Ich wusste gar nicht…

…dass meine Uhr das kann!

Screenshot aus dem Webinterface von Garmin Connect.

Ein wenig verblüfft sah ich nach meinem Training gestern einen neuen Bildschirm auf meiner Trainingszusammenfassung auf der Garmin Fénix: Ich bekam angezeigt, dass meine Laktatschwelle gemessen worden sei, meine Fénix sieht diese in dieser einen Messung bei einem Puls von 169 Schlägen in der Minute und einem Tempo von 4:58 pro Kilometer. Vermutlich hängt das damit zusammen, dass ich erstens recht intensives Training durchführte und zweitens nicht nur die Pulsmessung am Handgelenk, sondern auch meinen Pulsgurt HRM tri, ebenfalls von Garmin anhatte.

Das Training gestern war auch ganz schön heftig. Da ich beim Rennradfahren zur Arbeit am Dienstag und Mittwoch festgestellt hatte, dass meine Pulsmessung am Handgelenk mit der Fénix beim Mountainbike-Fahren super, beim Rennradfahren jedoch eher nicht gut funktioniert, benutzte ich einen Pulsgurt – sowohl am Dienstag als auch beim gestrigen Training. Das war auch ein Kombi-Training: Erst stürmte ich 45 Minuten mit dem Rennrad so schnell durch die Gegend, wie ich noch nie zuvor gefahren bin – auch wenn das sicher noch nicht das Ende der Fahnenstange ist. Danach lief ich 30 Minuten mit Druck, aber nicht am Maximum durch die Gegend.

Ich bin sehr gespannt, unter welchen Bedingungen ich wieder eine solche Messung der Laktatschwelle bekommen werde. Jedenfalls werde ich den Pulsgurt nicht immer anziehen. Meine Erinnerung an die Probleme mit nässenden Hautreizungen unter den Kontakten des Brustgurtes durch Brustgurttragen bei jeder Laufaktivität sind mir sehr gut in Erinnerung. Aber gerade bei Intervalltrainings und Tempodauerläufen werde ich das weiterhin tun.

So sahen mein Tempo, meine Herzfrequenz und meine Schrittfrequenz bei dem Lauf aus, der mir eine Messung der Laktatschwelle bescherte.

Kuchen-Transformation

Ich habe vor geraumer Weile angefangen, die Anteile meines Trainings, die ich auf meinen verschiedenen Schuhen zubringe, in Kuchendiagrammen darzustellen. Das sah so aus:

Meine Schuh-Streckenanteile beim Laufen, Stand 16.07.2019 (Beginn der detaillierten Erfassung: 01.01.2019)

Nun hat diese Darstellung den ein oder anderen Nachteil – vor allem ist in einem Querformat-Diagramm-Bild ein zentriertes Kuchendiagramm in voller Kreisform Platzverschwendung, außerdem wurde die Legende allmählich zu breit – alles lösbar, aber eine gute Ausrede, um…

Nun ja, 3D-Kuchen zu verwenden. Neben den Schuhen und den Trainingsformen beim Laufen habe ich nun allerdings auch noch die Fahrradanteile als Kuchendiagramme – und so sieht das aus:

Laufstille

„Tapp-Tapp-Tapp.“

Wenn sich ein Jogger oder ein Läufer von hinten nähert, bemerkt man das. So zumindest die Ansicht einer Menge Leute. Ich allerdings laufe oft einen Vorfuß-Laufstil, bei dem ich auf der Außenseite des Ballens aufkomme, zur großen Zehe hin abrolle und dann damit wieder abspringe. Wenn das halbwegs hinhaut, und ich gut drauf bin, bin ich dabei ziemlich leise. In „Born to Run“ von Christopher McDougall beschreibt dieser diesen Laufstil mit einem sanften Kratzen über den Boden statt eines Aufpralles und Abstoßen.

Wie leise dieser Laufstil, diese Laufstille ist, habe ich heute eindrucksvoll demonstriert bekommen. Einem Paar, das über die Feldwege einen Hund spazieren führte, näherte ich mich auf dem asphaltierten Feldweg von hinten. Sie nahmen immer mehr Breite des Weges ein – kein Problem, wenn niemand kommt. Sie bemerkten mich nicht, mit Absicht taten sie das nicht. Das wurde mir klar, als ich noch etwa fünf Meter entfernt mich mit einem „Guten Morgen!“ bemerkbar machte. Gleich darauf entschuldigte ich mich, ich wollte die beiden nicht erschrecken, hatte sie aber wohl wirklich sehr erschreckt. Etwas ganz ähnliches passierte mir während desselben Laufes noch einmal.

