Countdown

Es sind noch sechs Wochen bis zum Marathon. Durch verschiedene Aspekte habe ich etwas Rückstand auf mein Wunsch-Training. Eigentlich wollte ich bis Mitte August mal über 35km gelaufen sein und 8-10 lange Läufe mit über 30km intus haben. Der aktuelle Stand sind 6 Läufe im Bereich 30km oder darüber (einer davon 29,5km, der Rest über 30km), bei bisher maximal 33,8km.

Schön ist, dass ich meinen aktuell längsten Lauf mit 33,8km in einem Tempo von 5:36/km absolviert habe, was bei Durchhalten über volle 42,195km eine Zeit unter vier Stunden bedeuten würde. Die mittlere Herzfrequenz dabei lag bei 153bpm, was sehr akzeptabel ist. Es sieht also trotz zurückbleiben hinter meinem Plan ganz gut aus.

Drei lange Läufe stehen noch auf dem Plan, vielleicht vier. Man wird sehen.

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Von mir aus …

Heute fährt meine Bahn ganz normal. Dennoch sitze ich gerade nach knapp acht Kilometern Lauf in der S2. Ganz von mir aus!

Warum ich das mache? Die Bedingungen sind heute toll. Sonnig, blauer Himmel, 18 Grad Celsius. Auch wenn ich die Hitze mag, gegen so schönes Laufwetter werde ich mich nicht wehren. Auch wenn ich bei Hitze weniger langsamer werde als andere, bei Temperaturen um die 15-20 Kelvin unterhalb meiner Körpertemperatur bin auch ich schneller als im Wüsten- oder Dschungelklima.

Am Ende des Laufs sah ich an der Merkurstraße, dass meine S2 vier Minuten vor mir war. Also beschleunigte ich für den Kilometer bis zur Römerstraße von 5:40/km auf 4:35/km und rief noch etwas Tempo ab. Aus purer Lust an der Bewegung! Eben ganz von mir aus.

Fünfzehnhundert

Dieses Ziel habe ich mir am Anfang des Jahres gesetzt. 2017 bin ich von März bis Dezember gelaufen. Nimmt man die Laufbandkilometer hinzu, habe ich 2017 1380 Kilometer zurückgelegt, laufenderweise. Spaziergänge und dergleichen sind da nicht eingerechnet. Anfang des Jahres lief ich gleich mal ein bisschen los, im Januar bereits 180 Kilometer. Meine Ansage war: Ein bisschen mehr als letztes Jahr, ambitioniert, aber nicht unerreichbar.

Nach gut sieben Monaten – also heute sieben Monaten und acht Tagen, insgesamt 220 Tagen, ist es nun so weit. Ich habe mein Jahreslaufziel schon erreicht, 1500 Kilometer laufend zurückzulegen. 118 davon fanden auf dem Laufband statt, der Rest draußen.

Irgendwie … frage ich mich nun: Sollte ich mir einen weiteren Kilometerstand als Ziel setzen? Freue ich mich über die 1500 und verlagere mich darauf, dass ich ja noch zwei … vielleicht, wahrscheinlich drei Wettkämpfe vor mir habe? Vermutlich werde ich letzteres tun und nicht erklären, dass in meinem Kopf der Zähler auf ein neues Ziel hinläuft: 2000. Nächstes Jahr setze ich wieder 1500 als Ziel. Lieber Tiefstapeln als Druck. Laufen bleibt ein Hobby.

Gegen mich selbst …

… keine Sorge, ich kämpfe nicht gegen mich selbst, ich tue mir auch nichts an.

Nein, im Kampf gegen mein letztjähriges selbst habe ich heute einen weiteren Sieg errungen. Nachdem ich meine letztjährige Halbmarathon-Zeit von 1:44:22 dieses Jahr bereits um mehr als acht Minuten unterboten habe, indem ich in Mannheim 1:35:53 gelaufen bin, außerdem meine Zeit beim Campus Run (Zwölf Kilometer) der Uni Stuttgart um sagenhafte 14 Minuten von 1:07:irgendwas auf 52:38 verbessern konnte und auch bereits jetzt mehr Wettkämpfe gelaufen bin als letztes Jahr, kam nun der nächste Sieg von Tally (2018) über Tally (2017): Nach knapp über 1380 Jahreskilometern im vergangenen Jahr habe ich bereits vor Ablauf des Julis 1390 Jahreskilometer auf dem Konto. Da ich im vergangenen Jahr erst im März so richtig losgelegt habe, kann ich auch mit Fug und Recht sagen, dass ich meine 1400 Kilometer dieses Jahr nur sieben statt zehn Monaten erreicht habe.

Mein Laufjahr 2018 hat damit Maßstäbe gesetzt, die nach dem besten Laufjahr überhaupt – 2017 – nochmal richtig ordentlich einen draufgesetzt haben. Dass Training sich lohnt, weiß ich auf intellektueller Basis schon lange, aber so deutlich wie dieses Jahr habe ich das auch auf intuitiver Basis noch nie gespürt.

Wahrscheinlich wird des im kommenden Jahr für mein Ich in 2019 deutlich schwerer werden, mein 2018er-Ich zu schlagen, als das dieses Jahr mit dem 2017er-Ich der Fall war. Aber das ist in Ordnung, immerhin habe ich nun zwei Jahre ganz schön krasse Steigerungen in Folge gehabt. Das klingt so krass nach Jahresbilanz, ist es aber gar nicht. Denn das Jahr ist noch nicht um. Der Saison-Höhepunkt kommt mit dem Baden-Marathon erst noch, erstmals die volle Strecke …

S-Bahn-Laufen

Ich habe schon viele Bezeichnungen für eine sehr praktische Technik gelesen, die einen schnell vorankommen lässt. Indianerlaufen oder Pfadfinderlaufen waren darunter, eventuell ist’s sogar so eine Art Intervalltraining.

