Verkehrs-Brennpunkt: Pforzheim Ost

Derzeit ist es auf der Autobahn 8 mal wieder alles andere als spaßig. Ich habe glaube ich schon mehrfach geäußert, dass bei schlechtem, nebligem, eisigem Wetter viele Leute entweder daheim bleiben, öffentliche Verkehrsmittel benutzen oder wie von Zauberhand verändert plötzlich anständig fahren.

Derzeit wird das Wetter besser – nicht beständig, aber schließlich ist ja April – und entweder nimmt das Verkehrsaufkommen zu oder die Weisheitszähne des Reißverschlusses sind mal wieder bevorzugt unterwegs oder besonders aktiv. Der Brennpunkt dabei ist natürlich die Engstelle bei Pforzheim Ost.

Die Fakten:

  • Für einige wenige Kilometer verengt sich die Fahrbahn von drei modernen Spuren mit Standstreifen auf einen nur wenig modifizierten Dreißigerjahre-Standard.
  • Die Engstelle geht einher mit einer Senke, nämlich dem Enztal, mit eher steilen Flanken.
  • In der Senke, genau auf dem tiefsten Punkt, befindet sich die Autobahn-Anschlussstelle Pforzheim Ost, die zudem zumindest an der Abfahrt aus Richtung Karlsruhe auf die B10 im Enztal und der Auffahrt in Richtung Karlsruhe von der B10 die kurzen, fast nicht vorhandenen Verzögerungs- beziehungsweise Beschleunigungsstreifen des oben genannten Dreißigerjahre-Standards besitzt.
  • Verkompliziert wird die Situation durch den ebenfalls nicht vorhandenen Beschleunigungsstreifen der Auffahrt vom Rasthof Pforzheim in Richtung Stuttgart. Dazu kommt, dass die Anschlussstellen Pforzheim Ost und Rasthof Pforzheim zu nahe aneinanderliegen und die jeweiligen Störungen des Verkehrsflusses sich aufschaukeln.
  • Aktuell erschwerend wirken sich die Brückenschäden an der Enz-Brücke aus, weswegen direkt auf der Talsohle, zusätzlich zur Störung durch die Anschlussstelle, der Verkehr noch mit einer durch die Brückenschäden bedingten Reduktion des Gesschwindigkeitslimits in Richtung Karlsruhe von 100km/h auf 80km/h klarkommen muss.

Jeden Morgen steht man bis mindestens Pforzheim Nord, in Richtung Stuttgart fahrend. Zur nachmittäglichen Rush-Hour variiert die Staulänge in Richtung Karlsruhe stark – manchmal bis Pforzheim Süd (was nicht sehr lang ist), manchmal geht’s bis fast nach Heimsheim, sogar ohne Unfall.

Freilich weiß ich, dass hier etwas geschehen wird. Mittlerweile ist die Verbreiterung und Modernisierung der A8 im Enztal ja schon sehr stark am Weitergedeihen, nächstes Jahr soll Baubeginn sein, mit möglichst geringen Auswirkungen auf den laufenden Verkehr. Laufender Verkehr? Äh, guter Witz! Aber wenn man die ohnehin schon schreckliche Engstelle möglichst wenig verschärfen möchte, soll mir das recht sein. Auch wenn direkt um Stuttgart herum (Dreieck Leonberg bis Flughafen) auch die wundervoll ausgebaute A8 noch überfordert ist, ist die Enztalquerung tatsächlich das letzte echte Krisenstück auf dem Abschnitt Karlsruhe-Stuttgart – und zur Zeit, ohne neue Baustelle, wieder mehr denn je.

Zum Thema A8 bei Leonberg und Stuttgart möchte ich dann doch noch sagen: Wen wundert’s, dass die dortige Strecke problematisch ist? Dort werden – anders, als ursprünglich (LANG her!) geplant – Umfahrungsverkehr und Berufsverkehr aus Stuttgart und den südlich vorgelagerten Städten Sindelfingen und Böblingen, Ost-West-Fernverkehr UND Nord-Süd-Fernverkehr miteinander verknotet, und das bei teils großen Steigungen (von Leonberg hoch zum Kreuz Stuttgart). Da würde wohl wirklich nur noch die Wiederaufnahme eines Baus der durchgehenden A81 Leonberg-Herrenberg helfen. Aber das wird nicht geschehen.

