One done, nine to go

Mein Zielerreichungs-Dashboard in meinem Trainingstagebuch, Stand gestern.

Ich habe mir für dieses Jahr Ziele definiert – gewohnt ambitioniert für’s Laufen, inzwischen auch ambitioniert beim Radfahren: zehn Kilometer Laufen am Tag im Jahresschnitt und zwanzig Kilometer Radfahren pro Tag, ebenfalls im Jahresschnitt. Bei beiden Zielen bin ich gut auf dem Weg. Auch die Gesamtstrecke und auch die Zeit, die ich mit Sport verbringen will, wird durch laufen und radfahren dominiert: zwei Stunden am Tag würde bei 10 km/h zu Fuß und 20 km/h auf dem Rad genau mit meinen Zielen an Kilometern korrespondieren. Ich bin freilich etwas schneller als das… aber es kommen ja weitere Sportarten dazu. Diese bedingen auch, nach vorsichtiger Zielsetzung, dass die Gesamtkilometer pro Tag im Jahresschnitt ein wenig über den 30 Kilometern pro Tag liegen, die sich aus meinen beiden Hauptsportarten ergeben.

Vorsichtig definiert habe ich die Streckenziele, die im vergangenen Jahr gar nicht beackert wurden: Schwimmen und Inlineskaten. Bei ersterem habe ich extrem vorsichtige 1000 Meter pro Monat definiert – und die sind mit den gestrigen Kilometern erfüllt. Beim Skaten bin ich recht weit, ein Kilometer im Schnitt pro Tag ist aber auch ein sehr vorsichtiges Ziel. Vorsichtige Ziele sind aber bei Dingen, die man nicht einschätzen kann, gute Ideen, finde ich.

Was Krafttraining, Dehnen und Balance angeht, bin ich auch auf einem guten Weg und das kann ich auch recht gut einschätzen.

Aber am Ende des Tages ist erstmal zu feiern, dass ich mein erstes Jahres-Mengenziel bereits 23 Tage nach der Jahresmitte erreicht habe. Ich werde dennoch weiter schwimmen gehen – im Herbst ist, sofern die Auswirkungen der Delta-Variante es zulassen, sogar noch ein neu zu erlernender Schwimmstil, nämlich kraulen geplant. Ich hoffe, der Kurs wird stattfinden. Ich schwimme zwar schon solide über 2 km/h Brust, aber Kraulen ist halt doch ein deutlich schnellerer Stil – und den würde ich gerne lernen.

[KuK] Zielstand 1.7.

Zielerreichung Stand 01.07.2021 00:00 – weiter auf dem Weg!
Zielerreichung für das Jahr 2021, Bergfest.

Ich bin wieder da – und versuche, vielleicht nun nach einer Serie „Nicht-Posten“ wieder eine Serie des Postens aufzumachen. Hier seht Ihr, dass ich mit den globalen Zielen ganz gut dabei bin – und mit den Zielen für dieses Jahr zur Halbzeit jeweils schon deutlich über halber Strecke, Sportzeit oder Trainingsmenge in anderem Maß bin. Sehr ermutigend ist das!

[KuK] Im grünen Bereich

Nachdem das Radfahren am Ende des Winters, das Inlineskaten im Frühjahr und alles andere über die Zeit grün wurde, bin ich nun auch beim Schwimmen im grünen Bereich.

Mit der gestrigen Aktion – Radfahren zum Freibad, umdrehen, weil’s voll ist, auf der Rückfahrt Zwischenstopp am See zum Freiwasserschwimmen – bin ich nun mit allen meinen Aktivitäten bei der Zielerreichung auf dem Weg.

Zur Erläuterung: Per bedingter Formatierung werden Sparten, in denen ich kein Ziel definiert habe, in Blau angezeigt, bei definiertem Ziel gibt es vier Möglichkeiten: Rot heißt, dass ich weit hinter meinem Ziel liege, Gelb steht für geringfügigen Rückstand hinter meinem Ziel (10% Mehraufwand gegenüber dem Plan reicht, um aufzuholen), Hellgrün schließlich steht dafür, dass ich im Plan oder auch davor bin. Dunkelgrün zu guter letzt zeigt Ziele an, die ich schon erreicht habe.

