Sie hat mich, die A8

Dabei fahre ich sie gar nicht!

Aber dennoch ist es derzeit die A8, die mir den Heimweg schwer macht. Warum das so ist? Nun: Am Karlsruher Dreieck, also auf meinem Heimweg kurz vor meiner Ausfahrt Karlsruhe Süd, zweigt von der A5 die A8 Richtung Osten ab. Sie führt dann recht schnell steil den Einschnitt zwischen Grünwettersbach und Palmbach hinauf, so dass sich dort oft Stau bildet. Aber am Karlsruher Dreieck gibt es ausreichend lange Überleitungen, dass die Zusammenführung von zwei Spuren aus Richtung Frankfurt und zwei Spuren aus Richtung Basel auf drei Spuren in Richtung Stuttgart normalerweise nicht zu Staus zurück auf die A5 führt. Normalerweise.

Denn im Moment wird am Karlsruher Dreieck auf der A8 gebaut, und zwar direkt hinter dem Karlsruher Dreieck, kurz vor beziehungsweise im Beginn der Steigung hoch Richtung Karlsbad. Dort steht nur je eine Spur aus jedem der beiden Zuströme zur Verfügung – und das reicht nicht. Im Endeffekt trifft es vor allem den Zustrom aus Richtung Norden, denn vor dem Karlsruher Dreieck liegen in (viel zu) dichter Folge die Anschlussstellen Karlsruhe Nord, Karlsruhe Durlach und Karlsruhe Mitte, zudem führt die Überleitung von der A5 aus Richtung Frankfurt auf die A8 von rechts auf die gemeinsame Fahrbahn mit der Überleitung aus Richtung Basel. Die LKW aus Richtung Süden drängen also nach rechts und machen den Weg für die Leute aus Richtung Süden frei, brauchen aber viel Länge auf der Spur – die schon von LKW wimmelt.

Heute fing es noch vor Karlsruhe Nord an. Ich bin dann über die B3 durch Durlach gefahren – auch das ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Nun fahre ich schon nicht mehr regelmäßig die A8 und stehe doch in einem Stau, der auf der A8 beginnt. Sie lässt mich nicht los, wie es scheint.

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Ein komisches Gefühl

Gestern war ich beruflich in Stuttgart, in der Nähe meiner alten Arbeitsstätte an der Universität Stuttgart. Da ich zuvor im Büro in Bruchsal vorbeimusste, fuhr ich nicht die ganze Strecke der A8, die ich sonst vom Karlsruher Dreieck aus gefahren wäre, denn wegen der Baustelle am Beginn des Abschnitts Karlsruhe nach Karlsbad war dort ein wenig Stau – und dazu noch ein wenig mehr zwischen Pforzheim West und Pforzheim Ost.

Also zuckelte ich zwischen LKW von Bruchsal hoch ins Kraichgau auf der B35 und dann von Bretten über die B294 nach Pforzheim. Oh, ein Spaß war das nicht! Wenn es beständig leicht aufwärts geht, bemerkt man, warum LKW so starke Motoren brauchen – und es bei voller Beladung dennoch nicht reicht. Insbesondere auf der Strecke von Bruchsal hoch ins Kraichgau und von Bretten auf die Nordschwarzwald-Ausläufer bei Pforzheim schlichen die LKW und Überholen war dennoch schwierig – unübersichtliche Streckenverläufe und überaus nachvollziehbare Überholverbote schränkten die Möglichkeiten stark ein. Und in Bretten selbst erst! Bis die voll beladenen LKW nach den Kreiseln auf der B294 wieder auf Touren kamen, war für die Fahrer und alle nachfolgenden Wagen eine Qual.

Dann fuhr ich auf die Autobahn und wunderte mich. „Huch, hier sollte es doch aufwärts gehen, tut es aber nicht?“, war der erste Gedanke. Dann dachte ich: „Eigentlich sollte der Stau doch hier enden?“, gefolgt von: „Hmm … seit wann wird es NACH Pforzheim Ost denn wieder zweistreifig und wieso zum Henker gibt es eine Einfädelspur, die nicht zu rechten Fahrstreifen wird?“

Dann die Erkenntnis. B294! Nicht B10! Ich war in Pforzheim NORD aufgefahren und hatte die ganze Zeit gedacht, ich sei in Pforzheim Ost auf die A8 gekommen. Für einen kurzen Moment hatte ich mich schon gefragt, ob ich in die falsche Richtung aufgefahren sei, bis mir der Gedanke kam, dass ich genau richtig, aber an einer anderen Anschlussstelle auf meine alte Bekannte, die A8 gekommen war. Dann kam die inzwischen teils abgebrochene Brücke bei Pforzheim Ost, kurz vorher wurde aus der Stockung an der Verengung von drei auf zwei Fahrstreifen die Autobahn kurz frei, bevor es völlig unmotiviert wieder eine Senkenstockung um Pforzheim Ost gab. Ein Gefühl wie heimkommen, in das vermodert-verwesende Haus, von dem man trotz alle Verklärung ganz genau weiß, warum man ausgezogen ist.

