Sport-Fazit November

Im November standen zumindest zwei Dinge an, die wirklich bemerkenswert sind: Der gesamt- und der radkilometerreichste Monat des aktuellen Jahres – und der erste Wettkampf der neuen Saison. Für mich findet der Saisonübergang beim Laufen immer von Oktober auf November statt – quasi nach Köhlbrandbrückenlauf, Hardtwaldlauf und/oder Oberwaldlauf, die ich dieses Jahr aber alle nicht gelaufen bin. Der erste der neuen Saison ist dann Anfang November der Herbstlauf in Ötigheim – und den BIN ich gelaufen. Aber erstmal der Überblick:

An Sport-Zeit war der November vom Radfahren dominiert, und das Radfahren vom Arbeitsweg. Ich hatte eine Woche Fortbildung am KIT Campus Nord, und allein in dieser Woche kamen rund 15 Stunden auf dem Rad zusammen. Der größte Teil meines Sports fand im Grundlagenbereich statt – mehr noch als sonst – durch die viele Radlerei und auch die im neuen Trainingsplan einsetzenden langen Läufe. Die zeigen sich im „Lang“-Segment der Trainingsformen. Wenn’s deutlich über die 30 Kilometer geht (diesen Monat waren es 26, 28, 30), wird das noch ein bisschen mehr.

Deutlich zu sehen – über 100 Kilometer mehr als im Juni, der der bisher kilometerstärkste Monat dieses Jahr war. Das lag aber nur am Radfahren – beim Laufen war’s mit 326 Kilometern eher ganz normal.

In Sachen Schuhe zeigt sich, dass ich gerade viel FiveFingers laufe – ungefähr die Hälfte meiner Kilometer im November. Außerdem trainiere ich wieder auf Carbon, um im Mai beim Dämmermarathon auf Carbon laufen zu können. Da will ich hin, die Schuhe will ich optimal nutzen und es nicht bereuen. Der hohe Anteil langer Läufe ist auch zu sehen – und dann eben noch die fünf Kilometer Wettkampf in Ötigheim mit neuem Personal Best von 19:09.

Angesichts des Wetters dominierte beim Radfahren der wetterfestere Red Flash, aber für November ist das Viertel an Kilometern auf dem Green Scooter Killer immer noch bemerkenswert. Dass die meisten Kilometer auf dem Rad auf dem Weg zur Arbeit passierten, sei es auf Dienstreise oder zum Büro, sagte ich ja schon weiter oben.

Und dann ist da noch was… ich bin in meinen Trainingsplan für Mannheim eingestiegen. Eine Intervall-Einheit musste ich wegen Erschöpfung auslassen, aber ansonsten läuft’s. Es sind noch nicht alle Details des Plans für die Vorbereitungsphasen 2 und 3 ausgefüllt, aber der erste Teil steht und läuft seit 31.10.:

Stay tuned!

TGÖ Herbstlauf

Der Fünfer beim TGÖ (angeboten sind Zehner, Fünfer und Läufe auf der Bahn für die Jüngeren) ist für mich irgendwie seit 2019 vom Gefühl her „Saisonbeginn“. Die Saison endet mit dem Badenmarathon, sowas wie der Hardtwaldlauf oder der Köhlbrandbrückenlauf (die ich dieses Jahr ausgelassen habe) fühlt sich nach Zwischensaison an. Der Auftakt ist dann der Herbstlauf Anfang November.

So auch dieses Jahr – der Fünfer soll gewissermaßen die Aufreihung der Wettkämpfe der Winterlaufserie in Rheinzabern für mich komplettieren – Fünfer, sechs Wochen Zwischenzeit, Zehner, vier Wochen, Fünfzehner, vier Wochen, Zwanziger. Das ist eine ganz gute Steigerung von kurz nach lang und von sehr schnell nach recht schnell in die neue Saison hinein, um dann in Richtung Marathon durchzustarten.

