Stau … aber wieso eigentlich?

Heute morgen war es so weit: der erste Stau auf der neuen Fahrt zur Arbeit. Ich fuhr ganz arglos auf der B3 durch Neumalsch und dachte mir nichts Böses, als plötzlich der LKW vor mir bremste. Ich dachte mir, vielleicht sei jemand auf einen der Feldwege gefahren und habe dafür gebremst. Aber dafür hielt es zu lange. Also machte ich im Stehen – mein Auto machte mittels Start-Stop-Funktion den Motor aus – eine kurze Recherche mit Google Maps. Ergebnis: Stau auf der B3, in beiden Richtungen, jeweils vor dem Waldrand. Von Norden staute es sich im Wald von Bruchhausen her, von Süden auf dem Feld. Ich dachte mir also, sie hätten die Bauampel an der Einfahrt zur Kiesgrube mal wieder an, dafür sprach auch das phasenweise Ablaufen des Staus. Doch als ich ankam an der Stelle, war weit und breit keine Ampel mehr zu sehen, auch keine Unfallreste.

Der Stau auf der B35 von der Anschlussstelle Bruchsal bis zum Abzweig nach Bruchsal rein war dann klar wegen eines Unfalls. Alles in allem habe ich in beiden Stauungen 15 Minuten verloren. Wenn ich mir überlege, dass nur 15 Minuten Zeitverlust allein vor Pforzheim Ost noch vor vier Wochen Jubel bei mir verursacht hätten, muss ich angesichts der 48 statt 32 Minuten Arbeitsfahrt aber lachen.

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Zeitverlust

Stau kostet Zeit. Das ist allgemein bekannt. Es gibt die eine oder andere Stauursache, die unter „höhere Gewalt“ einzustufen ist. Kommt einem die Sonne direkt über den Berg entgegen, muss man langsam machen. Da hilft keine Sonnenblende und auch die Sonnenbrille bringt nicht viel. Engpässe und Beschädigungen der Fahrbahn – und die Baustellen zur Behebung beider – sind ebenso unvermeidlich. Dann gibt’s da den einen oder anderen Punkt, der vielleicht vermeidbar wäre …

Okay. Ich gebe es zu. Es gibt den einen oder anderen Punkt, bei dem ich DURCHDREHEN könnte, weil ich WEISS, dass diese Stauursachen vermeidbar wären. Aber detailliert nachweisen kann man es dem jeweiligen Verursacher nicht. Dazu zählen opportunistisch-toxisches Lückenspringen, Sabotieren des Reißverschluss-Verfahrens, unvernünftiges Pochen auf das Rechtsfahrgebot, wie auch eklatantes Verletzen desselben.

Und dann gibt es da die Dinge, die man eindeutig sehen und nachweisen kann. Mangelnder Abstand. Übertretene Geschwindigkeitslimits. Unfallverursachen durch nicht aufpassen, durch zu dicht auffahren, Vorfahrt missachten … Unfallursachen und Vorstufen zu Unfallursachen, die eindeutig nachweisbar sind. Meist achten die Leute vor allem in der stressigen Stoßzeit, wenn jeder zur Arbeit will oder jeder nach Hause will, aber es nicht vorangeht, besonders wenig auf das Vermeiden von solchen Dingen – und legen Wert auf (vermeintlich) schnelleres Vorankommen. Geht’s schief, kommen Unfallteilnehmer – ob Verursacher oder Opfer – nicht mehr voran. Aber auch für all diejenigen, die dahinter im Stau stehen, ergeben sich teils enorme Verzögerungen. Eigentlich ein Grund, zu Stoßzeiten besonders vorsichtig zu fahren? Die Realität auf der Autobahn ist eine andere.

Dadurch kam mir am Freitag im Stau eine Idee. Man schätze anhand des gemeldeten Staus nach einem Unfall ab, wie viele Autofahrer wie viel Zeit verloren haben. Diese Zeit in Stunden multipliziere man mit dem Stundenlohn des schuldhaften Unfallverursachers – und rechne dann meinetwegen 10% oder sogar noch weniger. Die Summe dürfte enorm sein … wäre aber aus meiner Sicht als Strafe nach Unfallverursachung in Anlehnung an den verursachten (hier „volkswirtschaftlichen“) Schaden sicher ein Anreiz, gerade zu besonders verkehrsintensiven Zeiten besonders vorsichtig und rücksichtsvoll zu fahren.