Deutlich zu sehen ist: Alles grün, ich bin also gut auf dem Weg. Elf Tage vor der Jahres-Halbzeit stehe ich bei fast allen Zielerreichungen über 50%. Nicht, dass zwölf Kilometer Schwimmen besonders ambitioniert wären, für ein ganzes Jahr, oder ein Schnitt von einem Kilometer Skaten pro Tag. Aber beides habe ich dieses Jahr erst angefangen… und somit vorsichtige Ziele gesetzt.

Beim Krafttraining ist meine Zielerreichung im Moment über Eigengewichtstraining in Arbeit, mit dem Fitnessstudio warte ich noch, bis das wieder einfacher wird. Tage, an denen ich mindestens zwei verschiedene Übungen absolviere, gelten als Trainingstage, drei pro Woche verlange ich von mir. Bei der Menge des Trainings lasse ich mir die Freiheit zur Variation, habe aber ein „Mengenmaß“ in „Kniebeugen-Äquivalenten“ (squat equivalent, SE) definiert und jeder Übung eine Wertigkeit in SE zugeordnet. 600 SE verlange ich von mir in der Woche, also im Schnitt 200 SE pro Trainingstag. Insbesondere schwere Übungen wie Liegestützen haben natürlich einen SE-Wert von mehr als eins, so dass man da nicht 200 Wiederholungen braucht, um das Pensum zu erreichen. So messe ich – mit gewissen Abstrichen – dass ich ein abwechslungsreiches, regelmäßiges und umfangreiches Krafttraining für Rumpfstabilität und alles weitere absolviere.

Ziele Formulieren…

…ist nicht so einfach. Sie sollen ja realistisch, also erreichbar sein. Außerdem sollen sie ambitioniert sein, und zudem irgendwie messbar und attraktiv darstellbar. Bei Strecken bietet sich da ja der Vergleich mit verschiedenen anderen Strecken an.

Für die Ziele innerhalb eines Jahres bin ich da dran, dass ich eine Strecke, die ich im Jahresmittel pro Tag erreichen möchte, für mich definiere und dann damit vergleiche. Natürlich laufe ich nicht jeden Tag genau zehn Kilometer, fahre nicht jeden Tag zwanzig Kilometer Rad und schwimme nicht einmal im Monat einen Kilometer. Aber im Mittel läuft’s darauf raus. Wenn ich feststelle, dass das mit dem Schwimmen sich etabliert, kann es durchaus sein, dass ich im kommenden Jahr „eine 50-Meter-Bahn am Tag im Jahresschnitt“ definiere. Aber für den Moment sind die 1000 Meter pro Monat im Mittel eine gute Sache. So sieht das dann aus:

Mein Trainingstagebuch wählt dabei automatisch das richtige Jahr aus, für das es die Summe der Kilometer bzw. Trainingstage, Trainingszeit oder der „Kniebeugen-Äquivalente“ (SE = Squat Equivalent) nimmt und mit meinen Zielen vergleicht. In der Tabelle sind auch einzig und allein die Ziele die Werte, die ich ohne entsperren des Blattes ändern kann. Automatisch werden die Zeilen gefärbt: Blau steht dafür, dass kein Ziel definiert ist, Rot zeigt an, dass ich weit hinter meinem Ziel hinterherhinke, gelb zeigt an, dass ich mit 10% mehr Aufwand als vordefiniert zu meinem Ziel aufholen kann – und das viele Grün zeigt an, dass ich gut im Rennen bin, also Vorsprung vor meinem Ziel habe. Hätte ich – was um die Jahresmitte noch unwahrscheinlich ist – mein Ziel schon erreicht, würde das helle Grün zu einem satten Dunkelgrün.

