Das generische Femininum

Gestern hatte ich so einen lustigen Moment. Die Nachbarskatze saß neben mir auf der Decke auf dem Sofa, ließ sich kraulen und schnurrte. Eigentlich ist die Nachbarskatze ein kastrierter Kater, Mauzi heißt das Tier. Ich dachte kurz nach und fragte:

„Na, du Katze? Störst du dich an dem generischen Femininum?“

Schließlich gehört die Katze zu den wenigen Sammelbegriffen, die generisch weiblich belegt sind. Sieht jemand eine Katze, wird niemand auf die Idee kommen, das Tier erstmal ohne es genau zu wissen als Kater zu bezeichnen. An anderen Stellen – zum Beispiel bei der Krankenschwester – achten wir drauf. Das ist dann ein Krankenpfleger, es geht sogar nichtmal an, einen „Krankenbruder“ zu postulieren, wenn man niemanden beleidigen will.

Die Katze allerdings – also der Kater Mauzi – störte sich nicht im geringsten am generischen Femininum. Er zwinkerte mir zu. Echt! Er schloss ein Auge und öffnete es gleich wieder, das andere blieb offen. Dann nochmal. Mauzi ist das offenbar völlig egal, ob er als Katze oder als Kater bezeichnet wird, solange der Mensch weiter krault.

Mr. Tennisball

In der Nachbarschaft unseres Hauses gibt es eine ganze Menge Hunde, die zu mehr oder minder großen Anteilen ihrer Zeit die Hauseinfahrten und die Häuser selbst bewohnen. Einer davon ist derjenige, den ich mit „Mr. Tennisball“ bezeichnen möchte.

Ursprünglich fand ich ihn nur lästig. Jedes, wirklich jedes Mal, wenn ich an seiner Hofeinfahrt vorbeilaufe, stürmt er still bis an das dann geschlossene Tor und bellt dann von kaum einen Meter neben meinem Knöchel, dass ich schlagartig 10bpm erhöhten Puls bekomme. Nicht, dass der Hund mal in Vorfreude bellen würde, wenn ich auf den Hof zulaufe, oder dass er bellend vom hinteren Teil des Hofs heranläuft. Nein, er kommt still, aber mit Karacho auf das Tor zu, bremst davor ab, schwenkt in meine Laufrichtung ein und kläfft genau dann los, wenn er am nächsten an mir dran ist. Und ja: Er freut sich, dass da jemand ist. Der wedelnde Schwanz und die Miene des Tiers sprechen eine eindeutige Sprache. So hat es aufgrund der – aus Menschensicht – ambivalenten Verhaltensweise von „Mr. Tennisball“ eine Weile gedauert, bis ich die namensgebende Eigenschaft bemerkte.

„Mr. Tennisball“ verbellt einen nämlich niemals mit leerem Maul. Nein, im Gegenteil! Das einzige Mal, dass er mich nicht maßlos erschreckte, lag das an mangelnder Bellvorbereitung. Der Tennisball, mit dem er einen normalerweise in einer Backe ankläfft, lag irgendwo und er musste ihn erst holen. Stille im Hof. Dann: Tennisball im Maul und los ging das Theater! Ganz langsam wurde das Tier daraufhin für meinen Mann, dem ich die Eigenschaft besagten Hundes stolz präsentierte, als wir dort vorbeijoggten, und für mich zum Kult. Ich habe ihn nun dreimal ohne Tennisball im Maul erlebt, den guten „Mr. Tennisball“. Dreimal Stille. Die unzähligen anderen Male: Perfekt zeitlich mit dem maximalen Effekt abgestimmtes Loskläffen, und stets konnte man den Tennisball in einer Backe des Tiers sehen – von außen als Beule, von innen als gelben Rund.

„Mr. Tennisball“ eben.

Straßenverkehr und Tiere …

Eine Freundin sandte mir im Laufe des gestrigen Tages ein Video, das auf sehr plakative Weise vor Augen führt, was wir speziell den Igeln antun können, die in dieser Jahreszeit viel unterwegs sind. Keine Angst, was man manchmal auf der Straße so sieht, ist nicht als Bild im Video drin.