Mir gefällt, dass ich auf meinen FiveFingers so leise laufen kann. Die leise Art des Auftretens zeigt mir, dass ich wenig Stöße auf meinen Bewegungsapparat gebe und auch wenig Energie im Aufprall verbrenne, sondern sie elastisch – und damit leise speichere. Nicht, dass der Schall beim Auftreten die Hauptursache des Energieverlusts ist – aber das Geräusch ist ein Anzeichen, ein Symptom für das Versenken von Energie in Stößen oder in der Dämpfung.

Green Scooter Killer – Firstrides

Die ersten einhundert Kilometer auf meinem Rennrad habe ich nun absolviert. Durch das lässige Überholen von E-Scootern in der Stadt habe ich meinen grünen Renner als den „Green Scooter Killer“ in Anlehnung an Brösels „Red Porsche Killer“ benannt.

Bis jetzt habe ich eine langsame Runde mit meinem Mann und eine schnelle zweite Runde am Sonntag absolviert, dazu war ich zweimal mit dem Rennrad auf der Arbeit. Lässig habe ich bei Gegenwind auf allen Strava-Segmenten auf meiner Route meine Personal Bests pulverisiert – Kunststück, mit einem so leichten, leichtgängigen Renner. Mittlerweile habe ich die mangelnde Ausstattung für die Straßenverkehrszulassung durch Montieren eines StVZO-konformen Frontlichts, meines StVZO-konformen Garmin Varia RTL 511 ausgeglichen, eine Klingel und einen Halter für den Radcomputer habe ich auch.

Interessanterweise hat auf drei der Fahrten meine Uhr – wohl aufgrund der anderen Haltung und dem ein Loch weiter gestellten Armband, das ich in letzter Zeit gerne zu tragen pflege – komischen Puls gemessen. Wenn ich durchgeschwitzt auf der Arbeit ankomme, weil ich es richtig habe laufen lassen, und mein höchster gemessener Puls auf der Radfahrt 120 gewesen sein soll, mittlerer Puls 97, dann kann ich diese Messung mit Fug und Recht zurückweisen. Allerdings besitze ich inzwischen auch wieder einen Pulsgurt, habe es mit dem probiert… und durfte feststellen, dass plötzlich auch die Uhr den richtigen Puls maß.

Deutlich geworden ist mir, wie viel mein Mountainbike eigentlich wegfedert, die Straße ist sehr rau und hart, wenn man mit einem Rennrad darüber fährt. Aber das passt schon, dafür geht es schön leicht. Meine vier Fahrten mit dem Focus Izalco Race Rahmen und den Shimano Ultegra Komponenten zur Arbeit waren durchweg schneller als die schnellste Fahrt mit dem Mountainbike. Dennoch werde ich wohl das eine oder andere Mal künftig wieder mit dem Mountainbike fahren, denn es ist tatsächlich so eine Sache, einen Carbon-Rahmen-Renner mit Schnellspannern an den Laufrädern auf dem Radparkplatz auf dem Hof des Regierungspräsidiums abzustellen. Erstens sorge ich mich, dass irgendjemand den Rahmen an die Metallstange, an die ich es angeschlossen habe, aus versehen dagegen stößt. Das mag das Carbon-Material nicht. Zweitens habe ich Sorge, dass das nicht vom Kettenschloss erfasste Laufrad „Füße“ bekommt, schließlich sind die kinderleicht auszubauen. Da die Maschine noch schön sauber ist – bzw. vor der Regenfahrt heute nach Hause war – habe ich sie gestern und heute mit ins Büro genommen und hinter mir aufgestellt. Das Leichtgewicht die Treppe hochzutragen oder im Aufzug zu befördern, ist ja gar kein Problem.

Jedenfalls bin ich glücklich wie in einem Traum mit der Maschine – und teste zugleich einen Haufen weitere Gadgets auf Rennrad, Mountainbike und beim Laufen: Das Garmin Varia RTL 511, den Garmin Brustgurt HRM tri, und beim Edge 830 habe ich auch noch nicht alles ausgetestet. Da ergaben sich heute auch so manche Erkenntnisse, die richtig Spaß gemacht haben!

