Mein Körbchen – frisch wie neu

Am gestrigen Nachmittag haben mein Mann und ich etwas getan, was mir sehr wichtig ist. Natürlich macht man des öfteren Mal sein Bett – bezieht Decken und Kissen neu, zieht ein neues Laken auf – in unserem Falle ein Spannbetttuch. Da wir aber ein Wasserbett haben, gibt es noch ein paar andere Dinge zu beachten: die Kunststoffhülle, in der das Wasser drin ist, muss gepflegt werden, damit der Kunststoff nicht reißt oder brüchig wird.

Für meinen Komfort am wichtigsten ist aber das Entlüften. Das hatte ich mir zu Anfang gar nicht klar gemacht. Mein Mann besitzt seit vielen Jahren ein Wasserbett, er hatte schon eines, als wir uns kennenlernten. Das ist über zehn Jahre her. Zu Anfang, als ich gelegentlich bei ihm schlief, war das irritierend für mich – aber auch später, als ich zu ihm gezogen war, hat er die Pflege des Wasserbetts gemacht, ich nicht so sehr. Als wir dann in der aktuellen Wohnung einzogen, machte ich mehr und mehr mit bei der Wasserbettenpflege. Wir haben inzwischen ein neues Wasserbett – mit zwei unterschiedlich gedämpften Kernen, meiner stärker, seiner „frei fließender“. Klar, an der Pflege tut das nicht viel. Ich merke aber eines deutlich: Wenn es mal wieder dringender wird, das Wasserbett zu pflegen und zu entlüften, dann gluckert es ein wenig, wenn man sich auf der Matratze bewegt. Bei meinem stark gedämpften Kern ist das nicht ganz so heftig, aber immer noch … und ich glaube, das lässt mich dann nicht mehr ganz so ruhig schlafen. Mit tollem Kissen, mit stärker gedämpftem Kern, bin ich mittlerweile sehr überzeugt vom Wasserbett und denke nicht mehr, wie ich es früher mal dachte, es sei nicht gut für mich.

Aber gluckerndes Bett, das geht gar nicht. Deswegen bin ich glücklich wie in einem Traum, dass ich nun wieder glücklich träumen kann!

Advertisements

Probieren geht über studieren?

Man sagt ja, dass probieren über studieren gehe. In vielerlei Hinsicht sind Erfahrungen nicht zu ersetzen – Buchwissen muss mittels Anwendung gefestigt werden. Ein solches Erlebnis hatte ich kürzlich.

Ich WEISS, dass ein Läufer genug trinken muss, und ich weiß auch, dass für über zehn Kilometer Strecke empfohlen wird, Wasser mitzunehmen. Natürlich war ich bislang zu faul dafür und habe gedacht, es geht so. Bis zwölf oder vierzehn Kilometer ging das auch verhältnismäßig gut, ich habe danach dann viel getrunken und alles war gut. Nun bin ich aber in der Vorbereitung für einen Halbmarathon und brauche auch meine Erfahrungen auf längeren Strecken. So entstand am Mittwoch, also vor zwei Tagen, eine Runde über knapp neunzehn Kilometer, die mich von meiner „üblichen“ Zehn-Kilometer-Runde wegführte, ungefähr bei der Marke „Vier Kilometer“, dann in den nächsten Ort, durch den Wald zurück und dann nochmal in den Nachbarort – also Bietigheim, Neumalsch, fast Muggensturm, Ötigheim und dann wieder nach Hause. Die Zeit war grandios: 6:02/km, das ist bei einer Angabe von 2:10:00 im Zielzeitfeld bei der Halbmarathon-Anmeldung schon Wettkampftempo, auch wenn ich eigentlich ganz locker gelaufen bin – gefühlt. Die ersten sechzehn Kilometer. Denn danach brach ich massiv ein. Also so richtig massiv – aber darüber habe ich schon geschrieben, glaube ich.

