The Voyage to the Bottom of the Sea

Kennt das hier jemand? Es ist eine Serie – sie stammt aus dem zeitlichen Umfeld von „Batman“ mit Adam West und „Star Trek – The Original Series“, war sogar noch etwas früher. Die erste Staffel ist Schwarz-Weiß, der Kino-mehroderminder-Pilot dreht sich um einen „brennenden“ Van-Allen-Gürtel, der die Erde ausdörrt – was sich die Drehbuchautoren in den Sechzigern halt so vorgestellt haben.

Mein Mann und ich schauen gerade diese Serie, die im deutschen Fernsehen unter dem Titel „Mission Seaview“ ausgestrahlt wurde. Ich habe einige Folgen damals zusammen mit meinem Großvater angeschaut, als meine Schwester und ich zum Kabelfernsehen schauen noch zu meinen Großeltern pilgerten. Damals fand ich es großartig und damals lief es auch in deutscher Synchro. Auf DVD war’s nur in Englisch mit englischen Untertiteln zu haben. Glücklicherweise ist das Englisch wesentlich verständlicher artikuliert als zum Beispiel der Slang des Polizei-Captains in der dritten Staffel von Nick Knight. Da hatten wir dann echt aufgegeben.

Die Themen wurden zunächst einmal ein bisschen weniger abgedreht, im Verhältnis zum Pilotfilm. In den ersten vier Folgen haben wir seemonsterzüchtende Genetiker, die eigentlich die Welt ernähren wollten, Verrückte, die die Welt vom Meer aus beherrschen wollten und eine geothermisch geheizte Tropen-Enklave in der Antarktis gesehen, die ziemlich Jules-Verne-mäßig wirkte. Der Trash insgesamt hielt sich auch in Grenzen und die Charaktere – naja, vor allem Captain Lee Crane und Admiral Harriman Nelson, machen auch eine ganz gute Figur. Ich bin gespannt, was ich nach vier Staffeln und 110 Episoden dazu sagen werde – aber bis dahin ist es noch eine Weile.

Um ehrlich zu sein: Im Moment finde ich den Trash-Faktor bei „The Voyage to the Bottom of the Sea“ deutlich geringer als bei den „Dr. Who“-Folgen des sechsten Doctors. Zwei Jahrzehnte liegen zwischen beiden Serien und in meinen Augen macht die ältere Serie eine bessere Figur. Den sechsten Doctor schauen wir im Moment im Trek Monday, Voyage to the Bottom of the Sea beim Ehe-Abendessen und wochenendlichen Ehe-Frühstück – daher habe ich in mehr oder minder Parallelität den direkten Vergleich.

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Phantasie

Phantasie ist meiner Ansicht nach die großartigste Art und Weise, sich zu unterhalten.

Natürlich können Serien, Filme, Bücher, Comics und dergleichen die Phantasie inspirieren. Aber letztlich sind das Produkte der Phantasie. Diese fiktiven Geschichten bestehen aus Phantasie.

Ich bin sehr, sehr froh, dass mein Phantasie sich nicht an bestehende Geschichten fesselt, sondern frei fliegt und eigene Geschichten zu schaffen vermag. Würde ich die oben genannten Darreichungsformen von fiktiven Geschichten verlieren, würde ich viel verlieren. Würde ich aber meine Phantasie, meine eigenen Geschichten verlieren – ich ich wäre verloren.
Facebookpost von Talianna Schmidt vom 07.09.2012

An diesen Post von vor fünf Jahren erinnerte mich Facebook heute. Das ist noch immer wahr und ich habe es unbearbeitet hier zitiert. Es passte recht gut, da genau heute – aus mir nicht genau erfindlichen Gründen – in meinem Kopf eine alte Phantasie-Geschichte wieder hochkam: „Sternenbrennen“, eine in fünf Teilen strukturierte Science-Fiction-Geschichte, die zu Beginn der Besiedelung der näheren Umgebung unserer Sonne innerhalb der Milchstraße durch die Menschheit spielt. Hauptfiguren dabei sind Anna van Staal, von ihrer Tante in einer Pontonstadt über dem vom angestiegenen Meeresspiegel überfluteten niederländischen Leiden in prekären Verhältnissen aufgezogen, und Valérie Marreau, Tochter privilegierter Kolonisten auf dem dritten Planeten von Epsilon Eridani. Spannend, wie alles irgendwann wiederkommt.

