Wo ist es flach?

Für Menschen aus dem Gebirge ist es ja quasi überall sonst flach. Ich selbst komme nicht aus einem Gebirge, aber doch aus einem der Bundesländer, die erklecklichen Anteil an Mittelgebirgen und auch ein bisschen am Alpenvorland haben – aus Baden-Württemberg, dem Bundesland, dessen höchste Erhebung es zum zweithöchsten Bundesland Deutschlands macht. Platz 1 auf dieser Liste nimmt natürlich Bayern mit seinen Alpenanteilen ein, danach folgen vor allem die Mittelgebirgsländer.

Tja, wo erläuft also eine Läuferin aus Baden-Württemberg mehr Höhenmeter pro Strecke? Zuhause oder im Urlaub an der Unterelbe? Eigentlich müsste ich die Frage gar nicht stellen – sollte man denken. Allerdings wohne ich in der Oberrheinischen Tiefebene, zwischen Rastatt und Karlsruhe.

Lange Rede, kurzer Sinn: So erstaunlich es klingen mag, die eiszeitlichen Ablagerungen im Bereich der Unterelbe, auf denen ich im Urlaub meine Laufstrecken absolvierte, bieten etwa dreimal so viele Höhenmeter pro Kilometer wie meine üblichen Strecken in der Oberrheinischen Tiefebene. Das hat mich gelinde gesagt verblüfft. Natürlich sprechen wir hier nicht über enorme Steigungen, aber eben doch über mehr als die 1,3 bis 1,5 Höhenmeter pro Kilometer, die zwischen Auwald und Hardt auflaufen.

Selbstverständlich kann man in Baden-Württemberg ganz andere Steigungen laufen. Genau das habe ich am gestrigen Tag auch gemacht: Von der Arbeitsstelle runter zum Schattengrund, dann hinauf zu den Parkseen, einmal um alle Parkseen herum, einmal zusätzlich um den neuen See herum, durch den Schattengrund wieder zurück. Zehn Kilometer, 132 Höhenmeter – gut und gerne 13 Höhenmeter pro Kilometer Strecke, das Zehnfache von Zuhause. Alternativ laufe ich auch gerne mal vor dem Saunagang im Rotherma in Bad Rotenfels die Hänge des Murgtals hinauf – da kommen schonmal 200 Höhenmeter auf sechs Kilometern zusammen, wenn man es darauf anlegt.

Nichtsdestotrotz: Es verblüfft wohl nicht nur mich, dass ich Baden-Württembergerin mit meinen Läufen in der Oberrheinischen Tiefebene weit weniger Höhenmeter absolviere als wenn ich im Bereich der Elbe durch die Eiszeitlandschaft renne.

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