Eitler Traum

Mein Unterbewusstsein ist eitel. Aufgrund der einen oder anderen Quelle, die ich am Ende dieses Beitrages nennen werde, schickte es mir in der Nacht von Freitag auf Samstag einen Traum, dessen Fragmente, an die ich mich erinnerte, ich im Wachsein mit Elementen meiner Erinnerung verwoben habe… heraus kam das Folgende:

Ein Traum

Ich laufe. Seit Stunden laufe ich… doch nun nähert sich mein Lauf seinem Ende, ich weiß es. Eben bin ich rechts abgebogen, zwischen der Europahalle zu meiner Linken und dem Europabad zu meiner Rechten laufe ich hindurch. Leute rufen meinen Namen, manche haben ihn von der Startnummer abgelesen, andere sind wegen mir hier, hinter den Absperrungen. Da vorne kommt eine Treppe, nicht?

Nein, da kommt keine Treppe, die Strecke führt über die Fahrradrampe hinunter, auf den Parkplatz hinunter. Ich schaue auf meine Uhr – 4:10 pro Kilometer, ich bin etwas langsamer geworden. 41,95 Kilometer… auf die Zeit zu schauen traue ich mich nicht. Ich weiß, die abgelaufene Zeit, sie steht links neben der Pace auf dem Display, unter der gelaufenen Strecke, aber ich bin hinreichend erledigt – und euphorisch – um es zu schaffen, nicht darauf zu schauen. An den Absperrungen stehen sie, drei, vier Reihen, rufen, feuern an. Ich sehe zwei rot-gelbe Trikots meiner Sport Löwen Baden, sie jubeln mir zu, rufen eine Zeit. Ich verstehe sie nicht, will sie noch nicht verstehen. Vor mir läuft jemand über die Strecke, hebt ein rot-weißes Flatterband, das in eine Kette geflochten ist. Wie jetzt?!?

Ach so. Der Übergang. Eine Insel aus Absperrungen haben sie in die Strecke gebaut, ein Kanal aus Absperrungen führt geradeaus daran vorbei, der andere in einer Rechtskurve. Abwechselnd sperren sie die eine, dann die andere Seite, damit die Leute rüber können, ohne die Strecke zu unterbrechen. Auch die, die auf der Verkehrsinsel in der Strecke darauf warten, die Strecke vom Stadion weg zu überqueren, jubeln mir zu. Die „Verkehrsinsel“ – gleich geht es ins Stadion… in meinem Kopf ein Geräusch: Klaviertöne – Dim-Dim-didim, dim-dim-didim…

Kein Blick mehr auf die Uhr. Ich zupfe an meinem gelb-roten Trikot, habe den Eindruck, es ist über die Laufhose hochgerutscht… das „Picard-Manöver“. Aber nein, mein Trikot sitzt gut, es ist nur patschnass. Ich fühle die Magneten, die die Startnummer halten. „M1701“ steht darauf, ich sehe es nicht, aber ich weiß es. Der Magnet unten rechts ist da, der unten links auch. Die oberen müssen auch da sein, dennoch taste ich danach. Sind es jetzt die schwarzen mit dem „Never give up!“ darauf oder die pinken mit der Läuferinnensilhouette? Die Pinken, sie müssen es sein. Ich schaue aber nicht nach. Es reicht mir zu sehen, dass die schwarz-neongrünen Escalante Racer an meinen Füßen noch da sind. Klaviertöne: Di-di-dididiii-diii-dim…

Ich biege in die letzte Rechtskurve, hinein ins Beiertheimer Stadion, rechts der Beginn der Tribüne, links die Mauer. Durch diesen schmalen Durchgang laufe ich. Die Rasenfläche ist voller Halbmarathonis, glückliche Finisher. Ich laufe… ich laufe immer noch! Gleich bin ich da! Quälend langsam verschiebt sich mein Sichtfeld, die Bühne für die Siegerehrung kommt in Sicht, daneben muss gleich die Zielgerade, das Ziel in Sicht kommen, am Ende der Tartanbahn. Bilde ich mir die Klaviertöne wirklich nur ein?

Die Zielgerade, ich überblicke sie nun völlig. Auf der Tribüne stehen Leute auf, wollen die etwa gehen, wo ich nun reinkomme? Irgendwo da müssen sie sein, mein Mann, mein Vater, Freunde, Vereinskameraden, Kollegen… aber mein Blick wird mehr zum Tunnel. 2:53:57 steht in großen, roten, digitalen Ziffern auf der riesigen, schwarzen Anzeige neben dem Ziel. 2:53:58…59… 2:54:00. Ich höre eine Stimme: „Each day I live / I want to be…“

Ich sehe die Tartanbahn, gleich laufe ich am Ende der Nordkurve auf die rostrote Bahn. Ich sehe die Bahn, die Absperrung, die Uhr. Auf der Tribüne schwillt Jubel an. Die Durchsage des Stadionsprechers verstehe ich nicht, nicht ansatzweise. Geht es da um mich? Zwei männliche Marathonis sind vor mir noch auf der Strecke, ich überhole Nachzügler des Halbmarathons. 2:54:10…11…12. Die spielen das nun nicht wirklich, genau jetzt, jetzt gerade? „A day to give / the best of me“

