Vierer oder Zweier?

Jeden Morgen und auch jeden Nachmittag bin ich wieder fasziniert vom Verhalten der Fahrgäste beim KVV im Mittelteil des Zuges. Per se würde ich eigentlich davon ausgehen, dass ein „Vierer“, also zwei Bänke aus zwei Sitzen, die einander gegenüberstehen, die bevorzugte Sitzgelegenheit auch für einzelne Passagiere sind, um die Fahrt zu verbringen. Lustigerweise habe ich selbst eine gewisse Hemmung, mit einen „Vierer“ zu nehmen. Oft hätte ich aber gar keine andere Wahl, selbst wenn ich diese Hemmung nicht zu überwinden trachten würde: Die Vierer im Mittelteil des Zuges werden zumeist als letztes besetzt, alle anderen Bänke sind meist vorher besetzt.

Natürlich kann es sein, dass ich mir das einbilde, glaube ich aber eher nicht. Vielleicht liegt es daran, dass die Leute morgens in der Bahn oder abends auf dem Heimweg gerne ihre Ruhe haben. Sie möchten sich vielleicht mit maximal einem Zeitgenossen auseinandersetzen, der redet, telefoniert oder einfach nur präsent ist. Ich selbst habe noch einen weiteren Grund, die „Vierer“ eher nicht zu benutzen: Wenn ich auf einer Bank, bei der mir die Rückenlehne der Bank eins weiter vorne vor den Füßen steht, meinen Rucksack vor meine Beine stelle, stört er niemanden – außer vielleicht mich. Im Vierer kommt er mit den Beinen des Gegenüber ins Gehege, wenn sich dort jemand hinsetzt.

Aber bei den anderen Leuten glaube ich nicht an dieses Argument, denn sehr viele sitzen neben ihren Taschen oder Rucksäcken und verteidigen mit ihren Gepäckstücken selbst im vollen Zug oft einen Sitz gegen im Zug stehende Menschen. Andere haben gar keine großen Taschen oder Rucksäcke dabei. Daran kann’s also eigentlich nicht liegen.

Nun, ich werde wohl dennoch weiterhin gerne auch die „Vierer“ nehmen. Mit dem Rucksack auf dem Schoß und dem E-Reader oben auf dem Rucksack kann man auch gut lesen und sich gegebenenfalls abschotten. Das Lächeln, wenn ich dann meinen Rucksack aus dem Fußbereich auf den Schoß nehme, damit jemand sich setzen kann, ist ehrlich gesagt auch etwas, das ich zu schätzen gelernt habe.

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[KuK] Fuß und Hintern

Über dem Sitz in der S-Bahn prangt dieses Schild.

Möchte man Straßendreck am Hintern haben? Das überlegte ich mir, als heute ein Herr von der Sicherheitsfirma, die die Züge der Albtalverkehrsgesellschaft betreut, in der S7 zwei junge Damen aufforderte, ihre Füße nicht auf den Sitz gegenüber zu stellen. Er verwies auf die Schilder, die über den Sitzen prangen. Die waren mir schon lange nicht mehr aufgefallen …

Da musste ich das Schild doch gleich mal fotografieren. Der Sicherheitsmann grinste, als ich das tat. Ich wäre fast neugierig, was er wohl gedacht hat!

Fortschritte

Früher war hier eine große Straße, inzwischen ist der Deckel auf der künftigen große Straße unter Grund drauf und das Straßenbahngleis wird wieder quer drüber gebaut.

Auch wenn ich gerade mal wieder an der Haltestelle geäußerte Zweifel belauschte, ob wir das Ende der Baustelle noch erleben würden: es geht voran.

Die Bilder habe ich gestern morgen auf der Kreuzung Kriegsstraße, Fritz-Erler-Straße und Rüppurrer Straße in Karlsruhe aufgenommen.

Umleitung

In Karlsruhe wird derzeit gebaut.

Ähm. „Derzeit“ ist gut, werden einige Leute sagen. Tatsächlich wird ja in jeder halbwegs größeren Stadt, zu denen Karlsruhe mit seinen 300.000 Einwohnern wohl zählt, ständig irgendwo gebaut. Allerdings baut Karlsruhe seit etlichen Jahren an seiner „Kombilösung“, was letztlich bedeutet, die S-Bahnen aus der Fußgängerzone zu verbannen, indem man sie unter die Fußgängerzone verlegt, dabei auch eine große, zentrumsnahe Durchgangsstraße in den Untergrund zu verlegen und noch ein paar weitere Anpassungen vorzunehmen. Da nicht nur eine Linie, sondern ein ganzes T-Stück von Schienen unter die Erde verlegt wird und einer von drei Ästen dieses „T“ die tieferzulegende Straße kreuzt – und vor allem: Alle größeren Nord-Süd-S- und Tram-Bahnen über das „T“ verlaufen und die tieferzulegende Straße kreuzen, stellt sich das kompliziert dar.

