Begegnungsintensive Heimfahrt

Heute auf der Heimfahrt von der Arbeit schien die Sonne und es war warm. Die Fahrt war somit ein Fest!

Es gab allerdings die eine oder andere Begegnung – und manche davon waren nicht so wirklich ein Fest, das kann ich nicht anders sagen.

Zunächst mal war da die Radfahrerin am Rondellplatz. Ich fuhr von der Markgrafenstraße in den Kreisel ein und sah sie – sie radelte auf der Außenbahn vom Marktplatz (also eine Einfahrt nach mir) her in den Kreisel ein – eigentlich hätte sie mir, die ich auf dem Kreisel fuhr und dort erstmal blieb, Vorfahrt gewähren müssen. Sei’s drum, dachte ich – aber dann wurde sie langsamer und blieb auf dem Kreisel, zwang mich sozusagen auf die Innenbahn – dabei wollte ich auf die Erbprinzenstraße fahren. Ich machte langsam, um hinter ihr vorbeizufahren, aber sie hatte ihr Beschleunigungspulver beim mir die Vorfahrt nehmen verschossen – und so fuhr ich dann doch ziemlich irritiert vor ihr herum aus dem Kreisel raus. Vermutlich reichte mein scharfer Antritt aber, um Abstand zu gewinnen und sie so richtig gar nicht zu behindern.

Dann war da auf dem Radweg entlang der B36 ein Rechtsabbieger. Klar, der Rechtsabbieger von der vierstreifigen Bundesstraße hat dort Vorrang vor dem geradeaus seine Kurve kreuzenden Radfahrer. Was ich allerdings überaus nervig fand: Er blinkte nicht. Er fuhr nicht wirklich auf den Verzögerungsstreifen. Die einzige Möglichkeit für mich, sein Rechtsabbiegen zu antizipieren, war sein Verzögern. Erst sehr spät zog er auf den Verzögerungsstreifen. Ich war sehr froh, dass ich da schon angebremst hatte!

Ebenfalls auf dem Radweg entlang der B36 waren vier Radler unterwegs – schön im Viereck angeordnet, langsam – und auch auf mein Klingeln gingen sie nicht in „hintereinander“-Formation, nein. Auch an der Ampel ließen sie nicht zu, dass ich mich vor ihnen einordnete. Als dann die Ampel über eine Einmündung in die B36 grün wurde für Radfahrer und Fußgänger, machten sie sich sogar drei Fahrer breit, kamen nicht vom Fleck, und bremsten dann auch noch abrupt – da sie nicht weiter entlang der B36 fahren wollten, sondern die B36 an der anderen Ampel queren. Alle Absichten sind legitim, aber man braucht auch, wenn kein Gegenverkehr, sondern nur überholender Verkehr auf dem Radweg oder dem ampelbewehrten Überweg über die Straße da ist, nicht den ganzen Weg blockieren. Ich habe kein Recht auf Überholen, klar, ich mache das auch nur, wenn es geht. Aber es heißt in der neuen StVO auch, dass man nebeneinander fahren darf – aber nur, wenn man niemanden behindert. Mich behinderten sie – aber vermutlich ist es illegitim, über 20, gar über 25 oder sogar über 30 km/h fahren zu wollen, wenn man es kann, da andere nicht so schnell fahren. Das ärgerte mich eingestandenerweise ziemlich.

Aber es gab auch zwei überaus nette Begegnungen. An der Brücke über die Alb, weit vor den letzteren beiden Ereignissen, lief vor mir ein junger Jogger über die Brücke. Er lief ziemlich mittig und ich wusste nicht, ob ich nun rechts vorbei sollte, um mir dann eventuell vom rechtsabbiegenden Jogger den Weg abschneiden zu lassen, oder links vorbei mit entsprechender Konsequenz. Also fragte ich – in aus meiner Sicht nettem Ton, und hoffentlich auch so ankommend: „Rechts oder links?“ Er zögerte kurz, bis er die Frage verstanden hatte, dann meinte er: „Links!“ Also zog ich rechts vorbei bog auf den Radweg an der Alb unter der Südtangente durch und freute mich über Kommunikation im Radwegverkehr!