Von den Knochensteinen geht es auf die Tartanbahn. Ich spüre, wie der Boden anders federt. Greife ein letztes Mal an meinen Pferdeschwanz, zupfe die Haargummis fester, nun wippen die Haare wieder, zumindest die, die nicht aus der Frisur entkommen sind. Ob’s zu fest ist? Egal, in 120 Metern ist es rum, soll der Rücken sich doch davon verspannen! Warte mal, wird das nicht knapp mit der Musik? 2:54:19…20…21. „I’m only one / but not alone / my finest day / is yet unknown“

Sie spielen es wirklich und es wird knapp. Aber der Jubel, die Freude um mich herum – ich bin bald da, ich habe es bald geschafft. Noch sind es nicht 2:55… Wahnsinn! Klar ist der Baden-Marathon flacher als der TCS-Marathon in New York, aber „Jaja“ ist in New York 2:55 gelaufen, ich kann noch darunter bleiben. Ich habe eine Chance, es sagen zu können. Was sagen zu können? Egal, sie jubeln. Es ist mir egal, dass drei Nachzügler des Halbmarathons nebeneinander laufen und ich erstmal kurz auf 5:00 pro Kilometer runter muss, um eine Lücke zu finden. 2:54:25…26…27.I broke my heart / fought every gain / to taste the sweet / I face the pain“

Mann, die spielen es wirklich! Ich setze einen Fuß vor den anderen, die Halbmarathoni-Gruppe vor mir macht eine Lücke auf für mich, erschrocken, dass da wer auf leisen Vorfußläufersohlen heransprintet. Dann brüllen sie mir zu: „Du schaffst es! Noch 100 Meter!“ Hundert, denke ich mir? Quatsch, bestenfalls 75, eher 65! Mein Gott, die rufen meinen Namen. Da vorne, was machen die denn da? Gibt’s jetzt etwa eine Verkehrsinsel am Zieleinlauf? Ein Band heben sie hoch, spannen es unter dem Zielbogen… 2:54:38…39…40. „I rise and fall / yet through it all / this much remains“

Habe ich verpasst, dass sie meinen Namen durchsagen? Haben sie mich verpasst? Nein… „Talianna Schmidt…“ Mehr verstehe ich nicht. Einer tritt fast in meinen Weg, was will der? Aber meine Hände greifen automatisch zu… eine rot-gelbe Fahne… das Motiv wird schon stimmen. Ich halte sie hoch, hoffentlich richtig rum, spüre, wie sie sich hinter mir entfaltet, reiße unwillkürlich die Arme dabei hoch, damit jeder die Fahne sieht. Ich müsste den Kopf mehr drehen, um die Uhr nicht aus dem Blick zu verlieren… 2:54:46…47… die letzten paar Meter, die Uhr sehe ich nicht mehr, aber das Band, in das ich hineinlaufen, das ich zerreißen soll. „I want one moment in time / when I’m more than I thought I could be“

Ich zerreiße das Band! Es federt mich nicht zurück auf die Strecke, wie ich erst dachte… soll ich mir eine Finisher-Medaille nehmen? Nein, sie weichen zurück, ich soll weiter laufen, quasi Ehrenrunde… ich trage die Baden-Fahne um die Kurve auf die Gegenbahn, sie jubeln mir zu, jemand brüllt: „Zwei-Vierundfünfzig-Dreiundfünfzig! Schneller als Jalabert beim New York Marathon“ Aus den Lautsprechern jubelt Whitney Houston: „When all of my dreams are a heartbeat away / and the answers are all up to me / give me one moment in time / when I’m racing with destiny / then in that one moment in time / I will feel / I will feel eternity“

Abspann

Nein, das ist keine Realität gewesen. Meine bisherige Marathon-Bestzeit ist 3:18:33, auch wenn ich seit dem meine Zehnkilometerbestzeit von 40:05 vor der Marathonbestzeit auf inzwischen 38:41 verbessert habe, auch wenn meine durchschnittliche Trainingsstrecke gewaltig angewachsen ist, ich also mein Tempo wahrscheinlich besser auf die Marathondistanz umsetzen kann und auch wenn ich beim Aufstellen dieser Bestzeit wegen schmerzender Zehen, die zu sehr in die Zehenboxen der Schuhe geschwollen waren, etliche Minuten auf den letzten zehn Kilometern verloren hatte. Das ist nur mein eitles Unterbewusstsein, das mir diesen Traum geschickt hat und den ich im Wachzustand aufgeschrieben und vielleicht ein bisschen ausgeschmückt habe.

Quellen für diesen Traum sind:

  • Das Video von „One Moment in Time“ mit all den Szenen von den Sommerspielen in Seoul, das ich mir Freitagabend angeschaut habe.
  • Das Wissen, dass ich langsam wirklich in Richtung des Traumes eine Sub-Drei-Stunden-Marathons trainiere und die Erkenntnis, dass ich mir das allmählich wirklich zum Ziel gesetzt habe.
  • Die Erinnerungen an zwei Teilnahmen beim Baden-Marathon auf der Marathondistanz.

