[KuK] Läuft…

Entwicklung meiner Wettkampfleistungen über die Zeit.

Es kommen wieder Wettkämpfe – wie man sieht. Mit dem Rißnertlauf, der Badischen Meile und dem Dämmermarathon bin ich dieses Jahr wieder drei Wettkämpfe gelaufen. Da mich interessiert, wie sich meine Leistung über die Zeit entwickelt, aber meine Wettkampfdistanzen sehr differieren (5, knapp 9, 10, 12, 15, 20 Kilometer sowie Halb- und voller Marathon) und entsprechend auch das Tempo sehr unterschiedlich ist, musste ich mir was ausdenken. Also habe ich an meine persönlichen Bestleistungen Modellkurven angefittet (eine Parabel und eine Exponentialfunktion). Was besser passt, bewerte ich über die Summe der quadratischen Abweichungen („Chi-Quadrat“) bei der Anpassung. Mit dieser Kurve rechne ich dann meine Wettkampf-Geschwindigkeit auf das um, was ich wohl bei einem Zehner gelaufen wäre… und stelle damit Vergleichbarkeit zwischen unterschiedlichen Distanzen her.

Lange Rede, kurzer Sinn: Mit einem Rechenmodell mache ich aus jedem Wettkampf ein „Was wäre, wenn’s ein Zehner gewesen wäre.“ Diese geschätzten Tempowerte für Zehner (bei gelaufenen Zehnern sind’s natürlich exakte Werte) trage ich dann über die Zeit auf… und heraus kommt das oben gezeigte Bild.

Bis auf den einen doppelt virtuellen Zehner im Jahr 2020 bin ich also mit meinen Wettkämpfen in der Saison 2022 bisher sehr gut dabei, (fast) besser als je zuvor.

Dekadenz

Ich habe lange das richtige Wort dafür gesucht, was meine neueste Idee eigentlich ist, also welches Attribut man diesem „Streich“ zuordnen sollte. „Seltsam“, das war ein heißer Kandidat, „nerdig“ und „speziell“ waren auch am Start. Aber eine Freundin gab mir einen Hinweis – als ich ihr erzählte, was ich getan habe, nannte sie es „dekadent“. Ich bin bereit, willens und gerade dabei, mich dieser Einschätzung völlig anzuschließen.

Warum kauft man sich einen elektronischen Bilderrahmen? Es gibt viele Antworten, die meisten haben mit schönen Urlaubsfotos in Massen, mit riesigen digitalisierten Bibliotheken von Bildern, mit… Schönem, mit der auf Flash-Speicher gebannten Darstellung der Welt in Pixeln zu tun. Mein Grund war ein etwas anderer…

Ich stolpere immer wieder über schöne Bilder, wie zum Beispiel das „Spacekätzle“, das in einem Twittermeme als verwechslungsgefährdet mit Käs’spätzle klassifiziert wurde. Aber ich verlege mich auf Ausreden. Schöne Bilder anzuzeigen, das war nicht die Idee. Mit wechselnden Bildern hat das Ganze schon zu tun, aber nicht mit dem Meme oder Bild oder der niedlichen Fotomontage, die in meinem Kopf gerade in Mode ist. Nein, die Bilder, die unabhängig vom Rechner darzustellen ich mit dem kleinen Bildschirm im Rahmen beabsichtigte, beabsichtige und es auch tue, wechseln täglich und stellen auch die Realität dar – aber nicht Pixel für Pixel abfotografiert, sondern in Zahlen und Diagrammen umgesetzt: Meine Sport-Statistik. Und so werden auf meinem kleinen Bilderrahmen hier im Wechsel dargestellt:

  • Durchaus das Spacekätzle, weil ich gerade drauf abfahre, vor allem aber
  • meine Zielerreichungstabelle, tagesaktuell für das aktuelle Jahr,
  • mein Kilometerstand mit dem Rad, zu Fuß und insgesamt um die Welt und zum Mond sowie
  • meine neue Streak-Tabelle, in der die Länge der Phase dargestellt ist, in der ich jeden Tag mindestens eine Meile gelaufen, zwei Meilen geradelt und fünf Minuten mit Dehnübungen beschäftigt gewesen bin.

