[KuK] Zielstand 1.7.

Zielerreichung Stand 01.07.2021 00:00 – weiter auf dem Weg!
Zielerreichung für das Jahr 2021, Bergfest.

Ich bin wieder da – und versuche, vielleicht nun nach einer Serie „Nicht-Posten“ wieder eine Serie des Postens aufzumachen. Hier seht Ihr, dass ich mit den globalen Zielen ganz gut dabei bin – und mit den Zielen für dieses Jahr zur Halbzeit jeweils schon deutlich über halber Strecke, Sportzeit oder Trainingsmenge in anderem Maß bin. Sehr ermutigend ist das!

Entwicklung

Ich habe mal wieder diesen Moment, wo ich zurückschaue. Denn oft ist es ja so: Man denkt, still zu stehen, nicht voranzukommen. Und dann dreht man sich um und sieht die Fußstapfen des Weges, den man bis zum aktuellen Standort gekommen ist. So ging es mir heute. Der Nachbar und die Nachbarstochter waren auf der Straße und die junge Dame radelte etwas skeptisch mit ihrem Fahrrad durch die Gegend. Der Nachbar selbst schraubte dann wieder an ihrem Sattel herum, er hatte einen Sechskant-Schlüssel in der Hand. Ich guckte einen Moment, während ich die Gepäcktaschen und den Hänger (Codename „Greyhound“) an meinem „Red Flash“ befestigte. Offenbar hatte sie eine neuen, komfortableren Sattel bekommen und experimentierte damit herum. Er stellte den Sattel nach eigener Aussage schon das vierte Mal weiter runter.

Dann philosophierten wir ein bisschen über Beinlänge, Sattelhöhe, ergonomische Sitzposition und darüber, die Füße beim Radeln auf den Boden zu kriegen. Schließlich probierte sie es nochmal, dann meinte sie, nun spüre sie es in den Knien. Ich ging in die Hocke und schaute mir die Kurbel an – eine 175er Alivio-Kurbel, allerdings eine alte, die noch nicht auf einer Hollowtech II Nabe sitzt. Dann stand ich auf und verglich ihre Beinlänge mit meiner. Schließlich brachte ich auf, dass man vielleicht über die Zeit mal mit kürzeren Kurbeln versuchen könnte – meine 175er am „Red Flash“ sind zwar für mich noch okay, aber ich bin deutlich größer als die junge Nachbarin… und somit erklärte ich, dass ich zwar eine 172,5er Ultegra-Kurbel links übrig habe, aber leider ist das halt eine für Hollowtech II Innenlager, und somit nicht kompatibel zum Austesten – eine rechte Kurbel hätte ja immer noch gefehlt. Schließlich erklärte ich noch, dass man eine Kurbel so lang wie möglich und so kurz wie nötig wählen solle – längerer Kurbelarm gibt besseres Drehmoment, zu lange Kurbel belastet die Knie.

Vermutlich habe ich nur Ideen geliefert, wonach die Nachbarn suchen können, um das Problem zu lösen. Aber mich brachte es zum Nachdenken:

Im November 2019 bekam ich von meinem Schwiegervater den „Silver Surfer“, ein Alu-Mountainbike geschenkt. Ich hatte erst Probleme zu fahren, dann lernte ich ein bisschen mehr. Dann versuchte ich, die verstellte Schaltung neu einzustellen, schaffte es, aber machte einen Fehler, so dass mir die Kette runtersprang. Auch das kriegte ich wieder auf die Reihe. Dann lernte ich ein bisschen was über Einstellung der Schalt- und Bremszüge, schließlich im Juni 2020 kaufte ich mir den „Green Scooter Killer“. Zuerst fiel mir die Technik der Räder noch schwer, aber inzwischen habe ich eine Leistungsmesserkurbel links montiert – sogar zweimal. Ich weiß ein bisschen was über Innenlager-Standards bei Shimano-Kurbeln, habe meinem Mann die Scheibenbremsen gewartet und meine Ultegra-Felgenbremsen repariert. Ich fürchte mich ein bisschen vor der Montage, bin aber zuversichtlich, eine rechte Leistungsmesserkurbel und ein neues Innenlager montieren zu können, sobald die Kurbel für den Green Scooter Killer da ist – außerdem habe ich am Lenker Zeitfahr-Extensions montiert.

