Sportfazit Juli

Am Ende eines Monats habe ich dann immer was zu bloggen. Freilich fällt mir auch sonst meist irgendwas ein, aber manchmal scheitert’s auch an der Zeit. Für das Monatsfazit nehme ich mir aber meistens dann doch die Zeit… und im Juli lief’s wie folgt:

Zusammenfassend lässt sich sagen: Ich habe alle beabsichtigten Sportarten betrieben, ich bin bei allen weiterhin auf dem Weg zur Zielerreichung oder habe das Jahresziel bereits erreicht oder überschritten. Allerdings blieb manches trotz Sommermonat hinter der „Monatserwartung“ zurück:

  • Rad gefahren bin ich rund 624 Kilometer – vier mehr als die angesagten „20 pro Tag im Schnitt“.
  • Geschwommen bin ich sogar 6,7 Kilometer, mein Ziel sagte nur „1000 Meter pro Tag im Schnitt“. Daher habe ich beim Schwimmen auch mein Jahresziel von 12 Kilometern schon erreicht – im ersten Jahr, in dem ich das Schwimmen wieder betreibe und auch erfasse. Das heißt aber nicht, dass ich nicht weiter schwimmen will – im Herbst hoffe ich auf ausreichend niedrige Inzidenzen, um einen Kraulkurs belegen zu können.
  • Beim Skaten kamen mir Urlaub, Wetter und auch teils ein bisschen die Motivation in die Quere – vorsichtige eintausend Meter pro Tag im Jahresschnitt sind angesagt, da bin ich gut davor – aber im Juli habe ich nur insgesamt 10 Kilometer drauf gebracht. Naja, kommt wieder.
  • Auch beim Laufen habe – wenn auch knapp – das auf den Monat runtergebrochene Jahresziel verfehlt: Nur 290 Kilometer standen am Ende auf der Liste. Allerdings habe ich mit 4250 Höhenmetern den steigungsintensivsten Monat meiner Laufkarriere absolviert, den größten Teil davon im Urlaub an den Anstiegen des rechtsrheinischen Ufers des Mittelrheins.
  • Mit 59,5 Stunden Sport im Juli lag ich etwas unter den zwei pro Tag, die ich angesetzt habe, beim Eigengewichts-Krafttraining, Balance-Board und Dehnen ist aber alles gut im grünen Bereich.

Da ich aber vor dem Juli bereits einige „Vorleistungen“ erbracht habe, bin ich bei allen meinen Zielen dem Soll voraus und werde zum Jahresende meine Ziele erreicht haben, wenn es auch nur vage so weiter geht:

Highlights des Juli lagen vor allem in mehr Höhenmetern – vor allem beim Laufen, aber auch beim Radfahren wage ich mich wieder an mehr Steigungen. Bei den Radfahrten halte ich das erst für den Anfang, bei den Höhenmetern wird der August ziemlich sicher ein „Back to Normal“ bringen.

Schwimmen wird bei mir langsam auch ein Teil der Routine, das kam aber vor allem in Juni und Juli, wie man unten sieht:

Schwimmkilometer und Schwimmzeit.

Was der August nun bringen wird? Keine Ahnung. Schwimmen, Radfahren, Laufen, beim Skaten wieder sicherer werden und Bremstechniken lernen – das wäre schon nett. Auch die Höhenmeter beim Radfahren hochzuschrauben wäre mir ein Anliegen, aber das mache ich Stück für Stück. In jedem Falle sind viele Intervalltrainings geplant, denn im September soll meine Bestzeit im Halbmarathon unterboten werden.

Ein bisschen mehr bloggen würde ich allerdings auch gerne wieder, aber irgendwas ist ja immer.

One done, nine to go

Mein Zielerreichungs-Dashboard in meinem Trainingstagebuch, Stand gestern.