[KuK] Freiheit

Es ist für mich ein Stück Freiheit, mit dem Rad oder zu Fuß zur Arbeit und zurück fahren beziehungsweise laufen zu können. Die Parkplatzsuche entfällt, auch die starren Zeiten der Bahnen sind keine Vorgabe mehr für mich.

Aber in den Zeiten der Pandemie gibt es noch einen Vorteil: Wenn ich durch den Wald, über den freien Radweg radle oder laufe, bewege ich mich an der frischen Luft und muss – anders als in der Bahn – keine Maske tragen. Freilich habe ich meinen Buff um den Hals und ziehe ihn als Maske hoch, wenn ich über den engen, belebten Bürgersteig gehe oder mein Rad darüber schiebe, bei uns vor dem Büro. Dort ist ein Nagelstudio, ein Edeka, eine Bar: Stets High Life und Konfetti, wie meine Mama zu sagen pflegte. Da und im Treppenhaus, auch auf dem Flur im Büro, ist’s Pflicht und angesichts der derzeitigen Explosion der Zahlen auch einsichtig. Dann aber, raus aus dem Trubel, laufend oder auf dem Rad, da kann ich die Maske weglassen.

Das lerne ich gerade sehr zu schätzen, wo in jeder Besprechung nach Vorgabe des Arbeitgebers Masken zu tragen sind, wo wir heute zu einem Außendienst fuhren – mit dem Auto. Anderthalb Stunden Maske, kurvige Strecke im Schwarzwald… trotz Corona nötig, nicht einfach nur so. Aber halt durchaus etwas, das mir klar gemacht hat, wie ungewohnt die Maske ist und wie sehr sie mich, die ich sie nicht gewöhnt bin, sonst alltägliche Dinge beschwerlicher finden lässt.

Laufen und Radeln stellt da eine Freiheit dar. Eine sehr große sogar!

Zurück bei Zwanzig-Zwanzig

Im Frühjahr habe ich ja den Zwanzig-Zwanzig-Modus beschrieben – vielleicht erinnert sich jemand. Ich jedenfalls erinnerte mich, als ich mich neulich fragte: „Ist es noch drin, dieses Jahr 10 Kilometer pro Tag im Durchschnitt zu laufen?“

Im vergangenen Jahr bin ich im Schnitt 11,1 Kilometer am Tag gelaufen. Das dieses Jahr zu schaffen, das hatte ich mir Anfang 2020 vorgenommen und als Ziel definiert. Trotz eines Teilausfalls durch eine Erkältung im Januar und eines weiteren Teilausfalls im Februar durch ein bisschen Geziepe im linken Unterschenkel war ich gut auf dem Weg: über 1000 Kilometer war ich im ersten Quartal gelaufen, 300 im Januar, 300 im Februar, 400 im März. Was ich nicht ganz auf dem Schirm hatte, bei der Definition des Zieles am Jahresbeginn, war das Radfahren. Recht schnell war das Radfahren zu einem wichtigen zweiten Sport geworden – bereits im März übertrafen meine Radkilometer die Laufkilometer, und das, obwohl ich nach 20 Jahren Pause erst am 01.12.2019 wieder angefangen hatte! Ich lief und radelte im März das, was ich den Zwanzig-Zwanzig-Modus nenne: Montags mit dem Rad zur Arbeit, heimgelaufen, Dienstags hingelaufen und heimgeradelt, das Ganze an Mittwoch und Donnerstag wiederholt, am Freitag beide Strecken per Rad. Mein Körper war das aber noch nicht gewöhnt…

Und so kam es, dass ich eine langwierige Zerrung in einem der rechten Zehenstrecker hatte, die mich ab April gehen, aber nicht laufen ließ. Die Radkilometer gingen durch die Decke, die Laufkilometer stagnierten… bis in den Juni hinein blieb meine Laufleistung unter dem erforderlichen Niveau, um die im Schnitt 10 Kilometer am Tag zu erreichen. Ich verlegte mich auf Radfahrziele, strich die Laufziele und freute mich einfach nur, als im Juli im Urlaub plötzlich die Laufleistung wieder auf über 350 Kilometer im Monat nach oben schnellte. Nun sitze ich hier, Mitte Oktober, und bin unverhofft doch so weit, dass es noch 957 Laufkilometer bis zu den 3660 sind, die im Schaltjahr einen „Zehn pro Tag“-Schnitt bedeuten. Das Ziel von 7500 Radkilometern ist völlig ungefährdet, aber in zweieinhalb Monaten fast eintausend Kilometer laufen, das ist eine Menge. Habe ich schonmal geschafft, auch schon öfter, so ist es nicht, aber da bin ich parallel weniger Rad gefahren.

