Die unmöglichen… (Zutreffendes bitte ankreuzen)

Heute morgen fuhr ich wieder mit dem Fahrrad zur Arbeit. Das ging sehr gut, zumindest in Rheinstetten und auch sonst… bis ich dann auf der Sofienstraße war, die als Fahrradstraße gewidmet ist. Dort überholte ich in schönem Schwung eine andere Radfahrerin, vor uns war ein Transporter. Der hielt dann – ich wartete hinter dem Fahrzeug, der Fahrer hatte keinen Blinker gesetzt, er wartete einfach nur. Ich war drauf und dran, selbst vorbeizufahren, da fuhr die zuvor überholte Radfahrerin links an mir vorbei, wollte links am Transporter vorbei… „Quiiiiieeetsch!“, machten ihre Bremsen. Nichts war passiert, der Transporter war allerdings mit nach links eingeschlagenen Rädern auf einen Parkplatz in der Straßenmitte gefahren.

Wer hat falsch gehandelt? Solidarisiert mit der Radfahrerin, ich war ja selbst Radfahrerin, schimpfte ich: „Blinken wäre vielleicht eine Option!“ Allerdings wäre auch hinter dem auf der Fahrbahn haltenden und sicher einen Grund dafür habenden Transporter zu warten eine Option gewesen! 

Dann waren da eben noch die beiden Damen mit Hunden, die ungeniert mit Hunden, Leinen und eigenen Körpern die volle Fünfpersonenbreite eines Radwegs nördlich des Uni-Geländes dichtmachten, auch wenn sie mich als Läuferin entgegenkommen sahen. Interessierte sie aber nicht, ich wich ins Gras aus. Auf dieser Basis – und vielen weiteren solchen Ereignissen, habe ich den folgenden Beschwerdebogen entwickelt: 

Vorderseite 

Dieser Beschwerdebogen dient nicht zur Beschwerde über gefährliche Situationen oder gar Unfälle. Touchiert ein Autofahrer Dich als Fahrradfahrer fast, oder nimmt Dir jemand sehenden Auges die Vorfahrt, brülle laut über die Straße und wirf ihm diesen Bogen (zerknüllt) hinterher. Hoffentlich triffst Du! 

Du hältst diesen Bogen noch in der Hand? Nun gut, also: 

Diese unmöglichen… (zutreffendes bitte ankreuzen)

  • [ ] Autofahrer
  • [ ] Radfahrer
  • [ ] E-Rollerfahrer
  • [ ] Skater
  • [ ] Hundehalter
  • [ ] Jogger
  • [ ] Spaziergänger…

haben mir ___________________________________________________ (Freitext) angetan. 

Ich bin im Recht, weil ich… (zutreffendes bitte ankreuzen)

  • [ ] Autofahrer
  • [ ] Radfahrer
  • [ ] E-Rollerfahrer
  • [ ] Skater
  • [ ] Hundehalter
  • [ ] Jogger
  • [ ] Spaziergänger

… bin und … (zutreffendes bitte ankreuzen)

  • [ ] es eilig habe.
  • [ ] ganz vorsichtig fahre/laufe/gehe.
  • [ ] der andere sich viel weniger richtig verhalten hat als ich! Nämlich! *aufstampf* 

Zur Einreichung bitte wenden und den dort abgedruckten Text lesen. 

Rückseite 

Hast Du selbst Dich den Regeln entsprechend völlig korrekt verhalten? 

  • [ ] „Ja.“ 

Wirklich?!? 

  • [ ] „Hmtja. Vielleicht. Ist das wichtig?“: Eigentlich schon. Wer im Glashaus sitzt, oder so… 

Ist jemandem etwas passiert? 

  • [ ] „Ja“: Rufe einen Arzt. Dann die Polizei. Beides unnötig? Drehe diesen Bogen um und lies die oberste Zeile der Vorderseite.
  • [ ] „Nein“: Verordne Deinem Ärger eine Aspirin und verhalte mindestens Du Dich weiterhin korrekt. 

