Killer Queen

Ich brauche kein Schießpulver, kein Dynamit und keinen Laserstrahl.

Von oben sehen sie noch nicht so fertig aus, meine zweiten Escalantes, hier im Bild mit den dritten.

Ich mache Dinge mit Ausdauer kaputt – zumindest Schuhe. Mein zweites Paar Altra Escalante zeigte gestern morgen schon leichte Anzeichen von … Degeneration. Etwa 1100 bis 1200 Kilometer haben die Freunde nun. Sie haben mich über fast ein Jahr getragen – am 09.06.2018 habe ich die alten, blauen der ersten Generation ausgemustert. Die sahen damals aber noch viel besser aus als die zweite Generation jetzt:

Unverkennbar, welches das belaufene Paar ist …

900 Kilometer habe ich dem ersten Paar Escalantes zugemutet. Dem zweiten habe ich es mit über 1100 Kilometern dreckig gegeben. Dementsprechend sehen sie auch aus. Gestern habe ich sie ausgemustert.

Von unten ist die Vernichtung an meinen abgeliebten Escalantes fast noch weniger beeindruckend als von der Seite.

Die Aufkommzone an der Außenkante, die Abdruckzone an der Spitze, viel ist jeweils nicht übrig. Am linken Schuh habe ich die Verbindung zwischen Sohle und Obermaterial auf drei Zentimetern Länge aufgerissen, auf der Fußspitze ist der Schuh an einer Stelle von innen aufgeschabt. Zwischen den grünen Segmenten wird die Sohle allmählich instabil, quietscht leicht, wenn ich sie beim Gehen stauche. Hinten sehen sie bei mir als Vorfußläuferin natürlich noch deutlich besser aus als vorne. Nichtsdestotrotz: sie sind fertig. Elf- bis zwölfhundert Kilometer intensivstes Training und einige Wettkämpfe sind durchaus ein Alter, in dem Laufschuhe die Flügel strecken dürfen. Getragen haben sie mich zu neuen Bestleistungen über 12 Kilometer (Campus Run Uni Stuttgart 2018, Köhlbrandbrückenlauf 2018), 10 Kilometer (Stadtwerkelauf Karlsruhe 2018, Neureuter Volkslauf 2019), 15 Kilometer (Winterlaufserie Rheinzabern 2018/2019, Rißnertlauf 2019) und Halbmarathon (Dämmermarathon 2019) und meinen ersten Marathon (Baden-Marathon 2018). Zweite Plätze haben sie mir öfter beschert – dreimal insgesamt, mehrfach in der Altersklasse.

Bye, bye, Escalantes, es lebe Escalante: The Next Generation!

Kuchen!

Ich mag ja Kuchendiagramme sehr gerne. Die beschränken einen, was man aufträgt. Es gibt nur Anteile, nur eine Dimension, nur eine beschränkte Zahl von Daten, die man einbringen kann. Das hilft, sich zu beschränken. Zugleich sind Kuchendiagramme ganz eindeutig, sehr lesbar, sie helfen vielen Leuten sehr gut, Daten zu verstehen. Dabei geht es dann nicht um die absolute Höhe von irgendwas, sondern um Anteile … hohe oder nicht so hohe Balken, Säulen oder was auch immer suggerieren immer, dass um die Gesamtmenge ginge. Den Zahn zieht einem das Kuchendiagramm – größer oder kleiner könnte man es machen, aber dafür müsste man mehrere nebeneinander stellen, und das macht’s schon wieder nicht mehr so schön.

Hmm – irgendwann vor langer Zeit sagte mal jemand, wenn ich meine Schuhe oder meine Trainingsformen als Kuchendiagramme darstelle, müsste ich diese backen. Das habe ich nicht vor – dennoch …

Schuhe, die ich besitze – und wie viel ich seit 01.01.2019 darauf gelaufen bin.

