[KuK] Kommunikation

Eine Läuferin. Eine Kreuzung. Ein Auto.

Situation eins: Die Läuferin läuft die Straße entlang, auf dem Gehweg. Ein Auto kommt entgegen, blinkt rechts und würde somit den Weg der Läuferin kreuzen. Die Läuferin ist weiß gekleidet, also deutlich sichtbar. Sie hätte Vorrang – das Auto biegt ja ab. Das Auto wird nicht langsamer – die Läuferin macht langsam und schaut – das Fahrzeug wird langsamer. Die Läuferin beschleunigt wieder – das Fahrzeug auch. Die Läuferin weicht aus, das Auto fährt weiterhin rechts blinkend am Abzweig vorbei … Die Läuferin brüllt (natürlich sinnlos, das Auto ist schon weiter): „WAS SOLL DAS?!“

Situation zwei: Die Läuferin läuft eine andere, schmalere, ruhigere Straße entlang. Ein Auto kommt entgegen, fährt auf die Kreuzung zu. Wenn es links abbiegen würde, würde es den Weg der Läuferin kreuzen. Die Läuferin macht etwas langsam – und das Auto blinkt weiterhin nicht. Die Läuferin überquert die Kreuzung und das Fahrzeug biegt links ab, weiter ohne zu blinken und rein von Tempo und Verhalten, als habe es die Läuferin nicht bemerkt.

Hey, Ihr habt EINEN Job beim Blinken: Wenn Ihr abbiegt, in diese Richtung blinken. Wenn Ihr nicht abbiegt, nicht blinken. Ich fand das nicht so schwer, als ich noch mehr Auto gefahren bin. Aber vielleicht unterliege ich einer Selbsttäuschung.

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Wenn Wolken Berge wären

Wie bereits beschrieben, gab es für uns zwei unverhoffte Reisen: Mein Mann und ich fuhren einem meiner besten Freunde und seinem Vater beistehen, da die Mutter meines Freundes verstorben ist.

Auf diesen Trips auf der Autobahn – hier die A5 von Karlsruhe in Richtung Frankfurt – sahen wir die eine oder andere Wolkenformation. Ich weiß nicht genau, warum das so ist, aber ich stelle mir bei solch beeindruckenden, mit dem Horizont verschmolzenen und halbwegs wenig überhängenden Wolkenbergen immer vor, das sei ein Gebirge am Horizont. Insbesondere die Vorstellung, über eine lange Autobahngerade in der Ebene zu fahren und irgendwann plötzlich durch ein enormen, weiß-schneebedeckten Kurven der sich in diesen Wolkenberg hochschlängelnden Autobahn zu sein, finde ich – immer wieder erstaunlich inspirierend.

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Es gab noch die eine oder andere Wolke, die in der Landschaft stand, aber die Berg-Vorstellung funktionierte da nicht so gut:

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Auf einem Bild, nun auf der A3 von Frankfurt nach Köln, sieht man ein regelrechtes Wolkengebirge nicht so richtig, es scheint das rheinische Schiefergebirge hier nur als sein Vorgebirge zu haben – ist es nicht fast so, als würden die weißen Wolken im Hintergrund fast von gewaltigen, blaugrauen Bergen teils verdeckt?

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Alle Bilder wurden nicht von mir während der Fahrt, sondern von meinem Mann auf dem Beifahrersitz geschossen.

Meine ersten 4 Wochen mit der A8 – ein kurzes Resümee

Nachdem ich seit meinem letzten Beitrag durch verschiedene Umstände einfach keinen Kopf fand, um einen Beitrag zu schreiben, wird es Zeit, mich mal wieder zu melden.

Es ist schon erstaunlich, was man jeden Tag auf der Autobahn so erleben kann und obwohl vieles nichts Neues ist, einen doch immer wieder den Kopf schütteln lässt. Ein paar kleine Beispiele:

  • Alle Spuren voll und ich mit 120km/h zwischen KA und PF auf der linken Spur unterwegs, vor mir eine Schlange von gut 20 Autos (vermutlich alle unter Mindestabstand) und trotzdem muss mein Hintermann, der gerade mit gefühlt 200 Sachen auf mich auffuhr seine Lichthupe malträtieren, nur damit ich Platz mache und er ein paar Meter weiter den Nächsten ärgern kann. Sieht der nicht wie die Autobahn vor ihm aussieht?
    Aber spätestens an der Engstelle PF sieht man sich ja wieder, weil er wohl die falsche Spur gewählt hat und ich gemütlich an ihm vorbeirolle.
  • Busse die LKWs überholen sind ja keine Seltenheit, aber ein FlixBus, welcher von der rechten Spur in einem Zug auf die linke Spur wechselt, weil er den LKW auf der mittleren Spur überholen möchte, welcher selbst gerade mit 2km/h Differenzgeschwindigkeit einen anderen LKW überholt, ergibt eine eindrucksvolle Metallwand, auf die du nicht mit 150km/h zufähren möchtest.
  • Meine absoluten Lieblingserlebnisse waren aber die beiden LKWs, welche es an unterschiedlichen Tagen geschafft haben, ihre Fahrzeuge ausgerechnet an der Einfahrt zur Engstelle PF (Fahrtrichtung KA) so lahmzulegen, dass nur noch eine Spur übrig blieb.

