Zu heiß

Ich liebe den Sommer, den Hochsommer, die Hitze. Ich mache sogar gerne Sport im Sommer, sogar im Hochsommer. Ich mag es, wenn es heiß und sonnig ist …

… nur eines ist bei großer Hitze wirklich schwierig: Konzentration auf anspruchsvolle und eventuell auch noch gerade nicht voll meiner Lust entsprechende Aufgaben, insbesondere geistiger Natur. Wovon ich spreche? Na, von Arbeit natürlich!

Nicht, dass ich meine Arbeit nicht mögen würde. Im Gegenteil, ich finde toll, was ich tue – und das ist seit Monaten am sich verbessern. Nur ist meine Arbeit halt doch irgendwie etwas, das ich für andere mache. Bei etwas, das ich für mich mache (meine Sport-Diagramme in Excel zum Beispiel), ist es immer noch schwer, bei großer Hitze den Geist zu fokussieren, aber doch etwas leichter. Beim Arbeiten ist aber doch immer eine gewisse Pflicht dabei. Klar, mit dem Solver von Excel oder einem anderen Tool selbst geschriebene Optimierungsfunktionen zu benutzen, um vielparametrige Funktionen an Datensätze zu fitten – das finde ich gei- … äh. Ziemlich gut. Vielleicht auch unziemlich gut, was immer Ihr Euch jetzt vorstellt.

Aber bei der Hitze besteht dann immer noch so der Gedanke: „Das kann ich auch machen, wenn die Sonne nicht mehr so runterbrennt, jetzt will ich mich ans Wasser legen, einen kalten Drink neben mir, und nicht vor’m Rechner sitzen und Funktionen fitten und Berichte schreiben…“ Indes, ich tu’s natürlich trotzdem, beziehungsweise habe es heute trotzdem getan. Muss ja! Aber zu heiß dafür ist es eigentlich schon.

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Marathon-Vorbereitung Kick-Off

Die hat nun ganz offiziell begonnen, habe ich das Gefühl. Heute Morgen bin ich meinen bisher längsten Lauf überhaupt gelaufen. Über dreißig Kilometer in unter drei Stunden sind auf dem Konto.

Am Anfang des Laufes fühlte ich mich, als könne ich Bäume ausreißen. Der Weg führte durch die Auwälder um Bietigheim, Steinmauern und Elchesheim-Illingen, dann auf den Rhein-Deich. Auf dem ging es entlang, dann kurz davon runter durch die noch tiefer liegenden Bereiche am Rhein, wieder auf den Deich bis nach Au am Rhein – und dann über Würmersheim und Durmersheim zurück. Die dann noch übrigen neun Kilometer meines Solls absolvierte ich in den Wäldern um Bietigheim, denn zu viel in der prallen Mittagssonne wollte ich nun wirklich nicht laufen – verbrannt habe ich mich zum Glück nicht, aber eine Menge Sonne habe ich abbekommen.

Am Ende des Laufes wurde mir klar, was ich eigentlich schon wusste: Bis zum Marathon liegt noch eine Menge Arbeit vor mir. Übernächste Woche steigere ich dann erstmal auf 32-34km, bis spätestens Ende Juli will ich bei langen Läufen über 35km sicher und ohne den Abfall am Schluss klarkommen – dann geht es an den Schliff.

Kurz und bündig waren es: 30,64 km in 2:52:15, also eine „Pace“ von 5:37/km und eine Geschwindigkeit von 10,67 km/h. Der Puls lag – wohl auch wegen des warmen Wetters – im Mittel bei etwas hohen 157 bpm.

Luxusproblem

Immer wieder im Frühling und Sommer überfällt es mich, ein ganz bestimmtes Luxus-Problem. Ich bin, in Sachen Schlafrhythmus, eine Eule. Es hat mich Arbeit gekostet und Kraft – und vor allem viel Schulen meiner Gewohnheit, stets spätestens um Mitternacht ins Bett zu gehen, wenn ich am nächsten Tage aufstehen muss. Wenn’s abends später dunkel wird, fällt mir zunehmend schwer, früh ins Bett zu kommen – aber eines verschärft die Sache noch:

Die morgendliche Attacke von Dämmerung und Vögeln auf den Schlaf bis zum Klingeln des Weckers. Mein Wecker klingelt üblicherweise zwischen sechs und halb sieben, das ist im spätem Frühling und Sommer viel zu lange nach dem ersten Licht des Tages, um bei gekipptem Fenster von Vogelgezwitscher und Sonnenlicht unbehelligt auf das Klingeln des Weckers zu zu schlafen. Bei diesem Wetter, wenn es also keine Temperatur-Argumente gibt, das Fenster über Nacht geschlossen zu halten, möchte man aber auch auf die frische Luft nicht verzichten. Daher muss ich gestehen, dass es mich immer einige Anpassung kostet, bis ich mit der allmorgendlichen Attacke der Vögel und der Dämmerung auf den letzten, nötigen Abschnitt meiner Schlafphase klarkomme.