…und ich liebe es!

[KuK] Streak

Bisher habe ich mich um Streakrunning nicht gekümmert, aber da in einer Laufgruppe gerade eine Challenge besteht, zu der auch Streakrunning gehört…

Ein Streak nach den Regeln ist nur dann ein Streak, wenn man jeden Tag eine „statute mile“, also knapp 1,61 Kilometer läuft. Ich habe mir daher eine „Streakmessung“ in meine Sportdatei eingebaut, gleich noch eigene Bedingungen für einen Radfahrstreak und einen Dehnungs-Zeit-Streak ergänzt. Ist eher Spielerei, aber das mit den minimal fünf Minuten Dehnen jeden Tag ist durchaus Motivation für etwas, das mein Osteopath ohnehin empfohlen hat. Ob der Streak beim Laufen oder Radfahren das Ende der Challenge Ende Januar überlebt, weiß ich noch nicht – aber der Dehn-Zeit-Streak soll fortgeführt werden!

[KuK] Im grünen Bereich

Nachdem das Radfahren am Ende des Winters, das Inlineskaten im Frühjahr und alles andere über die Zeit grün wurde, bin ich nun auch beim Schwimmen im grünen Bereich.

Mit der gestrigen Aktion – Radfahren zum Freibad, umdrehen, weil’s voll ist, auf der Rückfahrt Zwischenstopp am See zum Freiwasserschwimmen – bin ich nun mit allen meinen Aktivitäten bei der Zielerreichung auf dem Weg.

Zur Erläuterung: Per bedingter Formatierung werden Sparten, in denen ich kein Ziel definiert habe, in Blau angezeigt, bei definiertem Ziel gibt es vier Möglichkeiten: Rot heißt, dass ich weit hinter meinem Ziel liege, Gelb steht für geringfügigen Rückstand hinter meinem Ziel (10% Mehraufwand gegenüber dem Plan reicht, um aufzuholen), Hellgrün schließlich steht dafür, dass ich im Plan oder auch davor bin. Dunkelgrün zu guter letzt zeigt Ziele an, die ich schon erreicht habe.

Deutlich zu sehen ist: Alles grün, ich bin also gut auf dem Weg. Elf Tage vor der Jahres-Halbzeit stehe ich bei fast allen Zielerreichungen über 50%. Nicht, dass zwölf Kilometer Schwimmen besonders ambitioniert wären, für ein ganzes Jahr, oder ein Schnitt von einem Kilometer Skaten pro Tag. Aber beides habe ich dieses Jahr erst angefangen… und somit vorsichtige Ziele gesetzt.

Beim Krafttraining ist meine Zielerreichung im Moment über Eigengewichtstraining in Arbeit, mit dem Fitnessstudio warte ich noch, bis das wieder einfacher wird. Tage, an denen ich mindestens zwei verschiedene Übungen absolviere, gelten als Trainingstage, drei pro Woche verlange ich von mir. Bei der Menge des Trainings lasse ich mir die Freiheit zur Variation, habe aber ein „Mengenmaß“ in „Kniebeugen-Äquivalenten“ (squat equivalent, SE) definiert und jeder Übung eine Wertigkeit in SE zugeordnet. 600 SE verlange ich von mir in der Woche, also im Schnitt 200 SE pro Trainingstag. Insbesondere schwere Übungen wie Liegestützen haben natürlich einen SE-Wert von mehr als eins, so dass man da nicht 200 Wiederholungen braucht, um das Pensum zu erreichen. So messe ich – mit gewissen Abstrichen – dass ich ein abwechslungsreiches, regelmäßiges und umfangreiches Krafttraining für Rumpfstabilität und alles weitere absolviere.

