-Metriken in der Stryd-App habe und den Lauf auf der Uhr und in Garmin Connect, aber nicht beides verbunden – und dann eben heute ein bisschen mehr Tests.

Erstens habe ich mich mit der Einstellung, dass der Stryd die anzuzeigende Pace auf der Uhr liefert, und auch die Distanzeinschätzung nicht vom GPS, sondern von einem gut kalbrierten Stryd kommt. Tatsächlich wird die angezeigte Pace schneller aktualisiert, da pro Schritt gemessen wird und GPS-Unsicherheiten, die sich rausmitteln müssen, keine Rolle spielen. Das habe ich ganz stark gemerkt, als ich nach dem Überqueren der Straße (ich musste kurz warten) wieder losgelaufen bin. Die Pace war schneller „weg“, ich hatte also nicht so lange wie sonst eine „nachlaufende“, langsamer werdende Pace, und sie war sofort wieder da, und sie sank auch nicht von hoch nach „real“ runter. Ich habe mir das Verhalten Pace auf der Uhr immer damit erklärt, dass die Ungenauigkeit des GPS durch eine Mittelung ausgeglichen wird: Ort und Zeit der letzten paar (vielleicht fünf, zehn) Stützstellen mit GPS und Zeitmessung werden jeweils miteinander verbunden und daraus dann ein mittleres Tempo berechnet. Gerade, dass nach Kurven teils die Pace trotz ungebrochenen Voranstürmens einbrach, hat mich in dieser Idee bestärkt. Mit der Strecken- und Pace-Messung durch den Stryd Footpod trat das nicht mehr auf.

Die Strecken- und Pace-Messung durch den Sensor am Fuß wirft dann noch einen Punkt auf: Genauigkeit bzw. eher Kalibration. Dafür habe ich mir die Bahn herangenommen. Ich bin jeweils zwei Bahnen lang direkt an der inneren Begrenzung jeweils einer Bahn entlanggelaufen – 800 Meter an der innersten Bahn 1, 800 Meter an der inneren Begrenzung von Bahn 2, Bahn 3… bis zur 7. Bahn hin. Jede Bahn sollte 1,22 Meter breit sein, damit sollte die zurückzulegende Strecke für jede Bahn, die man nach außen geht, ca. 8 Meter länger werden. Ich würde mich wundern, wenn unsere Bahn im Stadion eine „offizielle“ ist, denn mein Eindruck ist, es sind eher einen Meter breite Bahnen. Das würde dann ca. 6 Meter mehr pro Bahn nach außen bedeuten. Meine Messung, jeweils 800 Meter an der Innenlinie der jeweiligen Bahn entlang, mit dem Stryd gemessen, sah wie folgt aus:

Nr.1234567
Rechnung [m]800812824836848860872
Messung [m]780800810830850860870
Meine Bahn-Doppelrunden mit Stryd-Distanzmessung, Garmin rundet leider auf zehn Meter.

Technisch gesehen dürften unsere Bahnen wohl doch ein bisschen breiter sein als der angenommene eine Meter, aber der volle Meter-Zweiundzwanzig ist’s wohl auch nicht, denn das wären dann volle 100 Meter und nicht nur 90 Meter mehr zwischen Bahn 1 und Bahn 7. Klar dürfte aber sein, dass der Kalibrationsfaktor 1.00 an meinem Stryd ein bisschen zu klein ist, sprich: Ich messe etwas zu kurze Strecke, wenn ich den Stryd benutze. Das ist mir aber lieber als zu lange, also lasse ich es erstmal so – und bin dann im Wettkampf angenehm überrascht. Längere Strecken, als ich für das Training für einen bestimmten Wettkampf laufen müsste, laufe ich eh. Lieber sehe ich im Training zu weniger Strecke und langsamere Pace und bin im Wettkampf angenehm überrascht als umgekehrt.