Am Ende dieses Bogens steht die Frage: Konnte jemand – Du oder der andere – wissen, dass er sich falsch verhalten hat? Wenn ja: Lass es Dich selbst und den anderen wissen, wenn es irgend geht. Und dann macht’s besser, beim nächsten Mal!

Anspruchshaltung

Gestern morgen habe ich festgestellt, dass ich in mancherlei Hinsicht ganz schön hohe Ansprüche an mich selbst stelle. Es mag sein, dass das nicht in jedem Bereich der Fall ist, aber in einigen durchaus.

Die Erkenntnis gestern morgen kam aus dem Bereich des Fahrradfahrens. Seit ersten Dezember 2019, also seit nicht einmal zwei Monaten, fahre ich überhaupt wieder Fahrrad, nach 20 Jahren Pause. In der vergangenen Woche habe ich zweimal geschafft, mit dem Fahrrad zur Arbeit und wieder nach Hause zu fahren. Im Moment hemmen mich allerdings noch einige Dinge: mit dem Licht am Fahrrad bin ich noch nicht ganz zufrieden, da die Halogen-Lampe von CatEye sehr viel Strom frisst und daher leider die wiederaufladbaren Batterien, die wir hineingebaut haben, insbesondere in der Kälte recht schnell die Flügel strecken. Im Moment wird es spät genug hell und früh genug dunkel, dass Beleuchtung zwecks Gesehenwerdens wie auch Wahrnehmung der Straße nicht verhandelbar ist. Dann ist da noch die Kälte, gegen die ich ganz gut ausgerüstet bin, aber eben auch Regen, Sturm und Graupel, die einerseits wirklich widerliche Bedingungen auf dem Rad darstellen, aber auch, insbesondere der starke Wind, meine Unsicherheit befeuern, so dass meine noch vorhandene Unsicherheit und dies sich mit dem Straßenverkehr unselig paaren. Auch dazu kommt, dass nach meinem leider nicht von vollem Erfolg gekrönten Einstellversuch meiner Schaltung der Termin beim Radservice erst am 11.02. sein wird, somit meine Schaltung noch nicht optimal funktioniert.

Dass ich heute morgen mit leichten Kopfschmerzen, die vom Laufen gut weggehen, bei der Haltung auf dem Fahrrad aber nicht unbedingt so gut bekämpft werden, meine geplante Radfahrt zur Arbeit sein ließ, fühlte sich dennoch wie eine persönliche Niederlage, ein Versagen an. An dieser Stelle zog ich mich leicht zurück und fragte mich: „Talianna, wie blöd bist du eigentlich? Du fährst seit zwei Monaten wieder Rad, es gibt viele Dinge, die noch nicht richtig funktionieren, aber du machst dir so einen Kopf um ein einziges Mal nicht fahren, wo Fahren geplant war?“

Das hat auch gewirkt. Ich habe mir vorgenommen, es wieder und weiterhin etwas gelassener zu sehen. Die ursprüngliche Ansage war: „Im Sommer, wenn sich das alles eingespielt hat, es wärmer und heller ist, fahre ich dreimal die Woche mit dem Rad zur Arbeit und wieder zurück.“ Im Januar bereits zweimal mit dem Rad zur Arbeit und zurück zu fahren, war dann doch ein ganzes Stück „Übererfüllen“, und prompt habe ich von mir selbst erwartet, dass ich es konsequent durchziehe. Vielleicht liegt das auch daran, dass mein Mann sehr konsequent und bei nahezu jedem Wetter seit vielen Monaten mit dem Rad zur Arbeit fährt. Ich muss mir dann aber vor Augen führen, dass sein Arbeitsweg etwa halb so lang ist wie meiner, er das Radfahren nicht 20 Jahre lang aufgegeben hatte und seine Ausrüstung bereits eingespielter und eingestellter ist als meine. Außerdem ist das ja kein Wettstreit – im Gegenteil, seine Erfahrungen haben mir geholfen, überhaupt so ausgestattet zu sein, dass die beiden Fahrten zur Arbeit angenehm und kein Fiasko wurden: Helm, Handschuhe, Schloss, bei all diesen Dingen hat er mich beraten.