Nachdem es mir allerdings den Abend danach und auch den Donnerstag ziemlich schlecht ging, weil ich mich einfach übernommen hatte, bewerte ich die Sache etwas anders. Die letzten drei Kilometer des Laufes vom Mittwoch waren einfach ein Laufen auf leeren Speichern – was Wasser und Nährstoffe angeht. Aber ich habe daraus gelernt. Heute war ich mit meinem neuen Gürtel unterwegs, in dem zwei Wasserflaschen mit je etwa 330ml Wasser drinstecken, einen Müsliriegel hatte ich auch dabei. Das Wasser habe ich bei etwa sechs Kilometern und etwa vierzehn Kilometern getrunken, den Riegel irgendwann dazwischen gegessen. Pulsmessung hatte ich wieder nicht dabei, ich will meiner Haut Zeit geben, bevor ich sie wieder mit dem Pulsgurt nerve. Das Ergebnis spricht eine deutliche Sprache zugunsten des „Füll Wasser und Kohlenhydrate nach, wenn Du so weit läufst!“. Ich bin sogar weiter gelaufen, und schneller. Und ich fühlte mich danach nicht ausgelaugt, sondern richtig gut. Bisher sind auch keine Kopfschmerzen wie nach dem Lauf am Mittwoch zu sehen. Außerdem wurde ich am Schluss nicht langsamer.

Klar. Ich habe Wasser nachgefüllt, ich habe Kohlenhydrate – also Energie – nachgefüllt, wie man das machen soll. Eigentlich ist das alles kein Wunder. Aber hey, ich WUSSTE das vorher. Ich hab’s beim Laufen dennoch nicht berücksichtigt. Probieren geht über studieren, ist aber lernen auf die harte Tour. Lektion gelernt – und das ist dann doch ein Wert an sich.

Durchhängen

Was tut man, wenn die Woche gar nichts hergegeben hat?

Man legt sich auf die erste Gelegenheit einer Art von Liege, am Rhein, und schaut, dass es besser wird. Dieser Baum, geglättet und entfärbt vom Wasser des Rhein, entblößt vom hitze- und trockenheitsbedingten Tiefstand des Flusses, war diese erste Gelegenheit. Der eine oder andere hat die müde Bloggerin auf dem drachenkopfförmigen Holzstück auch gleich fotografiert … und so liege ich da und erhole mich in eine bessere, neue Woche hinein.

TallyAmRheinUnkel.jpg

Viel Trinken

Ich erinnere mich an meine erste Zeit „im Internet“. Es war Anfang der 2000er oder auch „Nuller-Jahre“, ich lebte in meiner Studentenbude und hatte im Gegensatz zu „Zuhause“ bei meinen Eltern eine Verbindung zwischen meinem ISDN-Anschluss und meinem Rechner. Ich trieb mich in Rollenspiel-Chats herum und lernte dabei – über meine Kommilitonen hinaus – weitere neue Leute kennen. Ich erwähne das deswegen, weil mir damals und in Form einer dieser Personen erstmals ein bestimmtes Phänomen begegnete:

Eine – in diesem Falle weibliche – Person klagte über Schwindel und Kopfschmerzen. Als die Leute im Offtopic-Channel des Chats (also jenem, in dem kein Rollenspiel betrieben wurde) fragten, ob sie auch genug getrunken habe, klang in meinen Augen sogar ein gewisser Stolz aus ihrer Antwort: Sie habe an diesem Tag erst 250ml getrunken. Da war es bereits früher Abend! Ich habe in meiner Schulzeit nicht immer gesunde Dinge getrunken (meistens eher nicht), aber GENUG getrunken habe ich immer. Ich wusste, läge ich unter einer bestimmten Menge der Flüssigkeitszufuhr, hätte ich genau diese Symptome. Der Zusammenhang war der betreffenden Person nicht wirklich klar zu machen.

Als ich, etwas später, an einem heißen Abend mit Kopfschmerzen herumsaß und Wasser trank, frische Luft hereinließ, Wasser trank, eine Kleinigkeit aß und dabei auf Mineralstoffe achtete, Wasser trank, den Nacken streckte, Wasser trank … Ihr versteht das Muster, oder? – Jedenfalls wurde ich dann gewarnt, an zu viel Wasser sei schonmal jemand gestorben. Mittlerweile weiß ich, unter welchen Umständen das passierte: Die entsprechende Person schwitzte viel, betätigte sich sportlich und trank nur relativ mineralstoffarmes Wasser. Da fehlten dann natürlich Mineralstoffe. Insofern kann ich die Unkenrufe ob der damals getrunkenen acht Liter Wasser und des massiven Durchspülens an jenem Tag inzwischen lässig zurückweisen.