Dann sind da noch die Messwerte. Die Leistung finde ich hochinteressant… sie gibt mir wirklich zuverlässig eine Belastung, die Anstieg, Wind und Tempo berücksichtigt und deutlich schneller reagiert als der Puls. Insbesondere die Leistungsspitze der mit voller Power gelaufenen Stadionrunde und des Sprints am Stadion vorbei kurz vor der Heimkehr sieht man recht deutlich.

Bodenkontaktzeit und Schrittfrequenz sind zwischen Stryd Sensor und Garming Running Dynamics Pod bzw. Brustgurt HRM tri kompatibel in Wert und Verlauf. Wo ich mich allerdings inzwischen frage, ob ich nicht beide Werte brauche, ist die vertikale Bewegung bzw. die vom Stryd gemessene Vertical Oscillation. Die Verläufe sind halbwegs kompatibel, aber die absolute Normierung ist anders. Ich müsste wohl mal nachlesen, ob der RD Pod bzw. der Brustgurt die Rumpf- oder die Fußbewegung misst, genauso beim Stryd Footpod:

Vertikale Bewegung von Garmin und Vertical Oscillation vom Stryd. Der Verlauf ist ähnlich, aber nicht identisch. Die Normierung ist sehr unterschiedlich – der Stryd gibt weit niedrigere Werte an. Das muss ich weiter verfolgen.

Womit ich mich noch nicht richtig befasst habe, ist die Leg Spring Stiffness. Ich finde zwar super-interessant, mit einem physikalisch motivierten Parameter Bewegung und Kräfte zusammenzufassen – nämlich in der Federkonstante einer angenommenen Sprungfeder statt des Beins – aber was ich daraus lerne, ist mir noch nicht voll klar.

Schon jetzt macht mir vor allem die Leistungabschätzung und die bessere Pace- bzw. Geschwindigkeitsmessung bei schlechtem GPS riesigen Spaß. Beim Rest werde ich wohl noch weiter messen, auswerten und ein Gefühl entwickeln müssen.

First Stryd

Ich habe mir selbst zum Geburtstag einen Stryd Footpod Laufsensor geschenkt. Den habe ich heute erstmals ausgeführt. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, war ich damit zuerst auf einer profilierten Asphalt-Runde, auf der ich lange zeit Intervalle gelaufen bin, dann auf der Bahn und anschließend noch auf einer Treppenstrecke.

Die meiste Zeit habe ich bewusst nur die Anzeige der Stryd-Power auf dem Display der Uhr gehabt – zunächst habe ich das Feedback auf gefühlte Belastungsänderungen auf der Strecke angeschaut, dann bin ich auf der Bahn neun flotte Runden gelaufen:

AbschnittDistanzTempoLeistungHerzfrequenz
10,82 km4:55/km218 W158 bpm
20,82 km3:48/km270 W179 bpm
30,83 km5:30/km194 W158 bpm
40,82 km4:41/km226 W163 bpm
50,41 km3:18/km314 W186 bpm
Benchmark-Run mit dem Stryd-Sensor.

Bei diesen Runden habe ich nicht auf die Herzfrequenz oder das Tempo, sondern ausschließlich auf die Anzeige auf der Leistung des Stryd geachtet. Ich habe nämlich nur diese auf dem Display gehabt… also auf dem Display, das ich dann aktiv hatte. Danach bin ich spaßeshalber noch eine kleine Gasse hoch gelaufen, das Ölmüllergäßl (ich finde immer noch lustig, dass alle deutschen Sonderzeichen zum lateinischen Alphabet darin vorkommen!), mit immer ca. 2,5m gerad, dann drei Stufen, in mehreren Wiederholungen.

Zunhause habe ich erstmal ein paar Sanity-Checks als Diagramme genommen. Ich bin nämlich nicht nur mit dem Stryd gelaufen, sondern auch mit meinem Garmin Running Dynamics Pod und dem HRM tri von Garmin, die ebenfalls Laufeffizienz-Daten aufzeichnen.

