Thermoskanne

Bei Freunden habe ich es zu schätzen gelernt, statt meiner üblichen „Batterie“ von vier Teetassen auch mal eine Thermoskanne mit Tee herumstehen zu haben. Zuhause schätze ich noch immer die „Batterie“ Tee zum Frühstück und auch sonst – der Tee wird schneller trinkbar. Für die Arbeit allerdings ist das Ganze super …

2018-01-23 13.25.18

Und so schaut in letzter Zeit gerne mal meine Thermoskanne mit Tee aus dem Bürofenster hinaus und bewahrt heißen Tee für mich auf.

Advertisements

Nachfüllen

2017-06-09 21.32.00.jpg

Heute nach der Arbeit ging es mal wieder ein bisschen auf die Strecke – nach dem schnellen Lauf gestern heute eher gemächlich, dafür doch so … äh, nun ja, 14 Kilometer. Natürlich muss frau da Wasser nachfüllen.

Das geschieht hier beim Sam&Max-Spielen mit meinem Mann, im Vordergrund eine „Batterie“ Tee, dahinter ein weitgehend geleertes Halbliterglas Wasser und eine Mixtur aus Grapefruit- und Cranberry-Saft.

Lecker!

Viel Trinken

Ich erinnere mich an meine erste Zeit „im Internet“. Es war Anfang der 2000er oder auch „Nuller-Jahre“, ich lebte in meiner Studentenbude und hatte im Gegensatz zu „Zuhause“ bei meinen Eltern eine Verbindung zwischen meinem ISDN-Anschluss und meinem Rechner. Ich trieb mich in Rollenspiel-Chats herum und lernte dabei – über meine Kommilitonen hinaus – weitere neue Leute kennen. Ich erwähne das deswegen, weil mir damals und in Form einer dieser Personen erstmals ein bestimmtes Phänomen begegnete:

Eine – in diesem Falle weibliche – Person klagte über Schwindel und Kopfschmerzen. Als die Leute im Offtopic-Channel des Chats (also jenem, in dem kein Rollenspiel betrieben wurde) fragten, ob sie auch genug getrunken habe, klang in meinen Augen sogar ein gewisser Stolz aus ihrer Antwort: Sie habe an diesem Tag erst 250ml getrunken. Da war es bereits früher Abend! Ich habe in meiner Schulzeit nicht immer gesunde Dinge getrunken (meistens eher nicht), aber GENUG getrunken habe ich immer. Ich wusste, läge ich unter einer bestimmten Menge der Flüssigkeitszufuhr, hätte ich genau diese Symptome. Der Zusammenhang war der betreffenden Person nicht wirklich klar zu machen.

Als ich, etwas später, an einem heißen Abend mit Kopfschmerzen herumsaß und Wasser trank, frische Luft hereinließ, Wasser trank, eine Kleinigkeit aß und dabei auf Mineralstoffe achtete, Wasser trank, den Nacken streckte, Wasser trank … Ihr versteht das Muster, oder? – Jedenfalls wurde ich dann gewarnt, an zu viel Wasser sei schonmal jemand gestorben. Mittlerweile weiß ich, unter welchen Umständen das passierte: Die entsprechende Person schwitzte viel, betätigte sich sportlich und trank nur relativ mineralstoffarmes Wasser. Da fehlten dann natürlich Mineralstoffe. Insofern kann ich die Unkenrufe ob der damals getrunkenen acht Liter Wasser und des massiven Durchspülens an jenem Tag inzwischen lässig zurückweisen.

