Verboten

Gestern Abend war in einer Runde von Freunden Fasching das Thema. Ich gehe ja – wie in früheren Jahren schon dokumentiert – immer auf ein paar Umzüge – als Teilnehmerin, nicht als Zuschauerin. Einer der Leute bekannte, dass ihn schon nervte, dass im Einkaufszentrum eine Garde auftrat. Da mir das Thema in dem Moment nicht wichtig war, habe ich nichts dazu gesagt. Auch nicht, als er von einer Geschichte erzählte, in der ein fiktives, totalitäres Regime aufgerichtet wurde und dieses als erstes die Faschingsumzüge verbot. Ich kenne einen Haufen Faschingsmuffel und kann, bei der mancherorten herrschenden Omnipräsenz des Themas in zumindest etwas mehr als einer der 52 Wochen des Jahres, eine gewisse Genervtheit verstehen.

Als mir das nochmal durch den Kopf ging, überlegte ich mir, was ich als erstes verbieten würde, wenn ich könnte. Spaßigerweise musste ich erstmal überlegen, ob mein Kopf eine Retourkutsche erzeugte, in Abwesenheit dessen, der gestern das Thema aufbrachte: der Besagte ist Raucher. Ich glaube aber nicht, dass ich unbewusst eine Retourkutsche produziert habe. Denn inzwischen ist es tatsächlich so, dass ich, wenn ich könnte, wie ich wollte und keine Rücksicht auf andere nehmen müsste, als erstes (allen!) das Rauchen in mindestens meiner Gegenwart, eher überall in der Öffentlichkeit (auch im Freien), wenn nicht gar generell verbieten würde. Das richtet sich nun ganz klar nicht gegen die Raucher meines Umfeldes. Meine (eher wenigen) Freunde, die Raucher sind, rauchen stets fernab der Orte, wo mein Mann und ich es riechen könnten. Von meiner Seite her richtet es sich eher gegen die fremden Raucher am Nebentisch auf der Restaurantterrasse, die fremden Raucher an der Haltestelle, die teils so verteilt ihre Kippen anzünden, dass man auf dem gesamten Bahnsteig nicht um Passivrauchen herumkommt.

Da ich Gedanken gerne zu Ende denke, habe ich mich gefragt, wie ich auf das Verbot einer anderen gesellschaftlich akzeptierten Droge in Deutschland reagieren würde: auf ein Alkoholverbot. Lustigerweise würde mir das inzwischen nicht mehr viel ausmachen. Freilich, ich trinke sehr gerne in sehr kleinen Dosen interessanten Whisk(e)y, aber das wäre dann doch etwas, das ich leicht lassen könnte.

Ich stelle mir nun gerade den Aufschrei vor, wenn tatsächlich Alkohol, Rauchen oder Fasching in Deutschland verboten würde… Fasching würde mir persönlich am meisten wehtun. Irritierenderweise gibt’s aber in meinem Bekanntenkreis für ein Faschingsverbot die meisten Unterstützer, vergleicht man mal mit Rauch- oder Alkoholverbot. Aber letztlich bleibt das alles Theorie, zumindest weitgehend. Die Einschränkung mache ich deswegen, weil der Nichtraucherschutz tatsächlich größer geschrieben werden wird, zumindest besteht ein gewisser Druck – ich habe vorhin auf dem Weg zur Sauna einen Beitrag im Radio gehört, dass es ein Ranking mehrerer Nationen zur Rauchprävention und dem Nichtraucherschutz gab, und Deutschland auf dem 36. von 36 Plätzen landete. Sogar Österreich, das mit einem verrauchten Restaurant vor einigen Jahren auf Dienstreise negativ Eindruck auf mich machte, ist da inzwischen an uns vorbeigezogen – und ich glaube nicht, dass es dabei bleiben wird.

[KuK] Landwirtschaftlicher Verkehr?

Ich hatte heute ja mal wieder einen kleinen Lauf durch die Umgebung von Bietigheim (Baden). Mein Weg führte mich nach Durmersheim und dann auf der Hardt an Bietigheim vorbei nach Ötigheim, dann kehrte ich über den „Ötigheimer Weg“ (in Bietigheim) bzw. „Am Schlangenrain“ (in Ötigheim) über die Wiesen und Felder in dem schmalen Spalt zwischen Bietigheim und Ötigheim zurück. Das ist ein asphaltierter Radweg zwischen den beiden Dörfern, auf dem ganz korrekt mit Verkehrszeichen 260, Fahrrad fahren gestattet, aber Auto- und Motorradfahren untersagt ist.

… und kommt mir nicht ein Geländewagen mit mindestens 45 km/h entgegen, zwei junge Burschen sitzen drin, rasen an mir vorbei? Mag ja sein, dass die beiden „Land- und Forstwirtschaftlicher Verkehr“ waren, kann ich nicht beurteilen, auch wenn ich es nicht glaube. Aber auf einem solchen Weg, bei entgegenkommender Läuferin, halte ich angemessene Geschwindigkeit für das Gebot der Stunde.