Ziele Formulieren…

…ist nicht so einfach. Sie sollen ja realistisch, also erreichbar sein. Außerdem sollen sie ambitioniert sein, und zudem irgendwie messbar und attraktiv darstellbar. Bei Strecken bietet sich da ja der Vergleich mit verschiedenen anderen Strecken an.

Für die Ziele innerhalb eines Jahres bin ich da dran, dass ich eine Strecke, die ich im Jahresmittel pro Tag erreichen möchte, für mich definiere und dann damit vergleiche. Natürlich laufe ich nicht jeden Tag genau zehn Kilometer, fahre nicht jeden Tag zwanzig Kilometer Rad und schwimme nicht einmal im Monat einen Kilometer. Aber im Mittel läuft’s darauf raus. Wenn ich feststelle, dass das mit dem Schwimmen sich etabliert, kann es durchaus sein, dass ich im kommenden Jahr „eine 50-Meter-Bahn am Tag im Jahresschnitt“ definiere. Aber für den Moment sind die 1000 Meter pro Monat im Mittel eine gute Sache. So sieht das dann aus:

Mein Trainingstagebuch wählt dabei automatisch das richtige Jahr aus, für das es die Summe der Kilometer bzw. Trainingstage, Trainingszeit oder der „Kniebeugen-Äquivalente“ (SE = Squat Equivalent) nimmt und mit meinen Zielen vergleicht. In der Tabelle sind auch einzig und allein die Ziele die Werte, die ich ohne entsperren des Blattes ändern kann. Automatisch werden die Zeilen gefärbt: Blau steht dafür, dass kein Ziel definiert ist, Rot zeigt an, dass ich weit hinter meinem Ziel hinterherhinke, gelb zeigt an, dass ich mit 10% mehr Aufwand als vordefiniert zu meinem Ziel aufholen kann – und das viele Grün zeigt an, dass ich gut im Rennen bin, also Vorsprung vor meinem Ziel habe. Hätte ich – was um die Jahresmitte noch unwahrscheinlich ist – mein Ziel schon erreicht, würde das helle Grün zu einem satten Dunkelgrün.

Aber eigentlich geht es mir hier um langfristige Ziele: Gesamtsummen von Kilometern verglichen mit greifbaren Strecken. Folgende Vergleiche habe ich ja schon länger am Start: Gesamtkilometer vergleiche ich mit Umrundungen der Erde und der Strecke zum Mond, Lauf- und Radkilometer mit Umrundungen der Erde und Skate-Kilometer im Moment noch mit Mondumrundungen. Nur beim Schwimmen fehlte noch ein Ziel…

Es wurde also eine Atlantik-Querung, eine möglichst kurze: Von St. John’s auf Neufundland nach Portmagee oder An Caladh in Irland. Aber auch das wird ein Ziel, für das ich lange durchhalten muss. Aber ich habe gerade erst angefangen, das wird sich schon noch zeigen, wie unrealistisch das genau ist…

I’ve got the Power!

Jeder hat jetzt den Song von Snap! im Ohr, oder? Ich auch – und darauf habe ich natürlich angespielt. Allerdings wollte ich auf etwas anderes hinaus. Ich habe heute mein (sauberes) Rennrad aus der Garage geholt und im Wohnzimmer auf den Ständer gestellt, mit einem Stück Pappe drunter, falls doch Schmutz oder Fett dran gewesen wäre. Dann habe ich ein wenig herumprobieren müssen, aber schlussendlich habe ich es doch geschafft, die linke Kurbel abzumontieren – und schon hatte ich eine linke Ultegra-Kurbel in 172,5mm Länge in der Hand. Die andere, mit Powermeter drin, lag noch in der Schachtel. Diese habe ich dann draufgeschraubt, noch das Kombi-Pedal (Plattform und SPD-Cleat) von der alten auf die neue Kurbel versetzt… und dann ein bisschen die Kurbel gedreht.

Zuerst bekam ich keine Anzeigen, als ich das Ding mit meinem Edge 830 koppelte. Aber das ist kein Wunder: Ich drehte ja nicht schnell und Kraft übte ich auf die Pedale auch nicht wirklich aus. Also führte kein Weg an einer Testfahrt vorbei:

Leistungsmessungs-Testfahrt.

