[KuK] Kran!

Vor einigen Jahren gab es mal einen Anlass, gemeinsam mit etlichen Trek-Monday-Weggefährten nach Stuttgart zu einem „Special“ zu fahren … zur Erklärung: der Trek Monday ist mein montäglicher SciFi-Video-Abend, ein Mitglied war umgezogen und wir besuchten sie mit Mann und Maus und DVDs. Daher fuhren wir von Karlsruhe nach Stuttgart.

An diesem Tag funktionierte vieles nicht, ich war ohnehin gestresst und so war meine Laune zum abgewöhnen. Ich beschloss, mich über das nächste Objekt am Wegesrand zu freuen. Mein finster entschlossen begeistertes „Oohh! Ein Kran!“ klingt vielen noch im Ohr.

Und somit: „Yay! Ein Kraaaaaan!“

Bleibt alles anders

Viele von uns denken gerne an Dinge zurück, die früher waren, wollen sie eigentlich erhalten. Es ist eine vermeintlich heile Zeit. Doch die Zustände zu konservieren, indem man alles gleich hält, wird nicht funktionieren. Es hat nicht funktioniert, funktioniert nicht und wird nicht funktionieren. Warum eigentlich nicht?

Tja. Die Welt verändert sich. Die Technik, die Menschen. Nicht zuletzt wir selbst und unser Blick auf die Welt sind nicht konstant. Unsere Ansichten wandeln sich, Dinge, die uns begeistert haben, werden uns langweilig. Ich habe in einem Buch mal gelesen, mit vielen großartigen, lang erwarteten Dingen sei es wie mit Weihnachtsgeschenken: Am Heiligen Abend oder Weihnachtstag sind sie großartig, machen sprachlos vor Staunen. Noch an Silvester werden die Besseren herumgezeigt, spätestens am Dreikönigstag sind sie alltäglich und es geht weiter mit Wünschen. Das ist vielleicht eine sehr negative Betrachtungsweise – aber es läuft darauf hinaus: aus Geliebtem wird Gewohnheit, aus nicht behebbar Ungeliebtem ebenfalls. Es nimmt uns nicht mehr so sehr ein, es ist Platz für Neues, das man sich wünschen, herbeisehnen oder bekämpfen kann. Um den Bogen nach „draußen“ wieder zu schlagen: Freunde ziehen um, finden weitere Freunde, sind beruflich beschäftigter. Neue Technik erlaubt neue Kommunikation, zum Beispiel.

Konservativ ist ein schönes Wort. Es klingt nach Beständigkeit, nach „muss mich an nichts Neues gewöhnen“. Für diese Beständigkeit brauchen wir aber ein beständiges Verändern, um gewisse Dinge gleich zu halten – wir können wählen, was wir erhalten wollen, und die Veränderung danach orientieren, aber den Zustand von vor einem Jahr, drei Jahren, zehn Jahren, fünfzig Jahren bekommen wir nicht in allen seinen Aspekten erhalten, weder im Großen noch im Kleinen. Das liegt daran, dass sich die Rahmenbedingungen verändern, aber auch daran, dass wir gewisser Dinge überdrüssig werden und zwangsläufig auch als gut erlebte Zeiten ungerechtfertigt verklären. Wir vergessen gerne, dass wir um acht ins Bett mussten und wie sehr wir es hassten, wenn wir unsere Kindheit verklären – als ganz einfaches Beispiel.

Wie komme ich nun darauf?

Das ist ein weites Feld. Sehr viele Menschen sehnen sich nach einfacheren Zeiten zurück, in denen es weniger komplex war zu leben. Heute verteufeln wir deswegen das Smartphone, beklagen die Fremden und den Terrorismus und den ganzen Krieg auf der Welt. Dass früher mehr Terrorismus herrschte, mehr Krieg, sich Verabreden viel komplizierter war – das sehen wir nicht. Es waren ja einfachere Zeiten, weil wir die Komplexitätsprobleme nicht hatten, die wir heute haben, nicht all das Leid so leicht sehen konnten wie heute. Weil ein Mensch mit psychischen Problemen, der in eine Menschenmenge fuhr, sofern er nicht in der Tagesschau genannt wurde, höchstens lokal für Angst sorgte, nicht bundesweit. Aber diese Brücke habe ich nur aufgrund eines Beitrages auf Seppolog zu den tragischen Ereignissen in Münster und der Reaktion einer Politikerin darauf geschlagen.