Im Enztal ist es aber ein lösbares Problem. Schade, dass der Kampf um die richtige oder vermeintlich richtige Lösung diese Engstelle im – danach wirklich – laufenden Ost-West-Verkehr so lange verzögert hat!

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Sommer, WM, oder was?

Ich habe unter der Kategorie „Stauanatomie“ schon von der „Senkenstockung“ geschrieben, einer Struktur, die sich all zu oft an Senken auf der Autobahn finden lässt. In der Senke, oft auf nach der Senke, stellen etliche PKW fest, dass das zuvor für ausreichend gehaltene Tempo der LKW bergab nunmehr, den Berg hoch, zu sinken beginnt. Und jeder will links rüber. Nicht nur, dass dann plötzlich all zu viele Fahrer auch von gut motorisierten Fahrzeugen das Runterschalten vergessen und vor lauter Linksrüberfahren langsamer werden, nein, oft ziehen sie auch noch spitz raus, in zu kleine Lücken, zu knapp vor dem Vordermann. Natürlich ist eine beengte Situation mit viel Verkehrsaufkommen einer solchen Struktur eher förderlich …

Was mich aber zugegebenerweise zunehmend nervt: Vor der WM, bevor das Wetter gut wurde, hatte man hin und wieder Senkenstockungen an der Senke bei Nöttingen in der großen Baustelle, mal in der einen, mal in der anderen Richtung. Und an der Senke bei Pforzheim entstand auch immer mal eine, vor allem seit die Baustelle zwischen Pforzheim Ost und Pforzheim West aufgebaut wurde, und da dann vor allem in Richtung Karlsruhe. Senkenstockungen kriegt man nämlich mit der Verbreiterung der Autobahn in oder kurz nach der Senke auf eine Spur mehr ganz gut in den Griff. Nun aber – und das ist der eigentlich nervige Punkt – ist die Senkenstockung bei Pforzheim Ost schon festgefügter Teil meiner Heimfahrt, genau wie die in der Senke bei Nöttingen. Nur auf der Hinfahrt bildet sich die Stockung nicht immer aus, was aber vielleicht auch daran liegt, dass es sich für viele nicht lohnt, nach der Senke bei Nöttingen Richtung Stuttgart raus zu ziehen. Warum? In der Baustelle, bergauf, Richtung Pforzheim West, ist eh auf 60 begrenzt, zu Stoßzeiten und tagsüber. So nervig das manchmal ist, es scheint die Leute vom schnellen Wechsel nach links ein bisschen abzuhalten, und das tut dem Verkehrsfluss gut.

Und ich sitze nun da und frage mich: Warum funktionierte das vor den Pfingstferien so gut, warum war da die Stockung nur manchmal ausgebildet – in den Pfingstferien ging’s auch ganz gut – und nun ist diese nervige Stauart nahezu jeden Tag da? Liegt es daran, dass die WM einen schneller vorankommen lassen will, so dass man Ungeduld ansetzt und daher Dinge tut, die einem zwar nichts bringen und die anderen sogar Zeit kosten, aus blindem Aktionismus? Oder ist es das Wetter? Oder heißt „Gewöhnung an eine Verkehrsbehinderung“ auch, dass man eher die Dinge tut, die sie begünstigen?

In der Hoffnung, endlich mal wieder in unter 75 Minuten durchzukommen trink ich dann nun mal meinen Tee aus und mach mich auf den Weg.

Stupidity Outbreak

… zumindest habe ich mich heute so gefühlt, auf der Straße. Auf der Hinfahrt wie auch auf der Rückfahrt. Dieses Gefühl: „Was zur Hölle stimmt nicht mit Euch?“ und auch das Gefühl, sich auf der Autobahn nur mit Schaulustigen, Egoisten, Risiko-Junkies und sonstigen Idioten zu beschäftigen, es war heute recht stark.