Um zu testen, ob es nun doch machbar werden kann, bin ich nun zurück im Zwanzig-Zwanzig-Modus. Gestern gab es einen „Workride“, also eine Radfahrt zur Arbeit. Das Rennrad blieb aber im Büro und ich machte einen „Homerun“, einen Halbmarathon nach Hause. Heute geht’s zu Fuß zur Arbeit, heute Abend mit dem Rad nach Hause. Nach der Erfahrung mit „Zuviel“ im März werde ich das aber auf maximal einmal in der Woche beschränken und die restlichen drei Tage Rad fahren. Noch sehe ich nicht, ob mich das zurück auf den Weg zum „Zehn pro Tag“-Ziel bringt, ich muss sehen, ob ich es durchhalte. Aber ich hab’s wieder angefangen und gebe der Sache einen Versuch.

Erstmals Ultra

Vor einiger Zeit prognostizierte mir ein Laufpartner, irgendwann würde ich Ultramarathon laufen. Das verneinte ich. In EINER Art und Weise halte ich daran – erstmal – zu 100% fest: Ich laufe keine Ultramarathon-Wettkämpfe. Zwar wurde ich schon einmal gefragt, ob ich mit einem anderen Läufer als gemischtes Team den Transalpine-Run laufen würde, ich habe das nicht völlig ausgeschlossen. Marathon in unter drei Stunden wäre aber ein vordringliches Ziel und das habe ich so auch gesagt. Also meinte er, er frage mich nochmal, wenn er wie auch ich den Marathon in unter drei Stunden schaffen…

Aber ich schweife ab. Denn ich habe erstmal so etwas wie eine Ultramarathon-Distanz im Training absolviert. Das geschah nicht „aus Versehen“ wie der Marathon im Training Ende August, sondern mehr oder minder sehenden Auges. Ich hatte mir vorgenommen, heute irgendwas zwischen 30 Kilometern und Marathon zu laufen, am Ende wurd’s halt ein bisschen mehr, aber drei oder vier Kilometer mehr, das ist bei dieser Distanz dann nicht mehr ein völlig überraschendes „Aus Versehen“. Mehr als Marathon und damit „Ultramarathon“ ist’s dennoch.

Meine Sonntagsrunde heute – in drei Abschnitten. Da sie sich auf der Karte teils überlagern, habe ich die Vorrunde und das Weiterlaufen in zwei Segmenten beschriftet.

Am Anfang lief ich in immer stärker werdendem Regen eine Kombination lokaler Runden – erst Richtung Friedhof nach Durmersheim (Vorrunde Teil 1) und dann noch durch den Wald am Wasserwerk (Vorrunde Teil 2). Auf dem zweiten Teil der Vorrunde war der Regen widerlich und ich hatte Sorge, nicht rechtzeitig zum Treffpunkt zu kommen, ich beschleunigte also etwas – nur um dann festzustellen, dass ich zu früh war. Statt im Regen zu warten, lief ich das kleine rote Viereck rechts der Mitte. Am Treffpunkt warteten bereits meine beiden üblichen 15-Kilometer-Laufpartner, zu denen dann noch eine weitere Läuferin, die normal eher Zehner läuft, dazu stieß. Also liefen wir los, dankenswerterweise nicht in dem Rhythmus, den ich im Regen angeschlagen hatte – munter plappernd und im besseren Wetter langsam trocknend. Das ist dann die weiß markierte Runde der LG Hardt. Danach ging ich kurz zuhause auf die Toilette, trank einen Schluck und rannte dann die große Runde, in der der hellblaue Schriftzug steht, und am Ende noch die Extra-Runde, auf der ich auch die Kilometermarker hellblau markiert habe. Der Rhythmus war jeweils etwas unterschiedlich:

Deutlich zu sehen ist der disziplinierende Effekt des Lauftreffs, der dafür sorgt, dass ich etwas langsamer und damit trainingseffizienter für Langstrecke laufe. Gleichzeitig war die Schritthöhe in der Laber-Phase mit dem Lauftreff etwas höher, die Schritte also nicht ganz so vortriebseffizient. Das Ganze war Training und Sonntagvormittagsvergnügen und hatte keinerlei Ambition auf Wettkampf – aber es fühlte sich gut an. Ein bisschen über die geplante Wettkampfstrecke hinaus zu gehen, ist manchmal auch nicht schlecht!

Launestabilisator

Was ist zu tun, wenn die Laune nicht will? Wenn der Rücken schon wieder anfängt, sich zusammenzuziehen? Wenn Du dich um Deine hinteren Bremsklötze sorgst und darum, ob sie noch bis zum Wartungstermin halten?

Was hilft gegen Herbst- und Corona-Depression?

Zucker, Schokolade? Nur kurzfristig. Eine heiße Dusche? Auch nicht viel länger. Kaffee? Schon besser. Aber am nachhaltigsten hilft Sport.

Anti-Tiefstimmungs-Lauf.

Funktioniert. Frische Luft, Bewegung, etwas Sonne – vor allem aber Laufen! Endorphine und Körpergefühl. Läuft!

Turmbergomat

Am Turmberg in Karlsruhe gibt’s den Turmbergomat. Das ist letztlich eine Zeitmessung mit Stechuhr für den Anstieg auf den Turmberg.

