[KuK] Gute Idee, schlechte Idee

Gestern hatte ich eine gute Idee: ich habe das Post-It auf dem Display meines Laufbands entfernt. Darauf stand: „Lauffläche ölen!“ Genau das habe ich getan, damit das Band wieder gut über die Fläche flutscht.

Gestern hatte ich aber auch eine schlechte Idee: testen, wie es sich barfuß auf dem Laufband läuft. Resultat ist eine Blase auf dem linken großen Zeh.

Ganz unabhängig davon sind sich allerdings auch mein Laufband und meine Garmin vívosport über die zurückgelegte Strecke auf dem Laufband uneinig. Aber das ist eine andere Geschichte.

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Am Rande des Laufes

Nachdem die Reise am Samstag endete und ich wieder nach Hause musste – und durfte – habe ich die Hamburg-Posts ein wenig vernachlässigt. Vielleicht kommt da noch etwas, aber sicher bin ich mir nicht. Im Moment jedenfalls hänge ich ein bisschen in den Seilen.

Nicht, dass der Urlaub so anstrengend gewesen wäre. Anstrengend vielleicht schon, aber nicht SO anstrengend. Es liegt an etwas anderem: Mein Mann hatte ja leider am vergangenen Sonntag und auch am Montag nicht mitfahren können. Sein Urlaub wurde zu Krankenzeit, und bei mir war seine Infektion wohl auch im System, auch wenn ich nichts davon merkte. Die Anstrengung des Köhlbrandbrückenlaufs hat dann das Ganze an die Luft gelassen, so dass ich die letzten zwei Tage meines Aufenthaltes in Hamburg ziemlich am Schniefen war, während es meinem Mann schon langsam wieder besser wurde. Vor allem die Rückfahrt mit dem einen oder anderen Verrückten auf der Straße und bleierner Erkältungsmüdigkeit geriet etwas unentspannt.

Allerdings habe ich mir auch auf dem Köhlbrandbrückenlauf eine Sache gegönnt. Nachdem der Hoka-Stand neben dem Stand des rennwerks auf dem Baden-Marathon mich schon anlachte, war’s dann beim Hoka-Stand auf dem Köhlbrandbrückenlauf so weit. Ich kaufte mir Hoka-Schuhe mit Messe-Rabatt. Es wurde ein Paar Hoka Cavu, die sich am Fuß – selbst mit der Blase, die ich mir dank in Falte liegender Socke auf dem Lauf geholt hatte – super an. Da in meiner Größe nur noch das Vorführexemplar da war, nahm ich das – zu einem etwas günstigeren Preis.

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Meine neuen Schuhe.

Ein Angelaufen, eingelaufen wird’s dazu auch noch geben, aber durch die Erkältung habe ich erstmal Pause – danach hole ich vielleicht auch mein Fazit zu den Kinvara 9 nach, das eigentlich auch noch aussteht.

Ausgemustert

Über 900 Kilometer haben sie nun, meine Altra Escalante. Sie sind fertig, ich habe sie kaputtgeliebt.

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Aber ich liebe diese Schuhe so sehr, dass ich sie nicht einfach so wegtun kann. Erstens muss ich ihnen diesen Beitrag widmen, da sie mich mittlerweile über zwei Halbmarathons und zu einem 10-km-Sieg getragen haben. Zweitens mussten neue her. Wo ausgemustert wird, läuft neues Gear vom Stapel:

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Byebye, treue Treter, willkommen neue Treter.

Die Gier nach Gear

Da ich in letzter Zeit viel laufe – wer hätte es gedacht – spielen Laufschuhe eine gewisse Rolle, dazu natürlich Tracking-Geräte und dergleichen. Da all das Zeug immer mal wieder ergänzt und ersetzt werden muss, oder es neues, besseres Material gibt, habe ich hin und wieder über Laufschuhe und Tracking-Gear geschrieben – schließlich interessiert’s sicher den einen oder anderen, welche Erfahrungen ich mit meiner Ausrüstung mache.

Damit das alles leichter auffindbar ist, habe ich mir überlegt, diesen Beiträgen eine neue Kategorie zu widmen – über den gemeinsamen Anfang der Titel zu suchen ist unhandlich. Denn sie werden weiterhin „Angetragen, eingetragen“ oder „Angelaufen, eingelaufen“ heißen, aber … nun, wie gesagt, dann sind sie leichter auffindbar.