Ich bin ganz angetan, nun einen neuen Messwert zu haben. Ein bisschen werde ich noch damit zu spielen haben, eventuell wird der neue Messwert auch bedingen, dass ich wieder ein „Auto-Lap“, also eine automatische Rundenbilanz nach einem Kilometer Fahrt, auf dem Edge einstelle. Eigentlich fände ich das nämlich sehr interessant, so ein bisschen die Streckenabschnitte nach Leistung, Tempo und Puls zu charakterisieren.

Geschwindigkeit, Leistung, Trittfrequenz, jeweils Momentanwerte.

Vermutlich wird mir auf Dauer nicht reichen, nur die besten 5 Sekunden (heute: 424 Watt), die beste Minute (heute 258 Watt) usw. anzuzeigen, sondern ich werde eine durch längere Mittelung geglättete Kurve wollen. Aber es war ja nur ein erster Test. Ich muss mich dem ganzen erstmal annähern. Auf jeden Fall bin ich begeistert, dass es auf Anhieb funktioniert hat. Nun muss ich nur noch die andere Kurbel auf das andere Rad montieren…

Prognose…

Meine Zielerreichungstabelle.

Ich habe meine Zielerreichungs-Tabelle, mein „Armaturenbrett Ziele“ um zwei neue Spalten erweitert. Diese Spalten sind allerdings ein wenig ausgegliedert, sie stellen eher ein Prognose-Tool dar, um eventuelle Zielanpassungen vorzunehmen.

Die Zahlen, die ich bestimme, sind folgende: Wann erreiche ich 100% meines Jahresziels? Wenn ich so weiter mache wie bisher in diesem Jahr, wie viel Strecke (Zeit, was auch immer) wird am Jahresende herauskommen?

Prognose.

Genau mit diesem Tool schätze ich derzeit ab, ob ich mein Inline-Skating-Ziel auf die doppelte Strecke, also zwei Kilometer pro Tag im Jahresschnitt hinaufsetze. Wenn die Zielerreichung auf Mitte Juni fällt, und die Prognose für’s Jahresende auf über 750 Kilometer steigt, werde ich wohl mein Ziel für’s Skaten hochsetzen. In ähnlicher Dynamik entwickelte sich auch das Radfahren im Jahr 2020.

Quartalsbilanz Sport I/2021

Ich wollte das hier ja überschreiben: „The State of Sports I/2021“, aber das erschien mir dann doch ein wenig übertrieben. Es geht ja schließlich nur um meinen eigenen Sport – Laufen, Radfahren, inzwischen auch Inline-Skaten und Schwimmen-Wollen (aber noch nicht tun).

Was also ist passiert in den ersten drei Monaten, dem ersten Viertel des Jahres 2021? Zunächst einmal gab es Neuerungen beim Material. Bei den Fahrrädern kam der „Red Flash“ hinzu, ein Trek 520. Damit erweiterte sich mein Fuhrpark und umfasst nunmehr das Mountainbike „Silver Surfer“ mit Alu-Rahmen, das Carbon-Rennrad „Green Scooter Killer“ (ein Focus Izalco Race) und eben den „Red Flash“ mit seinem Stahlrahmen. Ein weiterer wichtiger Schritt war, dass ich zum Üben mit Shimano SPD Cleats unseren Heimtrainer wieder ausgrub und auf Kombi-Pedale umrüstete, wie ich sie an „Red Flash“ und „Green Scooter Killer“ angeschraubt hatte. Das führte erstens dazu, dass ich im ersten Quartal 2021 erstmals Indoor-Radfahren aufführen durfte und somit schlechtes Wetter überbrücken konnte – und zweitens dazu, dass ich mich zunehmend auch traue, draußen Klick-Pedale zu fahren. Zu guter letzt kamen noch neue Inline-Skates dazu, die ich aber noch nicht getestet habe.