Wie passend …

Das Lauftraining – naja, das ist übertrieben: Die Laufaktionen, die zur Zeit zu meiner großen Begeisterung ein vitaler, angenehmer und auch erfolgreicher Teil meines Alltags geworden sind, korrespondierten am Dienstagabend mit meinen Gedanken an die Serie, die mein Mann und ich gerade schauen.

Es geht dabei um die DC-Serie „Flash“. Auch hier ist das Laufen wichtig, auch hier geht es um Tempo und das drumherum. Vielleicht ist der Vergleich, die Assoziation etwas weit hergeholt. Beim Laufen, schneller Werden, bei der Freude an der Bewegung kommt diese Assoziation bei mir allerdings unvermeidlich, da eben meistens beim Abendessen mit meinem Mann „Flash“ über den Bildschirm flimmert. Wir haben mit der ersten Staffel wieder angefangen, weil wir doch einiges davon vergessen hatten, seit dem letzten Mal. Danach soll’s mit Staffel 2 und später dann auch mit „Arrow“ und „Supergirl“ weitergehen.

Ich bin ja eigentlich eher ein Fan von Wonder Woman. Und als ich da so meine Runde drehte, kurz vor dem Wieder-Heimkommen, blitzte so der Gedanke durch den Kopf: „Flash, das ist irgendwie passend zum Laufen. Aber ich bin Wonder Woman, in meinem Geist. Wie wäre das wohl, wenn Flash und Wonder Woman gemeinsam Laufen gehen? Wie, wenn es Barry Allen und Diana Prince sind? Wer ist wohl schneller?“

Wer schneller ist, hängt sicher vom Comic ab, aber da auch der Kryptonier Superman mit Flashs Tempo seine Probleme hat, würde ich Dianas Stärken eher woanders sehen. Aber schnell ist sie sicher auch.

Stell ich mir nun Flash oder Wonderwoman als Identifikation beim Laufen vor?

Fragen über Fragen. Passend ist der Flash dennoch zu meiner Lauf-Leidenschaft.

Trek Monday … zehn Jahre

Science Fiction. Unendliche Phantasie. Wir schrieben das Jahr 2007. Eine Doktorandin am KIT, damals noch Universität bzw. Forschungszentrum Karlsruhe und begeisterter Trekkie fand einen Verbündeten und erschuf, zunächst im „Casa Noctis“ in Karlsruhe, einen regelmäßigen Star-Trek-DVD-Abend. Zunächst hieß das Ganze nicht „Trek Monday“, es fand zu Anfang auch nicht an einem Montag statt. Mit wechselnder Crew, Ortswechseln und manchem Aussetzer, mancher Veränderung, hat das Ganze bis heute überlebt. Sie fliegt noch immer, auf ihrer nunmehr zehnjährigen Forschungsreise durch die Welten der Science Fiction und Space Operas … das Raumschiff „USS Trek Monday“, mittlerweile der dritte Refit … sozusagen NCC-76467-C USS Trek Monday.

