Fazit: Der Sport-Juli

Einunddreißig Tage, davon drei Wochen Urlaub mit zwei Wochen außer Haus. Der Juli war ein Monat, in dem mein Leben anders verlief als sonst, eben weil es mein großer Jahresurlaub war, der vollständig im Juli lag. Das hatte natürlich auch Auswirkungen auf meine sportlichen Aktivitäten.

Das Wettrennen

Die Radlerin und die Läuferin haben sich mal wieder ein etwas knapperes Rennen geliefert als die Monate zuvor. Erst seit Dezember fahre ich wieder Rad, aber seit März hatte die Läuferin (also das laufende Ich) keine Chance mehr, mehr Kilometer im Monat abzuspulen als die Radlerin (also das radelnde Ich). Auch diesen Monat hat die Radlerin das Rennen um die längste Gesamtstrecke im Monat gewonnen. Aber es war knapper als in jedem der Monate, in denen die Radlerin bisher gewonnen hat – nicht einmal 80 Kilometer Vorsprung hatte das radelnde Ich:

Die Endstände des Wettkampfes um die meisten Kilometer im Monat zwischen der Radlerin und der Läuferin.

Mit 444 Kilometern hat die Radlerin erst durch die 200 Kilometer in der ersten Arbeitswoche nach dem Urlaub, die zugleich die letzte Juli-Woche war, die 368 Kilometer der Läuferin schlagen können. Die Läuferin beantragt gerade, dass ich künftig vier statt drei Wochen Urlaub machen soll, und ich neige, ihr zuzustimmen – aber woher nehmen und nicht stehlen?

Die Radlerin

Insgesamt ging das Tempo im Juli ein bisschen zurück, ich fuhr also im Mittel etwas langsamer als im Juni, aber immer noch schneller als in allen Monaten vor dem Juni 2020. Das sollte auch so sein, schließlich sollte das tägliche Fahren zur Arbeit auch was bringen. Die Gesamtstrecke ging etwas herunter, da ich im Urlaub nicht mehr meine täglichen 41-42 Kilometer zum Büro und nach Hause hatte – und auf der Reise hatte ich auch kein Fahrrad dabei. Dennoch kamen ein paar Kilometer zusammen…

Meine Kuchendiagramme mit dem Typus der Fahrt und den benutzten Rädern musste – oder durfte – ich jeweils ein wenig erweitern. Ich habe die Summen der Strecken der verschiedenen Fahrttypen und der verschiedenen benutzten Räder auf Juli eingeschränkt:

Im Juli kam in meiner Datei das „Multisport-Event“ dazu, denn ich hatte einmal einen Trainings-Duathlon absolviert: Erst neun Kilometer laufen, dann 27 Kilometer Radfahren, schließlich wieder neun Kilometer laufen. Theoretisch würde auch sowas wie ein Triathlon in dieser Statistik auftauchen, wenn ich das machen würde. Tue ich ja aber bekanntlich nicht! Außerdem hatten wir in Bensersiel Räder geliehen, mit denen wir zwei Ausflüge mit insgesamt 21 Kilometern absolvierten. All das zeigen die Kuchendiagramme – naja, zumindest die Summen davon.

Die Läuferin

Im Juli kam die Läuferin mit Macht zurück. Nach dem verletzungsbedingten Quasi-Ausfall des Aprils, dem recht dürren Mai und dem allmählich wieder anfahrenden Juni ist die Läuferin im Juli wieder da gewesen. Nicht zuletzt die herrlichen Wege im Urlaub im Mittelrheintal und in Bensersiel ließen die Läuferin so richtig an die Luft:

Was man nicht so richtig sieht, in den Summen: Ich bin auf einigen meiner Läufe insbesondere im Urlaub Abschnitte gelaufen, auf denen ich verdammt schnell war. Unter anderem waren Abschnitte von 1,5 bis 2,6 Kilometern dabei, die ich in einem Tempo von unter vier Minuten pro Kilometer, also mehr als 15 Kilometern in der Stunde absolvierte. Besonders stolz bin ich auf die 3:45/km, also knappe 16 km/h, die ich mehr als 1500 Meter auf der für den Verkehr gesperrten Umgehungsstraße von Bensersiel durchhielt. Dazu kam allerdings auch, dass der Juli der Monat der Läuferin mit den meisten Höhenmetern war – über 2000 kamen zusammen, da ich am Mittelrhein immer wieder die Hänge hoch- und wieder runterrannte, einen Tag vor- und zwei Tage nach dem Urlaub an der See.