Rechts seht Ihr die Rückseite der Stechkarte des Turmbergomaten. Man kann mit dem Rennrad – oder irgendeinem Rad, mit dem Handbike oder auf Schusters Rappen den Berg hinauf, sollte nur die richtige Disziplin ankreuzen. Es gibt Altersklassenwertungen und natürlich Wertungen nach Geschlecht getrennt. Auch die Strecke bzw. das Streckenprofil ist auf der Karte abgedruckt, auf der anderen Seite die Strecke an sich. 1,75 Kilometer sind es, auf denen man rund 115 Höhenmeter bewältigt. Auf Strava wird die Turmbergomat-Strecke als Bergwertung der vierten Kategorie eingestuft, und vermutlich würde das auch bei der Tour de France so aussehen.

Nachdem ich gestern mit Kopfschmerzen in den Seilen hing, habe ich heute, mich wieder besser fühlend, meinen lange gefassten Plan wahr gemacht. Ich habe den Turmbergomaten genutzt. Zuerst bin ich mit dem Rennrad nach Durlach geradelt, über Bruchhausen, Ettlingen und Wolfartsweier. Dann habe ich mein Rennrad gegenüber der Friedhofsgärtnerei am Bergfriedhof in Durlach angeschlossen und bin den Turmberg hinaufgestürmt. Oben fragten ein paar Leute sich, warum da eine Frau stand, die schwer atmend eine Stechkarte fotografierte – denen erklärte ich es dann. Danach lief ich den Turmberg wieder runter und wiederholte den „Climb“ mit dem Rennrad. Anschließend ging es wieder über Wolfartsweier, Ettlingen und Bruchhausen nach Hause.

Wenn ich richtig subtrahiert habe, schlägt mein gelaufener Aufstieg auf den Turmberg mit 8:02 zu Buche, die Radfahrt mit 6:42. Tatsächlich war ich beim Radeln wohl etwas schneller, aber gerade als ich stach und losfahren wollte, kam ein Auto – und oben versuchte ich erst sekundenlang, die Stempelkarte im Einwurfschlitz für abgestempelte Karten abzustempeln. Naja, so ist das nunmal. Nächstes Mal weiß ich es besser, bin dafür aber vielleicht etwas langsamer. Oder mir fällt die Stempelkarten auf dem Climb aus der Trikottasche. Irgendwas ist ja immer!

Auf der Abfahrt vom Turmberg stellte ich allerdings auch etwas fest: Mein Rennrad braucht wohl innerhalb der nächsten zwei, drei Wochen eine Wartung. Ein Pedal knackt, muss vermutlich mal nachgezogen werden – vor allem aber sind die Bremsklötze hinten ziemlich durch. Nun bin ich erstmal gespannt, ob Montag oder zumindest im Laufe der kommenden Woche meine Ergebnisse auf der offiziellen Rangliste des Turmbergomaten erscheinen oder ob ich beim Ausfüllen irgendwelchen Mist gebaut habe.

Fazit: Der Sport-September

Im September waren eigentlich der Stadtwerke-Lauf und der Badenmarathon geplant, dieses Jahr. Ich will gar nicht lamentieren – ich hatte gar nicht damit gerechnet, dass sie stattfinden würden, denn die Corona-Situation hält ja noch an, verschärft sich derzeit sogar wieder.

Dennoch gab es Highlights im September: Die „Stadtradeln“-Aktionswochen unserer Gemeinde Bietigheim fanden vom 07. bis zum 27.09. statt, außerdem war’s der letzte Monat von „Mit dem Rad zur Arbeit“. Dazu war für die Woche vom 21.-27.09. der Aktionszeitraum des virtuellen Campus Run der Uni Stuttgart, an dem ich (dieses Jahr, weil virtuell) als Externe nicht teilnehmen durfte, ihn aber dennoch zum Laufen zum Anlass nahm.

In Zahlen: Im September bin ich 1432,3 Kilometer geradelt, davon 1018 im Aktionszeitraum des Stadtradelns in Bietigheim. 347,6 Kilometer weit bin ich gelaufen, darunter ein sehr schneller Zehner, der quasi meine virtuelle Teilnahme am virtuellen Campus Run darstellte und mit einem neuen Personal Best auf zehn Kilometer zu Buche schlug.

Aber da war noch mehr: Dehnen und Balance sowie Eigengewichts-Krafttraining setzte ich fort, Dehnen und Balance etwas mehr, Eigengewichts-Training etwas weniger als im August. Ein anderer Trend setzte sich aber auch fort: Der September war nicht nur der dritte Monat in Folge, in dem ich mehr als 2000 Höhenmeter erlief, er war auch der Monat mit den bislang mit Abstand meisten Rad-Höhenmetern. Freilich, da muss einiges noch reifen, aber mit weit über 4500 Höhenmetern auf 1400 Radkilometern war die Radfahrerei im September doch deutlich hügeliger als zuvor.