Fahrbarer Untersatz 2.0

Ende November letzten Jahres bekam ich von meinem Schwiegervater sein altes Mountainbike geschenkt. Er hatte sich ein Ebike gekauft und fuhr es nicht mehr, wollte es eh verschenken – und ich war 20 Jahre nicht mehr Rad gefahren, wusste nicht, ob ich wieder Rad fahren würde. Eine Win-Win-Situation. Am 01.12.2019 begann meine wiedergeborene Radfahrkarriere, nach 20 Jahren, die ich nicht in einem Sattel gesessen hatte. Bereits im Januar 2020 fuhr ich die ersten Male mit dem Fahrrad zur Arbeit, ab März bestritt ich meine Arbeitswege fast nur noch mit dem Rad. Langsam entdeckte ich, dass meine neue Radfahrkarriere Bestand haben würde. Dem Radeln noch mehr Vorschub gab die Wadenverletzung von Anfang April, die mich bis in den Mai hinein dazu zwang, mein Bedürfnis nach Sport nicht auf Laufschuhen, sondern ausschließlich auf dem Rad zu absolvieren. Das ist wieder passé, die Wade macht wieder mit.

Aber bereits im März erwuchs der Gedanke, wieder Rennrad zu fahren. In meinen späten Teenager-Jahren fuhr ich sehr viel Rennrad, auch recht flott. Nach einem schweren Unfall, bei dem meine bis dahin genutzte Rennmaschine mit um 30° verbogenem Oberrohr in die ewigen Jagdgründe einging, bekam ich von meinen Eltern wieder ein Rad. Das habe ich jedoch aus Angst vor dem Radfahren auch nach der Genesung vom knöchernen Bandabriss am Knie nicht wirklich benutzt – ein paar wenige Kilometer sind drauf. Nun stand das Teil – alt und zugegebenermaßen fast vergessen – über viele Jahre in verschiedenen Garagen herum. Ich hatte mit dem Gedanken gespielt, es wieder flott zu machen. Aber ich bin nicht in dem Sinne eine Liebhaberin – und vor allem auch nicht die Person, die viel Arbeit in das Wiederaufbauen eines alten Rades investieren würde. Nach einer Bestandsaufnahme wurde mir klar: Ich brauche zwar nicht die Profi-Rennmaschine, aber ich möchte auch nicht viel Arbeit in den Wiederaufbau eines Rads investieren und dann immer noch ein altes Rad haben, auch wenn es dann wieder fit ist.

Die alte Maschine wird nun wohl über einschlägige Plattformen ein neues Zuhause suchen – und ich habe mir was anderes ausgedacht…

Mein neues Fahrrad.

Das Mountainbike kommt freilich nicht weg. Aber ich werde es wieder mit einem Rennrad versuchen – einem neuen Rennrad, mit elf Ritzeln hinten, zwei Zahnkränzen vorne… und einem unverschämt leichten Carbon-Rahmen. Gestern war ich aussuchen und mich beraten lassen, auf dem Heimweg, bevor ich im Gegenwind auf dem Mountainbike nach Hause radelte.

Heute ließ ich mir die Maschine anpassen und fertig machen und nahm sie gleich mit. Das war auch damit verbunden, dass ich das erste Mal seit vielen Wochen, seit mehr als zwei Monaten, wieder mit der Straßenbahn nach Karlsruhe hinein fuhr. Dass mit Maske Bahn fahren ein komisches Gefühl ist und bleibt, wird wohl Fakt sein. Auch Fakt ist, dass ich zwar auf dem Rad erheblich sicherer geworden bin, aber immer noch ein wenig unsicher bin… die angepasste Einstellung des Rennradsattels im Radladen war mir viel zu hoch! Ein wenig ließ ich ihn mir runtersetzen, schrieb mir aber natürlich die richtige Position auf, so dass ich den Sattel sukzessive in die optimale Position hochstellen kann, wenn ich mich an die Position gewöhnt habe.

Tatsächlich habe ich den Renner aber auch nicht die volle Strecke nach Hause gefahren. Die Strecke entlang der B36 bei Rheinstetten wäre sicher gegangen, aber sich an eine neue Schaltung gewöhnen, an eine neue Sitzposition, das Ansprechverhalten der Bremsen… und das mit dem Druck des Morgentees auf der Blase und im Stadtverkehr, bis ich draußen an den Radwegen gewesen wäre, das war mir dann doch zu heiß. Also radelte ich bis zum Albtalbahnhof, wo das obige Bild entstand, hob den federleichten Renner gefühlt mit drei Fingern in die Bahn und probierte mich dann bei uns im Ort, auf den anderthalb Kilometern vom Bahnhof nach Hause, ein bisschen aus. Nun steht die Maschine im Esszimmer und wartet darauf, die Sensoren für Trittfrequenz und Geschwindigkeit sowie die Halterungen für Garmin Edge und Garmin Varia RTL montiert zu bekommen.