Bis jetzt reden wir von:

… aber bald kommt noch ein Beitrag zu den Saucony Kinvara 9 hinzu – und wer weiß, was sonst noch.

Angetragen, eingetragen: Garmin vívosport

Als vor einigen Wochen mein Schrittzähler (ein Runtastic Orbit) den Geist aufgab, beschloss ich, Nägel mit Köpfen zu machen. Ich wollte den ausufernden Geräte-Park (MIO Link für Puls, Telefon für GPS, Runtastic Orbit zur Anzeige und Schrittzählung) nicht noch erweitern und suchte nach einem Gerät, das hinreichend schlank war, um es stets als Uhr zu tragen, aber auch Pulsmessung am Handgelenk und am besten auch GPS können sollte. Meine Wahl fiel – aus mehreren Gründen – auf ein Garmin-Erzeugnis, und zwar auf den vívosport.

Was das Teil kann: Es kann sich mit Bluetooth mit der Garmin Connect App verbinden (und somit meine Historie auf Runtastic fortsetzen, da es ein Interface zwischen Garmin Connect und Runtastic gibt), mittels LED und Sensor am Handgelenk den Puls messen, Schritte zählen, über GPS Läufe tracken. Außerdem misst es über die Herzfrequenz-Variabilität einen „Stresslevel“, misst die Zahl der Stockwerke, die man hoch steigt und besitzt gewisse Steuerfunktionen für das Telefon. Außerdem kann man sich Mitteilungen vom irgendwo in Bluetooth-Reichweite befindlichen Handy mit Vibration und Kurzanzeige ans Handgelenk schicken lassen.

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Seit einigen Wochen verwende ich das Teil nun, und ich habe mittlerweile genug Erfahrung gesammelt, um ein erstes Fazit zu ziehen. Die Pulsmessung gefällt mir recht gut, sie liefert mit dem Belastungszustand und der Messung mit dem MIO Link kompatible Ergebnisse. So schnell wie ein Brustgurt ist sie nicht, aber sie hat weniger große Varianz in der Messung als der MIO Link und scheint auch weniger temperaturabhängig zu sein. Natürlich misst sie den Puls und nicht die Herzfrequenz – da Extraschläge des Herzen, die keine Druckwelle durch die Arterien schicken, natürlich nicht im Handgelenk ankommen. Die Schrittzählung gefällt mir gut, sie liefert mit Telefon (falls ich es am Körper trage) und den vorherigen Messungen mit dem Runtastic Orbit kompatible Ergebnisse, die auf kurze Distanzen, wo das Mitzählen noch nicht mühsam wird, mit der manuellen Schrittzählung kompatible Ergebnisse liefert. Schön ist auch, dass im Standardfenster Schrittzahl und Uhrzeit angezeigt werden – und zwar dauerhaft, nicht nur auf Knopfdruck. Mit dem GPS stand ich bei der ersten Anwendung etwas auf Kriegsfuß, denn sie brauchte sehr lange, bis ein Positions-Daten-Fix da war. Aber seit dem geht es schneller, und ich bin sehr zufrieden. Die Genauigkeit ist auch befriedigend – eigentlich sogar sehr gut: Beim Halbmarathon in Mannheim wichen Anzeige auf meinem vívosport und Kilometrierung am Rand um maximal 40 Meter ab und das mittelte sich am Ende raus. Tendenziell zeigt das Ding etwas zu wenig Strecke und etwas zu geringe Geschwindigkeit an – aber nur wenig, sehr wenig. Jedenfalls ist die Streckenmessung genauer als mit Telefon-GPS und den Apps, die ich bisher probiert habe. Die Stockwerks-Messung ist ein bisschen strange, da habe ich noch nicht vollen Zugang zu gefunden, die Sache mit dem Stresslevel korreliert sehr gut mit gefühltem Stress, scheint also durchaus plausible Ergebnisse zu liefern.

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Verbunden mit dem Handy zeigt der vívosport zudem, wenn man der Garmin Connect App Ortungsdienste erlaubt, Wetterdaten an – und das Steuern des Handys vom Handgelenkt habe ich aus Versehen schonmal versucht. Mir gefällt auch, dass man mit der Garmin Connect App live die Daten des vívosport anzeigen kann, mit mehr anzeigbaren Datenfeldern als auf dem recht kleinen Display. Dafür braucht die App aber Verbindung bzw. tauscht Daten mit dem Netz aus – in Sachen Datenschutz und Aufbrauchen von Datenvolumen muss man hier also schauen, was man will und braucht.