Die zweite Begegnung war dann in Durmersheim. Ich schoss – kann man kaum anders sagen, für mein Mountainbike sind 31 km/h schon recht flott – Auf dem Heilberg entlang und beabsichtigte, rechts auf die Mühlburger Straße zu fahren. Dort fuhr ein anderer Radfahrer entlang – der aufgrund der Eigenschaft der Mühlburger Straße als Vorfahrtstraße dort Vorrang vor mir hatte. Ich bremste ab und er zog nach kurzem Anbremsen durch, begriff, dass ich die ihm zustehende Vorfahrt gewährte. Als ich dann an ihm vorbeizog, meinte er: „Sie sind so schnell, ich hätte sie vorgelassen.“ Ich meinte sowas wie: „Passt schon. Lieber nach den Regeln.“ Das war klasse!

Im Endeffekt war’s dann doch in Ordnung, Aber es zeigt sich doch immer wieder, dass an manchen Stellen, wie ich heute zu meiner Chefin (ebenfalls Arbeitsweg-Radlerin) sagte: Der Autofahrer ist in Karlsruhe meist nur der zweitschlimmste Feind des Radlers. Der schlimmste Feind des Radlers ist der andere Radler…

Sportfreude

Einen Wettkampf aus Laufen, Radfahren und wieder Laufen nennt man einen Duathlon. Ich mache derzeit wieder begeistert eine erweitert-invertierte Abart: Radfahren, Arbeiten, Laufen, Arbeiten, Radfahren.

Es macht mir eine riesige Freude, morgens an der frischen Luft zur Arbeit zu fahren, mit dieser Energie, die mir das gibt, und einer Tasse Kaffee am Schreibtisch Dinge abzuarbeiten, dann eine Runde im Schlossgarten zu drehen, noch ein bisschen zu arbeiten und dabei eine Kanne Tee zu vernichten – und dann mit dem Fahrrad heimzufahren.

Die Radfahrerei macht es einfacher, den Arbeitsweg sportlich zu bewältigen, die Lauferei gehört für mich einfach dazu. Insgesamt spüre ich auch deutlich, wie mich diese Routine verändert: Die Beine verlieren die Lauf-Einseitigkeit und werden auch an den klassischen Problemstellen der Läufer – Adduktoren und Abduktoren zum Beispiel – ganz ohne Fitnessstudio stärker. Natürlich muss sich die lange fast ausschließlich laufgestählte Wadenmuskulatur noch an den kräftigeren Zug von oben gewöhnen, das hat mir in diesem Frühjahr zwei Verletzungspausen eingebrockt und ich muss auch jetzt noch aufpassen. Dehnen bekommt beim gesteigerten Pensum mehr Priorität – aber insgesamt macht das alles den Körper deutlich fühlbarer und insgesamt auch stärker. Das fühlt sich gut an!

Weiterhin gilt, dass das Rad ein Ausgleichssportgerät ist, aber tatsächlich macht’s mir auch einen Heidenspaß – unter anderem natürlich auch wegen der Gadgets… mein Varia RTL 511 hat heute beim Warten an der Ampel über die Amalienstraße in die Waldstraße sogar einen sich in flottem Schritt nähernden Fußgänger erkannt!

Morgen geht’s wieder mit dem Fahrrad hin, wenn alles glatt geht in der Mittagspause auf die Laufstrecke – und später mit dem Fahrrad wieder heim. Ich liebe es!

Konsequenz

Ich habe mich, vor allem in der Zeit, in der ich noch viel Auto fuhr, oft darüber beschwert, dass die Verkehrsregeln zu wenig überwacht werden. Dazu stehe ich und das finde ich auch weiterhin. Mir liegt auch daran, dass Vergehen gegen die Straßenverkehrsordnung nicht nur mit Strafen bzw. Bußgeldern gemäß des durch sie erzeugten Risikos bewehrt, sondern auch verfolgt werden. Dazu gehören Geschwindigkeitskontrollen.

Mich selbst fuchst es an, wenn ich es merke, dass ich – mit dem Verkehr mitschwimmend – ein bisschen zu schnell fahre. Das tue ich zunehmend selten, da ich auch zunehmend selten Auto fahre. An diesem Wochenende jedoch saß ich mal wieder für eine Strecke im Auto – und war bei Tempo 130 auf der Autobahn immer mal ein bisschen schneller als diese 130 km/h.

Und dann blitzte es. Es war nun keine riesige Übertretung des Limits, es war außerhalb des Orts, auf der Autobahn, aber es war zu viel. Wie viel genau, schwer zu sagen, mein Tacho zeigt tendenziell ein bisschen zu viel an, aber wie viel zu viel, das hängt auch vom Tempo ab. Der Zeiger berührte den 140er-Strich noch, als ich guckte. Nun könnte mich ärgern, dass ich erwischt wurde. Eigentlich ärgert mich aber vor allem, dass ich ohne wirklich drüber nachzudenken zu schnell war, teils auch wusste, dass ich die Obergrenze etwas dehnte und es trotzdem tat.