In anderthalb Jahren bin ich von einer, die kein Rad fährt, zu einer geworden, die teils ihre Räder schon selbst wartet – und zumindest bis zu einem gewissen Grad auch anderen dabei helfen kann. Irgendwie komme ich nicht drum herum, auf meine Fußstapfen (oder eher Reifenspuren) der letzten 18 Monate Radfahren zu schauen und zu denken: „Is’n Ding!“

[KuK] Reflexion

Pfingstsonntag, halb acht. Ich frage mich, was eigentlich mit mir passiert ist.

Vor fünf Jahren wäre ich aufgestanden, hätte kurz WGT-Fotos meiner Freunde gecheckt, festgestellt, das manche noch gar nicht in ihren Zelten oder Hotels gewesen wären, und hätte mich wieder ins Bett gelegt.

Heute bin ich auf, trinke eine Tasse Kaffee und drei Tassen Tee und checke das Wetter, ob ich mir kurzer oder mittellanger Hose nach Karlsruhe radle, um mich mit meinen Laufpartnern auf einen Halbmarathon durch den Hardtwald zu treffen.

Es ist nicht nur „Corona passiert“. Meine Mama hat mal über den Ehemann einer Studienfreundin gesagt, er habe dasselbe „Asketisch Verbissene“ wie mein Papa damals. Ihre Freundin und sie redeten bei den Treffen der beiden Paare über das Studium, über Wein, die alten Zeiten. Mein Vater und der Ehemann der Freundin über Fahrräder, Kalorien, Sport.

Ich sehe mich gerne als intellektuelle und humanistische Erbin dessen, was meine Mutter verkörperte und war. Aber am Ende des Tages kann ich auch meinen Vater nicht verleugnen.

Verrückt

Verrückt war dieser Tag heute, verrückt ist diese Zeit. Klar, jeder denkt nun an Corona, aber das Thema ist tatsächlich bei dem Grund, warum ich das hier schreibe, nur als einer von mehreren „Grundbässen“ dabei. Die Melodie machen andere Sachen…

Das Leben verändert sich für mich gerade mit einem atemberaubenden Tempo. Nicht nur, dass ich inzwischen mit einem Fahrradanhänger Wocheneinkäufe und Essensabholungen erledige, somit das Auto steht, nein, ich habe auch das Inline-Skaten begonnen – das habe ich ja hier schon mehrfach erzählt.

Was nicht so viel thematisiert wurde, sind andere Dinge, die ins Rutschen gerieten. Mein Mann und ich beginnen derzeit, unsere Wohnung ein wenig umzugestalten und mehr unseren Bedürfnissen anzupassen. Vor neuneinhalb Jahren sind wir hier eingezogen, wir haben die eine oder andere Sache modifiziert, aber dann war lange Ruhe. Derweil veränderte sich unser Leben, veränderten sich unsere Lebensgewohnheiten, und wir wohnten immer noch in einer Wohnung, die wir von der Schwester meines Mannes und ihrer Familie übernommen hatten, mit kleinen Veränderungen und nicht wenigen Teilen des Mobiliars der Junggesellen-Wohnung meines Mannes und meiner Studentenbude. Nun haben wir den noch hier verbliebenen Holzofen abbauen lassen, den Kamin dafür schließen. Wir nutzten ihn eh nicht, nun ist an seiner Stelle erheblich mehr Platz und eine Spirituosen- und Sport-Trophäen-Vitrine. Das Gästezimmer wird langsam zum Homeoffice/Gästezimmer/Ersatzwohnzimmer. Es geht vieles voran!

Dazu merke ich wieder, wie sehr das Radfahren bei mir etwas anspricht, das bei anderen von Autos angesprochen wird: Tuning, Bastelei, Upgrades. Leistungsmesser-Kurbeln, Trikots, die zu meinen Geschichten passen, Trikots der Sport Löwen, nun auch Zeitfahr-Lenker-Extensions für das grüne Carbon-Rad, den Green Scooter Killer.

