Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf

Während ich derzeit noch ein wenig in der Erholungsphase nach dem Halbmarathon hänge, richten sich meine Gedanken schon langsam wieder aus. Natürlich gibt es im Moment gute Gründe, nicht (so viel) zu trainieren: Es gab das berüchtigte „Offene Fenster“ nach dem Wettkampf, in dem das Immunsystem nach der Anstrengung anfällig wird. Zum Glück scheine ich mir nichts eingefangen zu haben – nur mein Mann wurde krank, aber ich habe mich wohl nicht angesteckt. Um da nichts zu riskieren, habe ich das Training noch nicht wieder hochgefahren, zumal das Wetter unbeständig war und ich nach der Arbeit, wenn es nicht gerade regnete, mit auf dem Gerüst stand und an der Fassade mit gestrichen habe.

Aber die nächsten Wettkämpfe stehen schon auf dem Plan:

  • Campus-Run der Universität Stuttgart am 19.07.2018, ein Zwölf-Kilometer-Lauf in durchaus etwas fordernden Profil auf dem Campus Vaihingen an der Universität Stuttgart
  • Baden-Marathon am 23.09.2018, mein erster Marathon überhaupt.

Noch ein bisschen vage ist die Idee, wieder zum Köhlbrandbrückenlauf zu fahren, aber das wird sich dann klären. Schließlich ist die Köhlbrandbrücke angezählt. Dieses Mal weiß ich auch ein bisschen besser, wo ich genau hingucken will beim Laufen – den Blick auf das Containerterminal Altenwerder hatte ich letztes Mal nicht so richtig mitbekommen. Ob sich zwischendrin noch weitere Wettkämpfe finden, die ich gerne mitlaufen möchte, weiß ich noch nicht. An großen Wettkämpfen – also Halbmarathon- und Marathondistanz – empfinde ich zweimal pro Jahr für mich als völlig ausreichend, zumal sich im Kopf langsam die Idee formt, nächstes Jahr auf Halbmarathon in 1:29:59 zu trainieren, also noch sechs Minuten schneller zu werden. Vielleicht wird der Versuch wieder in Mannheim stattfinden, oder ich fahre zum HASPA Marathon nach Hamburg nächstes Frühjahr. Aber 2019 ist noch lange hin. Erstmal stehen noch zwei fest geplante Wettkämpfe für 2018 an – und für den Marathon habe ich noch viel zu tun.

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Jahres-Lauf-Bilanz

Zunächst einmal: 2017 war das sportlich aktivste Jahr meines bisherigen Lebens. Als Jungendliche war ich schrecklich faul, selbst in den besseren Jahren. 2017 dagegen ging es ganz schön ab, für meine Verhältnisse. Ich bin einen Halbmarathon gelaufen, dazu zwei Wettkämpfe über zwölf Kilometer. Dazu habe ich erstmals meine Lauferei über zehn der zwölf Monate durchgehalten – und dass zwei fehlen, liegt nur daran, dass ich erst im März angefangen habe, nicht daran, dass ich zwischendrin pausiert hätte. Das fühlt sich schon einmal großartig an! Zudem habe ich etwa dreizehn Kilogramm abgenommen und meinen abgeschätzten Körperfettanteil drastisch reduziert – man sieht das, und gemessen habe ich es auch. Seit diesem Jahr haben wir auch ein Laufband, auf dem ich schon den einen oder anderen Lauf absolviert habe.

Hier folgen nun die Daten im Detail:

StreckeZeit.png

Man sieht recht deutlich, dass sich das Tempo über die Zeit „etwas“ gesteigert hat – und zwar nahezu stetig. Bevor ich allerdings nun mit den abgeleiteten Daten ankomme, also „Pace“ in Minuten pro Kilometer und Kilometer pro Aktivität, möchte ich erst noch dieses Diagramm zeigen:

AktivStrecke.png

Die zurückgelegte Strecke sieht man hier auch wieder monatsweise – das sollte dieselbe Kurve sein wie im Bild oben die Blaue. Der November war nicht so stark, aber im Dezember zeigte die Statistik schon wieder stark nach oben. Hier sieht man nun die abgeleiteten Daten:

PaceStrecke.png

Ich bin also erheblich schneller geworden im Mittel, auch wenn natürlich einiges an Schwankung innerhalb der Monate drin ist – ich habe bewusst Mittelwerte angesetzt. Auch sieht man, dass im Winter natürlich die mittlere gelaufene Strecke pro Aktivität niedriger geworden ist, aber das liegt in der Natur der Sache: Auf dem Laufband laufe ich nicht ganz so weit, außerdem ist das Fenster zwischen Heimkommen und Dunkelheit kleiner. Wie das weitergeht, muss ich mal sehen – aber im kommenden Jahr mit Marathon geplant könnten durchaus noch krassere Kilometer pro Aktivität zusammenkommen.