Im September scheiterte ich zunächst an dem Versuch, von Waldprechtsweier nach Freiolsheim zu fahren, dann versuchte ich aber das eine oder andere – und bewältigte etwas später mit schwerem Rucksack von Herrenalb aus die Steigung nach Bernbach und danach von der leichteren Seite hoch nach Freiolsheim. In der Folge fuhr ich auch noch den Durlacher Turmberg hoch und von dort weiter nach Thomashof und Busenbach. Irgendwann ist auch noch angesetzt, sich mal zwischen Rhein, Alb und Murg ein bisschen auszutesten, nun, da ich ein bisschen besser das Gefühl für Trittfrequenz und Kraft am Berg habe. Zu Fuß erklomm ich einmal fast und zweimal tatsächlich den Mahlberg von Waldprechtsweier aus.

Als Jahres-Zwischenbilanz nach 75% des Jahres ist nun absehbar, wie es mit den Zielen dieses Jahr aussieht. Anfang 2020 hatte ich mir ja kein Radfahrziel gesetzt, wohl aber eine Wiederholung des „Zehn-pro-Tag“-Ziels beim Laufen. Weil eine Verletzung den April quasi ganz aus dem Laufjahr herausnahm und erst Mitte Juni wieder alles einen normalen Gang ging, wird es wohl sehr ambitioniert, doch noch auf 3660 Kilometer dieses Jahr zu kommen. Nach neun von zwölf Monaten stehe ich bei 2540 Laufkilometern, das wären 69,4% des Ziels nach 75% des Jahres. 1120 Kilometer fehlen noch, was sich auf 374 Kilometer Laufleistung pro Monat aufteilen lässt. Ob das noch klappt, darf bezweifelt werden, obwohl mit 368, 353 und 347 Kilometern im dritten Quartal die Laufleistungen nicht SO viel darunter lagen. Als Fallback, auch wegen der zwei verletzungsbedingt ausgefallenen Monate, habe ich mit 3300 Kilometer laufen als abgespecktes Ziel gesetzt, das sollte klappen.

Beim Radfahren etablierte sich mit der Zeit dann doch noch ein Ziel, als klar wurde, dass ich mit dem Rad zur Arbeit fahren würde – und dann mit dem Rennrad noch mehr Radspaß dazukam. 7500 Kilometer sollen es werden, 5921 sind es Stand heute: Weniger als 560 Radkilometer pro Monat. In allen Monaten, in denen das Radfahren etabliert war und ich voll arbeitete, bin ich auf deutlich über 750 Kilometer gekommen.

Wenn das Wetter, meine Kondition und die Laune danach sind, versuche ich die Tage vielleicht mal, ob ich einmal die Woche eine Heimfahrt durch einen Heimlauf ersetze und am nächsten Morgen wieder zur Arbeit laufe – das Fahrrad steht dann ja für die Heimfahrt im Büro. So kann ich vielleicht vom Vorsprung auf das Radziel Kredit nehmen, um trotz Verletzungspause im Frühjahr doch noch die 10 Kilometer pro Tag im Jahresdurchschnitt zu erreichen.

Was definitiv erreichbar und so gut wie erledigt ist, sind die 10000 Kilometer mit Muskelkraft zurückgelegt im Jahr 2020. Da habe ich bei drei Vierteln des Jahres schon 8461. Wenn das so anhält – und das Radfahren startete ja erst dieses Jahr im Laufe des Jahres – werde ich künftig in vier Jahren einmal mit Muskelkraft den Umfang der Erde zurücklegen. Das ist doch auch mal was!

Doppelt virtuell

Dieses Jahr ist es schwierig mit den Wettkämpfen, denn wegen der Corona-Pandemie finden viele große Veranstaltungen nicht statt. Man rennt bei einem Laufwettkampf zwar den größten Teil der Zeit mit mehr oder minder großem Abstand zu anderen Läufern durch die Gegend – durch Straßen, Wälder, über Brücken… aber beim Start ist es eng und insbesondere in der kalten Jahreszeit hängt man am Ziel eng aufeinander, und da ist dann auch nach dem Wettkampf das Immunsystem etwas schwächer. Ist also durchaus richtig…

Natürlich tut’s mir nach dem Wettkampf- und Bestleistungsfeuerwerk von 2019 ein bisschen weh, dass nichts geht. Aber ich seh’s ein. Auch für den Köhlbrandbrückenlauf habe ich meine Teilnahme auf das kommende Jahr verschoben, denn infektionsschützend in kleinen Blöcken starten und dafür sechs Stunden hin und sechs Stunden zurück mit Maske im Zug sitzen… das ist irgendwie nicht das, was ich mir von einem Wettkampf erhoffe.

