Das meint der jetzt nicht ernst …

Heute war auf der A8 zwischen Dreieck Karlsruhe und Karlsbad ein Unfall. Die Folge war ein Verkehrsinfarkt für alle Zuleitungen zum Dreieck Karlsruhe – A5 von Süden, A5 von Norden, A65/B10/Südtangente von Westen. Es war SUPERÄTZEND, nach Stuttgart zu kommen.

Aber dem Fass den Boden herausgeschlagen hat eine Staubegegnung vor dem Kreuz Stuttgart. Was also ist passiert?

Ich fuhr in aller Ruhe vom Dreieck Leonberg Richtung Kreuz Stuttgart. Als ohnehin offenbar war, dass ich einige Dinge verschieben musste, hatte ich den drückenden Tee am Rasthof Pforzheim abgeladen und war tiefenentspannt. Also rollte ich mit den erlaubten 80km/h auf der zweiten Spur von links bei insgesamt vier Fahrstreifen bergan. In der Höhe des Rasthofs Sindelfinger Höhe wird im Moment eine Brücke erneuert, daher werden die linken zwei Fahrstreifen Richtung München über die Gegenfahrbahn, die rechten beiden über eine neue Brücke geführt, die wohl später die Ausfahrt zur Sindelfinger Höhe sein soll. Der zweite Fahrstreifen von links – MEIN Fahrstreifen – war innerhalb der kurzen Führung über die Gegenfahrbahn wegen der Brückenbaustelle heute Vormittag zeitweise gesperrt. Ich musste also eins nach links. Vor mir bildete sich ein herrlicher, ein vorbildlicher, ein regelrechter Lehrbuch-Reißverschluss aus.

Toll, oder? Zu schön, um wahr zu sein? Leider ja. Ein Lieferwagen mit Laufer Kennzeichen (LAU) und irgendeinem autoaffinen Aufdruck war das Fahrzeug hinter der gemäß der Reißverschlussregeln für mich vorgesehenen Lücke. Ich strebte diese Lücke an, und er schien sie mir auch geben zu wollen – dann entschied er sich anders, etwa acht Autolängen vor der Verengung. Brav wie ich bin, wollte ich nicht auf den letzten Drücker, aber auch nicht viel vor der Verengung nach links – sonst hätte sich ja noch jemand vorbeigedrängt und den schönen Reißverschluss kaputtgemacht.

Meine Laufer Hintermann machte die Lücke immer wieder halb auf, dann schlagartig wieder zu. Als ich rüberwollte, fuhr er beinahe auf mich auf. Ich zog nochmal zurück, danach drängte ich einfach rein, als er meine Lücke fast aufgemacht hatte, nunmehr eine halbe Autolänge vor den Absperrbaken. Was machte mein Laufer Hintermann?

Er bremste. Nein, er STOPPTE sogar. Dann blieb er erstmal stehen, am Anfang des auf einen Streifen verengten Abschnitts, und bewegte sich nicht mehr. Erst als ich schon fast durch die Baustelle durch war, fuhr er wieder richtig weiter, wie ich im Rückspiegel gesehen habe. Erst bekämpfte er den funktionierenden Reißverschluss, dann blockierte er ohne Grund den nachfolgenden Verkehr! Da so ein Lieferwagen höher ist als mein Aygo, kann ich es nicht beschwören – aber wenn ich es nicht mit jemand vollkommen stupiden oder vollkommen böswilligen zu tun hatte, dann kann er nur völlig ablenkend auf dem Handy gespielt haben …

Meine Fresse! Wenn Leute so Auto fahren, braucht man sich über Staus und Unfälle nicht zu wundern!

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Eingefahrene Wege

Beim Autofahren ist es eine Notwendigkeit, dass bestimmte Dinge automatisch getan werden. Wer über das Schalten nachdenken muss, hat nicht genug Aufmerksamkeit für schwierige Situationen auf der Straße, wer sich vor Augen führen muss, ob nun Bremse, Kupplung oder Gas in der Mitte sind, schaut in den Fußraum und nicht auf die Straße.

