[KuK] Reflexion

Pfingstsonntag, halb acht. Ich frage mich, was eigentlich mit mir passiert ist.

Vor fünf Jahren wäre ich aufgestanden, hätte kurz WGT-Fotos meiner Freunde gecheckt, festgestellt, das manche noch gar nicht in ihren Zelten oder Hotels gewesen wären, und hätte mich wieder ins Bett gelegt.

Heute bin ich auf, trinke eine Tasse Kaffee und drei Tassen Tee und checke das Wetter, ob ich mir kurzer oder mittellanger Hose nach Karlsruhe radle, um mich mit meinen Laufpartnern auf einen Halbmarathon durch den Hardtwald zu treffen.

Es ist nicht nur „Corona passiert“. Meine Mama hat mal über den Ehemann einer Studienfreundin gesagt, er habe dasselbe „Asketisch Verbissene“ wie mein Papa damals. Ihre Freundin und sie redeten bei den Treffen der beiden Paare über das Studium, über Wein, die alten Zeiten. Mein Vater und der Ehemann der Freundin über Fahrräder, Kalorien, Sport.

Ich sehe mich gerne als intellektuelle und humanistische Erbin dessen, was meine Mutter verkörperte und war. Aber am Ende des Tages kann ich auch meinen Vater nicht verleugnen.

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