Überlegungen…

Mein Projekt LAToyA CoRE, der Lego-Teilchenbeschleuniger mit vier Experimenten und einer Therapie-Einrichtung, nimmt ja allmählich Gestalt an. Freilich ist der Kern des Ganzen immer noch der Lego-Teilchenbeschleuniger von JK Brickworks. Allerdings ist die Erweiterung auf zwei gegenläufige Ringe, der Aufbau von Erweiterungen, die Physik-Experimenten nachempfunden sind, die Ergänzung eines Ionentherapiesystems… das ist natürlich noch etwas ganz eigenes.

Mehrfach bin ich nun schon gefragt worden, ob ich Bilder von der fertigen Anlage und Videos vom Betrieb machen und dem jeweils Fragenden verlinken/schicken würde. Klar, mache ich gerne. Eine Frage bildet sich aber auch zunehmend heraus: Die Frage, ob an LAToyA CoRE vielleicht nicht nur spielerisch Begeisterung für Beschleunigerphysik geweckt werden kann, sondern vielleicht auch die Maschine als Vehikel für die Erklärung berühmter oder wichtiger Experimente dienen kann.

Es ist natürlich schwierig – mit den Bällen im Ring und den optisch realen Detektoren nachempfundenen Experimenten kann man zwar gewisse Elemente zeigen, aber anderes fehlt. Dennoch bin ich natürlich Feuer und Flamme für die Idee. Allerdings wird es natürlich schwierig – vermutlich werde ich zusätzlich zu Bildern und Videos der Anlage noch andere Erklärung-Mechaniken erfinden müssen, um das Ganze passend zu LAToyA CoRE zu illustrieren. Ob ich das umgesetzt bekomme – keine Ahnung. Aber es wäre schon was, solche Meilensteine wie die Entdeckung des Higgs-Teilchens, die Idee hinter er Präzisionsmessung von CP-Verletzung am B-Mesonen-System, die Idee von Transmutation mit beschleuniger-getriebenen Systemen oder die Nutzung von Synchrotron-Strahlung für die Forschung zu erläutern. Wobei ich wahrscheinlich mit der Entstehung von Synchrotron-Strahlung, mit der Idee hinter der Funktion eines Synchrotrons, mit der Art, wie man Signaturen zu entdeckender Teilchen aus dem Wust an Signalen filtert, die bei der Kollision vieler Protonen (wie am LHC) oder Protonen und Antiprotonen (wie am Tevatron) herausfiltert.

Aber eine Idee wäre es sicher, und bestimmt auch eine, an der ich Spaß hätte – vielleicht sogar eine, an der andere Leute Spaß hätten. Deswegen überlege ich das hier auch „laut“, obwohl ich weiß, dass ich es schwierig finden und höchstens sehr langsam umsetzen können werde. Ein paar Sachen habe ich auch so lange nicht mehr „richtig“ physikalisch betrachtet, dass ich sie erstmal wieder angucken muss, bevor ich sie halbwegs gut und fachlich richtig, aber in Nicht-Physiker-Sprech erklären kann. Wir werden sehen.

Eine Idee wäre auf jeden Fall schon einmal, auf LAToyA CoREs einzelne Komponenten jeweils einzugehen und mit gezeichneten Bildern und einer gesprochenen Erklärung ein paar Dinge zu erklären. Ob ich Stop-Motion-Teilchenreaktionen mit Lego-Tiles und Lego-Plates auf einer Grundfläche hinbekomme, darüber will ich gar nicht spekulieren – denn es ist auch immer eine Frage der Kraft, die man da rein investieren kann. Das habe ich in den letzten Wochen im Kranksein recht deutlich gemerkt.

LAToyA CoRE dafür einzusetzen, die Freude an und das Verständnis von Physik zu verbreiten, das reizt mich aber dennoch. Ich bin gespannt, was ich irgendwann draus mache, wenn ich das Ding aufgebaut und erstmal die grundlegenden Funktionen getestet und in Videos gezeigt habe. Man wächst ja auch mit dem Fortschritt eines Projektes.

Außer Betrieb für Erweiterung!