Diese Notwendigkeiten sind essentiell und man beginnt zwar schon in der Fahrschule, das zu begreifen und diese Automatismen zu entwickeln, so dass für die prinzipielle Kontrolle des Fahrzeugs keine bewusste Kontrolle mehr nötig ist. Nicht ganz auf Reflex-Level, aber eben doch unter der Ebene, auf der man intellektuell tätig ist, passiert eine Menge beim Autofahren. Ab einer gewissen Praxis beim Fahren laufen auch Abstandskontrolle, Abstandsanpassung, Spurhalten und viele weitere sicherheitsrelevante Aspekte über diese Mechanismus. Im verlinkten Beitrag bestreite ich, dass auch die Navigation darüber läuft … das ist aber so nicht ganz richtig.

Gerade auf Strecken, die man sehr oft fährt, ist auch die Navigation ganz automatisch am Laufen, ohne höhere Kontrolle. Woran ich das merke? Oh, jeder ist schonmal auf seinem üblichen Arbeitsweg gewesen, wenn es eigentlich woanders hinging – und fand sich plötzlich dabei wieder, falsch abgebogen zu sein. Dreht es sich um eine Querstraße, ist das nicht so wild. Geht’s um Richtungsfindung am Autobahndreieck Karlsruhe, als Beispiel aus meinem Leben, ist das nicht so witzig. Wobei: Wenn ich automatisch Richtung Karlsbad/Stuttgart abfahre, statt Richtung Norden weiterzufahren (beispielsweise, um Freunde in Durlach zu besuchen oder wirklich nach Norden zu fahren), kann ich immerhin in Karlsbad wenden.

Seit etwa einer Woche hat sich nun auf meiner guten Freundin, der A8, die Baustelle zwischen Autobahndreieck Leonberg und Autobahnkreuz Stuttgart verändert: Zuvor wurde die Fahrbahndecke auf der Richtungsfahrbahn nach Karlsruhe erneuert, nun ist es die Fahrbahndecke auf der Richtungsfahrbahn nach Stuttgart und München. Die Baustelle – und damit das Führen des Verkehrs über die entgegengesetzte Fahrbahn, mit baustellenmäßiger baulicher Trennung vom eigentlichen Verkehr dieser Richtungsfahrbahn – geht fast von Dreieck zu Kreuz beziehungsweise von Kreuz zu Dreieck. Da beide Richtungen hier drei- bis vierstreifig bedient werden, sind die Richtungsfahrbahnen natürlich SEHR eng für den Verkehr, daher wurde bei den Bauarbeiten auf der Richtungsfahrbahn nach Karlsruhe der Verkehr Richtung Karlsruhe auf zwei Streifen ganz rechts auf der Richtungsfahrbahn nach Karlsruhe geführt, die anderen beiden Streifen drängten sich ganz links auf die Richtungsfahrbahn nach Stuttgart. Nun ist es umgekehrt. Eine solche Auftrennung bis kurz vor einer Ausfahrt oder gar einem Richtungswechsel an einem Autobahnkreuz oder -dreieck führt natürlich oft dazu, dass Leute wild quer über zwei Spuren auf die Ausleitung auf eine andere Autobahn ziehen – das ist unfallträchtig. Daher haben die Planer in weiser Voraussicht die bauliche Trennung zwischen den linken beiden und den rechten beiden Baustellenstreifen bis NACH Auftrennung des Abschnitts Kreuz-Dreieck in A8 und A81 durchgezogen, so dass man sich entweder vor dem Stuttgarter Kreuz nach Heilbronn einordnen musste, oder mittels der Anschlussstelle Leonberg West wenden. Das war mir egal, denn rechts wie links ging’s auch weiter nach Karlsruhe.

Nun, beim Bau auf der Richtungsfahrbahn nach München, ist es genauso. Wenn man am Stuttgarter Kreuz auf die A81 nach Singen oder die A831 nach Stuttgart möchte, muss man sich direkt nach dem Leonberger Dreieck auf die rechten beiden Baustellenstreifen einordnen. Von Karlsruhe her kommt man auf den linken beiden Streifen, und unter normalen Umständen macht es den Verkehrsfluss kaputt, wenn man von den linken beiden Streifen allzuschnell nach der Zusammenführung am Leonberger Dreieck auf die rechten beiden, aus Heilbronn kommenden Streifen nach rechts wechselt. Daher tue ich das nicht. Das ist total eingefahren.

Heute habe ich daher, nachdem mir das vergangenen Mittwoch schon passierte, das zweite Mal an der Anschlussstelle Stuttgart-Möhringen umdrehen dürfen, weil ich die zweite Spur von links nach dem Dreieck Leonberg hielt und daher am Stuttgarter Kreuz nicht die Autobahn wechseln durfte. Manchmal sind so eingefahrene Dinge auch lästig – nämlich dann, wenn sich entweder der Weg ändert, den man fahren will, oder die Straße, auf der man es tut.