Allerdings habe ich auch gleich einen Punkt, der mich hemmt, beseitigt: Ich habe heute morgen neue Fahrradbeleuchtung bestellt. Diese wird a) weniger Strom verbrauchen, da sie voll mit LEDs funktioniert, b) ist per USB wiederaufladbar, erfordert also nicht ständig einen Batterie-Wechsel unter Verwendung eines Schraubenziehers und c) ist sie auch heller als die bisherige. Nun frage ich mich: Hätte der Besitz der geeigneten Beleuchtung heute morgen gereicht, um die im zweiten Absatz dieses Beitrags genannten Gründe gegen das zur Arbeit fahren heute morgen unter die Hemmschwelle zu schieben? Keine Ahnung. Spätestens mit der Einstellung oder gegebenenfalls dem Austausch der Schaltung und damit der Verfügbarkeit aller drei Ritzel und somit aller 24 Gänge meines Rads schmelzen die Ausreden… die GRÜNDE weiter dahin. Dann wird auch der Zeitfaktor ein anderer, denn wenn ich durch die Verfügbarkeit der zum großen Kettenblatt Ritzel (Korrektur! Danke, Manuel!) gehörenden, „großen“ Gänge noch etwas schneller als 20-25 km/h in der Ebene fahren kann, wird auch der Zeitvorteil der S-Bahn auf dem Arbeitsweg noch etwas kleiner oder fällt gar ganz aus.

Und dann klappt die Sache mit dem Radfahren zur Arbeit sicherlich häufiger. Heller und wärmer wird’s in den nächsten Monaten ja wohl auch, trockener natürlich nur bedingt. Die längeren Tage machen dann auch die Waldwege ohne Beleuchtung, aber auch ohne Autos attraktiver, oder eher: Schalten die Licht-Frage, die ein Nachteil der Wald- und Feldwege ist, auch ohne Beleuchtung des Rads aus. Ohne Ampeln, Autoquerverkehr und sichthemmende Eckhäuser an Rechts-vor-Links-Kreuzungen kann ich auch deutlich konsequenter und damit schneller durchfahren. Da ist dann eventuell die längere Wald- und Wiesenstrecke sogar deutlich schneller als die kürzere Route durch die Stadt – schöner ist sie sowieso!

Ich freue mich darauf!

[KuK] Das gibt’s doch nicht!

Heute in Bietigheim (Baden), einem eher beschaulichen Dorf zwischen Karlsruhe und Rastatt: Mein Mann und ich sind gerade auf dem Weg vom Bahnhof zurück nach Hause, da ich heute mit der Bahn von der Arbeit nach Hause gefahren bin. Auf der Dorfstraße Richtung Elchesheim, die ein Parkplatz-Slalom ist, halten wir inne: Zwei Autos kommen von links die Straße runter. Dann, nach einem Parkplatz mit Auto drauf in deren Weg, heult ein Motor auf. Auf einer innerdörfischen Straße, die alle paar Meter durch Parkplätze zu schmal ist, dass zwei Autos nebeneinander vorbei kommen würden, überholt ein Fahrer mit aufheulendem Motor, zwingt den Gegenverkehr, vor einem parkenden Fahrzeug scharf zu bremsen und schert sich nicht darum, dass dort eventuell Kinder oder auch Erwachsene über die Straße gehen könnten oder dergleichen – vom Tempolimit 50, später auf der Straße 30, will ich gar nicht anfangen!

… und das Schlimme ist: Ich habe auch im Auto schon zweimal sowas erlebt, wurde also an dieser Stelle so überholt. Weil ich halt 35-40km/h gefahren bin, da Slalom zwischen parkenden Autos nun nicht unbedingt geneigt ist, mich die erlaubten 50km/h voll ausnutzen wollen zu lassen.

Straßenverkehr und Tiere …

Eine Freundin sandte mir im Laufe des gestrigen Tages ein Video, das auf sehr plakative Weise vor Augen führt, was wir speziell den Igeln antun können, die in dieser Jahreszeit viel unterwegs sind. Keine Angst, was man manchmal auf der Straße so sieht, ist nicht als Bild im Video drin.