Aber eigentlich geht es mir hier um langfristige Ziele: Gesamtsummen von Kilometern verglichen mit greifbaren Strecken. Folgende Vergleiche habe ich ja schon länger am Start: Gesamtkilometer vergleiche ich mit Umrundungen der Erde und der Strecke zum Mond, Lauf- und Radkilometer mit Umrundungen der Erde und Skate-Kilometer im Moment noch mit Mondumrundungen. Nur beim Schwimmen fehlte noch ein Ziel…

Es wurde also eine Atlantik-Querung, eine möglichst kurze: Von St. John’s auf Neufundland nach Portmagee oder An Caladh in Irland. Aber auch das wird ein Ziel, für das ich lange durchhalten muss. Aber ich habe gerade erst angefangen, das wird sich schon noch zeigen, wie unrealistisch das genau ist…

Fazit: Der April ist nicht so gelaufen

Es bleibt dabei – gut wird’s erst wieder im Mai. Der April ist einfach nicht mein Monat. Letztes Jahr war ich verletzt, Zehenstreckerzerrung. Dieses Jahr war’s subtiler: Kopfschmerzen, Motivationsprobleme, eine schmerzhafte Hämorrhoidenepisode. Auch wenn Ihr jetzt sicher alle schreiend wegrennt. Wie kann sie nur sowas schreiben!

Einzig beim Radfahren gab es Fortschritte – freilich, wie oben zu sehen, nicht in der Kilometerleistung. Aber ich habe mit dem neuen Radanhänger und den Front- und Backroller-Taschen drei von vier Wocheneinkäufen und zwei Abholungen von bestelltem Essen bestritten. Außerdem wird mehr und mehr gesetzt, dass ich auch draußen mit Klickpedalen fahre:

Mit den Kilometerzielen läuft’s immer noch gut, das Sportstundenziel ist auch noch in Reichweite. Einzig Schwimmen bleibt eine Baustelle, aber das kann ich derzeit auch nicht ändern:

[KuK] Im grünen Bereich

Dies ist kein Statement zur Landtagswahl in Baden-Württemberg. Nein, ich bin anderweitig „im grünen Bereich“. Meine Zielerfüllung bei Ausdauer- und Kraftsport für das Jahr 2021 verwalte ich ja über eine Liste, die automatisch aus meinem Trainingstagebuch die Daten des laufenden Jahres nimmt und mit dem Stand vergleicht, den ich erreicht haben müsste, wenn ich an meiner Zielerreichung genau jeden Tag ein Dreihundertfünfundsechzigstel Fortschritt machen würde.

Man könnte sagen, ich habe mir für meine verschiedenen Ziele virtuelle Pacer in Excel geschrieben. In jeder Zeile wird über bedingte Formatierung automatisch angezeigt, ob ich meinem Ziel voraus bin (hellgrün), es bereits ganz erreicht habe (dunkelgrün), dem Ziel höchstens 10% hinterherhinke (gelb) oder dem Ziel mehr als 10% hinterherhinke (rot). Habe ich mir kein Ziel definiert, erscheint die Zeile in blau.

…und wie soll ich sagen: Mit der Fahrt zur Arbeit, der Fahrt von dort heim und einer kleinen Tribbelei am Abend vor dem Voicechat mit den Leuten, mit denen ich außerhalb von Corona-Zeiten am Montagabend DVD schauen würde, habe ich heute das vorletzte Ziel „vor die Welle“ gebracht. Nur das Schwimmen dümpelt mangels Schwimmbädern und Badeseen weiterhin bei Null, alles andere ist im Plan. Nun gilt’s, vor der Welle zu bleiben!

Zum Weglaufen? – Fortschritte

Mein Jahresziele-Board… Stand heute. Grün hinterlegt sind Ziele, bei denen ich einen größeren Anteil des Ziels schon erfüllt habe, als in diesem Jahr Tage schon vergangen sind. Bei Gelb hinterlegtem bin ich zwischen 10% hinter dem Ziel und genau in der Zielvorgabe – das Jahr selbst ist natürlich GENAU in der Zielvorgabe. Bei rot hinterlegten habe ich mehr als 10% Rückstand.