These are the voyages … 

Besonders freut mich, dass ich über den Trek Monday so viele Weggefährten – meine Crew – gefunden, besser kennengelernt oder mit ihnen den Kontakt gehalten habe. Freilich, die Dinge haben sich verändert. Vom ursprünglichen „Starring“ sind nur noch zwei dabei – die Frau Captain (meine Wenigkeit) und der erste Offizier, dazugestoßen Mitte der zweiten Staffel beim ersten Durchgang „The Next Generation“. Ich kann hier nicht alle erfassen, die uns auf dem Weg begleitet haben, aber es waren viele – wechselnder „Main Cast“, viele „Recurring Characters“ … Counselor Lena ist zu erwähnen, mittlerweile leider nicht mehr Teil der Crew, aber ohne sie hätten wir unser Schiff wohl nicht durch die ersten Ionenstürme bekommen. Natürlich ist da auch Bernd, sozusagen der Admiral, unter dessen Ägide das erste Schiff der Serie „Trek Monday“ vom Stapel lief. Später dann entwickelten sich die Dinge weiter – Hendrik schloss sich der Crew an, rekrutierte immer wieder neue Mitglieder, die zum Teil bis heute Teil des „Regular Cast“ sind. Den „Regular Cast“ verlassen hat mittlerweile Nina, die auch über mehrere Refits des Raumschiffs „Trek Monday“ bei uns war. Und dann ist da die aktuelle Crew … doch dazu am Schluss noch ein paar Worte.

Welche Welten haben wir durchreist? Das habe ich zwar vor drei Jahren schon einmal erwähnt, aber zum „Zehnten“ ist’s vielleicht nicht schlecht, noch einmal das Missionslog abzuspielen:

  • Star Trek: The Next Generation (2x)
  • Star Trek: Deep Space Nine (2x, zweites Mal läuft noch)
  • Star Trek: Voyager
  • Star Trek: The Original Series
  • Star Trek: Enterprise
  • Babylon 5
  • Firefly
  • Space: Above And Beyond
  • Space Rangers: Fort Hope
  • Raumpatrouille
  • … und die Filme: The Motion Picture, The Wrath Of Khan, The Search For Spock, The Voyage Home, The Final Frontier, The Undiscovered Country, Generations, First Contact, Insurrection und Nemesis.
  • Ferner ein paar kleine Intermezzi (unter anderem jener denkwürdige Abend, an dem wir sozusagen das Holodeck anwarfen und „Tango And Cash“ anschauten).

Das eine oder andere Trek Special fand ebenfalls statt, manchmal am aktuellen Ort des Trek Monday, nur an anderen Tagen, manchmal auch Gastspiele, vor allem bei unserer Frau Counselor.

Zehn Jahre! Man glaubt es kaum, dass ein regelmäßiger DVD-Abend so lange hält. Aber es hat geklappt, mit Höhen und Tiefen, mit Veränderungen. Nur durch Veränderung kann etwas so lange existieren, frei nach Herbert Grönemeyer: „Bleibt alles anders.“

Zu guter letzt dann noch sozusagen der Vorspann:

Science Fiction Unendliche Serien. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Trek Monday, das viele Lichtjahre vom Alltag entfernt unterwegs ist, um neue Geschichten zu entdecken, Menschen zusammenzubringen und Freundschaften zu erhalten. Der Trek Monday ist dabei so lange unterwegs, wie es ihm nie jemand zugetraut hätte.

Starring: Talianna als Frau Captain, Holger als erster Offizier.

Also Starring: Manuel, Nils, Sylvia, Michael, Christian, Sebastian, Eva, Carmen, Stefan, Holger, Wenzel und Evelyn.

Executive Producers: Talianna und Holger.

Und wie immer geht es um 19:45 los. Wie jeden Montag. Mehr oder minder unverändert seit zehn Jahren. Genau jetzt. An dieser Stelle darf sich jeder den Schlussakkord des Intros von Star Trek: The Next Generation vorstellen … und mir kommen die Tränen.

Wiederentdeckt: Cybill

Vor einiger Zeit kam mir über „The Big Bang Theory“ und Christine Baranskis dortige Darstellung von Beverly Hofstadter, dass ich diese Darstellerin schon woanders gesehen hatte – in einer Rolle, die für mich die Konnotationen bei Christine Baranskis Schauspiel sehr geprägt hatte.