Ich gehöre auch heute noch zu den „Vieltrinkern“. Wenn ich meinem Körper zu wenig Flüssigkeit zuführe, merke ich recht schnell, dass ich unkonzentriert werde. Klar, man muss darauf achten, dass Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium und wie sie alle heißen nicht zu viel ausgespült – oder eher: ausreichend nachgefüllt werden. Man rennt natürlich das eine oder andere Mal auf die Toilette, aber stellt dafür auch sicher, dass die Harnwege nicht nur ihrer Funktion als Wasserabfuhr, sondern auch als Reststoffabfuhr des Körpers gerecht werden können. Heute trinke ich aber ungern ganz pures Wasser – meistens kommt meine Flüssigkeitszufuhr in Form von Tees und Aufgussgetränken zustande: Morgens stehen vier Tassen verschiedenen Tees auf dem Frühstückstisch, von meinem Mann und mir liebevoll „die Batterie“ genannt. Das sind so ca. ein bis 1,2 Liter Flüssigkeit – Kamille ist oft dabei, auch Pfefferminz – verschiedenes Anderes auch, ich steh‘ inzwischen wieder ganz heftig auf Fenchel und einen Früchtetee mit schwarzer Johannisbeere. Auch Grüntee ist meist dabei, zumindest über den Tag hinweg. Auch auf der Arbeit bin ich mit drei Tassen Tee, wie Bierkrüge bei einer (schlechten, sind ja nur drei) Festzeltbedienung auf den Fingern aufgereiht, auf dem Weg von der Teeküche zum Büro ein vertrauter Anblick, der gelegentlich auch bespöttelt wird. Meist komme ich auf drei bis fünf Liter Flüssigkeit pro Tag. Zwei oder drei Tässchen Espresso sind auch dabei, meist eher aus Genuss als zum Wachbleiben. Denn trinke ich Espresso und zu wenig Flüssigkeit dazu, werde ich auf noch viel unangenehmere Weise müde als ganz ohne den Kaffee.

Als ich vor einiger Zeit bei einer Ärztin vom Fach (also einer Urologin) einen Termin hatte, fragte ich – damals noch ein bisschen verunsichert von allen möglichen Unkenrufen – ob man zu viel trinken könne. Sie erklärte, dass bei hinreichender Mineralstoffzufuhr „zu viel trinken“ für die meisten Menschen schlichtweg logistisch auf der Basis ihrer Tätigkeiten nicht möglich wäre. Natürlich gäbe es extreme Szenarien, mit viel Wasser, arm an gelösten Stoffen, und sonst nichts – oder nur Essen, das wenig gelöste Salze enthielte, aber das seien wirkliche Extremfälle. Mit meinen drei bis fünf Litern pro Tag war sie glücklich, weniger ginge auch, aber wenn ich mich damit wohl fühle, solle ich das machen, denn ein „Zuviel“ sei das bei weitem nicht.

So halte ich das nun auch. Gerade, während ich diesen Beitrag tippe, sitze ich beim Frühstück. Das Schälchen mit Haferkleien, Heidelbeeren und Magerquark ist schon leer, die zweite Hälfte der „Batterie“, also der vier Pötte Tee, ist noch in Arbeit. Mein Körper mag’s. Nicht alle Kopfschmerzen und nicht alle Probleme kommen vom zu wenig Trinken – ich kann also natürlich, wie jeder andere auch, nicht jedes Problemchen mit erhöhter Wasserzufuhr lösen. Wenn ich aber zu wenig trinke, kann ich drauf warten, dass mir der Kopf wehtut. Das kommt so sicher wie das berühmte „Amen in der Kirche“ in der berüchtigten Redensart. Und so behalte ich das viele Trinken bei und genieße, was es mit mir macht. Über Unkenrufer, Spötter und Bedenkenträger kann ich mittlerweile nur grinsen, manchmal kokettiere ich auch mit dem Spott – und ändere natürlich dennoch nichts.