Baustelle … Baustelle … schon wieder

Es ist so ein Moment, in dem der Verstand sagt: „Du weißt, dass es nötig ist, Du weißt, dass die Straße nicht besser wird, wenn man sie nicht gelegentlich in der Fahrbahndecke erneuert.“ Der komprimierte Egoismus, die Emotionen und all das fragt: „Was soll der Scheiß? Nicht schon wieder!“

Es geht dabei um eine neue Baustelle. Derzeit wird sie aufgebaut, zwischen dem Dreieck Leonberg und dem Stuttgarter Kreuz. Das ist ohnehin eine recht viel befahrene, oft verstaute Strecke, und nun wird diese Steigungsstrecke mit Baustellenspuren überzogen, so dass stückweise die Fahrbahndecke erneuert werden kann. Nötig ist es sicher, gefühlt nötig ist es noch nicht. Ein Ausbau ist damit scheinbar nicht verbunden.

Tja. Die ersten Auswirkungen sieht man schon – es staute sich nun morgens dreimal bis fast nach Rutesheim, auf dem Hinweg. Auf der Rückfahrt sah’s besser aus, keine Ahnung, ob da noch was kommt – wobei ich das auch leichter umfahren kann, indem ich einfach vom Schattenring nach Leonberg Ost fahre und dort auffahre. Die Umfahrung auf dem Hinweg geht leider weiter außenrum, da der Stau Richtung München meist seinen Mittelpunkt im Bereich des Dreiecks Leonberg hat – da muss ich dann schon in Rutesheim runter und um Rutesheim herum nach Leonberg, von dort an Schloss Solitude vorbei zum Schattenring und dann an die Uni. Das kostet natürlich Zeit, hat sich nun aber schon wieder zwei Tage in Folge gegenüber dem Bleiben auf der Autobahn gelohnt.

Pendeln könnte so schön sein ohne die Staus … oder ohne das Auto … oder ohne Pendeln.

Baumaßnahmen

Ich schreibe immer, immer wieder über sie. Und sie sind auch jedem, der einigermaßen oft Autobahn fährt, gleichermaßen bekannt und verhasst: Baustellen. Es gibt diverse Arten: Tagesbaustellen, Nachtbaustellen, Dauerbaustellen. Oft genug ist die Lücke zwischen Nachtbaustelle und Tagesbaustelle am Morgen sowie umgekehrt am Abend groß genug, um die Rush-Hour durchzulassen. Nur, wenn ich wirklich, wirklich spät dran bin, fahre ich manchmal in eine Tagesbaustelle rein – meistens handelt es sich um kleine Reparaturen oder auch nur um Mäharbeiten.

Wesentlich langwieriger und im Grad der Behinderung des Verkehrs auch wesentlich schwerwiegender sind die Dauerbaustellen. Von denen hat es zur Zeit drei auf meiner Strecke, und eine vierte ist mir noch sehr deutlich in Erinnerung:

1. Ausbau der A8 auf sechs Fahrstreifen zwischen Pforzheim West und Karlsbad. Diese Baustelle hat diverse verschiedene Darreichungsformen schon gezeigt und ist im Moment schon wesentlich weniger nervig als sie es früher war. Was wird dort gemacht? Die A8 wird ein wenig verlegt, teils ein bisschen nach Norden, teils ein bisschen nach Süden. Und die Steigungen werden zu großem Teil reduziert. Eine Brücke durch das Tal bei Nöttingen existiert schon, ist aber bisher nur auf einer Fahrtrichtung und da nur von einer Seite angeschlossen – wird also noch nicht befahren. Dazu wurde eine künstliche Senke in eine Anhöhe gegraben, so dass man von Karlsbad herunter nicht erst steil nach unten, dann wieder stark nach oben und dann wieder steil nach unten fährt. Prinzipiell besteht dieses Runter-Hoch-Runter noch, aber auf der inzwischen befahrbaren einen neuen Richtungsfahrbahn sind die Steigungen deutlich reduziert. Nur auf dem Stück, das so bald die Brücke angeschlossen ist, stillgelegt werden wird, sind die Steigungen noch hoch. Die Brücke selbst wird mit einem Damm angeschlossen. Eine kolossale Arbeit mit gewaltigen Bodenbewegungen, Ausgraben unter die Krume bis ins Gestein und das Ganze auf vielen Kilometern. Sehr beeindruckend. Früher musste man sich da auf der Breite der halben alten Autobahn mit je zwei extrem schmalen Richtungsfahrbahnen durchschlängeln. Auf der neuen Richtungsfahrbahn Richtung Stuttgart hat mehr Autobahn Platz, als die A8 früher war. Dennoch ist die Baustelle immer noch recht nervig, weil sie als schmaler, zweispuriger Teil zwischen zwei gut ausgebauten, dreispurigen Abschnitten liegt. Ich freue mich auf eine herrliche neue Autobahn Ende 2015.