Der Lego Assembled Toy Accelerator „LAToyA“ ist derzeit wegen Bauarbeiten zur Erweiterung außer Betrieb. Aktuell wurde die Baustelle eingerichtet, der Vorbeschleuniger für das Upgrade demontiert. So langsam trudeln auch die Lieferungen der Bauteile ein – die allermeisten Bauteile, die ich für die gegenläufige Erweiterung und die Experimente verwenden werde, sind gebrauchte Lego-Teile, die ich über Bricklink beziehe. Kaum eines der Teile kommt „neu“ ins Haus, zumal die gebrauchten genauso gut und zudem günstiger sind. Allerdings ist durch die Menge ungewöhnlicher Teile notwendig, von mehreren Verkäufern Teile zu beziehen.

Was mich ein bisschen verblüfft hat, war die Tatsache, dass an einen blauen Technic-Stein, 1×2 Noppen, normale Höhe, aber zwei Löchern statt nur einem für Achsen oder Pins, nur äußerst schwer heranzukommen war. Auch 1×1-Steine in durchsichtigem Rot sind derzeit in Deutschland entweder nur in kleinen Mengen bei unterschiedlichen Shops oder ziemlich teuer zu bekommen. So werden es doch ein paar mehr Sendungen, als ich mir das eigentlich gewünscht hätte. Aber es kommt zusammen – die ersten Pakete sind angekommen, auf Vollständigkeit geprüft, die Verkäufer haben ihr positives Feedback bekommen und nun harre ich der restlichen Sendungen.

Die Baustelle – Teile für die Experimente und Erweiterungen stapeln sich bereits, aber da kommt noch eine Menge mehr. Im Vordergrund der bereits zusammengebaute Transmutations-Forschungsreaktor FaNTASy und das Betriebsbuch.

Bis jetzt lief die Teilebeschaffung sehr gut – Fehler gab’s so gut wie keine in den Sendungen, die Verkäufer haben schnell versandt. Als Unterlage der Baustelle fungiert bereits jetzt die blaue Acrylglasplatte, die ich für den Beschleuniger beschafft habe – denn: Als ich mein geplantes Projekt im Programm Studio mal vermaß, musste ich feststellen, dass es 120 Zentimeter breit und über einen Meter lang ist! Unser Tisch misst aber nur 95 Zentimeter in der Breite. Also musste ich aufstocken.

In Zahlen: Der fertige Beschleuniger mit allen Experimenten wird 120 Zentimeter breit, 105 Zentimeter lang und 25 Zentimeter hoch sein. Das Gewicht liegt nach der Prognose von Studio bei etwa sechs Kilogramm, es sind zwischen 5000 und 6000 Teile, die in der Maschine stecken. Verbaut sind dann zwei 9V-Motoren, eine normale und eine regelbare Akku-Box, mehr als 100 Bauteile von STAX für Beleuchtung und andere Gimmicks. Vom 1×1 Plates und 1×1 Tiles bis hin zu 16×8 Plates und den großen 6×6 Panels als Scheiben sind diverse Größen dabei.

Auch wenn ich als Kind mit umfangreich zusammengeworfenen Lego-Space-Sets aus klassischen Serien, den beiden Blacktron- und den beiden ersten Space-Police-Generationen sowie M-Tron und der ersten Monorail aus den Achtzigern in der Mitte meines Zimmers auf 6×3 Grundplatten viel gebaut habe, bin ich fest davon überzeugt, dass LAToyA CoRE mit seinen fünf Experimenten und drei Service-Einrichtungen das größte Lego-Projekt ist, mit dem ich mich jemals befasst habe.

Lego-Beschleuniger-Physik

Tja, mein Teilchenbeschleuniger LAToyA aus Lego, er beschäftigt mich weiter! Ich bin ja Physikerin, auch wenn ich nicht mehr selbst forsche, sondern im Bereich des Strahlenschutzes bei einer Behörde arbeite. Einerseits finde ich daher meine „LAToyA“ so klasse, andererseits kann ich auch nicht umhin, ein paar Berechnungen anzustellen.

Teilchenbeschleuniger werden natürlich auch an ihrer physischen Ausdehnung gemessen – ca. 250 Bricks Umfang hat der Speicherring von LAToyA – aber wesentlich sind die anderen, „inneren“ Werte: Welche Teilchen werden beschleunigt? Auf welche Maximalenergie?

Die Frage nach der Teilchenart ist bei LAToyA schnell beantwortet: Es sind Lego-Bälle aus ABS-Kunststoff – also aus Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer. 