Auch die Kondition kommt wieder zurück, was sich in einer Reduktion der Herzschläge pro 100 Meter gelaufener Strecke äußert – und das trotz der Höhenmeter, bei denen die Anstrengung nicht nur vom Tempo bedingt wird! Ich hoffe, der Trend setzt sich fort! Kuchendiagramme gibt’s übrigens auch für die Läuferin: Jeweils etwa ein Drittel meiner Kilometer verbrachte ich auf den Altra Escalante und auf den Fivefingers, was meinem Ziel recht nahe kommt. Für’s Tempotraining sind die Kinvara 9 gerade am ausgelatscht Werden, aber neben den Mizuno Waveshadows sind für diesen Zweck auch noch die Brooks Hyperion Tempo dazugekommen, die zusammen ein knappes Viertel meiner Strecken ausmachen. Die Trail-Strecken am Rhein bestritt ich natürlich mit geeignetem Schuhwerk – also meinen Saucony Peregrine 8 Ice+. Zudem war der Anteil an langsamen und sehr schnellen Läufen jeweils groß, die recht moderaten gab es eher weniger. Für den Moment fühlte es sich gut an, bei der Masse des Trainings insgesamt die Intensität etwas runterzuschrauben, es dafür aber etwas mehr und intensiver „knacken“ zu lassen.

Projekt „vollständigere Athletin“

Das Radfahren dem Laufen zur Seite zu stellen, hat mich schon vielseitiger gemacht, was mir wirklich gut tut. Nun kam aber noch mehr hinzu. Mir fehlt das Fitness-Studio, das ich dank Corona zuerst nicht einbinden konnte, dann wegen der Regeln dort Hemmungen hatte. Die Eigengewichts-Übungen zuhause, dafür braucht man Motivation. Also habe ich mir einen Trick überlegt, der dieses „ein bisschen was jeden Tag“ in einer Weise aufbereitet, die für mich funktioniert. Dahinter steckt die Erkenntnis: „Was ich in einem Diagramm visualisiert nachprüfen kann, dass ich es gemacht habe, mache ich auch.“ Es gibt also neue Diagramme: Das für die Kraftübungen stellt als Balken dar, wie oft ich im jeweiligen Monat zumindest eine Übung oder einen Besuch im Fitnessstudio auf die Reihe gebracht habe, die dahinterliegenden Flächen zeigen an, wie viele Übungen ich gemacht habe. Dafür habe ich jeder Übung und dem Fitness-Studio jeweils einen Wert in „Kniebeugen-Äquivalenten“ zugeordnet. Wie soll ich sagen: Es funktioniert für mich. Das andere Diagramm soll mich zum Durchziehen des Balance-Trainings auf meinem Balance-Board und zum Dehnen motivieren. Ich zeichne darin die jeweilige Zeitsumme auf, die ich auf dem Balance-Board bzw. beim Dehnen oder auf der Faszienrolle verbracht habe. Auch das funktioniert für mich!

Dass ich vor Juni keine Balance-Board-Zeiten vorweisen kann, liegt daran, dass ich da noch keines hatte. Das fehlende Dehnen ist nur eingeschränkt wahr, aber ich habe vor Juni einfach nicht darüber Buch geführt. Das tue ich nun und hoffe, dass es dadurch mehr wird!

Ganz neu ist, dass wir eine neue Waage haben. Zuvor stand da eine Waage, die mit Elektroden an den Füßen den Körperfettanteil abschätzte. Die Ergebnisse der alten Waage kamen mir komisch vor. Mit der neuen Waage und ihrem Handteil werden viel genauere und bessere Werte angezeigt, und siehe da: Die Abschätzung sieht mehr wie das aus, was mir die Körperfett-Zange suggeriert. Da die neue Waage sehr viel zuverlässiger zu arbeiten scheint, habe ich auch deren Schätzung der Muskelmasse eingebracht. Wie im obigen, linken Diagramm zu sehen, haben wir die neue Waage im Mai angeschafft. Ich werde die Werte natürlich weiter beobachten. Auf der „Haben“-Seite ist, dass ich in den letzten Monaten nicht mehr am unteren Toleranzbereich meines Wunschgewichts herumkratzte, sondern wieder im Bereich 63 bis 65 Kilogramm liege – die Muskelmasse scheint sich weiter leicht positiv zu entwickeln, das Körperfett sinkt leicht ab, stagniert aber. Bei dem, was ich erreicht habe, soll das auch so sein. Aber ich beobachte, wie schon gesagt, mal weiter.

