Durchhängen

Was tut man, wenn die Woche gar nichts hergegeben hat?

Man legt sich auf die erste Gelegenheit einer Art von Liege, am Rhein, und schaut, dass es besser wird. Dieser Baum, geglättet und entfärbt vom Wasser des Rhein, entblößt vom hitze- und trockenheitsbedingten Tiefstand des Flusses, war diese erste Gelegenheit. Der eine oder andere hat die müde Bloggerin auf dem drachenkopfförmigen Holzstück auch gleich fotografiert … und so liege ich da und erhole mich in eine bessere, neue Woche hinein.

TallyAmRheinUnkel.jpg

Faule Woche

Man soll ja immer auch Regeneration einstreuen, wenn man Sport treibt. Beim Laufsport sind in den Trainingsplänen stets „vierte“ Wochen drin, nach meinem Eindruck, in denen die Laufleistung erheblich geringer ist.

Meine abgelaufene Woche war – ungeplant – eine solche vierte Woche. Durch den Feiertag mit einem Besuch bei den Schwiegereltern anlässlich der Geburtstagsnachfeier des Schwiegervaters, durch einige Dinge zu tun und außerdem die längere Anfahrt zu zwei Tagen Fachkundeaktualisierung im Strahlenschutz war einfach wenig Zeit. Ich habe zwar nicht nur, aber vor allem am Laufen „gekürzt“. Auch das Wochenende war von Terminen geprägt, vor allem auch noch von ungeplanten Änderungen bei Terminen – der Mann einer Freundin hat sich verletzt, daher mussten wir bei einer gemeinsamen Unternehmung umdisponieren, stattdessen war ich auf einer Geburtstagsfeier, die ich eigentlich wegen der Terminkollision mit der vorgenannten Unternehmung abgesagt hatte. Tja, und so ergab es sich, dass ich vergangene Woche nur einmal gelaufen bin, und das weder besonders schnell noch besonders weit.

Ich hoffe, es war eine Regenerationswoche – und nicht der Anfang eines Motivationsverlusts. Das habe ich leider in den vergangenen Jahren auch das eine oder andere Mal erlebt, dass nach solch schlechten Wochen irgendwie der Rhythmus raus war. Klar, man kann solche Wochen planen und dann einen festen Plan finden, wie man die Woche drauf wieder Gas gibt. Das ist aber für mich recht schwer mit meinem manchmal nicht voll vorhersagbaren Alltag zu vereinbaren.

Drückt mir bitte die Daumen, dass ich – nein, WIR, mein Mann UND ich – diese Woche wieder mit Laufschuhen auf die Strecke kommen!

Laufen gegen Kopfschmerz: Es wirkt!

Heute Morgen wachte ich auf und der Kopf tat bereits weh. Es gab Zeiten, da war nach so einem Aufwachen völlig klar: Dieser Tag wird ein verlorener sein. Wenn ich meine „einen Tag verlieren“, dann heißt das, den ganzen Tag im Bett liegen, zwischen schlafen und leiden hin- und herdämmern und frühestens zu einem späten Abendessen mühsam aus dem Bett kommen.

Aber wenn ich laufe, ist das anders. Ganz anders. Als ich dann heute Morgen einen Spaziergang zusammen mit meinem Mann machte, zur Post, Pakete abholen, tat ich das schon in Laufsachen. Frische Luft, Bewegung, Ablenkung – das tat gut. Leichte Übelkeit durch den Schmerz machte sich dennoch breit. Also beschloss ich, nach dem Spaziergang gleich noch eine Runde zu laufen. Sieben Kilometer bei 140bpm und 7:20/km später ging es mir gut. Der Kopfschmerz war weg. Auch die Verspannungen im Rücken waren signifikant besser.

Wenn laufen gegen Kopfschmerz hilft, motiviert das zum Laufen, was dann wiederum gegen Kopfschmerzen vorbeugt … und somit wird der innere Schweinehund mehr und mehr seiner Macht beraubt, weil’s nicht nur gut tut, dem Gewicht hilft, sondern auch ganz klar die Lebensqualität in Sachen Kopfschmerzen verbessert.

… und das ist wundervoll!