Ich bemühe mich ja, meinen Sport durch Ziele ein bisschen in strukturierte Bahnen zu lenken. 20 Kilometer Radfahren pro Tag, 10 Kilometer Laufen, einen Kilometer Skaten habe ich mir zum Ziel gemacht – im Jahresschnitt. Da läuft’s beim Laufen gut, ich habe über 120 Kilometer Vorsprung. Bei der Radlerei hinke ich fünf Tage oder 100 Kilometer hinterher. Das Skaten ist heute – im Prinzip „soeben“ in die grüne Zone gekommen, 1,69 Kilometer Vorsprung habe ich nun. Wenn ich Montag wieder skate, bleibt die Sache grün. Mit Gesamtzeit und Gesamtkilometern sieht es auch gut aus – nur beim Schwimmen kommt in Ermangelung offener Schwimmbäder und ausreichender Wärme für Badeseen gerade immer mehr Rückstand zusammen.

Mittlerweile habe ich mir auch das Dehnen, die Zeit auf meinem Balance-Board und das Krafttraining (sowohl die Regelmäßigkeit als auch die Menge) als Ziele gesetzt und bin hier ordentlich dabei. Vielleicht muss ich nächstes Jahr die Ziele hochschrauben oder sie dieses Jahr dynamisch anpassen. Hier sind die Vorgaben noch experimentell, sie helfen mir aber, genug Eigengewichts-Krafttraining zu machen, um Kopfschmerzen zu verhindern, und genug zu dehnen, um Verletzungen vorzubeugen.

Mal sehen, wann ich die rot hinterlegte Zeile für’s Schwimmen mal angehen kann, Schwimmanzüge habe ich ja nun. Beim Radfahren ist eigentlich meine Idee, Ende des ersten Quartals im Plan zu sein.

Ich will zum Mond!

Seit einer Weile trage ich diese Idee mit mir herum. Ich will zum Mond!

Ist sie nicht ein bisschen alt, um zur Astronautin umzuschulen, fragt Ihr? Ist es nicht ein weiter Schuss, wo schon seit 1972 kein Mensch mehr auf dem Mond war und die bisherigen Planungen für einen erneuten bemannten Mondflug – nun, eher vage sind?

Ja, alles richtig. Der Satz „Ich will zum Mond!“ ist ein wenig metaphorisch zu verstehen, denn ich möchte nicht in einer Raumkapsel zu unserem Erdtrabanten reisen. Was hat das also mit dem Mond zu tun, was ich hier will?

Es ist ganz einfach – oder zumindest fast ganz einfach. Seit einiger Zeit erscheint es mir erreichbar, mit Muskelkraft in absehbarer Zeit die äquivalente Strecke einer Erdumrundung zu erreichen: 40.000 Kilometer. Mit meiner Lauferei habe ich knappe 13.000 Kilometer, dazu kommen inzwischen deutlich über 8.000 Kilometer auf dem Rad. Letztere werden schneller anwachsen, so dass ich realistischerweise irgendwann 2022 mit Rad- und Laufkilometern zusammengenommen den Erdumfang erreichen kann, 2025 wohl an Radfahrkilometern die 40.000 gesammelt haben könnte und bis Ende des Jahrzehnts wohl auch mit reinen Laufkilometern der Erdumrundung nahe kommen werde. Freilich, das sind langfristige Fleiß-Ziele, aber alle erreichbar innerhalb meines aktuellen Lebensjahrzehnts.

Deswegen habe ich mir nun eine neue Distanz gesucht, die ich danach noch anstreben kann: Die Entfernung Erde-Mond. Ich möchte also im übertragenen Sinne mit Muskelkraft zum Mond, also eine Strecke mit dem Rad, auf Laufschuhen, mit Inline-Skates, beim Schwimmen… erreichen, die eben dieser Entfernung entspricht. Nun gibt es nicht „die“ Entfernung Erde-Mond, denn wie die Erde um die Sonne vollführt auch der Mond um die Erde eine Ellipsenbahn. Mit rund 363.300 Kilometern kommt der Mond in seinem Perigäum der Erde am nächsten, maximal entfernt ist er mit 405.500 Kilometern in seinem Apogäum. Als Physikerin könnte ich nun einerseits die mittlere Entfernung wählen, aber ich nehme lieber eine wesentliche Größe der Bahndaten: Die große Halbachse der Bahnellipse. Das sind dann 384.400 Kilometer.