Konkret – und wesentlich positiver konnotiert – kam mir die Erkenntnis gestern Abend. Kopfschmerzgeplagt saß ich zwischen meinen Trek-Monday-Leuten auf meinem Sofa. Ich hatte nicht absagen wollen, es ging mir zwar mies, aber konzentrieren musste ich mich ja nicht und ich wollte nicht vor den Schmerzen kapitulieren, nicht auf das Treffen mit meinen Freunden verzichten. Also saßen acht Leute plus mein Mann um mich herum.  Für einen montagabendlichen DVD-Abend sind das viele. Tatsächlich führt mein Mann seit geraumer Zeit eine Tabelle, wie viele wir sind – nicht von Anfang an, aber eben doch schon eine Weile. In der Zeit waren’s einmal neun Leute, dreimal acht – plus das vierte Mal acht Leute gestern. Dabei fiel mir dann auf: Der Trek Monday, mein regelmäßiger SciFi-DVD-Abend hat über bald 11 Jahre hinweg zweimal seinen Tag (also ist es noch nicht immer der „Trek Monday“) und dreimal die Location gewechselt. Von den ursprünglichen Leuten aus den ersten paar Monaten sind noch zwei Leute dabei – mein Mann und ich. Auch über die Jahre hat sich die „Crew“ des Trek Monday immer wieder verändert, genau wie die Serien, die wir schauten. Hätten nicht einige Teilnehmer immer wieder neue Teilnehmer angeschleppt, hätten wir uns nicht mit Babylon 5, Space Rangers: Fort Hope, Space: Above and Beyond, Firefly und nun Dr. Who über das ursprünglich reine Star Trek hinaus entwickelt, ich glaube nicht, dass es den Trek Monday heute noch gäbe.

Und so bleibt am Ende die Erkenntnis:

Man kann Schönes, Richtiges, Gutes, Geliebtes erhalten. Aber egal, ob es eine Partnerschaft, ein DVD-Abend, eine Freundschaft, ein Staat oder eine Gesellschaft ist, der Erhalt des Status Quo in einer Hinsicht erfordert Veränderung in anderer Hinsicht. 

Ein Tag, an dem man mit Bauchschmerzen vor Lachen ins Bett geht, ist ein guter Tag

Das ist der Grundsatz meiner Schelmin „Aus dem Weg“ im Rollenspielsystem „Das Schwarze Auge“ (DSA). Aus dem Weg ist ein menschliches Mädchen, das aber von Kobolden aufgezogen wurde. Schelme haben derbe Magie, die sie aber nur zum Spaß einsetzen können, nicht so sehr ziel- oder gar schadensgerichtet. Darunter sind Zauber wie der „Nackedei“, bei dem das Opfer am Ende mit seinen Kleidern als ein Knäuel um die Knöchel dasteht – nackt, natürlich. Viele dieser Zauber sind für wirklich heftige Streiche hervorragend geeignet, aber in meinen Augen muss der Schelm Spaß verstehen, um diese Dinge so anzuwenden, dass er nicht das Spiel sprengt – egal, ob als vom Spielleiter gesteuerte Figur der Hintergrundwelt oder als Spielercharakter.

Das führte dazu, dass ich Aus dem Weg (in Absprache mit meinem damaligen Spielleiter) den magischen Nachteil „Rückschlag“ verpasst habe – und gleich doppelt. Bei einfachem Rückschlag wirkt der Zauber, wenn er schief gegangen ist, mit halber Stärke auf den Zaubernden. Doppelt genommen, nun, wirkt der Zauber mit voller Stärke … für mich ein wichtiges Kontrollorgan bei einem Schelm. Der Schelm muss sich klar sein, wenn es nicht klappt, wirkt das auf mich, wie reagiere ich dann?