Erzwungene Regeneration

Nachdem ich dieses Jahr bereits über 250 Kilometer hinter mich gebracht habe, kam vorletzte Woche dann der erste Rückschlag. Natürlich ist mir klar, dass Ende März Anfangen und bis Mitte des Jahres 250 Kilometer zu laufen nicht unbedingt eine Top-Leistung ist, aber im Vergleich zum letzten Jahr, in dem ich gar nichts auf die Reihe bekam, ist das eine massive Steigerung und meiner Ansicht nach ein Schritt in die richtige Richtung.

Mitten in meinen Vorbereitungen zum Campus-Run auf dem Gelände der Uni Stuttgart am 7.7. zwickte es dann an einer Stelle doch etwas hartnäckiger. Für mein Gefühl der Knochen, hinter dem Knöchel, unterhalb der Achilles-Sehne tat weh. Mal mehr, mal weniger, beim Laufen ging es recht schnell weg, kam aber wieder. So richtig besser wurde es über eine halbe Woche wenig und langsam Laufen nicht, eher schlimmer. Also setzte ich das Laufen erstmal aus. Aber auch eine halbe Woche gar nicht Laufen löste das Problem nicht, der Schmerz verschob sich ein bisschen, veränderte sich, ging nicht weg.

Also ging ich zu meinem Hausarzt, der drückte ein bisschen an der Achilles-Sehne herum, machte sich wohl Sorgen, es sei die Sehne selbst. Er fragte nach meiner bisherigen Laufleistung und drückte dabei weiter unten – ich protestierte erschrocken erstmal mit einem „Aua!“ und erklärte dann, 250km seien auf „dem Gerät“ schon drauf, dieses Jahr. Das beruhigte ihn – beides. Aufgrund der Laufleistung und der Stellen des Schmerzes könne er Probleme direkt an der Sehne und Ansätze zu einem Ermüdungsbruch ausschließen – letzteren hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Er sprach von einer Sehnenansatz-Reizung, maximal einer leichten Entzündung. „Vergällt einem das Laufen, geht meistens mit der Zeit von allein wieder weg, ist lästig, schmerzhaft, aber in aller Regel nicht gefährlich.“ Im Zusammenhang mit meiner Colitis Ulcerosa und deren Medikation wollte er aber systemische Gabe von Diclofenac nicht empfehlen. Daraufhin habe ich ein bisschen herumgesucht und gemerkt: ich hätte mir das auch selbst diagnostizieren können, das Wissen habe ich inzwischen. Aber Schmerz funktioniert individuell, in so fern war’s wesentlich besser, den Arzt draufgucken zu lassen. Ein bisschen weiter schonen, ein bisschen Nachhilfe mit Diclofenac lokal und „von außen“ und schon war’s komplett wieder gut.

Nun hieß es: wieder ins Training, weiter auf den Campus-Run zu Trainieren! Gestern war es so weit, ich stellte mich auf ein deprimierendes Ergebnis, auf einen ordentlichen Verlust ein. Am Anfang der 8,6km-Runde war das GPS am Handy wohl mit den Satelliten nicht ganz glücklich, sprang zwischen 12min/km und 3min/km hin und her, schien sich auf 7:20/km einzupendeln – und das wollte ich so nicht akzeptieren. Also gab ich Gas. Nach einem Kilometer war GPS sich mehr mit sich selbst einig und 5:59 standen auf dem Display – das motivierte mich. Also nahm ich mir vor, das Tempo durchzuhalten, auch über die erste kleine Steigung hinweg. Dort verliere ich normal die Zeit vom ersten Kilometer, aber dieses Mal nicht. 6:01 pro Kilometer war’s nach der wirklich nicht sehr langen Steigung. Meine Laune stieg. Über die Felder wurden’s wieder unter sechs Minuten und Zuhause standen dann tatsächlich 5:54 pro Kilometer auf dem Display, GPS hatte dieses Mal (im Verhältnis zu früheren Läufen auf gleicher Strecke) sogar 200 Meter weniger registriert, und ich war ziemlich stolz. Denn das erste Mal dieses Jahr bin ich eine etwas längere Strecke von knapp neun Kilometern in unter 6min/km gelaufen. Meine Muskeln haben die erzwungene Ruhepause also nicht genutzt, um gleich wieder in den „brauchst uns ja eh nicht“-Trott zu verfallen.

Eine sehr motivierende Erkenntnis!