Spannender aber ist die Maximalenergie. Da hoch beschleunigte Elementarteilchen beinahe lichtschnell sind und die Geschwindigkeit sich (zumindest in Zahlen) fast nicht mehr von der Lichtgeschwindigkeit unterscheiden lässt, ist die reine Geschwindigkeit bei Teilchenbeschleunigern keine praktische Einheit. Die Teilchen werden nur noch ganz wenig schneller, sie benehmen sich – hier greift die Relativitätstheorie – so, als würden sie bei fast Lichtgeschwindigkeit immer schwerer, je mehr man sie beschleunigt. So erklärt sich, dass trotz der absoluten Obergrenze „Lichtgeschwindigkeit“ beim weiter „Beschleunigen“ eines bereits fast lichtschnellen Teilchens die Durchschlagskraft weiter wächst, auch wenn die Geschwindigkeit (fast) nicht mehr steigen kann. Statt der Geschwindigkeit in Kilometern pro Stunde (km/h) oder auch Metern pro Sekunde (m/s) oder läufertypischer „Pace“ in Minuten pro Kilometer benutzt man also die kinetische Energie, die in der Bewegung des Teilchens steckt. Kinetische Energie heißt nichts anderes als Bewegungsenergie – und für Energie kennen wir ja die eine oder andere Einheit: Im sogenannten SI-System sind Joule die Energieeinheit, für chemische Energie sind oft auch Kalorien oder Kilokalorien üblich, vor allem, wenn’s um die chemische Energie in unserer Nahrung geht. Ebenfalls eine Energieeinheit sind die Tonnen, Kilotonnen oder Megatonnen TNT-Äquivalent, die bei der Einschätzung der Energiefreisetzung von Nuklearwaffen verwendet werden. 

Allerdings sind das alles „makroskopische“ Energieeinheiten. Bei Teilchenbeschleunigern werden aber in der Regel Elektronen, Protonen oder Atomkerne, also mikroskopische Teilchen beschleunigt, und weil die Teilchen und ihre Massen klein sind, ist auch ihre Bewegungsenergie eher klein. Physiker benutzen dafür als Einheit „Die Bewegungsenergie, die ein Elektron hat, wenn es von einem elektrischen Feld der Spannung ein Volt beschleunigt wird“, das Elektronenvolt oder eV. Über die Ladung des Elektrons kann man Joule und Elektronvolt ineinander umrechnen, wie man das z.B. auch mit Kalorien und Joule kann: Eine Kalorie sind 4,187 Joule – der Umrechnungsfaktor von Elektronenvolt in Joule ist aber „etwas“ größer: 6,24 mal zehn hoch achtzehn … also eine eins mit 18 Nullen dahinter. Aber schließlich sind ein Gramm Wasserstoff auch eine Sechs mit 23 Nullen dahinter an Protonen! 

Genug der Vorrede. Ich habe nun also ausgerechnet, wie viel Bewegungsenergie die Teilchen in meinem Beschleuniger haben. Dafür habe ich die aus dem Physikunterricht bekannte Formel Energie ist ein Halb mal Masse mal Geschwindigkeit zum Quadrat verwendet: E = 0,5 v². Die Masse der Lego-Bälle liegt bei ungefähr anderthalb Gramm, die Geschwindigkeit der Bälle im Beschleuniger habe ich mit etwa 12,5 km/h abgeschätzt. Um das Ganze mit anderen Teilchenbeschleunigern zu vergleichen, habe ich das Ergebnis direkt in Elektronenvolt umgerechnet: Es sind 56 Petaelektronenvolt, also das Zehntausendfache des großen Hadronenbeschleunigers LHC am CERN. Nach ersten kleinen Fehlern, die lustigerweise ziemlich genau im Bereich der Energie von LHC herauskamen, habe ich nochmal alle Einheiten richtig zusammengepuzzlet und kommen nun zu diesem Ergebnis. Himmel, was man mit einem solchen Beschleuniger alles anstellen könnte… 

Wenn es nicht das kleine „Aber“ gäbe: Es ist nämlich wichtig, dass die betreffende Bewegungsenergie pro Nukleon der beschleunigten Atomkerne hoch ist. Die Teilchenenergie der Protonen am LHC sind sieben Teraelektronenvolt. Implizit steht da ein „pro Proton“ dahinter. Meine Bälle bestehen zwar nicht nur aus Protonen, sondern aus (vielen) Atomkernen, in denen auch Neutronen enthalten sind – Protonen und Neutronen sind Nukleonen. Um meinen heißgeliebten Teilchenbeschleuniger LAToyA also mit LHC vergleichen zu können, muss ich die Bewegungsenergie pro Nukleon ausrechnen – dafür brauche ich erstmal die Zahl der Nukleonen in meinem Ball. Das allerdings ist recht einfach: Die atomare Masseneinheit „u“ gibt an, wie schwer ein Nukleon ungefähr ist. Effekte wie Bindungsenergie (macht Atomkerne leichter als freie Protonen und Neutronen) oder dass ein Neutron schwerer ist als ein Proton werden bei der atomaren Masseneinheit am Beispiel des Kohlenstoffs schon rausgemittelt – und bei Kunststoffen wie auch ABS machen Kohlenstoffatome meist etwa sechs Siebtel der Masse aus. Damit werden aus meinen 56 Petaelektronenvolt (oder 56.000 Teraelektronenvolt) pro Ball nur 0,06 Mikroelektronvolt pro Nukleon.