Ich werde mir also irgendwann die Tage all meine Strecken als Summe zusammenführen und mir jeweils anzeigen lassen, welchen Bruchteil des Erdumfangs ich mit einzelnen Aktivitäten und der Summe zurückgelegt habe – und als Gesamtziel, welchen Bruchteil der Entfernung Erde-Mond (große Halbachse) ich bereits hinter mir habe. Das ist dann freilich ein Lebensziel. Mit rund 22.400 Kilometern habe ich seit 2017 zwar bereits eine Menge Strecke absolviert, aber es sind gerade erst etwas mehr als 5% der Distanz zum Mond. Durch das Wiederentdecken der Radlerei ist es nicht ganz so hoffnungslos, wie es in der Extrapolation (1% pro Lebensjahr) erscheint, aber ein Weilchen wird’s schon dauern. Wenn ich aber, wie der Schwiegervater meiner Schwester, bis jenseits der 70 laufe und auch Rad fahre, dann kann es klappen. Und irgendwann kann ich dann vielleicht sagen: Ich habe zwar nicht buchstäblich, aber zumindest im übertragenen Sinne den Mond erreicht. Das wäre doch mal was!

Ziele

Inspiriert von diesem Beitrag auf laufzeile.de habe ich mich mal mit Zielen beschäftigt. Denn ein Ziel kann so vieles sein… 

Ich habe mich dann gedanklich mal darauf eingelassen, was ein Ziel überhaupt ist, und bin dabei auf den Punkt gekommen, dass Ziele verschiedenen Kategorien angehören, die man als solche benennen kann. Diese können dann helfen zu verstehen, wie man das Ziel angehen sollte. Folgende Aspekte sind mir dabei eingefallen: 

  1. Motivation:
    Der Fokus liegt hierbei darauf, warum ich etwas tue und warum ich etwas erreichen will bzw. was ich damit genau erreichen will. Beim Laufen gibt es da eine Menge verschiedene Möglichkeiten. 

    1.a. Gesundheits-Aspekte: Ich möchte verhindern, dass ich krank werde, und mich so über das Laufen fithalten. Vielleicht möchte ich auch ganz konkret meinen Rücken entspannen, um weniger Kopfschmerzen zu haben, oder Stress (und damit Stresshormone) abbauen, um meine chronisch entzündliche Darmerkrankung in den Griff zu kriegen. Das waren nun von meiner Situation inspirierte Ziele. Bei anderen geht’s vielleicht darum, Fettpolster abzubauen, um einen niedrigeren Cholesterinspiegel zu haben, Herzerkrankungen vorzubeugen, Gelenke wieder beweglich zu bekommen… 

    1.b. Andere Selbstverbesserungs-Aspekte: Ich möchte schlanker oder hübscher aussehen und laufe daher, um Fett zu verbrennen oder einen knackigeren Hintern zu bekommen (auch wenn da Krafttraining sicher besser geeignet ist), oder ich möchte den antrainierten Muskel-Sixpack am Bauch von seiner Unterhaut-Fettgewebe-Polsterverpackung befreien (wofür Laufen wieder ganz gut funktioniert). Eventuell möchte ich auch den Alltag besser bewältigen und mir dafür Kondition anlaufen – vielleicht auch besser schlafen. 

    1.c. Wettkampf-Aspekte: Ich möchte eine gewisse Strecke laufen können, oder eine gewisse Strecke schneller als eine bestimmte Zeit bewältigen. Eventuell möchte ich auch Siege erlaufen oder einen bestimmten Konkurrenten schlagen. Mir persönlich sind die Wettrennen gegen mich und meine Ziele wie auch die Vorbereitung darauf sympathischer und letztlich haben sie mich über die Zeit auch mehr motiviert. Wer genau auch beim nächsten Wettlauf sein wird und ob man dann dort siegen kann oder nicht, hängt ja auch vom anderen ab. 

    1.d. Freude am Laufen: Spricht wohl für sich selbst, ist aber auch die Erreichung in sich selbst.