Ich habe mir für dieses Jahr Ziele definiert – gewohnt ambitioniert für’s Laufen, inzwischen auch ambitioniert beim Radfahren: zehn Kilometer Laufen am Tag im Jahresschnitt und zwanzig Kilometer Radfahren pro Tag, ebenfalls im Jahresschnitt. Bei beiden Zielen bin ich gut auf dem Weg. Auch die Gesamtstrecke und auch die Zeit, die ich mit Sport verbringen will, wird durch laufen und radfahren dominiert: zwei Stunden am Tag würde bei 10 km/h zu Fuß und 20 km/h auf dem Rad genau mit meinen Zielen an Kilometern korrespondieren. Ich bin freilich etwas schneller als das… aber es kommen ja weitere Sportarten dazu. Diese bedingen auch, nach vorsichtiger Zielsetzung, dass die Gesamtkilometer pro Tag im Jahresschnitt ein wenig über den 30 Kilometern pro Tag liegen, die sich aus meinen beiden Hauptsportarten ergeben.

Vorsichtig definiert habe ich die Streckenziele, die im vergangenen Jahr gar nicht beackert wurden: Schwimmen und Inlineskaten. Bei ersterem habe ich extrem vorsichtige 1000 Meter pro Monat definiert – und die sind mit den gestrigen Kilometern erfüllt. Beim Skaten bin ich recht weit, ein Kilometer im Schnitt pro Tag ist aber auch ein sehr vorsichtiges Ziel. Vorsichtige Ziele sind aber bei Dingen, die man nicht einschätzen kann, gute Ideen, finde ich.

Was Krafttraining, Dehnen und Balance angeht, bin ich auch auf einem guten Weg und das kann ich auch recht gut einschätzen.

Aber am Ende des Tages ist erstmal zu feiern, dass ich mein erstes Jahres-Mengenziel bereits 23 Tage nach der Jahresmitte erreicht habe. Ich werde dennoch weiter schwimmen gehen – im Herbst ist, sofern die Auswirkungen der Delta-Variante es zulassen, sogar noch ein neu zu erlernender Schwimmstil, nämlich kraulen geplant. Ich hoffe, der Kurs wird stattfinden. Ich schwimme zwar schon solide über 2 km/h Brust, aber Kraulen ist halt doch ein deutlich schnellerer Stil – und den würde ich gerne lernen.

Nicht ganz so kurz, aber krass: Neues Spielzeug

Ich habe mir ein neues Spielzeug gekauft – eine Action-Kamera. Da meine Ausrüstung zum Messen am Rad weitestgehend aus Garmin-Tools besteht, wurde es eine VIRB-Kamera. Dass die Akku-Laufzeit im Verhältnis zu meinen Hoffnungen bei allen Action Kameras nicht besonders ist, war mir bewusst, macht mir aber nichts aus – denn ich habe mir einen Stall voll Ersatzakkus auf Halde gelegt. Andere Action Kameras können auch nur ca. 25% länger als meine Garmin VIRB. Nach ein paar Experimenten mit der Kamera auf dem Helm habe ich sie nun – mit zwei Verlängerungen – unter meinen Radcomputer, also unterhalb des Lenkers an der Licht-Aufhängung angebracht. Damit habe ich meinen heutigen Anlauf auf einen „Übungsberg“, nämlich den „K3548 Climb“ vom Schützenhaus in Muggensturm hinauf an die Straße zwischen Bischweier und Waldprechtsweier gefilmt. Die Strecke und meine heutige Leistung in Form eines Strava-Screenshots findet ihr im Bild:

Strava-Screenshot des Segments, das ich heute gefahren bin.

Ich habe das Segment inzwischen vier Mal absolviert – es ist nicht ganz unanstrengend für mich, da ich noch nicht ganz so bergfit bin, wie ich es gerne wäre. Spannend finde ich an meiner Kamera, dass ich eben auch die Daten aus meinen Sensoren am Rad benutzen kann… und sie in dem Video einfügen. Mit dem Sound bin ich noch nicht vollends glücklich, auch der kleine Fleck, der irgendwie auf die Linse geriet, ist noch ein kleines Manko. Aber ich habe eine Fahrt aufgezeichnet und zeige dabei die Daten.

Mich selbst begeistert diese Art der Dokumentation kleinerer Schnipsel meiner Touren. Für’s Laufen werde ich noch ein bisschen damit experimentieren müssen. Vielleicht werde ich auch nicht meine Media-Bibliothek in WordPress mit großen Videos vollpacken, sondern stattdessen lieber einen mit den Highway Tales verbundenen Youtube-Kanal aufmachen – muss man sehen. Was Ihr unter den Geräuschen des Rahmens und der Schaltung hört, ist übrigens mein Keuchen! Aber erstmal finde ich das hier sehr ermutigend.