Bei einer dieser Szenen versuchte „Aus dem Weg“ auf einen allzuernsten Mann in einer Kneipe den Zauber „Lachkrampf“ zu zaubern. Der setzt einen außer Gefecht, ohne einem wirklich zu schaden: Man wälzt sich auf dem Boden und lacht, dass man fast keine Luft mehr bekommt, ist erstmal außer Gefecht und trägt wahrscheinlich auch einen Muskelkater davon. Was soll ich sagen? Es ging schief, ganz klar. Aus dem Weg verfiel in einen Lachkrampf und lag zur großen Schadenfreude aller umstehenden nach Luft japsend, sich vor Lachen krümmend neben ihrem Stuhl in der Taverne und konnte nicht mehr. Danach stand sie mühsam auf und erklärte, noch immer nach Luft ringend: „Ein Tag, an dem man mit Bauchschmerzen vor Lachen ins Bett geht, ist ein guter Tag!“

Vermutlich werde ich mir gestern beim Trek Monday einen Muskelkater angelacht haben. In „seaQuest DSV“ griff Dr. Kristin Westphalen in eine unter Druck stehende Magmakammer ein, in dem sie – als Wissenschaftlerin auf dem Boot, nicht als militärische Offizierin – neun Torpedos auf eine Schwachstelle der Magmakammer feuern ließ, somit einen Entlastungsausbruch auslöste. Dieser führte zur Bildung einer neuen Insel, während die andere Insel, auf der sich die Crew und einige Zivilisten noch herumtrieben, von einem explosionsartigen Ausbruch à la Mt. St. Helens oder Krakatoa verschont blieb. Über die geologische Korrektheit kann man streiten – allerdings führte Captain Bridger am Ende an, dass fünf Torpedos gereicht hätten, sie aber neun gefeuert hatte. Es sei nun die Frage, wer die Torpedos bezahle …

Da erklärte einer meiner Gäste: „Wie soll sie das auch wissen, wenn sie nicht darin geschult wird? Sie sollte mal auf einen Soft-Skills-Lehrgang.“ Es mag nun nicht so richtig lustig sein, dass der Zusammenhang zwischen Geologie und Explosionen von Torpedos für eine Wissenschaftlerin auf einem Forschungs-U-Boot unter militärischer Führung nun – sagen wir es vorsichtig – tendenziell eher in die Kategorie der Hard Skills gehört. Ich allerdings stellte mir einen Soft-Skills-Kurs vor, auf dem genau das gelehrt würde … und konnte mich vor lachen nicht mehr halten, fiel vom Sofa und krümmte mich zwischen Sofatisch und Sofa in einem wilden Lachkrampf.

Und da in „Aus dem Weg“ eine Menge von mir steckt, sagte ich danach in voller Inbrunst: „Ein Tag, an dem man mit Bauchschmerzen vor Lachen ins Bett geht, ist ein guter Tag!“

Trek Monday … zehn Jahre

Science Fiction. Unendliche Phantasie. Wir schrieben das Jahr 2007. Eine Doktorandin am KIT, damals noch Universität bzw. Forschungszentrum Karlsruhe und begeisterter Trekkie fand einen Verbündeten und erschuf, zunächst im „Casa Noctis“ in Karlsruhe, einen regelmäßigen Star-Trek-DVD-Abend. Zunächst hieß das Ganze nicht „Trek Monday“, es fand zu Anfang auch nicht an einem Montag statt. Mit wechselnder Crew, Ortswechseln und manchem Aussetzer, mancher Veränderung, hat das Ganze bis heute überlebt. Sie fliegt noch immer, auf ihrer nunmehr zehnjährigen Forschungsreise durch die Welten der Science Fiction und Space Operas … das Raumschiff „USS Trek Monday“, mittlerweile der dritte Refit … sozusagen NCC-76467-C USS Trek Monday.