Ich gehöre auch heute noch zu den „Vieltrinkern“. Wenn ich meinem Körper zu wenig Flüssigkeit zuführe, merke ich recht schnell, dass ich unkonzentriert werde. Klar, man muss darauf achten, dass Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium und wie sie alle heißen nicht zu viel ausgespült – oder eher: ausreichend nachgefüllt werden. Man rennt natürlich das eine oder andere Mal auf die Toilette, aber stellt dafür auch sicher, dass die Harnwege nicht nur ihrer Funktion als Wasserabfuhr, sondern auch als Reststoffabfuhr des Körpers gerecht werden können. Heute trinke ich aber ungern ganz pures Wasser – meistens kommt meine Flüssigkeitszufuhr in Form von Tees und Aufgussgetränken zustande: Morgens stehen vier Tassen verschiedenen Tees auf dem Frühstückstisch, von meinem Mann und mir liebevoll „die Batterie“ genannt. Das sind so ca. ein bis 1,2 Liter Flüssigkeit – Kamille ist oft dabei, auch Pfefferminz – verschiedenes Anderes auch, ich steh‘ inzwischen wieder ganz heftig auf Fenchel und einen Früchtetee mit schwarzer Johannisbeere. Auch Grüntee ist meist dabei, zumindest über den Tag hinweg. Auch auf der Arbeit bin ich mit drei Tassen Tee, wie Bierkrüge bei einer (schlechten, sind ja nur drei) Festzeltbedienung auf den Fingern aufgereiht, auf dem Weg von der Teeküche zum Büro ein vertrauter Anblick, der gelegentlich auch bespöttelt wird. Meist komme ich auf drei bis fünf Liter Flüssigkeit pro Tag. Zwei oder drei Tässchen Espresso sind auch dabei, meist eher aus Genuss als zum Wachbleiben. Denn trinke ich Espresso und zu wenig Flüssigkeit dazu, werde ich auf noch viel unangenehmere Weise müde als ganz ohne den Kaffee.

Als ich vor einiger Zeit bei einer Ärztin vom Fach (also einer Urologin) einen Termin hatte, fragte ich – damals noch ein bisschen verunsichert von allen möglichen Unkenrufen – ob man zu viel trinken könne. Sie erklärte, dass bei hinreichender Mineralstoffzufuhr „zu viel trinken“ für die meisten Menschen schlichtweg logistisch auf der Basis ihrer Tätigkeiten nicht möglich wäre. Natürlich gäbe es extreme Szenarien, mit viel Wasser, arm an gelösten Stoffen, und sonst nichts – oder nur Essen, das wenig gelöste Salze enthielte, aber das seien wirkliche Extremfälle. Mit meinen drei bis fünf Litern pro Tag war sie glücklich, weniger ginge auch, aber wenn ich mich damit wohl fühle, solle ich das machen, denn ein „Zuviel“ sei das bei weitem nicht.

So halte ich das nun auch. Gerade, während ich diesen Beitrag tippe, sitze ich beim Frühstück. Das Schälchen mit Haferkleien, Heidelbeeren und Magerquark ist schon leer, die zweite Hälfte der „Batterie“, also der vier Pötte Tee, ist noch in Arbeit. Mein Körper mag’s. Nicht alle Kopfschmerzen und nicht alle Probleme kommen vom zu wenig Trinken – ich kann also natürlich, wie jeder andere auch, nicht jedes Problemchen mit erhöhter Wasserzufuhr lösen. Wenn ich aber zu wenig trinke, kann ich drauf warten, dass mir der Kopf wehtut. Das kommt so sicher wie das berühmte „Amen in der Kirche“ in der berüchtigten Redensart. Und so behalte ich das viele Trinken bei und genieße, was es mit mir macht. Über Unkenrufer, Spötter und Bedenkenträger kann ich mittlerweile nur grinsen, manchmal kokettiere ich auch mit dem Spott – und ändere natürlich dennoch nichts.

Tee – seit langem mal wieder

Mit den Posts über Tee habe ich mich nun eine Weile zurückgehalten. Das hatte mehrere Gründe – ich hatte mit dem Lernen von Teezeremonie ein Jahr ausgesetzt, weil zu viel anderes passiert ist, außerdem ging es mit der Ausstattung zuhause nicht voran. Das hat sich nun geändert – es gab einen entscheidenden Schritt vorwärts.

20170124_192648.jpg

Fertig ist es noch nicht – aber mit den zwei (oder einer einer und zwei halben) Tatami und dem dafür freigeräumten Bereich im Gästezimmer ist nun der Platz da, um einerseits die richtige Atmosphäre zu erzeugen und andererseits zu üben.

Ich bin ganz hibbelig darüber!