Was blieb also? Virtuelle Wettkämpfe… nur dass ich mir mit denen schwer getan habe. Am Wettkampf ist das direkte Messen aneinander, das anfeuernde Publikum, all das, ein entscheidender Teil des Erlebnisses. Virtuelle Wettkämpfe reduzieren das alles auf pure, unpersönliche Konkurrenz. Bei sowas habe ich dann ehrlich gesagt eher auf die gesondert ausgerichteten, zeitlich beschränkten virtuellen Wettkämpfe verzichtet und mich auf Strava-Segmente verlegt. Diesem Grundsatz bin ich aber an einer Stelle untreu geworden – beim Campus Run. Da ist es allerdings kompliziert…

Wie Ihr vielleicht wisst, oder auch nicht wisst, habe ich beim Campus Run der Uni Stuttgart seit Beginn immer teilgenommen. Ich bin sogar die einzige, die einmal häufiger beim Campus Run gelaufen ist, als er ausgetragen wurde – im ersten Jahr waren der Sechser und der Zwölfer nicht parallel ausgerichtet, so dass ich beide mitlaufen konnte – den Zwölfer für meine Leistung, den Sechser als Begleitung für eine Kollegin. Diese Serie wollte ich halten – der Versuch, den letztjährigen Sieg zu verteidigen, war zwar auch eine Motivation, aber die Serie zu halten war wichtiger. Indes, es war nicht möglich. Der Campus Run der Uni Stuttgart wird dieses Jahr erstmals virtuell ausgerichtet, der Wertungszeitraum endet heute Abend, er ging vom 21.09. bis 27.09., auch die Strecken waren andere als normal: fünf, siebeneinhalb und zehn Kilometer. Entscheidend war aber, dass der Hochschulsport natürlich ein bisschen den Auswerteaufwand reduzieren musste und daher das Teilnehmerfeld auf Mitarbeiter und Studenten der Uni Stuttgart begrenzte. Alumni, Ex-Mitarbeiter und auch Sonstige, die in den Jahren zuvor teilnehmen konnten, waren nun außen vor. Als Vorjahressiegerin und treue – treueste Teilnehmerin des Laufs bot man mir auf meine Frage aber an, meine Ergebnisse „außer Konkurrenz“, sozusagen in virtueller Teilnahme am virtuellen Lauf, einzureichen. Ich werde also – hoffentlich – in den nächsten Tagen eine Mail erhalten, in der man mir mitteilt, wie ich abgeschnitten hätte, wenn ich hätte teilnehmen können. Was ich eingereicht habe, war natürlich die längste verfügbare Strecke – wie immer! Bei dieser Gelegenheit habe ich allerdings eine neue persönliche Bestleistung über zehn Kilometer aufgestellt. Ich lief mich gestern drei Kilometer warm, dann pushte ich mich durch die zehn Kilometer und lief noch einen drei Kilometer langen Cool Down.

Meine virtuelle Teilnahme am virtuellen Lauf.

Im Dezember 2019 war ich zuletzt ein Personal Best auf zehn Kilometer gelaufen, das war bei der Winterlaufserie in Rheinzabern. Nach dem Hardtwaldlauf (39:58) war der Zehner der Winterlaufserie mit 39:41 schon eine ziemliche Steigerung. Nun musste ich „es“ ohne Publikum, ohne Verpflegung, ohne Konkurrenz tun. Das ist hart! Andere Leute auf der Strecke, das Publikum, das spornt an. Auch der Becher Wasser auf halber Strecke hilft. Aber geht ja nicht! Bei virtuellen Läufen nicht, bei noch viel virtuelleren, „inoffiziellen“ Teilnahmen noch weniger.

Und dennoch lief ich 38:41 auf zehn Kilometer. Es war mein erster Wettkampflauf, vor dem ich mich eingelaufen habe und nach dem ein Cool Down eingeplant war. Es war ein unglaublich schneller Lauf, den ich deswegen „Perfect Ten“ genannt habe. Viel Verbesserung ist da nicht mehr drin für mich, auf den Zehner, glaube ich.

Nun bin ich gespannt, was bei der virtuellen Teilnahme an einem virtuellen Lauf rausgekommen wäre, denn es eine nicht-virtuelle Teilnahme an einem virtuellen Lauf gewesen wäre. Jedenfalls bin ich sehr stolz, meine persönliche Bestleistung auf zehn Kilometer um eine Minute verbessert zu haben – das sind mehr als 2,5%!

Erklärte Ziel-Erklärung

So langsam bewegt sich das verrückte Corona-Jahr 2020 von „zwei Drittel rum“ auf „drei Viertel rum“ zu. Ich sehe mittlerweile recht deutlich, dass das im Vorfeld definierte Ziel „10 Kilometer pro Tag laufen“ nicht mehr drin ist. Dafür war ich im April und Mai zu lang verletzt. Dafür zeigt sich langsam, was mit Radfahren und Laufen parallel wirklich geht.

In der aktuellen, ablaufenden Woche bin ich 380 Kilometer geradelt und 80 Kilometer gelaufen, in der zuvor 317 Kilometer Rad gefahren und 100 Kilometer gelaufen. Der September ist bei mir zwar sportlich traditionell ein starker Monat, aber dennoch sind das Werte, die mich in großen Schritten Rückstände auf meiner Massen-Ziele aufholen lassen.