Meine heiß geliebten Altra Escalantes machen natürlich den Löwenanteil aus. Mein zweites Paar Escalantes hat heute gezeigt, dass es allmählich auf’s Altenteil will – und muss. So ganz langsam fallen sie auseinander. Paar Nummer 3 steht schon im Schrank. Von denen gibt’s auch ein Paar Nummer 4, früher oder später! Ebenfalls einen wesentlichen Anteil leisten die Saucony RideIso, die ich auch sehr lieb gewonnen habe. Die Hokas habe ich abgeschafft – nicht so sehr, weil mir der Schuh an sich nicht gefallen hätte, sondern vor allem, weil die Zehenbox an den großen Zehen für mich zu sehr nach innen geht. Damit habe ich mir einen Bluterguss in den Zehennagel gelaufen – das hat keinen Zweck. Von der vorne harten, hinten weichen Schaumdämpfung bin ich weiterhin überzeugt, aber die Form des Schuhs und mein Fuß mögen einander nicht. Ein wenig ausgerückt stehen die Fivefingers. Der Anteil war in letzter Zeit zu gering – ich merke das. Es tut meinem Stil nicht gut, zu wenig Fivefingers zu laufen. Und dann sind da noch meine liebsten Intervalltrainingsschuhe – die Kinvara 9. Meine Brooks sind bisher Indoor-Laufschuh für’s Fitnessstudio und das heimische Laufband, im Sommer geht da nicht viel. Die werden in der zweiten Jahreshälfte, wenn es wieder kühler und widerlicher wird, wohl fleißig zu Anteilen kommen. Ein Schuh-Kuchen-Diagramm! Aber ich habe noch eines …

Meine Trainingsformen, gemäß meiner Tabelle, seit 01.01.2019 bis heute.

Im Trainingsformen-Kuchendiagramm sieht man, dass der Großteil meiner Läufe im Bereich Regeneration oder Dauerlauf stattfindet. Vom Training sind das wohl um die 80%, vom Gesamten (inklusive der dieses Jahr recht häufigen Wettkämpfe) eher sowas wie 75%. Das ist näher am Ausdauertrainingsoptimum, als ich das eigentlich gedacht hätte. Ich dachte, ich trainiere ständig zu schnell und mit zu viel intensiven Einheiten drin. Tempodauerläufe und Intervalltrainings machen etwa 20% aus, nimmt man die Wettkämpfe als so eine Art Tempodauerlauf dazu, sind’s wohl zusammen 25%. Klingt gut, finde ich – dafür dass ich keinen Plan habe, sondern mein Training spontan, aber nach den Prinzipien, wie Trainingspläne aufgebaut sind, zusammenstelle. Der lilane Sektor mit „Spezialtraining“ fasst reine Lauf-ABC-Läufe, ganz kurze Steigerungsläufe vor Wettkämpfen, Koordinationstraining, Spiele mit Gewichtsmanschetten und so Zeug zusammen, mit dem ich immer mal wieder experimentiere, aber das es nicht in mein Massentraining schafft. Bei manchem ist das schade und das möchte ich ändern – zum Beispiel Lauf-ABC. Bei anderem – darf das gerne gelegentliche Spielerei sein.

Irgendwie spiele ich mit dem Gedanken, diese Bilder früher oder später noch in 3D-Kuchendiagramme umzuwandeln, so dass man quasi auf eine aufgeschnittene Torte draufschaut … aber das ist schon fast nicht mehr die Reinkultur und deswegen lasse ich es erstmal.

Ich kam drauf, diese Bilder zu machen, da ich inzwischen Trainingsformen und Schuhbenutzung in meiner Tabelle auch unabhängig vom Tracking erfasse und so Diagramme bauen kann – und aus konkretem Anlass. Ich habe heute im Rennwerk erzählt, dass ich sowas wie 10-20% meines Trainings auf Fivefingers verbringen möchte, weil es mir was für den Laufstil bringt. Da interessierte mich, ob das tatsächlich so ist. Offenbar vernachlässige ich die Fivefingers dieses Jahr – das sollte ich ändern! Ich habe ja jetzt ein Kontrolltool, denn mit Updates meiner Tabelle werden auch die Kuchendiagramme fortgeschrieben!

Angelaufen, eingelaufen: Saucony RideIso

Und weiter geht die Gear-Woche!