These are the voyages … 

Besonders freut mich, dass ich über den Trek Monday so viele Weggefährten – meine Crew – gefunden, besser kennengelernt oder mit ihnen den Kontakt gehalten habe. Freilich, die Dinge haben sich verändert. Vom ursprünglichen „Starring“ sind nur noch zwei dabei – die Frau Captain (meine Wenigkeit) und der erste Offizier, dazugestoßen Mitte der zweiten Staffel beim ersten Durchgang „The Next Generation“. Ich kann hier nicht alle erfassen, die uns auf dem Weg begleitet haben, aber es waren viele – wechselnder „Main Cast“, viele „Recurring Characters“ … Counselor Lena ist zu erwähnen, mittlerweile leider nicht mehr Teil der Crew, aber ohne sie hätten wir unser Schiff wohl nicht durch die ersten Ionenstürme bekommen. Natürlich ist da auch Bernd, sozusagen der Admiral, unter dessen Ägide das erste Schiff der Serie „Trek Monday“ vom Stapel lief. Später dann entwickelten sich die Dinge weiter – Hendrik schloss sich der Crew an, rekrutierte immer wieder neue Mitglieder, die zum Teil bis heute Teil des „Regular Cast“ sind. Den „Regular Cast“ verlassen hat mittlerweile Nina, die auch über mehrere Refits des Raumschiffs „Trek Monday“ bei uns war. Und dann ist da die aktuelle Crew … doch dazu am Schluss noch ein paar Worte.

Welche Welten haben wir durchreist? Das habe ich zwar vor drei Jahren schon einmal erwähnt, aber zum „Zehnten“ ist’s vielleicht nicht schlecht, noch einmal das Missionslog abzuspielen:

  • Star Trek: The Next Generation (2x)
  • Star Trek: Deep Space Nine (2x, zweites Mal läuft noch)
  • Star Trek: Voyager
  • Star Trek: The Original Series
  • Star Trek: Enterprise
  • Babylon 5
  • Firefly
  • Space: Above And Beyond
  • Space Rangers: Fort Hope
  • Raumpatrouille
  • … und die Filme: The Motion Picture, The Wrath Of Khan, The Search For Spock, The Voyage Home, The Final Frontier, The Undiscovered Country, Generations, First Contact, Insurrection und Nemesis.
  • Ferner ein paar kleine Intermezzi (unter anderem jener denkwürdige Abend, an dem wir sozusagen das Holodeck anwarfen und „Tango And Cash“ anschauten).

Das eine oder andere Trek Special fand ebenfalls statt, manchmal am aktuellen Ort des Trek Monday, nur an anderen Tagen, manchmal auch Gastspiele, vor allem bei unserer Frau Counselor.

Zehn Jahre! Man glaubt es kaum, dass ein regelmäßiger DVD-Abend so lange hält. Aber es hat geklappt, mit Höhen und Tiefen, mit Veränderungen. Nur durch Veränderung kann etwas so lange existieren, frei nach Herbert Grönemeyer: „Bleibt alles anders.“

Zu guter letzt dann noch sozusagen der Vorspann:

Science Fiction Unendliche Serien. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Trek Monday, das viele Lichtjahre vom Alltag entfernt unterwegs ist, um neue Geschichten zu entdecken, Menschen zusammenzubringen und Freundschaften zu erhalten. Der Trek Monday ist dabei so lange unterwegs, wie es ihm nie jemand zugetraut hätte.

Starring: Talianna als Frau Captain, Holger als erster Offizier.

Also Starring: Manuel, Nils, Sylvia, Michael, Christian, Sebastian, Eva, Carmen, Stefan, Holger, Wenzel und Evelyn.

Executive Producers: Talianna und Holger.

Und wie immer geht es um 19:45 los. Wie jeden Montag. Mehr oder minder unverändert seit zehn Jahren. Genau jetzt. An dieser Stelle darf sich jeder den Schlussakkord des Intros von Star Trek: The Next Generation vorstellen … und mir kommen die Tränen.

Ausweichen mal andersrum

Heute hatte ich mal wieder eine Mitfahrerin, deren Anschlusspunkt die Battstraße in Karlsruhe-Rüppurr, Ausfahrt Ettlingen ist. Nach meiner Vorlesung fuhren wir tapfer los, unterhielten uns fleißig und kamen nicht so unglaublich rasch voran, weil ich angesichts der Unterhaltung nicht raste – schließlich wäre für schnelles Tempo, auch innerhalb der Limits, nicht die Konzentration da gewesen. Bis nach Pforzheim West lief das auch hervorragend.