Zu guter letzt gibt es noch die Gesamtzeit beim Cardio-Training (da sind die Zeiten auf dem Balance-Board, beim Krafttraining und beim Dehnen nicht dabei) – trotz des reduzierten Radfahrens im Urlaub ist diese Zeitsumme nicht runter gegangen. Auch die beim Sport verbrannte Energiemenge bleibt bei mehr als 70% dessen, was mein Körper nach Faustformeln als Grundumsatz verbrennt.

Wer bis hier gelesen hat, darf sich den Orden „Erschlagen mit Daten“ umhängen und einen virtuellen Knuddler von Statistik-Nerd Talianna verbuchen.

Fazit: Quartal 2/2020 gelaufen und geradelt

Das zweite Quartal des Jahres ist rum. Gelaufen bin ich nicht viel, es wird gerade erst wieder mehr. Geradelt bin ich dafür mehr als je zuvor in meinem Leben, glaube ich.

Auf den Punkt zum Beginn des zweiten Quartals habe ich mir nach furiosem März (400 Kilometer gelaufen, 600 Kilometer geradelt) irgendwas eher sehnen- als muskelartiges im vorderen, äußeren Teil der rechten Wade sehr nachhaltig gezerrt oder dergleichen. Es tat WEH! Zuerst bei allem, dann noch beim Gehen, zuletzt nur noch beim Laufen – dabei aber richtig. Dementsprechend war der April mein laufschwächster Monat in den letzten zwei Jahren. Im Mai ging es wieder aufwärts, im Juni bin ich nun wieder auf 240 Kilometer im Monat angekommen.

Laufsummen im Monat – Strecke und Zeit. Nach Verletzung war der April echt düster.

Nachdem ich fünf Quartale hintereinander nie unter 750 Kilometer in drei Monaten zurückgelegt hatte, waren die knapp 450 im vergangenen ernüchternd. Aber verletzt ist verletzt. Dass das Durchschnittstempo und dergleichen runtergingen, sieht man aus meinen anderen Diagrammen, aber ich zeige die hier nicht. Die Datenbasis für die Mittelung ist einfach zu dürftig, man sieht in erster Linie, dass im zweiten Quartal 2020 was schiefgegangen ist.

Auf der „Haben“-Seite ist allerdings zu vermerken, dass ich meine „Kuchen“-Diagramme fit gemacht habe für Zeiträume. Vorher konnte ich nur die gelaufenen Kilometer auf bestimmten Schuhen, die Trainingsformen beim Laufen und die Benutzung meiner Räder für den Zeitraum 1.1.2019 bis zum aktuellen Tag darstellen. Inzwischen habe ich etwas eingebaut, mit dem ich beliebige Zeiträume aufzeigen kann – und da zeigt sich: Im zweiten Quartal 2020 bin ich viel Altra Escalante gelaufen und eine Menge Fivefingers – und habe sehr viel ruhiges Grundlagentraining betrieben:

Beim Radfahren sieht man allerdings ganz andere Entwicklungen – mehr, schneller, mehr Höhenmeter!

Tatsächlich ist das Tempo hochgegangen, was durch zunehmendes Training kein Wunder ist. Der größte Boost kam aber vom Kauf eines Rennrads Anfang Juni! Beim Radfahren kommen durch die Fahrten zur Arbeit und weniger Homeoffice dank Normalisierung der Corona-Phase viele, viele Kilometer zusammen – zuletzt im Juni fast 800. Das geht natürlich auch nicht spurlos an mir vorbei. Mein neues Rennrad habe ich aber wirklich fleißig benutzt…

Im Juni bin ich mehr als die Hälfte meiner Kilometer mit meinem Izalco-Rennrad gefahren – so dass der Anteil recht groß wurde, dafür, dass ich es erst einen Monat habe.

Am Ende des Tages gehen die Stunden, die ich beim Sport verbringe, und die dort gelassenen Kalorien wieder hoch. Die simple Grundverbrauch-Formel aus Gewicht, Größe und Alter benutze ich, um das Ganze auf unterschiedliches Gewicht, unterschiedliche Monatslänge zu normieren – im folgenden Diagramm seht ihr meine beim Sport verbrachten Stunden sowie meinen Sport-Kalorienverbrauch geteilt durch den abgeschätzten Grundverbrauch im selben Monat:

Long Story short.