Konsequenz ist nun, dass wohl die Tage ein Bußgeldbescheid bei uns in den Briefkasten flattert. Geschieht mir recht! Ich habe zwar akut niemanden gefährdet, aber Limit ist Limit und wenn ich möchte, dass die Einhaltung der Verkehrsregeln überwacht wird, habe ich mich dran zu halten. Wenn ich anderen wünsche, dass sie in die Blitzer reinfahren, weil sie es übertreiben, wirklich übertreiben, dann muss ich mich dem stellen, dass auch eine „kleine“ Übertretung eine Übertretung ist.

Es wird noch viel zu wenig kontrolliert – das merke ich auch an meiner mangelnden Disziplin!

Ich habe keine Augen im Hinterkopf

Nein, die habe ich wirklich nicht. Das kann bisweilen beim Radfahren anstrengend sein. Es gibt da mehrere Situationen, in denen ich mir manchmal wünschen würde, Augen im Hinterkopf zu haben:

  • Ungefähr ein Drittel meines Arbeitshin- und Rückweges führt auf einem geraden, glatten, total gut ausgebauten Radweg entlang der Bundesstraße 36 zwischen Durmersheim und Karlsruhe. Zwar ist neben der großen Straße fahren nicht an sich schön, aber es ist konkurrenzlos schnell. Dummerweise queren an mehreren Stellen Ausfädelspuren ohne Ampel den Radweg – und wenn ich auf dem Heimweg in dieselbe Richtung fahre wie die Fahrzeuge, die diese Zufahrten nutzen, schaue ich manchmal fast mehr nach hinten, OB da ein Fahrzeug kommt und wenn ja, ob es blinkt.
  • Auf derselben Strecke sind Mofas erlaubt – auf dem Radweg – und es sind einige Ebiker unterwegs, deren Maschinen nicht auf 25 km/h begrenzt sind. Die tauchen schon manchmal erschreckend plötzlich hinter mir auf.
  • Auf einigen Straßen zwischen parkenden Autos und mit raschelnden Bäumen auf dem Mittelstreifen, zum Beispiel auf der Sophienstraße in Karlsruhe, bin ich manchmal so konzentriert darauf, mögliche Autos von rechts, die natürlich Vorfahrt haben, zu suchen, dass mich der Verkehr von hinten überrascht.

Deswegen hat mich das Garmin Varia RTL 511 so fasziniert. Es füllt eine Lücke, die in meiner eigenen Sensorik bislang klafft. Es wäre doch super, wenn man zumindest mal einen Hinweis darauf hätte, DASS da jemand von hinten näher kommt und vor allem auch, wie schnell und wie viele. Wenn es drum geht, ob der blinkt und damit meinen Fahrweg kreuzt – mit der Befürchtung, dass ihn als Autofahrer nicht schert, dass ich seine Ausfahrt kreuze und da vielleicht sogar Vorrang habe, oder er mich nicht sieht, wär’s total praktisch, schon zu wissen: Da kommt einer, ich sollte mich mal umsehen. Es ermöglicht einfach, gezielter nach hinten zu schauen – und gewarnt zu werden, bevor ein Fahrzeug plötzlich direkt neben oder hinter einem sich in die Aufmerksamkeit schiebt und man vor Schreck fast vom Rad fällt, weil man auf den Verkehr in den vorderen drei Quadranten geachtet hat.

Am Montagnachmittag kam mein Garmin Varia RTL 511 nun an. Wie üblich kam das Garmin-Produkt in einer silbergrauen Schachtel mit dem Schriftzug Garmin und einem Bild des Produkts aufgedruckt. Im Inneren fand sich mit einer Papp-Schale gegen Verrutschen gesichert das Licht- und Radarteil selbst, eine Halterung für die Sattelstütze mit zwei unterschiedlich langen Gummis und zwei Aufsätzen für unterschiedlich geformte Sattelstützen, ein USB-Ladekabel und eine Kurzanleitung in Bildern. Nach etwa 90 Minuten an der Leitung wich das grüne Blinken des Ladevorgangs einem grünen Leuchten des vollen Geräts. Ich schaltete die Maschine an…

Mein Mann grinste sich eins, denn ich hatte natürlich genau ins Licht geschaut und machte erstmal ein Grunzgeräusch, als mir rotleuchtende 7 Lumen ins Gesicht knallten. Aber hey! Dann wird man wenigstens gesehen. Nach einem Moment erkannte ich dann wieder, dass die Status-LED am Gerät lila blinkte. Gekoppelt war das Teil sehr schnell, dann blinkte die Status-LED blau für den Radar-Modus. Für’s Licht braucht man keine Status-LED, siehe erster Satz dieses Absatzes.