Es geht dabei um „Cybill“, wo sie neben Cybill Shepherd, Alicia Witt, Alan Rosenberg und Tim Maculan zu den über die volle Länge der Serie wichtige Charaktere spielenden Schauspielern gehört. Spaßigerweise kam mir beim etwas Nachlesen die Erkenntnis, dass Chuck Lorre (der Produzent unter anderem von The Big Bang Theory), der auch die Idee zu „Cybill“ hatte (oder zumindest in den Credits dafür erwähnt wurde) und Christine Baranski schon sehr oft zusammengearbeitet haben.

Nun, aber zum eigentlichen Thema: Die Serie Cybill. In den Neunziger, als die Serie das erste Mal im Fernsehen war, hatte ich immer das Gefühl, ich sei in meinem Kreis die Einzige mit Interesse an der Serie. „Alle unter einem Dach“ oder dergleichen, das war immer gern gesehen, aber „Cybill“ schien, wenn meine Erinnerung mich nicht trügt, meinem Umfeld immer etwas zum Wegzappen zu sein. Insbesondere an der oft sehr bleich geschminkten Zoey (gespielt von Alicia Witt) störten sich auch die Jungs meines Umfelds, dabei empfand ich damals die scharfzüngige, sarkastische, rebellische Zoey mit ihren oft abweichenden Ansichten und der Tendenz, ihre geschiedenen Eltern furchtbar peinlich zu finden, als eine tolle Identifikationsfigur. Den Satz: „Wie, mein Freund zieht zu uns? Das könnt Ihr nicht machen! Ich brauche jeden Morgen drei Stunden, um auszusehen, als wäre es mir egal, wie ich aussehe!“ habe ich oft zitiert, er hat mich zutiefst beeindruckt und ich kann darin sehr gut eine Ambivalenz zum Thema „Aussehen“ und „Styling“ erkennen, die mir auch nicht fremd ist. Auch die Aussage in einer Rezension, Zoey Woodbine sei der erste weibliche Nerd der TV-Seriengeschichte gewesen, mag vielleicht nicht zwingend wahr sein – aber sie hat mich zum Kopfnicken und eine Saite in mir zum Schwingen gebracht. Gepaart mit der zu Eso-Sachen neigenden, immer wieder über die Altersdiskriminierung gegenüber Schauspielerinnen lamentierende Cybill, der rachsüchtigen, scheinbar oberflächlichen Maryann Thorpe und der göttlichen Gestalt des Kellners in Cybills liebstem Restaurant (gespielt von Tim Maculan) entstanden Geschichten, Unterhaltungen und Plots, die mich einfach berührt haben – zum Lachen, aber auch zum Nachdenken gebracht haben sie mich auch.

Laut Cybill Shepherd wurde die Serie damals abgesetzt, weil das Network die (verbale) Darstellung weibliche Sexualität und auch die feministischen Motive nicht mochte, sie endet daher mit einem richtig fiesen Cliffhanger nach der vierten Staffel. Heute kann ich mir fast nicht mehr vorstellen, dass sich damals Leute daran störten, aber … naja, eigentlich kann ich es doch. Die einzige wirklich prominent vorkommende männliche Gestalt ist Ira Woodbine, Cybills Ex-Mann und Zoeys Vater. Der Kellner spielt zwar eine wichtige, aber nichtsdestotrotz eine Nebenrolle, hauptsächlich geht es eben um Cybill, Maryann, Zoey und anfangs auch Rachel, Zoeys ältere Halbschwester aus Cybills erster Ehe. Wie Mutter und Tochter, wie die besten Freundinnen über Sexualität und ihre Rollen in der Gesellschaft sprechen, ist durchaus nicht so oft im Fernsehen zu sehen gewesen, damals.

Was mich allerdings sehr gefreut hat: Mein Mann hat die Serie mit geschaut. Wir haben gemeinsam alle 87 Folgen angeschaut, und nach ein bisschen Fremdeln am Anfang gefiel ihm die Serie dann selbst sehr gut. Mehr denn je ist mir auch klar geworden, dass eine „gesunde“ Mischung aus Maryann Thorpe und Zoey Woodbine für mich ein Ideal meiner selbst geworden ist – mein Mann meinte daraufhin: „Wieso? So bist Du doch!“

Insofern empfehle ich Cybill auch heute noch zum Mal wieder anschauen – vielleicht mehr denn je heute wieder.