Der Saucony RideIso war einer von zwei Schuhen, die in der engeren Auswahl waren, als ich meinen Mizuno WaveRider ersetzte. Die WaveRiders haben mich eine ganze Weile begleitet – und ich wollte einen angenehmen, komfortablen Schuh, in dem ich mir keine Gedanken machen muss. Petar vom rennwerk stellte mir (neben einigen anderen) den Mizuno WaveShadow und den Saucony RideIso hin. Zu den WaveShadows könnte es in einem halben Jahr was hier geben, die habe ich mir bestellen lassen. Im Moment des Kaufes „damals“, letzten Herbst, waren aber die RideIso meine Wahl – und sie haben sich bewährt. Einige hundert Kilometer sind schon drauf.

Meine Saucony RideIso.

Mein Schuh und ich
Der RideIso ist nicht so ein spezieller, aktivierender Null-Sprengungs-Schuh wie der Altra Escalante und auch nicht so ein recht hartes, leichtes Wettkampfmaterial wie der Kinvara 9. Nein, es ist ein Schuh zum Wohlfühlen, das Laufschuh-Äquivalent einer weichen Bettdecke auf dem Sofa, zumindest für mich. Ich falle auf die Ferse runter – kein Problem. Ich tänzle auf den Ballen – geht auch. Ich experimentiere mit Stil oder irgendwas – ebenfalls in Ordnung. Gerade, wenn ich mit Rucksack unterwegs bin und ein bisschen mehr Zeug drin ist, laufe ich am liebsten den RideIso, weil das Zusatzgewicht auf dem Rücken den Zusatzkomfort am Fuß haben will.

Nochmal der RideIso.

Saucony RideIso und Laufstil
„Lauf doch, wie Du willst!“, das sagt der RideIso zu mir. Die Sprengung ist klein genug, um mein „leichtfüßiges Getänzel“, wie Lauftrefffreunde es nennen, auch mal mit schweren Beinen durchzuziehen, aber die Dämpfung erlaubt auch, mal schnell und hart über die Ferse zu laufen. Stabilität ist auch genug vorhanden, insbesondere wohl durch die Form der „Zunge“ und der Schnürung. Man kann mit dem Stil rumspielen – ein Allrounder. Nur so richtig schnell ist er nicht, und die Richtungswechselspritzigkeit, die ich beim Kinvara 9 so genieße, ist auch nicht da. Dafür verzeiht der Schuh ziemlich viel, was man sonst oder in anderen Schuhen nicht macht. Zum Wohlfühlen und nicht auf den Stil achten halt.

Mittlerweile habe ich an der Außenkante, meiner Aufkommzone, ein bisschen die Sohle abgenutzt.

Trainingstest
Auch beim RideIso gab’s keinen Wettkampftest. Da laufe ich Altra Escalante. Aber ich habe den RideIso bei Regen, Eis, Kälte, Wärme, Matsch, Asphalt eingesetzt, auch mal bei Experimenten mit Gewichtsmanschette, beim Heimlaufen mit Rucksack – nirgendwo weckt er den Wunsch, Wettkampf drauf zu laufen, aber immer tut er seine Pflicht, erfüllt seine Aufgabe und verzeiht, wenn man mal unaufmerksam ist. Insbesondere auf unebenen Feldwegen und Matsch oder Eis kommt einem die Mischung aus Dämpfung und Stabilität entgegen. Ein Trainingsschuh. Für alle Gelegenheiten. Kein Wunder, dass er von den heißgeliebten Escalantes abgesehen am schnellsten Kilometer gewinnt, mein RideIso.

Fazit
Bequemer Schuh für alle Trainingsanlässe. Funktioniert. Im Gelände, auf Asphalt, in platt oder frisch, mit Rucksack oder ohne, bei Eis, Schnee, Regen, Hitze. Dämpfung passt, Stabilität ist super. Wettkampf drauf laufen würde zumindest ich nicht. Da gibt’s schnellere, die immer noch bequem sind. Aber wenn ich so richtig gar nicht weiß, was auf mich zukommt, beim Loslaufen – oder beim Packen für eine Dienstreise, bei der nur ein Paar Schuhe in den Koffer passt – keine Frage: RideIso.