Begebenheit 1: Autobahnanschlussstelle Karlsbad an der A8, ich fuhr gerade von Busenbach über Waldbronn eben in Karlsbad auf die Autobahn. Eigentlich hatte ich vor gehabt, den Stau auf der A5 zu umgehen. Nun ja, das funktionierte nicht, ich fuhr mitten in einen Stau hinein auf. Natürlich zog man keine Lücke auf, auch wenn es gegangen wäre, und ich musste mir am Ende des Beschleunigungsstreifen durch Dauerblinken und durchaus etwas penetrantes seitwärts Ziehen meine Lücke ernötigen. Nun ja, man soll sowieso erst am Ende des Streifens einfädeln, aber schön langsam, aber auf Tuchfühlung mit der Stoßstange des Vordermanns an einem am Ende des Beschleunigungsstreifens von der Stau-Geschwindigkeit auf Stillstand ausrollenden PKW, der blinkt, vorbei zu fahren, das muss dann doch nicht sein. Waren übrigens nicht nur LKW, sondern auch PKW, die das tätigten. Danach konnte ich von der rechten Spur aus eindrucksvoll beobachten, wie ähnlicher Egoismus und dazu das viel zu frühe Einscheren von der linken auf die mittlere Spur aus der Verengung von drei auf zwei Fahrstreifen ohne Not einen Stau machten.

Begebenheit 2: Nach der reinrassigen Senkenstockung in der Senke bei Nöttingen – das Pfinztal ist das, wenn ich es richtig weiß – stand ich dann schon wieder kurz nach Pforzheim West. Warum? Nun. Ich glaubte an einen Flaschenhals, also wieder mit dem Verkehr überforderte drei Spuren, die zu zwei noch mehr überforderten Spuren wurden. Aber auch nach der Nachstockung dieses Flaschenhalses lief es nicht wieder. Nein, es blieb bei 2-10km/h, immer ein bisschen schwankend. Erst in der Höhe der gesperrten Anschlussstelle Pforzheim Nord wurde es besser. Schlagartig von 5km/h auf 80km/h. Des Rätsels Lösung, warum das so war? Nichts leichter als das: Auf der anderen Richtungsfahrbahn blinkte es herrlich gelb und blau, zweimal Polizei, drei gelbe Abschleppwagen. Ich glaube, auch noch eine wohl mit Aufsaug-Mittel abgedeckte Öllache vor einem lädierten PKW gesehen zu haben. So genau habe ich nicht hingeschaut, ich war ja auf meinen Vordermann konzentriert – und ich wollte auch nur Unfälle sehen, bei denen eventuell meine Hilfe nötig und ein Anhalten für Leisten selbiger möglich gewesen wäre. Außerdem erledigten die anderen ja das Starren. Nach dem gestrigen Gafferstau heute schon wieder einer – Deprimierend!

Begebenheit 3: Nun schon auf der Heimfahrt. Neben dem hohen Verkehrsaufkommen und dem damit verbundenen langsamen Fortkommen habe ich diverse Spurwechsel-Scheren erlebt – und zwar von der besonders fiesen Art: Auf wahlweise der linken oder der rechten von zwei verstauten Spuren ging es schneller voran – woraufhin meistens gleich zwei oder drei Fahrer den Blinker setzten und beherzt, ja fast schon hastig rüberzogen, mit dem Fuß voll auf dem Gas. An drei Stellen ergaben sich daraus Fast-Unfälle, zweimal zum Beispiel zwischen Pforzheim West und Karlsbad! Das ist so unnötig, weil es einen eben doch kaum schneller voranbringt – ich glaube, an dem ein oder anderen Opportunisten bin ich, die linke Spur die ganze Zeit haltend, später wieder vorbeigerollt. Den Abstand vor mir, den ich hübsch gehalten habe, um nicht dauernd Halten und Beschleunigen zu müssen, wurde natürlich auch stets zugefahren, so bald es auf meiner Spur etwas schneller ging.