Natürlich gäb’s in der Implementierung eines solchen Verfahrens einen Haufen Schwierigkeiten. Müsste man alles lösen. Aber vielleicht hilft allein das drüber Nachdenken, dass so etwas vielleicht gerechtfertigt wäre, ein klein bisschen nach. Denn Hand auf’s Herz: Neben dem direkten Unfallschaden, den ich ganz und gar nicht herunterspielen will, ist doch der Lebenszeitverlust für all die anderen auch ein ganz wesentlicher Kollateralschaden von Unfällen, der Stoßzeit-Unfällen eigentlich mehr Schadensgewicht gibt als anderen.

Umleitungs-Chaos

Der Morgen auf der Pendelstrecke …

Heute Morgen gab es auf der A5 einen Unfall Richtung Norden. Normalerweise fahre ich ja an der Anschlussstelle Karlsruhe Süd auf die A5, um dann am Dreieck Karlsruhe Richtung Stuttgart auf die A8 zu fahren. Karlsruhe Süd ist – wohl mittlerweile den meisten Leuten bekannt – wegen der Fahrbahnerneuerung auf der A5 gesperrt, zumindest in Richtung Norden. Nun passierte ein Unfall zwischen Rastatt Nord und Karlsruhe Süd – und das im Berufsverkehr. Auch wenn ich heute früh loskam, war der sich aufbauende Stau schon in vollem Gange – auch auf den Umleitungsstrecken. Normalerweise ist die Strecke über die B36 bis nach Rheinstetten, die L566 über den Silberstreifen nach Ettlingen und dann durch den Nordwesten Ettlingens zum großen Kreisel an der Karlsruher Straße zwar ein Umweg und stärker geschwindigkeitsbegrenzt als die B3 oder die A5, aber FREI. Heute nicht. Am zweiten Tag des neuen Schuljahres in Baden-Württemberg sind nun wohl wieder ALLE arbeiten …

Lange Rede, kurzer Sinn: Heute morgen war’s total ätzend, auf die Arbeit zu fahren. Mit allen Kniffen, die ich mittlerweile kenne, allen Schleichwegen, brauchte ich dennoch fast eine Stunde, bis ich mal auf der A5 war. Ich habe mal gelesen, wenn man durch Pendelverkehr zu spät zu kommen droht, hat man einen ähnlichen Stresslevel wie ein Kampfpilot. Den hatte ich heute morgen zum Glück nicht – ich hatte zwar einen Termin, aber im Verhältnis die Ruhe weg. Aufregen bringt ja nichts.

Nun freue ich mich aber dennoch, den nicht vorhandenen (Mantra! Ich bin nicht gestresst vom Verkehr, ich bin nicht gestresst vom Verkehr, ich bin nicht … ) Pendlerstress heute Abend im letzten Training vor dem Halbmarathon zu beseitigen.

Vielfaktor-Chaos

Am vergangenen Freitag habe ich nur über die Auswirkungen der verschobenen Leitplanke in der Baustelle auf der A5 zwischen Rastatt Nord und Karlsruhe Süd am Morgen berichtet, kurz nachdem es passierte.

Die Auswirkungen waren aber noch viel größer, denn die verschobene Leitplanke war bis zum abendlichen Feierabendverkehr noch nicht wieder repariert. Mein Schwiegervater erzählte am Samstagabend, er sei kaum aus Karlsruhe herausgekommen  über die B36, weit nordwestlich der Engstelle. Auch alle anderen aus der Schwiegerfamilie, die sich am Samstagabend eines Geburtstags wegen zum Essen traf, erzählten vom Verkehrschaos am Freitag. Dieses Chaos war aber sicher nicht allein der verschobenen Leitplanke geschuldet – auch wenn das dann der Auslöser war. Was kam da alles zusammen?