Angelaufen, eingelaufen: Saucony Kinvara 9

Ich wollte mal wieder Abwechslung für die Füße – das war irgendwann letzten Frühsommer. Im Rennwerk empfahl mir Petar den Saucony Kinvara 9, da ich etwas recht direktes haben wollte – und so habe ich den Schuh auch erlebt. Direkt beim ersten Mal mit dem Schuh draußen kam ich in eine Situation, für die der Kinvara eigentlich nicht gemacht ist – auf dem geteerten Feldweg entlang der B36 und der neuen Bahnlinie zum Rastatter Tunnel hatten Baufahrzeuge eine fünf bis acht Zentimeter dicke Schicht aus sandigem Schlamm hinterlassen, zehn Meter breit. Daher hatte der nicht wasserdichte Schuh gleich mal eine sandig-dreckige Schicht drauf. Doch da kann natürlich auch der Schuh nichts für.

Mein Schuh und ich
Der Kinvara 9 hat verhältnismäßig wenig Sprengung, was mir als Vorfußläuferin entgegenkommt. Er ist leicht und – so schreibt es Saucony – dynamisch gedämpft. Ein tolles Erlebnis! Dass ich dennoch mit dem Kinvara 9 zwar warm geworden bin, er aber dennoch noch nicht so viele Kilometer drauf hat, liegt an der Konkurrenz – der Altra Escalante ist einfach mein Schuh. Dennoch: Der Kinvara 9 kommt meinem Laufstil, bei dem ich kaum die Ferse absetze, eigentlich sogar gar nicht, sehr entgegen.

Meine Saucony Kinvara 9. Vorne sieht man noch immer die Spuren, die eine Begegnung mit sandigem Bauschlamm auf dem ersten Auslauf mit den Maschinen hinterlassen haben.

Saucony Kinvara 9 und Laufstil
Petar vom Rennwerk hat mir den Kinvara 9 in die Hand oder besser an den Fuß gedrückt, weil er meinen vorfüßigen Laufstil kennt. Dem kommt er durchaus entgegen, weil er leicht, sehr direkt und mit verhältnismäßig wenig Sprengung behaftet ist. Man hat ein lockeres Laufen, das auch nicht das Gefühl macht, bei den häufigen, schnellen Richtungsänderungen des Fußes bei hoher Schrittfrequenz beschwert zu sein. Anfangs bin ich auf dem Kinvara 9 mit Slalom und übermütigen Haken durch die Gegend gefetzt, weil es einfach Laune macht – vom Laufgefühl ist der Schuh für mich spritziger bei Richtungsänderungen als meine anderen Schuhe – mehr als die stärker gedämpften, aber auch mehr als der spritzige Altra Escalante. Gerade bei schnellen Richtungsänderungen fand ich den Kinvara 9 auch etwas fester als meine anderen Schuhe.

Ich habe den Schuh sichtbar benutzt – mit Spaß dran!

Trainingstest
Einen Wettkampftest gab’s mit dem Kinvara 9 für mich bisher nicht. Ich habe da keine Experimente gemacht, für Wettkämpfe gibt es für mich nur den Altra Escalante. Aber von allen meinen Schuhen (Vibram Fivefingers, Saucony RideIso, Brooks Launch 6, Mizuno WaveRider plus die genannten) könnte ich mir insbesondere auf Strecken unterhalb der Halbmarathon-Distanz den Kinvara 9 am ehesten statt dem Escalante vorstellen. Zum Intervalltraining habe ich den Kinvara 9 oft und gerne an, da merkt man sehr deutlich das direkte, schnelle Ansprechen auf den Bodenkontakt. Insbesondere die etwas slalom-artige Umkurvung einer Schranke auf meiner typischen „außerhalb der Bahn“-Intervallstrecke macht mit dem Kinvara 9 besonders viel Spaß. Da schwimmt nichts! Etwas nervig fand ich anfangs, dass meine recht mächtigen großen Zehen – vor allem, wenn die Füße beim Laufen nach einem langen Tag schon etwas dick waren – in Berührung mit der Innenseite der Zehenbox bekamen. Das ist inzwischen nicht mehr der Fall, ich glaube, die paar Zehntelmillimeter, die das Einlaufen den Kinvara 9 gedehnt hat, haben das Problem gefixt. Da ich das Problem bei vielen, sehr vielen Schuhen habe – und viel stärker als beim Kinvara 9 – spricht das eher FÜR den Schuh als dagegen.