Zum Schluss noch eine Neuerung mit einem Diagramm, das deutlich zeigt, dass wir neues Equipment haben. Mein Mann hat eine neue, genauere Körperfettwaage mit einem Handgriff beschafft, so dass hier nun deutlich besser über Impedanzmessungen von Hand zu Fuß, Fuß zu Fuß und Hand zu Hand Körperfettanteil und Muskelmasse abgeschätzt werden – der Muskelmasse traue ich in dieser Messung auch. Die Waage begleitet mich seit Mai… wie man sieht:

Ab Mai mit neuer Waage!

Für mich ermutigend: Training bringt was. Nach dem „Sprung“ durch die neue Waage, die natürlich anders (besser?) kalibriert ist als die alte, weil sie eben bessere Messmethoden verwendet, laufen Körperfett und Muskelmasse weiterhin in sportliche Richtungen – während das Gewicht wieder etwas mehr in Richtung gewünschtem Bereich (63-65 Kilogramm) angezogen hat.

Läuft also! Beim Laufen läuft’s wieder, beim Radeln laufen die Laufräder wie am Schnürchen und alle anderen Werte bewegen sich auch ganz gut.

The most important thing about lifts is balance

Na, wer kennt das Zitat?

Genau! Es ist Johnny Castles Erklärung vor den berühmten „Lifts in Lake“-Szenen mit Patrick Swayze als Johnny und Jennifer Grey als Frances „Baby“ Houseman im Film „Dirty Dancing“.

Balance allerdings ist nicht unbedingt meine Stärke. Mir ist das peinlich, ganz ehrlich. Ich habe den Eindruck, ich sollte deutlich besser sein im Halten des Gleichgewichts. Es gibt diesen kurzen Moment vor dem Abwärtsgehen auf einer Treppe, wenn ich es eilig habe, in dem ich kurz zögere und mich fallen sehe. Der Moment, vor allem im Winter, in dem ich abschätze: Was ist schlimmer? Freihändig die Treppe runter rennen, während auf der anderen Seite schon die S-Bahn einfährt, oder den schweinekalten Handlauf benutzen? Es sind die Momente, in denen ich feststelle, dass ich mich nochmal kurz aufstützen muss, bevor ich mir einbeinig stehend eine Socke ausziehe.

Das muss besser gehen, denke ich mir dann immer. Woran es fehlt? Nun – der Gleichgewichtssinn wird zwar nun beim Radfahren ein wenig trainiert, auch beim Laufen brauche ich ihn. Aber dennoch ist und bleibt er unterdurchschnittlich. Auch die Muskeln, die Mikrokorrekturen vornehmen und im unteren Rücken sitzen, sind wohl nicht unbedingt meine Stärke – und das Gefühl für Bewegung und Tonus der Muskeln und Sehnen ist auch eher so lala. Nichts Dramatisches, aber etwas, das mich nervt und das meiner Ansicht nach besser gehen muss.

Nur für’s Protokoll: Ich möchte weder wie Jennifer Grey von Patrick Swayze an den gestreckten Armen über dem Kopf in der Luft gehalten werden – auch von jemand anderem nicht. Ich möchte auch nicht meinen Mann oder Jennifer Grey oder wen auch immer über meinem Kopf halten. Ich möchte aber einfach ein bisschen koordinierter, ein bisschen besser im Halten des Gleichgewichts sein. Also habe ich mir vorgenommen, künftig an meinem höhenverstellbaren Schreibtisch auf der Arbeit nicht nur immer mal wieder zu stehen, sondern auf dem Wackelbrett stehend zu arbeiten. Das wird natürlich durch die Möglichkeit des Halts am Schreibtisch einfacher – klar. Mein Ansatz ist aber auch nicht, das nur 20 Minuten zu tun, sondern vielleicht im Endausbau des Ganzen vielleicht halbe oder ganze Arbeitstage darauf stehend zu arbeiten und somit während anderer Tätigkeit diese Schwäche in Gleichgewichts- und Bewegungssinn auszubügeln. Vermutlich – nicht unbedingt, aber vielleicht – bringt mich das auch bei der Stabilität beim Laufen weiter.

Neuanschaffung.