Bestellt, aber noch nicht angekommen sind zwei linke Kurbelarme für „Red Flash“ und „Green Scooter Killer“, die einen neuen Messwert einführen werden: Leistung. Ich habe mich da erstmal mit linken Kurbelarmen begnügt, weil die rechten, an denen ja die Kettenblätter fest dran hängen, erstens teurer sind und zweitens ich das dann damit verbinden würde, das Thema „Kompaktkurbel oder nicht Kompaktkurbel“ nochmal iterieren würde.

Aber kommen wir zu dem, was ich getan habe, denn kaufen ist ja noch keine Leistung! Zunächst der Überblick:

Es wird deutlich, dass mein Aktivitätsniveau sich nach schwachem Dezember und Januar während des ersten Quartals wieder auf Bereichen einpendelt, in denen ich allein durch Sport fast meinen nach Gewicht, Größe und Alter errechneten Energie-Grundumsatz zusätzlich verbrauche. Verbrauch durch ansonsten aktiven Lebensstil ist da allerdings nicht eingerechnet. Nach der Verletzung letzten April hat sich das Laufen als „Grundlast“ wieder bei ungefähr dreißig Stunden im Monat eingependelt. Die witterungsbedingten Schwankungen beim Radfahren habe ich durch den Heimtrainer ein bisschen nivelliert, aber die Konstanz des Laufens wird das wohl nicht erreichen – Laufen ist für mich einfach wetterunabhängiger und Indoor-Cardio ist nur ein ganz schlechter Ersatz, beim Laufen wie auch beim Radfahren.

Was die Intensität angeht, habe ich es ganz gut hinbekommen, weitestgehend im Grundlagenbereich zu trainieren. Das moniert meine Fénix zwar immer wieder ein bisschen und möchte mehr hoch aerobe und anaerobe Aktivität sehen, aber mir geht es gut mit diesem hohen Grundlagen-Anteil. Die erholsamen Aktivitäten im Bereich von 100 bis 120 Schlägen in der Minute habe ich weitgehend bei langsamen Inliner-Aktionen, einem flotten Regenerationsspaziergang und ein paar Fernsehguck- oder Telefon-Konferenz-Indoor-Radfahrten absolviert.

Beim Laufen sind meine langen Läufe länger geworden, zu sehen im Lauf-Quantil-Diagramm. Vor allem die obere gestrichelte Linie, die meine jeweils monatlich längsten Läufe anzeigt, macht deutlich, dass sich auch 2021 der Trend fortgesetzt hat, dass ich öfter mal Marathon laufe. Bei den Laufschuhen dominieren die Altra Escalante weiterhin und im abgelaufenen Quartal sogar deutlicher als früher. Den FiveFinger-Anteil will ich wieder etwas hochschrauben, dafür werden die Peregrines wohl bald ausgesondert werden und durch ein Altra-Trail-Modell ersetzt.

Angesichts des schmuddeligen Wetters nahm Indoor-Radfahren einen größeren Anteil ein, als ich das gerne hätte, draußen setzte ich auch vor allem den mit Schutzblechen versehenen „Red Flash“ ein, da man damit einfach die Dreck-Streifen auf den Klamotten vermeidet. Mit etwa einem Sechstel meiner Gesamt-Radfahr-Strecke nehmen die mit Klickpedalen im Freien gefahrenen Strecken derzeit noch nicht so viel Raum ein, aber im März ging das massiv hoch – das graue „ohne Klicks“-Kuchenstück zieht sich mehr und mehr zurück.

Es gibt natürlich noch einen Haufen mehr, das ich beobachte, für das ich Diagramme habe – aber an vielen Stellen ist die Entwicklung noch nicht schlüssig oder es hat sich nichts Interessantes getan, sondern ist einfach nur mehr vom Gleichen. Somit ende ich – nachdem ich ja vorgestern schon in anderem Zusammenhang den (durchaus ermutigenden) Stand der Zielerreichung 2021 dokumentiert habe, mit einem anderen Teil der Zielerreichung:

Fortschritte bei virtuellen Erdumrundungen insgesamt, mit dem Rad und zu Fuß sowie auf dem Weg zum Mond.

