Klare Ansage

Es gibt so einige Dinge auf den Straßen, die ein wenig – gewöhnungsbedürftig sind. Neben wildgewordenem Verkehr gehören auch andere Kategorien der Rücksichtslosigkeit dazu. So habe ich unter anderem auf einer Treppe im Bahnhof in Oberhausen, als ich letzten Monat auf dem E-Tropolis war, einen Hundehaufen gesehen. Auf einer Treppe. In einem Bahnhof. Mittendrin.

Auch auf Bürgersteigen findet man recht oft Exkremente, von was für Tieren (oder gar Menschen) die auch immer stammen mögen. Ich finde das unmöglich! Die Tiere müssen sich natürlich erleichtern, aber da sehe ich Angriffspunkte: Wenn ein Mensch unbedingt einen Hund halten möchte, dann gibt es drei Parameterfelder, an denen man drehen kann: Wie weit kann man mit dem Hund oft genug gehen, um ihm das sich erleichtern zu ermöglichen? Wie weit ist der nächste Ort entfernt, an dem das möglich ist? Falls Wohnort des Halters und Bereitschaft des Halters, beim Gassigehen weit genug zu gehen, keinen adäquaten Ort hergeben, bleibt nichts anderes als Schaufel und Tüte.

Aus meiner Sicht ist es schlicht so: Wer nicht bereit ist, den Haufen seines Hundes wegzumachen oder weit genug mit dem Hund zu gehen, dass der Haufen nicht auf einer Verkehrs- oder Erholungs-„Verkehrs“-Fläche zum liegen kommt, sollte sich keinen Hund halten. Egal, wie einsam er oder sie deswegen ist.

Wäre das für alle so selbstverständlich, wie es für die Hundehalter in meinem Umfeld ist und auch für die, die sich jetzt empören, dann wäre das unten Gezeigte nicht nötig:

2018-04-13 17.44.40
Eine Treppe zwischen zwei Straßen bei mir daheim um die Ecke.
2018-04-13 17.44.06
Das nicht-offizielle Schild in groß.

Da ich auf dem benachbarten Bürgersteig oberhalb der Treppe schon einmal beim Laufen acht Haufen gezählt habe, unterstütze ich das Schild.

Und ja, ich bin keine Hundehalterin. Ich wäre zu faul dafür – klar, ich laufe. Aber ich bestimme, wann ich laufe, nicht der Verdauungszyklus eines Hundes. Selbst wenn ich ein „Hundemensch“ wäre (ich mag Katzen lieber), würde ich vermutlich aus Rücksicht auf das Tier einfach sagen: „Lieber keinen Hund. Ich würde dem Hund nicht das geben, das er braucht.“

Anfrage an die Gemeindeverwaltung Bietigheim bezüglich Baustellenbeschilderung

Wie im gestern Abend erfolgten Aufrege-Beitrag geschrieben, war die Beschilderung einer Baustelle in meinem Heimatort Bietigheim (Baden) nicht korrekt. Ich finde aber, sich aufzuregen, dann aber den zuständigen Personen oder Behörden nicht die Chance zu geben, den Fall zu korrigieren, ist massiv unfair – und falsch.

Also schrieb ich an die Gemeinde eine Mail, in der ich den von mir erkannten Fehler beschrieb. An der betreffenden Stelle können sich die Fahrer durchaus einigen, man ist langsam und so viel Verkehr ist da nicht. Daher schrieb ich noch, dass man darüber streiten könne, ob mein Anliegen „korrekt“ oder „spitzfindig“ sei. Das war gestern Abend nach 22:00. Bereis heute Morgen um 8:40 hatte ich eine Mail in meinem Postfach – die zuständige Dame aus dem Bauverwaltungsamt der Gemeinde bedankte sich für meine Mail und den Hinweis auf die falsche Beschilderung. Der relevante Satz war:

„Ich habe bereits den zuständigen Bauleiter informiert und ihn beauftragt, die Beschilderung entsprechend zu ändern, damit Sie der StVO entspricht.“
Antwort des Bauverwaltungsamts Bietigheim vom 05.05.2018 auf Anfrage von Talianna Schmidt vom 04.04.2018

Prompte Reaktion, das gefällt mir. Ein bisschen frage ich mich allerdings auch, ob ich da unser Bauverwaltungsamt mit einer Nichtigkeit belästigt habe.

Ein lustiger Aspekt am Rande war, dass die Mail an einen Bekannten von mir weitergeleitet wurde, der ebenfalls in der Gemeindeverwaltung arbeitet. Ich hatte mir das gar nicht klar gemacht, obwohl ich weiß, dass er dort arbeitet. Wäre er nicht gerade im Urlaub, wäre vermutlich mein Bekannter für meine Anfrage zuständig gewesen – das muss ich mir für’s nächste Mal merken, dann verzichte ich auf eine Anfrage an die allgemeine Adresse der Gemeinde und schick’s gleich an die richtigen Leute.

Eines allerdings ist noch nicht geschehen: Die Umbeschilderung. Als ich heute auf dem Heimweg an der Baustelle vorbeilief, war die Beschilderung noch falsch.

Und es ist immer noch falsch!

Gestern wurde bei uns um die Ecke eine Baustelle eingerichtet. Das ist ein bisschen ärgerlich, weil nun von drei Straßen, die unser Viertel bedienen, eine voll gesperrt und eine halbseitig gesperrt ist, dazu ist ein Straßenbogen, an dem viele Häuser liegen, durch Baustellen an Anfang und Ende nicht zugänglich. Im Ergebnis stehen eine Menge mehr Fahrzeuge auf den Straßen, die ohnehin schon mehr Verkehr und vor allem mehr Fahrzeuge, die wenden müssen, zu bedienen haben.