  • Die A5 ist – neben der A7 zweihundert Kilometer weiter östlich – eine der wichtigsten deutschen Nord-Süd-Verbindungen, die dann auch über die Alpen ans Mittelmeer führen. In der Urlaubszeit läuft da natürlich eine Menge Reiseverkehr – im Moment vor allem der Rückreiseverkehr nach Norden. Mit dessen Umschichtung auf die B36 hatte ich am Samstagabend auf der Fahrt zur Disco noch meinen Spaß.
  • Das Verkehrsaufkommen auf der A5 steigt natürlich, wenn die parallel verlaufende Bahnstrecke blockiert ist – wie es eben im Moment durch den Tunnelbau und die Probleme dabei in der Nähe von Rastatt der Fall ist. Das Resultat sind mehr LKW im Frachtverkehr, mehr PKW im Langstrecken-Personenverkehr und mehr PKW von Pendlern, für die der Schienenersatzverkehr und dessen Verzögerung das Pendeln mit dem Auto wieder attraktiver macht.
  • Dazu kommt, dass die A5 ja ohnehin in Bau ist an dieser Stelle. Selbst ohne verschobene Leitplanke verläuft der Verkehr statt auf drei breiten Fahrstreifen je Richtung auf nur zweien, die dazu noch eher schmal sind – eine Standspur fehlt auch, es gibt nur gelegentliche Nothaltebuchten. Damit wird die Strecke langsamer und anfälliger.
  • Auf den Zuleitungsstrecken zur A5 gibt’s auch die eine oder andere Baustelle, außerdem ist da auf der Hauptausweichstrecke, nämlich der B3 Rastatt Nord bis Karlsruhe Süd die fiese Ampel in Neumalsch, an der sich stets der Verkehr massiv bricht – die ist zwischen der situationsbedingt hochfrequentierten B3 und der Straße von Durmersheim nach Malsch gleichberechtigt geschaltet – und die Kreuzung ist eng.
  • Ah, genau, dann kommt natürlich noch dazu, dass die Anschlussstelle Karlsruhe Süd aus Richtung Basel und in Richtung Karlsruhe gesperrt ist. Dadurch wird die Linksabbiegerampel zwischen B3 und Verbindungsstraße zwischen Karlsruhe-Rüppurr und Ettlingen zum Problem – normal fährt da kein Mensch aus Süden auf die A5, geht in Karlsruhe Süd viel besser. Aber das geht im Moment nicht – auch ohne Probleme in der Baustelle auf der A5 ist der Abschnitt der B3 von Anschlussstelle Karlsruhe Süd bis Ettlingen im Moment zu Stoßzeiten ein einziger Stau.

Tja. Kein Spaß ist das im Moment, nichtmal ohne zusätzliche Unfälle. Mit Unfällen kommt es um Karlsruhe zum Verkehrsinfarkt. Bis Oktober geht das noch so, sowohl bezüglich der Bahnlinie als auch bezüglich der A5-Baustelle. Nächstes Jahr bauen sie auf der A5 dann gleich nochmal zehn Monate, andere Richtungsfahrbahn von Betonplatten auf Asphalt umrüsten.

Viele Blogbeiträge voraus, sagt mein Ausguck am Verkehrsbarometer.

Verschoben

Verschieben kann man vieles: Termine, Möbel, Diebesgut – wobei ich mit letzterem keine Erfahrung habe. Verschieben kann man aber leider auch Objekte auf der Straße. So wie zum Beispiel Mittelleitplanken, wahlweise in der Baustelle oder – etwas ambitionierter, da größer und schwerer – zwischen zwei regulären Fahrbahnen.

Dass die Mittelleitplanke zwischen Rutesheim und Heimsheim derzeit beschädigt, teils verschoben ist, habe ich ja schon geschrieben. Heute Morgen allerdings wurde eine andere Mittelleitplanke verschoben – und zwar die Baustellen-Mittelleitplanke im Bereich der Fahrbahnerneuerung zwischen Rastatt Nord und Ettlingen. Dort werden beide Fahrtrichtungen derzeit auf der Richtungsfahrbahn nach Süden entlanggeleitet, weil die andere Richtungsfahrbahn von Betonplatten auf Asphalt umgerüstet wird, um im Sommer nicht mehr für Blow-Ups anfällig zu sein. Ein LKW, unterwegs in Fahrtrichtung Süden, also Basel/Freiburg, verschob die Mittelleitplanke zwischen den beiden Baustellenspuren Richtung Basel und den beiden Baustellenspuren Richtung Karlsruhe. Der Unfall fand also in Richtung Süden statt, würde mich normal nicht interessieren. Dummerweise wurde die Mittelleitplanke natürlich von der Unfallfahrbahn weg verschoben – also in den linken Fahrstreifen Richtung Karlsruhe.