Und spätestens mit den beiden LKWs kam ich dann auch zu den mir von Wortman „versprochenen“ Staus, so dass ich auch dieses Erlebnis voll auskosten durfte. Aber Klimaanlage und ACC kann ich vollauf empfehlen, machen Stau und Stop-And-Go gleich viel angenehmer.
Für mich hab ich jedenfalls die Entscheidung getroffen, meinen Tempomat konstant auf 120km/h zu stellen und so weit wie möglich rechts zu fahren. Damit bin ich den Schnellfahrern nicht im Weg und zähle dann einfach bei PF wieviele davon mich vorher überholt haben.

Durchzogener Strich

Ein durchgezogener Strich auf dem Asphalt, weiß, ununterbrochen, hübsch.

Was will uns diese Markierung sagen? Genau! Da fährt man nicht rüber! Ist der durchzogene Strich in der Mitte der Straße, heißt das: Überholverbot. Ist der durchzogene Strich zwischen zwei Fahrstreifen, so heißt das: Kein Fahrstreifenwechsel.

Heute Morgen durfte ich auf der Bundesstraße 36 wischen Durmersheim und Karlsruhe einmal mehr erleben, dass das offenbar doch nicht so ist mit dem durchzogenen Strich.

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Ohne große Worte: Schwarze Linien sind Striche auf der Fahrbahn, schwarze Streifen mit angedeuteter Schraffur sind Fahrbahnbegrenzungen. Was mein Vordermann auf der Straße tat, ist mit einem roten Pfeil angezeigt.

Eigentlich ist damit genug gesagt. Ich schreibe dennoch noch:

ARGH!

[KuK] KSK = Karsamstagskoller

Der Karsamstag: Einziger einkaufsoffener Tag zwischen einem Feiertag voraus und zweien danach. Das ist fast so schlimm wie … nun … Heiligabend an einem Montag oder so.

Dementsprechend voll war es bei unserem Edeka in Bietigheim (Baden) am Karsamstag, als mein Mann und ich gegen 10:45 mit meinem kleinen Aygo zum Einkaufen fuhren. So weit nicht schlimm, niemand wird abstreiten, dass man zu Ostern frisches Essen kochen will, soll und darf, da nun Zeit dafür ist. Vor der ersten von drei Parkplatz-Reihen setzte ich den Blinker links und wartete: Ein mit dem Einkauf fertiger Autofahrer war etwas mittig durch die Parkplatzreihe gefahren und wollte nun auf die Ausfahrt des Parkplatzes. Ich hätte gar nicht da rein fahren können. Und ich blinkte.

Mit aufheulendem Motor überholte mich also ein anderes Auto, zwang den gerade aus dem Parkplatz ausfahrenden Fahrer zu einem heftigen Bremsen und rauschte in eine Reihe näher am Eingang des Marktes nach links zwischen die Parkplätze. Wohlgemerkt: Ich blinkte. Der andere Fahrer musste erst da raus, damit ich links abbiegen konnte. Offenbar war’s nicht akzeptabel, dass ich die erste von drei Parkreihen wollte und dafür auch noch – wie unverschämt – wartete, bis ich Platz bekam, da rein zu fahren.

Ich habe noch andere Fälle von Karsamstagskoller erlebt, aber dieser Fast-Unfall war der mit Abstand härteste und gefährlichste.

Rettungsgasse – mal wieder

Am Montag war’s mal wieder so weit. Stau auf der A5 … und zwar fast zehn Kilometer lang, vor Karlsruhe Mitte. Nicht nur, dass ich eigentlich schon recht spät war, für die Familienfeier, die statt des üblichen Trek Monday auf dem Plan stand, nein – ärgern durfte ich mich auch noch.

Denn in besagtem Stau funktionierte das mit der Rettungsgasse mal wieder nicht so richtig. Allerdings muss man den Fahrern zugutehalten: nach ein paar hundert Metern im Stau waren mindestens 80% der Fahrzeuge auf der linken Spur mit zwei Rädern auf dem dicken weißen Strich oder mit zwei Rädern auf der Begrenzung zwischen rechter und mittlerer Spur. Nur ein Fünftel tanzten aus der Reihe, teils so stark, dass ich von der mittleren Spur, vier LKW-Längen hinter denen, auch die linken Rücklichter und noch ein bisschen Luft zwischen ihnen und dem Auto dahinter sehen konnte.

Aber wie’s immer so ist: Erst nach einiger Zeit und zwei Ausfahrten, nämlich an der Einleitung von Karlsruhe-Durlach, kamen Blaulicht und Sirene auf die Autobahn, und zwar in einer Weise, in der mir all die Rettungsgasse nichts nutzte und ich doch ein wenig anpassen musste – der Krankenwagen kam nämlich genau in der Lücke zwischen zwei LKW vom Beschleunigungsstreifen in die Rettungsgasse gewechselt, neben der ich gerade fuhr. Also musste ich doch ein Stück vorfahren, den Abstand zum Vordermann drastisch reduzieren – aber der Krankenwagen kam durch. Vor mir zogen sie dann auch die Rettungsgasse vollends auf, sofern noch nicht geschehen.

So richtig gut war’s noch nicht, aber auch nicht „Worst Case“. Nur dass ich eben doch etwas hektisch wurde, nach 20 Minuten Stau mit Standard-Rettungsgassenverhalten schon etwas stumpf entlangrollte und dann eben doch wegen auffahrenden Rettungswagens schnell von „stumpf“ nach „situationsangepasst“ umschalten musste, ärgert mich. Nicht das Umschalten, natürlich – sondern eher, dass es dann doch etwas überraschend für mich kam.