Die vorinstallierten Aktivitäts-Widgets haben gute Funktionen: jeweils zwei Werte werden auf dem Display angezeigt. Es ist nicht jede Wertekombination verfügbar, aber alle, die man so braucht – Strecke und Pace, Zeit und Strecke, Uhrzeit und Akku-Ladestand und noch ein paar mehr, unter anderem mit Schrittzahl und Puls dabei. Die für’s Gehen und die für’s Laufen habe ich getestet, die anderen brauchte ich nicht. Wenn der vívosport in gewisser Haltung gedreht wird, schaltet das Display eine Beleuchtung an, bei blendendem Licht erscheint es außerdem, als wäre das kleine Farbdisplay in einer Art eInk-Technologie ausgeführt, es ist jedenfalls immer gut ablesbar. Die Aktivitäten werden anschließend auf das Handy synchronisiert.

Die Bedienung über Touchscreen funktioniert auch sehr gut: Zwischen verschiedenen Anzeigemodi (im Standard-Betrieb wie auch in den Menüs und Aktivitätswidgets) scrollt man hoch und runter durch Wischen nach oben und unten. Menüfunktionen ruft man über langes Berühren des Displays auf, auch die Bewegungswidgets laufen über das Menü. Start und Pause von Aktivitäten läuft über zwei schnelle Tipps auf das Display, Auswählen von Menü-Funktionen über einzelnes Antippen. Ein bisschen stört mich, dass das lange Halten manchmal bei ungeschickt an den Körper oder ein Hindernis drücken des vívosport aufgerufen wird, aber das ist vermutlich Gewöhnungssache.

Schön finde ich, dass Messages auf den vívosport gepusht werden können, man das aber auch abschalten kann – gänzlich oder über einen Menüpunkt. Das zeitweise Aussetzen der Benachrichtigungen kann man als Ruhephase einstellen, so dass man nicht daran denken muss, die Benachrichtigungen nachts abzuschalten. Die Akkulaufzeit ist bis jetzt super, zwei Tage mit Aktivitäten und wohl deutlich mehr ohne lassen sich problemlos ohne Aufladen handeln. Das Aufladen geht sehr schnell, allerdings hatte ich den Eindruck, dass man mit dem Ladekabel manchmal ein bisschen herumspielen muss, bevor es sicher lädt – aber man kriegt den Dreh schnell raus.

Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dem Gerät, das mir ermöglicht, nur mit Uhr laufen zu gehen, das sehr schmal und unauffällig wie eine normale Uhr und dabei auch angenehm zu tragen ist. Was funktionieren soll, funktioniert auch, nur das erste Mal GPS dauert ziemlich lange, danach geht’s schneller, wenn auch nicht instantan. Etwa zweihundert Euro habe ich dafür gezahlt, was schon eine Menge Geld ist, aber das Teil tut, was es tun soll und ist’s damit aus meiner Sicht wert.

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Angetragen, eingetragen: Salomon Trail 20

Nach den Erfahrungen mit dem Wanderrucksack bei meinem Homerun war klar: So geht das nicht mit dem Laufen und Zeug mit sich tragen. Ein Wanderrucksack ist auf eine andere Bewegungsart zugeschnitten, dass er mit dem Laufen nicht richtig harmoniert, braucht mich nicht zu wundern.

Also musste ein neuer Rucksack her, für’s Laufen. Ich habe mich für den Trailrunning-Rucksack TRAIL 20 von Salomon entschieden. Der Rucksack ist viel kleiner als mein Wanderrucksack – die 20 im Namen steht für das Volumen des Rucksacks: 20 Liter. Schön leicht ist er, ist nichts drin, spürt man ihn fast nicht und könnte vergessen, dass er auf den Schultern sitzt. Der Hüftgurt ist eigentlich ein Taillengurt, was der Sache entgegenkommt, dass der Rucksack am Körper nicht hüpft, zudem ist der Rucksack unten abgerundet, so dass selbst beim Hüpfen auf dem Rücken nichts gegen die Taille oder den verlängerten Rücken stoßen würde – das kommt mir sehr entgegen beim Laufen. Die Träger legen sich angenehm über die Schultern, liegen seitlich des Körpers angenehm neben dem Brustkorb schräg nach hinten. Mit einem Brustgurt können die Träger vor der Brust zusammengeclipt werden, dabei verändern sie kaum die Position, in der sie natürlich ohne den Brustgurt legen, bewegen sich aber beim Laufen weniger. Insgesamt ein sehr angenehmes Tragegefühl!