Man kann nun die Frage stellen, was ich überhaupt dort suchte. Dummerweise gibt es hierfür auch eine gute Erklärung: Wegen der Baustelle ist die Anschlussstelle Karlsruhe Süd in Richtung Norden gesperrt, ich müsste also in Ettlingen auffahren – und stehe dort immer ewig an der kurzgeschalteten Linksabbiegerampel von der B3 Richtung Karlsruhe.

Im Endeffekt verschieben sich hier die Verkehrsströme – und mein optimaler Hinweg zur Arbeit beinhaltet nun das gegen meine eigentliche Richtung fahren bis nach Rastatt Nord, um dann durch die Baustelle hindurch … und genau da stieß ich auf die verschobene Mittelleitplanke. Zum Glück stieß ich nur im Übertragenen, nicht im wörtlichen Sinne darauf – ein Unfall mit einem mehrere Meter langen, ungefähr einen halben Meter hohen und zehn Zentimeter dicken Beton-Stück hätte mich sicher mehr Zeit gekostet als die gute halbe Stunde, die ich aufgrund der Fahrbahnverengung durch den Unfall im Stau stand.

Zum Glück war mein erster Termin auf der Arbeit etwas später, so dass ich den nicht auch noch verschieben musste …

Gedränge und krampfhaftes Weggucken

Am Montagabend auf der Heimfahrt schien alles gut zu laufen, es war kein Stau angesagt und ich fand das schon etwas erstaunlich – nun ja, ich habe es wohl herausgefordert.

Jedenfalls begann dann kurz vor Pforzheim Ost die angezeigte Restzeit meiner Fahrt in Google Maps deutlich anzusteigen, dann zogen hinter mir plötzlich alle hektisch eine Rettungsgasse auf. Ich war bereits auf der mittleren Spur recht weit rechts positioniert, machte dann aber doch noch etwas mehr Platz: Zwei Feuerwehr-Einsatzfahrzeuge und ein Krankenwagen fuhren durch die Gasse. Dennoch lief es ganz gut weiter, es war schon absehbar, dass nur einer der zwei Fahrstreifen am Rasthof Pforzheim vorbei blockiert war.

Kurz vor dieser Stelle realisierte ich dann, dass es doch ein bisschen anders war: Zwei Spuren waren blockiert, aber noch in jenem Bereich, in dem der Verkehr auf drei Fahrstreifen Richtung Karlsruhe strömen soll und meistens eher tröpfelt. Allerdings begann dann das Gedränge, ein ziemliches Durcheinander. Alle waren schon langsam, so dass nichts passierte – aber das Chaos war schon recht groß: Ein Anteil von ungefähr zwei Drittel der LKW und einem Drittel der PKW im Stau hatte sichtlich beschlossen, eventuell auf Hinweise eines nun nicht mehr absichernden Polizisten, den rechten Fahrstreifen UND den Standstreifen zum Passieren des Unfalls auf der linken und mittleren Spur zu benutzen. Der Rest der Fahrer – die meisten PKW, ein Teil der LKW – strebte nach den normalen Regeln der Unfallstelle und damit verbundenen Verengung von drei auf einen Fahrstreifen zu. Es war wirklich schwer zu beurteilen, was man nun tun sollte – ich befand mich wegen meiner recht weit nach rechts verschobenen Position bezüglich der Rettungsgasse ohnehin schon zwischen den beiden Versionen, da ich von der bisher benutzten mittleren Spur fast auf die rechte hinübergedrückt wurde. Die LKW strömten schon auf dem Standstreifen rechts vorbei … und für einen kurzen Moment hatte ich Übersicht über die Fahrzeuge vor mir, es war – faszinierend und beängstigend zugleich: Es war nicht zu erkennen, welches Fahrzeug auf welchem Fahr- oder Standstreifen war, denn kein Fahrzeug stand hinter dem anderen. Da alle halbwegs rücksichtsvoll mit dem Wiederherstellen der Ordnung umgingen, behob sich diese Situation recht schnell wieder, aber im ersten Moment war ich einfach nur restlos verwirrt.