2. Fahrbahnerneuerung im und um das Dreieck Karlsruhe. Klar, die Fahrbahn hier ist furchtbar schlecht gewesen. Aneinanderasphlatierte Betonplatten, die schon allmählich sich heben wollten. Allerdings ist das Dreieck Karlsruhe und die umgebenden Abschnitte der A5 auch ein wichtiger Verkehrsweg. Sprich: Hier entsteht vor allem auf der Überleitung von der A8 Richtung Norden, auf der A5 von Süden her und wohl auch auf der A5 von Norden her immer wieder Stau. Da die Erneuerung den Bereich südlich des Dreiecks nur rudimentär betrifft, habe ich mit besagter Baustelle morgens viel mehr zu kämpfen als Abends – denn in der Regel staut es sich von der A8 nur Richtung Frankfurt, nicht Richtung Basel. Morgens allerdings zwingt – und da sie bald fertig ist, hoffentlich zwang – mich der Stau oftmals, bereits in Bruchhausen die B3 zu verlassen und über Ettlingen und Busenbach zur A8 zu fahren. Der Stau auf die B3 bei Karlsruhe Süd zeigt deutlich auf, wie heftig wichtig die A5 für den Verkehr in und um Karlsruhe ist, gerade jetzt, wo wegen der U-Strab und anderen Dingen so viel dort gebaut wird.

3. Fahrbahnerneuerung zwischen Pforzheim West und Pforzheim Ost. Das war eine Baustelle, die für mich schwer einzusehen war. Meine Gedanken sagten: Die ist doch noch gut! Gleichviel. Die Richtungsfahrbahn nach Stuttgart wird erneuert. Und statt auf dem schönen sechsstreifigen Teil fahren die Autos nun auf vier – also zwei pro Richtung – durch die Baustelle, alles auf der Richtungsfahrbahn nach Karlsruhe. Vor allem die Verbreiterung auf drei Fahrstreifen im Anstieg von Pforzheim Ost nach Pforzheim Nord ist stark zu merken – da ergibt sich nun immer Stau.

4. Brückenarbeiten zwischen Dreieck Leonberg und Kreuz Stuttgart. Was sie da genau gemacht haben, weiß ich gar nicht. En passant einen stationären Blitzer installiert haben sie jedenfalls. Aber ansonsten war das einfach nur eine Fahrbahnverengung, die eigentlich – eigentlich! – nicht so schlimm hätte sein sollen. Aber dort ist verdammt viel Verkehr. Und in dieser Zeit der Baustelle habe ich mir etwas angewöhnt, das mir heute noch sehr nützlich ist: In Leonberg Ost runter von der A8 und über die Magstadter Straße hoch zum Schattenring und dann über die B14 zur Uni. Das nützt mir auch heute noch.

So – und hoffentlich ist nach meinem momentanen Krankheitsaussetzer auch Baustelle Nummer 2 Geschichte, so wie Nummer 4 seit geraumer Weile. Das käme mir sehr entgegen!

Von Blitz und Fehlleistung

Heute Morgen passierte es mir auf der A8. Auf der Überleitung von A8 auf A8, Richtung Stuttgart hoch. Dort gibt es eine stationäre Geschwindigkeitskontrolle für zwei Spuren. Die variable Geschwindigkeitsregelung zeigte 100km/h Limit. Und doch blitzte es vor mir, auch wenn mein Tacho nur 80km/h zeigte – vor mir fuhr ein LKW oder Bus. Und dann wurde der Instinkt wach: Ich stieg auf die Bremse.

Ich könnte mich dafür ohrfeigen, denn dieses Bremsmanöver war eigentlich zu rasch und hätte durchaus einen Unfall verursachen können – und ich hielt das Limit ein, und wusste das auch. Aber der Instinkt sagt: Roter Blitz, steig auf die Bremse. Da kann Vernunft und Ratio sich auf die Hinterbeine stellen, es bringt nix.