Nur dann ging plötzlich gar nichts mehr, meine Stau-App wollte nicht sagen, wieso, und auch Google Maps war kryptisch, auch wenn es Stau anzeigte. Aber immerhin bot die Navigation aus dem Silicon Valley eine Alternative: Bei Karlsbad runter und dann über Busenbach und Ettlingen auf die B3, und zwar durch den Wattkopftunnel. Gesagt, getan: Ich setzte den Blinker, als sich eine Lücke auftat, und bewegte mich von links in die Mitte. Die linke Spur hatte ich ja gesucht, weil in aller Regel ein Stau Richtung Frankfurt, bedingt durch die Baustelle auf der A5 besteht – Richtung Basel ist die Überleitung meistens frei. Noch eine Spur nach rechts war dann schon etwas anspruchsvoller, da war ein Hintermann so nett, mit Druck auf’s Gas die Lücke zu zu machen und dann auch noch einen vorwurfsvollen Blick durch die Sonnenbrille rüber zu werfen. Hinter ihm war aber die rechte Bahn frei und ich konnte rüber fahren. Das tat ich auch und rollte dann auf das schon sichtbare Ende des Rückstaus von der Ampel am unteren Ende der Anschlussstelle Karlsbad zu – um dann zusammenzuschrecken wie verrückt: Ein LKW fuhr mir extrem dicht auf und gab mir die Hupe. Zuvor war der ganz langsam dem Sonnenbrillenmenschen, der mich nicht reinließ, mit gebührendem Abstand hinterhergezuckelt, nun gab er Gas und bedrängelte mich. Vielleicht Staukoller, vielleicht auch einfach das Bedürfnis, gegenüber einem kleinen Frauenauto mit zwei Frauen als Besatzung einen auf dicke Hose zu machen – ist natürlich eine verallgemeinernde, unzulässige Unterstellung, aber sie tut gut, muss ich gestehen.

In Busenbach gab es dann in starkem Verkehr aus beiden Richtungen und durch parkende Autos teilverstellter Durchgangsstraße Musterbilder von Rücksichtnahme! Das war wirklich, wirklich schön, da wurde durchgelassen und sich bemüht! War sehr erfreulich, erst recht nach der Aktion beim Abfahren von der A8.

Und so schaffte ich es noch rechtzeitig, mir was gegen die befürchtete Erkältung zu holen bei der Apotheke, und auch noch rechtzeitig zum Trek Monday, bei dem wir heute eine neue Serie anfingen: Space – Above and Beyond, im Deutschen ausgestrahlt als Space: 2063.

Von Anfängen und Rückschau

Heute ging – nach fünf Staffeln – in meiner regelmäßigen Video-Abend-Veranstaltung für meine Freunde und mich mal wieder eine Serie zu Ende. Babylon 5 haben wir ganz durch geschaut.

Zeit, ein bisschen Rückschau zu halten, nach einem sentimentalen Ende der Serie, die uns nunmehr eine ganze Weile begleitet hat. Doch zunächst einmal: Was ist der Trek Monday?

Im Jahr 2007 war ich noch Doktorandin am KIT und fuhr täglich nur von der Karlsruher Nordweststadt nach Eggenstein-Leopoldshafen zum Forschungszentrum, später KIT Campus Nord. Damals war ich – als Doktorandin in Physik – noch nicht mit einem Einkommen gesegnet wie heute und die sieben DVD-Boxen „Star Trek – The Next Generation“ waren für mich eine nicht unbeträchtliche Ausgabe. Ich bin mit der Serie aufgewachsen, habe sehr viel Prägung ab dem Jahre 1990 aus den Abenteuern von Jean-Luc Picard, Data, Will Riker, Deanna Troi, Beverley Crusher, Worf, Geordi, Tasha Yar und Wesley Crusher mitgenommen. Tja, und 2007 kaufte ich mir die DVDs. Und im Nu war ein Star Trek Abend geboren, der mehrfach seinen Stattfindetag wechselte, schlussendlich aber an einem Montag endete. Begonnen hat es damit, dass ein Bekannter von mir mir anbot, in mehr oder minder privater Runde in seinen Räumlichkeiten die DVDs zu schauen, auch, weil er sie selbst gerne sehen wollte. Und dann tauchte dort, irgendwann in der zweiten Staffel, ein schüchterner Mann auf. Er redete nicht viel, kam aber wieder. Und nach dem vierten Mal – bat ich ihn, dass wir uns mal zu zweit träfen. Und heute ist er mein Ehemann. Der Trek Monday wechselte mehrfach den Ort, wurde nach einiger Zeit wirklich zum Trek Monday, weil er nun immer Montags stattfand, und zwar bei mir zu Hause. Und mit der Zeit wurden es mehr Leute.