Meine liebste Liebes-Drama-TV-Episode

Heute war es mal wieder so weit. Wir waren an DIESER Stelle. An der Stelle meines liebsten Liebes-Dramas in einer TV-Serie überhaupt. Es geht nur über eine Episode, es ist – in vielerlei Hinsicht schwierig. Aber ich verbrauche immer Taschentücher dabei, viele davon. Wenn ich die Folge allein anschaue, zum Beispiel, wenn mein Mann mal außer Haus ist, mummele ich mich mit meiner Bettdecke auf dem Sofa ein, mit einem Glas Sekt, einer Tasse heißer Schokolade und zwei Packungen Taschentücher.

Natürlich geht es um „Wiedervereinigt“, „Rejoined“ auf Englisch, aus der vierten Staffel Star Trek: Deep Space Nine.

Für diejenigen, die nicht damit vertraut sind, sei gesagt: Die Trill in Star Trek sind eine symbiotische Spezies. Die mit adretten Flecken versehenen, ansonsten menschlichen Wirte sind nur der kurzlebige, offen sichtbare Teil der Spezies. Wesentlich langlebiger sind die Symbionten, mit dem ein Teil der Wirte vereinigt werden – und damit dem Symbionten ein neues Leben, neue Erfahrungen ermöglichen, aber auch dem Wirt durch die Gedanken, Erinnerungen, Emotionen früherer Wirte, gespeichert im Symbionten, neues mit auf den Weg geben. Um neue Erfahrungen sicherzustellen, ist das Wiederaufnehmen von Beziehungen früherer Wirte gleicher Symbionten verpönt und wird mit Ausstoß aus der Gesellschaft bestraft.

Es sind nun die Symbionten Dax und Kahn, um welche es in der Folge geht. Torias Dax, der fünfte Wirt des Dax-Symbionten, war mit Nilani Kahn verheiratet, bevor ein Shuttle-Unfall Nilani zur Witwe machte. Aufgrund eines Wissenschaftsprojektes begegnen sich nun – zwei Wirte später – Jadzia Dax (gespielt von Terry Farrell) und der neue Wirt des Kahn-Symbionten, Lenara Kahn (gespielt von Susanna Thompson).

Auf einem Empfang scherzen die beiden noch über die Befürchtungen ihrer Umgebung, sie könnten eine Wiedervereinigung anstreben, aber immer mehr zeigt sich, dass die Gefühle zwischen beiden nicht erkaltet sind. Mehr noch, die beiden Wissenschaftlerinnen haben weit mehr gemeinsam als der Testpilot Torias und die angehende Wissenschaftlerin Nilani, sie schwelgen in alten Zeiten und verstehen sich hervorragend – zu gut, nach Ansicht des Umfeldes. Doch noch sind Barrieren vorhanden, das Tabu zu brechen, bis es einen Unfall gibt – Jadzia rettet Lenara und erleichtert schließen sie einander in die Arme. Impulsiv, dann fast trotzig, gegen alle Widerstände will Jadzia nun trotz der Konsequenzen, dass Lenara wie auch sie damit die letzten Wirte ihrer jeweiligen Symbionten sein werden, die Beziehung wieder aufnehmen. Doch in Lenara siegt die Vernunft, auch sehr stark unterstützt durch das Zureden ihres Bruders. Lenara geht zurück nach Trill, im Wissen, dass sie trotz gegenteiliger Beteuerungen nie wieder zurückkehren wird – und am Boden zerstört, von einer Brücke auf dem Promenadendeck sieht Jadzia sie gehen.