Da kam dann der erste und einzige Drawback. ANT+ scheint nur eine Verbindung zum Edge zu unterstützen, das Varia RTL 511 ist aber „zwei Sensoren“: Es gibt keine kombinierten Radar- und Licht-Sensoren, zumindest habe ich keine gefunden. Also kann ich entweder das Licht oder das Radar verbinden. Für das Radar habe ich eine Anzeigefunktion auf dem Edge, das braucht die Verbindung – mein Varia RTL 511 also in ein Lichtnetzwerk auf dem Edge zu integrieren und somit die Rücklichtfunktion vom Edge aus ein- und ausschalten zu können, ist gleichzeitig möglich. Vielleicht wird Garmin das ja noch korrigieren, aber für den Moment habe ich nicht gefunden, wie das geht – falls es geht. Nicht so schlimm, aber da kann noch nachgebessert werden.

Die Halterung an der Sattelstütze anzubringen und dann das Varia mit dem üblichen Drehverschluss anzubringen, das ging ganz problemlos, wie gewohnt. Es war auch nicht so eine Fummelei wie beim Trittfrequenz-Sensor, hier passt das mit dem Gummi und den beiden Furchen an der Halterung perfekt. So weit, so gut – das waren also die Vorbereitungen am Montagabend.

Am Dienstag klemmte ich mein Varia mit einem Gefühl von: „Was mach‘ ich jetzt, wenn es nicht geht oder doof ist?“ an mein Fahrrad, der Edge erkannte es und ich fuhr los. Auf den ersten paar Kilometern begegnete ich keinen Fahrzeugen, in unserer Straße, auf den Wegen am Federbach und beim Geflügelzüchterverein in Durmersheim ist morgens tote Hose. Dann aber auf der Straße vor den Schulen sah ich das erste Mal ein Fahrzeug auf dem Edge angezeigt. Oranges Schimmern ging von beiden Seiten in meine Anzeige, rechts erschien ein schwarzer Streifen, auf dem ein näherkommendes Auto als weißer Punkt angezeigt wurde – lange, bevor es in mein Bewusstsein gekommen wäre, wenn ich das Varia nicht gehabt hätte. Das Auto bog dann aber ab, mein Schimmern auf dem Display wurde wieder grün und verschwand nach einem Moment. Super Sache! Begeistert realisierte ich auch, dass nur die Einerstelle der Minuten der Uhrzeit, rechts oben in meinem sechs-Werte-Display des Edge, ein wenig vom Schimmern verdeckt, aber nicht unlesbar gemacht wurde – alle anderen Werte waren nicht einmal ansatzweise überdeckt. Sehr zufrieden mit dieser Darstellung war ich bereits da. Dann kam der erste Härtetest: Entlang der B36. Der Winkel, in dem das Varia RTL 511 Fahrzeuge erfasst, ist recht groß, so dass ich das eine oder andere Fahrzeug auf der Gegenfahrbahn auf meinem Display sehen konnte. Das kann andere nerven, ich fand’s super. Ein bisschen irritierend ist das allerdings dann, wenn sich radar-durchsichtige und radar-undurchsichtige Schallschutzwände zwischen Radweg und Straße abwechseln – da sieht man manchmal plötzlich ein oranges Schimmern, dann fängt die Betonwand wieder an und es ist wieder weg. Dafür kann das Gerät aber nichts, ich dachte nur: Das muss ich aufführen in meinem Bericht.

An der Alb zeigte sich dann, dass das Varia etwas kann, das in den drei Tests, die ich gelesen hatte, nicht beschrieben wurde: Es erkennt auch von hinten näherkommende, schnelle Radler. Ich hatte mein Rad gerade über die Brücke am Wehr an der Alb geschoben, weil es dort Treppen hat, stieg wieder auf – und wurde von dem Radler, der hinter Büschen um die Kurve kam gewarnt, so dass ich Vorkehrungen treffen konnte, ihm beim Anfahren nicht im Weg herum zu stehen oder zu rollen. Auch in der Stadt bewährte sich das Gerät. Es zeigt ein bisschen mehr an, als man braucht, aber Filtern muss man eh – und dann ist es besser, man muss nicht nach hinten gucken, sondern kann mit einem Blick auf den Radcomputer sehen, dass da was ist.