Tja, leider wird’s doch nichts mit dem Übertrumpfen des LHC durch LAToyA auf unserem Esstisch. Aber es war ein tolles Gefühl, so lange es währte!

Present Progressive [1]

Ich habe ja von meinem Mann einen Teilchenbeschleuniger bekommen! Einer der vielen supertollen Aspekte daran war, dass es ein erweiterbares Geschenk war und ist. Mit Hilfe von Stud.IO hat er den Ring und die Support-Strukturen designed, und das Modell im Stud.IO-Format gab’s zum Beschleuniger dazu. Also habe ich angefangen zu basteln.

Folgende Dinge waren klar: Gegenüber der Beschleuniger-Einheit mit Motor, die die orangen Bälle um den Ring schickt, war eine Gerade vorhanden. Die Verbindungsstücke dieser Gerade hatte mein Mann ganz bewusst nicht mit seinen herrlichen, weißen Ablenkmagneten bestückt. Dorthin wollte ich einen Detektor bauen, inspiriert von den Detektoren D0 und CDF am Tevatron bzw. CMS und ATLAS am LHC am CERN. Dazu sollte an einen der Ablenkmagneten ein Strahlrohr für Synchrotronstrahlungs-Experimente, sprich: dort wird durch die starke Ablenkung der geladenen Teilchen hochfrequentes Licht erzeugt, das für viele interessante Experimente taugt. Inspiriert ist diese Beamline mit Experimentierhütte vom Beschleuniger ANKA (bzw. KARA) am KIT. Schließlich musste noch ein Vorbeschleuniger her, der die Teilchen auf Tempo für die Injektion in den Ring bringt. Im Zuge dessen habe ich auch noch drei Sonderversionen der Ablenkmagneten designen müssen. Und so sieht das aus:

Lego-Teilchenbeschleuniger-Addon – alle zusätzliche Teile in einem Bild.
Ein einem Zyklotron nachempfundener Beschleuniger mit einem Strahlrohr zur Injektion der Teilchen in den Speicherring.
Ein Experiment am Beschleuniger – die schwarze Trommel bildet die Spurendetektoren nach.
Eine Detektorhütte für Synchrotronstrahlungsexperimente. Der abgewandelte Ablenkmagnet am linken Ende ist auch der Erzeuger von Synchrotronstrahlung, mit der in der Hütte experimentiert wird.

Ich habe all das mal in das Hauptmodell eingebaut. Alle Bilder basieren auf Konstruktionen in Stud.IO, mit dem man schön mit Lego konstruieren kann, damit kann man dann auch Anleitungen erstellen. Mein Mann hat mir die Stud.IO-Datei gegeben, in der er meinen Beschleuniger gebaut hat, so dass ich die Addons direkt einpflegen konnte.

Eine gerenderte Vorschau des Teilchenbeschleunigers mit Addon.

Nun müssen wir nur noch schauen, wie viel Geld ich in Einzelteilen in das Projekt verbraten habe, die Teile bestellen und eine Anleitung erstellen. Dann wird bald eine richtige Forschungseinrichtung draus – aus Lego!

Advent, Advent – der Zucker brennt

Gestern wurde – seit langem einmal wieder – dieser Beitrag aufgerufen. Er stammt aus dem Sommer 2016 und stellt eine Rechnung dar. Im Sommer 2016 war ich recht stark auf dem Weg, schwerer zu werden – und mochte es auch damals nicht. Ich lief nicht, weil ich nicht so in die Sonne sollte – aufgrund meiner Colitis ulcerosa nahm ich das Immunsuppressivum Azathioprin, weswegen die körpereigene Abwehr gegen insbesondere den sogenannten weißen Hautkrebs nicht richtig funktioniert. Dennoch war mir sehr bewusst, dass ich etwas tun musste, da mein Gewicht immer mehr stieg.