Zunächst einmal werde ich das Ding zuhause testen und gucken, wie ich damit klar komme. Bei Gefallen und Funktionieren kann gut sein, dass ein Exemplar für zuhause zusätzlich angeschafft wird, wenn das hier abfotografierte mit auf die Arbeit wandert. Zuhause ist’s dann vielleicht am Ende eher ein Teil, auf dem ich gezielte Übungen machen werde. Auf Arbeit ist’s eher „Nebenbei-Training“, wenn alles so klappt, wie ich mir das vorstelle.

Das Jahr 2020 hat dieses Jahr zwar „nur“ eine neue Wettkampfleistung – aber da ein neues Personal Best auf 20 Kilometer – eingebracht. Aber 2020 bringt mir mit dem Radfahren, mit anderen Trainingsformen, mit neuen Ideen und all den Dingen, die durch das Runterfahren anderer Dinge durch Corona möglich werden, etwas nicht zu unterschätzendes: Die Ambition, nicht nur eine schnellere Läuferin, sondern vor allem eine vollständigere Athletin zu werden. Das heißt auch, vorhandene Schwächen zu erkennen und sich daran zu machen, sie auszumerzen,

Wenn’s nicht mehr geht – lauf!

Heute war einer dieser Tage: Im neuen Büro geht so manches noch nicht richtig, weil die Datenleitung zum Haupthaus nicht „dick“ genug ist. Einige Programme vertragen nicht allzu viele Time-Outs, weil sie dann unterstellen, dass die Sicherheit gefährdet ist – und so muss man ohne sie auskommen. Schade nur, dass sie essentielle Teile unserer Arbeit, so wie wir sie betreiben, erst ermöglichen. Diese Situation gibt’s schon eine Weile und wir bemühen uns, darum herum zu improvisieren. Heute stürzte dazu noch ein Bild von der Wand – die Baustelle vor dem Haus mit ihren Vibrationen und der Durchzug der Fenster bedingte das. Dem Bild ist nichts passiert, dem Rahmen auch nicht, aber das Glas im Rahmen bestand nur noch aus Bruchstücken – dazu hatte das Bild im Fallen mein Lego Architecture San Francisco zerlegt. Wie passend: Vibrationen von außen, Erdbeben…

Zum Glück konnte ich das Ganze weitgehend aus dem Kopf wieder aufbauen. Aber zwei modifizierte 1×1 Plättchen im Nordpylon der Golden Gate Bridge haben wohl den Abflug durch das offene Fenster gemacht. Ich suche mal noch Ersatz. Als ich dann die Kollegin von der Kunstausleihe des Präsidiums anrufen wollte, um ihr den Schaden am Rahmen bzw. dem Glas zu melden, wurde klar: Unser Telefon ging auch nicht. In all dem Stress hatte ich dann auch vergessen, meine Telefon vom gestrigen Homeoffice zurück umzustellen – und nach dem Rahmensturz vergaß ich auch, meinen Mann zu informieren, so dass dieser von zwei Anrufen meiner Kundschaft überrascht wurde…

Da ging dann gar nichts mehr bei mir. Riesendurcheinander, der Kopf blockiert. Was tun, wenn es nicht mehr geht? Laufen!

Meine heutige Laufroute.

Ich lief also am Nachmittag durch die Südweststadt zur Alb, schlängelte mich über dem Edeltrud-Tunnel entlang, überquerte die Südtangente wieder in die Klotze (Günther-Klotz-Anlage), rannte weiter an der Alb entlang, lief Mount Klotz hinauf und dann zurück zum Büro. Da ging das Telefon dann wieder und meine Laune war viel besser – müde bin ich nun freilich.

Aber „Wenn’s nicht mehr geht, dann lauf!“ hat sich bewährt!

Ich wusste gar nicht…

…dass meine Uhr das kann!

Screenshot aus dem Webinterface von Garmin Connect.

Ein wenig verblüfft sah ich nach meinem Training gestern einen neuen Bildschirm auf meiner Trainingszusammenfassung auf der Garmin Fénix: Ich bekam angezeigt, dass meine Laktatschwelle gemessen worden sei, meine Fénix sieht diese in dieser einen Messung bei einem Puls von 169 Schlägen in der Minute und einem Tempo von 4:58 pro Kilometer. Vermutlich hängt das damit zusammen, dass ich erstens recht intensives Training durchführte und zweitens nicht nur die Pulsmessung am Handgelenk, sondern auch meinen Pulsgurt HRM tri, ebenfalls von Garmin anhatte.