Das ist es aber nicht, was mich so ärgert. Die Kanalisation muss ausgetauscht werden. Man könnte das etwas besser koordinieren, so dass die fast fertige, schon wieder zugeschüttete Baugrube wieder für den Verkehr freigegeben werden kann, bevor eine neue aufgemacht wird. Nun, dennoch. Das ist nicht der Punkt, der mich ärgert.

Was mich total ärgert, ist die Beschilderung der Baustelle, welche die Hälfte der einen Zugangsstraße blockiert. Dort sollte man erwarten, dass ein Verkehrszeichen „Vorrang vor dem Gegenverkehr“ auf der einen und ein Verkehrszeichen „Gegenverkehr hat Vorrang“ auf der anderen Zufahrtseite an den Absperrungen hängt.

Indes, es ist nicht so. Auf der einen hängt völlig korrekt ein „Vorrang vor dem Gegenverkehr“, auf der anderen hängt ein „Vorrang vor dem Gegenverkehr“ verkehrtherum – beides mal das blaue Schild, einmal der rote Pfeil gegen Fahrtrichtung und der weiße in Fahrtrichtung (völlig korrekt), das andere mal der rote Pfeil in Fahrtrichtung und der weiße dagegen. Dieses Verkehrszeichen gibt es aber nicht! Nicht ohne Grund sind die beiden Verkehrzeichen nicht nur über die Richtung von rotem und weißem Pfeil unterschieden, sondern auch – ganz wichtig – grundlegend verschieden im Aussehen, um nicht verwechselt zu werden.

Ich schreibe jetzt mal der Gemeinde eine Mail … wenn die nicht zuständig sind, können sie mich ja weiterleiten.

Den Weg finden

Ich habe mir schon öfter mal überlegt, was ich mache, wenn ich mich beim Laufen übernehmen sollte. Das ist so eine Sache: Ich tue mir etwas schwer, meinen Mann dann zu rufen, dass es mich mit dem Auto abholen soll. Schließlich habe ich mich dann übernommen, er kann da nix zu. Da wäre es ganz gut, wenn man an mehr Stellen solche Wegweiser wie auf dem Bild hätte:

2018-03-31 18.44.46

Das ist zwar eigentlich für Radfahrer gedacht, aber hey: Richtung und Distanz bis zur nächsten S-Bahn-Station sind Gold wert, wenn man sich zwar der Spur nach auskennt, aber eben doch nicht alle Wege schonmal gelaufen ist. Da kann man dann abschätzen, wie weit es noch ist, bis man sich bequem in die S-Bahn setzen und nach Hause kutschieren lassen kann. Klar, vom Bahnhof in meinem Heimatort (der nebenbei näher als 2,2km an diesem Schild ist und auf dem nicht richtig lesbaren Pfeilschild Richtung der Kräne verzeichnet ist) sind’s noch rund zwei Kilometer bis nach Hause, aber wenn ich mich bei meinen derzeitigen Trainingsdistanzen verlaufe und nicht mehr kann, sind zwei Kilometer mein kleinstes Problem.

Leider habe ich so tolle Wegweiser auf meiner heutigen Runde von 24 Kilometern über Durmersheim, Mörsch, fast Bruchhausen, fast Malsch und dann wieder nach Hause nicht gesehen. Immerhin sind an vielen Stellen im Wald die Richtungen ausgezeichnet, wo man sich hinwenden muss, um welches Dorf anzusteuern. Das hilft enorm, nicht auf die Rad- und Fußwege neben den Straßen angewiesen zu sein – denn ganz aufrichtig: Autos, selbst wenige, selbst neue, stinken.

Alle zusammen …

Man mag darüber diskutieren, ob der Straßenname „Ölmüllergäßl“ mit seiner Dialektbehaftung „typisch deutsch“ ist. In einer Hinsicht ist der Straßenname aber wahrhaft sehr deutsch: Alle Umlaute und Sonderzeichen, die der Darstellung der deutschen Sprache in lateinischen Buchstaben eigentümlich sind, kommen in diesem recht knappen Straßennamen vor.

2017-09-24 15.06.59

Dieser Gedanke kam mir, als wir vorhin einen Spaziergang zum Wahllokal unternahmen, um unsere Stimmen abzugeben. Da konnte ich dann nicht umhin, das Straßenschild zu fotografieren und hier mit Euch zu teilen.

Dazu fällt mir auch ein, dass es in vielen anderen Sprachen ein exakt gleich aussehendes diakritisches Zeichen gibt, das den beiden Punkten über unseren Umlauten in jeglicher Hinsicht „auf Sicht“ entspricht – das Trema. Allerdings „tut“ das Trema etwas völlig anderes – während unsere beiden Umlaut-Punkte einen völlig anderen Laut aus einem Vokal machen, sorgt das Trema meist dafür, dass an das „Umfeld“ (vorangegangener Vokal oder Konsonant)  gebundene Ausspracheregeln für einen Vokal ignoriert werden, dass also zum Beispiel in „naïve“ oder im „Sinaï“ das „i“ nach dem „a“ auch als „i“ ausgesprochen wird und das „ai“ nicht zu einem wie auch immer gearteten anderen Laut gebunden wird. Im Spanischen zum Beispiel macht es – beispielsweise im Ortsnamen „Malargüe“ – das eigentlich nur das „g“ härtende „u“ auch tatsächlich als „u“ hörbar, während man den Effekt des „u“ sonst nur daran gehört hätte, dass das „g“ hart blieb und nicht zu einem weichen Laut geworden wäre.

Aber all das ist nur ein Exkurs. Denn eigentlich sind Trema und die beiden Punkte auf unseren Umlauten unterschiedliche Zeichen, so weit ich das verstanden habe. Sie sehen nur gleich aus.