Aber ganz konkret war’s auch wundervoll. Mein Mann und ich hatten die Strecke am vergangenen Sonntag schon einem „Schdreggedschegg“ unterzogen, und so barg das Ganze keine Überraschungen, zumal ich ja auch in etwa eine Vorstellung hatte, was der Regen und die Kühle über die Woche mit den trockenen Laubhaufen vom Sonntag machen würde. Insgesamt war es super zu laufen:

Bereits vor dem Lauf wusste ich – anhand der Voranmeldungen – dass ein befreundetes Pärchen aus Bietigheim da sein würde, sie auch auf dem Fünfer, er auf dem Zehner. Auch aus anderen Laufgemeinschaften – auf Facebook, Strava und vom Oberwald parkrun hatten sich Leute angekündigt. Und so kam das Gespräch mit den meisten Leuten zu kurz, aber ich habe viele, liebe, bekannte Leute getroffen und mich über alle gefreut!

Mit einer offiziellen Zielzeit von 19:09 lief ich auf den fünften Gesamtrang und zum Sieg bei den Damen, eingestandenerweise war, ohne die Konkurrenz abwerten zu wollen, das nicht ganz unerwartet. Von Anfang an lief ich meine 3:50er Pace durch, wurde von wenigen Jungs überholt und überholte ein paar mehr Jungs – aber von den anderen Mädels habe ich auf der ganzen Strecke kaum bis gar nichts gesehen. Das wäre beim Zehner sicher anders gewesen, Christine, die ich das erste Mal real sprach, lief hier mit unter 41 Minuten zum Sieg und es wäre sicherlich ein heißes Duell geworden. Aber so lief sie zum Sieg beim Zehner und ich beim Fünfer.

Ein bisschen flott gestartet – wie man sieht, aber ansonsten war’s schön konstant. Am Ende des Tages konnte ich mich über eine kleine, goldene Medaille und eine Urkunde freuen – und über ein neues Personal Best auf fünf Kilometer, denn der Herbstlauf ist offiziell vermessen und somit zählen meine 19:09 als offizielle Fünfer-Bestzeit.

Der Oktober – gelaufen

Der Oktober ist rum. Ich war im abgelaufenen Monat teils sehr gestresst, wobei ich gar nicht so genau sagen kann, warum – vielleicht einfach, weil das Pensum nach dem Kranksein hoch war und ich eine Auszeit brauchte. Ende Oktober hatte ich diese – und verbrachte sie unter anderem bei einem Kurs: Seit 25.10. bin ich mit einem C-Trainerschein für’s Laufen nach der LaufCampus-Methode ausgestattet. Aber auch sonst ging sportlich einiges – es war recht gutes Wetter, so dass ich den größten Teil meiner Arbeitswege noch mit dem Rennrad fahren konnte. Aber der Reihe nach:

Laufen

Insbesondere beim Laufen ging einiges. Der Anteil an Lauf-Technik-Übungen wuchs! Sechs Lauf-ABC-Übungen kannte ich und betrieb ich vor jedem Tempo-Training. Vom Trainerkurs kam ich mit elf Übungen zurück, von den für mich neuen sind mindestens drei sehr wertvoll, um mein Tempo zu steigern. Hopserlauf, Sprunglauf und Steigerungslauf kommen nun regelmäßig zum Einsatz.

Insbesondere das Technik-Training wuchs bei mir an. Auch recht deutlich ist, dass ich zunehmend vom Altra Escalante zum Altra Escalante Racer weiter wandere – und viel auf FiveFingers trainiere.

Radfahren

Recht große Anteile meiner Radkilometer im Oktober waren Arbeitswege – aber das ist ja meistens so. Besonders ist, dass ich in einem Herbstmonat noch so viel mit dem Rennrad fahren konnte. Das fand ich extrem befriedigend, es macht einen riesigen Spaß, den „Green Scooter Killer“ einfach laufen zu lassen.

Wahrscheinlich wird der „Red Flash“ nun wieder dominantes Rad – aber immerhin: Ich bin dieses Jahr mehr Kilometer mit dem Rennrad als mit dem Alltagsrad gefahren, bis zum heutigen Tag. Das ist deswegen ungewöhnlich, weil mir ab Juli eigentlich der größte Teil der Rennradsaison fehlt… wegen Corona und Fingerbruch. Aber im Oktober ging noch viel mit dem Rennrad, wie man sieht!