Es war wohl auch so, dass ich mich in dieser Zeit ein wenig darüber ärgerte, dass es beim Runtergehen im Gebäude immer hieß: „Nehmen wir doch die Treppe!“, ging’s dann aber die drei Stockwerke wieder hoch, bestanden alle auf den Aufzug. Ich wollte schon damals lieber Treppe laufen. Also erklärte ich den damaligen Kollegen, dass treppab gehen wenig Energie verbrennt und gleichzeitig insbesondere bei Übergewicht die Gelenke stark belastet. Die Treppe hoch gehen dagegen schont die Gelenke und verbrennt mehr Energie. Auch bei meiner aktuellen Arbeitsstelle liegt mein Büro derzeit im vierten Stock. Ich fahre quasi gar nicht Aufzug, sondern nutze – hoch wie runter – die Treppe. Übergewicht, das meine Gelenke bei jeder Stufe runter zusätzlich belastet, habe ich auch nicht mehr.

Dennoch finde ich es interessant, was ich damals gerechnet habe. Reine Hubarbeit habe ich nur angesetzt und natürlich nicht viele Kilokalorien herausbekommen. 5 kCal an Energie braucht’s, wenn man meine damaligen 69 Kilogramm um 30 Meter nach oben bewegen will und Gehstil, Absenken des Körpers beim Aufkommen auf der Stufe und dergleichen unberücksichtigt lässt. Zur Zeit verbrenne ich meine Kalorien eher beim horizontalen Bewegen, unter anderem in Form des Anhebens des Körpers bei jedem Schritt – ca. 7% der Körperhöhe, nehmen einige Modelle an. Künftig will ich diesen Wert bei meinem Laufstil messen, mit einer neuen Sportuhr mit entsprechenden Peripherie-Geräten – die gibt’s nach dem Geburtstag. Dann kann ich mal sehen, wie sich mein rein physikalisches Modell und die Einschätzung der Sportuhr über den Energieverbrauch verhalten.

Emotions-Geschenke-Overload, die erste

Es ist eine Weile her, da war ich völlig hin und weg, als Emily in „The Big Bang Theory“ dem Astrophysiker Raj einen Sextanten schenkte, als Geschenk zum – glaube ich – Valentinstag. Das fand ich so unheimlich großartig, weil ich von dem Instrument des Sextanten, zusammen mit dem Chronometer DAS Positionsbestimmungstool der Segelschiff-Zeit, völlig begeistert bin und zudem auch mit Promotion auf dem Gebiet der Astroteilchenphysik meine Leidenschaft am Himmel hatte und noch habe.

Nun gab es während der Suche nach Büchern, die ein Freund bei mir deponiert hatte, einen „Finde-Unfall“, so dass ich eine Holzkiste fand, noch im November. Diese Holzkiste:

Ich kann nicht sicher sagen, ob ich verstanden hatte, was darin ist. Bis zum Geburtstag hatte ich es jedenfalls wieder vergessen. Die Windrose drauf ist eigentlich sehr eindeutig, ebenso die Form – aber … es schoss mich völlig ab, am Geburtstag bzw. am Heiligen Abend, was ja bei mir dasselbe ist. Ich sah die Kiste, begriff es und … sah den Inhalt.

Der Inhalt der Kiste.

Ein Sextant ist ein Instrument zum Messen des Winkels zwischen einem Himmelsobjekt und dem Horizont. Das dient der Berechnung des Breitengrades, auf dem man sich befindet. Wenn man dazu die Sonne beobachtet und ihren höchsten Stand am Himmel mit der Anzeige eines Chronometers vergleicht, kann man den Längengrad relativ zum Ort, an dem der Chronometer anhand des Sonnenstands gestellt wurde, gleich mit bestimmen.

GPS ist zwar ein faszinierendes System, das diverse Dinge kann und für das man einen Haufen Physik braucht – aber Sextant und Chronometer funktionieren ohne Funk, ohne Satelliten und all den anderen Kram. Sie funktionieren nur mit Dingen, die man mitführen kann. Auch dafür steht – für mich – der Sextant: Für die Art, in der Erkundung, Positionsbestimmung ein Abenteuer ist.

Ein Geschenk, das mich total abgeschossen hat. Ein Sextant. Woah!