Rettungsgasse – mal wieder

Am Montag war’s mal wieder so weit. Stau auf der A5 … und zwar fast zehn Kilometer lang, vor Karlsruhe Mitte. Nicht nur, dass ich eigentlich schon recht spät war, für die Familienfeier, die statt des üblichen Trek Monday auf dem Plan stand, nein – ärgern durfte ich mich auch noch.

Denn in besagtem Stau funktionierte das mit der Rettungsgasse mal wieder nicht so richtig. Allerdings muss man den Fahrern zugutehalten: nach ein paar hundert Metern im Stau waren mindestens 80% der Fahrzeuge auf der linken Spur mit zwei Rädern auf dem dicken weißen Strich oder mit zwei Rädern auf der Begrenzung zwischen rechter und mittlerer Spur. Nur ein Fünftel tanzten aus der Reihe, teils so stark, dass ich von der mittleren Spur, vier LKW-Längen hinter denen, auch die linken Rücklichter und noch ein bisschen Luft zwischen ihnen und dem Auto dahinter sehen konnte.

Aber wie’s immer so ist: Erst nach einiger Zeit und zwei Ausfahrten, nämlich an der Einleitung von Karlsruhe-Durlach, kamen Blaulicht und Sirene auf die Autobahn, und zwar in einer Weise, in der mir all die Rettungsgasse nichts nutzte und ich doch ein wenig anpassen musste – der Krankenwagen kam nämlich genau in der Lücke zwischen zwei LKW vom Beschleunigungsstreifen in die Rettungsgasse gewechselt, neben der ich gerade fuhr. Also musste ich doch ein Stück vorfahren, den Abstand zum Vordermann drastisch reduzieren – aber der Krankenwagen kam durch. Vor mir zogen sie dann auch die Rettungsgasse vollends auf, sofern noch nicht geschehen.

So richtig gut war’s noch nicht, aber auch nicht „Worst Case“. Nur dass ich eben doch etwas hektisch wurde, nach 20 Minuten Stau mit Standard-Rettungsgassenverhalten schon etwas stumpf entlangrollte und dann eben doch wegen auffahrenden Rettungswagens schnell von „stumpf“ nach „situationsangepasst“ umschalten musste, ärgert mich. Nicht das Umschalten, natürlich – sondern eher, dass es dann doch etwas überraschend für mich kam.

Die teilnervöse A8

Am gestrigen Mittwoch hatte ich durch eine Dienstreise eine ausgedehntes Rendez-Vous mit meine gehassliebten Ex, der Bundesautobahn 8. Sie ist und bleibt ein schwieriges Ding, die gute, böse A8, aber das liegt nicht an dieser 505 Kilometer langen, mit maximal acht Fahrstreifen plus Standstreifen eher superschlanken Asphalt- und Beton-Schönheit. Nein, es liegt an ihren Befahrern – an deren Menge und an deren Verhalten. Klar, eine gewisse Rückwirkung haben solche Aspekte wie das Auf und Ab im westlichen Teil des mittleren Abschnitts.

Ah, genau. Die A8 ist ja keine durchgehend ausgebaute Autobahn wie die meisten anderen einstelligen Autobahnen. Zusammen mit der A1 und der A4 bildet sie die Minderheit derer Autobahnen, auf deren Strecken es Lücken gibt. Im Gegensatz zu A1 und A4, die nur eine Lücke aufweisen, kanndie A8 sogar mit zweien aufwarten: Zwischen Pirmasens und Karlsruhe fehlt ein langes Stück – so wie auf der A4 zwischen Gummersbach und Kirchheim oder bei auf der A1 zwischen Euskirchen und dem Dreieck Vulkaneifel. Einzig-A8tig ist aber die Lücke in München: Am westlichen Stadtrand endet sie, der Fernverkehr muss auf der A99 um München herumfahren – und im Südosten Münchens geht sie weiter – die einzige drei-abschnittige Fernautobahn Deutschlands. So eine ist ist sie also, die A8 – eine gewisse Exzentrizität kann man ihr somit nicht absprechen. Sie verläuft ja auch nicht durch das Zentrum Deutschlands, sondern durch seinen Süden.