In so fern verstehe ich ein bisschen die Fahrer auf der A8 weiter oben, in der Gegenrichtung, die vor der stationären Geschwindigkeitsmessanlage runterbremsen. Wenn vor ihnen ein LKW fährt – wie erkennt die Anlage das überhaupt? – blitzt das Ding schon bei 85, selbst wenn groß leuchtend 120 oben in den Anzeigen steht. Und wenn’s blitzt, bremst man. Schuldbewusst oder wie auch immer.

Sehr ärgerlich ist das! Aber die Frage ist auch, wie man es besser macht. Denn die unterschiedlichen Tempolimits für LKW und PKW sind durchaus sinnvoll, ebenso variable Tempolimits an manchen Stellen. Und Kontrollen sind auch sinnvoll. Aber dann blitzt’s halt für den LKW, der PKW kriegt instinktiv Angst und steigt in die Eisen und eine Stauwelle breitet sich durch den Verkehr auf und schon hat man den Salat.

Einzig eine Sache gibt es, wo ich mir denke: Das ist doch nun wirklich nicht nötig. Öfters erlebe ich, dass bei recht zähem Verkehr auf der letzten Anzeige von variablen Geschwindigkeitslimits vor dem Blitzer eben nur das Stausymbol steht – auch wenn der Verkehr mit 70km/h oder mehr fließt. Und dann fragt sich instinktiv alles in mir: War da nun auf der Tafel vorher 100? Oder 80? Oder gar 60? Man bremst sicherheitshalber runter. Oder es blitzt beim LKW und prompt steigt man in die Eisen. Das müsste nicht sein, und ich würde auch sagen: Da sollte immer die gerade aktuelle Limitierung auf JEDEM der Anzeigesysteme stehen, und ganz besonders auf dem letzten vor dem ortsfesten Blitzer.

Freie Fahrt in den Abend

Zu meiner großen Verblüffung war gestern die A8 in meiner Richtung – also Richtung „nach Hause“ – gegen 17:45 sehr gut zu fahren. Der Heimweg war in den letzten Wochen oft kein Spaß, da man erstens erst einmal auf die A8 drauf muss. Das gestaltet sich am Stuttgarter Kreuz meistens recht stockend, weil erstens meist viel Verkehr ist und zweitens eine Spur A831 aus Stuttgart, zwei Spuren A81 aus Singen und drei Spuren A8 aus München auf danach nur noch drei Spuren Richtung Karlsruhe bzw. bis zum Leonberger Dreieck vereinigt werden müssen. Das ist immer so eine Sache. Gestern lief das auch nicht flüssig, aber zumindest besser als die letzten Wochen. Dann ist da die A8 im westlichen Teil mit ihren drei großen Baustellen: Fahrbahnerneuerung zwischen Pforzheim Ost und Pforzheim West, Verbreiterung auf sechs Fahrstreifen zwischen Pforzheim West und Karlsbad sowie die Baustelle auf der A5 im Karlsruher Dreieck. Und es gibt natürlich noch die Stelle vor Pforzheim Ost, ganz am Anfang des Abschnitts, an dem der sechsstreifige Neubau des östlichen Teils in den alten, schmalen, mit starken Steigungen versehenen und vor allem vierstreifigen Teil übergeht. Mehrfach geht es dabei von drei auf zwei Richtungsfahrstreifen runter, mehrfach sind Baustellen mit Tempo 80 darin. Eigentlich nehmen Tempo 80 Baustellen den größten Teil des westlichen Abschnitts ein, im Moment. Normalerweise ist da dann das übliche los: Die Abstände werden an den Verengungen von drei auf zwei Richtungsfahrstreifen zugefahren, vorher schon wird durch Ungeduld und wildes Spurwechseln an Abständen und Tempo heruntergeregelt. Und meistens hat man dann im Stau durch zu geringe Abstände und kleine Störungen – wie schnelle Spurwechsel in kurze Abstände hinein – Kaskaden von Bremsen, und durch den zu geringen Abstand pflanzt sich so eine Störung sogar verstärkt gegen die Fließrichtung des Verkehrs durch die Reihe der Autos fort – und plötzlich steht alles.

Nicht so gestern: Gerade im westlichen Teil der A8 fuhr es sich richtig angenehm!