Nachdem ich im März das Intervalltraining beim Laufen wieder aufgenommen habe, könnte es sein, dass die zweite Quartalsbilanz dieses Jahr eher auf Tempo-Erfolge als auf Mengen-Erfolge fokussiert ist, aber man weiß ja nie, was passiert.

Quantile – nun auch beim Radeln

Vor doch schon etwas längerer Zeit habe ich angefangen, mein Lauftempo über die Zeit hinweg, genau wie die Streckenlängen, nicht nur über monatliche Mittelwerte, sondern auch über Quantile zu analysieren. Dazu ein kurzer Exkurs, um einzuordnen, was das bedeutet und eventuell bringen kann:

Quantile sind Kenngrößen eines Datensatzes. Ein spezielles – und am Anfang leicht verständliches – Quantil ist der Median. Der Median gibt die Grenze zwischen der „hohen“ Hälfte und der „niedrigen“ Hälfte der Werte an. Wenn ich also den Median meiner Radfahrstrecken in einem Monat bestimme, bestimme ich die Kilometerzahl, die genau die „lange“ Hälfte meiner Radfahrten von der „kurzen“ Hälfte trennt. Der „Durchschnitt“, also das arithmetische Mittel der Streckenlängen, wird dagegen berechnet, indem ich alle meine Strecken des Monats aufsummiere und dann durch die Zahl meiner Fahrten teile.

Mittelwerte meiner monatlichen Radfahrleistungen – Geschwindigkeit und Dauer. Beim Laufen gebe ich die mittlere Länge einer Aktivität an, beim Radfahren erschien mir die Dauer sinniger – aber vielleicht muss ich das irgendwann ändern.

Klingt zunächst einmal so, als sollten Median und Mittelwert ähnliche Werte ergeben. Wenn ich nun aber einige sehr kurze Strecken und wenige, dafür aber sehr lange Strecken dabei habe – nur als Beispiel – können Median und Mittelwert sehr stark voneinander abweichen. Der Median allein aber reicht mir nicht, um die Verteilung meiner Streckenlängen (und Geschwindigkeiten) beim Laufen und Radfahren zu charakterisieren. Also benutze ich weitere Quantile – der Median ist ja nur das eine Hälfte – andere Hälfte Quantil.

Für meine Diagramme habe ich also Excel beauftragt, zunächst jeweils die kürzeste und die langsamste sowie die längste und die schnellste Radfahrt jedes Monats zu bestimmen. Das sind nur Minima und Maxima, noch keine Quantile. Dann habe ich Excel weiter beauftragt, folgende Grenzen (also Quantile) zu bestimmen:

  • Die Grenze zwischen dem langsamsten bzw. dem kürzesten Achtel meiner Radfahrten und dem Rest.
  • Die Grenze zwischen dem langsamsten bzw. dem kürzesten Viertel meiner Radfahrten und dem Rest.
  • Den Median, also die Grenze zwischen langsamer und schneller bzw. kurzer und langer Hälfte meiner Radfahrten.
  • Die Grenze zwischen dem schnellsten bzw. dem längsten Viertel meiner Radfahrten und dem Rest.
  • Und zu guter letzt die Grenze zwischen dem schnellsten bzw. dem längsten Achtel meiner Radfahrten und dem Rest.

Die Spanne meines Tempos beim Radfahren wird also sichtbar kleiner, auch die schnellste Fahrt des langsamsten Achtels ist seit Oktober 2020 zuverlässig über 20 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit gekommen. Im Winter bin ich auf voller Breite etwas langsamer geworden, nun im Frühjahr steigt das Tempo wieder.