Von den reinen Laufdaten habe ich noch die Höhenmeter monatsweise summiert und als „Steigung“ durch die Kilometer pro Monat geteilt:

Hoehenmeter.png

Auf dem Laufband und auf den kurzen Strecken im Auwald kommen im November und Dezember natürlich weniger Höhenmeter zusammen. Dann gibt es da noch eine Sache, die ich interessant finde und im kommenden Jahr weiter verfolgen werde: Die Anteile meiner Lauferei auf Laufband beziehungsweise freier Strecke:

KilometerLaufenband.png

Das Laufband haben wir erst seit Oktober, aber wahrscheinlich wird der gelbe Balken im Sommer auch kommendes Jahr eher klein bleiben – im Januar und Februar erwarte ich aber durchaus ein paar Aktivitäten, die zum gelben Balken beitragen.

Und am Ende noch eine Sache: Das Gewicht. Ich habe ja gesagt, dass ich das Gewicht abfangen möchte, auf 63-65kg. Bis jetzt sieht das gut aus. Der Fettanteilsverlust ist auch ein bisschen stagniert – bei diesen Kurven bin ich SEHR gespannt auf das kommende Jahr.

GewichtFett.png

In Zahlen für’s ganze Jahr: Ich bin 178 Mal laufen gewesen. Dabei habe ich 147 Stunden verbracht und 1380 Kilometer zurückgelegt. An Höhenmetern kamen über 5000 zusammen, was durchaus eine ganze Menge ist, für mich und gefühlt.

Insgesamt kann man es nicht anders sagen: Es ist das beste Sportjahr meines Lebens. Zugleich ist es auch das am systematischsten dokumentierte und jenes, in dem ich am gründlichsten und systematischsten an das Training herangegangen bin. Kommendes Jahr hoffe ich, das Ganze noch weiter treiben und auch die Früchte der diesjährigen Herangehensweise mit ernten zu können.

Habe ich Vorsätze für’s neue Jahr? Gute Frage. Gesundbleiben ist wichtig. Alles andere ergibt sich. Neues Jahr, neue Kurven, weiterhin kein Druck. Deswegen mittele ich auch über ganze Monate, um nicht Schwankungen in Lust, Form und Wetter so stark in den Kurven zu sehen, dass ich eine vermeintliche Tendenz auf Krampf umdrehen muss. Man darf gespannt sein!

Neue Anschlussstellen in Hessen, nach Informationen von Hessen-Mobil

Nun ist auch die Antwort zum Thema Autobahnanschlussstellen in Hessen da. Die Behörde hat zwar eine Weile gebraucht, aber das Straßen- und Verkehrswegemanagement Hessen, dem Schlagwort „Hessen Mobil“ unterstellt, hatte sich zwischenzeitlich gemeldet, dass es etwas dauern würde und wann ich die Antwort erwarten dürfe. Normalerweise wartet man bei Bürgeranfragen einfach, ob sich was tut, und es kann dauern, ohne dass man nach der Eingangsbestätigung so recht weiß, was mit der Anfrage geschieht und sogar ob sich überhaupt etwas tut. Da hat mich Hessen Mobil SEHR angenehm überrascht! Das ist dann wirklich Service, obwohl Bürgeranfragen eigentlich nicht die Hauptaufgabe von Behörden sind.

Aber zur eigentlichen Botschaft: Auch in Hessen hält man sich mit neuen Anschlussstellen sehr bedeckt. Das ist auch verständlich, schließlich ist insbesondere im Rhein-Main-Bereich die Bevölkerungsdichte und damit auch die Anschlussstellendichte schon sehr hoch und damit natürlich auch die Störung des frei fließenden Verkehrs durch auf- und abfahrende Fahrzeuge auf den Autobahnen recht intensiv.