Wir haben zweimal Star Trek – The Next Generation gesehen, das zweite Mal, da die „Crew“ fast völlig gewechselt hatte. Außerdem Star Trek – Deep Space Nine, Star Trek – Voyager und Star Trek, also die klassische Serie mit William Shatner, Leonard Nimoy und DeForest Kelley. Dazu gab es als Intermezzi die Serien Firefly, Raumpatrouille, Space Rangers – Fort Hope – und nun eben Babylon 5. Und nach fünf langen Staffeln … war es für mich mal wieder Zeit, Rückschau zu halten. Über sieben Jahre läuft das Ganze nun. Über sieben Jahre fast jede Woche drei bis vier Folgen Science Fiction Serien, über sieben Jahre neue und alte Leute, über sieben Jahre Leute, die teils als Fremde, teils als Bekannte in den Trek Monday hinein kamen – und Teil der Crew wurden. Ich habe meinen Mann darüber kennen gelernt. Meine Trauzeugin. Den Zeremonienmeister meiner Hochzeit. Ich habe viele, viele Bekanntschaften zu wichtigen Freundschaften vertieft, dank des Trek Monday. Vor kurzem habe ich unsere Frau Counselor aus der ersten Crew des Trek Monday mal wieder besucht. Und gesehen, in ihrem Leben ist es weiter gegangen, und zwar sehr schön weiter gegangen. Aus dem Trek Monday erwuchs meine Rollenspielgruppe für DSA.

Nun beginnen wir nächste Woche Montag eine neue Serie. Space – Above and Beyond, im Deutschen unter Space 2063 ausgestrahlt. Von wem ich die geschenkt bekommen habe? Natürlich von der Crew, von wem den sonst.

Als nun die letzte Folge von Babylon 5 mit John Sheridans sentimentalem Abschied über den Bildschirm flimmerte und ich ein ums andere Taschentuch brauchte, da musste ich einfach eine kleine Rede halten. Ich kann das nicht mehr wiedergeben, aber ich bekam – verheult wie ich war – von meiner Crew Applaus. Und das muss ich einfach mal sagen, auch wenn es auf den Highway Tales eigentlich fast ein bisschen fehl am Platze anmutet:

Sieben Jahre habe ich ein „Raumschiff“ geleitet, über dessen Hauptschirm immer wieder neue Abenteuer aus dem Weltraum flimmerten. Sieben Jahre habe ich mal mit mehr, mal mit weniger Crew, immer mal mit Zu- und Abgängen meinen Trek Monday gehabt. Ich hoffe, dieses Schiff fliegt noch lange, auch wenn es mal wieder so anmutet, als würden Teile der Crew neue Wege gehen und nunmehr vom Regular Cast zu den Recurring Characters oder den Guests wechseln. Wir werden sehen. Sieben Jahresstaffeln sind ein gutes Maß für eine Serie, die viel mit Trek zu tun hat: Next Generation, Deep Space Nine, Voyager, es waren immer sieben. So werde ich dankbar sein, sollte es in der siebten Staffel zu Ende gehen. Aber ich werde auch ein neues Schiff, oder den selben alten Kahn gerne weiter kommandieren und neue oder auch alte Bekannte vor und hinter den Bildschirm holen, wenn’s auch nur zwei, drei Leute gibt, die mitfliegen wollen.

Ob sie nun Leser meines Blogs sind oder nicht, ob’s mit den Highway Tales zu tun hat oder nicht: Danke meiner Crew. Es ist mir eine Ehre und Freude, die Frau Captain des Trek Monday zu sein.