Im Ergebnis haben wir derzeit das zweite Mal die kürzerfristige Umleitung von der längerfristigen Umleitung. Alle Nord-Süd-Bahnen werden nicht nur (längerfristig) parallel zum senkrechten Balken des „T“ umgeleitet, sondern für Sommer und Frühherbst auch auf halber Höhe des „T“ parallel zum waagerechten Balken des „T“. Klingt undurchsichtig? Oh, das ist es auch, sogar für Kenner des Karlsruher Netzes. Da das wohl auch den Verkehrsbetrieben und der Albtalverkehrsgesellschaft klar ist, verteilten sie im Vorfeld Broschüren in der Bahn, statt Tickets zu prüfen. Der darin gezeigte Netzplan löste bei mir erstmal einen gedanklichen Knoten aus, bis ich mich wieder reingefunden hatte.

Im Endergebnis darf oder muss ich nun bedingt durch die „Umleitung-von-der-Umleitung“ etwa anderthalb Stationen vor meiner Station der „normalen“ Station entfernt aussteigen und über drei Ampeln, zwei davon Teil der Straßen-tieferlege-Baustelle, bis zu meinem Büro gehen. Allerdings bin ich der Auffassung, dass es das wert ist. Am Ende wird die Karlsruher Innenstadt eine echte Fußgängerzone haben, in der nicht alle anderthalb Minuten ein Zug aus irgendeiner Richtung über die fast die Hälfte der Fußgängerzone einnehmenden Gleise durch selbige hindurchfährt. Eine große Straße nahe der Innenstadt wird in den Untergrund verlegt, an der Oberfläche entsteht ein neuer Raum, der lebenswerter ist. Zugleich werden die S-Bahnen nicht mehr in der Fußgängerzone durch Vorsicht wegen achtlos kreuzender Fußgänger langsam fahren oder Verspätung ansammeln müssen.

Am Ende wird es ganz wunderbar. Aber das ist noch ein bisschen hin. Und so nehme ich die Umleitung von der Umleitung hin. Ein bisschen genieße ich ja sogar, die ganzen Linien in meinem Kopf neu zu ziehen. Denn mit Linien hab‘ ich’s, das macht mir Spaß. Umleitungen machen natürlich weniger Spaß, aber hey: Die enden auch irgendwann. Und dann wird es ganz wunderbar.

[KuK] Mobilität im Wald

Heute auf meiner Laufroute zwischen Elchesheim und Bietigheim gesehen – ein mobiler Hochsitz.

Ich sehe mobile Hochsitze immer häufiger. Mein Großvater väterlicherseits war Jäger – und auch wenn ich die Notwendigkeit der Bestandskontrolle beim Wild einsehe, da der Mensch die Räuber zurückgedrängt oder ausgerottet hat, waren die zwei Mal, die ich meinen Großvater begleitete, genug für mich. Wie gesagt, ich sehe die Notwendigkeit ein, es wäre aber so richtig gar nichts für mich.

Bisher habe ich allerdings auch eher stationäre Hochsitze gesehen. Vor kurzem tauchte ein solcher Hochsitz-Anhänger auf den Feldern auf der Hardt auf. Nun habe ich den hier zwischen Elchesheim und Bietigheim, in der Nähe des Wasserwerks gesehen.

Scheint ein Trend zu sein.

Navi spielen

Unser Besuch hat ein größeres Auto als wir, wenn wir also durch die Gegend fahren, bietet es sich an, mit dem Auto des Besuchs zu fahren. Der Fahrer kennt sich bei uns natürlich nicht so gut aus, außerdem sind ja wir da, die uns auskennen …

Und so spiele ich immer das Navigationsgerät. Bei dieser Aktion versuche ich dann immer, wie das Navi zu sprechen. Kaum ist das Auto an, wir müssen aber ausparken, wenden und in die andere Richtung durch unsere Straße, da sage ich: „Bitte wenden!“. Ich gestehe, mit dem Abschätzen der Distanzen ist es noch nicht so gut, manchmal sind’s sicher eher 80 Meter, wo ich dann sage: „Nach 120 Metern links abbiegen!“

Aber ich habe das die meisten Fahrten gestern durchgezogen: Auf der Fahrt nach Rastatt, um im Kino „Spiderman“ anzuschauen, dann wieder auf der Fahrt nach Rastatt, um später am Abend japanisch essen zu gehen. Ich hatte unheimlichen Spaß daran und das hat man auch gemerkt!

Natürlich blieben die Sprüche nicht aus: „Aber du bist doch gar nicht sehr groß und blau“, meinte mein Nennbruder. „Oh, wir haben ein Tallytom!“, kam von meinem Mann. Aber sowas begrüße ich dann ja! Damit habe ich ganz offiziell Navigationsgerät gespielt – und Spaß dran!