Das Training gestern war auch ganz schön heftig. Da ich beim Rennradfahren zur Arbeit am Dienstag und Mittwoch festgestellt hatte, dass meine Pulsmessung am Handgelenk mit der Fénix beim Mountainbike-Fahren super, beim Rennradfahren jedoch eher nicht gut funktioniert, benutzte ich einen Pulsgurt – sowohl am Dienstag als auch beim gestrigen Training. Das war auch ein Kombi-Training: Erst stürmte ich 45 Minuten mit dem Rennrad so schnell durch die Gegend, wie ich noch nie zuvor gefahren bin – auch wenn das sicher noch nicht das Ende der Fahnenstange ist. Danach lief ich 30 Minuten mit Druck, aber nicht am Maximum durch die Gegend.

Ich bin sehr gespannt, unter welchen Bedingungen ich wieder eine solche Messung der Laktatschwelle bekommen werde. Jedenfalls werde ich den Pulsgurt nicht immer anziehen. Meine Erinnerung an die Probleme mit nässenden Hautreizungen unter den Kontakten des Brustgurtes durch Brustgurttragen bei jeder Laufaktivität sind mir sehr gut in Erinnerung. Aber gerade bei Intervalltrainings und Tempodauerläufen werde ich das weiterhin tun.

So sahen mein Tempo, meine Herzfrequenz und meine Schrittfrequenz bei dem Lauf aus, der mir eine Messung der Laktatschwelle bescherte.

Kuchen-Transformation

Ich habe vor geraumer Weile angefangen, die Anteile meines Trainings, die ich auf meinen verschiedenen Schuhen zubringe, in Kuchendiagrammen darzustellen. Das sah so aus:

Meine Schuh-Streckenanteile beim Laufen, Stand 16.07.2019 (Beginn der detaillierten Erfassung: 01.01.2019)

Nun hat diese Darstellung den ein oder anderen Nachteil – vor allem ist in einem Querformat-Diagramm-Bild ein zentriertes Kuchendiagramm in voller Kreisform Platzverschwendung, außerdem wurde die Legende allmählich zu breit – alles lösbar, aber eine gute Ausrede, um…

Nun ja, 3D-Kuchen zu verwenden. Neben den Schuhen und den Trainingsformen beim Laufen habe ich nun allerdings auch noch die Fahrradanteile als Kuchendiagramme – und so sieht das aus:

Laufstille

„Tapp-Tapp-Tapp.“

Wenn sich ein Jogger oder ein Läufer von hinten nähert, bemerkt man das. So zumindest die Ansicht einer Menge Leute. Ich allerdings laufe oft einen Vorfuß-Laufstil, bei dem ich auf der Außenseite des Ballens aufkomme, zur großen Zehe hin abrolle und dann damit wieder abspringe. Wenn das halbwegs hinhaut, und ich gut drauf bin, bin ich dabei ziemlich leise. In „Born to Run“ von Christopher McDougall beschreibt dieser diesen Laufstil mit einem sanften Kratzen über den Boden statt eines Aufpralles und Abstoßen.

Wie leise dieser Laufstil, diese Laufstille ist, habe ich heute eindrucksvoll demonstriert bekommen. Einem Paar, das über die Feldwege einen Hund spazieren führte, näherte ich mich auf dem asphaltierten Feldweg von hinten. Sie nahmen immer mehr Breite des Weges ein – kein Problem, wenn niemand kommt. Sie bemerkten mich nicht, mit Absicht taten sie das nicht. Das wurde mir klar, als ich noch etwa fünf Meter entfernt mich mit einem „Guten Morgen!“ bemerkbar machte. Gleich darauf entschuldigte ich mich, ich wollte die beiden nicht erschrecken, hatte sie aber wohl wirklich sehr erschreckt. Etwas ganz ähnliches passierte mir während desselben Laufes noch einmal.

Mir gefällt, dass ich auf meinen FiveFingers so leise laufen kann. Die leise Art des Auftretens zeigt mir, dass ich wenig Stöße auf meinen Bewegungsapparat gebe und auch wenig Energie im Aufprall verbrenne, sondern sie elastisch – und damit leise speichere. Nicht, dass der Schall beim Auftreten die Hauptursache des Energieverlusts ist – aber das Geräusch ist ein Anzeichen, ein Symptom für das Versenken von Energie in Stößen oder in der Dämpfung.