Der Kinvara 9 nach mehreren Hundert Kilometern an meinen Füßen. Sieht nach mehr Sprengung aus, als es ist oder sich anfühlt.

Fazit
Für mich ist der Kinvara 9 ein Schuh, den ich auf verwinkelten Laufkursen bis 15 Kilometer gerne laufen werde – eher auf schnellen Strecken als beim gemütlichen Training. Insbesondere die Stabilität bei schnellen Richtungsänderungen habe ich zu schätzen gelernt, auch den direkten, sich wenig gedämpft anfühlenden Kontakt zur Straße. Der Kinvara 9 ist für mich ein Schuh für glatten, festen Untergrund – aber auf dem ist er der Verbündete, um alles zu geben.

[KuK] Tuning

Zu meinem Geburtstag schenkte mein Vater auch das, was viele öde finden – aber für ihn ein wichtiger Ausdruck seiner Unterstützung für seine Kinder ist: Geld. Ich widmete mich damit dem Tuning … neue Töpfe und neue Schlappen …

Natürlich bin ich nicht unter die Auto-Tuner gegangen. Das wäre auch nicht der Fall gewesen, wenn ich noch Auto-Pendeln würde. Es gab neue Töpfe für Selbst-Tuning durch tolle neue Gerichte in unserer Küche und die Freunde hier unten:

Aus fünf Paar Schuhen, die mir Petar vom rennwerk vorspielte, um meine abgefertigten Mizuno Wave Rider zu ersetzen, wurden es diese beiden Kumpel hier – ein Paar Saucony RideIso. Nun warten sie auf ihren ersten echten Laufeinsatz.

Am Rande des Laufes

Nachdem die Reise am Samstag endete und ich wieder nach Hause musste – und durfte – habe ich die Hamburg-Posts ein wenig vernachlässigt. Vielleicht kommt da noch etwas, aber sicher bin ich mir nicht. Im Moment jedenfalls hänge ich ein bisschen in den Seilen.

Nicht, dass der Urlaub so anstrengend gewesen wäre. Anstrengend vielleicht schon, aber nicht SO anstrengend. Es liegt an etwas anderem: Mein Mann hatte ja leider am vergangenen Sonntag und auch am Montag nicht mitfahren können. Sein Urlaub wurde zu Krankenzeit, und bei mir war seine Infektion wohl auch im System, auch wenn ich nichts davon merkte. Die Anstrengung des Köhlbrandbrückenlaufs hat dann das Ganze an die Luft gelassen, so dass ich die letzten zwei Tage meines Aufenthaltes in Hamburg ziemlich am Schniefen war, während es meinem Mann schon langsam wieder besser wurde. Vor allem die Rückfahrt mit dem einen oder anderen Verrückten auf der Straße und bleierner Erkältungsmüdigkeit geriet etwas unentspannt.

Allerdings habe ich mir auch auf dem Köhlbrandbrückenlauf eine Sache gegönnt. Nachdem der Hoka-Stand neben dem Stand des rennwerks auf dem Baden-Marathon mich schon anlachte, war’s dann beim Hoka-Stand auf dem Köhlbrandbrückenlauf so weit. Ich kaufte mir Hoka-Schuhe mit Messe-Rabatt. Es wurde ein Paar Hoka Cavu, die sich am Fuß – selbst mit der Blase, die ich mir dank in Falte liegender Socke auf dem Lauf geholt hatte – super an. Da in meiner Größe nur noch das Vorführexemplar da war, nahm ich das – zu einem etwas günstigeren Preis.