    Dieser ganze Block 1 bildet Ziele orientiert an der dahinterstehenden Motivation ab. Da wir für vieles erstmal die Motivation, gegebenenfalls (insbesondere im wettkampforientierten Bereich) sogar eine Menge Hingabe brauchen, ist die Frage, warum wir uns ein Ziel setzen, durchaus eine bedeutende. Insbesondere bei ambitionierten Zielen kann es eine Menge Hingabe sein, die gefordert ist…
  2. Ambition:
    Wie schwierig ist das Ziel zu erreichen? Das hängt natürlich auch von der Ausgangsposition ab. Sehr schwer zu erreichende Ziele brauchen eine stärkere Motivation, mehr Hingabe, als einfach zu erreichende. Oftmals ist es hilfreich, ein realistisches Ziel zu formulieren – was ich ganz einfach erreiche, ist eigentlich kaum ein Ziel, das mir Fokus und Richtung gibt, was unmöglich zu erreichen erscheint, demotiviert mich eher. Ein Weg, den ich für mich als überaus sinnvoll und hilfreich erlebt habe, ist es, Ziele abzustufen. Man kennt das zum Beispiel vom Crowdfunding: Es gibt das Mindestziel und Stretch-Goals, eventuell sehr verschiedene Stretch-Goals. Das Konzept ist auf vieles anwendbar: Laufe ich, um abzunehmen, so kann ich mir als Mindestziel definieren, die über den Grundumsatz hinaus vertilgten Kalorien per Ausdauersport wieder rauszuhauen, als Soll, ein bestimmtes Kaloriendefizit für den Tag zu bestimmen und als Stretch-Goal ein höheres Defizit ansetzen. Auch beim Erreichen von bestimmten Wettkampfzeiten kann ich mir Stufen definieren: „Mindestens will ich die 44 Minuten unterbieten – unter 42 Minuten beim Zehner-Wettkampf wären das Soll, wenn’s gar unter 41 geht, dann muss das aber gefeiert werden!“ Gerade diese Ambitionsabstufung hat mir oft sehr geholfen, nicht ganz den Fokus zu verlieren, wenn es mal nicht so lief. 
  3. Dimension:
    Wie groß ist das Ziel eigentlich? Es kann ein kurzfristiges Ziel sein – eine gewisse Zahl von Kilometern in der Woche oder gar nur am Tag. Dann kann es ein mehrwöchiger Trainingsplan sein, eine Anzahl von Intervalltrainings in einem gewissen Zeitraum, so und so viele Kilometer im Jahr – oder gar ein langfristiges Ziel wie einen Ultramarathon oder beispielsweise den Marathon unter drei Stunden zu laufen.

Die Motivation gibt mir oft die Idee, wie ich andere Ziele organisiere. Geht es mir um die Regelmäßigkeit beim Laufen, um als Basisziel regelmäßig unterwegs zu sein und damit – „Soll“ – meine Kopfschmerzen vorbeugend einzudämmen, und als „Stretch-Goal“ akut bei Ansätzen zu Verspannung morgens nicht liegen zu bleiben, sondern aufzustehen und den beginnenden Schmerz wegzulaufen? Da geht es nicht um die großen Bögen. Hier wähle ich einen Bottom-Up-Ansatz: Jeden Tag ein bisschen laufen, und wenn’s nur ein bisschen ist. Kein komplexes Ding. Das große Ziel fügt sich aus vielen, kleine, gleichartigen Zielen zusammen.

Geht es mir um den Marathon in drei Stunden, dann werde ich mir einen Plan schreiben. Das Ziel erfordert, Stück für Stück aufzubauen – mein großes Ziel wird zerlegt in eine Steigerung, bestehend aus mittelfristigen Wochen- oder Vierwochenzielen, die wiederum aus kleinen Stücken bestehen, also Top-Down.