Wesentlich aufschlussreicher finde ich allerdings im Moment das Strecken-Quantil-Diagramm. Deutlich ist zu sehen, dass von April bis Juli 2020 stets die Hälfte meiner Radfahrten im Bereich von ca. 20 Kilometern umfasst haben. Das zeigt recht deutlich, dass in dieser Zeit der Arbeitsweg (je nach Route 19,5 bis 22 Kilometer) meine Radfahrerei ziemlich stark dominierte. Im Spätsommer und Herbst 2020 kamen dann lange Fahrten – Umwege auf dem Heimweg, lange Spaßfahrten am Wochenende und Dienstreisen per Rad – hinzu und nahmen zunehmend größere Anteile meiner Radfahrerei ein. Im Winter brach das dann wieder auf reine Fahrten zum Büro und nach Hause ein – und steigt nun wieder an. Mit aber zunehmenden Fahrten zum Einkaufen, gelegentlich mit lustvollen Umwegen verbunden, aber halt nicht auf volle 20 Kilometer, hat sich das im Jahr 2021 stark verschoben: Es gibt ein recht präsentes „langes“ Viertel meiner Radfahrten, das im Februar und März über 30 Kilometer Strecke bedeutete, während auch rund ein Viertel der Strecken unter 20 Kilometer lang war – ein Achtel sogar kürzer als zehn bis zwölf Kilometer.

Die Ergebnisse sind nicht unerwartet, ich kann die Veränderungen der Verteilung recht gut der Entwicklung meines Radfahrverhaltens zuordnen. Aber ich finde sehr, sehr interessant, diese Werte zur Hand zu haben und weiter zu verfolgen.

Einen Nachteil haben die Quantile auf die reine Tempo- bzw. die reine Distanzverteilung aber: Sie geben keinen Aufschluss, ob die langen Fahrten langsamer sind als die kurzen. Beim Laufen gibt es diesen Zusammenhang eindeutig, aber auch da konnte man ihn nicht aus Quantilen ablesen. Beim Radfahren ist der Zusammenhang tatsächlich ein anderer, da tendenziell die kürzesten Fahrten eher langsam sind: Sie führen quer durch die Stadt, wo man dauernd anhalten und natürlich Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer nehmen muss, oder sie beinhalten über’s Einkaufen Stopps und langsame Passagen. Hier äußert sich recht stark, dass Radfahren mehr als Laufen auch als vollwertiges Verkehrsmittel dient.

Die Quantile finde ich auch beim Radfahren trotzdem sehr nützlich und freue mich schon, sie über weitere Monate hinweg zu verfolgen.

[KuK] Im grünen Bereich

Dies ist kein Statement zur Landtagswahl in Baden-Württemberg. Nein, ich bin anderweitig „im grünen Bereich“. Meine Zielerfüllung bei Ausdauer- und Kraftsport für das Jahr 2021 verwalte ich ja über eine Liste, die automatisch aus meinem Trainingstagebuch die Daten des laufenden Jahres nimmt und mit dem Stand vergleicht, den ich erreicht haben müsste, wenn ich an meiner Zielerreichung genau jeden Tag ein Dreihundertfünfundsechzigstel Fortschritt machen würde.

Man könnte sagen, ich habe mir für meine verschiedenen Ziele virtuelle Pacer in Excel geschrieben. In jeder Zeile wird über bedingte Formatierung automatisch angezeigt, ob ich meinem Ziel voraus bin (hellgrün), es bereits ganz erreicht habe (dunkelgrün), dem Ziel höchstens 10% hinterherhinke (gelb) oder dem Ziel mehr als 10% hinterherhinke (rot). Habe ich mir kein Ziel definiert, erscheint die Zeile in blau.

…und wie soll ich sagen: Mit der Fahrt zur Arbeit, der Fahrt von dort heim und einer kleinen Tribbelei am Abend vor dem Voicechat mit den Leuten, mit denen ich außerhalb von Corona-Zeiten am Montagabend DVD schauen würde, habe ich heute das vorletzte Ziel „vor die Welle“ gebracht. Nur das Schwimmen dümpelt mangels Schwimmbädern und Badeseen weiterhin bei Null, alles andere ist im Plan. Nun gilt’s, vor der Welle zu bleiben!