Ich sehe leider sehr oft tote Tiere auf der Straße, die Opfer des Straßenverkehrs geworden sind. Rot- und Schwarzwild ist dabei recht selten, vor allem sind’s kleinere Tiere – Füchse, Igel, nahe Städten auch viele Katzen. Auf der einen Seite müssen wir uns vor Augen führen, dass diese Tiere durchaus einen Fluchtreflex vor der Gefahr haben: Wenn das Auto auf sie zukommt, gehen sie weg. Manche – vor allem Katzen – arrogant langsam und spät, andere so schnell sie können, nur auf Verdacht hin. Aber Tiere sind keine ausgebildeten Verkehrsteilnehmer, sie können auch nicht einschätzen, wie schnell wir fahren, denn der Mensch im Auto ist schneller als so ziemlich jedes Phänomen hier in der Natur, vor dem ein Tier flüchten müsste.

Der obenstehende Link führt zu einem Youtube-Video. Ich habe den Inhalt des Videos angeschaut und für gut befunden, es stammt aber nicht von mir und eventuelle Änderungen unterliegen nicht meiner Kontrolle. Siehe auch im Impressum.

Neben dem Artenschutz und dem bloßen Mitleid muss man sich auch vor Augen führen, dass irgendwer sich irgendwann drum kümmern muss, dass an- oder überfahren Tiere von der Straße kommen. Es betrifft nicht nur uns selbst, wenn ein Tier unter unseren Reifen kommt. Freilich ist im Zweifel die Sicherheit des Fahrers und anderer menschlicher Verkehrsteilnehmer auch in unserem Recht vorrangig, aber meistens hat man an Stellen, wo es Wildwechsel geben kann, an Stellen, an denen wir Tiere an der Straße oder auf der Straße befürchten müssen, die Möglichkeit, von vorne herein etwas vorsichtiger zu fahren – und das sollten wir auch tun. Denn nicht zuletzt, selbst wenn Euch die Tiere und der Artenschutz egal sein sollten, bei einem Unfall mit einem Tier erschrickt man, bremst abrupt und gefährdet andere menschliche Verkehrsteilnehmer – und im Gegensatz zum Tier wissen wir um die Gefahren des Straßenverkehrs und können uns drauf einstellen. Gegebenenfalls einfach mal ein bisschen langsamer und bremsbereiter fahren wäre schön.

Von Schwankung und Trend

Durch meine Arbeit und mein Studium habe ich ein bisschen damit zu tun, aus Daten Kurven abzuleiten – also aus einer Sammlung von Messungen eine Trendlinie zu bestimmen. Das ist ganz grundlegende Mustererkennung.

Meist unterliegt man hier einem Problem: Unser Gehirn ist ein hervorragender Mustererkenner – es erkennt auch dort Muster und Strukturen, wo gar keine existieren. Besonders augenfällig wird das bei Messdaten, die statistischen Schwankungen unterliegen, welche die vorhandene oder auch nicht vorhandene Entwicklung überlagern. Ein Beispiel:

Zerfall.jpg

Man sieht hier eine Messung von Zerfällen in jeweils zwei Minuten – das Ganze nimmt gemäß eines exponentiellen Trends ab. Für Fortgeschrittene: Ja, eine exponentielle Zerfallskurve in halb-logarithmischen Koordinaten wäre eine Gerade, die Krümmung kommt durch Einbeziehung des Nulleffekts hinein. Nehmen wir uns zwei aufeinanderfolgende Messpunkte, ist manchmal der Trend direkt ablesbar. Manchmal steigt aber von einem auf das nächste Zeitintervall die Zahl der Zerfälle wieder. Unser Gehirn würde eine Trendlinie ansteigender Zerfallszahlen zeichnen, weil es das „Große, Ganze“ nicht sieht. Bei einer solch einfachen Messung kann man ganz gut abschätzen, wie groß die zufälligen, also statistischen Abweichungen im Mittel sind – dargestellt durch die Fehlerbalken. In der Abschätzung und Darstellung der Unsicherheiten durch Fehlerbalken steckt aber auch schon eine gewisse intellektuelle Leistung drin, die unser Gehirn bei mit dem Auge gewonnenen Messreihen in der Regel nicht vollbringt. Unser Auge sieht zwei aufeinanderfolgende Messpunkte ohne Fehlerbalken und verlängert die Linie zwischen ihnen in die Zukunft. Dabei kann unsere Mustererkennung ein Muster finden, das gar nicht existiert – oder ein falsches.