Heut‘ habe ich dann irgendwann zumindest mal die Fenster zugemacht und noch bis zum Klingeln des Weckers weitergeschlafen. Mal sehen, wie das dieses Frühjahr weitergeht – wobei sich das Frühjahr im Moment eher wie Sommer anfühlt.

Nostalgie-Flash

Heute trifft mich die Nostalgie mit Macht. Ich kann gar nicht genau sagen, warum das so ist – es war schon, bevor mein Körper das herrliche Wetter spürte, also noch vor dem Öffnen der Rollladen im Wohnzimmer beim Frühstück.

Zuerst las ich irgendwo den Namen Jan Fedder, landete beim „Großstadtrevier“ und darüber bei „Truck Stop“. Also musste ich mir den Titelsong „Großstadtrevier“ anhören und dann gleich noch „Der wilde, wilde Westen“ und „Ich möcht‘ so gern Dave Dudley hör’n“ hinterher. Im Auto auf der Fahrt zur Arbeit gab es dann die Four Non Blondes mit „What’s up?“, BAP mit „Verdamp lang her“ und Bryan Adams mit „Summer of ’69“. Anschließend neben dem Arbeiten spielten in meinem Kopf, wenn auch nicht hörbar, die Toten Hosen „Hier kommt Alex“, Bon Jovi „In These Arms“ und Aerosmith und RunDMC „Walk This Way“.

Über diese Gedanken lande ich gerade bei Queen – mal mit Bowie bei „Under Pressure“, mal nur Queen mit „I want to break free“. Draußen scheint hell die Sonne in einem blauen Himmel und es könnte jetzt genauso Mitte der 90er sein, andere Musik würde ich da auch nicht im Kopf haben. Seltsam nur, dass ich all diese Musik inzwischen mit dem Autofahren verbinde, obwohl ich damals, als ich die Lieder kennenlernte, noch gar nicht autofahren konnte oder durfte und auch ziemlich sicher bin, dass ich keines der Lieder als Beifahrerin im Auto erstmals hörte. Spannend finde ich auch, dass heute der überwiegende Teil dessen, das ich gerne höre, elektronische Musik ist – aber all diese Nostalgie aus Country, Rock und Punk mit echter Gitarre arbeitet.

Vielleicht ist es der traumhaft sonnig-warme April, der mich gerade sommerlich fühlen lässt, wahrscheinlich kommen bald andere Nostalgie-Tracks mit Macht dazu … die dann auch teils ein bisschen elektronischer sind. Aber nicht alle!

Ein Hauch von Sommer

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Am Donnerstag noch, als ich von der Arbeit nach Hause gelaufen bin (naja, zumindest die zweite Hälfte), blies mir ein kalter Wind entgegen, es fühlte sich in bewölkt und feucht und windig deutlich kühler an als 13°C. Ab Freitag war das Wetter dann fast schon frühsommerlich und erreichte heute einen Gipfel, der für uns im Grillen draußen kulminierte – in sommerlicher Aufmachung.

Da bereits am Montag erstens Feiertag und zweitens gutes Wetter war, habe ich diese Woche mit sagenhaften 82 Kilometern abgeschlossen. Da war’s dann großartig, sich für all die Aktivität (nicht nur sportliche) mit Gegrilltem und alkoholfreiem Bier zu belohnen. Wie stets, wenn bei uns gegrillt wird, bin ich für Feuer und Fleisch verantwortlich, mein Mann erledigt den Rest: Das Tischdecken, das Vorlesen, das Fotografieren …

Leider stank’s nun schon wieder aus dem Abwassersystem auf der Straße, der Hochdruck weicht also Tiefdruck, und morgen wird somit das Wetter wahrscheinlich schlecht. Mit etwas Glück ist dann schon am Dienstag wieder trockenes Wetter und ich kann wieder von der Arbeit halb heimlaufen. Das wäre was!

