Guter Weg?

Heute morgen war – da ich für den Tag der Wissenschaften am vergangenen Samstag einen Ausgleichstag genommen habe – Zeit für ein vorletztes Training für den Campus Run. Nun wollte ich wissen, wie sich alles ausgewirkt hat und ein letztes Mal auf Tempo trainieren …

Tja. Wie soll ich sagen: Ich habe meinen Geschwindigkeitsrekord, meinen Rekord auf 10km und meinen Rekord auf 5km gebrochen. Alle diese Rekorde stammten vom Campus Run 2014, also von vor drei Jahren. Ich war zwar im Mittel der 12km noch nicht schneller als eine Stunde, aber eben doch deutlich schneller als vor drei Jahren. Nun frage ich mich: Habe ich es aus Übermut eine Woche vor dem Lauf überzogen? Ich bin zwar bisher mit den Steigerungen nach Gefühl ganz gut gefahren, andererseits weiß ich auch, dass ich vor einem Wettkampf anders agieren sollte als im normalen Training.

Ich werde sehen, was dabei rauskommt – unweigerlich. Wenn die Steigerung der letzten acht Wochen, mit den jeweiligen Ruhe- und weniger schnellen Phasen zum festigen dazwischen, so anhält, dann wird es mit den 12km/h beim Campus Run klappen. Wenn ich es heute überzogen habe, dann nicht. Dann habe ich wenigstens etwas über’s Trainieren gelernt – zu wissen, wie’s nicht geht, ist oft genauso wichtig wie zu wissen, wie’s geht.

Steigerungslauf

In der Erinnerung an die Tatsache, dass Aderhold/Weigelt in ihrem Buch Laufen! schreiben, dass Steigerungsläufe stark formgebend sind, habe ich gestern Abend einen Steigerungslauf absolviert. Es waren 8,6km, meine übliche (kurze) Runde über die obere Hardt. Die ersten drei Kilometer habe ich mit 135bpm absolviert, um dann auf 155bpm die nächsten drei Kilometer durchzustarten und schließlich, nach sechs absolvierten Kilometern, für den Rest der Strecke alles zu geben, was noch im Tank drin war.

Nach dem vorgestrigen Tempodauerlauf und dem anstrengenden Arbeitstag war das natürlich nicht ganz so flott, wie es vielleicht hätte sein können, aber ich brauchte gestern Abend wieder etwas Bewegung und empfand das als richtig – der Körper wollte laufen, wollte sich schneller bewegen, wollte die Steigerung. Halten wollte der Körper das Tempo nur bis etwa 600 Meter vor Zuhause, aber den Rest habe ich dann doch noch durchgezogen. Ein Kilometer in der Zielgeschwindigkeit für nächste Woche Donnerstag war dabei: 4:54/km für Kilometer sieben.

Ich bin gespannt, wie mein Körper das Ganze umsetzt. Auf den Wettkampf hin sind nun in den verbleibenden sechs Tagen bis Sonntag noch drei Läufe vorgesehen – eine Ausdauer-Einheit, ein Tempodauerlauf oder Steigerungslauf und einmal Intervalltraining mit einen Kilometer langen schnellen Phasen. Dann werde ich bis Donnerstag den 13.07. regenerieren und schauen, was beim Campus Run passiert.

Lauf-Historie

Getriggert von einem dieser „Teile diese Erinnerung“-Dinger auf Facebook habe ich mal nachgeschaut, wie die letzte volle Mai-Woche in früheren Jahren aussah, die ich lauftechnisch aufgezeichnet habe. Das erwies sich durchaus als interessant …

Im Jahr 2014 waren’s in der letzten Mai-Woche 55 Kilometer, 2015 dann grade mal 13 gelaufene … im Jahr 2016 bin ich in der letzten Mai-Woche 43 Kilometer durch den Wald und über die Wiesen gelaufen. Dieses Jahr waren es 54 Kilometer in besagter Woche. Natürlich war das 2014 und 2017 jeweils noch durch einen Feiertag begünstigt. Interessant finde ich auch, dass ich im Referenzzeitraum 2014 ungefähr so schnell war wie in der vergangenen Woche, während ich 2015 und 2016 deutlich langsamer war. Das ist um so interessanter, da ich 2014 wie auch dieses Jahr jeweils Laufanfänger bei manchen der Einheiten dabei hatte und mich an deren Tempo orientiert habe – 2014 war das jeden Dienstag mit einer Kollegin, 2017 ist es zweimal die Woche mit meinem Mann. Das zieht natürlich die mittlere Geschwindigkeit der Woche runter – was gut ist, da es mich zu langsamen, regenerierenden Einheiten zwingt, die sonst vielleicht in der Lust am Tempo untergehen würden.

Bereits jetzt übertreffe ich dieses Jahr alle meine zuvor aufgezeichneten Laufjahre bis auf das Jahr 2014 in Anzahl der Aktivitäten, insgesamt beim Laufen verbrachter Zeit, insgesamt gelaufenen Kilometern und insgesamt überwundenen Höhenmetern. Anvisiert ist, dieses Jahr 600 Kilometer zu laufen, was ich ja schon beim Thema Strategische Faulheit erklärt habe. Dieses Ziel ist auch der Lauf-App erklärt und sie sagt mir, dass ich nur noch neun Kilometer jede Woche laufen müsste, um es zu erreichen. Natürlich will ich mich damit nicht begnügen – aber wenn ich so weitermache, wie das bisher läuft, werde ich ab Mitte August an „Bonus-Kilometern“ über mein Ziel hinaus arbeiten.

Was ich noch nicht sehe, ist ein Übertreffen meiner Rekorde in Sachen Tempo aus dem Jahr 2014. In jenem Jahr habe ich in einem Wettkampf über zwölf Kilometer Strecke so ziemlich alle Rekorde der Laufkategorie aufgestellt, die meine Lauf-App zum Motivieren ihrer Nutzer aufzeichnet: schnellster Kilometer mit 4:21, schnellste zehn Kilometer mit 51 Minuten und natürlich auch alles zwischendrin – und meiste Höhenmeter in einem Lauf genauso. Nur die Rekorde „längster Lauf“, „weitester Lauf“ und „schnellster Halbmarathon“ waren natürlich nicht dabei, denn es waren ja „nur“ zwölf Kilometer – und volle Marathondistanz am Stück bin ich noch nie gelaufen. Dieses Jahr war mein schnellster Lauf 5:37/km auf 8,66km Distanz, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Dieser schnelle Lauf ist auch wieder ein bisschen her, denn seit dem war ich vernünftig und habe im Training Einheiten im aeroben Bereich absolviert, manchmal mit Ausflügen ein bisschen nach oben, dazu ein paar echt regenerative Läufe – zwischendrin Intervalltraining. Dennoch ist eine Entwicklung sichtbar: Im Moment geht bei gleicher Geschwindigkeit der Puls runter und bei gleichem Puls die Geschwindigkeit hoch. Nicht streng monoton steigend, nichtmal im mathematischen Sinne stetig, aber eben doch mit einer klaren Tendenz, auf der halt tagesformabhängige Streuung drauf liegt.

Die Woche vor Pfingsten – diese Woche, wenn dieser Beitrag online geht – ist ja eine „lange“ Arbeitswoche vor zwei kurzen. In den beiden kurzen wird wahrscheinlich wieder einiges an Laufen bei mir passieren – ich bin sehr gespannt, wie sich dann die Leistung und auch das Gewicht entwickeln werden.