Aber Vorsicht: Das Varia meldet NUR Fahrzeuge, die sich von hinten nähern, also schneller sind als man selbst, oder schneller waren und nun in konstantem Abstand bleiben. Andere Verkehrsteilnehmer, von denen man sich schneller fahrend entfernt, werden vielleicht vom Radar erkannt, aber nicht auf dem Radcomputer dargestellt.

Auf der Rückfahrt konnte ich sehen, dass das Varia auch mit einem Haufen Fahrzeuge von hinten – parallele B36 nämlich – klarkommt und sie alle einzeln als Punkte aufführt. An den Einfahrten zu den beiden Tankstellen erlaubte es mir, nicht dauernd nach hinten zu schauen, sondern mich nur kurz vor der Kreuzung zwischen Radweg und Ausfädelspur für die Tankstellen kurz umzudrehen – weniger bremsen, weniger nach hinten schauen und vorne nix mitbekommen inklusive. Hier spielte es genau die Rolle, für die ich es mir gekauft habe. Fehlidentifikationen oder nicht erfasste, sich nähernde Objekte sind mir nicht aufgefallen.

Mein Garmin Varia RTL 511 Fazit nach erster Benutzung

Ein Topp-Hilfsmittel, das Aufmerksamkeit und Situationsbewusstsein nicht ersetzt, aber hilft, Prioritäten beim Blick nach hinten zu setzen, zugleich auch manche Überraschung durch sich von hinten nähernde Fahrzeuge zu vermeiden. Diese Aufgabe meistert es mit Bravour! Die Anzeige auf dem Edge ist übersichtlich und stört nicht dessen normale Funktion.

Ein wenig nervig ist, dass das Gerät nicht als Kombisensor hinzugefügt werden konnte – und somit die von Garmin eigentlich unterstützte Licht-Beschaltung vom Edge aus zumindest bei mir nicht funktionierte, wenn ich das Radar nutzen wollte.

Ansonsten ist es ein rundum gutes Gefühl, mit dem Garmin Varia RTL 511 zu fahren – ein Hilfsmittel für die Sicherheit und ein helles, tolles, formschönes Rücklicht. Zweimal nur benutzt, und ich möchte es schon nicht mehr missen.

[KuK] Falschrum!

Sowohl das Halteverbots-Schild als auch das Gegenverkehr-hat-Vorrang-Schild sind falschrum.

Heute morgen auf der Fahrt zur Arbeit musste ich unbedingt halten und etwas fotografieren. Eine Baustelle war GNADENLOS falsch beschildert. Nicht nur, dass ein Halteverbots-Schild und ein Gegenverkehr-hat-Vorrang-Schild verkehrt herum hingen –

NEIN! Viel schlimmer! Ein umgedrehtes Gegenverkehr-hat-Vorrang-Schild wurde hier anstelle eines Vorrang-vor-dem-Gegenverkehr-Schildes verwendet. Das ist fehlleitend und gnadenlos falsch. Falscher wäre nur noch, auf beiden Seiten das blaue Vorrang-vor-dem-Gegenverkehr-Schild aufzuhängen, nur auf der einen eben verkehrt herum.

So, wie das hängt, denken beide, der Gegenverkehr hat Vorrang. Denn die Signalwirkung geht von dem roten Kreis, also dem Verbotsschild aus. Dass der schwarze Pfeil für den bevorrechtigten Verkehr in die Fahrtrichtung dessen zeigt, der das Schild sieht, heißt nur, dass das Schild verkehrt herum hängt.

Wären beides mal die blauen Schilder aufgehängt, nur für den nachrangigen Verkehr mit rotem Pfeil in die eigene Richtung, würden beide denken, sie dürfen als erste fahren. Das wäre unfallträchtiger. Falsch ist die gezeigte Variante trotzdem.

Eine Frage von Einstellung und Reinheit

Tja. Vieles ist Einstellungssache. Wer positiv eingestellt ist, schafft Dinge eher und nimmt sie nicht so schwer, wenn sie nicht gleich funktionieren. Wenn’s dazu noch sauber ist um einen rum, dann ist alles gleich ein bisschen besser.

