Jahres-Lauf-Bilanz

Zunächst einmal: 2017 war das sportlich aktivste Jahr meines bisherigen Lebens. Als Jungendliche war ich schrecklich faul, selbst in den besseren Jahren. 2017 dagegen ging es ganz schön ab, für meine Verhältnisse. Ich bin einen Halbmarathon gelaufen, dazu zwei Wettkämpfe über zwölf Kilometer. Dazu habe ich erstmals meine Lauferei über zehn der zwölf Monate durchgehalten – und dass zwei fehlen, liegt nur daran, dass ich erst im März angefangen habe, nicht daran, dass ich zwischendrin pausiert hätte. Das fühlt sich schon einmal großartig an! Zudem habe ich etwa dreizehn Kilogramm abgenommen und meinen abgeschätzten Körperfettanteil drastisch reduziert – man sieht das, und gemessen habe ich es auch. Seit diesem Jahr haben wir auch ein Laufband, auf dem ich schon den einen oder anderen Lauf absolviert habe.

Hier folgen nun die Daten im Detail:

StreckeZeit.png

Man sieht recht deutlich, dass sich das Tempo über die Zeit „etwas“ gesteigert hat – und zwar nahezu stetig. Bevor ich allerdings nun mit den abgeleiteten Daten ankomme, also „Pace“ in Minuten pro Kilometer und Kilometer pro Aktivität, möchte ich erst noch dieses Diagramm zeigen:

AktivStrecke.png

Die zurückgelegte Strecke sieht man hier auch wieder monatsweise – das sollte dieselbe Kurve sein wie im Bild oben die Blaue. Der November war nicht so stark, aber im Dezember zeigte die Statistik schon wieder stark nach oben. Hier sieht man nun die abgeleiteten Daten:

PaceStrecke.png

Ich bin also erheblich schneller geworden im Mittel, auch wenn natürlich einiges an Schwankung innerhalb der Monate drin ist – ich habe bewusst Mittelwerte angesetzt. Auch sieht man, dass im Winter natürlich die mittlere gelaufene Strecke pro Aktivität niedriger geworden ist, aber das liegt in der Natur der Sache: Auf dem Laufband laufe ich nicht ganz so weit, außerdem ist das Fenster zwischen Heimkommen und Dunkelheit kleiner. Wie das weitergeht, muss ich mal sehen – aber im kommenden Jahr mit Marathon geplant könnten durchaus noch krassere Kilometer pro Aktivität zusammenkommen.

Von den reinen Laufdaten habe ich noch die Höhenmeter monatsweise summiert und als „Steigung“ durch die Kilometer pro Monat geteilt:

Hoehenmeter.png

Auf dem Laufband und auf den kurzen Strecken im Auwald kommen im November und Dezember natürlich weniger Höhenmeter zusammen. Dann gibt es da noch eine Sache, die ich interessant finde und im kommenden Jahr weiter verfolgen werde: Die Anteile meiner Lauferei auf Laufband beziehungsweise freier Strecke:

KilometerLaufenband.png

Das Laufband haben wir erst seit Oktober, aber wahrscheinlich wird der gelbe Balken im Sommer auch kommendes Jahr eher klein bleiben – im Januar und Februar erwarte ich aber durchaus ein paar Aktivitäten, die zum gelben Balken beitragen.

Und am Ende noch eine Sache: Das Gewicht. Ich habe ja gesagt, dass ich das Gewicht abfangen möchte, auf 63-65kg. Bis jetzt sieht das gut aus. Der Fettanteilsverlust ist auch ein bisschen stagniert – bei diesen Kurven bin ich SEHR gespannt auf das kommende Jahr.

GewichtFett.png

In Zahlen für’s ganze Jahr: Ich bin 178 Mal laufen gewesen. Dabei habe ich 147 Stunden verbracht und 1380 Kilometer zurückgelegt. An Höhenmetern kamen über 5000 zusammen, was durchaus eine ganze Menge ist, für mich und gefühlt.

Insgesamt kann man es nicht anders sagen: Es ist das beste Sportjahr meines Lebens. Zugleich ist es auch das am systematischsten dokumentierte und jenes, in dem ich am gründlichsten und systematischsten an das Training herangegangen bin. Kommendes Jahr hoffe ich, das Ganze noch weiter treiben und auch die Früchte der diesjährigen Herangehensweise mit ernten zu können.