Es hagelt Geschenke

In dieser meiner letzten halben Arbeitswoche dieses Jahr haben einige Kolleginnen vorgreifend an meinen Geburtstag gedacht. Eines der beiden Highlights war ein Geschenk, das ich schon zu einem Drittel aufgegessen habe – eine Eierkarton mit Eiern aus eigener Hühnerhaltung, sechs Stück davon, und außenherum eine Schleife. Das hat mich total gefreut!

Was allerdings echt der Abschuss war – im positivsten Sinne – war dies hier:

Die Wippe … Bild 1.
Die Wippe … Bild 2.
Die Wippe … Bild 3.

Die beiden Männchen aus Pfeifenputzern wippen fleißig, wenn das Teelicht an ist – denn die kleine Spirale besteht aus einem Bimetall-Streifen, der sich bei Erwärmung stärker, bei Abkühlung schwächer krümmt. Dadurch pendelt die Holzkugel zwischen der Position vor dem blaubehüteten Wipper und der Position vor dem weißbehüteten Wipper hin und her, sorgt damit für ein Wippen in die eine beziehungsweise andere Richtung – und der Bimetallstreifen pendelt dabei zwischen „über der Flamme“ und „neben der Flamme“. Wie Ihr Euch vielleicht schon gedacht habt, ist meine Kollegin, genau wie ich, Physikerin. Ein großartiges Geschenk, und vor allem: Selbst gemacht von ihr und ihrem Mann!

CP-Invarianz

Wie ich immer mal betone, bin ich Physikerin. Physiker mögen Symmetrien – und leiten daraus Erhaltungssätze ab. Das ist für viele Leute ziemlich seltsam, aber mir fiel vorhin ein guter Weg ein, zumindest zwei Symmetrien, die in der Teilchenphysik (auch in Kombination) recht bedeutend sind, zu erläutern.

Es gibt da einerseits die „P“-Transformation. P steht für „parity“ oder „Parität“ und ist – vereinfacht gesprochen – einfach eine Spiegelung. Etwas ist „p-symmetrisch“, wenn man es spiegelt und es gelten die gleichen Gesetze. Das ist meist nicht der Fall. Der Mensch hat meistens eine bevorzugte Hand – spiegelt man ihn, so wird aus dem Rechtshänder ein Linkshänder und die Dinge funktionieren anders. Nicht besser oder schlechter, aber anders.

Dann gibt es da noch die „C“-Transformation. C steht für „charge conjugation“, also für ein Umkehren der Ladung. Ich würde also Plus- und Minuspol vertauschen. Bei einer handelsüblichen Mignon-Zelle wäre dann der Pluspol an der Seite ohne Noppen und der Minuspol an der Seite mit dem Noppen.

Kombiniere ich nun „C“ und „P“, spiegele also die Mignon-Zelle im Raum und drehe die Pole um, stimmt es wieder. Lustigerweise ist dieses Bild nun beim Schreiben des Posts entstanden. EIGENTLICH wollte ich CP-Invarianz an zwei internetüblichen Kürzeln erklären: Spiegele ich „WTF“ („What the f***?“), so wird daraus „FTW“ („For the win“), drehe ich die „Ladung“, also in dem Falle die Bedeutung um, ist’s wieder dasselbe. FTW und WTF sind aber nicht exakt entgegengesetzt in ihrer Bedeutung, die CP-Invarianz ist also gebrochen.

Genauso ist es in der Natur. Wäre es nicht so, hätten sich nach dem Urknall Materie und Antimaterie gegenseitig komplett vernichtet, weil’s genau gleich viel von beidem gegeben hätte. Im Resultat wär’s dann ein großer Ball Energie gewesen, und sonst nichts. Während man zu Anfang also vielleicht sagt: „WTF ist CP-Verletzung?“, sagt man nach Verstehen der Bedeutung in der Physik: „CP-Verletzung FTW!“

Himmel, was mir für Zeugs einfällt!

[KuK] Lageenergiemaximum

Ein Fadenpendel verwandelt Lageenergie (potentielle Energie) in Bewegungsenergie (kinetische Energie), während es vom Loslasspunkt zum tiefsten Punkt schwingt. Danach wird bis zum Umkehrpunkt wieder kinetische in potentielle Energie verwandelt.

Hier also der Loslasspunkt meiner Pendelei:

Sogar mit Beweis, dass die Sonne klein gegenüber der Entfernung Erde-Sonne ist, sowie dass ich groß gegen Quanteneffekte bin: nämlich meinem Schatten auf den Gleisen.