Mal läuft’s, mal nicht

Gestern Abend kam ich in schönem Sonnenschein nach Hause, zu unserem eingerüsteten Haus. Eigentlich wollte ich eine Runde laufen gehen, aber ich hatte über den Tag zu wenig getrunken – ich stand erst bei etwa zwei Litern und das ist für mich nicht genug. Außerdem waren noch die Fenster abzukleben – da bei uns das Dach erneuert wird, steht eh ein Gerüst, und daher stehen auch Reparaturen an der Fassade und Streichen der Fassade an. Für die Grundierung, die sprühend aufgetragen werden soll, muss da natürlich Schutz auf die Fenster. Mein Mann hatte eigentlich gesagt, er helfe dabei – aber mir wurde recht schnell klar, dass seine Höhenangst ihm das nicht ermöglichen würde. Da ich von meiner Schlangen-Phobie recht genau weiß, wie real eine solche Angst völlig ungeachtet der echten Gefahr ist, disponierte ich schnell um: Statt mein von UPS bei der nächsten Abholstation abgeliefertes Päckchen selbst zu holen, schickte ich meinen Mann und stieg auf’s Gerüst. Was ich dabei vergessen hatte: Trinken! Zwischendrin tauchten noch die Schwiegereltern auf, während ich mit Folie und Klebeband hantierte und die Nachbarn von über uns viel schneller vorankamen, weil sie zu zweit abklebten. Das Gespräch mit den Schwiegereltern war nett, mein Mann kehrte mit meinem Päckchen zurück und stieß dazu, wir wurden zum Geburtstag Feiern am Sonntag zu meinem Schwiegervater eingeladen.

Als dann alle Fenster auf der Seite, mit der wir anfangen werden, abgeklebt waren, kam ich zum Trinken – und trank natürlich zu schnell, bevor ich dann laufen ging. In meinem Bauch „gluckerte“ es, während ich mich an wechselschnellem Training über zwölf Kilometer versuchte und nicht so ganz meinem angestrebten Tempo entsprach. Schneller wäre vielleicht gegangen, wenn da nicht eine gefühlte Flüssigkeitsmasse und zu allem Überfluss eine gefühlte Gasblase in meinem Bauch hin- und hergeschwappt wären.

Am Ende brachte ich zwar ein Tempo von insgesamt 5:22 pro Kilometer, sechs schnelle Kilometer mit jeweils um die 4:50 und einer mittleren Herzfrequenz von 155bpm nach Hause, aber so richtig glücklich bin ich damit nicht. Ich schieb’s mal auf die widrigen Bedingungen und freue mich, wenn ich am Freitag wieder eine Runde laufen gehe – dann langsam und mit konstantem Tempo, vielleicht von der Arbeit heim, vielleicht am Abend bei uns um’s Dorf.

Thermoskanne

Bei Freunden habe ich es zu schätzen gelernt, statt meiner üblichen „Batterie“ von vier Teetassen auch mal eine Thermoskanne mit Tee herumstehen zu haben. Zuhause schätze ich noch immer die „Batterie“ Tee zum Frühstück und auch sonst – der Tee wird schneller trinkbar. Für die Arbeit allerdings ist das Ganze super …

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Und so schaut in letzter Zeit gerne mal meine Thermoskanne mit Tee aus dem Bürofenster hinaus und bewahrt heißen Tee für mich auf.

Nachfüllen

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Heute nach der Arbeit ging es mal wieder ein bisschen auf die Strecke – nach dem schnellen Lauf gestern heute eher gemächlich, dafür doch so … äh, nun ja, 14 Kilometer. Natürlich muss frau da Wasser nachfüllen.

Das geschieht hier beim Sam&Max-Spielen mit meinem Mann, im Vordergrund eine „Batterie“ Tee, dahinter ein weitgehend geleertes Halbliterglas Wasser und eine Mixtur aus Grapefruit- und Cranberry-Saft.

Lecker!