Dann habe ich mich an die Stryd-Metriken gewagt. Da ist zunächst einmal die Leistung, die für mich, die ich Leistungsmesser-Kurbeln am Fahrrad habe, durchaus ein interessanter Faktor ist. Wenn die beiden Werte halbwegs zusammenfunktionieren, kann ich da was draus machen. Hier erstmal der Verlauf für meinen ersten Lauf, im Vergleich zur Herzfrequenz:

Die Leistung gemäß der Stryd-Messung folgt recht eng der echten Belastung, der Puls läuft hinterher. Wie erwartet, und damit sicher als Parameter eine gute Idee. Dass ich im Anstieg bei Kilometer 1,8 beschleunigt habe, verfälscht ein bisschen, was ich messen wollte – aber das kann ich ja immer noch nachholen.

Mit dem Begriff der „Form Power“ von Stryd kann ich noch nicht so viel anfangen. Ich habe das Ganze mal in Beziehung zum „Leistungszustand“ als Garmin-eigenen Wert auf der Fénix gesetzt, aber noch sehe ich da nichts. Schauen wir mal, ob ich da künftig mehr draus machen kann:

Noch nicht so richtig gedeutet – aber es ist ja kein Sprint, sondern ein Marathon.

Zu guter letzt noch die „Leg Spring Stiffness“, also die Federsteifigkeit meiner Beine, bei der der Stryd meine Beine als eine Feder betrachtet und die Federkonstante berechnet. Da sehe ich sehr deutlich dass sich dieser Wert auf der Treppe massiv verändert. Ansonsten muss ich da auch noch ein bisschen mit rumspielen:

Die Federsteifigkeit der Beine im Anstieg und sonst ist recht ähnlich, auf der Treppe explodiert sie.

Ich denke, ich werde mit den Daten viel Spaß haben!

[KuK] Geschenke

Geschenke…

Um zeitlichen Abstand zwischen die Gruppen zu legen, habe ich meinen Geburtstag mit meiner Familie am vierten Advent vorgefeiert. Da gab‘s Gutscheine… und die habe ich genutzt, um mir zwei Fahrrad-Dinge zu kaufen:

  • Einen Sattel von Selle Italia und
  • Sokrates auf dem Rennrad von Guillaume Martin.

Dazu gab‘s, nicht von den Gutscheinen, von mir für mich:

  • Einen Stryd Footpod für Leistungsmessung beim Laufen.

Ich freue mich schon auf‘s Lesen, Montieren sowie Einrichten, Kalibrieren und Messdaten Auswerten.

[KuK] Neuzugang und Idee

Am vergangenen Freitag besuchte mich ein Freund, um den Beschleuniger LAToyA CoRE zu besichtigen. Er kam mit einem Geschenk – stellte mich vor die Wahl: Weihnachten, Geburtstag, oder gleich aufmachen? Es gibt da nur eine Antwort drauf: Ja!

Und wie soll ich sagen: Der Neuzugang ist ein Lego-Chemiker, der direkt mit einem mit grüner, fluoreszierender Flüssigkeit gefüllten Erlenmeyer-Kolben anrückte. Er ist nun an der Synchrotronstrahlenquelle USSyRI tätig:

Und so kam mir die Idee, dass nach dem Aufbau des ILBP (Institut für Lego-Beschleuniger-Physik) und der Planung und dem Aufbau ITEL (Institut für den Therapeutischen Einsatz von Lego, Motto: „Ionentherapie – ein ITEL besser!“) noch ein weiteres Institut an der Großforschungseinrichtung LAToyA CoRE angesiedelt werden wird: Das ISLA (Institut für Synchrotronstrahlungs-Lego-Anwendungen).

Daher heißt auch der Neuzugang Herr Prof. Dr. Bonita. Denn er wird sich am Telefon wie folgt melden: „ISLA, Bonita am Apparat.“ Die Warteschleifenmusik ist natürlich von Madonna…