Radfahr-Assoziationen

Ich hatte gestern ein paar lustige Gedanken zum Radfahren. Als meine Chefin mir sagte, sie wisse, dass ich mit dem Rad da sei – sie habe mein Mountainbike gesehen, als sie ihr Fahrrad anschloss -ging mir durch den Kopf:

„I’m a Cowboy – on a steel horse I ride – I’m wanted – dead or alive…“

Der Text von Bon Jovi bezieht sich freilich auf Motorräder, außerdem ist der Rahmen meines Fahrrads aus Aluminium, nicht aus Stahl, aber… irgendwie hat das was.

Dann, als ich auf dem Rad saß und gegen 20 km/h Wind und 45 km/h Böen Richtung Sportplatz radelte, um mit einem Lauftreff-Kameraden Intervalle zu laufen (19,64 km in 58:22 – immer noch schneller als 20 km/h, mit dem Wind sogar viel heftiger!), da war der Gedanke dann:

„Heute im Vorabendprogramm –
ohne Ralf Bauer, ohne Hardy Krüger junior, ohne Surfbretter –
Gegen den Wind,
mit Talianna und ihrem Fahrrad!“

Für die etwas Jüngeren unter uns: „Gegen den Wind“ war eine ARD-Vorabend-Serie der ARD in den Neunzigern, es ging um eine Surferclique in St. Peter Ording und viele von uns standen damals auf Ralf Bauer… lang ist’s her. Den Titelsong „Surfin'“ von Smokie höre ich aber immer noch sehr gerne!

Jedenfalls hält das Radfahren langsam Einzug in die Welt meiner Assoziationen. Zumindest auf dem Heimweg hatte es das Flüsschen Alb auch aufgegeben, Teile des Radwegs zu beanspruchen und ich musste nicht neben der B36 über die Vogesen-Brücke fahren, sondern konnte unten an der Alb entlangradeln.

Das Ende des Sporttags machte aber wieder das Laufen aus – 7×800 Meter Intervalle, einen flotten 400er zum Schluss. Zuhause ergänzte ich nur eine kleine Gewohnheit, zu der ich mich von Stophel inspirieren lassen habe: Ich trat an mit der Absicht, EINE Liegestütze, EINE Kniebeuge und EINEN Crunch zu machen. Im Endeffekt wurd’s bei allem etwas mehr. Ich will das nun zum Fitnessstudio dazu ergänzen. Für dreimal EINE Übung hat man immer Zeit, aber wenn man schonmal dabei ist, werden es vielleicht doch mehr. Das ist die Idee dahinter.

Morgen geht es wieder mit dem Fahrrad zur Arbeit, auch wenn ich durchaus unglücklich mit den Windvorhersagen bin.

Single Serving Friends

Wir fuhren am Freitag von Karlsruhe nach Hamburg zum 50. Geburtstag einer Freundin. Dabei fiel mir eine Sache wieder ein…

Im Film „Fight Club“ charakterisiert Tyler Durden Mitreisende im Flugzeug als „Single Serving Friends“, als abgepackte Einweg-Freunde. Genau das haben wir dann auch erlebt: uns gegenüber saß eine junge Dame, und an dem kleinen ICE, den ich Xue gekauft habe, entspann sich ein Gespräch.

Xue und ihre BahnCard sowie ihr kleiner ICE.

Unsere Reisebekanntschaft stellte sich als aus Rumänien stammende Studentin der Computerlinguistik heraus, und wir sprachen über Sprachen, Laufen, Klimawandel, Wissenschaft, 5G-Ausbau, Pendeln und „Gott und die Welt“. Es war wundervoll!

Telefonnummern zu tauschen haben wir vergessen. Single Serving Friends eben. Dennoch, wundervoll, von all dem, das wir vorhatten zu tun, auf diese Weise abgelenkt zu werden.

Manchmal kommt es anders …

Am Mittwoch fuhr ich mit einem Kollegen zum Behördenseminar des IRS im Strahlenschutz. Das findet immer in der Akademie des Sports in Hannover statt, zweimal im Jahr: mit Thema Röntgeneinrichtungen im Frühjahr und mit Thema Radioaktivität und Anlagen zur Erzeugung ionisierender Strahlung am Übergang von Hoch- zu Spätsommer. Die eigentliche Veranstaltung fand am Donnerstag von 10:00 bis 16:30 statt, aber damit man um zehn in Hannover ist, muss man verdammt früh los. Schon Seminar und Rückfahrt an einem Tag sind bei voller Anrechnung von Reisezeit als Arbeitszeit über zehn Stunden, aber mit der Hinfahrt auch noch…

Also fuhren der Kollege und ich mit der Bahn hin. Wir hatten einen angenehmen Platz in einem direkten ICE, in dem wir nicht umsteigen mussten – auch bei der Rückfahrt. Ich hatte mein Notebook dabei, um am Howard-Goldstein-Vortex zu arbeiten. Da ich kein dienstliches Notebook habe und ohne Rechner keine Bescheide und nur begrenzt Überwachung machen kann, wäre das auch okay gewesen.

Tatsächlich unterhielten sich der Kollege und ich aber so unglaublich gut über alles Mögliche, dass die dreieinhalb Stunden nach Hannover und dann die dreieinhalb Stunden wieder zurück unglaublich leicht verflogen. Ich hatte sogar regelrecht vergessen, dass das Notebook über mir im Rucksack in den Gepäckfächern lag. Nur im Hotelzimmer hatte ich es ausgepackt, um nach dem Spaziergang mit den Kollegen aus Tübingen noch einige Dinge nachzuschauen und am morgen vor dem Seminar noch meine Laufstrecke in meine Excel-Statistik einzutragen – ich drehte nämlich ein paar Runden um die HDI-Arena und eine um den Maschsee. Somit habe ich keinen neuen Vorrat an Beiträgen für den Howard-Goldstein-Vortex produziert. Aber der aktuelle Kaffee oder Tee wird trotzdem nicht der vorerst letzte sein. Ich hatte zwar nur bis zu diesem vorab Texte eingestellt und jeweils auf Freitag geplant, aber in meinen Vorrats-Textfile zu der Geschichte liegen noch mindestens drei weitere Episoden … und so ganz langsam beginne ich mir Gedanken zu machen, dass in spätestens drei Anschlägen der Gruppe ich auf’s Finale von Staffel 1 hinsteuern und die Weichen für die Veränderungen in Staffel 2 stellen muss.