[KuK] Das gibt’s doch nicht!

Heute in Bietigheim (Baden), einem eher beschaulichen Dorf zwischen Karlsruhe und Rastatt: Mein Mann und ich sind gerade auf dem Weg vom Bahnhof zurück nach Hause, da ich heute mit der Bahn von der Arbeit nach Hause gefahren bin. Auf der Dorfstraße Richtung Elchesheim, die ein Parkplatz-Slalom ist, halten wir inne: Zwei Autos kommen von links die Straße runter. Dann, nach einem Parkplatz mit Auto drauf in deren Weg, heult ein Motor auf. Auf einer innerdörfischen Straße, die alle paar Meter durch Parkplätze zu schmal ist, dass zwei Autos nebeneinander vorbei kommen würden, überholt ein Fahrer mit aufheulendem Motor, zwingt den Gegenverkehr, vor einem parkenden Fahrzeug scharf zu bremsen und schert sich nicht darum, dass dort eventuell Kinder oder auch Erwachsene über die Straße gehen könnten oder dergleichen – vom Tempolimit 50, später auf der Straße 30, will ich gar nicht anfangen!

… und das Schlimme ist: Ich habe auch im Auto schon zweimal sowas erlebt, wurde also an dieser Stelle so überholt. Weil ich halt 35-40km/h gefahren bin, da Slalom zwischen parkenden Autos nun nicht unbedingt geneigt ist, mich die erlaubten 50km/h voll ausnutzen wollen zu lassen.

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[KuK] DC? Marvel? Geldverschwendung?

Vor kurzem echauffierte sich aufgrund meines heißgeliebten roten Shirts mit goldenem Folien-Wonder-Woman-Logo jemand über die „Geldverschwendung“, die die „Marvel-Filme“ bedeuteten.

Ich habe nichts dazu gesagt. Man kann Superheldencomics und Superheldenserien und Superheldenfilme mögen oder es auch lassen. Dass Wonder Woman eine Superheldin von DC Comics ist und nicht von Marvel, muss man nicht wissen, auch wenn die Besserwisserin in mir es den Leuten um die Ohren hauen will. Aber Geldverschwendung? So weit ich es überblicke, zieht die Unterhaltungsindustrie in Sachen Superhelden nicht mehr und nicht weniger Geld von sinnvollen Projekten (wie Bildung, Forschung, Essen für hungernde Menschen) ab als die meisten anderen Kunstzweige. Ob die sinnvoller sind, liegt im Auge des Betrachters.

Aber ich habe nichts dazu gesagt, als auf der Basis meines Wonder Woman Shirts über die Geldverschwendung der Marvel-Filme lamentiert wurde. Vielleicht hätte ich es doch tun sollen.

Moment mal!

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Heute umging ich mal wieder den Stau. An einer Baustelle in Ettlingen hing an einem in die Straße hineinragenden Kran das obige Schild. So weit, so klar, oder?

Ähm – genau. Das Schild hing so da. Es war also das Blaue, aber es hing so, dass die Fahrtrichtung dessen, der es sieht – in diesem Falle ich – rot markiert war. Also: Gegenverkehr hat Vorrang gemäß der Pfeile, ich hab‘ Vorrang gemäß der Art und Form des Schilds.

DAS hat mich mal irritiert hinterlassen!

Das Ausfließen

Vorkommen: An Steigungen auf mehrspurigen Autobahnen. Auch ohne Verengung auf weniger Fahrstreifen. Selbst bei Erweiterung auf mehrere Fahrstreifen. Oder auch: An Steigungen auf Autobahnen … ARGH!

Symptome: Sobald die Geschwindigkeit aufgrund der Steigung etwas zurückgeht, herrscht ein massiver Drang von mindesten 50% der Fahrzeuge auf einem Fahrstreifen nach links. Die sind aber nicht schneller als der Vordermann, sie denken nur, sie sind schneller. Prompt geht’s mit 60km/h den Berg hoch auf der rechten Spur, mit 62km/h auf der mittleren, mit 64km/h auf der linken.

Unterstellte Ursachen: Wenn der Berg anfängt, spürt das Fahrzeug vor einem eine stärkere Steigung als man selbst. Außerdem ist das Fahrzeug vor einem schon etwas länger in der Steigung, hat also – kein Schalten vorausgesetzt – schon etwas länger schleichend Geschwindigkeit verloren. Die Abstände sinken, man hält sich für schneller. Also will man überholen – ist aber selbst schon etwas ausgebremst. Außerdem verliert man ständig weiter Geschwindigkeit. So ganz nebenbei gilt für nahezu alle Fahrer, auch auf Deutschlands Autobahnen: Beim Spurwechsel werden sie in fast allen Fällen langsamer. Resultat sind Autos und LKW, die nicht schneller sind als der Verkehr vor ihnen, nur durch das schleichende langsamer Werden glauben, schneller zu sein, und nach links wechseln. Sie tragen damit die langsame Geschwindigkeit ihrer rechtsliegenden Fahrspur nach links – und bauen in aller Regel danach auch keine Geschwindigkeit wieder auf.