Aber warum bringe ich so ein Beispiel?

Ganz einfach: Genau so läuft es auch in anderen Bereichen. Ob ich nun die Entwicklung meiner Laufleistung und meines Gewichts analysiere oder im Straßenverkehr unterwegs bin: Überall nehme ich Messdaten, die mit statistischen Fluktuationen behaftet sind, und versuche daraus eine Tendenz abzuleiten. Wenn ich auf der Waage stehe und mehr wiege als am Vortag, sagt mein Kopf: „Du musst was ändern, Du wirst schwerer!“ Auch ein langsamer Lauf – ob nun im Training als langsam vorgesehen oder einfach nur wegen Tagesform nicht so toll gelaufen – weckt sofort das Gefühl einer Tendenz. Wenn man dann nachdenkt, findet man oft einen Grund – manchmal aber auch nicht. Denn oft läuft’s halt einfach ein bisschen anders als zuvor, auch das unterliegt statistischen Schwankungen – Gewicht ebenso wie Tagesleistung.

Wo diese „schnelle“ Mustererkennung, das Ableiten eines Trends aus wenigen, zu wenigen statistisch unsicheren Daten gefährlich oder zumindest problematisch wird, ist der Straßenverkehr. Damit meine ich nicht die Unterstellung: „Gestern war frei, heute ist etwas Stau, morgen steht alles!“ Auch diese Gedanken kommen einem, aber das Verkehrsaufkommen und das Auftreten von Staus sind zwar sicher an externe, sich kontinuierlich verändernde Einflussfaktoren gekoppelt, allerdings durchaus auch mal von zufälligen Aspekten beeinflusst. Allein das Auftreten eines Unfalls mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit heißt: Mal tritt er auf, mal nicht. Vorhersagbar ist eventuell aus früheren Daten die Auftrittswahrscheinlichkeit, nicht aber der genaue Zeitpunkt, nicht der genaue Ort und nicht, an welchem Wochentag es passiert.

Aber ich schweife ab. Gefährlich wird das genau dort, wo ich aus einer Schwankung des Verkehrsstroms einen Trend ableite: Die vor mir im Stau beschleunigen, weil wohl gerade wieder ein Stück Straße frei geworden ist, für mich macht ein Beschleunigen ein Ende des Staus und ich beschleunige ebenfalls – stark. Dann darf ich wieder stark bremsen und die hinter mir müssen noch stärker bremsen und der Stau wird schlimmer. Deswegen bemühe ich mich, das Stop-And-Go im Stau als Schwankung zu betrachten und langsam hinterherzurollen, die Fluktuationen auszugleichen. Dafür braucht man Abstand, dafür riskiert man auch mal, dass drei oder vier Schlauberger von einer anderen Spur in diese Lücke springen. Insgesamt sollten wir uns aber nicht von den Schwankungen der Geschwindigkeit foppen lassen. Meist geht es auf allen Spuren im Stau gleich langsam voran, Spurwechsel bringen Unruhe in den stockenden Verkehrsfluss und lassen ihn noch mehr stocken, während sie dem Lückenspringer wenig bis gar keinen Zeitgewinn bringen.

Wir sollten uns bewusst machen, dass die Geschwindigkeit der Vorderleute, der Leute auf dem Streifen neben uns, sowohl im Stau als auch bei frei fließendem Verkehr, gewissen Schwankungen unterliegt. Daraus sollten wir keine Tendenz machen und deswegen lieber Abstand und Spur halten – den vermeintlichen Trends zu folgen, dass es vorne oder auf der Nebenspur schneller vorangeht, bringt uns meistens im Endeffekt recht wenig und stört dabei den Verkehrsfluss sehr stark.