Danach, beim Vorbeifahren an der Unfallstelle, hielt ich meinen Blick krampfhaft nach vorne. Ein Einsatzleitungswagen des roten Kreuzes, mehrere Polizeifahrzeuge, mindestens ein, eher zwei Krankenwagen und drei Feuerwehr-Fahrzeuge befanden sich auf dem linken Fahrstreifen, eine Beschädigung der Mittelleitplanke zu erkennen war nicht vermeidbar, denn ich kann nicht völlig weggucken oder die Augen zumachen, wenn ich weiter sicher am Verkehr teilnehmen will. Ich war sehr dankbar, dass im Vorbeifahren an der Unfallstelle langsam der Verkehr wieder etwas mehr floss und die Feuerwehr mit zwei größeren Einsatzfahrzeugen den Blick auf die Unfallstelle verstellt hatte. Ich wollte es nicht sehen. Die paar Trümmer, die auf dem mittleren Fahrstreifen zu sehen waren, reichten meiner Phantasie schon, um meinen Bauch sich vor Schrecken zusammenziehen zu lassen. Vermutlich, wenn man dort ist, helfen muss, etwas zu tun hat, kann man es ausblenden. Aber wenn man von einem Auto abgefallene Teile sieht, um die Anwesenheit von Feuerwehr und Ärzten weiß und somit nichts anderes zu tun hat als sicher und langsam daran vorbeizufahren, dann ist der Schrecken bei mir da. Ich will dann gar nicht hingucken. Und ich sah auch nicht mehr.

Dankenswerterweise fuhren danach alle halbwegs nett, es lief auch staufrei, bis auf einen Fahrer, der im weiteren Verlauf dann schon auf der Landstraße beim zweispurig rechts Abbiegen über die Spurbegrenzung driftete und mich zum Bremsen brachte.

Bin ich froh, dass aus dem Gewimmel von wild über die Spuren verteilten Staustehern nicht noch ein Unfall entstanden ist und dass ich nichts vom eigentlichen Unfall gesehen habe!

Ich hab’s mir doch gedacht …

Heute auf der A8 war es so weit. Nach dem Unfall vorletzte Woche ist zwischen Heimsheim und Pforzheim Süd noch immer die Mittelleitplanke an einer Stelle durch rote Warnbaken ersetzt, dazu stehen da Warnschilder mit „Ölspur“, die auch nicht mehr wahr sind. Dort wird der Verkehr auf beiden Seiten von unbegrenzt auf 120, dann 100 und schließlich 80 runtergebremst, in recht dichter Folge. Bis man die Warnbaken ankommt, die wirklich in Linie mit den Beton-Segmenten der Mittelleitplanke stehen und die zwei fehlenden direkt ersetzen, erkennt man keinerlei Grund des Runterbremsens.

Ich habe schon die ganze Zeit befürchtet, dass zwischen „Ich brems‘ runter, weil da ein Tempolimit ist“, „120 – egal, 100, hmm? – 80, oh! Vollbremsung!“ und: „SEH ICH NICHT EIN!“ ein paar Probleme entstehen. Denn diese drei Ansichten habe ich bei Fahrern beobachtet. Nun hat wohl an der Stelle auf der linken Spur jemand extrem plötzlich runtergebremst, der Hintermann schaffte das Bremsen nicht mehr und fertig war der Unfall und der Stau. Mehr als 20 Minuten Verzögerung kostete mich das heute.

Technisch gesehen gibt es an der Stelle keinen ersichtlichen, echten Grund für das Runterbremsen, außer die Staßenarbeiter würden das Betonsegment ersetzen. Aber das tun sie seit zwei Wochen nicht. Zwischen linkem Fahrbahnrand und auf halber Autolänge unvollständiger Mittelleitplanke ist mehr als ein Meter Platz. Die größte Gefährdung dort entsteht – pardon – durch das ungewohnte und schwer einzusehende plötzliche Tempolimit. Genau das hat man heute gesehen, der Unfall war genau an dieser Stelle. Sehr ärgerlich ist das!

Nachtrag/Ergänzung: Mir ist – inzwischen dank meines Bekannten Stefan voll, vorher nur vage – bewusst, dass die Straßenmeisterei keine andere Wahl hat, als die defekte Mittelleitplanke abzusichern und ein Geschwindigkeitslimit zu verhängen. Das ändert nichts daran, wie sehr ein so „spitz“, also mit Reduktionen der erlaubten Geschwindigkeit in extrem kurzen Abständen um jeweils 20km/h, den Verkehr behindert und unfallanfällige Situationen heraufbeschwört. Man würde sich wünschen, dass das Abmähen der Autobahnränder dann vielleicht für zwei Wochen ruhen würde und stattdessen diese Gefahrenstelle beseitigt würde. Aber vermutlich fehlt das Material und so ein Plan stellt sich auch nicht von allein um.