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Der TRAIL 20 wie ich ihn vollgepackt mit meinen Sportsachen – inclusive Schuhe – mit zur Arbeit genommen habe.
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Das hatte ich auf dem ersten Bild des Beitrages alles im TRAIL 20 drin.

Platz genug ist im TRAIL 20 für – wie ich ausprobiert habe – Sportklamotten, ein Paar Mizuno Wave Riders und einen Brocken Elektronik. Dabei trug er sich weiter angenehm und fühlte sich nicht schwer auf dem Rücken an. Auf dem Heimweg stopfte ich den Rucksack mit meinen Arbeitsklamotten, wieder dem Ebook-Reader, meiner Handtasche, der Powerbank … naja, ich stopfte ihn voll. Dann lief ich 20 Kilometer damit. Keine Probleme, keine blauen Flecken, keine Schürfungen, nichtmal ein besonders „rucksackiges“ Gefühl beim Laufen. Insbesondere die Mesh-Taschen an den Seiten und rechts auf dem Brustgurt hielten weit sicherer als ich erwartet habe alles mögliche Zeug drin, ohne dass es rauszufallen drohte. Die seitlichen Mesh-Taschen sind für Wasserflaschen gedacht, aber auch für Elektronik machen sie sich gut. Beim Laufen hatte ich die aber sicherheitshalber in den mit Reißverschluss verschlossenen Hauptteil des Rucksacks gesteckt. Ein Google-Maps-Ausdruck meines Heimwegs vom Hauptbahnhof zu unserem Haus steckte die ganze Strecke bombenfest am Taillengurt.

Dazu sind die Reißverschlüsse, insbesondere auch der an der linken Taillengurt-Tasche, leichtgängig und angenehm zu bedienen, auch das Telefon für die Aufzeichnung der Strecke mal zwischendurch herausholen und wieder in der Tasche versenken funktioniert super. Man hat das Gefühl, die Tasche schluckt das Handy richtig, hält es fest, selbst ohne den geschlossenen Reißverschluss.

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Die Unterteilung des Innenraums des TRAIL 20.

Der Rucksack hat in seinem einen Fach auf dem Rücken eine Unterteilung in drei Teile: eine schmale Tasche direkt am Rücken, eine Mesh-Tasche an der Unterteilung und das große Hauptfach. Das ist super-praktisch, um Dinge sortiert hineinzutun, wenn man ihn nicht gerade mit Klamotten vollstopft wie ich das getan habe. Insbesondere aber für Geld und Powerbank und Ebook-Reader ist die Mesh-Tasche zwischen den großen Taschen ideal, da auch direkt und schnell über das Öffnen des Rucksacks zugänglich.

Ich habe eine Wahl getroffen, und sicher hätte man für meine Anwendung auch einen anderen Rucksack kaufen können – aber für meine Anwendung erfüllt der TRAIL 20 die Anforderungen super und ich bin sehr froh, dass ich meinen großen Wanderrucksack um diesen kleinen Gefährten ergänzt habe.

Ich habe den TRAIL 20 selbst gekauft, dies ist KEINE gesponserte Werbung. Ich teile nur meine Erfahrungen mit dem Rucksack.

Angelaufen, eingelaufen: Altra Escalante

Vor einigen Wochen habe ich beim rennwerk in Karlsruhe drei neue Paar Schuhe gekauft. Über die Fivefingers muss ich nicht viel sagen, das habe ich in der Vergangenheit schon das eine oder andere Mal getan. Meine Mizuno Waverunner hatte ich auch schon nach Kräften benutzt, und auch wenn ich die Wave-Platte liebe, sich neue Waverider zu kaufen, war nicht sehr innovativ.

Wie im früheren Beitrag geschrieben, die Escalante fühlen sich ein bisschen wie ein komplementärer Schuh zu der „Linie“ an, die die Waverider und die Fivefingers aufspannen. Abwechslung für die Füße – aber haben sie sich auch in meinem Laufalltag bewährt? Die kurze Antwort ist: Ja! Auf jeden Fall!