Für mich war diese wiederaufgenommene Beziehung, dieses plötzlich viel intensivere Verständnis zwischen Lenara und Jadzia, mit der großen Liebe zwischen Nilani und Torias, immer ein großartiges, wundervolles, unglaublich intensives Erlebnis der ganz großen Zuneigung. Insbesondere der Kampf gegen die Widerstände – und die unterschiedlichen Entscheidungen, die Jadzia und Lenara fällen – lassen mich Sturzbäche heulen, intensiv berührt sein und zutiefst mitfühlen, mitleiden. Es mag seltsam erscheinen, aber dieser wundervolle Kuss zwischen Jadzia und Lenara, im Wissen des Verbots … dass dieser Kuss oft nur als der skandalöse oder erotische Kuss zwischen zwei Frauen gesehen wird, das tut mir weh. Die Geschichte ist eine so intensive Liebesgeschichte zwischen zwei komplexen Persönlichkeiten, die in ihrer zweiten Chance so viel besser zusammenpassen und doch nicht zusammen Sein können, dass dieser wunderschöne Kuss mit Lenaras anschließender Flucht der Höhepunkt eines Dramas ist, das von da an seinen unvermeidlich tragischen Lauf nimmt.

Ich bin so verheult wie noch immer verzückt davon, wieder einmal diese wundervolle Folge gesehen zu haben, diese wundervolle Liebesgeschichte, die mich seit dem ersten Mal, dass ich sie gesehen habe, nie mehr losgelassen hat.

 

Abseits der Autobahn

Ich sitz‘ also daheim und bin krank – und Laufen geht definitiv nicht. Nicht aufgrund der primären und auch nicht aufgrund der sekundären Symptome.

Was tut man also?

Mindestens ich liege auf dem Sofa, raffe mich gelegentlich zum Rechner und zum Tee Kochen in die Küche auf – und gucke DVD. Das übliche Mittagsprogramm in Fernsehen ist mir meist zuwider, aber wofür steht das Regal voller DVDs, speziell auch Serien und Filme, die zu gucken mit meinem Mann nicht so gut funktioniert.

Und eine dieser Serien, die da steht und seit viel zu langer Zeit viel zu selten angeschaut wird, schaue ich nun. Es mag vielen Leuten albern vorkommen, aber was ich anschaue, ist Glee. Sicher, die Serie ist klischeehaft, unrealistisch und übertrieben. Aber ich mag die Musik. Den überzogenen Highschool-Flair, auch wenn ich den echten nie kennen gelernt habe. Bei manchen Entwicklungen vergieße ich begeistert Freuden- und Rührungstränen. Es ist genau die richtige Dosis Drama mit Musik, aber es bricht ab, bevor es richtig schlimm wird.

Natürlich, ich stehe auch auf tiefe Dramen. Auf intensive Storylines, die einfach ewig lange im Drama, in der Tragik verharren. Meist versuche ich mir, dazu Musik vorzustellen, und meistens lande ich dann bei Klassik.

Es mag sein, dass man nun den Satz einwerfen könnte, den eine Kollegin von mir über ein Buch sagte, bei dem alle verwundert waren, dass sie es las. Ich weiß nicht mehr, was es war. Es ist auch egal. Sie sagte: „It’s just chewing gum.“ Ja, vielleicht ist Glee sowas in der Art für mich. Aber ich liebe es. Es ist die richtige Dosis und es tut mir gut, wenn ich krank bin, und wenn ich gesund bin.

Ich könnte immer wieder mitfiebern mit Brittany und Santana, die es bis zu meinem aktuellen Stand noch nicht hingekriegt haben, sich öffentlich zueinander zu bekennen. Ich bin immer wieder begeistert von Quinn Fabrays Augenaufschlag, dem leicht gesenkten Blick und der festen Überzeugung in ihrem Blick, dass niemand, gar niemand ihr widerstehen kann. Und Lea Micheles Stimme als Rachel Berry macht mir Gänsehaut, gerade wenn sie etwas singt, was eigentlich ganz andere Stimmen hatte, im Original – zum Beispiel das Duett aus der Folge, die ich aktuell schaue: Jesse St. James und Rachel Berry singen „Rollin‘ in the Deep“.

Und ich glaube, es macht mich gesund. Mindestens fühle ich mich gerade besser, seit es auf dem Bildschirm flimmert.