Norddeutscher Sommer

Heute Morgen hat er mich beim Laufen patschnass gemacht, heute Nachmittag beim Lauf mit dem Gastgeber war es bei Rückenwind heiß, bei Gegenwind angenehm. Nun zeigt sich der Sommer mit angestrahlten Büschen und regenschweren Wolken.

Das ist nun wirklich ganz anders als in der Oberrheinischen Tiefebene.

Ergänzung:
Meine Gastgeberin begrüßte mich nach dem Lauf im Regenguss mit den Worten: "Eine nasse Mau!" und ich fabulierte von einem Mann mit Gießkanne, dem ich begegnet sei.

Musik, die mich rettet

In der vergangenen Woche hat bei tollen, warmen Temperaturen der Verkehr auf der A5 und auf der A8 oft, sehr oft nicht so gewollt, wie ich das wollte. Bei Sonnenschein im Stau zu stehen finde ich nochmal schlimmer als bei Regen – man könnte so viele tolle andere Dinge tun, stattdessen brutzelt man unter der Scheibe, bei sich aufheizenden dunklen Flächen ringsum und nichts geht.

In einer solchen Situation rettet mich Musik – es gibt da so ein paar ganz typische Listen, die auf meinem Telefon in solchen Situationen zum Einsatz kommen:

  1. Die „Punkige“. Man kann und sollte sicher viele der Lieder in dieser Liste in andere Genres einordnen. Die Liste enthält quasi als „Leitmusik“: Die Ärzte (Westerland, Schrei nach Liebe, Zu spät), Die Toten Hosen (Hier kommt Alex, Tage wie diese), The Clash (Should I Stay Or Should I Go), Wizo (Raum der Zeit), Jimmy Eat World (The Middle), aber auch Pink (Don’t Let Me Get Me). Ich habe sicher das eine oder andere vergessen, aber ich denke, Ihr habt den Stil mitbekommen.
  2. Die „Sommer“-Liste. Das ist für mich eine sehr subjektive Liste – da haben auch wieder die Ärzte (Lasse redn) und die Hosen (Tage wie diese) ihren Platz, aber wesentlicher sind solche Sachen wie … naja, Dario G (Carnival de Paris), Safri Duo (Played-A-Life), Beagle Music Inc. (Like Ice In The Sunshine), Herbert Grönemeyer (Mambo), aber auch Guilty Pleasures wie Katy Perry (California Gurls) und das Blümchen-Cover von „Nur geträumt“. Das macht gute Laune und lässt einen mit Begeisterung und in völliger Ruhe den Stau tolerieren, ohne egoistisch drängelnden Unfug zusammenzufahren.
  3. Die „The Power Of Bon Jovi“-Liste. Darin findet sich Bon Jovi. Und Bon Jovi. Und noch mehr Bon Jovi … Highlights sind dabei „Runaway“, „In These Arms“, „Always“, „These Days“, „Bed Of Roses“, „Someday I’ll Be Saturday Night“ und dergleichen, es ist auch eine Menge ruhiges vom Album „These Days“ drin, das ich im Stau aber eher skippe.
  4. Das VNV Nation-Album „Automatic“. Ich bin nicht so die Album-Hörerin, aber „Automatic“ höre ich durch, von vorne bis hinten. Meine Highlights freilich sind „Resolution“, „Streamline“, „Gratitude“, „Photon“ und „Radio“. Bei einem Album mit 10 Tracks fünf Highlights anzugeben, spricht schon eine gewisse Sprache … aber auch der Rest ist kein Füllmaterial. Was ich manchmal doch überspringe, sind das Intro und „Goodbye 20th Century“, aber das auch nur wegen gewisser bewusster Toneffekte, die mich im Auto dann manchmal verrückt machen.

Es gibt sicher noch mehr, aber das sind die Dinge, die mich dieses Jahr über die meisten Staus gebracht haben. Da läuft dann teils auch die Phantasie an, und plötzlich ist es zwar lästig, später heimzukommen, aber die Zeit ist nicht verloren, die Mundwinkel gehen nach oben und ich komme nicht gefrustet zuhause an. Klappt freilich nicht immer, manchmal ist es zu arg. Aber es hilft, es hilft enorm, das Pendeln zu überleben.