Und zwar sowohl die Radfahrleistung als auch die Dokumentation.

Entwicklung

Ich habe mal wieder diesen Moment, wo ich zurückschaue. Denn oft ist es ja so: Man denkt, still zu stehen, nicht voranzukommen. Und dann dreht man sich um und sieht die Fußstapfen des Weges, den man bis zum aktuellen Standort gekommen ist. So ging es mir heute. Der Nachbar und die Nachbarstochter waren auf der Straße und die junge Dame radelte etwas skeptisch mit ihrem Fahrrad durch die Gegend. Der Nachbar selbst schraubte dann wieder an ihrem Sattel herum, er hatte einen Sechskant-Schlüssel in der Hand. Ich guckte einen Moment, während ich die Gepäcktaschen und den Hänger (Codename „Greyhound“) an meinem „Red Flash“ befestigte. Offenbar hatte sie eine neuen, komfortableren Sattel bekommen und experimentierte damit herum. Er stellte den Sattel nach eigener Aussage schon das vierte Mal weiter runter.

Dann philosophierten wir ein bisschen über Beinlänge, Sattelhöhe, ergonomische Sitzposition und darüber, die Füße beim Radeln auf den Boden zu kriegen. Schließlich probierte sie es nochmal, dann meinte sie, nun spüre sie es in den Knien. Ich ging in die Hocke und schaute mir die Kurbel an – eine 175er Alivio-Kurbel, allerdings eine alte, die noch nicht auf einer Hollowtech II Nabe sitzt. Dann stand ich auf und verglich ihre Beinlänge mit meiner. Schließlich brachte ich auf, dass man vielleicht über die Zeit mal mit kürzeren Kurbeln versuchen könnte – meine 175er am „Red Flash“ sind zwar für mich noch okay, aber ich bin deutlich größer als die junge Nachbarin… und somit erklärte ich, dass ich zwar eine 172,5er Ultegra-Kurbel links übrig habe, aber leider ist das halt eine für Hollowtech II Innenlager, und somit nicht kompatibel zum Austesten – eine rechte Kurbel hätte ja immer noch gefehlt. Schließlich erklärte ich noch, dass man eine Kurbel so lang wie möglich und so kurz wie nötig wählen solle – längerer Kurbelarm gibt besseres Drehmoment, zu lange Kurbel belastet die Knie.

Vermutlich habe ich nur Ideen geliefert, wonach die Nachbarn suchen können, um das Problem zu lösen. Aber mich brachte es zum Nachdenken:

Im November 2019 bekam ich von meinem Schwiegervater den „Silver Surfer“, ein Alu-Mountainbike geschenkt. Ich hatte erst Probleme zu fahren, dann lernte ich ein bisschen mehr. Dann versuchte ich, die verstellte Schaltung neu einzustellen, schaffte es, aber machte einen Fehler, so dass mir die Kette runtersprang. Auch das kriegte ich wieder auf die Reihe. Dann lernte ich ein bisschen was über Einstellung der Schalt- und Bremszüge, schließlich im Juni 2020 kaufte ich mir den „Green Scooter Killer“. Zuerst fiel mir die Technik der Räder noch schwer, aber inzwischen habe ich eine Leistungsmesserkurbel links montiert – sogar zweimal. Ich weiß ein bisschen was über Innenlager-Standards bei Shimano-Kurbeln, habe meinem Mann die Scheibenbremsen gewartet und meine Ultegra-Felgenbremsen repariert. Ich fürchte mich ein bisschen vor der Montage, bin aber zuversichtlich, eine rechte Leistungsmesserkurbel und ein neues Innenlager montieren zu können, sobald die Kurbel für den Green Scooter Killer da ist – außerdem habe ich am Lenker Zeitfahr-Extensions montiert.