Gegenwärtig wird in Hessen nur eine neue Autobahnanschlussstelle im Bereich der A 7/ B 279 geplant. Es handelt sich hierbei um die AS Gersfeld. Hierfür liegt die Zustimmung des Bundes für die weitergehende Planung vor. Nach dem Bau der AS Gersfeld wird die autobahnparallele B 27 abgestuft.
Quelle: Antwort von Hessen Mobil vom 01.08.2017 auf eine Bürgeranfrage von Talianna Schmidt 

Man wird also an der Grenze zwischen Bayern und Hessen, in der Nähe des Endes der A66 bei Fulda, eine neue Anschlussstelle bauen und den Verkehr einer Bundesstraße auf die Autobahn 7 legen. Das ist auch die einzige neue Anschlussstelle, bei der alles recht weit gediehen ist. Aber Herr Heiserholt von Hessen Mobil gab mir noch ein paar zusätzliche Informationen:

Genehmigt ist weiterhin die Errichtung einer AS Sandershäuser Berg an der A 7 im Bereich Kassel. Planung und Bau müsste allerdings durch die Anrainergemeinde erfolgen, die derzeit dieses Projekt aber nicht mehr verfolgt.
Quelle: Antwort von Hessen Mobil vom 01.08.2017 auf eine Bürgeranfrage von Talianna Schmidt

Auch das kann passieren – Planung und Genehmigung einer Anschlussstelle bei Ländern und Bund kann dauern, und dann kann es sein, dass sich die Situation in der Gemeinde verändert hat. Für mein Gefühl würde diese Anschlussstelle eh sehr nahe an Kassel-Nord liegen, so dass vermutlich ohnehin Bauchschmerzen bestanden bei der Genehmigung durch den Bund, der ja einen Abstand von acht Kilometer zwischen Anschlussstellen haben möchte – mit Recht, um die Störung des Verkehrsflusses durch Anschlussstellen zu begrenzen.

Schließlich gab es noch folgenden Absatz:

Im Rahmen des Bundesverkehrswegeplans 2030 ist das Projekt B 275 Ortsumgehung Ober Mörlen in den Vordringlichen Bedarf aufgenommen worden. Hier könnte es zu einer neuen 2. Anschlussstelle an der A5 oder aber der Verlegung der bestehenden AS Ober Mörlen kommen. Näheres wird sich erst in einigen Jahren nach Planungsbeginn der Maßnahme zeigen.
Quelle: Antwort von Hessen Mobil vom 01.08.2017 auf eine Bürgeranfrage von Talianna Schmidt

Hier wird sich wohl erst mit Fortschreiten der Planung etwas ergeben. Insgesamt ist also zu sagen, dass die vielen früher einmal geplanten Anschlussstellen, wie man sie teils noch auf Seiten online findet.

An dieser Stelle freue ich mich noch einmal wie ein kleines Kind über den Service von Hessen Mobil, die freundliche Mail, die Mitteilung damals, dass es noch etwas dauern könne … und die ausführliche, detaillierte Antwort. Das hat mir sehr gefallen.

Geplante neue Anschlussstellen in Baden laut Regierungspräsidien Karlsruhe und Freiburg

Nachdem ich beim Bundesverkehrsministerium (BMVI) und dem Landesverkehrsministerium Baden-Württemberg (MVI BW) weiterverwiesen wurde, habe ich mich nun an die Regierungspräsidien gewandt – jeweils an die Abteilungen 4, in denen das Verkehrswesen angesiedelt ist, konkret an die Referate 44, verantwortlich für den Straßenbau.

Wohl auch durch den Feiertag stehen die Antworten aus Stuttgart und Tübingen noch aus, aber von den Regierungspräsidien Karlsruhe (RPK, Regierungsbezirk Nordbaden) und Freiburg (RPF, Regierungsbezirk Südbaden) haben mir jeweils die Referatsleiter nett und informativ geantwortet. Aus Karlsruhe bekam ich auch ein paar allgemeine Erläuterungen, warum die Sache mit neuen Anschlussstellen eine so komplizierte ist, die ich zwar aus meiner Anfrage aus dem Jahr 2014 schon kenne, aber hier gerne noch einmal wiederhole:

Anschlussstellen stellen stets einen erheblichen Störfaktor für den Verkehrsfluss und die Verkehrssicherheit auf den Autobahnen dar. Erfahrungsgemäß nimmt besonders bei hoch belasteten Autobahnen wie der A 5 mit der Dichte der Knotenpunkte auch die Störanfälligkeit signifikant zu. Daher nimmt das Bundesministerium für Verkehr, Bau und digitale Infrastruktur  (BMVI) gegenüber der Einrichtung neuer Anschlussstellen im Zuge von Bundesautobahnen eine sehr restriktive Haltung ein. Es führt bei jedem Antrag eine Einzelfallprüfung durch und stellt sehr strenge Anforderungen.
Quelle: Antwort des RPK vom 13.06.2017 auf eine Bürgeranfrage von Talianna Schmidt

Natürlich ist es sinnvoll, dass das BMVI bei den Begehrlichkeiten von Anschlussstellen berücksichtigt, dass durch Anschlussstellen, insbesondere auch durch zu eng stehende Anschlussstellen, der Verkehrsfluss erheblich gestört wird. Ich muss gestehen, dass die Antwort des Regierungspräsidiums Karlsruhe für mich aber auch die Frage aufwirft, warum das BMVI, da doch alle diese Anfragen über das Bundesministerium laufen, laut Fachreferat keine vollständige Liste geplanter oder in Prüfung befindlicher neuer Anschlussstellen besitzt.