Warum ich heute darüber schreibe? Nun, gestern Abend wollte ich die Lenker-Extensions montieren, das erwies sich als nicht ganz einfach, so ganz nebenbei entdeckte ich dabei, dass meine Vorderradbremse am Rennrad nicht mehr richtig zurückschnappte, weil eine Achse verdreckt war. Das habe ich behoben, dazu die Extensions montiert und war stolz wie eine Königin. Heute früh war ich morgens im Homeoffice, dann beim Arzt, bekam meinen ersten Impftermin vereinbart, fuhr ins Büro, um Post zu sichten und ein paar Dinge zu klären, fuhr wieder heim und hielt eine Schulung für unsere Neuen. Dann testete ich ausgiebig die Lenker-Extensions und war völlig begeistert. Dazu wird es langsam wärmer – freilich, schön wird’s nur am Sonntag, aber kalt ist inzwischen nicht mehr so kalt wie noch in der kalten Jahreszeit.

Ich sprieße, blühe auf. Der metaphorische Winter, in den Corona uns am Ende des letzten Winters geschickt hat, hat mich viele Knospen treiben lassen – und vieles davon blüht nun auf. Und da wird einiges verrückt, an neue Stellen, gewinnt neue Qualitäten.

Ver-rückt eben!

Gezähmt: Der innere Schweinehund

Mein innerer Schweinehund ist derzeit wohl ein ziemlich zahmes Tierchen. Ich mache recht viel Sport, meinen Jahres-Durchschnitts-Zielen bin ich (vom derzeit schwer zu realisierenden Schwimmen abgesehen) weit voraus:

Zielerreichung, Stand 30.03.

Beim Laufen sind’s fast zwei Wochen, die ich meinem Ziel voraus bin, beim (niedrig gesteckten) Skate-Ziel sogar fast zwei Monate. Generell läuft’s gut. Aber aus verschiedenen Gründen habe ich nun, in der letzten Halbwoche des ersten Quartals, mit dem Laufen ein bisschen langsam getan. Am Sonntag war’s „nur“ Halbmarathon-Distanz, gestern und heute bin ich gar nicht gelaufen. Freilich, für morgen sind Intervalle geplant, aber… die letzten Wochen war ich Stand Dienstag meistens schon bei 30 Kilometern.

Eine Ruhewoche manchmal tut einem gut. Das weiß ich, und ich beherzige es seltener, als ich es vielleicht sollte. Allerdings geht es mir gut dabei. Und wie gesagt: Ich bin meinen Zielen voraus, zumindest das Ende des Quartals mal ein bisschen ruhiger anzugehen, das ist durchaus drin. Erst recht, weil man ja über Ostern nicht viel anderes tun können wird als Sport zu treiben… Wahrscheinlich werde ich meinen vierten Marathon für 2021 schon an Ostern erledigen und somit auch den Grundstein für drei oder mehr Marathons oder längere Distanzen im zweiten Quartal legen.

Und dennoch ist da diese kleine Stimme, die in mein Ohr wispert: „Zwei Tage nicht gelaufen? Himmel, Tally, Du lässt es schleifen! Was, wenn das so anhält? Wie schnell verliert man diese prägende Gewohnheit?“

Ich werde wieder laufen, ich verliere nicht die Gewohnheit, und dick und fett werde ich auch nicht, immerhin bin ich gestern wie heute ein erkleckliches Stückchen Rad gefahren und jeweils auch auf Inline-Skates unterwegs gewesen. Aber es ist schon krass, wie sich mein Kopf meldet, wenn mal mehr als ein Lauf-Ruhetag dazwischen ist…

Entertainer

Wie es scheint, ist an mir wohl ein Entertainer verloren gegangen. Freilich liegt das immer im Auge des Betrachters, aber heute hatte ich gewisse Indizien, dass ich eine Geschichte im realen Leben, sofern ich viel Anteil daran nehme, ganz gut erzählen kann.