Sonstiges

Beim Ausgleich war im Oktober tatsächlich mehr Yoga und Dehnen dabei als zuvor, dafür habe ich beim Krafttraining etwas kürzer getreten. Aber auch das kommt wieder. Yoga war wichtig, um ein bisschen aus dem aufgeregten Alltag rauszukommen – und es hat geklappt.

Verlauf

Laufen und Radfahren kommen wieder in die Gänge, ich mache mehr Yoga – klingt sehr gut, finde ich. Zudem habe ich mit dem Trainingsplan für den Marathon nächstes Jahr begonnen, am Samstag laufe ich den ersten ernstgemeinten Nach-Corona-Wettkampf. Trainingsmethoden, die ich gelernt habe, wende ich auf mein alltägliches Training an. Es geht voran!

Die Leistungsschätzer habe ich erstmal noch weggelassen. Noch geht da nicht viel voran – aber das ist auch klar, ich musste erstmal wieder zurück auf die Strecke kommen beim Radfahren und Laufen. Corona und der Fingerbruch im Sommer haben mich ganz schön reingeschlagen. Aber wenn ich die Zeichen richtig deute und das konsequenter geplante Training (durch Trainerschein und auch durch mittlerweile ins Tagebuch eingebaute Plan-Tool) auch konsequent umsetze, dann wird das schon, denke ich – dann gehen bald auch PRAPP und PRAGQ wieder runter!

[KuK] And so it begins…

Heute beginnt mein Trainingsplan für das Highlight der kommenden Saison. Völlig gefüllt ist das alles noch nicht, aber manchmal muss man ja auch nachjustieren. Am Montag der ersten Woche ist natürlich noch nichts eingetragen… aber das hier ist, wie ich künftig meinen Plan nachverfolge.

Sicher gibt es andere Tools, vielleicht bessere. Aber das hier ist selbstgestrickt und erfüllt völlig meine Anforderungen, berücksichtigt auch meine Krankheitsbilder. Es greift auf meine lieb gewonnene, nach Sportart, Anlass, Trainingsart und Sportgerät aufgeschlüsselte Trainingstabelle zurück.

In diesem hier gezeigten Fenster wird die aktuelle Trainingswoche in Übersicht mit ihren Einheiten gezeigt, dazu der Gesamtstand nach Phasen in Zahlen und Graphik. Die aktuelle Woche ist in die Diagrammen schwarz umrahmt. Über allem schwebt das Ziel, der Saisonhöhepunkt.

Und so beginnt es, sagt Botschafter Kosh.

Sport-Wiederaufbau: September

Das Tal der Wehklagen ist durchschritten. Nun geht es wieder aufwärts! Im Juli und im August war ich dank Covid-19, Fingerbruch und Zahnschmerzen nicht auf dem Damm, nun baue ich langsam wieder auf. Das äußert sich in einer Steigerung der sportlichen Aktivität, einer Steigerung des körperlichen Wohlbefindens und inzwischen auch in einer Steigerung des mentalen und emotionalen Wohlbefindens. Die Form ist noch irgendwo im Urlaub, aber das ist ja auch kein Wunder, nach zwei Monaten Aussetzer.

Juli und August bildeten von den absolvierten Kilometern auf Laufschuhen und Rad ein Tal der Tränen. Nun geht es wieder aufwärts! Im Bild: Kilometersummen nach Aktivität, monatsweise für die letzten zwölf Monate.