2018-10-07 18.05.15
Meine neuen Schuhe.

Ein Angelaufen, eingelaufen wird’s dazu auch noch geben, aber durch die Erkältung habe ich erstmal Pause – danach hole ich vielleicht auch mein Fazit zu den Kinvara 9 nach, das eigentlich auch noch aussteht.

Get ready!

Das ist heute Morgen mein Motto.

„Get ready to run!“

Denn es geht auf die Badische Meile 2018, in rund 120 Minuten geht es los.

2018-05-06 08.37.15

Als ich gestern meine Startnummer abholte, was das aber auch eine gute Ausrede, zum rennwerk zu gehen und neue Schuhe zu kaufen. Die blauen Altra Escalante, die Ihr an meinen Füßen seht, haben mit an die 600 Kilometern inzwischen durchaus Anzeichen, dass sie bald ihre Grenzen erreichen werden – ich werde sie voraussichtlich noch im Mai kaputt gemacht haben. Daher gab’s neue Escalante, denn ich bin sehr, sehr überzeugt von dem Schuh. Zu den Saucony Kinvara 9 kann ich noch nicht so viel sagen – die drückte mir Petar vom rennwerk in die Hand, als ich meinte: „Ich will noch einen Schuh, der sich anders anfühlt als meine bisherigen drei Paare – also Mizuno Wave Rider, Altra Escalante und Vibram Fivefinger.“ Ich bin gespannt und werde noch berichten.

Aber erstmal geht’s mit bestehendem Material auf die Strecke der Badischen Meile. Nur das Shirt ist neu, der Garmin vívosport an meinem Arm ist nun schon eingetragen, aber da so ein Teil doch mehr Funktionen hat als ein Schuh, habe ich mich noch nicht zu einem Gear-Bericht durchgerungen.

Man könnte sagen: Ich bereite mich gerade mental auf die unmittelbar anstehenden Wettkämpfe vor – und in Sachen Material auf etwas weniger unmittelbar anstehende. Eben einfach:

„Get ready to run!“

Frauen. Und Schuhe. Und Arbeit.

Heute bekam ich auf der Arbeit ein Paket. Naja, genaugenommen bekam die Dienststelle ein Paket – aber es war was für mich drin: Schuhe! Sicherheitsschuhe, um genau zu sein – dennoch: Schuhe.

Ich bin eh nicht so die klassische Schuh-Tussi mit Pfennig-Absätzen und Riemchen und so Zeug. Stiefel mit etwas Absatz, aber mindestens Zwei-Euro-Stück-großem Absatz, damit kann man mich locken. Mary-Janes, wenn es schon klassische sein sollen, aber dann auch mit breiterem Absatz. Laufschuhe! Laufschuhe sind großartig. Und Sicherheitsschuhe machen sich in dieser Sammlung ganz gut.

Wie Ihr seht, kamen sie auch gleich zum Einsatz – und haben sich bewährt. Bequem sind sie und ein bisschen ungewohnt schwer, aber das macht nun gar nichts.

2018-01-16 17.43.52

Es mag seltsam erscheinen, aber das ist mein erstes Paar Sicherheitsschuhe. Auf der vorherigen Arbeitsstelle habe ich keine gebraucht. Aber nun finde ich es irgendwie cool. Diejenigen unter Euch, die zum Arbeiten standardmäßig welche tragen – und weitere PSA (persönliche Schutzausrüstung) gegen was auch immer, werden nun müde lächeln. Aber hey: Es sind meine ersten!

Gemeinsam

Heute kam ich nach einem Tag mit Praktikums-Betreuung nach Hause. Es war trocken und gar nicht so kalt, also wollte ich gerne noch eine Runde laufen gehen. Im Dezember ein bisschen draußen laufen, das ist eine schöne Sache – erst recht, weil ich ja gegen kalte Luft eher empfindlich bin und es mir im Hals kratzt, wenn andere sich mit der Temperatur erst richtig wohl fühlen. Aber bei trockenem Wetter und 6°C ist das nun wirklich nicht der Fall. Also fragte ich meinen Mann, der von einem Besuch seiner Eltern in seiner Absicht, auf dem Laufband zu laufen, gestoppt worden war, ob er mitkäme.