Zu den Bedingungen für neue Anschlussstellen hat sich das Regierungspräsidium Karlsruhe auch geäußert, und das bringt mich darauf, dass ich neben den angehängten Listen und Tabellen auch den Textkörper des Bundesverkehrswegeplans mal lesen sollte:

Grundsätzlich erfolgt die Prüfung auf der Grundlage eines bundeseinheitlichen Fragekataloges auf Antrag der Straßenbauverwaltung des jeweiligen Landes. In diesem Antrag muss der Bedarf einer neuen Anschlussstelle hinreichend und belastbar begründet werden. Neben der technischen Machbarkeit wie z.B. die Einhaltung der geforderten Mindestabstände zu anderen Anschlussstellen, die Gewährleistung des Verkehrsflusses und der Verkehrssicherheit und die Prüfung der Anbindung an das nachgeordnete Netz, wird insbesondere die Fernverkehrsrelevanz, die verkehrliche Notwendigkeit sowie die Wirtschaftlichkeit (gemäß den Maßstäben des Bundesverkehrswegeplans) geprüft.
Quelle: Antwort des RPK vom 13.06.2017 auf eine Bürgeranfrage von Talianna Schmidt

Soweit zu den allgemeinen Informationen, die sich seit meiner Anfrage – damals vom Landesministerium beantwortet (siehe Link weiter oben) – nicht verändert haben, vom RPK aber noch etwas ausführlicher erklärt wurden. Nun zum „Eingemachten“, also der konkret gefragten Information:

Derzeit wurde vom BMVI im Zuge der Neuanbindung des Baden-Airparks an die A 5 im Bereich von Halberstung eine neue Autobahnanschlussstelle genehmigt. Hierfür wird demnächst unter Federführung des Landkreises Rastatt das Planfeststellungsverfahren eingeleitet.

Desweiteren ist im Bereich von Malsch eine neue Anschlussstelle im Zuge der A 5 in der Diskussion.
Quelle: Antwort des RPK vom 13.06.2017 auf eine Bürgeranfrage von Talianna Schmidt

Zur Anschlussstelle zum Baden-Airpark in Hügelsheim mit Bauwerk im Bereich der Gemeinde Halberstung gibt es auch eine Unterseite zum Projekt beim RPK sowie auf der Seite der Gemeinde Halberstung. Es gibt hier schon recht konkrete Planungen, auch wenn einige Dinge noch in der Diskussion sind.

Eine Anschlussstelle in Höhe Malsch ist laut der Antwort des RP Karlsruhe weiterhin in der Diskussion, aber weit unkonkreter. Viel findet man dazu auch im Netz bisher nicht – eines der Suchergebnisse bei einer Netz-Recherche ist mittlerweile nicht mehr verfügbar, das andere ist eine Stellungnahme des CDU-Gemeindeverbands Malsch.

Im Regierungsbezirk Freiburg bzw. Südbaden sieht die Lage wesentlich einfacher aus, untenstehend die Antwort vom dortigen Referat für Straßenbau:

[…]
derzeit gibt es im Bereich des Regierungspräsidiums Freiburg keine Planungen für Neue Anschlüsse an bestehenden Autobahnen.
Quelle: Antwort des RPF vom 13.06.2017 auf eine Bürgeranfrage von Talianna Schmidt

Beeindruckt hat mich, dass ich postwendend von den jeweiligen Leitern der Referate 44 in den Regierungspräsidien Karlsruhe (Herr Speer) und Freiburg (Herr Kaiser) die oben zitierten, meine Fragen erschöpfend beantwortenden Mails bekam. Noch innerhalb des Arbeitstags, an dem ich angefragt habe, kam etwas zurück. So viel also zum aktuellen Stand im Westen Baden-Württembergs. Ich bin gespannt auf die weiteren Antworten aus Tübingen und Stuttgart sowie vom Verkehrsministerium in Hessen, bei dem ich ebenfalls angefragt habe.

Ich habe versucht, die sich mir zu dem Thema stellenden Fragen mit halbwegs fundierter Recherche zu beantworten. Vielleicht hat sich ja jemand dieselben Fragen gestellt und kann hier auf die von mir gefundenen Antworten zurückgreifen, ohne sich erst die zuständige Stelle herauszusuchen und dort anzufragen.