Was auch passiert ist: Ich habe meine Sport-Datei neu aufgebaut – oder eher: Ich habe sie mit einer „Operation am offenen, schlagenden Herzen“ überarbeitet. Die alte Datenerfassung wurde massiv erweitert, aber erst ab dem Monat August. Dadurch werden Kranktage erfassbar und dienen, um Jahres- und Trainingsplanziele abzustufen, wobei ich dieses System erst richtig nutzen können werde, wenn ich auch die Trainingsplan-Verfolgung fertig implementiert habe. Wichtig war mir die Aufschlüsselung meines Trainings nach Anlass UND Trainingsform, das war vorher ein Mischmasch. Nun ist es entfaltet. Aus Anlass und Trainingsform herausgezogen habe ich zudem die Frage, ob es sich um ein mit einer anderen Aktivität gekoppelte Sport-Aktion handelte, also ob ich zum Beispiel direkt nach dem Laufen auf’s Fahrrad stieg oder ein Krafttraining mit einem Lauftraining gekoppelt habe. Wie gehabt erfasse ich mein Training auch nach Trainingsbereichen und nach Gesamtzeit.

Laufen

Der September sollte eigentlich der zweite Saisonhöhepunkt werden. Aus gegebenem Anlass war das nicht der Fall. Allerdings war da noch eine Startnummer für den Baden-Marathon. Die habe ich genutzt… für einen langen Trainingslauf mit Verpflegung. Daran sehe ich schon, wie sehr mich begeistert, nun Anlass und Trainingsform separiert zu haben: Die 42,55 Kilometer, die ich beim Baden-Marathon absolviert habe (mit zum Start laufen aus dem Block sowie Transfers nach dem Ziel) tauchen im Anlass als Wettkampf auf, da ich sie aber nicht als Wettkampf mit Power gelaufen bin, in der Trainingsform als „Lang“, also als langer Lauf. Bei den Schuhen fällt meine Rebuilt-typische Fokussierung auf FiveFingers auf, außerdem wandert meine Vorliebe zunehmen vom Altra Escalante zum leichteren, direkteren Altra Escalante Racer.

Insgesamt bin ich etwas über 280 Kilometer in knappen 28 Stunden gelaufen, diesen September, hatte zwei harte Intervalltrainings auf der Bahn und den genannten einen langen Lauf. Das dritte Intervalltraining war eine Test-Einheit, ob ich es wieder kann, als ich im Lauftreff allein war und die Zeit für einen Versuchsballon nutzte.

Radfahren

Ein Anliegen war mir, Anlass (dominant der Arbeitsweg) und Trainingsform beim Radfahren voneinander abzutrennen. Warum? Weil ich mal Intervalle auf dem Heimweg gefahren war. Das habe ich diesen September nicht getan – aber mehrfach waren es eher Tempotrainings als Grundlagenfahrten auf dem Heimweg, das kann ich nun erfassen. Das Wetter war noch echt rennradfreundlich, was man an der Nutzung meines „Green Scooter Killer“, des Focus Izalco Race, für mehr als die Hälfte der Kilometer sieht.

Am Ende und sonst so…

Was man nicht, vielleicht noch nicht so richtig sieht: Das Dehn-, Entspannungs- und Athletik-Training habe ich wieder fokussiert. Das muss ich vielleicht noch besser in Diagramme überführen.

Ansonsten geht’s wieder aufwärts und ich hoffe, mit meiner Trainingsplan-Verfolgung, die nun ein (noch nicht voll implementierter) Bestandteil der Trainingstagebuch-Excel-Datei ist, einen weiteren Schritt vorwärts machen zu können. Tatsächlich habe ich unter dem Eindruck von „Greif – for running life“ und der „Laufbibel“ von Marquardt die Trainingsplan-Verfolgung in einer Weise gestaltet, dass sie so kleinräumige, eher kurze Phasen wie Greifs „Countdown“, aber auch die voll Breite von Marquardts Makrozyklen abdecken kann. Aber dazu mehr, wenn’s funktioniert. Wenn alles klappt, MUSS es bis zum 31.10. funktionieren, weil dann der erste Vorbereitungszyklus (nach Marquardts drei Vorbereitungs-Zyklen, einem Wettkampf- und einem Erholungs-Zyklus) beginnt – mit Ziel Dämmer-Marathon in Mannheim nächsten Mai.

Aber bis dahin ist ja noch etwas Zeit.