Heute Mittag hatte ich aus irgendeinem Anlass kurz mit einer Kollegin zu tun, die auch Physik studiert hat, wenn auch mit anderen Fokus als ich. Wir hatten es dann kurz von Physik-Professoren und wie die so drauf sind, dann erzählte ich ihr noch etwas anderes und sie fragte nach. Wie es so kam, verquatschten wir uns: Von meinem Physik-Hauptdiplom in theoretischer Physik kamen wir auf meine (ganz gegensätzlich verlaufene) Hauptdiplomprüfung in experimenteller Physik. Dann kam das Thema auf meine Selbstbelohnung danach (eine abenteuerliche Fahrt mit dem Auto über mautfreie Straßen durch die Schweiz und Frankreich nach Le Bourg d’Oisans, Übernachtungen im Auto, das Bergzeitfahren in l’Alpe d’Huez während der Tour de France 2004) und dann auf Radsport.

Schließlich landeten wir dabei, dass sie fragte, wie Radsport schauen so sei. Also schilderte ich, was mich daran fasziniert – anhand dreier Bergankünfte, die großen Eindruck bei mir hinterlassen haben, durch die Bank aber schon sehr lange her sind:

  • Miguel Indurains Verfolgungsjagd nach Lourdes Hautacam 1994, als er zusammen mit Luc Leblanc alle Spitzengruppen jagte, einholte und hinter Luc Leblanc zweiter in Hautacam wurde.
  • Bjarne Riis‘ Angriff von der Spitze der fünfköpfigen Spitzengruppe, diese schiere Demonstration bloßer Überlegenheit, als vier starke Bergfahrer, die normal sehr wechselschnell fahren können, einem von der Spitze der Gruppe wegradelnden Riis nicht mehr folgen konnten – wieder in Lourdes Hautacam.
  • Jan Ullrichs Zurückfallen zum Teamwagen mit Walter Godefroot, sein lässiges zurückradeln in die zerrupften Reste des Hauptfeldes – und dann seine Attacke, wie er in der Serpentine forciert, wie er Virenque abhängt, die Zweiergruppe um Cédric Vasseur im gelben Trikot stehen lässt.
    Wie er dann den Kopf schüttelt, als er den führenden Ausreißer stehen lässt, höher hinaus stürmt, seinen Trikot-Reißverschluss schließt und sich dann umschaut, ob ihm jemand folgt, doch da ist keiner mehr…

Ich scheine es gut gemacht zu haben. Ich scheine meine Begeisterung, meine Gänsehaut von damals gut transportiert zu haben, denn sie tupfte kurz ihre Augen. Es ist selten, dass jemand die Dramatik, die unglaubliche Spannung und diese Gänsehaut nachfühlen kann, die es in mir weckt, einen Helden an einem Berg eines Straßenradrennens geboren werden zu sehen. Und sei’s nur bis zum nächsten Tag, wenn die anderen ihn deklassieren, oder bis herauskommt, dass er gedopt hat, oder alles zusammen.

Vermutlich kann ich das wirklich nur bei Dingen, von denen ich überzeugt bin, zu denen ich eine emotionale Bindung habe. Aber bei denen scheine ich es zu können – eine Spannung aufzubauen, eine Erzählung zu kreieren, die mitreißt. Das freut mich, denn ich weiß, dass es mir sehr viel bedeutet, diese enorme Begeisterung transportieren zu können. Vielleicht werde ich, wenn ich nun wieder anfange, Radsport zu schauen, neue solche Szenen erleben und den Leuten erzählen… das wäre schon klasse, finde ich.

Zahlen und Analyse – diesmal nicht Sport

Zahlen, Analyse, Statistik und deren Darstellung in Diagrammen sind mein Ding. Das weiß ich selbst, das weiß jeder, der diesen Blog liest. Bisher habt Ihr das vor allem für meinen Sport gesehen – Monatsbilanzen, Projekt „zum Mond“, Wettkampfanalysen und dergleichen.

