[KuK] Wie man’s nicht macht

Heute gesehen auf dem EDEKA-Parkplatz. Nummernschilder verfremdet bzw. übermalt. Bild gemacht von Talianna Schmidt, Nachbearbeitung Holger Stahlmann.

Muss man zu dem Bild noch viel sagen? Parken auf der Linie zwischen zwei Parkplätzen wäre ja schon blöd genug – aber dann auch noch auf dem Durchgang durch den Parkplatz, ganz ohne Not, da noch genug Plätze frei sind.

Öl ins Feuer

Ich habe mich neulich schon über den Verkehrs-Brennpunkt: Pforzheim Ost ausgelassen. An diesem Brennpunkt stockt’s im Moment weiterhin heftig, auch wenn ich das wegen der Baustellen am Stuttgarter Kreuz und im Bereich Rastatt/Ettlingen im Moment nicht so sehr wahrnehme – es geht manchmal im Rauschen unter.

Gestern allerdings nicht. Das lag aber nicht am Umfang des Staus, der war eher moderat. So gut durchgekommen sind allerdings nicht alle, ich war gestern auf der Heimfahrt spät dran und da hatten sich über 25 Minuten Verzögerung schon zu den üblichen rund 10 Minuten abgebaut. Warum also ging der Brennpunkt gestern nicht im durchaus erklecklichen Rauschen unter?

Ganz einfach: Am Montag brach sich der Verkehr nicht in erster Linie an der Verengung auf zwei Spuren vor der Raststätte Pforzheim, auch nicht am in der Senke gelegenen, sehr kurzen Beschleunigungsstreifen der Anschlussstelle Pforzheim Ost. Nein, der Verkehr brach sich an den Wiederauffahrern vom Rasthof Pforzheim. Warum das, fragen nun Kenner der Stelle. Der Beschleunigungsstreifen ist abschüssig, lang genug und der Verehr auf der rechten Spur ist auf 100km/h begrenzt. DAS sollte das geringste Problem sein. Tja, wenn es da nicht ein Problem gegeben hätte. Eine Panne, fragt Ihr? Ein Unfall?

Nein. Der Beschleunigungsstreifen war massiv verkürzt, da vier LKW – wohl, weil sie nach Stau Pause machen mussten – auf dem Beschleunigungsstreifen parkten. Es war den Einfädlern vom Rasthof völlig unmöglich, auch nur vage genug zu beschleunigen, um in den Verkehr einzufädeln, da mehr als die Hälfte des Streifens von LKW blockiert wurden. Diese LKW ersetzen einen Regelverstoß – nicht Pause machen – durch einen anderen: Auf dem Beschleunigungsstreifen parken. Ganz unabhängig von der zu geringen Verfügbarkeit von Ruheplätzen für den ausufernden Fernlast-Verkehr auf der Straße, den ich durchaus einsehe: Wie kann das sein? Wird dieses Verhalten toleriert? Oder wird es einfach nur nicht überprüft? Denn so gesehen legen die LKW, die auf dem Beschleunigungsstreifen parken, durch die resultierende Verkehrsbehinderung die Basis für ein weiteres Stauen, das wieder den Rastplatz überfüllt … und wieder LKW „zwingt“, illegal und ÜBERAUS stark verkehrsbehindernd auf den Zufahrten, Verzögerungs- und Beschleunigungsstreifen der Raststätten und Parkplätze zu halten und somit neue stauerzeugende Behinderungen zu bilden …

An dieser Stelle steigt mein Kopf leider noch nicht ganz aus. Offenbar wird die nach dem Vergehen durch den Fahrtenschreiber nachweisbar nicht gemachte Pause so viel effizienter geahndet als das durchaus recht stark geahndete Erzeugen von Behinderungen und Gefährdungen in der akuten Situation, dass das Verhalten der Brummis rational ist, um Strafen in einer nicht ohne Vergehen zu meisternden Situation zu minimieren. Jetzt kommt die Stelle, an der mein Kopf fragt: Wieso wird akute Verkehrsbehinderung und Gefährdung so wenig bemerkt?

Guckt der Staat weg, weil er seinen Ausbaustau kennt und dahingehend weiß, dass die Brummis keine andere Wahl haben? Wird dann abgewogen, dass man halt mit weniger Leuten und weniger Ärger die mangelnden Pausen nachweisen kann und sich nicht um zeitnahen Ausbau der Parkplätze kümmern muss? Wäre eine Erhöhung der LKW-Maut und daraus finanzierter Ausbau des Netzes auf den – dann durch finanziellen Eingriff reduzierten Bedarf – nicht sinnvoller und konsistenter mit den erklärten ökonomischen und ökologischen Zielen der Regierung? Am Ende noch kombiniert mit Alternativen, die entweder schneller und flexibler oder kostengünstiger sind – doppelten Anreiz verlange ich ja gar nicht …

Fragen über Fragen. Keine Antworten.

Aber vermutlich darf ich als Langstrecken-Auto-Pendlerin solche Fragen nicht stellen, da ich zu den „Bösen“ gehöre, die den Bedarf hochschrauben.

LKW-Tetris Mark II

Dienstagmorgen, gegen 9:00, Rasthof Pforzheim Ost.

Gemäß offiziellen Verkehrsregeln sollten die folgenden Ereignisse …

… niemals passieren!

Was also ist passiert, dass ich einen Staubegegnungen-Post mit einer Art Zitat des Vorspanns von „Jagd auf Roter Oktober“ beginnen lasse? So einfach wie frustrierend: Als ich nach gewaltigem Stau und vor gewaltigem Stau (Pforzheim Ost lag mitten im Rückstau eines Unfalls auf der A8 zwischen Rutesheim und Leonberg West, der nahtlos in den Rückstau von der Verengung und Senke bei Pforzheim Ost überging) am Rasthof Pforzheim Pause für Toilette und Espresso machte, wollte ich danach natürlich wieder auf die Autobahn und weiter Richtung Stuttgart. Naja, „wollen“ ist so eine Sache, bei dem Stau, der mir da noch bevorstand. Aber ich musste ja. Also fuhr ich wundervoll über die Brücke, den Zubringer entlang und wollte über diese kleine, parkplatzartige Bucht wieder auf die Autobahn fahren. Wollte. Ja.

Denn der LKW vor mit bremste und stand. Aus meiner Perspektive war nicht zu erkennen, warum genau. Das bekam ich erst hinterher heraus. Während ich noch rätselte, was bei allen Blech-und-Reifen-Göttern nun schon wieder kaputt war, drückte der stehende LKW auf die Hupe, dann nochmal und nochmal. Mittlerweile sammelten sich hinter mir die LKW und PKW, die wie ich wieder auf die Autobahn wollten. Es ging aber nichts. Gar nichts. Dann stieg da vorne einer aus, gestikulierte wild mit den Armen. Mittlerweile kam mir ein Verdacht:

Wegen eines Lieferwagens, der auf der eher als Verkehrsinsel denn als Parkplatz markierten nicht-Fahrbahn-Stelle auf der Abfahrt zum Rasthof Pforzheim geparkt hatte, hatte ein weiterer LKW zu weit rechts auf dem Fahrstreifen durch diese Halte- und Abfahrtsbucht hindurch geparkt. Natürlich konnte mit der fast rechtwinkligen Kurve, die mein Vorder-LKW-Mann in Richtung Autobahn Richtung Stuttgart zu fahren hatte, und einer viel zu schmal gewordenen Fahrspur (an der Leitplanke zur Autobahn hin stand auch ein LKW) niemand mehr durch. Die weiter rechts gelegene Fahrspur, sozusagen die „innere“ auf dieser Ausfahrtbucht, war durch meinen querstehenden Vordermann blockiert. Es ging gar nichts mehr, während der LKW, der den LKW blockierte, der mich blockierte, in Zeitlupe, immer halbe Raddurchmesser vorankommend, aus dem Weg schlich. Ich lehnte mich zurück, dachte mir so: „Alles klar, die brauchen noch – hä?!?“

Denn in diesem Moment fuhr sehr beherzt ein PKW mit Mannheimer Kennzeichen an den fünf PKW, dem LKW und mir vorbei, die sich inzwischen auf dem Zubringer stauten. Er schaute sich den Schlamassel, an mir vorbeirollend, erstaunt an. Dann guckte er hilflos und entschuldigend lachend zu mir rüber. Ähm … ich meine, wir halten ja auch alle auf der Zufahrt zur Autobahn an, weil wir nichts Besseres zu tun haben, nicht wegen eines eventuellen Hindernisses …

Jedenfalls blockten selbiger PKW-Fahrer und der LKW hinter mir dann fast noch die Ausfädel-Spur in Richtung des Rasthofes, so dass man nur noch mit Hin- und Herkurven von der Autobahn zum Rasthof kam, um auf der linken der beiden Spuren durch die Parkbucht zum Stehen zu kommen, damit sie möglichst schnell auf die Autobahn fahren konnten, wenn die Situation geklärt wäre.

Da sich der Fahrer des Lieferwagens im Weg nicht fand und drei LKW nebeneinander durch eine etwa zweieinhalb LKW breite Lücke durchzubekommen einfach dauert, lehnte ich mich zurück und wartete – und es lohnte sich. Denn für den PKW-Verkehr war der Weg RECHTS am Lieferwagen vorbei recht schnell wieder frei, während direkt neben der Autobahn noch Rangierchaos herrschte. All die Drängler und vermeintlich erfolgreichen Opportunisten mussten sich noch gedulden, während ich auf der freigewordenen rechten Fahrbahn wieder in Richtung Autobahn und dann auffahren konnte. Immerhin. Regelgerecht warten, bis ein nicht-regelkonform aufgebautes Chaos abgebaut war, führte mich schneller wieder auf die verstaute Strecke, als die anderen mit nicht-regelkonformem Drängeln wieder drauf kamen.

Ich sehe natürlich, dass bei solch gewaltigen Staus wie heute LKW ihre Pausen machen müssen. Deswegen aber Zufahrten zuzuparken, ist echt das Letzte. Deswegen mein Appell an alle LKW-Fahrer, die unbedingt Pause machen müssen: Bevor Ihr die Zufahrt zu einem ohnehin vollen Parkplatz welcher Couleur auch immer, oder gar dessen Durch- oder Ausfahrt zustellt, stellt Euch lieber davor oder dahinter auf den Standstreifen. Das ist nicht mehr und nicht weniger regelwidrig, hält aber nicht alle anderen auf.

Von viel Stillstand – und einiger Bewegung

Ich habe lange nicht geschrieben – und heute gleich drei Anlässe bekommen, doch wieder hier einen Eintrag zu verfassen.

Erstens den Bahnstreik und seine Auswirkungen. Über Sinn und Unsinn von Streiks im Allgemeinen möchte ich gar nicht lamentieren. Dass Lehrer und Verwaltungsangestellte mit ihrem Streik – den auch wirklich Leute spüren – auch mir, die ich nach TV-L bezahlt werde, mehr Geld beschafft haben, das ist eine gute Sache. Generell halte ich Arbeitskämpfe für sinnvolle, angemessene Forderungen für ein legitimes Mittel. Nur den Kampf zweier Gewerkschaften um Macht und ansonsten nur Kleinigkeiten mit Kosten in Millionenhöhe und einem riesigen volkswirtschaftlichen Schaden und direkt spürbaren Auswirkungen für Millionen Pendler auszutragen, das geht in meinen Augen gar nicht. Eine Kollegin von mir ist gestern und heute nicht zur Arbeit gekommen, weil sie erstens ihren ohnehin schon nicht kurzen Arbeitsweg mit einer ganzen Reihe Unsicherheiten, ob der Zug fährt, ob der Anschluss fährt, ob Zug und Anschluss, falls sie fahren, zueinander passen, hätte bewältigen müssen. Und zweitens war und ist ja auch unklar, ob und wie die Züge zurück fahren! Dass viele Leute eben nicht die Möglichkeit haben, unter diesen Bedingungen zu Hause zu arbeiten, hat man sehr deutlich gemerkt: die waren alle auf der Autobahn. Die A8 war heute reichlich voll, und ohne böse sein zu wollen: der Anteil der „normalerweise nicht Auto“-Pendler, die viele kleine Egoismen noch nicht als vollkommen nutzlos für die eigene Schnelligkeit und schädlich für den gesamten Verkehrsfluss identifiziert haben, war weit höher als normal. Ich kann nur hoffen, dass diese Leute bald wieder in einer zuverlässigen Bahn sitzen … die zusätzlichen Stockungen wegen des zusätzlichen Verkehrsaufkommens und der mangelnden Rush-Hour-Praxis der zusätzlichen Fahrer machen den Arbeitsweg sehr unerfreulich.

Der nächste Punkt war dann das Ankommen auf der Arbeit. Campus Vaihingen, Uni Stuttgart – im Moment mit weniger Parkplätzen durch Baumaßnahmen. Aber ein Glück, bald gibt es ja das neue Gebäude und neue Baustellen für weitere neue Gebäude – und NOCH weniger Parkplätze. Jedenfalls war die Suche heute auf dem Campus, nicht zuletzt wegen des Bahnstreiks, überaus unerfreulich. Prinzipiell sehr unangenehm sind auch die Menschen, die in einer ohnehin angespannten Parkplatzsituation so halb neben den Parkplatz parken und damit effektiv zwei Parkplätze belegen. Ich schreibe prinzipiell, weil mir eines dieser Fahrzeuge heute entgegen kam – schräg drin und viel zu weit seitlich geparkt, so blockiert meine Parkplatznachbarin einen Teil des Nebenplatzes – so dass mein niedliches kleines Aygolein reinpasst, aber von vielleicht einem Smart, C1 oder Peugeot 107 keiner sonst. Sonst hätte ich wohl noch weit länger gesucht!

Aber es gibt auch Positives. Mit Freude habe ich heute gesehen, dass die Brücke über die Straße zwischen Waldbronn und Stupferich auf der A8 mittlerweile weiter gekommen ist – die Richtungsfahrbahn nach Stuttgart ist ja schon fertig, aber die andere Seite war lange Zeit noch mit einer Beton-Decke, auf der komische, rote, erhabene Linien zu sehen waren, weit weg von der Befahrbarkeit. Aber inzwischen ist eine glatte, wahrscheinlich noch einmal zu überteerende erste Teerschicht drauf. Eine noch glattere, vielleicht sogar schon endgültige Teerschicht ist auf der Strecke – weiter unten im Pfinztal, zwischen Pfinzbrücke und Klosterwegbrücke, auf der in Bau befindlichen Richtungsfahrbahn nach Stuttgart zu sehen. Es wird langsam aber sicher – und dann ist ein Brennpunkt weniger auf meiner großen Pendler-Hassliebe vorhanden: der A8.