Begebenheit 4: Und das allerbeste! Kurz vor Karlsbad, mitten in der Baustelle, ging es voran, mit ungefähr 85km/h, wohl eher 90km/h – dort sind 80 gestattet. Ich hielt ordentlich Abstand zum Vordermann, um nicht noch schneller zu fahren – zumal der Vordermann schon wieder am Bremsen war. Und was war? Der Hintermann fuhr mit beinahe in den Kofferraum, gab Lichthupe … um dann, mit aufheulendem Motor, als ich recht rüber wechselte zwischen die LKWs, eben genau nicht vorbeizukommen, sondern eine ganze Weile zu brauchen. Und als der gute Mann dann Geschwindigkeit aufgenommen hatte, endete es recht rasch – mit starkem Bremsen vor dem Vordermann, der eben nun doch aufgrund zu geringer Abstände weiter vorne auf 65km/h runterbremsen musste.

Zur Zeit macht das Pendeln gar keinen Spaß, nichtmal, wenn ich drüber bloggen kann. Mir drängt sich der Eindruck auf, dass die Leute einfach nicht verstehen, dass sie auch nicht schneller vor dem Fernseher sind, um WM zu gucken, bloß weil sie den großen Egotrip auf der Autobahn durchziehen. In aller Regel ist der Unterschied zwischen Lückenspringen, Spurwechseln, jede Lücke zufahren auf der einen und ruhig die Spur halten und mit Abstand hinterherzuckeln nach dem Stau bei fünf, vielleicht zehn Positionen – und zehn Autolängen, selbst mit adäquatem Abstand, fährt man mit Autobahn-Reisegeschwindigkeit in wenigen Sekunden zu.

Aber vermutlich ist das niemandem klar, dass man Zeit kaum durch riskantes Fahren im Stau gewinnt, sondern wenn überhaupt durch halbwegs konstantes, flottes Fahren in den Bereichen, wo man freie Fahrt hat. Was auf der A8 im Moment zugegebenerweise mindestens im westlichen Abschnitt nicht oft vorkommt.

Vorfreude in Teer

Heute morgen ging es fahrtechnisch am Karlsruher Dreieck mal wieder nicht so toll – aber dann zeigte sich doch, dass in Baden-Württemberg Pfingstferien sind: Vom Beginn an auf der A8 lief alles großartig und flüssig und …

Naja. Ich war allerdings nicht so sehr von der Verkehrssituation beeindruckt, denn eine gewisse Entspannung wegen der Ferien hatte ich erwartet. Nein, wesentlich mehr beeindruckt hat mich der Fortschritt an zwei Baustellen.

1. Sechsstreifiger Ausbau der A8 zwischen Karlsbad und Pforzheim West. Dort ist nun nicht nur der Damm fertig, der die Brücke bei Nöttingen an die Fahrbahn auf der Karlsruher Seite anschließen soll, nein: Es zeigt sich schon eine erste schwarze Schicht auf dem Damm. Es wird also schon an einer Fahrbahn gebaut. Und auch wenn diese Baustelle noch lange nicht fertig ist – Prognose ist irgendwann, vermutlich am Ende des Jahres 2015 – wird dann endlich die Brücke ihren Effekt zeigen, die A8 wird hier also eine Autobahn moderner Auslegung: Nicht über 4% Steigung. Das wird dann hoffentlich die übliche Senkenstockung bei Nöttingen ein bisschen rausnehmen, so bald der Verkehr über eine der neuen Fahrbahnen läuft – vorerst noch baustellenhaft vierstreifig, die linken Fahrstreifen jeweils nur 2,20m breit, aber immerhin! Außerdem zeigt sich weiter oben deutlich, dass die an Baggerarmen befestigten Meißel und die Bagger auch mindestens am Samstag nicht stillgestanden haben, denn es ist erheblich mehr Strecke schon auf dem richtigen Niveau, um dort eine Richtungsfahrbahn nach Karlsruhe hin zu bauen.

2. Fahrbahnerneuerung zwischen Pforzheim West und Pforzheim Ost. Dort habe ich heute frischen Asphalt auf der Fahrbahn gesehen, die gerade gesperrt ist – es geht was voran und vielleicht ist diese Baustelle auch bald passé.