Nervfaktor: Hoch. Für den Ausscherenden ergibt sich minimaler Zeitgewinn, maximal ein, zwei Sekunden auf einen Kilometer, bei 2-5km/h Geschwindigkeitsvorteil gegenüber dem einfach rechts Bleiben. Für den auf der Spur weiter links Ausgebremsten und alle hinter ihm ergibt sich ein Geschwindigkeitsverlust von 20-30km/h und ein entsprechend höherer Zeitverlust. Und für ALLE ergibt sich das Runterbremsen von vorher mittels Verbrennen von Sprit aufgebauter Geschwindigkeit, nur um mit Energieaufwand produzierte Bremsbeläge abzuschaben und diese Geschwindigkeit im Anstieg wieder unter Verbrennen von mehr Sprit neu aufzubauen. Das ist nicht ökonomisch, für keinen davon. Ökologisch auch nicht. Aber es ist ständig der Fall, in letzter Zeit wieder immer häufiger. Ich bemerke und hasse es vor allem auf folgenden Teilstücken:

  • A8 Stuttgart-Karlsruhe, kurz nach Anschlusstelle Leonberg West
  • A8 Karlsruhe-Stuttgart, zwischen Autobahndreieck Karlsruhe und Anschlussstelle Karlsbad
  • A8 Karlsruhe Stuttgart, zwischen der Pfinztalbrücke bei Nöttingen und Anschlussstelle Pforzheim West
  • A8 Karlsruhe Stuttgart, zwischen Anschlussstelle Pforzheim Ost und Rasthof Pforzheim

… und jedes Mal entsteht hinter dieser Idiotie ein Rückstau!

Wednesday Afternoon Highway Brawl

Heute Abend hat es absolut keinen Spaß gemacht, nach Hause zu fahren. Nicht nur, dass vor dem Feiertag mit verlängertem Wochenende – erwartungsgemäß – die Hölle los war auf der Autobahn. Es erwies sich mal wieder, dass der Autofahrer des Autofahrers … ähm … Wolf ist. Ihr wisst schon, Sprichwort und so.

Jedenfalls gab es wieder diverse „Argh!“- und „WTF“-Begegnungen auf der Autobahn. Es wird auch in letzter Zeit zur Gewohnheit, dass die Strecke von Leonberg West bis nach Rutesheim bei Tempo 60km/h zurückgelegt wird, weil die LKW für 2km/h schneller ausscheren – und keiner kann hinter einem LKW herfahren. Dafür wird dann der Verkehr auf der linken Spur durch spitzes Herausziehen aufgehalten, sich verschaltet und oft schaffen es die PKW-Fahrer nach dem Verschalten nicht, vor dem Ende der Steigung wieder mehr als 5km/h schneller zu werden als die LKW. Wenn ich halbwegs gut drauf bin, ziehe ich rechts rüber und fahre im Tempo der LKW mit hinreichendem Abstand ganz gemütlich hinterher. Schneller bin ich links eh nicht, und wieso dann den Stress antun?

Jedenfalls freue ich mich, aus dem Gewühl raus zu sein. Zuhause, müde, aber mit Aussicht auf vier freie Tage am Stück fühle ich mich nur noch halb so genervt von der Autobahn und ihren diversen Baustellen und all den Fahrern, die gar nicht merken, dass sie in ihrem Egoismus nicht nur den anderen, sondern auch sich selbst das Pendeln zur Hölle machen. Ich sage nicht, dass unsere Autobahnen unterbelastet sind – im Gegenteil, der Verkehr steigt mehr und mehr an. Aber was ich sage: Mit etwas Vernunft, etwas weniger Egoismus, würde das alles flüssiger Laufen. Für alle. Trotz des hohen Verkehrsaufkommens!

Zum Rechtsfahrgebot: Huch?!?

So geschehen heute auf der A8:

  • Auf dem Anstieg zwischen Dreieck Karlsruhe und Karlsbad fuhr ich hübsch auf der mittleren Spur, der Leistung meines kleinen Aygo und seiner dahingehenden Endgeschwindigkeit auf 7% Steigung angemessen. Vor mir blinkte ein LKW, bevor es so richtig steil wurde, also kurz hinter der Kurve nach dem Ende der Zusammenführung der beiden Stränge von der A5. Sprich: Der LKW wollte auf meine Spur wechseln. Ich war natürlich nicht schnell genug, um ihm das ernsthaft verwehren zu wollen – also ließ ich ihn raus. Dann wurde es steil – der LKW wurde langsamer und langsamer. Mit Blick auf den rechten Fahrstreifen und den Standstreifen verfolgte ich den Abstand des LKW hinter dem vorausfahrenden LKW auf der rechten Spur – praktisch, denn die Sonne stand so, dass ich den Schatten beider LKW sehen konnte. Der Abstand blieb konstant. Wir quälten uns die Steigung hoch: ein LKW, mir nur als Schatten sichtbar, auf der rechten Spur. Schräg dahinter mein Vordermann, dahinter ich. Ich hatte aufgrund der Gesamtsituation nicht die Muße, auf den Tacho zu schauen. Mehr als um die 60km/h können’s nicht gewesen sein, wahrscheinlich weniger. Ich glaube, ich kam oben dann im zweiten Gang an, also war es wohl wirklich weniger. Der LKW vor mir schaffte es nicht, seinen Schatten auch nur einen halben Meter näher an den des Vordermanns zu bringen. Erst ganz oben, als es wieder flacher wurde, fuhr er vorbei. Klar, Verschätzen kann man sich immer mal. Aber ich bin nun nicht sicher, ob zwei Kilometer Strecke bei 7% Steigung und Null Raumgewinn noch als „Verschätzen“ zählen oder schon als „Unverschämtheit“.
  • Später dann, der nächste Anstieg, der nächste Abschnitt – aus dem Pfinztal bei Nöttingen hoch über die Klosterweg-Brücke nach Pforzheim West. Wieder über 4% Steigung, wieder einige LKW. Und dann keine LKW mehr, freie Fahrt für steigungstüchtige PKW und Lieferwagen. Freie Fahrt? Äh. Genau: alles fuhr auf den Fahrstreifen in der Mitte oder links. Das bildete sich so stark aus, dass ich, die ich direkt nach meinem letzten LKW-Überholvorgang nach rechts ausscheren wollte, fast über den Haufen gefahren wurde. Ein Lieferwagen schätzte den nötigen Abstand zum Hintermann beim Wechseln nach rechts für wesentlich geringer ein, fuhr hinter mir nach rechts und trat das Gas durch. Er beschleunigte aber nicht schnell genug, ich zog nach rechts und machte ihm Platz auf der mittleren Spur – schließlich war er schneller – oder zumindest war er bereit, mehr Sprit zu verschwenden, um schneller zu fahren. Mir reichten die 95km/h auf der rechten Spur völlig aus. Indes: Mein Lieferwagen-Freund fuhr dann gleich nach der Lücke, die ich gelassen hatte, nach links hinüber. Denn außer mir fuhren nur zwei der zehn oder zwölf PKW in meiner Sichtweite von der Mitte nach rechts. 95km/h fuhren sie aber alle – eine fast leere rechte Spur und eine mitteldicht bevölkerte mittlere Spur, beide mit ziemlich genau 95km/h den Berg hoch. Es braucht keine LKW für Unsinn auf der Autobahn.

Tja. Auch an Tagen mit weitgehend freier Autobahn und auch an Stellen, die an dem einen Tag recht frei sind, ist der Autofahrer des Autofahrers Nemesis. Manchmal man selbst. Manchmal die anderen. Aber einer spinnt immer.

Querstehende LKW

Von querstehenden LKW hört man meistens bei Eis und Schnee, bevorzugt auf Strecken, auf denen dann Schneeketten empfohlen sind und gerne auch im Schwarzwald oder so. Heute stand auf meiner Strecke ein LKW quer. Bei 22°C, trockener Autobahn.

Keine Sorge, ich bin nicht dagegen gefahren. Es war auch kein Unfall. Es war einfach Opportunismus gepaart mit grenzenloser Dummheit, eventuell kann man das „grenzenlos“ auch vor den Opportunismus schieben. Der Fahrer des LKW wollte wohl entweder auf dem Seitenstreifen neben dem durchgehenden Beschleunigungs- und Verzögerungsstreifen zwischen Dreieck Karlsruhe und Ausfahrt Ettlingen halten, um seine Pause einzuhalten, oder er versuchte etwas Krasses. Im Endeffekt stand er blinkend in 70° Winkel zur Fahrbahn über Standstreifen, endenden rechten Teil des Beschleunigungsdoppelstreifens aus Richtung Stuttgart, weiter über den durchgehenden Ein- und Ausfädelstreifen aus Richtung Stuttgart nach Ettlingen und den rechten Fahrstreifen. Vor ihm ging nichts. Hinter ihm ging nichts. Einige PKW versuchten, halb über’s Grüne, rechts auf dem Standstreifen vorbeizudrängen, auf den linken beiden Fahrstreifen der eigentlichen Autobahnen lief es auch halbwegs. Wie das entstanden ist – wie gesagt: entweder Opportunismus und Dummheit oder noch mehr vom Gleichen.

Nicht, dass ich die neue Baustelle zwischen Ettlingen und Rastatt lustig fände … aber hey, GERADE dann kann man doch versuchen, ein bisschen anständig zu fahren und es nicht noch schlimmer zu machen, als es ist.

Zum Glück bin ich eben 5,5km gelaufen und nun relaxed – und lache eher über den Idioten, der zwar viele Leute behindert hat, sich für sein eigenes Vorankommen aber nicht minder ein Eigentor geschossen haben dürfte.