Ich bin sehr gespannt, wie schnell ich mich dran gewöhne – ein bisschen „Rausch der Geschwindigkeit“ war’s schon auf den paar Metern vom Bahnhof schon. In Sachen Rollwiderstand, Gewicht, Sitzposition und sonstigen Dingen ist es halt doch etwas ganz anderes als ein Mountainbike…

Ein virtueller Reißnagel auf der Karte…

Das habe ich mir gewünscht: Ein Tool, das virtuelle Reißnägel auf die Karte steckt, wo ich gelaufen bin. Seit ich mich nun – aus einer Laune heraus – bei Strava angemeldet habe, durfte ich feststellen: Mit den Heatmaps kann Strava so etwas machen, zwar nur für Abo-Mitglieder, aber es kann es. Also habe ich gleich mal meine Karten erstellt… leider nur mit den Aktivitäten ca. 4-5 Monate vor Beginn meiner Mitgliedschaft bis heute. Das allerdings ist schon ein ganzes Stück:

Meine Lauf-Heatmap, generiert mit Strava. Je dunkler blau und danach um so röter, um so mehr bin ich die jeweiligen Abschnitte gelaufen.

Auf der Lauf-Heatmap erkennt man wundervoll meine üblichen Strecken: Am Federbach entlang, am Schmiedbach entlang, über die Hardt in weitem Abstand parallel zur B3 im Südwesten (unten links auf der Karte), Kanalweg, Linkenheimer Allee und die Rundungen um den Schlossgarten in Karlsruhe (oben rechts, meine Mittagspausenläufe) sowie eben die Strecke unterhalb von Durmersheim und durch Rheinstetten, dann durch Daxlanden und schließlich über die Sophienstraße nach Karlsruhe – der Workrun oder Homerun (Diagonale).

Meine Rad-Heatmap.

Das Radfahren wird stark dominiert vom Arbeitsweg – dazu gibt es noch ein paar Routen um Zuhause herum, sowie die eine dienstliche Fahrt zum KIT Campus Nord und zwei Fahrten, auf denen ich meinen Mann in Ettlingen abholte und mit ihm heimradelte.

Ich bin mal gespannt, wann sich weitergehende Hotspots ergeben – wahrscheinlich spätestens im Sommerurlaub an der Nordsee und bei Freunden am Mittelrhein sowie bei der nächsten Fahrt zu Freunden an der Elbe. Da kommen mehr virtuelle Reißnägel auf die Karte… und befriedigen den Sport-, Statistik- und Geographienerd in mir!

[KuK] Eins pro Tag

Vor langen Wochen habe ich bei Skill up your Life von der Methode gelesen, Fitness-Übungen in die Gewohnheiten zu integrieren. Die Idee dabei war, sich ein Set von Übungen zu nehmen und immer, auf jeden Fall und stets eine Wiederholung jeder dieser Übungen am Tag zu machen. Jeden Tag!

Dabei geht es um Gewohnheit. Viel werden nun sagen, machst du nur eine, bringt es das nicht. Der Trick ist, dass man meistens eben nicht nur eine Übung machen wird. Funktionierte auch bei mir so. Ich hatte mir sauber ausgeführte Kniebeugen, Liegestützen und Crunches auf die Fahnen geschrieben. Mal machte ich wirklich nur je eine, aber teils waren es auch fünf, zehn, zwanzig…

Ein paar Tage, zwei, drei Wochen lang habe ich das gemacht, nun fange ich es gerade wieder an. Drei Tage läuft es wieder, und ich streue auch ein paar Atemzüge (meistens zwanzig) lang eine Brücke ein, denn die tut meinen Rückenmuskeln sehr gut. Ich hoffe, dass es dieses Mal anhält – denn so sehr ich wieder ins Fitnessstudio möchte, so wenig ich meinen Vertrag dort kündigen werde… mit den derzeitigen Regeln (kleines Studio, daher muss viel Aufwand für die Kontrolle von Abstand uns maximaler Personenzahl getrieben werden) kommt’s für mich nicht in Frage. Ich weiß, warum mein Studio zur vollen Stunde reinlässt und fünf vor der nächsten die Leute wieder raus sein müssen, und ich sehe das auch voll ein. Ich will und werde in der Zeit, in der das so geht, weiter meinen Beitrag zahlen – aber nicht hingehen. Da muss ich eine Alternative entwickeln.

