Leistungsentwicklung mit der Zeit und eine Idee, sie darzustellen

Es ist gar nicht so einfach, eine halbwegs vernünftige Darstellung der Leistungsentwicklung über die Zeit zu finden, wenn es um die Wettkampfleistung geht. Beim Training hat man viele, viele Einträge – drei bis zehn die Woche in meinem Falle. Bei Wettkämpfen sind das weniger Einträge – und zumeist sind es noch unterschiedliche Distanzen und Bedingungen. Die Sache mit den Bedingungen ist schwer rauszurechnen, die Sache mit den unterschiedlichen Distanzen … für die habe ich eine Idee entwickelt.

Sicherlich kann man immer nur für einen Distanzbereich trainieren. Es ist eine Illusion, für die volle Bandbreite von – sagen wir – 5000 Meter bis Marathon optimal präpariert zu sein. Genauso ist es Quatsch, zu behaupten, dass man nur auf Halbmarathon trainiert – Distanzen wie zum Beispiel 15 oder 20 Kilometer funktionieren mit der Vorbereitung auch recht gut. Allerdings verändert sich über die Zeit und das Wettkampfziel der Fokus. Also ist es schwer, eine allgemeine Idee zu bekommen, wie man denn nun lange Wettkämpfe und kurze Wettkämpfe vergleichen kann. Ich selbst bin über den Weg der persönlichen Bestleistungen gegangen. Nach dem neuen Personal Best im Halbmarathon vom Dämmer-Marathon am Samstag habe ich meine Personal Best Statistik aktualisiert, und das kam dabei raus:

Meine Wettkampfleistungen. Personal Bests sind als Rauten markiert, aktuelle Leistungen grün hinterlegt. Die kleinen blauen Punkte sind andere Wettkämpfe. Zur roten Linie – siehe der Text.

Ich habe mir also meine persönlichen Bestleistungen genommen und eine Kurve angepasst. Der Einfachheit halber habe ich eine Parabel benutzt – und mittels eines Solvers und einer Least-Squares-Methode diese meinen Bestleistungen angenähert. Natürlich ist das Köhlbrandbrückenlauf-Format (12,3km), das Campus-Run-Format (12km) und das Marathon-Format noch aus dem letzten Jahr, und da ich dieses Jahr viel besser bin …

Aus diesem Grund habe ich auch nicht ZU viel Arbeit in die statistische Methode des Fits gesteckt, auch nicht in die Funktion zu viel hineingesteckt an Physiologie und Trainingslehre, da die Daten halt hinreichend grob waren. Aber im Endeffekt habe ich so etwas wie eine Zuordnung von Pace zu Strecke bekommen. Das Ganze stellt also dar, wie viel ich im Mittel langsamer werde, wenn die Strecke länger wird. Mit dieser Funktion habe ich mir nun erlaubt, alle meine Wettkampfleistungen auf „was wäre, wenn es ein Zehn-Kilometer-Wettkampf gewesen wäre“ normiert:

Meine Wettkampfleistungen gegen die Zeit. Um die Vergleichbarkeit zu verbessern, wurden sie mittels einer an meine Personal Bests angepassten Kurve – siehe oben – auf 10km-Läufe runtergerechnet.

Die Tendenz ist ermutigend bis krass. Erstens sind die Wettkämpfe spürbar mehr geworden. Wie viel mehr, das wurde mir erst bei Ansehen des Diagramms klar. Außerdem zeigt die Leistungsentwicklung recht deutlich zu höherem Tempo. Am Ende des Tages ist das hier vielleicht kaum mehr als eine Spielerei – vielleicht aber auch ein Schritt in Richtung einer Vergleichbarkeit meiner Leistungen. Wenn ich an den Aufzeichnungen festhalte, könnte ich vielleicht sogar feststellen, wann die Steigerung verflacht oder gar umschlägt.

4 Kommentare zu „Leistungsentwicklung mit der Zeit und eine Idee, sie darzustellen

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