Die Bergdorfmeile

Gestern Abend nahm ich das erste Mal an der Bergdorfmeile teil. Ich hatte vom rennwerk eine Startnummer für „kleine Schwester“ der Badischen Meile bekommen. Die Bergdorfmeile hat – wegen der Enge der Wege – begrenzte Teilnehmerzahl (1000 statt 6000 Leute bei der Badischen Meile unten in der Stadt) und statt den ca. 15 Höhenmeter ca. 150, da sie sich zwischen Hohenwettersbach und Thomashof abspielt.

Nach einem anstrengenden, von ungeplanten Änderungen dominierten Tag kam ich mit einer wirklich unangenehmen Laune dort oben in Hohenwettersbach an. Mein Mann, der mit mir hoch geradelt war, hatte heftig unter meiner Stimmung zu leiden, der Arme – auch zwei Lauffreunde vom Oberwald parkrun waren ziemlich bestürzt über mein Nervenkostüm. Erst kurz vor dem Start wurde mir besser, ich habe mich noch bei meinem Mann für die Laune entschuldigt, beim Start dann bei den beiden anderen – dann kam der Start.

Natürlich hatte ich das Teilnehmerfeld anhand der Anmeldungen gecheckt, schließlich kennt und schätzt man sich, die Läufergemeinde ist ja echt ein verrückt-lieber Haufen! Emma Simpson Dore, die ich schon von etlichen Läufen kenne und die „in Sichtweite“ schneller ist als ich, war zwar gemeldet, aber unauffindbar. Ich orientierte mich an zwei anderen mir bekannten (Miriam und Birge) und an einer mir noch unbekannten Läuferin (Marisa). Bei Kilometer zwei fiel mir schon auf, dass Miriam von einem Fahrrad begleitet wurde – da ich da noch annahm, dass ich Emma nur nicht gesehen hatte, sie aber mitliefe, kam ich erst sehr langsam auf die Idee, was dieses Fahrrad bedeutete… es war die Begleitung der führenden Frau. Erwartungsgemäß lief Birge etwas langsamer als ich – das kennen wir beide schon, bei der Badischen Meile unten in der Stadt sind wir im selben Team angetreten, es lagen zweieinhalb Minuten zwischen uns. Marisa und eine weitere Läuferin überholte ich dann, ich bin nicht sicher, wann ich mich genau von ihnen abgesetzt habe – Miriam lief vor mir, an ihr orientierte ich mich. Der Abstand war bis zum höchsten Punkt der Strecke immer halbwegs konstant, schmolz dann erst im Gefälle um Kilometer drei herum zusammen – dann liefen wir den tiefsten Teil der Strecke gemeinsam bis zum Wasserreservoir. Dort passierte es dann – ich überholte, lief in den Berg hinein, und mittlerweile war mir klar: Die Radbegleitung war die der führenden Frau. Das hatte ich dann begriffen… und sie bestätigte es mir. In einem kurzen Dialog sagte sie mir, sie habe angesagt bekommen, sich an Miriam zu halten – klarer Hinweis für mich, dass Emma nicht da war. Da dachte ich mir schon: „Oh je, die wird doch nicht krank sein?“

Den Rennverlauf habe ich in das Höhenprofil-Rundenpace-Strydpower-Diagramm reingetextet.

Und dann lief ich vorneweg, in den ersten 35 Positionen des Rennens, wie ich inzwischen weiß. Der Jubel an der Strecke war enorm, zumal die Fahrradbegleitung mich als „erste Frau“ anpries, wo immer Leute an der Strecke standen. Im Ziel hatte ich erstmal nur ein „Hinhocken und Atmen“, dann gab es erstmal Lachen und Heulen bei meinem Mann und schließlich der Konkurrenz zu ihren Leistungen gratulieren. Bis zur Siegerehrung dauerte es freilich noch eine Weile, ich machte Bilder von meinen Oberwald parkrun Freunden kurz vor dem Ziel, gratulierte Marisa, Miriam und Birge (die auf Rang vier gelaufen war) zu ihren Leistungen und futterte ein bisschen was. Nebenbei wurden noch Pläne geschmiedet, eine Berglauf-Aktion mit den parkrunnern zu organisieren, dann aber nicht in den Karlsruher Bergdörfern, sondern am Mahlberg.