Mein Schuh und ich
Der Altra Escalante hat keinerlei Sprengung, die Sohle unter der Ferse ist also exakt so hoch wie die Sohle unter dem Vorfuß. Mir als Vorfuß-Läuferin kommt das sehr entgegen. Zudem ist der Schuh angenehm leicht, was einem dynamischen Laufstil, der von Leichtigkeit, statt von Kraft geprägt ist, auch entgegenkommt. Ein genaues Gewicht gebe ich nicht an – das müsste ich nachschauen und das könnt Ihr selbst. In erster Linie will ich von meinen Erfahrungen berichten – vielleicht mag ja danach jemand den Schuh auch ausprobieren, oder weiß danach ganz genau: „Mit dem Escalante braucht mir keiner kommen!“

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Altra Escalante und Laufstil
Ich konnte bei meinen Tests mit dem Altra Escalante nicht umhin, ihn als Vorfuß-Läufer-Material zu betrachten. Ich kann mir nicht vorstellen, auf diesem Schuh mit der Ferse zuerst aufzukommen, wenn ich nicht gerade im Gehmodus bin. Das stelle ich mir unangenehm vor. Natürlich kommt er einem da ohne Sprengung entgegen. Der Schuh erlaubt nach meinem Dafürhalten größere Schritte als ein Fivefinger und frisst nicht so viel Energie wie eine Dämpfung – wie zum Beispiel das Gel an meinen alten Asics, die ich nicht mehr belaufe, oder die Dämpfung beim Waverider. Insgesamt ein schneller Schuh für mich – der schnellste, den ich bisher gelaufen bin.

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Trainings- und Wettkampftest
Vier Läufe knapp unter oder über zwanzig Kilometer habe ich auf meinen Escalantes bisher intus, dazu ein paar kürzere Strecken. Außerdem hat mein Mann eine Trainingsrunde auf den Escalantes zurückgelegt. Allgemein kann ich sagen: Der Schuh fühlt sich schnell an und ist auch schnell, wie oben beschrieben. Meinen Mann hat er auch mehr zum Vorfußlauf gebracht – auf seinen Mizuno Waves läuft er eher Mittelfuß, bis jetzt. Mein Mann war auch deutlich schneller als normal, als er die Schuhe probierte – und merkte es nicht einmal. Nach dem Training hat er (das erste Mal überhaupt) vom Laufen Muskelkater bekommen – in den Waden. Was ich oben geschrieben habe – schnell und vorfußig – basiert also auf Trainingserfahrungen. Eine andere, ziemlich deutliche Trainingserfahrung war, dass ich ein Ziehen im rechten Mittelfuß hatte, nach den ersten 20 Kilometern auf den Escalantes. Nach einiger Zeit merkte ich, dass dieses Ziehen die charakteristische Zeitstruktur und das Gefühl eines Muskelkaters hatte. „Sehr aktivierend“ nannte Petar vom rennwerk die Escalantes – und das kann ich auch bestätigen. Meine Fivefinger-gestählten Füße machten mir sehr deutlich klar, dass die Gewölbe des Fußes von den Escalantes sehr profitieren – vielleicht nicht mehr, aber mindestens anders, komplementär zu den Fivefingers. Gerade, wenn man sonst eher stilllegende Schuhe trägt – ich habe im Alltag oft Stiefel mit etwas Absatz an – ist der Escalante aus meiner Sicht für den Fuß eine interessante Abwechslung zu einem Fivefinger, um den Fuß zu aktivieren. Mir liegt der Schuh für einen Wettkampf eher als ein Fivefinger, weil ich eben doch nicht jedes Steinchen spüre.

Einziges Manko
Die mitgelieferten Schnürsenkel sind nicht gerade lang – man neigt dazu, den Escalante aufgrund der Kürze der Senkel zu straff zu schnüren, um noch genug Schnürsenkel in der Hand zu haben, um eine Schleife zu binden. Ist aber auch Gewöhnungssache, eben die Schleife mit etwas kürzeren Enden zu binden. Vielleicht habe ich auch nur einen recht hohen Fußrücken.

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Fazit
Nicht zuletzt, da ich auf dem Escalante einen Halbmarathon in für mich selbst überraschend guter Zeit gelaufen bin, liebe ich diesen Schuh. Empfehlen oder abraten kann ich sicher nicht – aber ich kann zumindest sagen: Für jemanden, er mit Fivefingers umgehen kann und Abwechslung sucht, ist das ein toller Schuh! Als Vorfußläuferin würde ich ihn nur anderen Vorfußläufern nahelegen, aber ich kann da nicht aus meiner Haut – wer anders läuft, muss sich Erfahrungen anderer Läufer anschauen. Jedenfalls ist’s mein neuer Lieblingsschuh!