Berg und Sauna

Heute kam der zweite Teil meines Wellness-Plans für das lange Wochenende: Ich war Laufen im Murgtal, oder eher am Rand des Murgtals. Morgens um halb neun fuhr ich los nach Bad Rotenfels und parkte mein Auto, dann ging des – bereits in Sportklamotten gekleidet – auf die Strecke: Vom Rotherma in Rotenfels noch entlang der B462, auf einem Weg oberhalb der Bundesstraße, das Murgtal einen Kilometer weit hoch, dann den Hang hinauf. Zeitweise dachte ich, es ginge nur noch bergauf, allein auf dem zweiten Kilometer waren es über fünfzig Höhenmeter. Die Trailrunner und Extremläufer unter Euch tun das nun sicher als „Piece of Cake“ ab, aber für mich ist es anstrengend. Mit etwa 8:30/km lief ich da hoch, dann ging es langsam wieder runter. Dann kam da diese nette Stelle, an der man durch die Bäume eine mit einer Erdmauer aufgestaute Wasserfläche sieht. Ich weiß inzwischen, dass das der Girrbach ist, der dort aufgestaut wird. Nun sah ich, dass es auf der anderen Seite des angestauten Stücks des Girrbachs einen weiteren Weg gibt. Also drehte ich an der Kreuzung zwischen Unimog-Museum und Akademie Schloss Rotenfels um und lief die andere Seite des Girrbachs hoch. Naja, nicht nur wegen des Wegs am See, sondern auch um der lärmenden Wandergruppe aus dem Weg zu gehen. Das Reservoir entpuppte sich als Teil eines Amphibienschutzgebietes, das zudem von den Fischern aus Bischweier beansprucht wird. Irgendwo weiter oben wurde mit der Weg zu unwegsam und ich musste nun doch durch die lärmende, wie ich dann merkte aus Jugendlichen bestehende Wandergruppe hindurchlaufen. Durch den Kurpark kam ich zu meiner nächsten Station …

Denn eigentlich war das Laufen nur das Vorspiel. Ich wollte einen großen Teil des Tages im Thermalbad mit Sauna, dem Rotherma verbringen. Hübsch auf der Südseite des Murgtals gelegen, ist der Saunapark für mich ein heißgeliebtes Ziel – das Wortspiel ist durchaus beabsichtigt. Freundliches Personal sorgt für Bewirtung und Aufgüsse, es gibt eine – seit Mai letzten Jahres vergrößerte – Auswahl an Saunen, dazu ein Dampfbad und vier verschiedene Ruheräume. Erstmal trank ich einen Tee, dann arbeitete ich mich durch die Saunen. Meinen Sonnenbrand von gestern behandelte ich mit Feuchtigkeitscreme, die in die von der Sauna geöffneten Poren regelrecht eingeschlürft wurde. Neben ein paar normalen Saunagängen – unter anderem in der von mir heißgeliebten, weil recht dunklen, geräumigen und insgesamt sehr urigen Felsensauna – machte ich auch den „Heiß auf Eis“-Aufguss mit Mentholkristallen und Eiswürfeln mit. Später stieß noch eine Freundin hinzu, die einen Freund mitgebracht hatte, und wir lagen im Schatten auf der Liegewiese, nachdem wir den Fächeraufguss mitgemacht hatten.

Eine gelungener Tag, den ich voraussichtlich bei Essengehen in einem Restaurant hier in meinem Wohn- und mittlerweile auch Heimatort ausklingen lassen werde. Ich fühle mich nur sehr relaxed und gerade eben, zugegeben nach der Sauna, zeigte die Waage das erste Mal seit einem Jahr wieder unter siebzig Kilogramm an. Zwar genau 69,9kg, aber immerhin … mittlerweile sind’s wieder mehr, weil ich drei Gläser Saft getrunken habe und gleich eine Batterie Tee zu mir nehmen werde.

Nächstes Mal habe ich dann vor, „obenrum“ um den Girrbach zu laufen, somit noch ein paar Höhenmeter mehr zu laufen und ein paar hundert Meter weiter als dieses Mal. Man lernt eben nie aus, insbesondere auch im Bezug auf Laufstrecken.

Ich hoffe, Ihr genießt die wunderschönen ersten richtigen Sommertage und vermeidet, anders als ich, Euch den „Pelz zu verbrennen“.

Viel Trinken

Ich erinnere mich an meine erste Zeit „im Internet“. Es war Anfang der 2000er oder auch „Nuller-Jahre“, ich lebte in meiner Studentenbude und hatte im Gegensatz zu „Zuhause“ bei meinen Eltern eine Verbindung zwischen meinem ISDN-Anschluss und meinem Rechner. Ich trieb mich in Rollenspiel-Chats herum und lernte dabei – über meine Kommilitonen hinaus – weitere neue Leute kennen. Ich erwähne das deswegen, weil mir damals und in Form einer dieser Personen erstmals ein bestimmtes Phänomen begegnete:

Eine – in diesem Falle weibliche – Person klagte über Schwindel und Kopfschmerzen. Als die Leute im Offtopic-Channel des Chats (also jenem, in dem kein Rollenspiel betrieben wurde) fragten, ob sie auch genug getrunken habe, klang in meinen Augen sogar ein gewisser Stolz aus ihrer Antwort: Sie habe an diesem Tag erst 250ml getrunken. Da war es bereits früher Abend! Ich habe in meiner Schulzeit nicht immer gesunde Dinge getrunken (meistens eher nicht), aber GENUG getrunken habe ich immer. Ich wusste, läge ich unter einer bestimmten Menge der Flüssigkeitszufuhr, hätte ich genau diese Symptome. Der Zusammenhang war der betreffenden Person nicht wirklich klar zu machen.