So ganz nebenbei habe ich mich auch noch gefreut, dass endlich mal an einer Stelle, an der auf der A8 die Geschwindigkeit wegen Steigung und Lärmschutz auf 80 begrenzt ist, tatsächlich auch kontrolliert wurde! Das ist super, denn dort wird das Limit gerne nur als Vorschlag begriffen, obwohl es durchaus sinnvoll ist, gemessen an Straßenverhältnissen und Nähe von Häusern der Anwohner.

Fortschritte

Karlsbad bis Pforzheim West, Pforzheim West bis Karlsbad, immer wieder.

Die Baustelle dort ist ja nun auch schon eine Weile da und macht schon eine Weile das eine oder andere Problem für den Verkehr auf der A8. Um mich herum höre ich immer wieder den Eindruck geäußert, diese Baustelle würde nie fertig werden und wenn doch, dann wäre gleich die nächste da. So falsch ist das nicht, dass sich gleich die nächste anschließen wird. Denn neben den extrem lästigen Nadelstichen wie der Fahrbahnerneuerung zwischen Pforzheim Ost und Pforzheim West sowie auf der A5 um das Karlsruher Dreieck herum ist an der A8 noch viel zu tun. Die A8, wie sie vor 15 Jahren war, ist kaum mehr gewesen als eine vor dem zweiten Weltkrieg gebaute Straße für Verkehr und Bedürfnisse des zweiten Weltkriegs in Deutschland.

Und heute?

Heute ist die A8 zwischen dem Dreieck Karlsruhe und Karlsbad eine moderne Autobahn, sechsstreifig, erstaunlicherweise dem enormen Verkehr angemessen, und das trotz für Autobahnen unübliche Steigung von 7%. Zwischen Pforzheim West und Pforzheim Ost ist die A8 fast schon eine ganz normale sechsstreifige Autobahn, wäre die Rastanlage Kämpfelbach schon mit Tankstelle und Rasthaus bestückt. Und zwischen Pforzheim Süd und dem Leonberger Dreieck fährt es sich meistens wie auf Schienen. Bleiben im Wesentlichen die üblichen Wartungsarbeiten – siehe oben – und zwei Stücke, die noch nicht so weit sind: Karlsbad bis Pforzheim West und die Umgebung der Ausfahrt Pforzheim Ost. Letzteres wird die nächste, die letzte große Baustelle des sechsstreifigen Ausbaus sein. Erstere ist die momentane Großbaustelle.

Und genau über die sagen sehr viele Leute, da ginge gar nichts voran und sie hätten den Eindruck, sie würde nie fertig. Natürlich sind die Schritte gemessen an der rohen, schieren Größe des Projekts klein: Mal hier ein paar Felsen raus, mal dort ein neues Stück Fahrbahn, und seit Jahren steht – für viele wie ein Mahnmal – eine Brücke in der Nöttinger Senke, oder dem Pfinztal oder wie auch immer. Mir wird immer wieder gesagt: Diese Brücke muss ja schon bald renoviert werden, dabei ist sie noch gar nicht angeschlossen. Das ist so nicht ganz richtig: Angeschlossen ist sie von einer Seite inzwischen. Die Richtungsfahrbahn Richtung Karlsruhe – die NEUE Richtungsfahrbahn Richtung Karlsruhe existiert bereits bis zum westlichen Ende der Brücke. Und zwar von Pforzheim runter bis genau dort hin. Der Damm, der die Brücke auf der westlichen, Karlsruher Seite anschließen soll, existiert bereits und wird fleißig be- und verfestigt. Und der Verkehr verläuft inzwischen nicht mehr auf der alten, dreispurigen, aber dafür schmalen Fahrbahn Richtung Stuttgart zwischen Nöttingen und Pforzheim West, sondern auf der neuen, glatten, breiten Fahrbahn. Die drei künftigen Spuren Richtung Karlsruhe geben mehr „Autobahn“ her als manches Stück der A8 vor dem Ausbau, und zwar für beide Richtungen. Die neue Richtungsfahrbahn Richtung Stuttgart existiert zwischen Karlsbad und dem Beginn des Dammes auch schon und gibt ebenfalls mehr Autobahn her als die alte A8.