Nach einer Weile …

Nach einer Weile, die man krank ist, hat man keine Lust mehr, über die Krankheit zu schreiben. Und genau so ging es mir. Irgendwie hat mir das auch die Lust auf anderes Schreiben genommen, so dass ich meinen Furogama – also die Zusammenstellung aus Kohlebecken und Kessel für die japanische Teezeremonie – hier nicht präsentiert habe. Denn der ist nun da. Und ich habe auch nicht verkündet, dass ich das erste Mal unter Anleitung die Handlungen für Usucha, eine Art der japanischen Teezeremonie, im Unterricht bewältigt habe.

Nun geht es mir langsam wieder viel besser, ich fühle mich fast wieder normal – und habe nun Urlaub. Morgen geht es für einige Tage in die nicht ganz so ferne Ferne: Nach Bonn und nach Düsseldorf, dazwischen noch ein paar Freunde besuchen und so. Wir werden mit dem Auto fahren – zunächst einmal die B9 auf der anderen Rheinseite nach Norden, dann die A61 – und schließlich in Koblenz über den Rhein und die wunderschöne B42 bis fast nach Bonn fahren. Landschaftlich nicht so schön, dafür aber autobahntechnisch interessanter, geht es dann auf Ausflüge nach Düsseldorf, nach Kaarst, nach Bonn und vielleicht auch noch an ein paar andere Orte. Durch die Krankheit habe ich leider erst recht spät mit dem Organisieren angefangen.

Aber worüber ich eigentlich vor allem schreiben will, ist die B42 zwischen Neuwied und Bonn. Ich bin ja normal die große Autobahnfahrerin. Eine regelrechte Sammlung findet sich in einem Excel-File, mit Nummern, darauf gefahrenen Abschnitten, Kilometern und einer ganzen Reihe Statistik. Aber an vielen Stellen sind die schönen Strecken eben genau nicht die Autobahnen. Wie eben auf der B42, die ich allerdings nicht nur wegen der Landschaft fahren werde: Will man in die Gegend von Bad Honnef, ist es kürzer, in Bendorf/Neuwied von der Autobahn herunter zu fahren. Aber der Ausblick ist eben wunderschön. Die Bundesstraße schlängelt sich zwischen Rhein und Bergen hindurch, immer im engen Mittelrheintal, mit Felsen und Wald und kleinen Städten, malerisch und hochwassergeplagt. Wandern waren wir dort auch schon, zusammen mit einem meiner besten Freunde, von Unkel hinauf auf die Berge und dann hinüber zur Erpeler Ley. Darauf wird es dieses Mal wohl nicht hinauslaufen, aber ich hoffe zumindest, um’s Hotel in Bad Honnef herum wieder ein oder zwei Laufrunden drehen zu können, da es mir besser geht. Das sind dann zwar nur fünf Kilometer, aber besser als mit einer Riesenstrecke wieder anfangen.

Jedenfalls freue ich mich auf die Fahrt, die ich schon recht oft gemacht habe – sowohl nach Bonn als auch nach Düsseldorf – und hoffe, dass die Highlights wieder eben genau solche werden: Japanisch Essen und Shoppen in Düsseldorf, das Eko-Haus der japanischen Kultur in Düsseldorf besichtigen, Freunde treffen. Und so ganz nebenbei morgen Abend meinem Ehemann sein Geburtstagsgeschenk machen.

Vielleicht warte ich ja auch bald mit einem Bild meines Furogama auf. Aber vermutlich erst nach dem Urlaub,

Was Altes, was Neues, was Blaues, was Geschenktes …

… nein, ich habe nicht geheiratet. Zumindest nicht dieses Wochenende. Aber treffen tut es das trotzdem, denn am heutigen Tage war ich in einer Teezeremonie-Vorführung zum Hundertsten Geburtstag das Japangartens im Stadtgarten in Karlsruhe beteiligt.

Nein, ich war nicht die Teemeisterin, das hat ein fortgeschrittener Schüler meiner Sensei gemacht – und Hauptgast war meine Sensei selbst, um dem Oberbürgermeister von Karlsruhe entsprechend alles vor zu machen. Mein Job war es, neben der Hilfe beim Aufbau und Abbau, dabei herumstehen und mindestens in Sachen Kleidung japanisch aussehen, die weiteren Gäste zu bedienen, da nur der japanische Konsul, der Oberbürgermeister und eben meine Sensei vom Teemeister und seiner Hanto bedient wurden.