Egal wie, es hilft auf jeden Fall, sich klar zu machen, warum man etwas will – dann kann man es besser in Ziele, Teilziele, Mindest-, Teil- und Vollerfolgsanforderungen zerlegen und so über Klärung von Motivation und Ambition mit der Berücksichtigung des Realismus mittels angemessenem Verfahren (meist Top-Down oder Bottom-Up) sein großes Ziel in viele Kleine zerlegen (Trainingsplan) oder das große Ziel aus dem immer wiederholten kleinen (Gewohnheit) aufbauen. Und vielleicht, vielleicht, greift ja auch beides plötzlich mit Synergie ineinander!

Zurück bei Zwanzig-Zwanzig

Im Frühjahr habe ich ja den Zwanzig-Zwanzig-Modus beschrieben – vielleicht erinnert sich jemand. Ich jedenfalls erinnerte mich, als ich mich neulich fragte: „Ist es noch drin, dieses Jahr 10 Kilometer pro Tag im Durchschnitt zu laufen?“

Im vergangenen Jahr bin ich im Schnitt 11,1 Kilometer am Tag gelaufen. Das dieses Jahr zu schaffen, das hatte ich mir Anfang 2020 vorgenommen und als Ziel definiert. Trotz eines Teilausfalls durch eine Erkältung im Januar und eines weiteren Teilausfalls im Februar durch ein bisschen Geziepe im linken Unterschenkel war ich gut auf dem Weg: über 1000 Kilometer war ich im ersten Quartal gelaufen, 300 im Januar, 300 im Februar, 400 im März. Was ich nicht ganz auf dem Schirm hatte, bei der Definition des Zieles am Jahresbeginn, war das Radfahren. Recht schnell war das Radfahren zu einem wichtigen zweiten Sport geworden – bereits im März übertrafen meine Radkilometer die Laufkilometer, und das, obwohl ich nach 20 Jahren Pause erst am 01.12.2019 wieder angefangen hatte! Ich lief und radelte im März das, was ich den Zwanzig-Zwanzig-Modus nenne: Montags mit dem Rad zur Arbeit, heimgelaufen, Dienstags hingelaufen und heimgeradelt, das Ganze an Mittwoch und Donnerstag wiederholt, am Freitag beide Strecken per Rad. Mein Körper war das aber noch nicht gewöhnt…

Und so kam es, dass ich eine langwierige Zerrung in einem der rechten Zehenstrecker hatte, die mich ab April gehen, aber nicht laufen ließ. Die Radkilometer gingen durch die Decke, die Laufkilometer stagnierten… bis in den Juni hinein blieb meine Laufleistung unter dem erforderlichen Niveau, um die im Schnitt 10 Kilometer am Tag zu erreichen. Ich verlegte mich auf Radfahrziele, strich die Laufziele und freute mich einfach nur, als im Juli im Urlaub plötzlich die Laufleistung wieder auf über 350 Kilometer im Monat nach oben schnellte. Nun sitze ich hier, Mitte Oktober, und bin unverhofft doch so weit, dass es noch 957 Laufkilometer bis zu den 3660 sind, die im Schaltjahr einen „Zehn pro Tag“-Schnitt bedeuten. Das Ziel von 7500 Radkilometern ist völlig ungefährdet, aber in zweieinhalb Monaten fast eintausend Kilometer laufen, das ist eine Menge. Habe ich schonmal geschafft, auch schon öfter, so ist es nicht, aber da bin ich parallel weniger Rad gefahren.

Um zu testen, ob es nun doch machbar werden kann, bin ich nun zurück im Zwanzig-Zwanzig-Modus. Gestern gab es einen „Workride“, also eine Radfahrt zur Arbeit. Das Rennrad blieb aber im Büro und ich machte einen „Homerun“, einen Halbmarathon nach Hause. Heute geht’s zu Fuß zur Arbeit, heute Abend mit dem Rad nach Hause. Nach der Erfahrung mit „Zuviel“ im März werde ich das aber auf maximal einmal in der Woche beschränken und die restlichen drei Tage Rad fahren. Noch sehe ich nicht, ob mich das zurück auf den Weg zum „Zehn pro Tag“-Ziel bringt, ich muss sehen, ob ich es durchhalte. Aber ich hab’s wieder angefangen und gebe der Sache einen Versuch.