Aber ich komme – gerne und bewusst – vom Thema ab. Die Befahrer der A8 scheinen tatsächlich ein wenig unterschiedlich drauf zu sein. Natürlich: Wenn zwischen München und Ulm, im „östlichen Teil des mittleren Abschnitts“ wenig los ist, kaum Steigungen vorliegen und so weiter, dann geht es natürlich einfach, halbwegs unnervös auf einer sechsstreifigen Autobahn zu fahren. Aber seltsamerweise ist auch der Teil auf der Albhochfläche, zwischen Stuttgart und Aichelberg, nicht all zu nervös. Erst um Stuttgart und dann bis kurz hinter Pforzheim hat man den Eindruck, dass jeder unbedingt vorbei muss. Egal, ob er 0,5 oder 200km/h schneller ist als der eins weiter rechts. Das sorgt für massive Probleme – und ich glaube, tatsächlich einen Mentalitätsunterschied bei den Fahrern zu erleben. Da stellt sich doch die Frage: Sind wir Baden-Württemberger so viel unentspannter als die Bayern? Andererseits habe ich auch auf der A1 nervöse und weniger nervöse Abschnitte identifiziert – Bremen-Dortmund ist ganz schön fies, Hamburg-Bremen dagegen sehr angenehm, und auch Dortmund-Köln fährt sich ganz angenehm.

Seltsam eigentlich, nicht?

Personalisierte Verkehrsmeldung

Es gibt ja die eine oder andere Stau-Hotline. Durch die Verkehrsdichten-Berücksichtigung bei Google-Maps habe ich die bisher nicht benutzt. Aber heute Morgen bekam ich eine personalisierte Meldung:

Gegen 7:20 erreichte mich eine Facebook-Message einer Freundin, die über die Bundesstraße 3 nach Süden pendelt – und die B3 ist auch meine Pendelstrecke nach Norden, zumindest deren Beginn. Inhalt der Message war: „Stau auf der B3! Unfall bei Neumalsch! Ich stand 30 Minuten.“

Da wusste ich, dass ich heute besser über die B36 und den Silberstreifen fahre. Schon eine schöne Sache, wenn man sich in dieser Weise gegenseitig hilft!

Echt jetzt?!?

Heute auf der B35 kurz nach dem „Kreuz“ mit der B35a. Ein LKW hat eine Panne, das Warndreieck liegt 20 Meter vor ihm auf der rechten Spur. Vor der Verengung von zwei auf eine Spur staut’s natürlich. Ich blinke, bin eigentlich dran mit dem einfädeln, vor mir sind alle schon nach links rüber.

Was macht das Hardtop-Cabriolet in Kobaltblau links hinter mir? Ja, es lässt ca. drei Meter Platz, eine Pseudo-Lücke. Statt sie aber weiter aufzuziehen, macht der Fahrer die Lücke dicht und lässt mir die Wahl: abrupt abbremsen und warten, bis sich jemand erbarmt, die stehende Fahrerin reinzulassen, was ja aufwändiger ist, als mitrollenden Verkehr Reißverschluss machen zu lassen, oder die Standbeine des umgefallenen Warndreiecks über meinen Wagenboden kratzen zu lassen. Man kann ihm bestenfalls zugutehalten, dass er das umgefallene Warndreieck gar nicht gesehen hat, ich hab’s ja auch erst spät gesehen. Aber wenn man sieht, dass alle an derselben Stelle 20 Meter vor dem stehenden LKW rüberziehen, könnte schon eine gewisse Erkenntnis eintreten …

Ich habe gebremst und zehn Autos lang warten müssen, plus fünf Schlaumeier, die hinter mir und meinem Hintermann die vom Verkehr auf der linken Spur für mich aufgezogenen Lücken dicht machten, in dem sie aus der Schlange rechts nach links zogen.

Sobald etwas Unerwartetes passiert, kann man zivilisiertes Verhalten im Straßenverkehr echt nicht mehr erwarten.

Heute im Radio …

… war bei SWR3 das sogenannte Top-Thema, dass es im Jahr 2017 die meisten und längsten Staus überhaupt auf deutschen Autobahnen gab. Ein Experte für Straßenverkehr wurde hinzugezogen und er bestätigte eine Sache, die ich schon eine Weile immer wieder gesagt habe:

Vor Staus sollte früher das Überholen eingestellt werden, auch das Spurwechseln, da es die Staus nur verschlimmert. Er plädierte für wesentlich frühere Überholverbote und durchzogene Striche vor Fahrbahnverengungen. Das habe ich in der Form mehr oder minder auch irgendwo hier schonmal geschrieben. Ich fühlte mich ziemlich bestätigt.

Ich muss irgendwann mal nachlesen, was der gute Mann so alles zum Thema geschrieben hatte und wer es überhaupt war …

… wenn ich Zeit habe. Vielleicht, wenn ich mal den Stau umgehe, der sich aufgrund der angekündigten Baustelle südlich von Karlsruhe auf der A5 ankündigt. Nicht auf Umfahrungen. Sondern in der Straßenbahn.