Und genau diese Alternative ist die „eine Wiederholung eines überschaubaren Satzes von Übungen, jeden Tag“-Methode.

Fazit: Wieder ein Monat gelaufen!

Ich fahre zwar inzwischen auch Rad, aber Laufen bleibt mein Hauptsport. Im April hatte ich mit der Lauferei ein riesiges Problem: Nach zwei Zwanzigern auf dem Weg zur Arbeit beziehungsweise zurück ging mir am zweiten April nicht die Puste aus – sondern die Wade tat plötzlich beim Lauf in der Mittagspause weh, und zwar nicht nur so ein bisschen.

Im Ergebnis kamen sechs Wochen fast völlige Laufpause dabei raus, weil die Wade immer wieder wehtat und es auch kein solcher Schmerz war, der beim Warmwerden verschwindet. Den April konnte ich – läuferisch – damit abhaken. Radfahren ging natürlich dennoch, und somit löste das Radfahren auch die Arbeitswege ab, die ich im „Zwanzig-Zwanzig-Modus“ laufend zurückgelegt hatte.

Entsprechend gingen die Radzeiten zwar nicht VIEL weiter hoch, aber noch ein bisschen, während Laufzeiten und Laufkilometer einbrachen. Toll war das nicht, denn Laufen ist für mich sehr wichtig, es hält meine Kopfschmerzen zurück und macht mich glücklich, mehr jedenfalls als das Radfahren. Die reinen Sportzeiten allerdings blieben durch die Radlerei auf einem Niveau, wie ich das letztes Jahr öfter mal hatte – was man auch an den Bildern sieht. Mit unter 20 Stunden war die Juni 2019 weit weniger mit Sport behaftet als sowohl April als auch Mai 2020, auch wenn beim Laufen nicht viel ging.

Laufpace und mittlere Laufdistanz pro Lauf monatsweise – der Einbruch in Länge und Tempo im April ist hart, die Regeneration im Mai ist deutlich zu sehen!

Trotz alle dem sind aber andere Dinge passiert, die ich beim Laufen schon lange anvisiert hatte: Meine Altra Escalante (das vierte und fünfte Paar inzwischen) und mein drittes Paar Fivefingers haben die Dominanz in meiner Schuhnutzung erreicht, die ich haben wollte – zusammen sind’s 50% der letzten anderthalb Jahre.

Schuhnutzung – Zeitraum seit Januar 2019.

Beim Radfahren geht es allerdings weiterhin bergauf, auch wenn sich gewisse Elemente eines Plateaus sehen lassen. Die Trittfrequenz habe ich gesteigert, arbeite nicht mehr so viel mit Kraft – schneller geworden bin ich auch. Die Strecke pro Monat pendelt sich bei 500 bis 600 Kilometern ein, das macht sich schonmal gut!

Zu unserer neuen Waage, die auch mit Handteil Körperfett, Muskelmasse und dergleichen bestimmt, habe ich zwar auch ein paar Statistiken erstellt, aber das will ich mal noch ein, zwei Monate beobachten, bevor ich hier Schlüsse ziehe. Im Moment ist nur der Übergang zwischen den beiden Waagen mit einem Absturz des Körperfettanteils – den schätzt die neue Waage erheblich kleiner ein – zu sehen, aber der ist ja nicht real, sondern liegt nur an der Messmethode. Aber auch das wird kommen, eventuell dann sogar mit Statistiken für Körperteile!

Stay tuned for nerdy stats!

Wiederaufbau von Normalität – vor Veränderungen

Nein, es geht hier nicht um Corona.

Wie Ihr wisst, habe ich mir Ende März eine Wadenverletzung zugezogen – die hat mich lange beschäftigt. Ich spüte immer noch, dass da was war. Aber es ist mittlerweile wieder so weit in Ordnung, dass es mich beim Laufen nicht behindert oder stört, sondern ich nur weiß: Da war was, ich sollte nicht übertreiben. Tatsächlich ist Bewegung mittlerweile auch eher etwas, das die Wiederherstellung des alten Zustandes eher zu fördern als zu behindern scheint – während Läufen wird das Gefühl, dass da was war, schwächer oder geht sogar weg. Prompt hatte mich im Wiederaufbau dann am Freitag eine kleine neue Verletzung auf der anderen Seite derselben Wade erwischt, aber die ist schon wieder gut. Und so war es heute möglich, mit meinem inzwischen auch wieder fitten Laufpartner eine Mittagspausenrunde zu drehen – die erste gemeinsame über die Standard-Strecken seit mehr als einem halben Jahr. Wir hatten’s schonmal probiert, das war der Lauf, den ich wegen der schlimmeren der beiden Verletzungen an der rechten Wade abgebrochen hatte. Doch dieses Mal ging es richtig. Fast zehn Kilometer über die übliche Runde – ans Schloss, dann nördlich am KIT Campus Süd auf der Hagsfelder Allee entlang, über den Kanalweg zum Wald-Zentrum, den Trimm-dich-Pfad entlang, anschließend westlich um den Schlossgarten herum und zurück zum Büro. Die Brücke über den Adenauerring ganz im Norden konnten wir wegen Bauarbeiten nicht benutzen, aber das machte gar nichts…

