Regenrennen in Prag

Da ich dienstlich in Prag war, wollte ich hier natürlich auch eine kleine Laufeinheit zubringen. Das hat am Abend der Ankunft nicht mehr geklappt, da waren wir gut essen und danach noch ein bisschen durch Prag spazieren gehen, so dass ich wenigstens ein bisschen was mitbekommen habe.

Am gestrigen Morgen allerdings hatte ich dann großen Spaß daran, doch noch zu einem Lauf zu kommen. Es regnete zwar nahezu die ganze Zeit, aber zumindest konnte ich vom Hotel um kurz nach sechs im Trockenen loslaufen. Wir wohnten am Nordende der Altstadt – und ich hatte mir im Vorfeld schon ausgeguckt, dass ich zum Metronom laufen würde. Mir war beim Blick auf die Karte nicht klar, wie hoch der Metronom eigentlich über der Altstadt liegt. Das war mir dann allerdings auch egal, als ich es beim Nachlesen über den Metronom im Netz im Vorfeld herausfand. Ich lief also vom Hotel los, hatte zweimal an Ampeln zu warten, überquerte die Moldau – und dann ging es bergauf – Treppen, Steigungen. Das zieht ganz schön in den Beinen, aber es trainiert andere Muskeln als das übliche Laufen im Flachland, und das ist ja durchaus wünschenswert. Ich hatte mir eigentlich eine halbe Stunde gegeben, für den Lauf, aber es wurde dann doch etwas länger – beim Orientieren im Park hoch über der Moldau nach 14 Minuten Lauf stellte ich fest: Es ist nicht mehr weit zum Metronom. Das machte ich dann auch noch – und es lohnte sich:

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Ein tolles Teil ist der Metronom. Ich habe gelernt – im Vorfeld und durch Erzählungen eines der Kollegen an der Uni in Prag, mit denen ich im Laufe des gestrigen Vormittags diskutierte – dass auf dieser Stelle früher eine große Stalin-Statue stand, die diesen herrlichen Blick über Prag genießen durfte. Nun steht dort der Metronom, der langsam, aber sicher hin und herschwingt und das Vergehen der Zeit anzeigt. Ein ganz spezieller Ort, den einzufangen auf einem Foto gar nicht so leicht ist. Trotz der wundervollen Architektur und der vielen Geschichte war der Metronom mein Prag-Highlight – trotz des Wetters, der frühen Morgenstunde und der nicht optimal langen Nacht:

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Natürlich habe ich auf dem Rückweg etwas länger gebraucht – bei Nässe Treppen und steile Wege hinunterlaufen ist riskant, also macht man langsam – und natürlich fing es auf dem Rückweg zu regnen an. Gleichwohl: Ich fand den kurzen Run klasse und werde den Metronom bei der nächsten Prag-Reise sicher wieder besuchen – dann vielleicht für eine deutlich längere Runde bei eventuell sogar besserem Wetter.

Eine weitere Fernautobahn komplett …

Wie schon einmal beschrieben, sammle ich Autobahnen. Nun ist die Sammlung permanent am Wachsen, allerdings natürlich mit der Zeit langsamer. Autobahnen oder Abschnitte von Autobahnen, die ich in den ersten zehn Jahren des Sammelns nicht befahren habe, gehören auch sehr wahrscheinlich in den fünf Jahren darauf nicht zu meinem Revier. Aber es gibt Ausnahmen.

Im Juli habe ich während des Urlaubs ein nördliches Stück der A31 hinzugefügt, ebenso den Rest der A28, der noch fehlte – auch die A3 habe ich vervollständigt. Im Jahr 2017 habe ich also nach A5 und A2 meine dritte große, einstellige Fernautobahn komplett befahren – natürlich nicht am Stück, aber zumindest alle Stücke einmal. Wer hätte gedacht, dass 2017 gleich noch eine dazukommt?

Ich hätte es nicht gedacht. Aber es ist geschehen: Da ich zusammen mit zwei Kollegen nach Prag auf Dienstreise gefahren bin, nahmen wir einen Mietwagen, zumal die Kollegen nicht in Prag ihren Termin hatten, sondern etwas außerhalb und so den Mietwagen gut gebrauchen konnten. Kurz vor Nürnberg löste ich einen Kollegen beim Fahren ab und konnte so das Stück A6, das ich noch nicht befahren hatte, meiner Sammlung einverleiben: A6 Kreuz Altdorf bis tschechische Grenze Waidhaus. Somit würde nur das Stück von Saarbrücken Goldene Bremm bis Frankreich fehlen – aber dahin habe ich mich mal verfahren, insofern – A6 komplett! Yay!

Damit bin ich 7095 Kilometer auf deutschen Autobahnen gefahren – endlich die 7000 übersprungen! – dabei 78 verschiedene Autobahnen (also unterschiedliche Nummern) befahren, 37 davon (47%) in voller Länge – und vier von denen in voller Länge sind einstellige Fernautobahnen.

Ganz schön krass, wenn man sich mal überlegt, dass ich weder Fernfahrerin noch Vertreterin bin.