Zudem hatte ich die Freude, dass das Wetter mit der Heimfahrt stark besser wurde. In Stuttgart hatte ich meine Laufgruppe gerade abgesagt, da meine Kollegin dem ziemlich heftigen Regen keine angemessene Kleidung entgegenstellen konnte – bei mir wäre es auch eher an der unteren Grenze des Angemessenen gewesen. Mit so einem Wolkenbruch, wie das gestern kurz vor fünf in Stuttgart der Fall war, hatte ich auch einfach nicht gerechnet. Bei Pforzheim dann auf der Autobahn wurde es heller, trockener – und daheim war richtig schönes Wetter, strahlender Sonnenschein, sehr angenehm. Da habe ich dann meine neuen Laufschuhe gepackt und bin noch eine Runde gelaufen. Meine neuen Schuhe mit Mizuno Wave haben sich auch hier wieder als sehr angenehm erwiesen, auch wenn ich ob des Arbeitstags, der durchaus etwas anstrengend war, die Schnelligkeit dieser Schuhe nicht ganz umsetzen konnte. Einen Zehner bin ich dennoch gelaufen, knapp unter eine Stunde war ich unterwegs – und habe auch mal drüber nachgedacht, wie praktisch es doch war, dass ich die Schuhe gekauft habe: Nicht nur, dass sie eine schöne Alternative zu meinen Asics sind, nein, der Karton hat auch gleich eine neue Bedeutung bekommen: Mein Mann hat die Schachtel benutzt, um für seine Steampunk-Pistole die Grundierung aufzutragen, in dem er sein Werkstück in den Karton legte und dann mit schwarzer Grundierung besprühte. Nachzuschauen ist das hier http://aringusookami.wordpress.com/2014/06/16/grundierung/.

Eigentlich wollte ich all das gestern Abend schon schreiben, aber leider hat mir ein in der Spüle brechendes Glas und der entsprechende Schnitt im Zeigefingerknöchel ein bisschen den Abend durcheinander gebracht. Aber schlimm ist die Verletzung nicht, sie hat nur das Essen Kochen ein bisschen verzögert, die Aufgaben dabei zwischen meinem Mann und mir umverteilt, da Erdbeeren Waschen mit frischem Schnitt – auch unter Pflaster – nicht so prickelnd ist. Wie gesagt, richtig schlimm war’s nicht, aber der Abend war dann schon etwas umorganisiert und daher fand das Bloggen keine Zeit mehr.

Am Puls des Verkehrs

Da ich heute mit einer Kollegin gelaufen bin, direkt nach der Arbeit, und nicht sicher war, ob ich daheim nochmal laufen würde, habe ich den Pulsgurt gleich dran gelassen, während ich über Karlsruhe Grötzingen nach Hause gefahren bin. Also A8 mit dem Feierabendwahnsinn, der heute nicht so extrem ausfiel, und dann ab Karlsbad runter nach Grötzingen – und ab Karlsruhe Nord über die A5 dann nach Hause.

Allerdings habe ich nach Staumeldungen das Stuttgarter Kreuz gemieden und mich bemüht, direkt nach dem Leonberger Dreieck aufzufahren – also von der Arbeit zum Schattenring, dann runter nach Leonberg und da auf die Autobahn. Und die Pulsuhr lief mit – natürlich nicht im Aufzeichnen von Kalorienverbrauch oder so etwas, sondern nur eben mit der Anzeige des Pulses.

Ich habe festgestellt, dass somit Autofahren zwar nicht im Trainingsbereich liegt, nichtmal im niedrigsten, aber eben doch meinen Puls deutlich über dem Ruhepuls hält. Irgendwie war das eine sehr interessante Erfahrung. Ich lag ständig zwischen 87 und 104 Schlägen pro Minute, recht unabhängig von der Geschwindigkeit. Auf Verkehrssituationen reagierte der Puls mindestens gefühlt nicht statistisch signifikant. Klar, ich bin ja auch keine Rennfahrerin, aber irgendwie war ich fast enttäuscht, als bei der Spurwechselschere zwischen Leonberg West und Rutesheim die doch etwas gefährliche Situation vor mir sich nicht in meinem Herzschlag manifestierte.

Und am Schluss steht die Erkenntnis: Pendeln mit dem Auto ist kein Sport. Nichtmal Motorsport. Und zum Laufen sind 86km zu weit, auch wenn DAS dann wirklich dafür sorgen würde, dass ich abartig fit wäre.