Da ich aber auch mit Spannungskopfschmerzen und einer chronischen entzündlichen Darmerkrankung geschlagen bin und leider dieses Jahr auch mit psychischer Belastung durch eine Kombination mehrerer Faktoren kämpfe, habe ich mir ein Tagebuch hierfür angelegt. Die Idee resultiert aus dem Trainingstagebuch in Excel und der Frage, ob ich wegen der Kopfschmerzen nicht ein Schmerztagebuch führen wolle. Also habe ich mal angefangen…

Toll geht es mir dieses Jahr nicht, wie man sieht.

Freilich höre ich schon die ersten unken, ich solle die Probleme lösen, statt sie nur zu dokumentieren. Das ist aber gar nicht so einfach voneinander zu trennen. Für mich ist die Aufzeichnung, die Analyse, die Darstellung Teil der Lösung. Wenn ich für mich ehrlich aufschreibe, wann war ich wie krank, was war los und so weiter, dann hilft mir das. Es hilft vor allem dabei, zu erkennen, wo die Ursachen, wo die gerade drängendsten Probleme liegen.

Zu meiner Verblüffung habe ich, vielleicht auch dank des Sports (insbesondere Dehnen und Rückenstärkung in Sachen Kopfschmerz, insbesondere Stressabbau durch Ausdauersport in Sachen Darm) die beiden physischen Aspekte Kopfschmerz und Darmerkrankung trotz unglücklich verlaufenem ersten Jahressechstel ganz gut im Griff. Das freut mich schon deswegen, weil mit einer nicht-ansteckenden, aber für beide belastenden Sache bei meinem Mann, hoher Last auf der Arbeit und der Pandemie mit allen Auswirkungen einiges zusammenkam, das mich psychisch belastet hat. Das gilt es nun in den Griff zu bekommen. Dabei hilft die Vogelperspektive, die ich mit diesen Diagrammen einnehme, aber auch Listendarstellung, mit der man ja vielleicht Korrelationen zwischen verschiedenen Dingen erkennen können wird. Ich bin allerdings noch nicht so weit, die Korrelationssuche zu teilautomatisieren. Vielleicht braucht es das aber auch gar nicht.

Ich will zum Mond!

Seit einer Weile trage ich diese Idee mit mir herum. Ich will zum Mond!

Ist sie nicht ein bisschen alt, um zur Astronautin umzuschulen, fragt Ihr? Ist es nicht ein weiter Schuss, wo schon seit 1972 kein Mensch mehr auf dem Mond war und die bisherigen Planungen für einen erneuten bemannten Mondflug – nun, eher vage sind?

Ja, alles richtig. Der Satz „Ich will zum Mond!“ ist ein wenig metaphorisch zu verstehen, denn ich möchte nicht in einer Raumkapsel zu unserem Erdtrabanten reisen. Was hat das also mit dem Mond zu tun, was ich hier will?

Es ist ganz einfach – oder zumindest fast ganz einfach. Seit einiger Zeit erscheint es mir erreichbar, mit Muskelkraft in absehbarer Zeit die äquivalente Strecke einer Erdumrundung zu erreichen: 40.000 Kilometer. Mit meiner Lauferei habe ich knappe 13.000 Kilometer, dazu kommen inzwischen deutlich über 8.000 Kilometer auf dem Rad. Letztere werden schneller anwachsen, so dass ich realistischerweise irgendwann 2022 mit Rad- und Laufkilometern zusammengenommen den Erdumfang erreichen kann, 2025 wohl an Radfahrkilometern die 40.000 gesammelt haben könnte und bis Ende des Jahrzehnts wohl auch mit reinen Laufkilometern der Erdumrundung nahe kommen werde. Freilich, das sind langfristige Fleiß-Ziele, aber alle erreichbar innerhalb meines aktuellen Lebensjahrzehnts.