Ein virtueller Reißnagel auf der Karte…

Das habe ich mir gewünscht: Ein Tool, das virtuelle Reißnägel auf die Karte steckt, wo ich gelaufen bin. Seit ich mich nun – aus einer Laune heraus – bei Strava angemeldet habe, durfte ich feststellen: Mit den Heatmaps kann Strava so etwas machen, zwar nur für Abo-Mitglieder, aber es kann es. Also habe ich gleich mal meine Karten erstellt… leider nur mit den Aktivitäten ca. 4-5 Monate vor Beginn meiner Mitgliedschaft bis heute. Das allerdings ist schon ein ganzes Stück:

Meine Lauf-Heatmap, generiert mit Strava. Je dunkler blau und danach um so röter, um so mehr bin ich die jeweiligen Abschnitte gelaufen.

Auf der Lauf-Heatmap erkennt man wundervoll meine üblichen Strecken: Am Federbach entlang, am Schmiedbach entlang, über die Hardt in weitem Abstand parallel zur B3 im Südwesten (unten links auf der Karte), Kanalweg, Linkenheimer Allee und die Rundungen um den Schlossgarten in Karlsruhe (oben rechts, meine Mittagspausenläufe) sowie eben die Strecke unterhalb von Durmersheim und durch Rheinstetten, dann durch Daxlanden und schließlich über die Sophienstraße nach Karlsruhe – der Workrun oder Homerun (Diagonale).

Meine Rad-Heatmap.

Das Radfahren wird stark dominiert vom Arbeitsweg – dazu gibt es noch ein paar Routen um Zuhause herum, sowie die eine dienstliche Fahrt zum KIT Campus Nord und zwei Fahrten, auf denen ich meinen Mann in Ettlingen abholte und mit ihm heimradelte.

Ich bin mal gespannt, wann sich weitergehende Hotspots ergeben – wahrscheinlich spätestens im Sommerurlaub an der Nordsee und bei Freunden am Mittelrhein sowie bei der nächsten Fahrt zu Freunden an der Elbe. Da kommen mehr virtuelle Reißnägel auf die Karte… und befriedigen den Sport-, Statistik- und Geographienerd in mir!

Fazit: Wieder ein Monat gelaufen!

Ich fahre zwar inzwischen auch Rad, aber Laufen bleibt mein Hauptsport. Im April hatte ich mit der Lauferei ein riesiges Problem: Nach zwei Zwanzigern auf dem Weg zur Arbeit beziehungsweise zurück ging mir am zweiten April nicht die Puste aus – sondern die Wade tat plötzlich beim Lauf in der Mittagspause weh, und zwar nicht nur so ein bisschen.

Im Ergebnis kamen sechs Wochen fast völlige Laufpause dabei raus, weil die Wade immer wieder wehtat und es auch kein solcher Schmerz war, der beim Warmwerden verschwindet. Den April konnte ich – läuferisch – damit abhaken. Radfahren ging natürlich dennoch, und somit löste das Radfahren auch die Arbeitswege ab, die ich im „Zwanzig-Zwanzig-Modus“ laufend zurückgelegt hatte.

Entsprechend gingen die Radzeiten zwar nicht VIEL weiter hoch, aber noch ein bisschen, während Laufzeiten und Laufkilometer einbrachen. Toll war das nicht, denn Laufen ist für mich sehr wichtig, es hält meine Kopfschmerzen zurück und macht mich glücklich, mehr jedenfalls als das Radfahren. Die reinen Sportzeiten allerdings blieben durch die Radlerei auf einem Niveau, wie ich das letztes Jahr öfter mal hatte – was man auch an den Bildern sieht. Mit unter 20 Stunden war die Juni 2019 weit weniger mit Sport behaftet als sowohl April als auch Mai 2020, auch wenn beim Laufen nicht viel ging.

Laufpace und mittlere Laufdistanz pro Lauf monatsweise – der Einbruch in Länge und Tempo im April ist hart, die Regeneration im Mai ist deutlich zu sehen!

Trotz alle dem sind aber andere Dinge passiert, die ich beim Laufen schon lange anvisiert hatte: Meine Altra Escalante (das vierte und fünfte Paar inzwischen) und mein drittes Paar Fivefingers haben die Dominanz in meiner Schuhnutzung erreicht, die ich haben wollte – zusammen sind’s 50% der letzten anderthalb Jahre.