Der aktuelle Stand, etwas mehr als 3,5 Monate vor dem Jahresende, also bei knappen 71% des Jahres, sind 2365 Kilometer Laufen und 5140 Kilometer Radfahren. Hochgerechnet würde ich auf 3330 Kilometer Laufen und 7240 Kilometer Radfahren kommen, wenn ich weitermache, wie ich im Schnitt der abgelaufenen 8,5 Monate gelaufen und geradelt bin.

Die Wahrheit ist aber auch, dass ich zwei Monate verletzungsbedingt nicht laufen konnte und zwei Monate eingewöhnungsbedingt deutlich weniger Rad gefahren bin, als ich das normal (Laufen) bzw. jetzt (Radeln) tue. Mit den 400 Kilometern im Monat, die ich bräuchte, um die „10 Kilometer Laufen pro Tag“ zu schaffen, rechne ich mal nicht. 3300 Kilometer Laufen sind genug. Die 7500 Kilometer auf dem Rad sind allerdings in Reichweite, weil ich voraussichtlich Ende September so weit bin, dass ich im Schnitt von Oktober, November und Dezember jeweils nur noch 600 Kilometer fahren müsste – und das habe ich in Monaten mit Homeoffice und teils schlechtem Wetter bereits vor der Anschaffung eines leichtgängigen Rennrads mit dem Mountainbike gepackt.

Also kann ich mir jetzt erklärte Ziele erklären. 7500 Kilometer Radfahren, 3300 Kilometer Laufen, wenn keine Verletzungen oder Pannen dazwischen kommen. Da will ich hin, und das sind auch realistische Ziele – und Handlungsanweisungen für die nächsten 3,5 Monate.

Auf den Mahlberg

Vor einigen Wochen wollte ich zum Mahlberg. Da habe ich mich ein wenig verfranst auf der Fahrt nach Waldprechtsweier, wo ich über das Waldprechtstal hochlaufen wollte. Ich bin damals stattdessen am südöstlichen Rand von Malsch ein bisschen durch die Gegend gerannt. Diese Strecke habe ich bei meinem Marathon aus Versehen nochmal genutzt, da aber mit Transfer zu Fuß.

Vergangene Woche fand ich mich nach Waldprechtsweier mit dem Rad, schloss es dort an, rannte das Waldprechtstal hoch – und verfehlte den Mahlberg-Gipfel bei meiner Rennerei recht knapp. Diese Woche nun…

In zwei Bilder gesagt: Ich fuhr von Zuhause nach Waldprechtweier mit dem alten Mountainbike, rannte den Mahlberg hoch und wieder runter, rollte zurück nach Bietigheim – um dann zuerst eine Maske und dann die EC-Karte noch von zuhause zu holen, um bei Erbolino Kaffee zu kaufen.

Ich bin ziemlich stolz, dass ich nach mehrerem Rumirren nun auf den Mahlberg gefunden habe. Klar, eigentlich ist es ganz einfach. Aber der Mix aus Schildern, Schilderung meiner Laufpartner und meinem Instinkt… nun, irgendwie habe ich an den Stellen, an denen ich dem Instinkt folgen sollte, den Schildern geglaubt und mit den Erzählungen der Laufpartner Abzweigungen genommen, die eigentlich ganz woanders sind, weil die beiden nicht den Schildern folgen. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich hatte mich letzte Woche maßlos verfranst, weil ich nicht EINER Art von Wegfindung geglaubt habe, sondern unmotiviert zwischen verschiedenen Wegbeschreibungen/Wegfindungen hin- und hergesprungen bin.

Dieses Mal lief es besser. Meinen künftigen Weg, wenn ich da alleine hoch laufe, habe ich auf dem Abstieg gefunden. Das ist dann zwar nicht sehr trailig, aber das kommt mir sehr entgegen! Am Ende bin ich auch noch den Mahlbergturm hochgejoggt, was bei der Wendeltreppe durchaus anstrengend ist. Oben auf der Plattform mischte sich geringe Höhenangst mit hochgepushtem Herzen und ausgepowertem Körper. Ich hielt mich immer eng am Aufbau des Treppenhauses! Ein paar Fotos habe ich dennoch gemacht, auch wenn einmal mein Daumen unbedingt mit drauf wollte:

Als ich dann wieder unten am Turm war, machte ich noch zwei Bilder – den Turm und den Gipfelstein:

Runterwärts stellte ich dann fest, dass ich an einigen Stellen einfach meinem Instinkt hätte folgen sollen, dann wäre ich schon gut oben angekommen. Insgesamt ein sehr schöner, sehr befriedigender Samstagvormittagsausflug. Nur der Gegenwind auf der Heimradelei war ein wenig anstrengend, nachdem ich ja gerade erst den Mahlberg hochgelaufen war… und dass ich dann zuerst meine Maske und dann noch meine EC-Karte von Zuhause holen musste, um Kaffee zu holen, war hart, denn nach der Berglauf-Aktion und mit den gestrigen 70 Radkilometern und 20 Laufkilometern in den Beinen war selbst der milde Buckel vom Tiefgestade auf die Hardt in Bietigheims Leopoldsstraße am Schluss ganz schön anstrengend. Aber ich hab’s hinbekommen:

Beute.