Als ich, etwas später, an einem heißen Abend mit Kopfschmerzen herumsaß und Wasser trank, frische Luft hereinließ, Wasser trank, eine Kleinigkeit aß und dabei auf Mineralstoffe achtete, Wasser trank, den Nacken streckte, Wasser trank … Ihr versteht das Muster, oder? – Jedenfalls wurde ich dann gewarnt, an zu viel Wasser sei schonmal jemand gestorben. Mittlerweile weiß ich, unter welchen Umständen das passierte: Die entsprechende Person schwitzte viel, betätigte sich sportlich und trank nur relativ mineralstoffarmes Wasser. Da fehlten dann natürlich Mineralstoffe. Insofern kann ich die Unkenrufe ob der damals getrunkenen acht Liter Wasser und des massiven Durchspülens an jenem Tag inzwischen lässig zurückweisen.

Ich gehöre auch heute noch zu den „Vieltrinkern“. Wenn ich meinem Körper zu wenig Flüssigkeit zuführe, merke ich recht schnell, dass ich unkonzentriert werde. Klar, man muss darauf achten, dass Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium und wie sie alle heißen nicht zu viel ausgespült – oder eher: ausreichend nachgefüllt werden. Man rennt natürlich das eine oder andere Mal auf die Toilette, aber stellt dafür auch sicher, dass die Harnwege nicht nur ihrer Funktion als Wasserabfuhr, sondern auch als Reststoffabfuhr des Körpers gerecht werden können. Heute trinke ich aber ungern ganz pures Wasser – meistens kommt meine Flüssigkeitszufuhr in Form von Tees und Aufgussgetränken zustande: Morgens stehen vier Tassen verschiedenen Tees auf dem Frühstückstisch, von meinem Mann und mir liebevoll „die Batterie“ genannt. Das sind so ca. ein bis 1,2 Liter Flüssigkeit – Kamille ist oft dabei, auch Pfefferminz – verschiedenes Anderes auch, ich steh‘ inzwischen wieder ganz heftig auf Fenchel und einen Früchtetee mit schwarzer Johannisbeere. Auch Grüntee ist meist dabei, zumindest über den Tag hinweg. Auch auf der Arbeit bin ich mit drei Tassen Tee, wie Bierkrüge bei einer (schlechten, sind ja nur drei) Festzeltbedienung auf den Fingern aufgereiht, auf dem Weg von der Teeküche zum Büro ein vertrauter Anblick, der gelegentlich auch bespöttelt wird. Meist komme ich auf drei bis fünf Liter Flüssigkeit pro Tag. Zwei oder drei Tässchen Espresso sind auch dabei, meist eher aus Genuss als zum Wachbleiben. Denn trinke ich Espresso und zu wenig Flüssigkeit dazu, werde ich auf noch viel unangenehmere Weise müde als ganz ohne den Kaffee.

Als ich vor einiger Zeit bei einer Ärztin vom Fach (also einer Urologin) einen Termin hatte, fragte ich – damals noch ein bisschen verunsichert von allen möglichen Unkenrufen – ob man zu viel trinken könne. Sie erklärte, dass bei hinreichender Mineralstoffzufuhr „zu viel trinken“ für die meisten Menschen schlichtweg logistisch auf der Basis ihrer Tätigkeiten nicht möglich wäre. Natürlich gäbe es extreme Szenarien, mit viel Wasser, arm an gelösten Stoffen, und sonst nichts – oder nur Essen, das wenig gelöste Salze enthielte, aber das seien wirkliche Extremfälle. Mit meinen drei bis fünf Litern pro Tag war sie glücklich, weniger ginge auch, aber wenn ich mich damit wohl fühle, solle ich das machen, denn ein „Zuviel“ sei das bei weitem nicht.

So halte ich das nun auch. Gerade, während ich diesen Beitrag tippe, sitze ich beim Frühstück. Das Schälchen mit Haferkleien, Heidelbeeren und Magerquark ist schon leer, die zweite Hälfte der „Batterie“, also der vier Pötte Tee, ist noch in Arbeit. Mein Körper mag’s. Nicht alle Kopfschmerzen und nicht alle Probleme kommen vom zu wenig Trinken – ich kann also natürlich, wie jeder andere auch, nicht jedes Problemchen mit erhöhter Wasserzufuhr lösen. Wenn ich aber zu wenig trinke, kann ich drauf warten, dass mir der Kopf wehtut. Das kommt so sicher wie das berühmte „Amen in der Kirche“ in der berüchtigten Redensart. Und so behalte ich das viele Trinken bei und genieße, was es mit mir macht. Über Unkenrufer, Spötter und Bedenkenträger kann ich mittlerweile nur grinsen, manchmal kokettiere ich auch mit dem Spott – und ändere natürlich dennoch nichts.