Habe ich Vorsätze für’s neue Jahr? Gute Frage. Gesundbleiben ist wichtig. Alles andere ergibt sich. Neues Jahr, neue Kurven, weiterhin kein Druck. Deswegen mittele ich auch über ganze Monate, um nicht Schwankungen in Lust, Form und Wetter so stark in den Kurven zu sehen, dass ich eine vermeintliche Tendenz auf Krampf umdrehen muss. Man darf gespannt sein!

Uff …

Heute Abend habe ich eine Sache das erste Mal gemacht. Nun nichts übermäßig Krasses oder unglaublich Neues – aber eben doch:

Als ich vor einiger Zeit mit meinen Kollegen, die auch Laufen und auch erwogen hatten, beim Campus Run teilzunehmen, über das Training sprach, kamen mehrere Dinge zur Sprache. Einer der Kollegen ist bei einer freiwilligen Feuerwehr, sehr fit, sehr sportlich. Er ist der Typus, den meine Mutter (damals bezogen auf meinen Vater und den Ehemann einer ihrer ehemaligen Studienkolleginnen) als den „verbissen asketischen“ Ausdruck charakterisierte. Als ich mit der Ansage daherkam, ich wolle die 12km in einer Stunde laufen, meinte er: 4:30/km seien schon drin. Das ist nochmal sechs Minuten schneller auf die 12km. Es entstand so ein kleines Gespräch über Training und Trainingsmethoden – eben so ein „verbissen asketisches“ Gespräch, im Duktus meiner Mutter. Unter anderem ging es dabei um die Geschwindigkeit, die ich noch zu gewinnen habe, bevor ich das 12km/h-Ziel erreicht habe. Eines der Mittel der Wahl – wissen ja die meisten Läufer unter uns – ist das hochintensive Intervalltraining. Bei mir gab es bisher meist 5-7 schnelle Phasen von je 500 Metern. Mein Kollege meinte, so richtig ziehen würden sich die schnellen Phasen erst, wenn man 1000m schnell liefe, bevor es eine Pause gäbe. Heute habe ich – da es in den Plan passte – mal damit gespielt. Ich habe mich also ein bisschen warm gemacht und bin dann sechs Kilometer gelaufen, in denen vier schnelle Phasen à 1000m mit einer gefühlt „volle-Pulle“-Leistung vorkamen. Danach war der Tank leer und ich habe ernsthaft erwogen, das Auslaufen durch ein Ausgehen zu ersetzen – also gar nicht mehr zu Laufen als „Absacker“, sondern nur noch zu gehen. So weit bin ich dann doch nicht gegangen …

Aber ich sage ganz klar: Ja. Die 1000m langen schnellen Phasen ziehen sich. Am Schluss wünscht man sich nur noch die Pause! Da ist noch einiges drin, bis ich diese Trainingsform beherrsche – es kommt wirklich auf die Länge der schnellen Phasen an. Klar, weiß man, aber es zu spüren, ist nochmal beeindruckender. Wenn allerdings alles so klappt und ich den gesetzten Trainingsreiz von meinem Körper umsetzen lassen kann, bin ich den 12km/h beim Campus Run erheblich nähergerückt.

Nebenbei: Ich habe mal irgendwo gelesen, beim Intervalltraining hießen die langsamen Phasen „Intervalle“. Das mag wohl aus dem Englischen kommen, wo dann das Wort Intervall im Sinne des Trainings mit „Pause“ konnotiert ist. Ich für meinen Teil betrachte es aus der Begrifflichtkeit der Mathematik. Ein Intervall ist eine zusammenhängende Teilmenge einer geordneten Trägermenge. Das gilt damit für die schnellen wie die langsamen Phasen. Auch wenn der aus dem Englischen kommende Sprachgebrauch für das Intervalltraining wohl die langsamen Phasen als Intervalle bezeichnet, gibt’s für mich „von der Mathematik her denkende Person“ eben gültige Begriffe von schnellen und langsamen Intervallen auf meiner Gesamtstrecke, der Trägermenge.

Genug der Besserwisserei, nun geht es auf’s Sofa, Beine hochlegen und das Intervalltraining in die Muskeln hineinregenerieren. Na hoffentlich!