Aber das meine ich gar nicht. Auch Radfahren ist eine Frage der Einstellung und der Sauberkeit. Am Sonntag haben mein Mann und ich ja die Räder geputzt – Dreck von den Rahmen gewaschen, aber vor allem die Ketten und Zahnkränze von Dreck und Ölresten befreit und danach neu geölt. Ich habe dazu noch den Zug an meiner Hinterradbremse etwas straffer eingestellt, so dass ich nicht mehr erst bremse, wenn der Hebel weniger als Fingerbreit vom Griff des Lenkers entfernt ist – etwas stressig, wenn man noch fest greift, einen Finger dazwischen hat, und sich den Finger einklemmt, es aber trotzdem nur ein bisschen schleift, aber nicht richtig bremst! Nun tut sich zwar bei leichtem Antippen noch nichts, aber sobald ich ein bisschen ziehe, ist eine gute Bremswirkung da. Außerdem habe ich meinen Sattel nochmal einige Zentimeter hochgestellt.

Zu Anfang hatte ich den Sattel ganz unten. So unsicher, wie ich Anfang Dezember nach 20 Jahren Rad-Abstinenz noch war, war ich dankbar für den recht tief eingestellten Sattel. Irgendwann habe ich dann mal zwei Zentimeter mehr Sattelstütze rausgezogen, der Winkel war besser, zu tief saß ich immer noch. Nun – naja, sitze ich wohl fast optimal. Gefühlt war’s natürlich erstmal ziemlich hoch, geschätzte vier Zentimeter habe ich den Sattel höher gezogen. Das ist ganz schön hoch, wenn man es nicht gewohnt ist! Aber mit neu eingestellter Bremse, einer Sitzposition näher, viel näher am Hebelwirkungsoptimum und sauberem, geschmiertem Antriebssystem war es paradiesisch zu fahren.

Ich bin gestern allerdings nicht gleich einen Streckenrekord geradelt. 21,4 Kilometer in der Stunde waren’s auf dem Hinweg im Schnitt, 22,1 auf dem Rückweg – ich bin schon Schnitte um die 24 Stundenkilometer gefahren auf dem Arbeitsweg. Freilich war das meist mit etwas Rückenwind, während ich gestern auf dem Hinweg ganz leichten, auf dem Rückweg sogar ein wenig stärkeren Gegenwind hatte. Dennoch merke ich, dass dieses Setup Potential hat. Die neue Einstellung des Sattels und der Bremse sowie die saubere Kette und Schaltung mit frischer Ölung, das wird was. Es macht riesigen Spaß, so zu radeln, weit mehr als vorher!

Frühjahrsputz am Gerät

Heute gab’s bei uns den lang angesetzten Frühjahrsputz – aber nicht im Haus, sondern am Fahrrad.

Drei Räder waren zu reinigen – das Ebike von Holger, das „normale“ Fahrrad von Holger und mein Mountainbike. Mit Zahnbürste, Drahtbürste, Haushaltsrolle, Kettenreinigungsgerät und Schwämmen gingen wir zu Werke, benutzten Wasser und Reinigungsmittel für Kette und Schaltung (letzteres wurde natürlich in den Kanister für spätere Entsorgung gefüllt). Drei Stunden waren wir zugange.

Eigentlich wollte ich heute mit dem frisch geputzten und danach wieder geölten Rad noch eine Runde drehen, aber im Moment bin ich völlig KO und will nicht mehr raus. Insbesondere die Schaltröllchen an den Kettenspannern der beiden meistbefahrenen Räder waren beindruckend verdreckt mit einer Mischung aus Ölresten und Schmutz von Straße und Feldweg. Aber auch die Zahnkränze hatten’s nötig.

Bei der Gelegenheit spannte ich auch gleich die Hinterradbremse meines Rades nach, da ich teils mit einem Finger zwischen Bremsgriff und Lenker nicht mehr richtig bremsen konnte. Das habe ich nun korrigiert, ich muss nur gucken, dass ich mich dran gewöhne – damit es mich nicht gleich runterschlägt, wenn ich das erste Mal bremse.

Jedenfalls freue ich mich, dass es getan ist. Das hatten wir lange vor uns her geschoben. Anstrengend war es, zumal uns richtig schön die Sonne im Hof auf den Pelz brannte und man an manche Stellen nicht so richtig rankam. Aber gelohnt hat es sich. Jetzt freue ich mich auf die Arbeitsfahrt morgen mit frisch geputztem und frisch geöltem Fahrrad.