Schuhnutzung – Zeitraum seit Januar 2019.

Beim Radfahren geht es allerdings weiterhin bergauf, auch wenn sich gewisse Elemente eines Plateaus sehen lassen. Die Trittfrequenz habe ich gesteigert, arbeite nicht mehr so viel mit Kraft – schneller geworden bin ich auch. Die Strecke pro Monat pendelt sich bei 500 bis 600 Kilometern ein, das macht sich schonmal gut!

Zu unserer neuen Waage, die auch mit Handteil Körperfett, Muskelmasse und dergleichen bestimmt, habe ich zwar auch ein paar Statistiken erstellt, aber das will ich mal noch ein, zwei Monate beobachten, bevor ich hier Schlüsse ziehe. Im Moment ist nur der Übergang zwischen den beiden Waagen mit einem Absturz des Körperfettanteils – den schätzt die neue Waage erheblich kleiner ein – zu sehen, aber der ist ja nicht real, sondern liegt nur an der Messmethode. Aber auch das wird kommen, eventuell dann sogar mit Statistiken für Körperteile!

Stay tuned for nerdy stats!

Wiederaufbau von Normalität – vor Veränderungen

Nein, es geht hier nicht um Corona.

Wie Ihr wisst, habe ich mir Ende März eine Wadenverletzung zugezogen – die hat mich lange beschäftigt. Ich spüte immer noch, dass da was war. Aber es ist mittlerweile wieder so weit in Ordnung, dass es mich beim Laufen nicht behindert oder stört, sondern ich nur weiß: Da war was, ich sollte nicht übertreiben. Tatsächlich ist Bewegung mittlerweile auch eher etwas, das die Wiederherstellung des alten Zustandes eher zu fördern als zu behindern scheint – während Läufen wird das Gefühl, dass da was war, schwächer oder geht sogar weg. Prompt hatte mich im Wiederaufbau dann am Freitag eine kleine neue Verletzung auf der anderen Seite derselben Wade erwischt, aber die ist schon wieder gut. Und so war es heute möglich, mit meinem inzwischen auch wieder fitten Laufpartner eine Mittagspausenrunde zu drehen – die erste gemeinsame über die Standard-Strecken seit mehr als einem halben Jahr. Wir hatten’s schonmal probiert, das war der Lauf, den ich wegen der schlimmeren der beiden Verletzungen an der rechten Wade abgebrochen hatte. Doch dieses Mal ging es richtig. Fast zehn Kilometer über die übliche Runde – ans Schloss, dann nördlich am KIT Campus Süd auf der Hagsfelder Allee entlang, über den Kanalweg zum Wald-Zentrum, den Trimm-dich-Pfad entlang, anschließend westlich um den Schlossgarten herum und zurück zum Büro. Die Brücke über den Adenauerring ganz im Norden konnten wir wegen Bauarbeiten nicht benutzen, aber das machte gar nichts…

Denn dort gab es eine tolle Begegnung. Gerade, als wir aus dem Trimm-Dich-Pfad heraus auf die Linkenheimer Allee zurückkamen, sah ich da jemanden entlanglaufen. „Die kennen wir doch!“, erklärte ich. Auch mein Laufpartner erkannte Sophia Kaiser von der LG Region Karlsruhe, die einen Mittagslauf machte. Sie ist schneller als wir – was Wunder. An der Ampel allerdings, die die Brücke über den Adenauerring ersetzt, holten wir sie ein und hielten einen kleinen Plausch. Dann ging’s weiter – und sie zog davon.

Schön ist: Seit September sind mein Laufpartner und ich nicht mehr gemeinsam einen Mittagspausenlauf durchgelaufen, seit Anfang April gar nicht mehr gemeinsam gelaufen. Er war am Knie verletzt, ich dann an der Wade. Nun normalisiert sich das wieder, und genau das ist das Schöne! Zeitweise liefen wir jeden Mittag gemeinsam. Nun baut sich das langsam wieder auf – weniger als einen Monat, bevor ich mit meinen Kollegen in ein neues Gebäude umziehe, wodurch der Mittagspausenlauf komplexer zu organisieren wird, weil man nicht einfach ein Stock tiefer gehen und fragen kann. Aber wenn wir das nun wieder etablieren, wird es auch leichter, es nach dem Umzug zu erhalten.

Change-Management, so nennt man das glaube ich, nicht?