Deswegen habe ich mir nun eine neue Distanz gesucht, die ich danach noch anstreben kann: Die Entfernung Erde-Mond. Ich möchte also im übertragenen Sinne mit Muskelkraft zum Mond, also eine Strecke mit dem Rad, auf Laufschuhen, mit Inline-Skates, beim Schwimmen… erreichen, die eben dieser Entfernung entspricht. Nun gibt es nicht „die“ Entfernung Erde-Mond, denn wie die Erde um die Sonne vollführt auch der Mond um die Erde eine Ellipsenbahn. Mit rund 363.300 Kilometern kommt der Mond in seinem Perigäum der Erde am nächsten, maximal entfernt ist er mit 405.500 Kilometern in seinem Apogäum. Als Physikerin könnte ich nun einerseits die mittlere Entfernung wählen, aber ich nehme lieber eine wesentliche Größe der Bahndaten: Die große Halbachse der Bahnellipse. Das sind dann 384.400 Kilometer.

Ich werde mir also irgendwann die Tage all meine Strecken als Summe zusammenführen und mir jeweils anzeigen lassen, welchen Bruchteil des Erdumfangs ich mit einzelnen Aktivitäten und der Summe zurückgelegt habe – und als Gesamtziel, welchen Bruchteil der Entfernung Erde-Mond (große Halbachse) ich bereits hinter mir habe. Das ist dann freilich ein Lebensziel. Mit rund 22.400 Kilometern habe ich seit 2017 zwar bereits eine Menge Strecke absolviert, aber es sind gerade erst etwas mehr als 5% der Distanz zum Mond. Durch das Wiederentdecken der Radlerei ist es nicht ganz so hoffnungslos, wie es in der Extrapolation (1% pro Lebensjahr) erscheint, aber ein Weilchen wird’s schon dauern. Wenn ich aber, wie der Schwiegervater meiner Schwester, bis jenseits der 70 laufe und auch Rad fahre, dann kann es klappen. Und irgendwann kann ich dann vielleicht sagen: Ich habe zwar nicht buchstäblich, aber zumindest im übertragenen Sinne den Mond erreicht. Das wäre doch mal was!

Messfehler und zwei Arten von Ruhe

Weihnachten und der Jahreswechsel waren schön – das kann man nicht anders sagen. Leider habe ich nicht mit all den vielen Leuten mein Wiegenfest am Heiligen Abend verbringen können – und die Besuche zu Silvester waren auch eingeschränkt. Mein Mann und ich haben zwei gute Freunde, die einen Haushalt bilden, über die Festtage hier gehabt, und diese dann über den Jahreswechsel besucht. Es gab noch einen direkten Kontakt mehr, sonst war es das – Corona-konform.

Sportlich allerdings war die Zeit von Weihnachten über den Jahreswechsel suboptimal. Ich wollte nicht dauernd draußen sein, während ich Besuch hatte, die Lauftreff-Möglichkeiten waren auch eingeschränkt, und so lief es irgendwie nicht. Und so waren die wenigen Läufe, die ich nach den Festtagen gemacht habe, von zu hoch gemessenem Puls geprägt, dazu fehlte ein bisschen Dehnung und Training für den Nacken – und prompt hatte ich überhäufig Kopfschmerzen und war auch ansonsten nicht so fit.

Tja, nun hat sich das geklärt: Ruhe vor dem üblichen Stress mit Arbeit und allem drum und dran tut mir gut, Ruhe vor Sport nicht. Der zu hohe Puls lag schlicht daran, dass ich eine schlechte Batterie in meinen Pulsgurt eingebaut hatte – und der somit keine Daten lieferte. Die Laufeffizienz-Daten kamen nur vom RD-Pod. Die Handgelenksmessung des Pulses, das weiß ich schon, ist bei kaltem Wetter nicht so toll bei mir. Somit habe ich leider für mein neu geschaffenes Schmerztagebuch in Excel schon einige Einträge, ein paar Läufe mit absurd schlechter Form (die aber falsch bestimmt ist, wegen der Messfehler) – und weiß eines genau: Ruhe vor der üblichen Jagd des Lebens mit Arbeit und Alltag tut mir gut, Ruhe vor Sport nicht so.

Schade, dass es die freien Tage fast ganz brauchte, bis diese Erkenntnis da war. Aber besser Erkenntnis als keine!