Ich bin die im rennwerk-Shirt, neben mir die Zweite Marisa und daneben die Drittplatzierte Miriam im Asics-Sweater.

Dann kam die Siegerehrung… zuerst wurden all die Schüler und Schülerinnen geehrt, die zwei Kilometer mit anspruchsvollem Profil in teils SEHR beachtlichen Zeiten gelaufen waren. Es gab noch eine Tombola und schließlich kam dann die Siegerehrung für den Hauptlauf. Dann die Bestürzung: eine riesige Tasche in hellblau, voll mit praktischen Sachen! Das war der Preis… mein Rucksack war voll mit Laufschuhen, Wechselklamotten… prall voll, und Holger und ich waren mit den Rädern da.

Meine Aufzeichnung der Bergdorfmeile mit meine GPS-Uhr.

Ein völlig irrer Tag mit einem völlig irren Wettkampf! Nach Hause ging es dann mit dem Rad, langsam fuhren wir durch die Abenddämmerung und waren um elf Uhr zuhause. Meine Preise brachte parkrunner Michael dann heute vorbei. Ich hätte es außerdem sehr bevorzugt, von Emma verdient geschlagen zu werden, statt hinterher zu erfahren, dass sie leider krank fehlte.

Sport-Fazit: Abernten im Mai

Der Mai war mein erster sportlicher Saisonhöhepunkt 2022. Das äußerte sich in drei Laufwettkämpfen mit drei jeweiligen Bestzeiten:

  • Badische Meile über 8,88889 Kilometer am 08.05.2022:
    Fünfter Platz der Damen in einer Zeit von 34:21 (Verbesserung von 1:41 gegenüber 36:02 bei der Badischen Meile im Jahr 2019)
  • SRH Dämmermarathon in Mannheim am 14.05.2022:
    Dritter Platz der Damen und Sieg in der Altersklasse W40 in 3:09:56 (Verbesserung von 8:37 gegenüber 3:18:33 beim Badenmarathon 2019)
  • Oberwald parkrun über 5 Kilometer am 21.05.2022:
    Gesamt-Erste mit 19:08 (Verbesserung von 0:08 gegenüber 19:16 beim Herbstlauf der TGÖ im Jahr 2019)

Dass in einem so laufwettkampfintensiven Monat nicht ganz so viel sonst gelaufen wurde, ist irgendwie klar: Man muss sich ja auf den Wettkampf hin erholen („Tapering“). Allerdings bin ich wieder richtig viel Rad gefahren – viel zur Arbeit, zu Dienstreisen und Vorträgen, aber auch ein bisschen aus Spaß an der Freude. Außerdem habe ich das Schwimmen endlich wieder aufgenommen. Und so fasste ich mal in Bildern zusammen:

Laufen wurde wegen Taperings weniger, Radfahren wieder erheblich mehr, Schwimmen kam endlich wieder dazu. Insgesamt geht die Kilometerleistung nicht stetig, aber doch nach oben, seit der Krankheit im letzten Herbst.
Mehr als die Hälfte der Zeit beim Sport habe ich auf dem Rad verbracht, etwa ein Drittel beim Laufen, dazu zwei Stunden beim Schwimmen und drei bei sonstigen Aktivitäten.
Der Löwenanteil meines Trainings fand im moderaten Bereich statt, wenig war sehr intensiv.

Nun geht es in den Juni, wo sich dank Stadtradeln für den Wohnort und Stadtradeln für den Arbeitsort die Radkilometer häufen sollten – und dank des Wetters wohl die Schwimmleistung weiter hoch geht. Erst Mitte Juli will ich wieder ins Marathontraining einsteigen, dann für den Badenmarathon. Großartig ist, dass ich die Lauftreffs des Regierungspräsidiums, mindestens die abteilungsübergreifenden, wieder gepusht hat, und es auch angenommen wird. Da wird wohl einige schöne Lauferei zusammenkommen!

[KuK] Läuft…

Entwicklung meiner Wettkampfleistungen über die Zeit.