In anderthalb Jahren bin ich von einer, die kein Rad fährt, zu einer geworden, die teils ihre Räder schon selbst wartet – und zumindest bis zu einem gewissen Grad auch anderen dabei helfen kann. Irgendwie komme ich nicht drum herum, auf meine Fußstapfen (oder eher Reifenspuren) der letzten 18 Monate Radfahren zu schauen und zu denken: „Is’n Ding!“

Turmberg-Trophy

Wie ich schon in Und sie wettkämpft doch! geschrieben habe, ist auch das erste Halbjahr 2021 nicht ganz wettkampffrei. Ich müsste das mal auf die Wettkämpfe-Seite aktualisieren, aber zur Zeit ist so viel los, dass ich irgendwie nicht dazu komme.

Nun gab es bei einem Wettkampf sogar Preise! Vergangenen Sonntag fand am bisher einzigen Sommertag des Frühlings am Karlsruher Turmberg die „Turmberg Trophy 2021“ statt. Die Turmberg Trophy ist eine Sonderwertung des Turmbergomaten, die nur die Zeiten akzeptiert, die am Wettkampftag erlaufen und erfahren wurden. Es gibt die Fahrrad-Wertung, die ein wenig das Zentrum des Turmberg-Rennens darstellt, die Lauf-Wertung und die Turmberg-König- bzw. Turmberg-Königin-Wertung, die über die Zeitsumme beide Wertungen kombiniert.

Beim Radfahren gewinne ich – weiterhin – noch keinen Blumentopf. Freilich, ich komme nicht richtig los, wenn ich auf Verkehr achten muss, ich bin am Sonntag aus den Cleats gerutscht beim Start, das sind aber alles Ausreden. Nichts davon hätte mich unter 6:00 gebracht, und die Siegerin auf der 1,75-Kilometer-Steigung schaffte das in nur 5:28. Beim Laufen war ich zwar auch neun Sekunden schlechter als vergangenes Jahr, das hat aber immer noch gereicht, um mit zehn Sekunden Vorsprung schnellste Läuferin zu sein. Und so ging es heute zur Siegerehrung:

Meine Preise von der Turmberg-Trophy vor dem Logo-Poster „Star Cargo“.

Das Bild vom Treppchen reiche ich nach, sobald die Karlsruher Lemminge es online stellen – denn ich hatte zwar mein Handy dabei, aber nicht dran gedacht, es jemandem zum fotografieren in die Hand zu drücken. Zur Siegerehrung bin ich nämlich von zuhause mit Rückenwind nach Karlsruhe geradelt und mit Gegenwind zurück. Auf dem Heimweg kam mir noch die Siegerin des Radwettbewerbs und Turmberg-Königin entgegen, wir grüßten uns – und reichten detailliertere Grüße per Whatsapp nach, da es zu schnell ging.

Der dritte Pokal in meiner Laufkarriere!

Und sie wettkämpft doch!

Eigentlich hatte ich für dieses Jahr das mit den Wettkämpfen weitgehend abgeschrieben. So „richtige“ Wettkämpfe mit einem halbwegs gleichzeitigen Start, der genau diese anregende Konkurrenz ermöglicht, der den Zuschauern eine Show und durch die Zuschauer eine Motivation für die Läufer bietet, das beißt sich mit den Hygiene-Regeln. Virtuelle Wettkämpfe habe ich für mich irgendwie als schwierig erlebt…

Aber die eine oder andere Organisation hat doch einen Weg gefunden, wie man mich an Bord bekommt:

  • Da ist der Weingartner Lebenslauf von Blut e.V., bei dem über 15 Tage (vom 08.05.-22.05.) Kilometer gesammelt, die dann in Spenden zugunsten der Bekämpfung von Krebs verwandelt werden. Da mache ich mit und finde es klasse. Ich habe mir sogar ein Extra-Diagramm gebastelt, da die roten Punkte pro Kilometer, die man auf die Startnummer klebt, bei meinen Laufleistungen schnell unübersichtlich werden können:
  • Dann ist da der GemeinsamRun des Baden-Marathons: Drei so wenig virtuelle Halbmarathons (jeweils mit Zehner dabei), wie virtuelle Läufe es sein können: Man hat eine Startnummer mit Sensor, es gibt eine abgesteckte, markierte, einzig nicht abgesperrte Strecke, Zeiterfassung über den Chip in der Startnummer und Sender/Empfänger entlang der Strecke. Jeweils drei Wochen Zeit hat man, Läufe in den Wettkampf einzuzahlen. Im April gab’s den Lauf zum Rhein, im Mai kommt der Lauf im Hardtwald und dann kommt noch im Juni der Lauf aus Richtung Ettlingen. Ich habe den abgelaufenen Wettkampf jeweils mit Laufpartnern bestritten, bin mit dem Fahrrad nach Karlsruhe angereist. Ich freue mich auf die anderen zwei!
  • Und zu guter letzt: Die Turmberg-Trophy! Gestern, am 09.05., war Turmberg-Trophy! Dafür wird der turmbergomat genutzt, eine Stechuhr-Zeitmessung am Karlsruher Turmberg. 1750 Meter Strecke mit über 100 Metern Höhengewinn, und am 09.05. gab’s dort die Sonderwertung. Es waren Leute mit Maske und Pavillon vor Ort, haben Läufer und Radler unterstützt. Über meine Radleistung wollen wir nicht sprechen (6:53 für die Strecke sind 1:25 Rückstand auf die schnellste Radlerin, meine Sport-Löwen-Baden-Vereinskollegin Sandra – aber ich bin immerhin auch beim Start aus den Cleats gerutscht und habe somit zumindest für ein paar Sekunden davon eine „gute Ausrede“)…

    Aber beim Laufen lief es richtig gut:
https://turmbergomat.de/

Mit 40 Lauf-Kilometern für Blut e.V., 40 Kilometern Rad-Einkaufs-Reise, 50 Kilometern Radfahrt zum und vom Turmberg sowie 1,75 Kilometern hoch auf den Turmberg und derselben Strecke wieder runter kann man nur sagen: Was ein Wettkampf- und sonstiges Sport-Wochenende!

Seit drei Wochen…

Haben wir unsere Wocheneinkäufe mit dem Fahrrad absolviert, Essen von lokalen Restaurants bestellt und mit dem Fahrrad abgeholt…

Im letzten Jahr habe ich beim Stadtradeln in Bietigheim noch gedacht: „Hmm, ohne Auto drei Wochen Einkäufe bestreiten… was Stadtradeln von seinen ‚Stadtradeln-Stars‘ will, kriegen wir noch nicht hin.“ Ja, ich hatte die Phrase „noch nicht“ gedacht. Nun konnte ich diese beiden Wörtchen streichen. In der Tat: Wir kriegen es nun doch hin, Wocheneinkäufe, Abholungen bestellten Essens und so weiter mit dem Rad zu schaffen.

Freilich, Radfahren ist für mich auch Sport. Mittlerweile ist es aber auch seit über einem Jahr mein einziges Pendelgefährt, seit drei Wochen mein Einkaufsvehikel und so weiter. Das wurde auch möglich, weil ich neben dem „Green Scooter Killer“, meinem heißgeliebten Carbon-Rahmen-Rennrad, auch noch den „Red Flash“ angeschafft habe, ein Touren-Rennrad, das mit Gepäckgestänge vorn und hinten sowie Schutzblechen, robustem Stahlrahmen, Tourenschaltung mit Kettenschutz und drittem, kleinem Kettenblatt sowie Anhängekupplung punktet. Man könnte sagen, der „Red Flash“ ist das SUV in meiner Garage, er steht neben dem Sportgefährt „Green Scooter Killer“ und dem momentan nicht wirklich genutzten „Silver Surfer“, dem alten Mountainbike, das ich von meinem Schwiegervater vor gerade mal anderthalb Jahren geschenkt bekam.

Ich bin derzeit ernsthaft am Überlegen, neben meinen Strecken zu Fuß (Laufen), auf dem Rad sowie auf Inline-Skates auch noch über meine Autofahrstrecken Buch zu führen. Interessant wäre das sicher, um mal zu sehen, wie viel oder wenig Autofahrten eben doch noch zu meinem Leben gehören. Beim Autofahren lässt sich das ja ganz gut dokumentieren, schwieriger wird’s beim ÖPNV. Der spielt in meinem Leben derzeit coronabedingt kaum eine Rolle, weil ich lieber mit dem Rad fahre, als mich mit Maske in eine Bahn zu setzen. Als Sicherheit habe ich meine Monatskarte für das Netz des KVV aber behalten und werde das auch weiter tun – und ich hab‘ sie immer dabei. Kann ja immer mal was Unvorhergesehenes sein!