Nun zu den Dingen in der Überschrift: Das Alte ist natürlich der Japangarten – einer der ältesten in ganz Deutschland. Neu waren – wie immer bei Vorführungen oder offiziellen Teezeremonien – Chashaku, also der Teelöffel aus Bambus, und der Chasen, der Bambusbesen, um den Matcha schaumig zu schlagen. Blau trug ich – einen blauen Yukata, zur Verfügung gestellt von meiner Sensei, da ich noch keinen eigenen besitze. Und Geschenktes ist eine sehr hübsche Schale, die ich von einer Freundin bekam.

Da ich nach Erwähnen der Teezeremonie auf rege Resonanz – privat wie auch in Kommentaren – gestoßen bin, erzähle ich hier nun auch noch etwas Grundlegenderes über Teezeremonie. Denn ich bin nicht sicher, wie gut informiert darüber meine Leser sind. Ich lerne seit Herbst letzten Jahres Teezeremonie nach der Urasenke-Tradition. Das ist eine von mehreren Schulen, die auf Sen No Rikyu zurückgehen, welcher entscheidend daran beteiligt war, die Teezeremonie prägen, wie sie heute als Tradition und spiritueller Lebensweg (Chado) hochgehalten wird. Sen No Rikyu wird auch zugeschrieben, auf die Frage eines Schülers nach dem Geheimnis einer meisterlichen Teezeremonie geantwortet zu haben:

Bereite eine köstliche Schale Tee; lege die Holzkohle so, dass sie das Wasser erhitzt; ordne die Blumen so, wie sie auf dem Feld wachsen; im Sommer rufe ein Gefühl von Kühle, im Winter warme Geborgenheit hervor; bereite alles rechtzeitig vor; stelle dich auf Regen ein, und schenke denen, mit denen du dich zusammenfindest, dein ganzes Herz.

Als der Schüler unzufrieden antwortete, das wisse er alles bereits, antwortete Sen No Rikyu in einer im Zen nicht unüblichen Wendung:

Wenn du also eine Teezusammenkunft leiten kannst, ohne von einer der Regeln die ich nannte abzuweichen, dann will ich Dein Schüler werden!

So weit will ich es aber noch gar nicht treiben. Ich denke nur, wenn ich immer mal wieder ein bisschen über Teezeremonie schreibe, dann sollte ich auch den Hintergrund nicht vernachlässigen. Denn Teezeremonie ist bei weitem mehr als nach festgefügten, ritualisierten Handlungen eine Schale Tee zu bereiten.

Um was geht es also im Zentrum des rein Physischen der Art von Teezeremonie, die ich erlernen darf? Genau. Um die Teeschale, auf Japanisch Chawan. Die Form der Teeschale entspricht der einer Reisschale, wie auch die ersten Teeschalen aus Korea nach Japan importierte Reisschalen waren. Nicht zu groß sollte sie sein, die Schale, so dass man den Bambus-Teebesen, genannt Chasen, hineinstellen kann, er aber auch nicht verloren darin aussieht. Und mindestens ein Stück im Zentrum der Schale muss schön flach sein, damit man den Tee hier schlagen kann. Denn verwendet wird ein pulverisierter Grüntee, genannt Matcha. Matcha, Matcha-Schalen, Chasen und den dazu passenden, aus Bambus geschnitzten Dosierlöffel, findet man inzwischen auch in vielen europäischen Teegeschäften.

Im Zentrum der Zeremonie, die als reiner Ablauf auch als Handlungen (Temae) oder auch Cha-no-yu (Heißes Wasser für Tee) bezeichnet wird, steht eben genau das: Man gibt mit dem Chashaku eine kleine Menge des Teepulvers Matcha in die Chawan, gießt etwas etwa 80°C heißes Wasser darüber und schlägt das Gemisch dann schaumig. Und auch ohne eine Teezeremonie drum herum: Matcha ist in meinen Augen die Krone des Tees, egal, ob es nun Grün- oder Schwarztee ist.