Es kommen wieder Wettkämpfe – wie man sieht. Mit dem Rißnertlauf, der Badischen Meile und dem Dämmermarathon bin ich dieses Jahr wieder drei Wettkämpfe gelaufen. Da mich interessiert, wie sich meine Leistung über die Zeit entwickelt, aber meine Wettkampfdistanzen sehr differieren (5, knapp 9, 10, 12, 15, 20 Kilometer sowie Halb- und voller Marathon) und entsprechend auch das Tempo sehr unterschiedlich ist, musste ich mir was ausdenken. Also habe ich an meine persönlichen Bestleistungen Modellkurven angefittet (eine Parabel und eine Exponentialfunktion). Was besser passt, bewerte ich über die Summe der quadratischen Abweichungen („Chi-Quadrat“) bei der Anpassung. Mit dieser Kurve rechne ich dann meine Wettkampf-Geschwindigkeit auf das um, was ich wohl bei einem Zehner gelaufen wäre… und stelle damit Vergleichbarkeit zwischen unterschiedlichen Distanzen her.

Lange Rede, kurzer Sinn: Mit einem Rechenmodell mache ich aus jedem Wettkampf ein „Was wäre, wenn’s ein Zehner gewesen wäre.“ Diese geschätzten Tempowerte für Zehner (bei gelaufenen Zehnern sind’s natürlich exakte Werte) trage ich dann über die Zeit auf… und heraus kommt das oben gezeigte Bild.

Bis auf den einen doppelt virtuellen Zehner im Jahr 2020 bin ich also mit meinen Wettkämpfen in der Saison 2022 bisher sehr gut dabei, (fast) besser als je zuvor.

Dämmermarathon 2022 (Teil 1)

Seit dem September 2019 bin ich keinen Wettkampf über die Marathon-Distanz mehr gelaufen. Damals habe ich beim Badenmarathon in Karlsruhe ein Personal Best von 3:18:33 aufgestellt, viele Erfahrungen zur Einteilung des Marathons, zur Schuhwahl und dergleichen gesammelt – und dann war mit der Corona-Zeit erstmal nichts los mit Marathon-Wettkämpfen. Ich bin in dieser Zeit Marathondistanz gelaufen, aber nicht im Wettkampf.

Am 14.05.2022 stand dann der Dämmermarathon in Mannheim wieder an. Wo ich doch eigentlich endlich über den roten Teppich durch das Mannheimer Schloss laufen wollte – und ursprünglich sogar noch etwas ganz anderes geplant war, nämlich der Trollinger-Marathon in Heilbronn, lief ich nun die Doppelrunde durch Mannheim: Wasserturm-Seckenheim-Wasserturm-Quadrate-Wasserturm… und dann dasselbe nochmal. Ich hatte nach einer Erkältung im Februar, einem neuen 15er-Personal-Best beim Rißnertlauf und dem Trainingslager in Apulien durchaus gemischte Signale erhalten, was in Mannheim herauskommen könnte, zumal ich ja letztes Jahr im Herbst lange und mit viel Formverlust krank war.

Nun, wie soll ich sagen: Vieles hat funktioniert. Manches nicht – wollte ich doch negativen Split laufen. Aber das Ergebnis spricht für sich:

Ich bin noch immer zu platt, zu erschöpft, zu euphorisch, um so richtig zusammenzubauen, wie es genau lief, die Fotos zu sichten und all das. Das kommt irgendwann kommende Woche. Für’s erste kann ich sagen: Mindestens ein neues Personal Best, also 3:18:32 hatte ich angepeilt. 3:14:59 war das erklärte, zu unterbietende Ziel, und irgendwas im Bereich 3:10:xx zu erreichen, das war ein Maximalziel, ein Traum. Am Ende waren es sogar vier Sekunden weniger als 3:10:00, die auf der Uhr standen. Dass ich noch dazu Dritte wurde und neben einer Duathlon-Weltmeisterin (der Siegerin) auf dem Treppchen stand, war das Sahnehäubchen.

Völlig irre. More to come, stay tuned.