Und siehe da: Kaum zehn Minuten später liefen wir zu zweit durch das dunkle Dorf, drehten eine Runde. Mein Mann probierte das erste Mal auf der Straße seine Topos aus, die er zuvor nur auf dem Laufband getragen hatte. Der November war für ihn nicht so gut, so dass sich draußen Laufen durch Erkältungen und langanhaltenden Husten nicht ergeben hatte. Ich war begeistert: Er lief deutlich schneller als bisher immer, auch deutlich eleganter und dynamischer! Die neuen Schuhe waren eine total gute Idee. Nach zuvor stets sowas wie 9:00 bis 10:00 auf den Kilometer waren nun am Ende der 3,2km 8:11/km auf dem Konto – sein schnellster Lauf überhaupt bisher. Das fand ich ganz großartig! Zusammen Laufen macht noch mehr Spaß, wenn man langsam ähnlicher schnell ist – ich kann zwar noch immer deutlich weiter und auch ein Stück schneller, aber es entwickelt sich – und bei ihm schneller als bei mir.

Das ist eine wundervolle Sache!

Mann-Schuhe

Vor einiger Zeit hat mein Mann meine Altra Escalante mal anprobiert und zum gemeinsamen Laufen ausgeführt, während ich in Fivefingers neben ihm her lief. Nach etwa anderthalb Kilometern erklärte ich ihm, dass er – ohne es zu merken – wesentlich vorfüßiger lief und außerdem 90 Sekunden schneller auf den Kilometer als üblich. Pausen kamen auch bis dahin keine – also waren wir beide der Ansicht, dass seine Mizunos – genau habe ich gerade nicht im Blick, welche es sind, auf jeden Fall welche mit Wave-Platte – vielleicht durch etwas wie die Altra Escalante ergänzt werden sollten. So weit, dass ich zum Ersetzen raten würde, wäre ich nicht gegangen und werde so weit auch nicht gehen.

Entsprechend dieser Erkenntnis gingen wir nun gestern mit der Absicht, ein zweites Paar Altra Escalante (neben dem, das ich fleißig belaufe) für meinen Mann zu kaufen. Da er etwas kleinere Füße hat als ich, waren ihm meine etwas zu groß – außerdem sind das meine! Wir fuhren also zum rennwerk nach Karlsruhe, wo ich ohnehin noch meine Preise vom KM-Fresser-Wettbewerb des Ladens abzuholen hatte. Dieses Mal wurden wir nicht von Petar beraten, sondern von einer seiner Kolleginnen, mit der ich noch ein nettes Gespräch über meinen Lauf in Prag zum Metronom hatte. Auch der Chef schaute noch vorbei – er war mit meinem Gewinn für meinen 15. Platz in der Sachpreiskategorie und einer hübschen kleinen Medaille vom rennwerk-Laden in Pforzheim nach Karlsruhe gekommen. Wie soll ich sagen: Escalante in den zierlichen Kategorien der Füße meines Mannes (er hat mit 42 ein bis anderthalb Schuhgrößen weniger als ich!) waren nicht mehr verfügbar, also bekam er die untenstehenden Topos empfohlen. Sein Lauf sah super darin aus, während er sich in einem alternativ angebotenen Modell von Saucony merklich unwohl fühlte – was nicht an den Schuhen, sondern am Zusammenspiel Schuh-Fuß-Mensch lag. Wie soll ich sagen: Nun hat auch mein Mann zwei Paar hoffentlich aktiv belaufene Laufschuhe und ich bin super-gespannt, wie er sich auf den Topos macht. Der Beschreibung nach will ich diesen Schuh auch irgendwann mal antesten.

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Bei uns wird der Schuhschrank allmählich echt sehr … sportlich aussehen, vorausgesetzt, wir (eher: Ich, die ich die meisten Schuhe – Laufschuhe und andere – in diesem Haus besitze) bringen ihn mal in Ordnung.