Natürlich fehlen noch die jeweils anderen Richtungsfahrbahnen. Zwischen Karlsbad und Nöttingen fehlt noch die Richtung Karlsruhe, zwischen Nöttingen und Pforzheim West noch die Richtung Stuttgart. Im ersten Fall müssen noch stellenweise drei Meter Felsen abgetragen werden, im letzteren noch die alte Richtungsfahrbahn Richtung Stuttgart. Und dann muss noch die Strecke über den Damm fertig gestellt werden. Mindestens an der Abtragung der Felsen für die neue, tiefer gelegte A8 im Bereich Karlsbad und weiter östlich wird zur Zeit heftig gearbeitet! Jeden Morgen sehe ich, wie die großen, schweren Baugeräte einige zehn Meter weiter gekommen sind, wie sie einen Meter oder mehr von der Schicht abtragen – zwei Maschinen mit gewaltigen Meißeln an großen Auslegern, zwei große Bagger. Auf dem Damm wird auch permanent gearbeitet. Die Demontage der alten Richtungsfahrbahn Richtung Stuttgart sehe ich im östlichen Teil der Baustelle noch nicht. aber in meinen Augen sollte auch erstmal das gesamte Teilstück der Richtungsfahrbahn Richtung Karlsruhe fertig gestellt werden, dann läuft der Verkehr vierstreifig mit LKW-Überholverbot auf neuer Trasse und es gibt weniger stauanfällige Hin- und Herleitungen des Verkehrs.

Es geht nicht voran? Würde ich so nicht sagen. Das Projekt ist groß, aber die Schritte, die gemacht werden, sehe ich im Moment jeden Morgen. Und es ist jeden Morgen ein großes Stück weiter gegangen. Seit ich mich über die neue Richtungsfahrbahn Richtung Stuttgart zwischen Karlsbad und Nöttingen freute, sind dort in einer titanischen Aufgabe Mengen an Erde und Stein abgetragen und woanders aufgeschüttet worden, die für mich eigentlich in den Bereich der straßenbautechnischen Science Fiction gehörten … naja, nicht ganz. Für mich war das Straßenbau-Science-Fiction, bevor ich die A71 zwischen Schweinfurt und Erfurt gesehen hatte. Dennoch hätte ich nicht gedacht, dass man sowas neben einer laufenden, viel befahrenen Autobahn in Süddeutschland hinkriegen kann.

Die Senken-Stockung

Vorkommen: Vor und in Senken auf der Autobahn – Zahl der Richtungsfahrstreifen und ob es nach der Senke mehr werden, erscheint nahezu unerheblich zu sein. Bei Tempolimit in der der Senke vorangehenden Abfahrt scheint der Effekt stärker zu sein. Tritt schwächer auch bei wenig Verkehr auf, bevorzugt aber bei dichtem Verkehr.

Symptome: Kurz vor einer Senke, in der Senke und kurz danach verlangsamt sich der Verkehrsfluss erheblich, oft bis zum Stillstand.

Unterstellte Ursachen: Starker Steigungswechsel bedingt, dass die Geschwindigkeit sich ändert – egal, bei wem. Die Abstände schrumpfen, kleine Störungen schaukeln sich bei geringen Abständen schneller auf. Bergauf muss man runterschalten – das wird oft vergessen oder zu spät gemacht. Zusätzlich an Stellen, an welchen ein (verhältnismäßig niedriges) Tempolimit gilt: Bergab scheint es akzeptabel, einem LKW mit 85km/h zu folgen – bergauf ist die rechte Spur mit 75km/h oder weniger absolut inakzeptabel für viele – Resultat ist nicht selten eine massive Spurwechselwelle von rechts nach links, was die Abstände noch mehr verkürzt und die Verstärkung von kleinen Störungen massiv erhöht – und durch fehlenden Schulterblick oder rücksichtsloses Ausscheren zusätzliche Störungen einführt.

Nervfaktor: Mittel. Einerseits kann einem das Ganze sehr unnötig vorkommen, auf der anderen Seite ist der Spuk nach der Senke oft recht schnell vorbei.