Ich setze es zur Zeit auf dem Weg zur S-Bahn ein und daher nenne ich es „S-Bahn-Laufen“. Die Idee ist simpel: Gehe 50 oder 100 Schritte, dann laufe 50, 100 oder 200 Schritte. Klar wird’s dabei etwas warm, aber man steht nicht schweißgebadet wie nach einem vollen Lauf an einem solch warmen Morgen in der S-Bahn, kommt aber deutlich schneller voran. Das gibt mehr Zeit zum Frühstücken.

Ich zähle meine Schritte im Moment nach dem Schema 1, 2, 3, … 10, Zehn. 1, 2, 3, … 10, Zwanzig und so weiter – das funktioniert besser, als im Kopf 75, 76, 77, … zu zählen. Somit laufe ich zur Zeit im Schema 110 Schritte gehen, 220 Schritte laufen zur Bahn. Es ergibt etwa 33% Zeitersparnis, die ich zuvor beim Frühstück vertrödeln kann. Ob und inwieweit es einen Trainingseffekt hat, werde ich sehen, wenn ich das mal ein paar Wochen gemacht habe.

Schleifendurchlauf

Am Donnerstag findet der Campus Run 2018 der Universität Stuttgart statt. Ich werde dort sein, von einer Reise in meinem neuen Job aus Heidelberg direkt nach Stuttgart fahren und teilnehmen.

Das ist das erste Mal, dass ich zwei Jahre in Folge am selben Wettkampf teilnehme und dabei auch noch in Form bin. Zweimal in Folge, dazwischen keine Probleme mit der Colitis ulcerosa, munter weiter trainiert … seit dem letzten Campus Run bin ich über 2000 Kilometer gelaufen, habe nur in einem Monat weniger als 50 Kilometer zurückgelegt. Es ist das erste Mal, dass ich so konsequent durchgängig trainiert habe – ich wollte es UND der Körper ließ es zu.

Letztes Jahr begann die für mich furiose Laufsaison mit dem Campus Run. Dieses Jahr habe ich schon einen Halbmarathon und zwei Wettkämpfe über knapp zehn Kilometer absolviert. Die Schleife ist einmal durchlaufen. Nun folgen Wiederholungen. So weit war ich in Sachen laufen noch nie.

Bilanz Lauf-Quartal Nummer 2

Am heutigen Samstag neigt sich das zweite Quartal 2018 zu seinem Ende. Gelaufen bin ich – im zweiten Quartal habe ich drei Wettkämpfe absolviert: Badische Meile, Halbmarathon beim Dämmer-Marathon in Mannheim und Würmerschen Speckkälblelauf. Die Ergebnisse ließen sich jeweils sehen – schnell gelaufen bei der Badischen Meile, 1:35:53 beim Halbmarathon und einen Sieg bei den Damen in Würmersheim.

Ich bin allerdings auch sonst eine Menge gelaufen, unter anderem hat im Laufe des Juni mein Training für den Marathon im September seinen Beginn genommen. Der derzeitige Gesamt-Kilometerstand für dieses Jahr sind 1201 Kilometer, es sind also noch 299 Kilometer bis zum Jahresziel. Das werde ich definitiv überschreiten. Trotz einer kleinen Nach-OP am Unterlid, wieder ohne auffälligen oder gefährlichen Befund, bin ich im Juni erstmals ÜBER 250 Kilometer gelaufen – zwar nur 150 Meter drüber, aber das ist dann ja egal, drüber ist drüber.

Q2Y2018StreckeDauer
Strecke und Dauer meiner Lauferei, monatsweise summiert, Juli 2017 bis Juni 2018.

Im Diagramm ist deutlich zu sehen, dass ich für die Wettkämpfe im Mai ein wenig den Trainingsumfang reduziert habe und auch danach regeneriert. Im Juni wurde dann wieder mehr gelaufen …

Q2Y2018Kinetik
Mittlere „Pace“ und mittlere Distanz pro Einheit monatsweise von Juli 2017 bis Juni 2018.

Deutlich ersichtlich war ich im Mai sehr schnell – was nicht zuletzt an zwei sehr schnell gelaufenen Wettkämpfen auf meinem Mai-Konto liegt. Das Tempo ging nach dem Halbmarathon trotz des recht flotten Speckkälblelaufs im Juni deutlich runter – dafür ist aber deutlich zu sehen, dass im Hinblick auf den Marathon die Distanzen größer wurden.

Q2Y2018Verbrauch
Gesamtlaufstrecke pro Monat und aus dem Tracking abgeleiteter Kalorienverbrauch beim Laufen geteilt durch den aus dem Gewicht abgeschätzten Grundverbrauch in Prozent.

Diesen Plot mag mein Vater sehr gerne, auch wenn ich ihn nur beschränkt aussagekräftig finde. In Blau sieht man die Gesamtstrecke pro Monat – und dann noch die Laufkalorien in Einheiten des Grundverbrauchs in Ruhe. Wenn die Berechnung also halbwegs korrekt ist – was man durchaus in Frage stellen kann, weil das alles mit Annahmen behaftet ist – habe ich in April und Juni 2018 jeweils beim Laufen so viele Kalorien verbraucht, dass allein das Laufen nochmal ein Drittel meines Grundverbrauchs in Ruhe zusätzlich verbrannt hat – all die gehend zurückgelegte und durch Krafttraining verbrauchte Energie noch nicht mitgerechnet.