Ich sehe leider sehr oft tote Tiere auf der Straße, die Opfer des Straßenverkehrs geworden sind. Rot- und Schwarzwild ist dabei recht selten, vor allem sind’s kleinere Tiere – Füchse, Igel, nahe Städten auch viele Katzen. Auf der einen Seite müssen wir uns vor Augen führen, dass diese Tiere durchaus einen Fluchtreflex vor der Gefahr haben: Wenn das Auto auf sie zukommt, gehen sie weg. Manche – vor allem Katzen – arrogant langsam und spät, andere so schnell sie können, nur auf Verdacht hin. Aber Tiere sind keine ausgebildeten Verkehrsteilnehmer, sie können auch nicht einschätzen, wie schnell wir fahren, denn der Mensch im Auto ist schneller als so ziemlich jedes Phänomen hier in der Natur, vor dem ein Tier flüchten müsste.

Der obenstehende Link führt zu einem Youtube-Video. Ich habe den Inhalt des Videos angeschaut und für gut befunden, es stammt aber nicht von mir und eventuelle Änderungen unterliegen nicht meiner Kontrolle. Siehe auch im Impressum.

Neben dem Artenschutz und dem bloßen Mitleid muss man sich auch vor Augen führen, dass irgendwer sich irgendwann drum kümmern muss, dass an- oder überfahren Tiere von der Straße kommen. Es betrifft nicht nur uns selbst, wenn ein Tier unter unseren Reifen kommt. Freilich ist im Zweifel die Sicherheit des Fahrers und anderer menschlicher Verkehrsteilnehmer auch in unserem Recht vorrangig, aber meistens hat man an Stellen, wo es Wildwechsel geben kann, an Stellen, an denen wir Tiere an der Straße oder auf der Straße befürchten müssen, die Möglichkeit, von vorne herein etwas vorsichtiger zu fahren – und das sollten wir auch tun. Denn nicht zuletzt, selbst wenn Euch die Tiere und der Artenschutz egal sein sollten, bei einem Unfall mit einem Tier erschrickt man, bremst abrupt und gefährdet andere menschliche Verkehrsteilnehmer – und im Gegensatz zum Tier wissen wir um die Gefahren des Straßenverkehrs und können uns drauf einstellen. Gegebenenfalls einfach mal ein bisschen langsamer und bremsbereiter fahren wäre schön.

So gemütlich!

„So gemütlich“, das ist der Ausruf, den mein Mann und ich starten, wenn wir unter unseren Decken auf dem Sofa liegen. Eigentlich ist es sogar eine ganz spezielle Betonung, die den Ausruf für uns so charakteristisch macht. Natürlich legen wir diesen Satz auch unseren 25 Mauzen gelegentlich in den Mund – aus deren Mund klingt es freilich nur wie „Mau!“

Eine perfekte Illustration dieses Ausrufes lieferte uns eine Katze, die wir auf einem Spaziergang sahen – aber seht selbst:

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Blindschleiche am Aufbäumen

Beim Rennen durch den Wald in der Nähe meines Heimatdorfs lag heute – wie das öfter mal der Fall ist, so ein geodreiecklanger Bindfaden mit ganz leicht verdicktem Kopf auf dem Weg. Eine Blindschleiche, glaube ich zumindest. Normal liegen die Biester still und haben wohl mehr Angst vor mir als ich vor ihnen – meiner Schlangenphobie zum Trotz.

Dieses Mal begann das Tier, als es meine Schritte auf dem Boden spüren musste, sich zu winden und den Kopf zu recken. Meine blöde phobie-behaftete Phantasie stellte sich vor, es wolle mich anspringen, vermutlich wollt’s aber nur warnen – oder flüchten, wusste nur nicht, wohin. Bis allerdings die Bewegung abgeschlossen war, war ich längst vorbei – und als ich nochmal über die Schulter sah, war das Tier weg.

Was mich ein bisschen stolz macht: Trotz aller Angst vor Schlangen (und ja, ich weiß, biologisch-streng sind Blindschleichen keine Schlangen) ging der Puls kaum hoch – vier, fünf Schläge die Minute mehr, vielleicht für 30 Sekunden. Dann war wieder Ruhe.

Fasan!

Heute beim Laufen habe ich auf den Feldern einen Fasan gesehen! Ich habe kein Foto gemacht – die Kamera an meinem Telefon geht seit einem Sturz nicht mehr – aber ich habe das Tier beobachtet und an der Färbung und den charakteristischen Schwanzfedern erkannt.

Das hat mir meine heutigen zehn Kilometer dann doch ziemlich versüßt – denn ich fand es spitze, so ein Tier auf den Feldern zu sehen. Der Vogel stand auch ganz majestätisch in einem Feld, wippte mal mit den Schwanzfedern auf und ab und guckte nur einmal kurz rüber, dann ging er weiter dem nach, was er auch immer auf dem Feld tat. Mich jedenfalls hat’s gefreut!