Denn dort gab es eine tolle Begegnung. Gerade, als wir aus dem Trimm-Dich-Pfad heraus auf die Linkenheimer Allee zurückkamen, sah ich da jemanden entlanglaufen. „Die kennen wir doch!“, erklärte ich. Auch mein Laufpartner erkannte Sophia Kaiser von der LG Region Karlsruhe, die einen Mittagslauf machte. Sie ist schneller als wir – was Wunder. An der Ampel allerdings, die die Brücke über den Adenauerring ersetzt, holten wir sie ein und hielten einen kleinen Plausch. Dann ging’s weiter – und sie zog davon.

Schön ist: Seit September sind mein Laufpartner und ich nicht mehr gemeinsam einen Mittagspausenlauf durchgelaufen, seit Anfang April gar nicht mehr gemeinsam gelaufen. Er war am Knie verletzt, ich dann an der Wade. Nun normalisiert sich das wieder, und genau das ist das Schöne! Zeitweise liefen wir jeden Mittag gemeinsam. Nun baut sich das langsam wieder auf – weniger als einen Monat, bevor ich mit meinen Kollegen in ein neues Gebäude umziehe, wodurch der Mittagspausenlauf komplexer zu organisieren wird, weil man nicht einfach ein Stock tiefer gehen und fragen kann. Aber wenn wir das nun wieder etablieren, wird es auch leichter, es nach dem Umzug zu erhalten.

Change-Management, so nennt man das glaube ich, nicht?

Sportfreude

Einen Wettkampf aus Laufen, Radfahren und wieder Laufen nennt man einen Duathlon. Ich mache derzeit wieder begeistert eine erweitert-invertierte Abart: Radfahren, Arbeiten, Laufen, Arbeiten, Radfahren.

Es macht mir eine riesige Freude, morgens an der frischen Luft zur Arbeit zu fahren, mit dieser Energie, die mir das gibt, und einer Tasse Kaffee am Schreibtisch Dinge abzuarbeiten, dann eine Runde im Schlossgarten zu drehen, noch ein bisschen zu arbeiten und dabei eine Kanne Tee zu vernichten – und dann mit dem Fahrrad heimzufahren.

Die Radfahrerei macht es einfacher, den Arbeitsweg sportlich zu bewältigen, die Lauferei gehört für mich einfach dazu. Insgesamt spüre ich auch deutlich, wie mich diese Routine verändert: Die Beine verlieren die Lauf-Einseitigkeit und werden auch an den klassischen Problemstellen der Läufer – Adduktoren und Abduktoren zum Beispiel – ganz ohne Fitnessstudio stärker. Natürlich muss sich die lange fast ausschließlich laufgestählte Wadenmuskulatur noch an den kräftigeren Zug von oben gewöhnen, das hat mir in diesem Frühjahr zwei Verletzungspausen eingebrockt und ich muss auch jetzt noch aufpassen. Dehnen bekommt beim gesteigerten Pensum mehr Priorität – aber insgesamt macht das alles den Körper deutlich fühlbarer und insgesamt auch stärker. Das fühlt sich gut an!

Weiterhin gilt, dass das Rad ein Ausgleichssportgerät ist, aber tatsächlich macht’s mir auch einen Heidenspaß – unter anderem natürlich auch wegen der Gadgets… mein Varia RTL 511 hat heute beim Warten an der Ampel über die Amalienstraße in die Waldstraße sogar einen sich in flottem Schritt nähernden Fußgänger erkannt!

Morgen geht’s wieder mit dem Fahrrad hin, wenn alles glatt geht in der Mittagspause auf die Laufstrecke – und später mit dem Fahrrad wieder heim. Ich liebe es!