Im Juni ist wieder Stadtradeln bei uns im Ort angesagt. Die Aktion geht über drei Wochen. Ich halte es mittlerweile durchaus für realistisch, in diesem Zeitraum zu leben wie ein „Stadtradeln-Star“, also kein Auto zu nutzen, auch nicht als Mitfahrerin.

I’ve got the Power!

Jeder hat jetzt den Song von Snap! im Ohr, oder? Ich auch – und darauf habe ich natürlich angespielt. Allerdings wollte ich auf etwas anderes hinaus. Ich habe heute mein (sauberes) Rennrad aus der Garage geholt und im Wohnzimmer auf den Ständer gestellt, mit einem Stück Pappe drunter, falls doch Schmutz oder Fett dran gewesen wäre. Dann habe ich ein wenig herumprobieren müssen, aber schlussendlich habe ich es doch geschafft, die linke Kurbel abzumontieren – und schon hatte ich eine linke Ultegra-Kurbel in 172,5mm Länge in der Hand. Die andere, mit Powermeter drin, lag noch in der Schachtel. Diese habe ich dann draufgeschraubt, noch das Kombi-Pedal (Plattform und SPD-Cleat) von der alten auf die neue Kurbel versetzt… und dann ein bisschen die Kurbel gedreht.

Zuerst bekam ich keine Anzeigen, als ich das Ding mit meinem Edge 830 koppelte. Aber das ist kein Wunder: Ich drehte ja nicht schnell und Kraft übte ich auf die Pedale auch nicht wirklich aus. Also führte kein Weg an einer Testfahrt vorbei:

Leistungsmessungs-Testfahrt.

Ich bin ganz angetan, nun einen neuen Messwert zu haben. Ein bisschen werde ich noch damit zu spielen haben, eventuell wird der neue Messwert auch bedingen, dass ich wieder ein „Auto-Lap“, also eine automatische Rundenbilanz nach einem Kilometer Fahrt, auf dem Edge einstelle. Eigentlich fände ich das nämlich sehr interessant, so ein bisschen die Streckenabschnitte nach Leistung, Tempo und Puls zu charakterisieren.

Geschwindigkeit, Leistung, Trittfrequenz, jeweils Momentanwerte.

Vermutlich wird mir auf Dauer nicht reichen, nur die besten 5 Sekunden (heute: 424 Watt), die beste Minute (heute 258 Watt) usw. anzuzeigen, sondern ich werde eine durch längere Mittelung geglättete Kurve wollen. Aber es war ja nur ein erster Test. Ich muss mich dem ganzen erstmal annähern. Auf jeden Fall bin ich begeistert, dass es auf Anhieb funktioniert hat. Nun muss ich nur noch die andere Kurbel auf das andere Rad montieren…

Fazit: Der April ist nicht so gelaufen

Es bleibt dabei – gut wird’s erst wieder im Mai. Der April ist einfach nicht mein Monat. Letztes Jahr war ich verletzt, Zehenstreckerzerrung. Dieses Jahr war’s subtiler: Kopfschmerzen, Motivationsprobleme, eine schmerzhafte Hämorrhoidenepisode. Auch wenn Ihr jetzt sicher alle schreiend wegrennt. Wie kann sie nur sowas schreiben!

Einzig beim Radfahren gab es Fortschritte – freilich, wie oben zu sehen, nicht in der Kilometerleistung. Aber ich habe mit dem neuen Radanhänger und den Front- und Backroller-Taschen drei von vier Wocheneinkäufen und zwei Abholungen von bestelltem Essen bestritten. Außerdem wird mehr und mehr gesetzt, dass ich auch draußen mit Klickpedalen fahre:

Mit den Kilometerzielen läuft’s immer noch gut, das Sportstundenziel ist auch noch in Reichweite. Einzig Schwimmen bleibt eine Baustelle, aber das kann ich derzeit auch nicht ändern: